# Wahlprogramme der AFD

# Grundsatzprogramm

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Das Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland.  
PROGRAMM FÜR  
DEUTSCHLAND.  
Präambel 06  
1 | Demokratie und Grundwerte 07  
1.1 Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild 09  
1.2 Schlanker Staat für freie Bürger 09  
1.3 Die Gewaltenteilung gewährleisten 10  
1.4 Trennung von Amt und Mandat 10  
1.5 Macht der Parteien beschränken 11  
1.5.1 Parteienfinanzierung dem Verfassungsrecht anpassen 11  
1.5.2 Freie Listenwahl und freies Mandat 12  
1.5.3 Verkleinerung des Bundestages 12  
1.5.4 Wider das Berufspolitikertum: Amtszeit begrenzen 13  
1.5.5 Direktwahl des Bundespräsidenten durch das Volk 13  
1.6 Lobbyismus eindämmen 13  
1.6.1 Private Rentenvorsorge für Parlamentarier 14  
1.6.2 Einführung eines Straftatbestandes der  
Steuerverschwendung 14  
2 | Europa und Euro 15  
2.1 Ein Europa der Vaterländer 17  
2.2 Kompetenzen an die Nationalstaaten zurückgeben 17  
2.3 Bündelung gemeinsamer europäischer Interessen 18  
2.4 Volksabstimmung über den EURO 18  
2.5 Keine deutsche Haftung für ausländische Banken 21  
3 | Innere Sicherheit und Justiz 23  
3.1 Polizei stärken und Strafjustiz verbessern 25  
3.2 Weisungsfreie Staatsanwälte, unabhängige Richter  
und parteiferne Rechnungshöfe 25  
3.3 Angriffe auf Amtspersonen härter bestrafen 26  
3.4 Opferschutz statt Täterschutz 26  
3.5 Waffenrecht muss nicht verschärft werden 26  
3.6 Kein Datenschutz für Täter 27  
3.7 Organisierte Kriminalität nachhaltig bekämpfen 27  
3.8 Zivil- und Fachgerichte sind ein Standortfaktor 27  
3.9 Deutsche Grenzen schützen 27  
2 Programm für Deutschland | Inhalt  
4 | Außen- und Sicherheitspolitik 28  
4.1 Vereinte Nationen reformieren 30  
4.2 NATO als Verteidigungsbündnis 30  
4.3 OSZE und europäische Sicherheitsstruktur 31  
4.4 Bundeswehr stärken 31  
4.4.1 Keine europäische Armee 31  
4.4.2 Wehrpflicht wieder einsetzen 32  
4.5 Entwicklungshilfe 32  
5 | Arbeitsmarkt und Sozialpolitik 34  
5.1 Arbeitsmarkt von unnötiger Bürokratie befreien 36  
5.2 Bundesagentur für Arbeit auflösen und kommunale  
Jobcenter aufwerten 36  
5.3 Mindestlohn beibehalten 36  
5.4 Reform der sozialen Sicherungssysteme 36  
5.4.1 Finanzielle Benachteiligung von Familien beseitigen 37  
5.4.2 “Aktivierende Grundsicherung” - Arbeit, die sich lohnt 37  
5.4.3 Kinder und Erziehungsleistung bei der Rente  
berücksichtigen 37  
5.4.4 Pflege durch Angehörige aufwerten 37  
6 | Familien und Kinder 39  
6.1 Bekenntnis zur traditionellen Familie als Leitbild 41  
6.2 Mehr Kinder statt Masseneinwanderung 41  
6.3 Mehr Unterstützung für Familien 42  
6.4 Wirtschaftliche Zukunft trotz Demografiekrise 42  
6.5 Diskriminierung der Vollzeit-Mütter stoppen 43  
6.6 Alleinerziehende unterstützen. Familien stärken 44  
6.7 Willkommenskultur für Neu- und Ungeborene 44  
7 | Kultur, Sprache und Identität 45  
7.1 Deutsche Kultur, Sprache und Identität erhalten 47  
7.2 Deutsche Leitkultur statt Multikulturalismus 47  
7.3 Die deutsche Sprache als Zentrum unserer Identität 47  
7.4 Kultur und Kunst von Einflussnahme der Parteien befreien 48  
7.5 Für eine zeitgemäße Medienpolitik: Rundfunkbeitrag abschaffen 48  
7.6 Der Islam im Spannungsverhältnis zu unserer Werteordnung 48  
7.6.1 Der Islam gehört nicht zu Deutschland 49  
7.6.2 Kritik am Islam muss erlaubt sein 49  
7.6.3 Auslandsfinanzierung von Moscheen beenden 49  
7.6.4 Keine öffentlich-rechtliche Körperschaft für  
islamische Organisationen 50  
7.6.5 Keine Vollverschleierung im öffentlichen Raum 50  
8 | Schule, Hochschule und Forschung 51  
8.1 Forschung und Lehre: In Freiheit und als Einheit 52  
8.1.1 Autonomie durch Grundfinanzierung stärken 52  
8.1.2 Förderung der “Gender-Forschung” beenden 52  
8.1.3 Diplom, Magister und Staatsexamen wieder einführen 52  
8.1.4 Studienanforderungen erhöhen 53  
8.2 Unser Schulsystem: Stark durch Differenzierung 53  
8.2.1 Die Einheitsschule führt zu Qualitätsverlust 53  
8.2.2 Wissensvermittlung muss zentrales Anliegen bleiben 53  
8.2.3 Leistungsbereitschaft und Disziplin stärken 54  
8.2.4 Politisch-ideologische Indoktrination darf es an  
der Schule nicht geben 54  
8.2.5 Duale berufliche Bildung stärken und erhalten 54  
8.2.6 Keine Inklusion “um jeden Preis”. Förder- und  
Sonderschulen erhalten 54  
8.2.7 Koranschulen schließen. Islamkunde in den  
Ethikunterricht integrieren 55  
8.2.8 Keine Sonderrechte für muslimische Schüler 55  
8.3 Nein zu “Gender-Mainstreaming” und  
Frühsexualisierung 55  
8.3.1 Keine “geschlechterneutrale” Umgestaltung der  
deutschen Sprache 55  
8.3.2 Geschlechterquoten sind leistungsfeindlich  
und ungerecht 56  
3 Programm für Deutschland | Inhalt  
9 | Einwanderung, Integration und Asyl 57  
9.1 Keine irreguläre Einwanderung über das Asylrecht 59  
9.1.1 Asylzuwanderung - für einen Paradigmenwechsel 59  
9.1.2 Rückführung - Schluss mit Fehlanreizen und  
falscher Nachsicht 60  
9.2 Einwanderung aus EU-Staaten 61  
9.3 Gesteuerte Einwanderung aus Drittstaaten 62  
9.4 Integration - Mehr als nur Deutsch lernen 63  
9.5 Kosten der Einwanderung - Transparenz herstellen 63  
9.6 Einwandererkriminalität - nichts verschleiern,  
nichts verschweigen 64  
9.7 Einbürgerung - Abschluss gelungener Integration 65  
10 | Wirtschaft, digitale Welt und Verbraucherschutz 66  
10.1 Freier Wettbewerb sichert unseren Wohlstand 67  
10.2 Soziale Marktwirtschaft statt Planwirtschaft 67  
10.3 Internationale Wirtschaftspolitik neu ausrichten 67  
10.4 Hohe Standards für Handelsabkommen 68  
10.5 Bürokratie abbauen 68  
10.6 Den Technologiestandort Deutschland voranbringen 68  
10.7 Staatliche Subventionen reduzieren und befristen 69  
10.8 Keine Privatisierung gegen den Willen der Bürger 69  
10.9 Der Mittelstand als Herz unserer Wirtschaftskraft 69  
10.10 Digitalisierung als Chance und Herausforderung 69  
10.10.1 Quelloffene Software und sichere Hardware 69  
10.10.2 Sichere Kommunikation als Standortvorteil  
und Bürgerrecht 70  
10.10.3 Deutsche Literatur im Inland digitalisieren 70  
10.11 Verbraucherschutz modernisieren und stärken 70  
10.11.1 Lebensmittel besser kennzeichnen 71  
10.11.2 Langlebige Produkte statt geplante Obsoleszenz 71  
10.11.3 Textilien und Kinderspielzeug auf Schadstoffe prüfen 71  
10.11.4 Wasseraufbereitung modernisieren und verbessern 71  
11 | Finanzen und Steuern 72  
11.1 Gerechte Steuern durch AfD-Stufentarif 74  
11.2 Obergrenze für Steuern und Abgaben 74  
11.3 Familiensplitting einführen 74  
11.4 Vermögen- und Erbschaftsteuer abschaffen,  
Gewerbesteuer überprüfen 75  
11.5 Umsatzsteuersätze harmonisieren 75  
11.6 Wettbewerb der nationalen Steuersysteme erhalten 75  
11.7 Bank- und Steuergeheimnis wiederherstellen 75  
11.8 Föderalismus und Eigenständigkeit stärken 76  
11.9 Staatsschulden planmäßig tilgen 76  
11.10 Bargeldnutzung muss uneingeschränkt erhalten bleiben 76  
11.11 Geldsystem überdenken, Gold heimholen 77  
12 | Energiepolitik 78  
12.1 Klimaschutzpolitik: Irrweg beenden, Umwelt schützen 79  
12.2 Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist nicht reformierbar 80  
12.3 Zum Schutz von Mietern und Eigentümern:  
Energieeinsparverordnung und Erneuerbare-Energien-  
Wärmegesetz abschaffen 81  
12.4 Bioenergie: Subventionen beenden,  
Vorrangeinspeisung einstellen 82  
12.5 Fracking: Risiken und Chancen erforschen,  
nicht ohne Bürgerbeteiligung 82  
12.6 Kernenergie: Alternativen erforschen.  
Bis dahin Laufzeitverlängerung 83  
13 | Natur- und Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft 84  
13.1 Intakte Natur und gesunde Umwelt 86  
13.2 Unkontrollierten Ausbau der Windenergie stoppen 86  
13.3 Tiere sind fühlende Wesen 86  
13.4 Schächten 87  
13.5 Gentechnik 87  
13.6 Landwirtschaft: Mehr Wettbewerb. Weniger Subventionen 88  
13.7 Fischerei, Forst und Jagd: Im Einklang mit der Natur 88  
13.8 Flächenkonkurrenz:  
Nicht zu Lasten der Land- und Forstwirtschaft 88  
4 Programm für Deutschland | Inhalt  
14 | Infrastruktur, Wohnen und Verkehr 89  
14.1 Werterhalt vor Modernisierung und Neubau 91  
14.2 Öffentlich-Privat-Projekte: Transparenz statt Lobby 91  
14.3 Straßen- und Schienennetz : Substanz erhalten 92  
14.4 Grenzüberschreitender Güterverkehr:  
Auf Schiene und Wasser verlagern 92  
14.5 Freie Nutzung der Verkehrsmittel ohne Schikanen 92  
14.6 Eine Perspektive für den ländlichen Raum 93  
14.7 Wohnungspolitik: Baurecht vereinfachen,  
Wohnraum schaffen 94  
14.8 Stadtentwicklung:  
Nachverdichten, aber Bausünden verhindern 95  
Präambel.  
MUT ZU DEUTSCHLAND.  
FREIE BÜRGER,  
KEINE UNTERTANEN.  
Wir sind Liberale und Konservative.  
Wir sind freie Bürger unseres Landes.  
Wir sind überzeugte Demokraten.  
Zusammengefunden haben wir uns als Bürger mit unter-  
schiedlicher Geschichte und Erfahrung, mit unterschiedli-  
cher Ausbildung, mit unterschiedlichem politischen Werde-  
gang. Das geschah in dem Bewusstsein, dass es an der Zeit  
war, ungeachtet aller Unterschiede, gemeinsam zu handeln  
und verantwortungsbewusst zu tun, wozu wir uns verpflich-  
tet fühlen. Wir kamen zusammen in der festen Überzeugung,  
dass die Bürger ein Recht auf eine echte politische Alternati-  
ve haben, eine Alternative zu dem, was die politische Klasse  
glaubt, uns als „alternativlos“ zumuten zu können.  
Dem Bruch von Recht und Gesetz, der Zerstörung des  
Rechtsstaats und verantwortungslosem politischen Handeln  
gegen die Prinzipien wirtschaftlicher Vernunft konnten und  
wollten wir nicht länger tatenlos zusehen. Ebenso wollten  
wir nicht länger hinnehmen, dass durch das Regime der  
EURO-Rettung längst überwundene Vorurteile und Feind-  
seligkeiten zwischen den europäischen Völkern neu aufbre-  
chen. Daher haben wir uns dafür entschieden, Deutschland  
und seinen Bürgern in allen Bereichen eine echte politische  
Alternative zu bieten.  
6 Programm für Deutschland | Präambel  
Als freie Bürger treten wir ein für direkte Demokratie,  
Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit, soziale Marktwirt-  
schaft, Subsidiarität, Föderalismus, Familie und die gelebte  
Tradition der deutschen Kultur. Denn Demokratie und  
Freiheit stehen auf dem Fundament gemeinsamer kulturel-  
ler Werte und historischer Erinnerungen. In der Tradition  
der beiden Revolutionen von 1848 und 1989 artikulieren wir  
mit unserem bürgerlichen Protest den Willen, die nationale  
Einheit in Freiheit zu vollenden und ein Europa souveräner  
demokratischer Staaten zu schaffen, die einander in Frieden,  
Selbstbestimmung und guter Nachbarschaft verbunden sind.  
Wir setzen uns mit ganzer Kraft dafür ein, unser Land im  
Geist von Freiheit und Demokratie grundlegend zu erneuern  
und eben diesen Prinzipien wieder Geltung zu verschaffen.  
Wir sind offen gegenüber der Welt, wollen aber Deutsche  
sein und bleiben. Wir wollen die Würde des Menschen, die  
Familie mit Kindern, unsere abendländische christliche  
Kultur, unsere Sprache und Tradition in einem friedlichen,  
demokratischen und souveränen Nationalstaat des deut-  
schen Volkes dauerhaft erhalten.  
Unsere Ziele werden Wirklichkeit, indem wir den Staat und  
seine Organe wieder in den Dienst der Bürger stellen, so wie  
es der im Grundgesetz geregelte Amtseid aller Regierungs-  
mitglieder vorsieht:  
„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deut-  
schen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von  
ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes  
wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft er-  
füllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“  
In diesem Sinne geben wir uns  
das nachfolgende Grundsatzprogramm.  
K A P I T E L 1  
Demokratie und  
Grundwerte  
DEMOKRATIE UND GRUNDWERTE  
Wir wollen Deutschland reformieren und an die Prinzipien  
und Wurzeln anknüpfen, die erst zu seinem Wirtschaftswun-  
der und dann zu seinem jahrzehntelangen sozialen, wirt-  
schaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg geführt haben.  
Deutschlands Staatsapparat hat inzwischen ein ungutes  
Eigenleben entwickelt. Die Machtverteilung entspricht nicht  
mehr den Grundsätzen der Gewaltenteilung. Zudem ist der  
öffentliche Sektor über sachgerechte Grenzen hinausgewu-  
chert. Die staatlichen Organe wieder an ihren Auftrag zu  
binden und den Staat an seine Kernaufgaben zu erinnern, ist  
wesentlicher Teil unserer Politik.  
Spätestens mit den Verträgen von Schengen (1985),  
Maastricht (1992) und Lissabon (2007) hat sich die unantas-  
tbare Volkssouveränität als Fundament unseres Staates als  
Fiktion herausgestellt.  
8 Programm für Deutschland | Demokratie und Grundwerte  
Heimlicher Souverän ist eine kleine, machtvolle politische  
Führungsgruppe innerhalb der Parteien. Sie hat die Fehl-  
entwicklungen der letzten Jahrzehnte zu verantworten. Es  
hat sich eine politische Klasse von Berufspolitikern heraus-  
gebildet, deren vordringliches Interesse ihrer Macht, ihrem  
Status und ihrem materiellen Wohlergehen gilt. Es handelt  
sich um ein politisches Kartell, das die Schalthebel der  
staatlichen Macht, soweit diese nicht an die EU übertragen  
worden ist, die gesamte politische Bildung und große Teile  
der Versorgung der Bevölkerung mit politischen Informatio-  
nen in Händen hat.  
Nur das Staatsvolk der Bundesrepublik Deutschland kann  
diesen illegitimen Zustand beenden.  
1.1 Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild  
Die AfD setzt sich dafür ein, Volksentscheide in Anlehnung  
an das Schweizer Vorbild auch in Deutschland einzuführen.  
Wir wollen dem Volk das Recht geben, über vom Parlament  
beschlossene Gesetze abzustimmen. Dieses Recht würde in  
kürzester Zeit präventiv mäßigend auf das Parlament wir-  
ken und die Flut der oftmals unsinnigen Gesetzesvorlagen  
nachhaltig eindämmen. Zudem würden die Regelungsinhalte  
sorgfältiger bedacht, um in Volksabstimmungen bestehen zu  
können. Auch Beschlüsse des Parlaments in eigener Sache,  
beispielsweise über Diäten oder andere Mittelzuweisungen,  
würden wegen der Überprüfungsmöglichkeit der Bürger  
maßvolle Inhalte haben. Gesetzesinitiativen aus dem Volk  
haben eigene Gesetzesvorlagen zum Gegenstand und können  
durch die Stimmbürger angestoßen werden.  
Ohne Zustimmung des Volkes darf das Grundgesetz nicht  
geändert und kein bedeutsamer völkerrechtlicher Vertrag  
geschlossen werden. Das Volk muss das Recht haben, auch  
initiativ über Änderungen der Verfassung selbst zu beschlie-  
ßen. Besonders der Abgabe nationaler Souveränität an die  
EU und andere internationale Organisationen über die Köp-  
fe der Bürger hinweg ist hierdurch der Riegel vorgeschoben.  
Das deutsche Volk ist ebenso mündig wie das der Schwei-  
zer, um ohne Einschränkung über jegliche Themen direkt  
abzustimmen. Eine natürliche Schranke ergibt sich durch  
Grundsätze des Völkerrechts.  
Die Schweizer Erfahrung belegt, dass sich die Bürger ge-  
meinwohlorientierter verhalten als Berufspolitiker, selbst  
wenn Eigeninteressen damit kollidieren. Macht- und interes-  
sengetriebene Entscheidungen sind eher in rein repräsenta-  
tiven Demokratien zu beobachten.  
Abstimmungsfragen finanzieller Natur sind ausdrücklich  
erlaubt. Deutschland steht in einigen gesellschaftlichen  
Themen vor elementaren politischen Weichenstellungen. Die  
Verantwortung hierfür kann und darf keine Regierung ohne  
eine unmittelbare Befragung der Bürger übernehmen. Die  
Einführung von Volksabstimmungen nach Schweizer Modell  
ist für die AfD deshalb nicht verhandelbarer Inhalt jeglicher  
Koalitionsvereinbarungen.  
1.2 Schlanker Staat für freie Bürger  
Der Staat ist für den Bürger da, nicht der Bürger für den  
Staat. Nur ein schlanker Staat kann daher ein guter Staat  
sein. Erforderlich ist ein vom Staat garantierter Ordnungs-  
rahmen, in dem sich die Bürger frei entfalten können.  
Die ständige, vielfach ideologiegetriebene Expansion der  
Staatsaufgaben stößt an finanzielle und faktische Grenzen.  
Sie bedroht inzwischen den Kerngehalt der elementaren  
Freiheitsrechte der Bürger. Der Staat hat sich verzettelt. Es  
bedarf neuer Konzentration auf die vier klassischen Gebiete:  
Innere und äußere Sicherheit, Justiz, Auswärtige Beziehun-  
gen und Finanzverwaltung.  
Aufgaben jenseits dieser vier Kerngebiete bedürfen beson-  
derer Rechtfertigung. Wir wollen prüfen, inwieweit vorhan-  
dene staatliche Einrichtungen durch private oder andere  
Organisationsformen ersetzt werden können. Die gewaltige  
demografische Problemlage, die uns in Deutschland be-  
vorsteht, wird uns zu einem veränderten Staatsverständnis  
zwingen.  
Grundlage unserer politischen Überzeugungen ist ein diffe-  
renziertes Menschenbild, das sich der Freiheitschancen, aber  
auch der Gefährdungen des Menschen stets bewusst bleibt.  
Die AfD setzt sich dafür ein,  
Volksentscheide in Anlehnung  
an das Schweizer Vorbild  
auch in Deutschland  
einzuführen.  
9 Programm für Deutschland | Demokratie und Grundwerte  
Wir glauben nicht an die Verheißungen politischer Ideolo-  
gien oder an die Heraufkunft eines besseren, eines ‚Neuen  
Menschen‘. Eine Geschichtsphilosophie, die von einer Hö-  
herentwicklung der individuellen menschlichen  
Moral ausgeht, halten wir für anmaßend und gefährlich.  
Die geschichtliche Entwicklung bleibt unabgeschlossen und  
offen für überraschende Wendungen und Aufbrüche, aber  
auch für Krisen und Katastrophen. Insofern wird es auch  
niemals ein ‘Ende der Geschichte‘ geben, also eine Situation,  
in der Politik gänzlich aufhört und das Ringen um den richti-  
gen politischen Weg überflüssig wird. Freiheit, Stabilität und  
wirtschaftliches Wohlergehen müssen in jeder Generation  
aufs Neue errungen und gesichert werden.  
Eine realistische Politik sollte sich der Unvollkommenheit  
und Vorläufigkeit ihrer möglichen Ergebnisse stets bewusst  
bleiben. Sie sollte einkalkulieren, dass kein noch so kluger  
politischer Akteur eine vollständige Kenntnis der Bedin-  
gungen und Möglichkeiten seines Handelns erlangen kann.  
Die auf vielen Politikfeldern durch die etablierten Parteien  
propagierte Alternativlosigkeit vermeintlicher Sachzwänge  
halten wir für in hohem Maße demokratie- und rechtsstaats-  
gefährdend.  
Rechtsstaatsprinzip und Vertragstreue sowie demokratische  
Legitimation haben für uns Vorrang vor kurzfristigem Akti-  
onismus und wahlwirksamer Effekthascherei. Als ‚Partei des  
gesunden Menschenverstandes‘ setzen wir auf das politische  
Urteilsvermögen und die Verantwortungsbereitschaft der  
mündigen Bürger. Richtschnur unseres Handelns ist die  
Grundüberzeugung, dass die Bürger das politische Gesche-  
hen so weit wie möglich selbst bestimmen können sollen.  
1.3 Die Gewaltenteilung gewährleisten  
Der Staat Bundesrepublik Deutschland ist nach der deut-  
schen Verfassungstradition von 1848, 1871 und 1919 im  
Grundgesetz von 1949 als Rechtsstaat mit Gewaltenteilung  
angelegt. Die Gewaltenteilung - eine staatstheoretische  
Grundlage jeder modernen Demokratie - ist jedoch durch  
zahlreiche einfachgesetzliche Regelungen erheblich beein-  
trächtigt. Es geht dabei im Kern um die wechselseitige Kont-  
rolle der legislativen, exekutiven und judikativen Funktionen  
eines Staates. Ihr Ziel ist es, überbordende unkontrollierte  
Ausübung von Staatsgewalt zu verhindern. Minister als  
Abgeordnete in Parlamenten, welche die Exekutive kont-  
rollieren sollen, und ehemalige Politiker auf Richterstühlen  
sind mit dem urdemokratischen Konstruktionsprinzip der  
Gewaltenteilung nicht vereinbar. Das gleiche gilt für partei-  
politische Netzwerke, sofern diese über persönliche Bezie-  
hungen der Amts- und Funktionsträger die wechselseitige  
Machtkontrolle der Gewalten behindern oder aushöhlen.  
1.4 Trennung von Amt und Mandat  
Der schwerwiegendste Verstoß gegen die Gewaltenteilung  
findet derzeit dadurch statt, dass die Exekutive (vollziehende  
Gewalt) als Regierung nicht von der Legislative (gesetzge-  
bende Gewalt, Parlament) personell getrennt ist. Die AfD  
will hier gegensteuern. Jeder Beamte muss beim Eintritt  
in ein deutsches Parlament - dem Prinzip der Gewaltentei-  
lung folgend - sein Beamtenverhältnis ruhen lassen. Jedoch  
ausgerechnet bei den Spitzen der Exekutive ist dieses Prinzip  
ausgesetzt. Wer Parlamentarier ist, soll in Zukunft nicht  
mehr Teil der Exekutive sein dürfen und umgekehrt. Parla-  
mentarische Staatssekretäre und Staatsminister sind ersatz-  
10 Programm für Deutschland | Demokratie und Grundwerte  
los abzuschaffen. Minister, Kanzler und Ministerpräsidenten  
sollen nicht mehr zugleich Parlamentsmitglieder sein. Die  
Funktionen von „politischen Beamten“ in der Staatsverwal-  
tung sind ebenfalls abzuschaffen, von Ministerialdirektoren  
bis hin zu Polizeipräsidenten. Die Mitarbeiter der öffent-  
lichen Verwaltung haben unabhängig und loyal zu sein.  
Beamten- und Richterstellen sind nach Qualifikation und  
fachlicher Leistung zu besetzen (Artikel 33 Absatz 2 GG). Die  
„Parteibuchwirtschaft“ muss beendet werden. Ämterpatron-  
age ist unter Strafe zu stellen.  
1.5 Macht der Parteien beschränken  
Parteien sollen am politischen System mitwirken (Art. 21  
Abs. 1 GG), es aber nicht beherrschen. Die Allmacht der Par-  
teien und deren Ausbeutung des Staates gefährden unsere  
Demokratie. Diese Allmacht ist Ursache der verbreiteten  
Politikverdrossenheit und nicht zuletzt auch Wurzel der  
gesellschaftsschädigenden Politischen Korrektheit und des  
Meinungsdiktats in allen öffentlichen Diskursen. Nur di-  
rekt-demokratische Entscheidungen des Volkes können die  
Parteien wieder in das demokratische System integrieren.  
Die Abgeordneten unserer Parlamente haben ihre Funktion  
als Mandatare der Bürger verloren. Ihre Loyalität gilt zuerst  
der politischen Partei, der sie angehören. Von ihr erhalten  
sie ihre Wahlchancen und ihre Wahl sichert typischerweise  
ihren Lebensunterhalt. Mit dieser Abhängigkeit von der Par-  
tei geht die Entfremdung vom Wähler einher.  
1.5.1 Parteienfinanzierung dem  
Verfassungsrecht anpassen  
Die Parteienfinanzierung muss verfassungskonform auf  
einen angemessenen Umfang begrenzt werden. Bis 1959 gab  
es in der Bundesrepublik keine staatliche Finanzierung der  
Parteien. Ab 1959 wurde das Institut der sogenannten Wahl-  
kampfkostenerstattung geschaffen. Inzwischen ist durch das  
Parteiengesetz ein Finanzierungssystem unter dem Begriff  
der „staatlichen Teilfinanzierung” entstanden. Danach  
haben die Parteien einen rechtlichen Anspruch auf jährlich  
wiederkehrende Zahlungen. Diese betrugen im Jahr 2015  
159,2 Millionen EURO. Zusätzlich haben die Abgeordneten  
der Parlamente Ansprüche auf Mitarbeiterpauschalen, zum  
Beispiel jeder Bundestagsabgeordnete auf 20.000 EURO pro  
Monat. In 2015 bedeutet dies allein für den Bundestag jähr-  
liche Kosten in Höhe von 172 Millionen für ca. 7.000 Mitar-  
beiter. Darüber hinaus werden ohne gesetzliche Grundlage  
den Fraktionen des Bundestages Finanzmittel zur Verfügung  
gestellt für sogenannte wissenschaftliche Beratung, in 2015  
in Höhe von 83 Millionen EURO. Ohne direkten Zusam-  
menhang zum Parteiengeschehen gibt es noch die juristische  
Konstruktion sogenannter parteinaher Stiftungen. Dabei  
handelt es sich um Vereine, die durch jährliche Direkt-Zu-  
weisungen aus Mitteln des Bundeshaushaltes finanziert  
werden, im Jahr 2015 in der Grundförderung mit 95 Millio-  
nen EURO.  
Insgesamt handelt es sich bei dem derzeitigen System der  
Parteienfinanzierung um ein weitgehend verdecktes System,  
bei dem den Parteien ein Vielfaches der Mittel zufließt, wel-  
che im Parteiengesetz eigentlich als Höchstbetrag festgelegt  
sind. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsge-  
11 Programm für Deutschland | Demokratie und Grundwerte  
richtes sind sowohl die Form dieser Finanzierung wie die  
Höhe der fließenden Mittel als verfassungswidrig einzustu-  
fen.  
Die verdeckte Parteienfinanzierung ist gänzlich aus dem  
Ruder gelaufen und macht mittlerweile jährlich etwa 600  
Millionen EURO aus, also das Vierfache der eigentlichen –  
verfassungsgerichtlich gedeckelten – Parteienfinanzierung.  
Die AfD will, dass die gesamte staatliche Parteienfinan-  
zierung auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt wird.  
Oberster Maßstab für die Neuregelung ist eine transparen-  
te und summenmäßig begrenzte Zuschuss-Finanzierung  
ausschließlich an die Parteien nach Maßstäben der Recht-  
sprechung des Bundesverfassungsgerichtes. Alle Mittel der  
Parteienfinanzierung sind entgegen derzeitiger Praxis der  
unbeschränkten Kontrolle der Rechnungshöfe zu unter-  
werfen. Die Feststellungen des Rechnungshofes sind der  
Öffentlichkeit zugängig zu machen. Unabdingbar ist auch  
eine restriktive und Korruption vermeidende Neuordnung  
der Spendenregelungen. Ferner soll den deutschen Parteien  
die Beteiligung an Unternehmen sowie die Annahme von  
Firmen-Spenden verboten werden.  
1.5.2 Freie Listenwahl und freies Mandat  
Die politische Klasse Deutschlands hat das Wahlrecht und  
die Wahlverfahren im Laufe der Zeit immer trickreicher aus-  
genutzt und angepasst, um den Einfluss des Volkes zu mi-  
nimieren. Mit der nach Grundgesetz und Bundeswahlgesetz  
deklarierten Personenwahl ist es nicht weit her. Dem Wäh-  
ler werden starre Wahllisten der Parteien zum Ankreuzen  
vorgelegt. Die Erststimme hat auf die konkrete personelle  
Besetzung des Parlaments eine nur geringe Auswirkung. In  
Wahrheit wird über die „sicheren Listenplätze” die Zusam-  
mensetzung der Parlamente durch die Parteien gesteuert.  
Die AfD strebt eine Neugestaltung des Wahlsystems an, die  
dem Wähler die Entscheidung über die personelle Zusam-  
mensetzung der Parlamente zurückgibt und das „Freie  
Mandat“ der Abgeordneten stärken soll. Wir treten für die  
„freie Listenwahl“ bei Landtags- und Bundestagswahlen ein,  
mit der Möglichkeit des Kumulierens, Panaschierens und  
Streichens von Kandidaten.  
Die AfD will zudem künftig die Erringung eines Abgeord-  
netenmandates an eine festgesetzte Soll-Zahl von Wähler-  
stimmen knüpfen. Im Falle einer niedrigen Wahlbeteiligung  
bedeutet dies eine Verkleinerung der Parlamente.  
1.5.3 Verkleinerung des Bundestages  
Wir dringen ferner auf eine deutliche Verkleinerung des  
Bundestages und der Länderparlamente. Eine Reduzierung  
der Zahl von derzeit etwa 2.500 Parlamentariern und der  
mit dieser einhergehenden Verwaltung würde zu einer enor-  
men Kosteneinsparung und Erhöhung der Arbeitsqualität  
führen. Ein Bundestagsabgeordneter vertritt etwa 128.000  
Einwohner, in den USA beträgt das Verhältnis im Vergleich  
1:600.000. Für den Bundestag erachten wir die vom Bund  
der Steuerzahler vorgeschlagene Zahl von 471 Parlamentari-  
ern als Obergrenze für völlig ausreichend.  
Die AfD strebt eine  
Neugestaltung des  
Wahlsystems an, die dem  
Wähler die Entscheidung  
über die personelle  
Zusammensetzung der  
Parlamente zurückgeben  
und das „freie Mandat“ der  
Abgeordneten stärken soll.  
12 Programm für Deutschland | Demokratie und Grundwerte  
1.5.4 Wider das Berufspolitikertum:  
Amtszeit begrenzen  
Die sich fortsetzende Tendenz zum Berufspolitikertum hat  
der Monopolisierung der Macht Vorschub geleistet und  
die unübersehbare Kluft zwischen dem Volk und der sich  
herausgebildeten politischen Klasse vergrößert. Vetternwirt-  
schaft, Filz, korruptionsfördernde Strukturen und verwerfli-  
cher Lobbyismus sind die Folge.  
Die Amtszeitbegrenzung von Mandatsträgern kann dieser  
gesellschaftsschädigenden Entwicklung entgegenwirken und  
das Machtmonopol der Parteien beschneiden. So können wir  
unser Ideal des Bürgerabgeordneten wiederherstellen.  
Konkret fordern wir eine Amtszeitbegrenzung für Abgeord-  
nete auf höchstens vier Legislaturperioden. Diese Regelung  
gilt nicht für direkt gewählte Abgeordnete.  
1.5.5 Direktwahl des Bundespräsidenten  
durch das Volk  
Derzeit wird der Bundespräsident in der Bundesversamm-  
lung vorgeschlagen und gewählt. Diese besteht zur einen  
Hälfte aus den Mitgliedern des Bundestages und zur ande-  
ren Hälfte aus Mitgliedern, die aus den Parlamenten der  
Bundesländer nach den Grundsätzen der Verhältniswahl  
gewählt wurden. Die Auswahl des Kandidaten findet hinter  
verschlossenen Türen durch Absprachen der Parteien statt.  
Um die Wahl des Bundespräsidenten transparenter und par-  
teienunabhängiger zu machen, bedarf es einer Änderung des  
Art. 54 des Grundgesetzes für die Direktwahl durch das Volk.  
13 Programm für Deutschland | Demokratie und Grundwerte  
1.6 Lobbyismus eindämmen  
Wir wollen, dass Bundestagsabgeordnete ihre volle Arbeits-  
kraft der parlamentarischen Arbeit widmen. Das Mandat  
darf nicht unter bezahlten Nebentätigkeiten leiden. Der  
überbordende Lobbyismus in Brüssel und Berlin muss ein-  
gedämmt werden.  
Die Nebentätigkeiten der Abgeordneten haben ein für un-  
sere Demokratie bedrohliches Ausmaß angenommen. Der  
Umfang der Nebentätigkeiten vieler Abgeordneter führt  
zwangsläufig zu Abstrichen bei ihrer parlamentarischen Auf-  
gabenerledigung. Viele Abgeordnete nutzen ihr politisches  
Mandat, um sich lukrative Nebentätigkeiten zu beschaffen  
mit dem Ziel der persönlichen Bereicherung.  
Der größte Schaden für unsere Demokratie jedoch entsteht  
dadurch, dass ein Großteil der Nebentätigkeiten im Dunst-  
kreis des Lobbyismus oder gar der Korruption anzusiedeln  
ist. Aus guten demokratischen Gründen wollen wir die  
Regelungen der Nebentätigkeiten für Parlamentarier und  
zur Abgeordnetenbestechung deutlich verschärfen. Abgeord-  
nete dürfen ausschließlich eine früher ausgeübte Tätigkeit  
in angemessenem Umfang fortführen. Die AfD legt bereits  
heute im § 19 Absatz 2 der Satzung für ihre eigenen Mitglie-  
der strenge Regelungen fest. Ferner setzen wir uns für ein  
Lobbyisten-Gesetz mit konkreten Rechten, Pflichten und  
Sanktionen für Mandatsträger und Lobbyisten ein, das vor-  
bildlichen Regelungen anderer Demokratien standhält. Das  
Ziel ist, den Lobbyismus zu kontrollieren, die Transparenz  
der Nebentätigkeiten herzustellen und die Arbeitsqualität  
des Parlaments zu sichern. Die Arbeit von Organisationen,  
die sich die Kontrolle des Lobbyismus zum Ziel gesetzt ha-  
ben, begrüßen wir insoweit ausdrücklich.  
Um die Wahl des  
Bundespräsidenten  
transparenter und  
unabhängiger von Parteien  
durchführen zu können,  
wollen wir den  
Bundespräsidenten  
direkt durch das Volk  
wählen lassen.  
1.6.1 Private Rentenvorsorge für Parlamentarier  
Ebensolchen Reformbedarf sehen wir bei der Altersver-  
sorgung der Bundestagsabgeordneten. Sie haben sich ein  
Pensionssystem geschaffen, das keine eigenen Beitragsleis-  
tungen vorsieht. Nach einem halben Arbeitsleben (27 Jahre)  
haben die Parlamentarier bereits den Maximalanspruch von  
derzeit 6.130 EURO erreicht, im Vergleich hierzu erhält ein  
Arbeitnehmer mittleren Einkommens nach 43 Berufsjahren  
und jahrelanger Rentenbeitragszahlungen eine Bruttomo-  
natsrente von unter 1.200 EURO. Die AfD möchte das kost-  
spielige und den Steuerzahler übermäßig belastende Versor-  
gungsmodell der Abgeordneten grundlegend reformieren  
und z. B. die Parlamentarier auf eine private Rentenvorsorge  
verweisen.  
1.6.2 Einführung eines Straftatbestandes der  
Steuerverschwendung  
Während Steuerhinterziehung auch bei vergleichswei-  
se kleinen Beträgen in Deutschland verfolgt und bestraft  
wird, bleibt die – ebenso gemeinwohlschädigende – Steu-  
erverschwendung straffrei. Skandalöse Baukostenüber-  
schreitungen, unsinnige Beschaffungsmaßnahmen und  
verschwenderische Prestige-Projekte von Amtsträgern  
und Behördenleitern bleiben aufgrund der gegenwärtigen  
Rechtslage weitgehend straffrei. Die AfD will einen neuen  
Straftatbestand der Haushaltsuntreue einführen. Die Rege-  
lung soll die Rechte der Steuerzahler stärken und die Bestra-  
fung von groben Fällen der Steuergeldverschwendung durch  
Staatsdiener und Amtsträger ermöglichen.  
14 Programm für Deutschland | Demokratie und Grundwerte  
K A P I T E L 2  
Europa und Euro  
EUROPA UND EURO  
Die große Vielfalt der verschiedenen nationalen und regio-  
nalen kulturellen Traditionen macht das Besondere unseres  
Kontinents aus.  
Wir sind dagegen, die EU in einen zentralistischen Bundes-  
staat umzuwandeln. Stattdessen treten wir dafür ein, die EU  
zurückzuführen zu einer Wirtschafts- und Interessengemein-  
schaft souveräner, lose verbundener Einzelstaaten in ihrem  
ursprünglichen Sinne. Wir wollen in Freundschaft und guter  
Nachbarschaft zusammenleben.  
16 Programm für Deutschland | Europa und Euro  
Wir lehnen die „Vereinigten Staaten von Europa“ ebenso  
ab wie eine EU als Bundesstaat, aus der kein Austritt mehr  
möglich ist. Unser Ziel ist ein souveränes Deutschland, das  
die Freiheit und Sicherheit seiner Bürger garantiert, ihren  
Wohlstand fördert und seinen Beitrag zu einem friedlichen  
und prosperierenden Europa leistet.  
Sollten sich unsere grundlegenden Reformansätze im beste-  
henden System der EU nicht verwirklichen lassen, streben  
wir einen Austritt Deutschlands oder eine demokratische  
Auflösung der Europäischen Union und die Neugründung  
einer Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft an.  
2.1 Ein Europa der Vaterländer  
Wir stehen für die Freiheit der europäischen Nationen von  
fremder Bevormundung. Rechtsstaatliche Strukturen, wirt-  
schaftlicher Wohlstand und ein stabiles, leistungsgerechtes  
Sozialsystem gehören in die nationale Verantwortung.  
Wir unterstützen Strukturreformen, um die internationale  
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Staaten zu stärken,  
wenden uns jedoch entschieden gegen eine Transferunion  
und zentralistische Tendenzen.  
Die Politik in Europa ist durch eine schleichende Entdemo-  
kratisierung gekennzeichnet, die EU ist zu einem undemo-  
kratischen Konstrukt geworden, dessen Politik von demo-  
kratisch nicht kontrollierten Bürokratien gestaltet wird.  
Damit die Staaten Europas wieder zu Leuchttürmen für  
Freiheit und Demokratie in der Welt werden können, ist eine  
grundlegende Reform der EU erforderlich.  
2.2 Kompetenzen an die Nationalstaaten  
zurückgeben  
Die politischen Eliten haben mit dem Vertrag von Maastricht  
1992 und besonders mit dessen Veränderung in Lissabon  
2007 den Versuch unternommen, die EU unumkehrbar zu  
einem Staat fortzuentwickeln. Dies geschah trotz der Volks-  
abstimmungen in Frankreich und den Niederlanden von  
2005\. In beiden Ländern hatten die Bürger den sogenann-  
ten Verfassungsvertrag zur Gründung eines europäischen  
Großstaates abgelehnt. Die politische Führung der großen  
EU-Länder will dieses Projekt jedoch gegen den offenkun-  
digen Mehrheitswillen der Völker in der EU auf Biegen und  
17 Programm für Deutschland | Europa und Euro  
Brechen durchsetzen. Wir fordern im Gegenteil das Subsi-  
diaritätsprinzip konsequent beizubehalten und Kompeten-  
zen an die Nationalstaaten zurückzugeben.  
Die Vision eines europäischen Großstaates läuft zwangs-  
läufig darauf hinaus, dass die EU-Einzelstaaten, mit den sie  
tragenden Völkern, ihre nationale Souveränität verlieren.  
Aber nur die nationalen Demokratien, geschaffen durch  
ihre Nationen in schmerzlicher Geschichte, vermögen ihren  
Bürgern die nötigen und gewünschten Identifikations- und  
Schutzräume zu bieten. Nur sie ermöglichen größtmögliche  
individuelle und kollektive Freiheitsrechte. Nur sie können  
diese hinreichend sichern. Die Versprechen, durch multi-  
nationale Großstaaten und internationale Organisationen  
einen Ersatz für funktionierende demokratische National-  
staaten zu schaffen, werden nicht eingehalten und sind nicht  
einhaltbar. Es handelt sich dabei um ideengeschichtlich alte  
Utopien. Sie zu realisieren, hat stets großes Leid über die  
Menschen gebracht. Stabile demokratische Nationalstaaten  
sind das Fundament einer friedlichen Weltordnung. Interna-  
tionale Organisationen ohne Staatscharakter, die auf freier  
Übereinkunft beruhen, können dabei hilfreich sein.  
Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hat im  
westlichen Europa über Jahrzehnte (1957 bis 1993) zu  
Frieden und Prosperität beigetragen. Doch die Europäische  
Union hat sich im Lauf der Jahre Kompetenzen angeeignet,  
für die es in den europäischen Verträgen keine Grundlage  
gibt. Die zunehmende Zentralisierung von Hoheitsrechten  
und die Bestrebungen, einen europäischen Bundesstaat zu  
schaffen, sind irrational und nicht zukunftsfähig. Die Alter-  
native für Deutschland lehnt diese Bestrebungen strikt ab.  
Die politische Führung der  
großen EU-Länder will die  
Europäische Union um jeden  
Preis und gegen den Mehr-  
heitswillen der europäischen  
Völker zu einem Einheits-  
staat umgestalten.  
Wir fordern stattdessen,  
die Nationalstaaten zu  
erhalten und ihnen wieder  
mehr Kompetenzen zu geben.  
Die Organe der EU, vor allem der Ministerrat, die EU-Kom-  
mission und das Parlament sind unzureichend demokratisch  
legitimiert. Dieser systembedingte Mangel sowie die „Bür-  
gerferne” der Amtsträger haben das Entstehen eines über-  
bordenden Macht- und Verwaltungsapparates begünstigt.  
2.3 Bündelung gemeinsamer europäischer  
Interessen  
Die AfD spricht sich dafür aus, in der Außenpolitik gesamt-  
europäische Interessen zu bündeln, ohne die Nationalstaa-  
ten in ihrer Souveränität, demokratischen Mitwirkung und  
Rechtsgestaltung einzuschränken. Eine formelle gemein-  
same Außen- und Sicherheitspolitik der EU (GASP) lehnen  
wir ebenso ab wie einen gemeinsamen Europäischen Aus-  
wärtigen Dienst. Stattdessen setzen wir uns dafür ein, die  
zwischenstaatliche Abstimmung unter den europäischen  
Partnerländern zu intensivieren und, wo möglich, gemein-  
schaftlich zu agieren.  
Wir befürworten ein flexibles Netzwerk europäischer Staa-  
ten, an dem jeder europäische Staat jeweils nach seinen  
Möglichkeiten teilnehmen kann, wie dies zum Beispiel in der  
Westeuropäischen Union der Fall war. Beitritte nichteuro-  
päischer Staaten sollten aus kulturellen und geographischen  
Gründen nicht in Betracht gezogen werden. So lehnen wir  
auch den Beitritt der Türkei zur EU ab.  
In der Beziehung zu außereuropäischen Staaten sind die  
außen- und sicherheitspolitischen Interessen Deutschlands  
zu berücksichtigen.  
18 Programm für Deutschland | Europa und Euro  
2.4 Volksabstimmung über den EURO  
Wir fordern, das Experiment EURO geordnet zu beenden.  
Sollte sich der Bundestag dieser Forderung nicht anschlie-  
ßen, muss über den Verbleib Deutschlands im Währungsver-  
bund eine Volksabstimmung durchgeführt werden.  
Die heutige EURO-Zone war schon immer, und lange vor  
ihrer politischen Planung in den 1990er Jahren, ein Gebiet  
mit wirtschaftlichen, währungspolitischen und kulturellen  
Unterschieden. Nach allen geschichtlichen Erfahrungen hat  
es sich nicht für eine einheitliche, suprastaatliche Währungs-  
union geeignet und hätte über die Freihandelszone der EWG  
nicht hinausgehen dürfen. Die Einführung des EURO war  
von Anfang an ein rein politisches Projekt. Alle Warnungen  
von Ökonomen und Historikern wurden ignoriert. Seit 1999  
waren die EURO-Wechselkurse der nationalen Währun-  
gen im heutigen EURO-Raum festgeschrieben, und es kam  
auch zu faktisch einheitlichen Zinssätzen. Damit waren den  
Ländern diese zwei marktwirtschaftlich zentralen, unabding-  
baren Korrektive genommen, die bis 1998 die Unterschiede  
in der Wirtschaftskraft der EURO-Länder jahrzehntelang  
erfolgreich ausgeglichen hatten. Der notwendige Ausgleich  
von Produktivitätsunterschieden durch nominale Auf- und  
Abwertungen wird seitdem durch den EURO verhindert. Die  
wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Eurostaa-  
ten werden damit verringert. Die EURO-Zone ist daher seit  
vielen Jahren vom Durchschnitt des weltweiten Wirtschafts-  
wachstums abgehängt. Dem Anspruch von Lissabon nach  
sollte sie die „dynamischste und innovativste Wirtschaftszo-  
ne der Welt” werden.  
Nach inzwischen siebzehn Jahren der systembedingt er-  
zwungenen, marktfernen Währungsregulierung ist die  
Gemeinschaftswährung ohne ständige massive Vermögen-  
stransfers in solche EU-Staaten, die einer Währungsunion  
nicht gewachsen sind, nicht mehr überlebensfähig. Der  
gemeinsame EURO ist eine grundlegende Fehlkonstruktion.  
Die durch ihn hervorgerufenen Spannungen können schon  
seit Beginn der Target-Salden-Ausuferung 2008 und beson-  
ders seit Beginn der EURO-„Dauerrettung“ 2010 nur noch  
über interventionistische, rechtswidrige, permanente und  
weitgehend deutsche Kredithilfen und Haftungsübernahmen  
oder durch EZB-Käufe (EZB = Europäische Zentralbank)  
von im freien Markt nicht verkäuflichen Staatsanleihen  
aufrecht erhalten werden. Aber diese Hilfen mittels EFSF  
(Europäisches Finanzaufsichtssystem), ESM (Europäi-  
scher Stabilitätsmechanismus), OMT (Geldpolitische „Out-  
right“-Geschäfte), Target und Bankenunion behandeln nur  
die Symptome und kaufen Zeit, anstatt die Ursachen für die  
struktur- und kostenbedingte mangelnde Wettbewerbsfähig-  
keit der Wirtschaft und die nicht tragfähige Verschuldung  
vieler Mitgliedsstaaten zu beheben. Die Nehmerländer der  
„Rettungsaktivitäten“ werden durch viel zu niedrige Zinsen  
animiert, Kredite aufzunehmen, die sie in dieser Höhe von  
privaten Marktteilnehmern nie erhalten würden.  
Auf diese Weise wird die in den EU-Verträgen limitierte  
Schuldentragfähigkeit dieser Länder mit unabsehbaren Fol-  
gen überspannt. Die Transferzahlungen verstärken bereits  
aufgebaute ökonomische und politische Spannungen zwi-  
schen den Geber- und Nehmerstaaten, so dass die Kosten,  
den EURO-Raum zu erhalten, seinen Nutzen inzwischen  
weit übersteigen und die europäischen Integrationsmög-  
19 Programm für Deutschland | Europa und Euro  
lichkeiten überdehnen. Schon mittelfristig sind die poli-  
tisch-realen und gegen den Willen der Mehrheit der Bürger  
erzwungenen Dauertransfers keinesfalls durchzuhalten. Die  
Kredit- und Haftungsbeträge sind auch für den Hauptgaran-  
ten Deutschland zu groß.  
Die suprastaatliche EURO-Rettungspolitik verletzt in der  
Praxis der Staatsanleihenmärkte permanent das Verbot  
der Staatsfinanzierung durch die EZB und das Verbot der  
Haftung für Schulden anderer Mitgliedstaaten (Art. 123  
und 125 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäi-  
schen Union)). Gemäß Artikel 110 Grundgesetz sowie nach  
geltender Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts  
(Lissabon-Urteil vom 30.06.2009) gehört die Hoheit über  
Staatsausgaben zum „Kernbestand und unveräußerlichen  
Teil der staatlichen Souveränität“. EU, EZB und ESM greifen  
mit ihrer Rettungspolitik unzulässig in diese Souveräni-  
tätsrechte ein. Diese Politik bricht zudem alle den Wählern  
seit den 1990er-Jahren politisch und vertraglich gegebe-  
nen Versprechen, „niemals eine Haftung Deutschlands für  
Fremdschulden“ zuzulassen. Damit sind die wesentlichen  
Grundlagen der ursprünglichen deutschen Zustimmung zum  
Maastricht-Vertrag und zur EURO-Einführung entfallen.  
Die EU-Politik, Hilfe an Bedingungen zu knüpfen, ist un-  
glaubwürdig, weil es keinen Sanktionsmechanismus für ein  
Missachten der Auflagen gibt. Da die EURO-Zone den Fall  
einer Staatsinsolvenz nicht vorsieht, werden heute Kredite  
selbst dann nicht verweigert, wenn Auflagen für die Kre-  
ditvergabe nicht erfüllt sind. Damit sind die Geberländer  
immer erpressbar – ein gravierender Konstruktionsfehler  
der EU-Vertragspolitik.  
Der gemeinsame EURO ist  
eine grundlegende  
Fehlkonstruktion. Aus der  
Währungsunion entwickelte  
sich zwangsläufig eine  
Schuldenunion. Wir fordern,  
das EURO-Experiment  
geordnet zu beenden.  
Sollte sich der Bundestag  
dieser Forderung nicht  
anschließen, muss über den  
Verbleib Deutschlands im  
Währungsverbund eine  
Volksabstimmung  
durchgeführt werden.  
Der EURO beschädigt das hohe Gut des friedlichen Zusam-  
menlebens der Völker, welche die Eurokratie in diese Schick-  
salsgemeinschaft gezwungen hat. Seine Installation führte  
zu Missgunst und Streit zwischen den Nationen. Da Krisen-  
länder unter dem Dach der Einheitswährung gezwungen  
sind, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch reale, „interne Abwer-  
tungen“ und eine damit verbundene energische Sparpolitik  
(„Austeritätspolitik“) wiederherzustellen anstatt dafür eigene  
Währungsspielräume auszunutzen, sind innereuropäische  
Spannungen eine systembedingte Folge des EURO.  
Der EURO und die damit zusammenhängenden „Ret-  
tungsmaßnahmen“ oder gar Vorschläge für eine „EU-Wirt-  
schaftsregierung“ sind illegitime und illegale Eingriffe in die  
demokratischen Entscheidungsstrukturen der beteiligten  
Nationalstaaten. Die bereits derzeit aufgetürmten Haftungs-  
risiken in Höhe dreistelliger Milliardenbeträge waren zu  
keiner Zeit Gegenstand der Haushaltsberatungen nationaler  
Parlamente. Der EURO kann und darf als kontinentales  
Großexperiment nicht fortgeführt werden. Das Vermächtnis  
aus der Geschichte Europas ist der demokratische Rechts-  
staat und ein friedliches Miteinander souveräner Staaten.  
Die Installation des EURO-Währungsraums ist geeignet,  
diese kulturellen Errungenschaften zu zerstören. Um dem  
vorzubeugen, muss das waghalsige Experiment unverzüglich  
abgebrochen werden.  
Die AfD setzt sich dafür ein, die deutsche Mitwirkung an  
der wirtschaftlich und rechtlich falschen Fortsetzung dieser  
„Rettungs“-Politik zu beenden und bei mangelnder Einsicht  
der Partnerstaaten aus dem EURO-Verbund auszutreten.  
Alternativ zum deutschen Austritt kann eine gemeinsame  
geordnete Auflösung angeboten werden. Die AfD geht dabei  
20 Programm für Deutschland | Europa und Euro  
von folgender Erkenntnis aus: Die Korrektur einer fast  
20-jährigen Fehlentwicklung wird sehr schmerzhaft. Doch  
sie ist unvermeidbar, weil es unverantwortlich ist, in einem  
System zu verharren, in dem jeder weitere garantierte Kredit  
etwa für Griechenland mit absoluter Sicherheit verloren  
ist. Nach dem Grundsatz, wonach niemand schlechtem (da  
verlorenem) Geld gutes hinterherwirft, ist dieses Verhalten  
dringend geboten. Die mit diesem Ausstieg verbundenen  
einmaligen Kosten werden beherrschbarer und niedriger  
sein als die, welche ein Verbleiben im EURO-Verbund mit  
sich bringt. Jeder Aufschub einer solchen Problemlösung  
erhöht die Risiken.  
Eine Bundesregierung mit AfD-Beteiligung muss das Recht  
in Anspruch nehmen, die Vereinbarungen über die EU-  
RO-Währungsunion zu kündigen und sich dabei auf den  
Fortfall der Geschäftsgrundlage bzw. Vertragsvereitelung  
zu berufen. Ein Austritt Deutschlands aus der Währungs-  
union ist aus nationalem und auch europäischem Interesse  
zwingend erforderlich. Das Bundesverfassungsgericht hat  
in seinem Maastricht-Urteil (1993) konstatiert, dass einem  
Ausscheiden Deutschlands keine institutionellen Vorkehrun-  
gen entgegenstehen, wenn das Ziel einer Stabilitätsgemein-  
schaft verfehlt wird. Deutschland wird sehr deutlich machen,  
dass der Austritt nicht gegen die Partnerländer gerichtet ist,  
sondern dass es um die Korrektur der katastrophalen Fehl-  
entwicklung des EURO zum Wohle aller Länder der  
EURO-Zone geht. Generell verlieren dann alle Vereinba-  
rungen, die im Zusammenhang mit der Gemeinschaftswäh-  
rung EURO stehen, für Deutschland ihre Gültigkeit. Der  
ESM vergibt sofort keine neuen Kredite mehr, die mit dem  
deutschen Anteil besichert sind, und er wird für Deutschland  
abgewickelt. Die anderen Rettungsmechanismen laufen für  
Deutschland aus. Zahlungen in die aktuellen Rettungsinstru-  
mente werden auf die konkret gegebenen Zusagen begrenzt.  
2.5 Keine deutsche Haftung für  
ausländische Banken  
Wir wenden uns gegen die fortschreitende europäische  
Vergemeinschaftung von Haftungsrisiken aus Bankgeschäf-  
ten. Die „Bankenunion“ ist ebenso wie die Konzentration  
der Bankenaufsicht bei der EZB ein weiterer Schritt in die  
Haftungs- und Transferunion über die bereits in der Wäh-  
rungsunion bestehenden Haftungsmechanismen hinaus.  
Leistungsfähige Staaten (wie Deutschland) sollen noch  
mehr für die politischen Verfehlungen anderer EU-Länder  
aufkommen. Damit können jene Staaten, die schon bisher  
ihre wirtschafts- und finanzpolitischen Ziele verfehlt haben,  
mit dieser Politik fortfahren; sie setzen dabei darauf, dass  
die nachteiligen Folgen ihrer Politik von der EU-Gemein-  
schaft getragen werden, vor allem von Deutschland. Praxis  
war dies bisher nur bei den Staatsfinanzen (Ausgleich der  
Defizite durch andere). Nunmehr sollen auch die kommunal  
verankerten Sparkassen, die Genossenschaftsbanken und die  
private Bankenwirtschaft dieser Umverteilung unterworfen  
werden, der Haftung aller für alle. Geplant ist dies unter den  
Stichworten „Bankenunion“ und „europäische Einlagensi-  
cherung“.  
Unter dem Dach der EZB ist bereits eine Aufsicht über alle  
betroffenen Banken geschaffen worden. Als Vorwand dient  
die Behauptung, Finanzkrisen und Kettenreaktionen durch  
einheitliche Beurteilungen besser abwehren zu können. In  
der Doppelrolle der intransparenten EZB sehen wir einen  
21 Programm für Deutschland | Europa und Euro  
gravierenden Interessenkonflikt: Die Bank ist zugleich  
Gläubigerin und Aufsichtsbehörde der von ihr abhängigen  
Geschäftsbanken. Wir treten dafür ein, die nationale Sou-  
veränität über die Banken- und Finanzdienstleistungen  
wiederherzustellen; dieser Wirtschaftsbereich ist für ein  
reibungsloses Funktionieren unserer Volkswirtschaft lebens-  
wichtig.  
Deshalb verlangt die AfD, dass die deutschen Banken ihren  
Haftungsverbund auf die nationale Ebene begrenzen und  
wie bisher eigene Verbundlösungen schaffen können, die  
den unterschiedlichen Profilen der Banken Rechnung tragen.  
Diese Forderung nach Beschränkung der Bankenhaftung  
auf die nationale Ebene ist für die AfD nicht verhandelbarer  
Inhalt jeglicher Koalitionsvereinbarungen.  
Die Bankenaufsicht muss vollständig in nationalen Händen  
liegen, unabhängig von vereinheitlichten EU-Standards. Die  
deutsche Bankenaufsicht sollte jederzeit in der Lage sein,  
Standards zur Eigenkapitalunterlegung von Geschäften auf-  
zustellen und durchzusetzen.  
Als Partei der sozialen Marktwirtschaft will die AfD errei-  
chen, dass in letzter Konsequenz Insolvenzen von Banken  
ohne Beteiligung des Steuerzahlers möglich sind. Die Haf-  
tung für falsches oder zu riskantes Handeln von Banken darf  
nicht durch das Argument der „Systemrelevanz“ unterlaufen  
werden. Systemrelevante Banken müssen im Fall einer dro-  
henden Insolvenz zunächst durch Verzehr des Eigenkapitals  
und dann durch Umwandlung von Fremdkapital in Eigenka-  
pital rekapitalisiert werden. Die fast unverzinslichen Spar-  
guthaben und Girokontenbestände sind davon unter allen  
Die AfD verlangt, dass  
deutsche Banken nicht für  
Fehlentscheidungen  
ausländischer Banken in  
Mithaftung genommen  
werden dürfen.  
Deutsche Sparguthaben  
dürfen nicht dazu verwendet  
werden, um im Ausland  
entstandene Risiken  
abzusichern.  
Umständen auszunehmen. Fremdkapitalgeber, Manager und  
Gesellschafter der Banken müssen vor Spareinlegern oder  
gar Steuerzahlern in Haftung treten. Handlung und Haftung  
müssen beieinander bleiben.  
Die derzeitigen Eigenkapitalvorschriften für das Banken-  
wesen führen mittelfristig unweigerlich zu einer weiteren  
Eskalation der Bankenkrise. Deshalb fordern wir, dass Ban-  
ken auch für Staatsanleihen entsprechend dem realen Risiko  
Eigenkapital als Risikopuffer vorhalten. Es ist untragbar,  
dass Griechenland-Anleihen mit einem geringeren Risiko  
bewertet werden als Kredite für den deutschen Mittelstand.  
Ferner halten wir eine deutlich erhöhte Eigenkapitalquote  
für Banken, Hedgefonds und „Schattenbanken“ für unerläss-  
lich.  
Bis zum Austritt aus dem Eurowährungsverbund sind die  
Target-2-Salden, also die Salden der nationalen Notenban-  
ken gegenüber der EZB, einmal im Jahr auszugleichen. Auch  
die Kreditvergabe an Staaten wird wieder mit Sicherheiten  
unterlegt. Dies können auch Bodenschätze oder Rechte an  
ihnen sein.  
22 Programm für Deutschland | Europa und Euro  
K A P I T E L 3  
Innere Sicherheit und  
Justiz  
INNERE SICHERHEIT UND JUSTIZ  
Wir wollen den Rechtsstaat stärken und dem Recht wieder  
zur Durchsetzung verhelfen. Erstens müssen sich die Bür-  
ger auf das Recht und ihr Recht verlassen können. Zweitens  
müssen sich die Organe und Institutionen des Staats wieder  
an das Recht halten. Vor einem Staat, der das Recht mit  
Füßen tritt, sind auch die Bürger nicht sicher.  
Die Einhaltung des Rechts ist die Grundvoraussetzung  
für die Gewährleistung der Inneren Sicherheit. Sie ist eine  
Kernaufgabe unseres Staates. Sie garantiert ein friedliches  
Zusammenleben der Menschen in einer offenen und freien  
Gesellschaft, unabhängig von ihrer Herkunft und Religion.  
Sie ist Voraussetzung für unsere Freiheit, für Wohlstand und  
Demokratie.  
24 Programm für Deutschland | Innere Sicherheit und Justiz  
Die Innere Sicherheit in Deutschland nimmt immer mehr  
ab. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Um die Lage zu  
verbessern, sind Veränderungen bei Polizei und Justiz  
erforderlich. Auch sind deren Eingriffsmöglichkeiten an die  
Herausforderungen anzupassen sowie nicht zuletzt diejeni-  
gen Ursachen zu bekämpfen, die zu erhöhter Kriminalitäts-  
belastung geführt haben und voraussichtlich auch weiter  
führen werden.  
Die AfD fordert daher einen „sicherheitspolitischen Befrei-  
ungsschlag“, um den Schutz der Bürger an erste Stelle zu  
setzen. Andere Belange haben sich dem unterzuordnen. Wir  
wollen einen klaren Systemwechsel hin zu Behörden, die  
zum maximalen Schutz der Bürger in der Lage sind: Aus-  
länderbehörden, Polizei und Strafverfolgung. Wir wollen  
den Sicherheitsbehörden bessere und moderne Vorschriften  
geben.  
3.1 Polizei stärken und Strafjustiz verbessern  
Die Polizei ist ausgezehrt: Jahrelange so genannte „Poli-  
zeireformen“ haben zu einem deutlichen Personalabbau  
geführt. Dies führte in allen Bereichen zu unzumutbaren  
und unverantwortlichen Mangelsituationen. Daher sind,  
um sie zu beheben, die Stellenpläne im erforderlichen Maß  
aufzustocken und die Ausrüstung auf den modernsten Stand  
zu bringen. Vor allem im IT-Bereich sollten in Bund und  
Ländern einheitliche Standards gelten. Zur besseren Evalu-  
ierung ist eine Kriminalstatistik ohne politische Vorgaben  
als möglichst getreues Abbild der Realität zu erstellen und  
durch eine Dunkelfeldstudie zu ergänzen.  
Die AfD setzt sich für eine schnelle Verbesserung der Justi-  
zorganisation, für eine Wiederherstellung unseres Rechts-  
systems und für einen effektiven Rechtsschutz der Bürger  
ein. Die Justiz muss in allen Bereichen wieder schneller und  
zuverlässiger arbeiten.  
Vor dem Hintergrund der steigenden Brutalität jugendlicher  
Krimineller und der gravierenden Problematik jugendlicher  
Intensivtäter halten wir es für wichtig und zweckmäßig, auf  
volljährige Täter das Erwachsenenstrafrecht anzuwenden  
und das Strafmündigkeitsalter auf zwölf Jahre zu senken.  
Der Staat muss durch die konsequente Bestrafung schwerer  
Delikte Signale der Warnung und Prävention aussenden  
sowie den verloren gegangenen Respekt bei diesen jugendli-  
chen Serientätern wiederherstellen.  
Wir sind dafür, das Anordnen der Untersuchungshaft schon  
dann möglich zu machen, wenn der dringende Tatverdacht  
eines Verbrechens im Sinne des § 12 Abs. 1 StGB besteht.  
Die Strafjustiz hat derzeit mit einer Strafprozessordnung  
zu arbeiten, die noch aus dem 19. Jahrhundert stammt. Sie  
ist personell zu stärken, die Verfahren sind durch geeignete  
Verfahrensmaßnahmen zu beschleunigen, doch dabei sind  
selbstverständlich die verfassungsrechtlichen Anforderun-  
gen an ein faires Verfahren zu wahren. Die Möglichkeiten  
des Strafbefehlsverfahrens sind ebenso wie die des beschleu-  
nigten Strafverfahrens zu verbessern. Das Rechtsmittelsys-  
tem ist so zu gestalten, dass zügigere Entscheidungen mög-  
lich werden, indem insbesondere Urteilsaufhebungen und  
Zurückweisungen zur Neuverhandlung abgeschafft werden.  
3.2 Weisungsfreie Staatsanwälte,  
unabhängige Richter und parteiferne  
Rechnungshöfe  
Die AfD will die Einflussnahme der politischen Parteien auf  
das Ernennen von Richtern und Staatsanwälten beenden  
und für die Zukunft ausschließen. Auch wollen wir die Praxis  
ändern, dass die Staatsanwaltschaft weisungsgebunden und  
im Einzelfall dem Justizminister berichtspflichtig ist. Die  
Unabhängigkeit der dritten Gewalt muss durch eine Selbst-  
verwaltung der Justiz ausgebaut werden, wie es in vielen  
anderen europäischen Ländern bereits üblich ist. Wir unter-  
stützen daher den Modellvorschlag des Deutschen Richter-  
bundes, einen Justizwahlausschuss und einen Justizverwal-  
tungsrat einzurichten. Insbesondere die Verfassungsgerichte  
und Rechnungshöfe sind vor parteipolitischer Einwirkung zu  
schützen.  
Wir wollen die Polizei und  
Justiz stärken, um sie in die  
Lage zu versetzen,  
Verbrechen effektiver zu  
bekämpfen.  
Vor dem Hintergrund der  
steigenden Brutalität  
jugendlicher Krimineller ist auf  
volljährige Täter das  
Erwachsenenstrafrecht  
anzuwenden und das  
Strafmündigkeitsalter auf  
zwölf Jahre zu senken.  
25 Programm für Deutschland | Innere Sicherheit und Justiz  
3.3 Angriffe auf Amtspersonen härter bestrafen  
Der immer mehr um sich greifenden Aggressivität gegen  
Amtspersonen im weiteren Sinne (Polizeibeamte, Feuer-  
wehrangehörige und sonstige Rettungskräfte) ist dadurch  
zu begegnen, dass tätliche Angriffe auf diesen Personenkreis  
mit einer Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten zu  
ahnden sind. Hierzu sehen wir auch einen neuen Straftat-  
bestand als erforderlich an, der Polizisten auch dann vor  
Angriffen besonders schützt, wenn diese Angriffe anlasslos  
erfolgen.  
3.4 Opferschutz statt Täterschutz  
Statt den Täterschutz immer weiter ausufern zu lassen,  
wollen wir den Fokus wieder darauf richten, den Opferschutz  
sachorientiert zu verbessern.  
Nicht therapierbare alkohol- und drogenabhängige sowie  
psychisch kranke Täter, von denen erhebliche Gefahren für  
die Allgemeinheit ausgehen, sind nicht in psychiatrischen  
Krankenhäusern, sondern in der Sicherungsverwahrung  
unterzubringen.  
Lockerungen und Urlaube im Strafvollzug dürfen nur mit  
Zustimmung der Staatsanwaltschaft möglich sein.  
Der erhebliche Anteil von Ausländern gerade im Bereich der  
Gewalt- und Drogenkriminalität begegnet derzeit nur halb-  
herzigen ausländerrechtlichen Maßnahmen, insbesondere  
können sich ausländische Kriminelle sehr häufig auf Ab-  
schiebungshindernisse berufen und sind auf diese Weise vor  
Abschiebung sicher. Die Ausweisungsvoraussetzungen sind  
herabzusetzen und das Ausweisungsverfahren ist zu straffen,  
indem die Strafgerichte die Ausweisung von Kriminellen  
schon zugleich mit dem Strafurteil aussprechen.  
Ferner sind gesetzliche Abschiebungshindernisse zu ent-  
schärfen. Außerdem sind durch Vereinbarung mit aus-  
ländischen Staaten Aufnahmekapazitäten für sonst nicht  
abschiebbare Personen außerhalb Deutschlands zu schaffen,  
ggf. muss für gefährliche Kriminelle Sicherungshaft verhängt  
werden können. Wir fordern, die Einbürgerung Krimineller  
zuverlässig zu verhindern, den Anspruch auf Einbürgerung  
abzuschaffen, den früheren Status Quo des Abstammungs-  
prinzips (galt bis 2000) wieder einzuführen sowie den Ver-  
lust der Staatsbürgerschaft bei bestimmten Tatbeständen im  
Rahmen geltenden Rechts zu forcieren.  
3.5 Waffenrecht muss nicht verschärft werden  
Ein liberaler Rechtsstaat muss seinen Bürgern vertrauen. Er  
muss es nicht nur ertragen können, dass Bürger legal Waffen  
erwerben und besitzen, sondern muss die Handlungsfreiheit  
seiner Bürger bewahren und freiheitsbeschränkende Eingrif-  
fe minimieren.  
Die AfD widersetzt sich jeder Einschränkung von Bürger-  
rechten durch ein Verschärfen des Waffenrechts. Die Kri-  
minalisierung von Waffenbesitz schreckt Täter nicht ab,  
sondern macht Opfer wehrloser. Eine Verschärfung des Waf-  
fenrechts wird nicht verhindern, dass Terroristen und ande-  
re Verbrecher illegal Waffen erwerben, mit ihnen handeln  
und sie nutzen. Ein strengeres Waffenrecht wäre ein weiterer  
Schritt in die Kriminalisierung unbescholtener Bürger und in  
den umfassenden Überwachungs- und Bevormundungsstaat.  
Ausländische Straftäter  
müssen viel schneller als  
bisher abgeschoben werden.  
26 Programm für Deutschland | Innere Sicherheit und Justiz  
3.6 Kein Datenschutz für Täter  
Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist für uns  
ein wichtiges Gut. Die Grundsätze des Datenschutzes müs-  
sen gewährleistet werden. Gleichwohl ist zu überprüfen, ob  
die Sicherheit der Bürger sowie von Wirtschaft und Industrie  
vor Spionage bei dieser Frage angemessen berücksichtigt  
wird. Im Zweifel ist das Recht der Bürger auf Sicherheit  
höher zu bewerten als das eines Straftäters auf informati-  
onelle Selbstbestimmung. Bei der Implementierung von  
Datenschutzmaßnahmen ist immer der Mehraufwand für  
die Ermittlungspersonen und die Justiz zu berücksichtigen  
und sinnvoll abzuwägen. Ziel muss es sein, die Lebensbe-  
dingungen für die Mehrheit der Bürger zu verbessern. In der  
Vergangenheit hat ein ideologisch motiviertes übertriebenes  
Maß an Datenschutzmaßnahmen die Sicherheitsbehörden  
gelähmt und unverhältnismäßig bürokratisiert. Die Folge ist  
mangelnde Sicherheit für rechtschaffene Bürger und Daten-  
schutz für Täter. Die Grundsätze des Zeugnisverweigerungs-  
rechtes aus beruflichen und persönlichen Gründen bleiben  
unberührt.  
3.7 Organisierte Kriminalität nachhaltig  
bekämpfen  
Die organisierte Kriminalität (OK) muss nachhaltiger be-  
kämpft werden. Dazu gehört, Gewinne aus Straftaten besser  
abzuschöpfen und folgerichtig die bereits bestehenden recht-  
lichen Instrumente des Verfalls und der Einziehung besser  
zu nutzen. Die Mehrzahl der Täter im Bereich der organi-  
sierten Kriminalität sind Ausländer. Sie auszuweisen, muss  
vereinfacht werden. Deshalb ist für diesen Personenkreis bei  
entsprechendem Verdacht die OK-Zugehörigkeit als Auswei-  
sungsgrund einzuführen.  
3.8 Zivil- und Fachgerichte sind ein Standortfaktor  
Eine leistungsfähige Justiz im Zivil- und Arbeitsrecht wie  
auch sonst in der Fachgerichtsbarkeit (z.B. Verwaltungs- und  
Finanzgerichtsbarkeit) stellt einen wichtigen Standortvorteil  
für die Entscheidungen der Privatwirtschaft dar. Zügig und  
effizient hergestellte Rechtssicherheit macht Deutschland als  
Wirtschaftsstandort attraktiv. Bessere personelle wie sach-  
liche Ausstattung der Gerichte ist hierfür unverzichtbar und  
daher zu stärken. Die AfD fordert, das Rückwirkungsverbot  
einzuhalten und wendet sich konsequent gegen echte und  
unechte Rückwirkung.  
3.9 Deutsche Grenzen schützen  
Die Alternative für Deutschland betrachtet den bloßen  
Schutz der europäischen Außengrenzen als unzureichend  
und fordert den Aufbau eines flächendeckenden deutschen  
Grenzschutzes unter dem Dach der Bundespolizei. An  
Deutschlands Außengrenzen sollen wieder betriebsbereite  
Grenzübergangsstellen bereitstehen, die je nach Gefähr-  
dungslage jederzeit in Betrieb genommen werden können.  
Zum Schutz der grünen Grenze sollen nach österreichischem  
Vorbild Bundeswehrangehörige herangezogen werden  
können, sowie gegebenenfalls Schutzzäune oder ähnliche  
Barrieren errichtet werden.  
An Deutschlands  
Außengrenzen sollen wieder  
betriebsbereite  
Grenzübergangsstellen  
bereitstehen.  
27 Programm für Deutschland | Innere Sicherheit und Justiz  
K A P I T E L 4  
Außen- und  
Sicherheitspolitik  
AUSSEN- UND SICHERHEITSPOLITIK  
Die Bundesrepublik verfolgt eine orientierungslose An-  
passungspolitik. Dies führt dazu, dass zunehmend andere  
Staaten und Institutionen die deutsche Außen- und Sicher-  
heitspolitik beeinflussen und steuern. Sicherheitspolitische  
Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit in Deutschland und  
Europa sind erodiert. Deswegen ist Deutschland zunehmend  
auf den Schutz und die Unterstützung von Bündnispartnern,  
besonders der USA, angewiesen und kann eigene Interessen  
nicht angemessen vertreten.  
Die AfD tritt deshalb dafür ein, zur deutschen Außen- und  
Sicherheitspolitik eine langfristige ressortübergreifende  
Gesamtstrategie zu erarbeiten und umzusetzen. Dabei müs-  
sen die nationalen Interessen und das Wohl des deutschen  
Volkes im Mittelpunkt stehen.  
29 Programm für Deutschland | Außen- und Sicherheitspolitik  
Als eine der großen Wirtschaftsnationen liegt es im deut-  
schen Interesse, zu allen Staaten gute Beziehungen zu ent-  
wickeln und zu pflegen. In internationalen Bündnissen und  
Organisationen mitzuwirken, ist ein Grundpfeiler deutscher  
Außen- und Sicherheitspolitik. Diese Zusammenarbeit wird  
durch zwischenstaatliche Kooperationen ergänzt.  
4.1 Vereinte Nationen reformieren  
Die Vereinten Nationen sind für Fragen der Sicherheit und  
des Friedens in der Welt unverzichtbar. Die AfD setzt sich  
dafür ein, dass Deutschland als aktives Mitglied der Verein-  
ten Nationen beim Lösen und Bewältigen internationaler  
Konflikte eine aktive und konstruktive Rolle spielt. Ziel muss  
es sein, internationale Krisenherde diplomatisch zu ent-  
schärfen, um humanitäre Katastrophen und den Verlust der  
Heimat von Bevölkerungsgruppen zu vermeiden, auch um  
unkontrollierten Wanderungsbewegungen in Richtung Eu-  
ropa entgegenzuwirken. Wir treten dafür ein, sich in innere  
Angelegenheiten anderer Staaten nicht einzumischen. Orga-  
nisationen und international agierende Konzerne, die Ein-  
fluss auf die Innenpolitik anderer Länder oder deren Eliten  
zu nehmen versuchen, um ihre politischen oder wirtschaftli-  
chen Interessen durchzusetzen, sind darin zu beschränken.  
Die AfD ist dafür, die Vereinten Nationen, einschließlich des  
Sicherheitsrates, zu stärken und zu reformieren. Den verän-  
derten Gewichtungen in der Welt sollte Rechnung getragen  
werden. Als eine weltweit anerkannte Nation und als dritt-  
größter Beitragszahler der UN fordern wir für Deutschland  
einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Aufgrund des  
Völkergewohnheitsrechts und in Übereinkunft mit den frü-  
heren Siegermächten haben sich die Grundzüge der Feind-  
staatenklausel grundlegend gewandelt. Es bleibt die Aufga-  
be, diese nun endgültig zu streichen.  
Die AfD bejaht eine Fürsorgepflicht Deutschlands für die im  
Ausland lebenden deutschen Minderheiten.  
4.2 Nato als Verteidigungsbündnis  
Die Mitgliedschaft in der Nato entspricht den außen- und  
sicherheitspolitischen Interessen Deutschlands, soweit sich  
die Nato auf ihre Aufgabe als Verteidigungsbündnis be-  
schränkt. Wir setzen uns dafür ein, den europäischen Teil  
der atlantischen Allianz deutlich zu stärken. Um dieses Ziel  
zu erreichen, ist es unabdingbar, die militärischen Fähig-  
keiten der deutschen Streitkräfte wiederherzustellen, um  
Anschluss an die strategischen und operativen Erfordernisse  
zu finden. Diese von der AfD geforderte Wiederherstellung  
soll nicht nur die Landesverteidigung als zentrale Aufgabe  
der Bundeswehr sicherstellen, sondern die deutschen Streit-  
kräfte auch in erforderlichem Maß zur Bündnisverteidigung  
und Krisenvorsorge befähigen. Die AfD sieht im Bestreben,  
Verpflichtungen gegenüber den Nato-Bündnispartnern  
berechenbar zu erfüllen, eine wichtige Aufgabe deutscher  
Außen- und Sicherheitspolitik, um auf diesem Weg mehr  
Gestaltungsmacht und Einfluss zu entfalten. Wir treten  
dafür ein, dass jedes Engagement in der Nato im Einklang  
mit den deutschen Interessen steht und einer zielgerichteten  
Strategie entspricht. Die Nato muss so reformiert werden,  
und die Streitkräfte der europäischen Partnerstaaten sind so  
zu restrukturieren, dass sie die Sicherheit in Europa und an  
seiner Peripherie gewährleisten können.  
Nato-Einsätze außerhalb des Bündnisbereichs, an der sich  
deutsche Streitkräfte beteiligen, sollten grundsätzlich unter  
einem UN-Mandat stattfinden und nur, wenn deutsche Si-  
cherheitsinteressen berücksichtigt werden.  
Die Bündnispartner und Deutschland arbeiten gleichberech-  
tigt und in gegenseitigem Respekt zusammen und stimmen  
Die Mitgliedschaft in  
der Nato entspricht den  
außen- und sicherheitspoliti-  
schen Interessen  
Deutschlands, soweit sich die  
Nato auf ihre Aufgabe als  
Verteidigungsbündnis  
beschränkt.  
30 Programm für Deutschland | Außen- und Sicherheitspolitik  
sich in wichtigen internationalen Fragen ab. Vor diesem  
Hintergrund steht 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten  
Weltkrieges und 25 Jahre nach der Beendigung der Teilung  
Europas die Neuverhandlung des Status alliierter Truppen  
in Deutschland auf der Tagesordnung. Dieser muss an die  
wiedergewonnene deutsche Souveränität angepasst werden.  
Die AfD setzt sich für den Abzug aller auf deutschem Boden  
stationierten alliierten Truppen und insbesondere ihrer  
Atomwaffen ein.  
4.3 OSZE und europäische Sicherheitsstruktur  
Ein unverzichtbares Instrument der europäischen Friedens-  
ordnung ist die OSZE. Ihre Rolle in europäischen Konflikten  
wollen wir gestärkt und ausgebaut sehen. Ziel ist es, Krisen-  
regionen zu stabilisieren.  
Das Verhältnis zu Russland ist für Deutschland, Europa und  
die Nato von maßgeblicher Bedeutung, denn Sicherheit in  
und für Europa kann ohne Russlands Einbindung nicht ge-  
lingen. Wir setzen uns daher dafür ein, Konflikte in Europa  
friedlich zu regeln und dabei die jeweiligen Interessen zu  
berücksichtigen.  
Die AfD vertritt eine Außenpolitik, die darauf verpflichtet ist,  
die außen- und sicherheitspolitischen, die wirtschaftlichen  
und kulturellen Interessen Deutschlands zu wahren.  
Wir sind für die Freiheit der Handelswege, der internationa-  
len Kommunikation (wie die des Internets), für den Schutz  
der natürlichen Lebensgrundlagen und für die gleichberech-  
tigte, faire Nutzung der globalen Ressourcen.  
4.4 Bundeswehr stärken  
Die deutschen Streitkräfte sind derzeit nur noch bedingt ein-  
satzbereit. Durch politische Fehlentscheidungen und grobes  
Missmanagement wurden sie über nahezu drei Dekaden  
hinweg vernachlässigt. Sie müssen in vollem Umfang wieder  
in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben wirkungsvoll und  
nachhaltig zu erfüllen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass  
Nato, EU und internationale Staatengemeinschaft Deutsch-  
land als gleichberechtigten Partner wahrnehmen.  
4.4.1 Keine europäische Armee  
Gemeinsame europäische Streitkräfte lehnt die AfD ab und  
hält an einer umfassend befähigten Bundeswehr als Eckpfei-  
ler deutscher Souveränität fest. Dies schließt eine ständige  
Kooperation deutscher Streitkräfte mit denen der Bünd-  
nispartner ein.  
Im Ergebnis benötigt Deutschland Streitkräfte, deren Füh-  
rung, Stärke und Ausrüstung an den Herausforderungen  
künftiger Konflikte orientiert sind und höchsten internatio-  
nalen Standards entsprechen, die gründlich und an den mo-  
dernen Einsatzerfordernissen orientiert ausgebildet werden  
und die eine am Wohl der Truppe orientierte Verwaltung mit  
deutlich reduzierter Bürokratie vorhalten.  
Eng damit verbunden sind unverzichtbare nationale wehr-  
technische Fähigkeiten, um in Schlüsseltechnologien nati-  
onal unabhängig zu bleiben, mit der Weltspitze Schritt zu  
halten und Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.  
Gemeinsame europäische  
Streitkräfte lehnt die AfD  
ab und hält an einer  
umfassend befähigten  
Bundeswehr als Eckpfeiler  
deutscher Souveränität fest.  
31 Programm für Deutschland | Außen- und Sicherheitspolitik  
Sicherheit und Freiheit Deutschlands und seiner Verbün-  
deten sind im Finanzhaushalt mehr als heute angemessen  
zu berücksichtigen. Umfang und Ausrüstung der Streitkräf-  
te müssen sich nach deren Aufgaben und den außen- und  
sicherheitspolitischen Erfordernissen richten.  
Ebenfalls geboten ist, die Nachrichtendienste umfangreich  
zu reorganisieren und zu reformieren. Sie sind ein wichtiges  
Mittel, Gefahren im In- und Ausland zu erkennen und abzu-  
wehren. Die bisher praktizierte Finanzierung nach Kassenla-  
ge lehnt die AfD ab.  
4.4.2 Wehrpflicht wieder einsetzen  
Art. 87a des Grundgesetzes bestimmt: „Der Bund stellt  
Streitkräfte zur Verteidigung auf.“ Die Landesverteidigung  
ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Sie betrifft den Kern  
staatlicher Existenz und unserer freiheitlich-demokrati-  
schen Grundordnung. Daher ist der Auftrag der Bundeswehr  
Verpflichtung für jeden Staatsbürger. Wir erkennen den  
Ausnahmefall des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung aus  
Gewissensgründen an, sehen aber den Wehrdienst junger  
Männer aus allen gesellschaftlichen Schichten in den Streit-  
kräften als Regelfall an.  
Durch die Rückkehr zur Allgemeinen Wehrpflicht schaffen  
wir die Voraussetzungen dafür,  
dass sich die Bevölkerung mit „ihren Soldaten”  
und „ihrer Bundeswehr” identifiziert, mit  
Streitkräften, die in der Bevölkerung fest  
verankert sind,  
dass sich das Bewusstsein für die wehrhafte  
Demokratie wiederbelebt,  
32 Programm für Deutschland | Außen- und Sicherheitspolitik  
dass nachhaltig Nachwuchs aus allen  
Gesellschaftsschichten gewonnen wird und damit  
eine intelligentere Armee möglich wird,  
dass ein breites Potential an  
Reservedienstleistenden entsteht.  
Deshalb tritt die AfD dafür ein, für alle männlichen deut-  
schen Staatsbürger im Alter zwischen 18 und 25 Jahren  
den Grundwehrdienst wieder einzusetzen. Die Dauer des  
Wehrdienstes richtet sich nach dem, was für die Sicherheit  
notwendig ist. Sie muss eine gründliche militärische Ausbil-  
dung ermöglichen. Kriegsdienstverweigerer leisten Wehrer-  
satzdienst. Frauen sollen die Möglichkeit haben, freiwillig in  
den Streitkräften zu dienen.  
4.5 Entwicklungshilfe  
Entwicklungshilfe sollte stets „Hilfe zur Selbsthilfe“ sein.  
Hiervon zu trennen ist die humanitäre Hilfe, die sogenann-  
ten Transfers. Es liegt im deutschen Interesse, wenn die  
Menschen in Entwicklungsländern eine Perspektive für ein  
menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat erhalten. Die  
Auswanderung von Menschen in wirtschaftlicher Not nach  
Deutschland löst die Probleme vor Ort nicht.  
Angesichts des riesigen Bedarfs an Unterstützung der Ent-  
wicklungsländer einerseits und der Begrenztheit der Mittel  
andererseits ist angezeigt, die Maßnahmen zu konzentrieren.  
Nur solche Projekte sind zu unterstützen, die das Empfän-  
gerland bzw. die einheimischen Unternehmen nach Ablauf  
der Projektdauer ohne fremde Hilfe selbständig weiterfüh-  
ren können. Dabei muss die Hilfe zur Selbsthilfe die sicher-  
heitspolitische und außenwirtschaftliche Interessenlage  
Deutschlands stärker als bisher berücksichtigen.  
Die AfD tritt dafür ein,  
für alle männlichen deutschen  
Staatsbürger im Alter  
zwischen 18 und 25 Jahren  
den Grundwehrdienst  
wieder einzusetzen.  
Um die Entwicklungshilfe in die außenpolitische Ge-  
samtstrategie einzuordnen, soll sie zukünftig in das Auswär-  
tige Amt eingegliedert werden. Die Entwicklungshilfe-Orga-  
nisationen in Deutschland (GIZ, KfW Kapitalhilfe, etc.) sind  
zu straffen und besser zu koordinieren.  
Vorrang in der Entwicklungshilfe haben Maßnahmen, die  
investiv und organisatorisch durch private Unternehmen vor  
Ort begleitet werden können.  
Fluchtursachen in den Herkunftsländern müssen bekämpft  
werden, auch wenn dies für die westliche Wirtschaft nachtei-  
lig ist.  
33 Programm für Deutschland | Außen- und Sicherheitspolitik  
K A P I T E L 5  
Arbeitsmarkt und  
Sozialpolitik  
ARBEITSMARKT UND  
SOZIALPOLITIK  
Die Arbeitswelt soll es allen Bürgern ermöglichen, ein selbst-  
bestimmtes Leben in relativem Wohlstand zu führen. Weil  
dieser Anspruch mit den Zielen der Wirtschaft nicht unbe-  
dingt deckungsgleich ist, muss der Staat einen angemesse-  
nen Ordnungsrahmen schaffen.  
Dieser Rahmen darf diejenigen nicht zu sehr einschränken,  
die viel leisten können und wollen, und gleichzeitig dieje-  
nigen nicht aus dem Rahmen fallen lassen, die nicht in der  
Lage sind, für sich selbst zu sorgen. Die politische Gestaltung  
der Bedingungen des Erwerbslebens und aller Systeme, die  
den Erwerbslosen ausreichende Existenzbedingungen ge-  
währleisten, gehört daher zu den bedeutungsvollsten Politik-  
feldern moderner Staatlichkeit.  
35 Programm für Deutschland | Arbeitsmarkt und Sozialpolitik  
5.1 Arbeitsmarkt von unnötiger  
Bürokratie befreien  
Das geltende Arbeitsrecht ist in zahlreiche Einzelgesetze auf-  
gespalten, die durch Richterrecht zu einem System zusam-  
mengefügt werden müssen. Dieser Zustand währt seit vielen  
Jahren und ist mit Grundsätzen qualitätsvoller Gesetzge-  
bung nicht vereinbar. Zudem sind ungezählte Einzelfragen  
Gegenstand einer unübersichtlichen und regional unter-  
schiedlichen Einzelfallrechtsprechung, welche eine angemes-  
sene Berechenbarkeit der Rechtslage kaum mehr möglich  
macht. Daher ist es dringend geboten, ein Arbeitsgesetzbuch  
zu schaffen, dass sowohl die Einzelgesetze systematisch  
zusammenführt als auch der überbordenden und uneinheit-  
lichen Rechtsprechung ein Ende bereitet.  
5.2 Bundesagentur für Arbeit  
auflösen und kommunale Jobcenter aufwerten  
Die AfD will die Bundesagentur für Arbeit auflösen und ihre  
Aufgaben vor allem auf kommunale Jobcenter übertragen.  
Danach gibt es nur noch einen öffentlichen Dienstleister am  
Arbeitsmarkt: das kommunale Jobcenter. Das entspricht ei-  
ner flächendeckenden Ausdehnung des bereits praktizierten  
„Optionsmodells“ bei Leistungen nach dem SGB II.  
Die Leistungen nach dem Bundeskindergeldgesetz soll  
zweckmäßigerweise die Finanzverwaltung auszahlen. Dabei  
handelt es sich ohnehin um eine steuerliche Familienför-  
derung, die der Bundesagentur für Arbeit lediglich gemäß  
§ 368 Abs. 3 SGB II übertragen ist. Die kommunal organi-  
sierten Jobcenter betreuen alle Empfänger von öffentlichen  
Leistungen aus Anlass der eingetretenen Arbeitslosigkeit.  
36 Programm für Deutschland | Arbeitsmarkt und Sozialpolitik  
Daneben betreuen sie die Berufsanfänger. Alle Anliegen be-  
zogen auf „Arbeitslosigkeit und Lohnersatzleistung“ werden  
durch eine Verwaltungsbehörde, das kommunale Jobcenter,  
geklärt.  
5.3 Mindestlohn beibehalten  
Der gesetzliche Mindestlohn ist mit dem Wesen der Sozialen  
Marktwirtschaft eng verbunden. Er korrigiert im Bereich  
der Entlohnung die Position der Niedriglohnempfänger als  
schwache Marktteilnehmer gegenüber den Interessen der  
Arbeitgeber als vergleichsweise starke Marktteilnehmer. Er  
schützt sie auch vor dem durch die derzeitige Massenmigra-  
tion zu erwartenden Lohndruck. Insbesondere erlaubt der  
Mindestlohn eine Existenz jenseits der Armutsgrenze und  
die Finanzierung einer, wenn auch bescheidenen, Altersver-  
sorgung, die ansonsten im Wege staatlicher Unterstützung  
von der Gesellschaft zu tragen wäre. Mindestlöhne verhin-  
dern somit die Privatisierung von Gewinnen bei gleichzeiti-  
ger Sozialisierung der Kosten. Die Alternative für Deutsch-  
land befürwortet es daher, den gesetzlichen Mindestlohn  
beizubehalten.  
5.4 Reform der sozialen Sicherungssysteme  
Leitbild für uns ist die Familie, für die wir in der Sozialver-  
sicherung Abgabengerechtigkeit wollen. Die AfD will die  
Leistung von Eltern durch die Geburt, Versorgung und Er-  
ziehung von Kindern nicht nur ideell, sondern auch materiell  
anerkennen. Dazu hat das Bundesverfassungsgericht den  
Gesetzgeber bereits verbindlich aufgefordert. Wir wollen die  
derzeitigen finanziellen Nachteile von Familien mit Kindern  
gegenüber Kinderlosen korrigieren.  
Die AfD will die  
Bundesagentur für Arbeit  
auflösen und ihre Aufgaben  
vor allem auf kommunale  
„Jobcenter“ übertragen.  
Danach gibt es nur noch einen  
öffentlichen Dienstleister am  
Arbeitsmarkt: das  
kommunale „Jobcenter“.  
5.4.1 Finanzielle Benachteiligung von  
Familien beseitigen  
Familien sind gegenüber Kinderlosen in dramatischer Weise  
finanziell benachteiligt. Familienarmut und eine anhaltend  
niedrige Geburtenrate sind die Folge. Kinder werden in  
Politik und Medien als karrierehemmender Ballast darge-  
stellt. Es ist Zeit, die Leistung der Eltern finanziell und ideell  
anzuerkennen.  
Deutschland hat die niedrigste Geburtenrate in ganz Europa.  
Grund ist zum einen eine Zunahme der Kinderlosen, zum  
anderen ein Rückgang der Mehrkindfamilien. Wenn wir  
dieser demografischen Fehlentwicklung nicht gegensteuern,  
werden unsere Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungs-  
systeme zusammenbrechen.  
Die AfD steht für grundlegende Reformen zum Wohle  
Deutschlands. Das betrifft auch die Sozialversicherungen.  
Nur so können die Systeme auch zukünftig leistungsfähig  
bleiben. Die hohen Abgaben wirken sich negativ auf die  
Einkommen der Arbeitnehmer aus. Auch der wirtschaftliche  
Erfolg Deutschlands leidet darunter.  
5.4.2 „Aktivierende Grundsicherung” -  
Arbeit, die sich lohnt  
Die AfD will eine „Aktivierende Grundsicherung“ als Alter-  
native zum Arbeitslosengeld II (sogenanntes „Hartz IV“).  
Dabei schmilzt der staatliche Unterstützungsbetrag der  
Grundsicherung mit wachsendem Einkommen immer weiter  
ab, bis ab einem bestimmten Einkommen Einkommensteuer  
zu entrichten ist, statt einen staatlichen Unterstützungs-  
betrag zu erhalten. Das erzielte Einkommen soll nicht wie  
37 Programm für Deutschland | Arbeitsmarkt und Sozialpolitik  
bisher vollständig mit dem Unterstützungsbetrag verrechnet  
werden. Stattdessen verbleibt dem Erwerbstätigen stets ein  
spürbarer Anteil des eigenen Verdienstes. Dadurch entsteht  
Arbeitsanreiz. Wer arbeitet, wird auf jeden Fall mehr Geld  
zur Verfügung haben als derjenige, der nicht arbeitet, aber  
arbeitsfähig ist (Lohnabstandsgebot). Missbrauchsmöglich-  
keiten sind auszuschließen.  
5.4.3 Kinder und Erziehungsleistung  
bei der Rente berücksichtigen  
Ein reformiertes Renten- und Steuersystem soll sicherstel-  
len, dass kinderreiche Familien aus unteren und mittleren  
Einkommensgruppen nicht mehr am Rande des Existenz-  
minimums leben müssen und ausreichende eigene Renten-  
ansprüche aufbauen. Daher wollen wir bei der Rente die  
Kinderzahl und die Erziehungsleistung stärker als bisher  
berücksichtigen. Durch eine spezielle Förderung von Mehr-  
kindfamilien möchte die AfD zudem dazu ermutigen, sich für  
mehr Kinder zu entscheiden.  
5.4.4 Pflege durch Angehörige aufwerten  
Die Pflege älterer Menschen durch einen Dienst oder durch  
ein Heim wird höher vergütet als die Pflege durch einen  
Angehörigen. Pflegende Angehörige werden oft mit organi-  
satorischen und finanziellen Problemen alleingelassen. Wir  
wollen die Fürsorge für pflegebedürftige Familienangehörige  
in einer vertrauten familiären Umgebung stärken.  
In Deutschland werden derzeit mehr als 70 Prozent der Pfle-  
gebedürftigen zu Hause gepflegt. Dabei sind die Pflegesätze  
für Pflegedienste in allen Pflegestufen doppelt so hoch wie  
die für eine Pflege durch Angehörige.  
Wer durch die Erziehung von  
Kindern im Beruf  
zurückstecken musste, ist im  
Alter bei der Rente  
benachteiligt. Wir wollen  
daher die Kinderzahl und die  
Erziehungsleistung stärker als  
bisher bei der Rente  
berücksichtigen.  
Die AfD möchte die Rahmenbedingungen derart gestalten,  
dass sich erwachsene Kinder bewusst für die Pflege der  
Eltern entscheiden können. Als Grundlage für die häusliche  
Pflege sind das Beratungsangebot für pflegewillige Angehö-  
rige in Form eines umfassenden Betreuungsnetzwerkes zu  
verbessern und die Pflegesätze an die Leistungen für Pflege-  
dienstleister anzugleichen.  
Die AfD will Familienarbeit in der Pflege als Beitrag für das  
Gemeinwohl gesellschaftlich anerkennen. Die individuelle  
häusliche Pflege muss zu einem Hauptbestandteil der sozia-  
len Sicherungssysteme werden.  
38 Programm für Deutschland | Arbeitsmarkt und Sozialpolitik  
K A P I T E L 6  
Familien und Kinder  
FAMILIEN UND KINDER  
Der AfD ist es ein wichtiges Anliegen, gewachsene kulturelle  
und regionale Traditionen und bewährte Institutionen zu  
schützen. Sie geben den Menschen Halt und Bindung.  
Insbesondere Ehe und Familie garantieren als Keimzellen  
der bürgerlichen Gesellschaft den über Generationen ge-  
wachsenen gesellschaftlichen Zusammenhalt und genießen  
daher zu Recht den besonderen Schutz des Staates.  
40 Programm für Deutschland | Familien und Kinder  
6.1 Bekenntnis zur traditionellen  
Familie als Leitbild  
Die Wertschätzung für die traditionelle Familie geht in  
Deutschland zunehmend verloren. Den Bedürfnissen der  
Kinder und Eltern gerecht zu werden, muss wieder Mittel-  
punkt der Familienpolitik werden.  
Die zunehmende Übernahme der Erziehungsaufgabe durch  
staatliche Institutionen wie Krippen und Ganztagsschulen,  
die Umsetzung des „Gender-Mainstreaming”-Projekts und  
die generelle Betonung der Individualität untergraben die  
Familie als wertegebende gesellschaftliche Grundeinheit. Die  
Wirtschaft will Frauen als Arbeitskraft. Ein falsch verstande-  
ner Feminismus schätzt einseitig Frauen im Erwerbsleben,  
nicht aber Frauen, die „nur” Mutter und Hausfrau sind.  
Diese erfahren häufig geringere Anerkennung und werden  
finanziell benachteiligt.  
Die Alternative für Deutschland bekennt sich zur traditionel-  
len Familie als Leitbild. Ehe und Familie stehen unter dem  
besonderen Schutz des Grundgesetzes. In der Familie sorgen  
Mutter und Vater in dauerhafter gemeinsamer Verantwor-  
tung für ihre Kinder. Die originären Bedürfnisse der Kinder,  
die Zeit und Zuwendung ihrer Eltern brauchen, stehen dabei  
im Mittelpunkt.  
Es sollte wieder erstrebenswert sein, eine Ehe einzugehen,  
Kinder zu erziehen und möglichst viel Zeit mit diesen zu  
verbringen. Die AfD möchte eine gesellschaftliche Wer-  
tediskussion zur Stärkung der Elternrolle und gegen die  
vom „Gender-Mainstreaming” propagierte Stigmatisierung  
traditioneller Geschlechterrollen anstoßen. Kinder sind kein  
karrierehemmender Ballast, sondern unsere Zukunft.  
41 Programm für Deutschland | Familien und Kinder  
Wenn ein Elternteil die Erziehungsleistung allein tragen  
muss, bedarf es besonderer Unterstützung.  
6.2 Mehr Kinder statt Masseneinwanderung  
Den demografischen Fehlentwicklungen in Deutschland  
muss entgegengewirkt werden. Die volkswirtschaftlich nicht  
tragfähige und konfliktträchtige Masseneinwanderung ist  
dafür kein geeignetes Mittel. Vielmehr muss mittels einer  
aktivierenden Familienpolitik eine höhere Geburtenrate der  
einheimischen Bevölkerung als mittel- und langfristig einzig  
tragfähige Lösung erreicht werden.  
Die Geburtenrate in Deutschland liegt mit einem relativ kon-  
stanten Wert von 1,4 seit über vierzig Jahren weit unter dem  
bestanderhaltenden Niveau. Jede fünfte Frau bleibt heute  
kinderlos, unter Akademikerinnen war es 2012 sogar jede  
dritte. Familien mit mehr als zwei Kindern finden sich über-  
wiegend in sozial schwächeren Schichten, während in der  
Mittelschicht das Geburteneintrittsalter der Frauen immer  
weiter steigt und die Anzahl kinderreicher Familien sinkt.  
Auch sind jährlich rund 100.000 Abtreibungen nach der  
Beratungsregel (soziale Indikation) zu beklagen. Gleichzeitig  
steigt die Lebenserwartung kontinuierlich an, so dass sich  
die Bevölkerungsstruktur gravierend ändert. Im Jahr 2060  
werden Prognosen des Statistischen Bundesamts zufolge nur  
noch 65 bis 70 Millionen Menschen in Deutschland leben  
gegenüber 81 Millionen 2015.  
Nehmen die Verschiebung der Alterspyramide und die  
mangelnde Orientierung der Zuwanderung am Bedarf des  
Arbeitsmarktes weiter zu, wird dies sinkende Renten, eine  
Überlastung der berufstätigen Jahrgänge durch Steuern und  
Die Alternative für  
Deutschland bekennt sich zur  
traditionellen Familie als  
Leitbild. Ehe und Familie  
stehen nach dem  
Grundgesetz zu Recht  
unter dem besonderen  
Schutz des Staates.  
Abgaben und eine verminderte Wirtschaftsleistung zur Folge  
haben. Die sozialen Sicherungssysteme werden in eine finan-  
zielle Schieflage geraten.  
Um den Auswirkungen dieses markanten demografischen  
Trends entgegenzuwirken, setzen die derzeitigen Regie-  
rungsparteien auf eine fortgesetzte, von Bedarf und Quali-  
fikation abgekoppelte Masseneinwanderung hauptsächlich  
aus islamischen Staaten. Dabei hat sich in den vergangenen  
Jahren gezeigt, dass insbesondere muslimische Migranten  
in Deutschland nur ein unterdurchschnittliches Bildungs-  
und Beschäftigungsniveau erreichen. Dass die Geburtenrate  
unter Migranten mit mehr als 1,8 Kindern deutlich höher  
liegt als unter deutschstämmigen Frauen, verstärkt den eth-  
nisch-kulturellen Wandel der Bevölkerungsstruktur.  
Der Versuch, diese Entwicklungen über noch mehr Einwan-  
derung zu kompensieren, birgt durch mangelnde Integration  
und Kettenmigration insbesondere in den großen Städten  
die Gefahr, dass sich weitere Parallelgesellschaften bilden.  
Durch das sich Ausbreiten der konfliktträchtigen Multi-Min-  
oritätengesellschaften erodieren der soziale Zusammenhalt,  
das gegenseitige Vertrauen und die öffentliche Sicherheit als  
unverzichtbare Elemente eines stabilen Gemeinwesens. Der  
durchschnittliche Bildungsstand wird weiter sinken.  
Durch eine größere Wertschätzung der Elternarbeit sowie  
einer Bildungs- und Familienpolitik, die sich an den Be-  
dürfnissen von Familien orientiert und junge Menschen zur  
Familiengründung ermutigt, soll die Geburtenrate mittel-  
bis langfristig wieder ein tragfähiges Niveau erreichen. Die  
Lücke zwischen Kinderwunsch, den nach wie vor 90 Prozent  
der jungen Deutschen hegen, und der Zahl der geborenen  
42 Programm für Deutschland | Familien und Kinder  
Kinder soweit wie möglich zu schließen, sehen wir als zentra-  
le politische Aufgabe.  
6.3 Mehr Unterstützung für Familien  
So muss eine alternative Familienpolitik die Familie als  
wertegebende Grundeinheit finanziell und ideell stärken. Die  
derzeit bestehenden finanziellen Nachteile, die Familien mit  
Kindern gegenüber Kinderlosen erleiden, müssen korrigiert  
werden. Insbesondere muss es auch in den bildungsna-  
hen, mittleren Einkommensschichten wieder möglich sein,  
zukunftsgerichtet für eine große Familie zu sorgen, ohne  
sich dabei einem Armutsrisiko auszusetzen. Ein geeignetes  
Mittel dafür wäre z.B. die Bereitstellung zinsloser Darlehen  
für Eltern zum Erwerb von Wohneigentum, deren Schuld-  
summe sich mit jedem neugeborenen Kind vermindert. Die  
vielschichtigen Hürden für Akademikerinnen, sich schon  
während des Studiums oder in den ersten Berufsjahren für  
ein Kind zu entscheiden, wollen wir beseitigen. Studenten,  
die während oder kurz nach Abschluss des Studiums Eltern  
werden, soll die Rückzahlung von Bafög-Darlehen erlassen  
werden. Durch eine spezielle Förderung von Mehrkindfami-  
lien möchte die AfD dazu ermutigen, sich für mehr Kinder zu  
entscheiden.  
6.4 Wirtschaftliche Zukunft trotz Demografiekrise  
Gleichzeitig mit dem Anheben der Geburtenrate sind die  
vorhandenen Potentiale in Deutschland besser auszuschöp-  
fen. Hierzu dienen eine optimierte Aus- und Weiterbildung  
sowie flexible Modelle einer sich parallel zum Anstieg der  
Lebenserwartung verlängernden Lebensarbeitszeit. Neben  
dem Ausmaß der körperlichen Belastung durch den jeweili-  
gen Beruf sollte z.B. auch die Anzahl der Kinder, für die ein  
Wer ein oder mehrere Kinder  
großgezogen hat, soll  
entsprechend früher in Rente  
gehen dürfen als  
Erwerbstätige, die sich dieser  
gesellschaftlichen Aufgabe  
nicht stellen wollten oder  
konnten.  
Rentner während seiner Erwerbstätigkeit aufgekommen ist,  
für den Zeitpunkt des abschlagsfreien Renteneintritts aus-  
schlaggebend sein. Die nach wie vor Millionen zählenden Ar-  
beitslosen sowie die Leistungsbereitschaft einer zunehmend  
aktiveren älteren Bevölkerung dürfen nicht vernachlässigt  
werden. In Mangelberufen sind adäquate Arbeitsbedingun-  
gen und eine marktgerechte Entlohnung geboten. Schließlich  
gilt es, die fortgesetzte Abwanderung eigener (Hoch-)Quali-  
fizierter zu vermeiden. Bereits ausgewanderte Deutsche sind  
mit speziell auf sie zugeschnittenen Initiativen zur Rückkehr  
zu motivieren.  
Eine graduelle Abnahme der Bevölkerungszahl darf in  
Deutschland als einem der am dichtesten besiedelten Länder  
der Welt kein Tabu sein. Neue Techniken der Automatisie-  
rung und Digitalisierung bieten Deutschland die Chance,  
auch bei einer abnehmenden Zahl an Arbeitskräften die  
Wirtschaftskraft Deutschlands ohne gravierende Wohl-  
standsverluste zu erhalten.  
Mittels der skizzierten familien- und migrationspolitischen  
Maßnahmen soll eine krisenhafte Zuspitzung der demografi-  
schen Entwicklung vermieden und langfristig eine stabilere  
Bevölkerungsstruktur herbeigeführt werden.  
6.5 Diskriminierung der Vollzeit-Mütter stoppen  
Den Bedürfnissen unserer Kinder nach individueller Be-  
treuung muss wieder Rechnung getragen werden. Eltern  
kleiner Kinder ist dafür der gesellschaftliche, finanzielle und  
arbeitsmarktliche Druck zur doppelten Berufstätigkeit zu  
nehmen. Wir brauchen eine tatsächliche Wahlfreiheit ohne  
eine Diskriminierung elterlicher Betreuung.  
43 Programm für Deutschland | Familien und Kinder  
Die aktuelle Familienpolitik in Deutschland wird bestimmt  
durch das politische Leitbild der voll erwerbstätigen Frau, so  
dass die Anzahl außerfamiliär betreuter Kleinkinder stetig  
ansteigt. Die sichere Bindung an eine verlässliche Bezugsper-  
son ist aber die Voraussetzung für eine gesunde psychische  
Entwicklung kleiner Kinder und bildet die Grundlage für  
spätere Bindungs- und Beziehungsfähigkeit. Die AfD fordert  
daher, dass bei unter Dreijährigen eine Betreuung, die Bin-  
dung ermöglicht, im Vordergrund steht. Die Krippenbetreu-  
ung darf nicht einseitig staatlich bevorzugt werden. Statt-  
dessen sollen die häusliche Erziehung und Fremdbetreuung  
gleichberechtigt nebeneinander stehen. Eine tatsächliche  
Wahlfreiheit schließt elterliche und familiennahe Betreuung  
durch Großeltern, Kinderfrauen und Tagesmütter mit ein,  
wobei alle Betreuungsformen finanziell realisierbar sein  
müssen.  
Die Qualität in Krippen muss sich insbesondere hinsichtlich  
des Betreuungsschlüssels an international geforderten Stan-  
dards orientieren.  
Berufstätigkeit soll Eltern nicht anhaltend überlasten oder  
zu Gewissenskonflikten führen. Familie und Beruf sind nur  
vereinbar, wenn junge Eltern ausreichend Zeit haben, um  
ihrer Elternrolle und ihrer Erziehungspflicht gerecht zu  
werden. Daher hält die AfD ein Umdenken in der Arbeitswelt  
für förderlich. Weder familienbedingte Erwerbspausen noch  
Teilzeitarbeit sollten sich negativ auf den beruflichen Status  
und die weitere berufliche Entwicklung auswirken.  
Kinder brauchen beide Eltern:  
Nach einer Trennung soll es  
für beide Elternteile im Sinne  
des Kindeswohles  
gewährleistet sein, weiterhin  
an der elterlichen Sorge und  
dem Umgang  
gleichberechtigt teilzuhaben.  
6.6 Alleinerziehende unterstützen.  
Familien stärken  
Die Alternative für Deutschland will die finanziellen Belas-  
tungen Alleinerziehender und Unterhaltspflichtiger korrigie-  
ren. Nach Auflösung der Paarbeziehung ergeben sich derzeit  
vielfach Schwierigkeiten bei der gemeinschaftlichen Aus-  
übung des Erziehungsrechts. Nach einer Trennung muss es  
für beide Elternteile im Sinne des Kindeswohles gewährleis-  
tet sein, weiterhin an der elterlichen Sorge und dem Umgang  
gleichberechtigt teilzuhaben.  
Die Anzahl Alleinerziehender mit minderjährigen Kindern  
nimmt in Deutschland stetig zu, obwohl dieses Lebensmo-  
dell in der Regel gravierende Nachteile für alle Beteiligten,  
insbesondere aber für die betroffenen Kinder mit sich bringt.  
Zusätzlich zu der emotional belastenden Situation sind  
sowohl die Alleinerziehenden als auch die Unterhaltspflichti-  
gen einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt.  
Die AfD strebt eine stärkere Anerkennung der Leistungen  
von Eltern im Steuer-, Sozialversicherungs- und Renten-  
recht an. Dadurch werden neben den zusammenlebenden  
Familien auch Alleinerziehende und Unterhaltzahlende  
besser vor Armut geschützt.  
Wir wenden uns entschieden gegen Versuche von Organisa-  
tionen, Medien und Politik, Einelternfamilien als fortschritt-  
lichen oder gar erstrebenswerten Lebensentwurf zu propa-  
gieren. Der Staat sollte stattdessen das Zusammenleben von  
Vater, Mutter und Kindern durch finanzielle und andere  
Hilfen in Krisensituationen stärken.  
44 Programm für Deutschland | Familien und Kinder  
6.7 Willkommenskultur für Neu- und Ungeborene  
Die Alternative für Deutschland setzt sich für eine Willkom-  
menskultur für Neu- und Ungeborene ein. In Deutschland  
kommen auf rund 700.000 Lebendgeburten pro Jahr ca.  
100.000 Schwangerschaftsabbrüche. Dabei liegt nur bei drei  
bis vier Prozent eine medizinische oder kriminologische In-  
dikation vor, in allen anderen Fällen wird der Schwangeren  
nach einer Beratung eine Bescheinigung ausgestellt, die ihr  
eine straffreie Abtreibung aus „sozialen Gründen“ ermög-  
licht. Ein Schwangerschaftsabbruch stellt eine einschneiden-  
de Erfahrung für die Betroffenen dar und kann zu langan-  
haltenden Schuldgefühlen, psychosomatischen Beschwerden  
oder depressiven Reaktionen führen.  
Die AfD steht für eine Kultur des Lebens und ist im Ein-  
klang mit der deutschen Rechtsprechung der Meinung, dass  
der Lebensschutz bereits beim Embryo beginnt. Wir for-  
dern daher, dass bei der Schwangerenkonfliktberatung das  
vorrangige Ziel der Beratung der Schutz des ungeborenen  
Lebens ist. Werdenden Eltern und alleinstehenden Frauen in  
Not müssen finanzielle und andere Hilfen vor und nach der  
Entbindung angeboten werden, damit sie sich für ihr Kind  
entscheiden können. Adoptionsverfahren sind in diesem  
Zusammenhang zu vereinfachen.  
Die AfD wendet sich gegen alle Versuche, Abtreibungen zu  
bagatellisieren, staatlicherseits zu fördern oder sie gar zu  
einem Menschenrecht zu erklären.  
Die Alternative für  
Deutschland steht für eine  
Kultur des Lebens und ist  
in Einklang mit der deutschen  
Rechtsprechung der Meinung,  
dass der Lebensschutz bereits  
beim Embryo beginnt.  
K A P I T E L 7  
Kultur, Sprache  
und Identität  
KULTUR, SPRACHE UND IDENTITÄT  
Deutschland gehört zu den großen europäischen Kulturna-  
tionen. Deutsche Schriftsteller und Philosophen, deutsche  
Musiker, bildende Künstler und Architekten, in jüngerer Zeit  
auch deutsche Designer und Filmemacher, haben wesentli-  
che Beiträge zu ihren jeweiligen Disziplinen im weltweiten  
Maßstab geleistet.  
Kultur ist außerdem die zentrale Klammer, in der sich auch  
ein neues Politikverständnis sehen muss. Unser aller Iden-  
tität ist vorrangig kulturell determiniert. Sie kann nicht dem  
freien Spiel der Kräfte ausgesetzt werden. Vielmehr soll ein  
Bewusstsein gestärkt werden, welches kulturelle Verbunden-  
heit wahrnimmt, fördert und schützt.  
46 Programm für Deutschland | Kultur, Sprache und Identität  
Für die AfD ist der Zusammenhang von Bildung, Kultur und  
Identität für die Entwicklung der Gesellschaft von zentraler  
Bedeutung.  
7.1 Deutsche Kultur, Sprache und Identität erhalten  
Die AfD erachtet es als eines ihrer vorrangigen politischen  
Ziele, dieses große Kulturerbe für die kommenden Genera-  
tionen nicht nur zu bewahren, sondern es im Zeitalter der  
Globalisierung und Digitalisierung weiterzuentwickeln und  
seine unverwechselbaren Eigenheiten zu erhalten. Deutsch-  
land wird weltweit auch wegen seiner einzigartigen Thea-  
ter- und Orchesterlandschaft beachtet. Die AfD setzt sich  
dafür ein, Kultur zu den Pflichtaufgaben des Staates auf den  
Ebenen des Bundes und der Länder zu erklären.  
7.2 Deutsche Leitkultur statt Multikulturalismus  
Die Alternative für Deutschland bekennt sich zur deutschen  
Leitkultur, die sich im Wesentlichen aus drei Quellen speist:  
erstens der religiösen Überlieferung des Christentums, zwei-  
tens der wissenschaftlich-humanistischen Tradition, deren  
antike Wurzeln in Renaissance und Aufklärung erneuert  
wurden, und drittens dem römischen Recht, auf dem unser  
Rechtsstaat fußt. Gemeinsam liegen diese Traditionen nicht  
nur unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung  
zugrunde, sondern prägen auch den alltäglichen Umgang  
der Menschen miteinander, das Verhältnis der Geschlechter  
und das Verhalten der Eltern gegenüber ihren Kindern. Die  
Ideologie des Multikulturalismus, die importierte kulturelle  
Strömungen auf geschichtsblinde Weise der einheimischen  
Kultur gleichstellt und deren Werte damit zutiefst relativiert,  
betrachtet die AfD als ernste Bedrohung für den sozialen  
Frieden und für den Fortbestand der Nation als kulturelle  
Einheit. Ihr gegenüber müssen der Staat und die Zivilgesell-  
schaft die deutsche kulturelle Identität als Leitkultur selbst-  
bewusst verteidigen.  
47 Programm für Deutschland | Kultur, Sprache und Identität  
7.3 Die deutsche Sprache als  
Zentrum unserer Identität  
Unsere Kultur ist untrennbar verbunden mit der über Jahr-  
hunderte gewachsenen deutschen Sprache. Diese spiegelt auf  
vielfältigste Weise die Geistesgeschichte, das Selbstverständ-  
nis dieses Raumes in der Mitte Europas und die Werthaltun-  
gen der Deutschen wider, die sich zwar stets verändern, aber  
dennoch einen einzigartigen Kernbestand aufweisen. Das  
Band der Sprache ist im allgemeinen Bewusstsein zu halten  
und zu schützen. Als zentrales Element deutscher Identität  
muss die deutsche Sprache dem Vorbild vieler anderer Län-  
der folgend als Staatssprache im Grundgesetz festgeschrie-  
ben werden.  
Darüber hinaus fordert die AfD einen Aktionsplan, um die  
deutsche Hochsprache sowie die historisch gewachsenen re-  
gionalen Dialekte als immaterielles Kulturerbe der Mensch-  
heit langfristig zu erhalten und zu stärken. Dabei einzube-  
ziehen sind das Goethe-Institut und andere kulturpolitische  
Instrumente, um für das Erlernen des Deutschen weltweit zu  
werben und dieses durch bilaterale Abkommen, Studienför-  
derprogramme usw. nach Kräften zu fördern.  
Auf EU-Ebene will die AfD dafür sorgen, dass das Deutsche  
dem Englischen und Französischen auch in der alltäglichen  
Praxis gleichgestellt wird.  
Im Inland sieht die AfD mit Sorge, wie die deutsche Sprache  
im Sinne einer falsch verstandenen „Internationalisierung“  
durch das Englische ersetzt oder „gegendert” wird. Politisch  
„korrekte” Sprachvorgaben lehnen wir entschieden ab.  
Als zentrales Element  
deutscher Identität muss die  
deutsche Sprache dem  
Vorbild vieler anderer Länder  
folgend als Staatssprache  
im Grundgesetz  
festgeschrieben werden.  
7.4 Kultur und Kunst von  
Einflussnahme der Parteien befreien  
Die AfD will den Einfluss der Parteien auf das Kulturleben  
zurückdrängen, gemeinnützige private Kulturstiftungen  
und bürgerschaftliche Kulturinitiativen stärken und die  
Kulturpolitik generell an fachlichen Qualitätskriterien und  
ökonomischer Vernunft anstatt an politischen Opportuni-  
täten ausrichten. Die aktuelle Verengung der deutschen  
Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus ist  
zugunsten einer erweiterten Geschichtsbetrachtung aufzu-  
brechen, die auch die positiven, identitätsstiftenden Aspekte  
deutscher Geschichte mit umfasst. Kulturpolitik im engeren  
Sinn soll nach Ansicht der AfD weiterhin im Kompetenzbe-  
reich der Länder verbleiben. Die Erhaltung und Förderung  
der vielfältigen kulturellen Landschaft sowie die Stärkung  
der Wirtschaftlichkeit kultureller Einrichtungen sind Anlie-  
gen der AfD.  
7.5 Für eine zeitgemäße Medienpolitik:  
Rundfunkbeitrag abschaffen  
Die Alternative für Deutschland steht für eine an den Grund-  
rechten ausgerichtete Medienpolitik. Die Idee der Kommu-  
nikationsfreiheit, möglichst jedermann den Betrieb von Me-  
dien und insbesondere die Berichterstattung durch Medien  
zu ermöglichen und so eine natürliche Vielfalt zu generieren,  
steht für uns dabei im Zentrum. Diese wollen wir fördern,  
Einschränkungen und Hindernisse dagegen abbauen.  
Folgerichtig sieht die AfD grundlegenden Reformbedarf  
bezüglich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutsch-  
land. Dessen Zwangsfinanzierung ist umgehend abzu-  
schaffen und in ein Bezahlfernsehen umzuwandeln. Eine  
Opt-Out-Regelung soll es den bisherigen Beitragszahlern  
ermöglichen, zu einem Stichtag ihren Bezug ganz oder  
teilweise zu kündigen. Der Empfang wird verschlüsselt bzw.  
passwortgeschützt, sodass nur noch freiwillige Zahler über  
einen Zugang verfügen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk  
wird so zu einem Bürgerrundfunk, welches ausschließlich  
von seinen zahlenden Zuschauern und nicht mehr von der  
Politik abhängig ist. Entsprechend ist auch die Rundfunk-  
kontrolle anzupassen. Ähnlich wie ein Kirchengemeinderat  
oder der Aufsichtsrat von Aktiengesellschaften sollen seine  
Kontrollgremien von den Zuschauern gewählt werden. Nur  
dann ist das Prädikat „staatsfern“ auch gerechtfertigt.  
Weiter hat sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf wert-  
volle Inhalte wie hochwertige Berichterstattung, Bildung,  
Kunst und Kultur zu konzentrieren und darf kostspielige  
Unterhaltung nur noch dann bieten, wenn er auch die not-  
wendigen Einnahmen dafür erzielt.  
7.6 Der Islam im Spannungsverhältnis  
zu unserer Werteordnung  
Die AfD bekennt sich uneingeschränkt zur Glaubens-,  
Gewissens- und Bekenntnisfreiheit. Sie fordert jedoch, der  
Religionsausübung durch die staatlichen Gesetze, die Men-  
schenrechte und unsere Werte Schranken zu setzen. Einer is-  
lamischen Glaubenspraxis, die sich gegen die freiheitlich-de-  
mokratische Grundordnung, unsere Gesetze und gegen die  
jüdisch-christlichen und humanistischen Grundlagen unse-  
rer Kultur richtet, tritt die AfD klar entgegen. Die Rechtsvor-  
schriften der Scharia sind mit unserer Rechtsordnung und  
Die Zwangsfinanzierung  
des öffentliche-rechtlichen  
Rundfunks ist umgehend  
abzuschaffen und in ein  
Bezahlfernsehen  
umzuwandeln.  
48 Programm für Deutschland | Kultur, Sprache und Identität  
unseren Werten unvereinbar. Dies wird auch durch die für  
die islamische Staatenwelt bedeutendste Kairoer Erklärung  
vom 4.8.1990 dokumentiert.  
7.6.1 Der Islam gehört nicht zu Deutschland  
Der Islam gehört nicht zu Deutschland. In seiner Ausbrei-  
tung und in der Präsenz einer ständig wachsenden Zahl von  
Muslimen sieht die AfD eine große Gefahr für unseren Staat,  
unsere Gesellschaft und unsere Werteordnung. Ein Islam,  
der unsere Rechtsordnung nicht respektiert oder sogar  
bekämpft und einen Herrschaftsanspruch als alleingültige  
Religion erhebt, ist mit unserer Rechtsordnung und Kultur  
unvereinbar. Viele Muslime leben rechtstreu sowie integ-  
riert und sind akzeptierte und geschätzte Mitglieder unserer  
Gesellschaft. Die AfD verlangt jedoch zu verhindern, dass  
sich islamische Parallelgesellschaften mit Scharia-Richtern  
bilden und zunehmend abschotten. Sie will verhindern, dass  
sich Muslime bis zum gewaltbereiten Salafismus und Terror  
religiös radikalisieren.  
7.6.2 Kritik am Islam muss erlaubt sein  
Religionskritik, auch Kritik am Islam, ist im Rahmen der  
allgemeinen Gesetze rechtmäßig als Teil des Grundrechts  
der freien Meinungsäußerung. Religiöse Satire und Karika-  
turen sind ebenfalls von der Meinungs- und Kunstfreiheit  
geschützt. Die AfD wendet sich gegen eine Diffamierung von  
Islamkritik als „Islamophobie“ oder „Rassismus“.  
7.6.3 Auslandsfinanzierung  
von Moscheen beenden  
In den Berichten der Ämter für Verfassungsschutz wird eine  
Reihe von Vereinen aufgeführt, deren Aktivitäten sich gegen  
den freiheitlichen Verfassungsstaat und seine Gesetze rich-  
ten und die als extremistisch verboten werden müssen. Die  
Bandbreite solcher Vereine reicht vom „legalistischen“ Is-  
lam, der für seine verfassungswidrigen Ziele unsere Gesetze  
ausnutzt, bis zum Salafismus. Sowohl die Innere Sicherheit  
unseres Staates wie die Integration von Muslimen werden  
durch solche Vereine konkret gefährdet.  
Die AfD verlangt, verfassungsfeindlichen Vereinen den Bau  
und Betrieb von Moscheen wegen der Gefahr zu untersagen,  
dass die dort verbreitete Lehre gegen das Grundgesetz und  
unsere Rechtsordnung verstößt und zu politisch-religiöser  
Radikalisierung führt.  
Die Finanzierung des Baus und Betriebs von Moscheen  
durch islamische Staaten oder ausländische Geldgeber bzw.  
ihre Mittelsmänner soll unterbunden werden. Islamische  
Staaten wollen durch den Bau und Betrieb von Moscheen  
den Islam in Deutschland verbreiten und ihre Macht ver-  
größern. Die wachsende Einflussnahme des islamischen  
Auslands ist mit dem freiheitlichen Verfassungsstaat und der  
Integration von hier lebenden Muslimen nicht vereinbar.  
Imame sollen in deutscher Sprache an deutschen Universi-  
täten ausgebildet werden, unabhängig von Weisungen des  
islamischen Auslands und von muslimischen Verbänden.  
Von aus dem islamischen Ausland entsandten Imamen geht  
die Gefahr rechts- und verfassungswidriger Indoktrination  
der Moscheebesucher aus.  
Viele gemäßigte Muslime  
leben rechtstreu sowie  
integriert und sind akzeptierte  
und geschätzte Mitglieder  
unserer Gesellschaft.  
Sie gehören zu Deutschland.  
Der Islam gehört aber nicht  
zu Deutschland.  
49 Programm für Deutschland | Kultur, Sprache und Identität  
Das Minarett lehnt die AfD als islamisches Herrschaftssym-  
bol ebenso ab wie den Muezzinruf, nach dem es außer dem  
islamischen Allah keinen Gott gibt. Minarett und Muezzinruf  
stehen im Widerspruch zu einem toleranten Nebeneinander  
der Religionen, das die christlichen Kirchen in der Moderne  
praktizieren.  
7.6.4 Keine öffentlich-rechtliche  
Körperschaft für islamische Organisationen  
Die AfD lehnt es ab, islamischen Organisationen den Status  
einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu verleihen, weil  
sie die rechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllen.  
Islamische Organisationen erstreben den Körperschaftssta-  
tus mit seinen Privilegien, um ihre Macht zu stärken. Vor-  
aussetzung für den Körperschaftsstatus ist eine ausreichende  
Repräsentanz, die Gewähr der Dauer sowie die Achtung des  
freiheitlichen Staatskirchenrechts. Letzteres verlangt die  
Anerkennung der Religionsfreiheit, der weltanschaulichen  
Neutralität des Staates und der Parität der Religionen und  
Bekenntnisse.  
7.6.5 Keine Vollverschleierung  
im öffentlichen Raum  
Die AfD fordert ein allgemeines Verbot der Vollverschleie-  
rung in der Öffentlichkeit und im öffentlichen Dienst. Burka  
oder Niqab errichten eine Barriere zwischen der Trägerin  
und ihrer Umwelt und erschweren damit die kulturelle  
Integration und das Zusammenleben in der Gesellschaft. Ein  
Verbot ist daher notwendig und nach einem Urteil des EuGH  
rechtmäßig.  
50 Programm für Deutschland | Kultur, Sprache und Identität  
Im öffentlichen Dienst soll kein Kopftuch getragen werden;  
in Bildungseinrichtungen weder von Lehrerinnen noch  
Schülerinnen in Anlehnung an das französische Modell.  
Der Integration und Gleichberechtigung von Frauen und  
Mädchen sowie der freien Entfaltung der Persönlichkeit wi-  
derspricht das Kopftuch als religiös-politisches Zeichen der  
Unterordnung von muslimischen Frauen unter den Mann.  
K A P I T E L 8  
Schule, Hochschule  
und Forschung  
8.1 Forschung und Lehre: in Freiheit und als Einheit  
Die AfD fühlt sich dem Humboldtschen Bildungsideal  
verpflichtet. Die Freiheit von Forschung und Lehre sind  
unabdingbare Grundvoraussetzungen für wissenschaftlichen  
Fortschritt. Deshalb müssen die Hochschulen über Art und  
Umfang ihres Studienangebotes frei entscheiden können.  
Der Wissenschaftsbetrieb muss vor ausufernden bürokrati-  
schen Regelungen geschützt werden und die Wissenschaft  
muss frei von ideologischen Zwängen sein. Das Ethos der  
Wissenschaft, zu dem die Kritikfähigkeit, Unvoreingenom-  
menheit und der Respekt vor anderen Wissenschaftlern  
und ihren Leistungen gehört, ist zu stärken. Deutsch soll als  
Lehrsprache erhalten werden.  
Die Einheit von Forschung und Lehre ist das Alleinstellungs-  
merkmal der Universitäten und Hochschulen mit Universi-  
tätsstatus. Deshalb sollten ausschließlich diese das Promo-  
tions- und Habilitationsrecht besitzen.  
8.1.1 Autonomie durch Grundfinanzierung stärken  
Deutschland verfügt über eine differenzierte Hochschul-  
landschaft von Universitäten und Fachhochschulen, über die  
Kunst- und Musikhochschulen bis zu den Theologischen und  
Pädagogischen Hochschulen. Sie erfüllen auf hohem Niveau  
unterschiedliche Aufgaben und Ziele. Um den Anschluss an  
die internationale Spitzenforschung und Lehre wieder zu  
erreichen, sind Universitäten entsprechend auszustatten.  
Die Studienabschlüsse müssen wieder klare Inhalte und  
Fertigkeiten vermitteln und ein eindeutiges Profil haben. Pä-  
dagogische Hochschulen für Grund-, Haupt- und Realschul-  
lehramt sind flächendeckend wieder einzuführen. Berufsbe-  
zogene Studienfächer und das duale System sind zu stärken.  
Auch kleine Fächer müssen erhalten werden, um die Vielfalt  
der Lehre und Forschung zu bewahren.  
Die Freiheit von Forschung und Lehre ist nur durch eine  
verlässliche staatliche Grundfinanzierung gewährleistet. Die  
AfD fordert deshalb, die oft politisch-ideologische Verga-  
be von staatlichen Drittmitteln durch eine Erhöhung der  
Grundfinanzierung zu ersetzen.  
8.1.2 Förderung der „Gender-Forschung” beenden  
Die Gender-Forschung erfüllt nicht den Anspruch, der an  
seriöse Forschung gestellt werden muss. Ihre Methoden ge-  
nügen nicht den Kriterien der Wissenschaft, da ihre Zielset-  
zung primär politisch motiviert ist. Bund und Länder dürfen  
daher keine Sondermittel für die Gender-Forschung mehr  
bereitstellen. Bestehende Genderprofessuren sollten nicht  
mehr nachbesetzt, laufende Gender-Forschungsprojekte  
nicht weiter verlängert werden.  
8.1.3 Diplom, Magister und Staatsexamen  
wieder einführen  
Die Änderung des bewährten Studiensystems durch die  
Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen (Bolo-  
gna-Prozess) war insgesamt ein Missgriff. Speziell nach dem  
Bachelor-Abschluss ist die Qualifikation der Absolventen für  
den Arbeitsmarkt häufig nicht zufriedenstellend. Unbescha-  
det der Gültigkeit erworbener Bachelor- und Mastergrade  
fordert die AfD die Rückkehr zu den bewährten Studien-  
abschlüssen Diplom, Magister und Staatsexamen und den  
entsprechenden Regularien. Bei diesen Studiengängen sind  
52 Programm für Deutschland | Schule, Hochschule und Forschung  
Die Gender-Forschung  
erfüllt nicht den Anspruch,  
der an seriöse Forschung  
gestellt werden muss.  
Bestehende Gender-Profes-  
suren sollen nicht mehr nach-  
besetzt, laufende Gender-  
Forschungsprojekte nicht  
weiter verlängert werden.  
Studienplatzwechsel dann auch wieder problemlos möglich.  
Planwirtschaftliche Zielvorgaben zu Studentenzahlen, Stu-  
dienerfolg und Frauenanteil lehnen wir ab. Auch für Studie-  
nabschlüsse darf es keine Quoten geben.  
8.1.4 Studienanforderungen erhöhen  
Die AfD begrüßt die zentrale Rolle der MINT-Fächer (Ma-  
thematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) für  
die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit unseres Landes.  
Es soll Aufnahmeprüfungen insbesondere für technische, na-  
turwissenschaftliche und medizinische Studienfächer geben.  
Ständig sinkende schulische Anforderungen haben dazu ge-  
führt, dass mit bestandenem Abitur die Hochschulreife nicht  
mehr gesichert ist. Die Anforderungen an Studenten dürfen  
sich keinesfalls dem gesunkenen Niveau anpassen, sondern  
müssen sich an den international höchsten Standards aus-  
richten. Die AfD fordert deshalb leistungs- und eignungsbe-  
zogene Auswahlverfahren für verschiedene Hochschultypen.  
Es gilt „Qualität vor Quantität“.  
8.2 Unser Schulsystem:  
Stark durch Differenzierung  
Eine Politik, die eine nach unten nivellierende Einheitsschu-  
le anstrebt und dabei einen Qualitätsverlust in Kauf nimmt,  
bedroht die Zukunftsfähigkeit junger Menschen und die  
Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft. Wir befürworten  
uneingeschränkt das Leistungsprinzip. Schüler haben ein  
Recht darauf, in einem nach oben und unten durchlässigen  
Schulsystem Erfolge und Niederlagen zu erfahren.  
8.2.1 Die Einheitsschule führt zu Qualitätsverlust  
Ständig sinkende Anforderungen haben dazu geführt, dass  
Schüler nicht mehr die Grundkenntnisse besitzen, die in der  
Berufsausbildung oder im Studium benötigt werden. Eben-  
falls fehlt es an der erforderlichen Allgemeinbildung, die zur  
verantwortungsvollen Wahrnehmung der staatsbürgerlichen  
Rechte und Pflichten notwendig ist. Es ist falsch, Eltern und  
Jugendlichen einzureden, nur derjenige Bildungsweg sei  
erfolgreich, der zu einer Hochschule führe. Ein gegliedertes  
Schulsystem muss die Begabungen und Stärken von Schü-  
lern erkennen und fördern.  
8.2.2 Wissensvermittlung muss  
zentrales Anliegen bleiben  
Die Bildungsstandards in allen Schulformen müssen sich an  
den höchsten in Deutschland ausrichten, um unseren Schul-  
abgängern die besten Chancen in Ausbildung und Studium  
zu sichern. Die Wissensvermittlung (Kenntnisse, Fähigkei-  
ten, Fertigkeiten, Lernstrategien) muss zentrales Anliegen  
der Schule bleiben. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass an  
den Oberschulen wieder Bildungsinhalte im Mittelpunkt  
eines vom Fachlehrer geleiteten Unterrichts stehen und  
Kompetenzen ihnen untergeordnet bleiben. Leistungsanfor-  
derungen und Notengebung müssen bundesweit vergleich-  
bar sein. Zugangsvoraussetzung für das Gymnasium dürfen  
allein landesweit verbindliche Leistungskriterien sein. Das  
Abitur muss wieder eine Hochschulreifeprüfung werden.  
53 Programm für Deutschland | Schule, Hochschule und Forschung  
Schüler haben  
unterschiedliche Begabungen  
und Bedürfnisse. Deshalb  
lehnt die AfD alle Arten von  
Gesamt- oder  
Einheitsschulen ab.  
8.2.3 Leistungsbereitschaft und Disziplin stärken  
Leistungsbereitschaft und Disziplin sind Voraussetzung  
für eine erfolgreiche Wissensvermittlung. Die Erziehung  
der Schüler dazu ist in erster Linie Aufgabe der Eltern. Das  
entsprechende Verhalten der Schüler kann nur durchgesetzt  
werden, wenn den Lehrern die dazu geeigneten Maßnahmen  
zur Verfügung stehen und deren Durchsetzung nicht ständig  
hinterfragt wird. Schulverweigerung, Null-Bock-Mentalität,  
Disziplinlosigkeit, Mobbing und Gewalt in der Schule sind  
nicht zu tolerieren und unter Einbeziehung der Erziehungs-  
berechtigten angemessen zu ahnden. Die Wahlfreiheit zwi-  
schen Halbtags- und Ganztagsklassen muss erhalten bleiben.  
8.2.4 Politisch-ideologische Indoktrination  
darf es an der Schule nicht geben  
Das Klassenzimmer darf kein Ort der politischen Indoktri-  
nation sein. An deutschen Schulen wird oft nicht die Bildung  
einer eigenen Meinung gefördert, sondern die unkritische  
Übernahme ideologischer Vorgaben. Ziel der schulischen  
Bildung muss jedoch der eigenverantwortlich denkende  
Bürger sein.  
Eine einseitige Hervorhebung der Homo- und Transsexuali-  
tät im Unterricht lehnen wir ebenso entschieden ab wie die  
ideologische Beeinflussung durch das „Gender-Mainstre-  
aming“. Das traditionelle Familienbild darf dadurch nicht  
zerstört werden. Unsere Kinder dürfen in der Schule nicht  
zum Spielball der sexuellen Neigungen einer lauten Minder-  
heit werden.  
8.2.5 Duale berufliche Bildung stärken  
und erhalten  
Die duale Ausbildung in Unternehmen und staatlichen  
Berufsschulen ist ein Erfolgsmodell. Jedoch gefährden das  
Streben nach immer höheren Abiturienten- und Akademi-  
kerquoten sowie unzureichende Kenntnisse von Haupt- und  
Realschulabsolventen den Nachwuchs in den Ausbildungs-  
berufen. Zahlreiche Lehrstellen können aus Mangel an  
ausreichend qualifizierten Bewerbern nicht besetzt werden.  
Berufliche Fach- und Meisterschulen müssen als tragende  
Säulen der beruflichen Bildung und des lebenslangen Ler-  
nens erhalten und gestärkt werden.  
8.2.6 Keine Inklusion um „jeden Preis”.  
Förder- und Sonderschulen erhalten  
Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen  
stellt unsere bewährten Förder- und Sonderschulen keines-  
wegs in Frage. Die Forderung, behinderten Kindern Teilhabe  
am Bildungssystem zu garantieren, ist bereits umfassend  
und erfolgreich erfüllt. Die ideologisch motivierte Inklusion  
„um jeden Preis“ verursacht erhebliche Kosten und hemmt  
behinderte wie nicht behinderte Schüler in ihrem Lernerfolg.  
Die AfD setzt sich deshalb für den Erhalt der Förder- und  
Sonderschulen ein. Die Eltern sollen auch weiterhin das  
Recht haben, ihre Kinder in diese Einrichtungen zu schicken.  
54 Programm für Deutschland | Schule, Hochschule und Forschung  
Die ideologisch motivierte  
Inklusion „um jeden Preis“  
lehnen wir ab.  
Die AfD setzt sich für den  
Erhalt der Förder- und  
Sonderschulen ein.  
8.2.7 Koranschulen schließen.  
Islamkunde in den Ethikunterricht integrieren  
Soweit ein bekenntnisorientierter islamischer Religionsun-  
terricht stattfindet, fordern wir eine Islamkunde in deutscher  
Sprache für alle muslimischen Schüler. Die Lehrer sollten  
von verfassungstreuen Islamwissenschaftlern an deutschen  
Universitäten ausgebildet werden, die nicht von islamischen  
Verbänden beeinflusst sein dürfen. Solange der Islam keine  
echte Reformation durchlaufen hat, fordern wir die Schlie-  
ßung von Koranschulen wegen der unkontrollierbaren Ge-  
fahr einer radikalen verfassungsfeindlichen Indoktrination.  
8.2.8 Keine Sonderrechte für muslimische Schüler  
Wir lehnen Sonderrechte für muslimische Schüler ab und  
fordern die Teilnahme am Sportunterricht und an Klas-  
senfahrten ohne Ausnahme. Muslimische Schüler und ihre  
Eltern haben auch weibliche Lehrkräfte als Vertreter unserer  
Werte und unserer staatlichen Ordnung uneingeschränkt zu  
akzeptieren.  
8.3 Nein zu „Gender-Mainstreaming”  
und Frühsexualisierung  
Die Gender-Ideologie und die damit verbundene Frühsexu-  
alisierung, staatliche Ausgaben für pseudowissenschaftliche  
„Gender-Studies“, Quotenregelungen und eine Verunstal-  
tung der deutschen Sprache sind zu stoppen. Gleichberechti-  
gung muss wieder Chancengleichheit bedeuten.  
Viele der im Bereich des „Gender-Mainstreamings” ver-  
tretenen Ansichten widersprechen den Ergebnissen der  
Naturwissenschaft, der Entwicklungspsychologie und der  
Lebenserfahrung. Wir wenden uns daher gegen jede staatli-  
che Förderung von „Gender-Studies“.  
Die Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Un-  
terschiede zwischen den Geschlechtern und wirkt damit  
traditionellen Wertvorstellungen und spezifischen Ge-  
schlechterrollen in den Familien entgegen. Das klassische  
Rollenverständnis von Mann und Frau soll durch staatlich  
geförderte Umerziehungsprogramme in Kindergärten und  
Schulen systematisch „korrigiert“ werden. Die AfD lehnt  
diese Geschlechterpädagogik als Eingriff in die natürliche  
Entwicklung unserer Kinder und in das vom Grundgesetz  
garantierte Elternrecht auf Erziehung ab.  
Ebenso fordert die AfD, keine Frühsexualisierung in Krip-  
pen, Kindergärten und an den Schulen zuzulassen und die  
Verunsicherung der Kinder in Bezug auf ihre sexuelle Identi-  
tät einzustellen.  
8.3.1 Keine „geschlechterneutrale”  
Umgestaltung der deutschen Sprache  
Die deutsche Sprache wird abstrus umgestaltet, damit sich  
die Geschlechteraufhebung auch im alltäglichen Sprachge-  
brauch wiederfindet. Die AfD lehnt die behördlich verord-  
neten geschlechterneutralen Worterfindungen als Eingriff  
in die natürlich gewachsene Kultur und Tradition unserer  
Sprache ab.  
55 Programm für Deutschland | Schule, Hochschule und Forschung  
Die AfD lehnt  
Geschlechterquoten im  
Studium oder in der  
Arbeitswelt generell ab, da  
Quoten leistungsfeindlich  
und ungerecht sind und  
andere Benachteiligungen  
schaffen.  
8.3.2 Geschlechterquoten sind  
leistungsfeindlich und ungerecht  
Die AfD lehnt Geschlechterquoten im Studium oder in der  
Arbeitswelt generell ab, da Quoten leistungsfeindlich und  
ungerecht sind und andere Benachteiligungen schaffen. Die  
AfD vertritt die Meinung, dass Quoten kein geeignetes Mittel  
zur Gleichberechtigung von Mann und Frau darstellen. Auch  
die Einrichtung spezieller Frauenstudiengänge lehnen wir  
ab. Die AfD unterstreicht stattdessen die grundrechtlich  
garantierte Gleichberechtigung von Mann und Frau (im Sin-  
ne von Chancengleichheit). Eine Gleichstellungspolitik im  
Sinne von Ergebnisgleichheit lehnt die AfD hingegen ab.  
56 Programm für Deutschland | Schule, Hochschule und Forschung  
K A P I T E L 9  
Einwanderung,  
Integration und Asyl  
EINWANDERUNG,  
INTEGRATION UND ASYL  
Gerade beim politischen Thema Asyl und Einwanderung ver-  
antwortet ein ideologisch vergiftetes Klima der „politischen  
Korrektheit“ Sprachverbote und Sprachregelungen. Verstöße  
führen zu gesellschaftlicher Stigmatisierung, teilweise sogar  
zu beruflichen Nachteilen; diese Art von Umgang mit unan-  
gepassten Meinungen war in der Vergangenheit Merkmal  
totalitärer Staaten, aber nicht von freien Demokratien. Fehl-  
entwicklungen im Asyl- und Einwanderungsbereich sollen  
um eines befürchteten Umschwungs der öffentlichen Mei-  
nung willen nicht zur Sprache kommen; gleichzeitig soll vom  
völligen Versagen der Asyl- und Einwanderungspolitik der  
vergangenen Jahre durch die herrschenden Parteien abge-  
lenkt werden. Eine offene Diskussion wird damit verhindert.  
Das alles führt zu ungerechten Pauschalverdächtigungen ge-  
genüber der Mehrzahl der rechtstreuen, integrierten auslän-  
dischen Mitbürger als auch der rechtstreuen Asylbewerber.  
Die AfD fordert daher das selbstverständliche Recht auf freie  
Rede für freie Bürger wieder ein. Niemand darf Angst haben,  
seine Meinung zur Einwanderungs- und Asylpolitik zu  
sagen. Dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung muss  
auch auf diesem Politikfeld wieder zur uneingeschränkten  
Geltung verholfen werden.  
58 Programm für Deutschland | Einwanderung, Integration und Asyl  
Deutschland ist aufgrund seiner geografischen Lage, sei-  
ner Geschichte, Bevölkerung und dichten Besiedelung kein  
klassisches Einwanderungsland, erst recht nicht als Ziel  
einer Masseneinwanderung, wie wir sie im Jahre 2015 erlebt  
haben.  
Dennoch wandern seit Jahrzehnten Menschen nach  
Deutschland ein. Damit ist es de facto ein Einwanderungs-  
land, ohne dass es dafür einen dementsprechenden Rechts-  
rahmen gäbe. Kanada und Australien sind uns Vorbilder  
darin, wie Einwanderungsländer eine gesellschafts-, sozi-  
al- und arbeitsmarktverträgliche Einwanderung regeln. Der  
deutsche „Sonderweg“ hingegen führt bisher fast ausschließ-  
lich zu einer Einwanderung in die Sozialsysteme und den  
Niedriglohnsektor, anstatt in den qualifizierten Arbeits-  
markt.  
Das will die AfD ändern: wir fordern einen Paradigmen-  
wechsel in der 1) Asylzuwanderung, 2) in der Handhabung  
der EU-Personenfreizügigkeit, 3) in der qualifizierten Zu-  
wanderung aus Drittstaaten sowie 4) bei der Integration von  
Einwanderern dieser drei Kategorien.  
9.1 Keine irreguläre Einwanderung über das Asylrecht  
9.1.1 Asylzuwanderung - für einen Paradigmenwechsel  
Eine Völkerwanderung historischen Ausmaßes fordert Euro-  
pa heraus. Im Hinblick auf Bevölkerungsexplosion, kriege-  
rische und religiöse Konflikte und Klimaextreme in vielen  
Ländern, insbesondere des afrikanischen Kontinents und  
des Nahen und Mittleren Ostens, stehen wir erst am Anfang  
weltweiter, bislang unvorstellbarer Wanderungsbewegungen  
in Richtung der wohlhabenden europäischen Staaten.  
Die aktuelle deutsche und europäische Asyl- und Flücht-  
lingspolitik kann deshalb so nicht weitergeführt werden.  
Die unzutreffende Bezeichnung „Flüchtling“ für fast alle  
Menschen, die irregulär nach Deutschland einreisen, um  
hier dauerhaft zu bleiben, ist Ausdruck dieser verfehlten  
Politik. Es ist demgegenüber notwendig, zwischen politisch  
Verfolgten und (Kriegs-) Flüchtlingen, die unmittelbar vor  
ihrer Einreise echten, kriegsbedingten Gefahren ausgesetzt  
waren, einerseits und irregulären Migranten andererseits zu  
unterscheiden. Echte Flüchtlinge will auch die AfD schüt-  
zen, solange die Fluchtursache im Heimatland andauert.  
Irreguläre Migranten aber, die, anders als Flüchtlinge, nicht  
verfolgt werden, können keinen Flüchtlingsschutz beanspru-  
chen. Entfällt der Fluchtgrund durch Beendigung von Krieg,  
politischer oder religiöser Verfolgung im Herkunftsland der  
Flüchtlinge, endet deren Aufenthaltserlaubnis. Die betroffe-  
nen Flüchtlinge müssen Deutschland wieder verlassen. Dazu  
soll Deutschland im Verbund mit den europäischen Part-  
nerländern Rückkehrhilfen gewähren. Es dient dem inneren  
und äußeren Frieden, wenn die in ihre Herkunftsländer  
zurückkehrenden Flüchtlinge ihren Beitrag zum politischen,  
wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbau ihres Heimat-  
landes leisten. Ihre Rückkehr sollte durch ein internationales  
Wiederaufbauprogramm unterstützt werden.  
Die überkommene Politik der großzügigen Asylgewährung  
im Wissen um massenhaften Missbrauch führt nicht nur  
zu einer rasanten, unaufhaltsamen Besiedelung Europas,  
insbesondere Deutschlands, durch Menschen aus anderen  
Kulturen und Weltteilen. Sie ist auch für den Tod vieler  
Menschen auf dem Mittelmeer verantwortlich. Die AfD will  
diese zynisch hingenommene Folge eines irregeleiteten Hu-  
manitarismus vermeiden und die daraus entstehende Gefahr  
sozialer und religiöser Unruhen sowie eines schleichenden  
Erlöschens der europäischen Kulturen abwenden.  
Die gesamteuropäische Asylpolitik ist wegen des Bruchs des  
Dublin-Abkommens durch südliche EU-Länder, zuletzt aber  
auch durch das Verschulden der deutschen Bundesregierung  
gescheitert. Die AfD setzt sich daher für eine vollständige  
Schließung der EU-Außengrenzen ein und fordert den aus  
politischen und anderen Gründen flüchtenden Menschen  
folgende Option anzubieten:  
In der Herkunftsregion von Flüchtlingsbewegungen, wie  
z.B. Nordafrika, werden Schutz- und Asylzentren in sicheren  
Staaten eingerichtet. Vorrangiges Ziel ist, solche Aufnah-  
meeinrichtungen unter UN- oder EU-Mandat zu betreiben.  
Anträge auf Schutz sollen danach nur noch dort gestellt  
und entschieden werden. Antragsteller in Deutschland und  
Europa sind ausnahmslos zur Rückkehr in diese Zentren zu  
verpflichten.  
59 Programm für Deutschland | Einwanderung, Integration und Asyl  
Es ist notwendig,  
zwischen politisch Verfolgten  
und Kriegsflüchtlingen  
einerseits und irregulären  
Migranten andererseits zu  
unterscheiden.  
Sollten sich solche Aufnahmeeinrichtungen nicht innerhalb  
überschaubarer Zeit international organisieren lassen, dann  
wird Deutschland eigenständig in sicheren Staaten geschütz-  
te Aufnahmeeinrichtungen nach ortsüblichem Standard und  
ortsüblicher Grundversorgung einrichten.  
Dazu müssen Staaten gefunden werden, die vertraglich den  
Betrieb einer Aufnahmeeinrichtung auf dem Botschaftsge-  
lände oder einer sonstigen Liegenschaft ermöglichen, wie es  
dem „australischen Modell“ entspricht. In diesen regionalen  
Aufnahmeeinrichtungen werden Außenstellen des BAMF  
sowie der Verwaltungsgerichtsbarkeit angesiedelt, die für  
die Durchführung des Asyl- und Rechtsmittelverfahrens für  
Asylsuchende aus der Region die Alleinzuständigkeit erhal-  
ten.  
Schutzsuchende aus diesen Regionen, die in Deutschland  
eintreffen und hier ihre Anträge stellen, werden ausnahms-  
los zur Durchführung des Asylverfahrens zur zuständigen  
Aufnahmeeinrichtung in der Herkunftsregion begleitet.  
Nach Anerkennung eines Schutzgrundes wird ihnen die  
sichere Reise nach Deutschland ermöglicht.  
An allen deutschen Grenzübergängen, an denen eine ungere-  
gelte Einwanderung stattfindet, sind strenge Personenkon-  
trollen einzuführen, um illegale Grenzübertritte zu ver-  
hindern. Solange es weltweite Wanderungsbewegungen in  
Richtung Deutschland gibt und solange die Dysfunktionali-  
tät der europäischen Grenzsicherung andauert, befürworten  
wir Sicherungsmaßnahmen an den deutschen Grenzen zur  
Verhinderung jeder unkontrollierten Einwanderung. Dies  
schließt die Bewachung der „grünen Grenze“ ein.  
Die AfD will das individuelle Asylgrundrecht durch die  
grundgesetzliche Gewährleistung eines Asylgesetzes (institu-  
tionelle Garantie) ersetzen. Die Genfer Konvention von 1951  
und andere, veraltete supra- und internationale Abkommen  
sind an die globalisierte Gegenwart mit ihren weltweiten  
Massenmigrationen anzupassen. Das Asylrecht darf nicht  
länger als ein Vehikel der Masseneinwanderung missbraucht  
werden.  
Die Entscheider des Bundesamts für Migration und Flücht-  
linge mussten seit Ende 2014 die Pauschalanerkennung gan-  
zer Volksgruppen vornehmen, anstatt Einzelentscheidungen  
zu treffen. Nachprüfungen von Identität, Herkunft, Staats-  
angehörigkeit usw. fanden nicht statt, was zum Missbrauch  
geradezu einlädt. Die Entscheider müssen wieder unabhän-  
gig von Weisungen werden, wie dies bis 2002 der Fall war.  
Nur so lässt sich ihre politische Instrumentalisierung zur  
Steuerung der Anerkennungsquote verhindern.  
Auch die Lebensbedingungen in heimatnahen Flüchtlingsla-  
gern in Folge von Kriegen müssen auf einem Niveau gehal-  
ten werden, das eine Weiterwanderung überflüssig macht.  
Mit einem Bruchteil der Finanzmittel, die wir für die Bewäl-  
tigung der irregulären Migration im Inland aufwenden müs-  
sen, können wir ungleich mehr Menschen vor Ort helfen,  
und den Auswanderungsdruck dort vermindern.  
9.1.2 Rückführung - Schluss mit  
Fehlanreizen und falscher Nachsicht  
Der wichtigste (Fehl-)Anreiz, über das Asylrecht in das deut-  
sche Sozialsystem einzuwandern, ist bereits seit Jahrzehnten  
60 Programm für Deutschland | Einwanderung, Integration und Asyl  
An allen deutschen Grenzen,  
an denen derzeit (noch)  
ungeregelte Einwande-  
rung stattfindet, sind strenge  
Personenkontrollen  
einzuführen, um illegale  
Grenzübertritte zu  
verhindern.  
die fehlende Durchsetzung der Ausreisepflicht gegenüber  
Ausländern, die unter keinem Gesichtspunkt bleibeberech-  
tigt sind.  
Rückführungen in die Herkunftsländer werden auf man-  
nigfache Weise sabotiert. Daran beteiligt sind die Ausrei-  
sepflichtigen, inländische Helfer und teilweise auch die  
Herkunftsländer. Kampagnen der Einwanderungslobby  
und Medien zielen auf immer neue Bleiberechte. Landesre-  
gierungen halten sich häufig nicht an das Bundes-Abschie-  
berecht, verschleppen seine Durchsetzung und setzen es  
vielfach praktisch außer Kraft.  
Die AfD will diese Missachtung des Rechtsstaats beenden.  
Sie fordert, das Abschieberecht zu ertüchtigen, zu vereinfa-  
chen und es konsequent anzuwenden; wo dies nicht ge-  
schieht, hat die Rechts-und Fachaufsicht des Bundes sofort  
einzugreifen. Die Ausländerbehörden müssen auf die unein-  
geschränkte Rückendeckung der Politik vertrauen können.  
Alle rechtskräftig abgelehnten Asylbewerber sind unverzüg-  
lich außer Landes zu bringen, sofern sie nicht entsprechende  
Ausreiseaufforderungen freiwillig befolgen. Gewährung  
oder Streichung von Entwicklungshilfe und die Visapolitik  
müssen zum Hebel für die Kooperationsbereitschaft der  
Herkunftsstaaten bei der Rücknahme ihrer Staatsangehöri-  
gen werden.  
Vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländern dürfen nicht  
gleichzeitig Anreize zum Bleiben gegeben werden. Unter  
anderem ist ihre Sozialhilfe dauerhaft auf ein rechtlich  
zulässiges Minimum in Sachleistungen zurückzuführen. Ob-  
struktionen bei der zur Rückführung erforderlichen Passbe-  
schaffung und Täuschungen der Behörden sind zu ahnden.  
Altfall- und Bleiberechtsregelungen wollen wir streichen,  
denn als „Belohnung“ für langjährige Verweigerungshaltung  
konterkarieren sie diese Absicht.  
Eine freiwillige Ausreise ist besser als eine Abschiebung. Ge-  
rade wer aus rein wirtschaftlichen Motiven Asyl in Deutsch-  
land beantragt hat, kann – ggf. durch Gewährung einmaliger  
Starthilfe - zur freiwilligen Rückkehr bewogen werden.  
Die AfD bekennt sich dazu, ökonomische Fluchtursachen  
zu vermeiden, auch wenn dies für die westliche Wirtschaft  
zunächst Nachteile mit sich bringen könnte. Dazu gehört  
beispielsweise ein Exportstopp für hochsubventionierte  
landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Afrika, die dort die  
lokalen Märkte ruinieren und den Menschen ihre Lebens-  
grundlage nehmen. Dasselbe gilt für den Export von Waffen,  
Altkleidern, Giftmüll und andere westliche Abfallprodukte  
sowie für die EU-Fischerei vor den afrikanischen Küsten.  
9.2 Einwanderung aus EU-Staaten  
Das europäische Freizügigkeitsrecht hat in seiner Ausprä-  
gung der Personenfreizügigkeit zu massiven Wanderungs-  
bewegungen innerhalb der EU aus den ärmeren in die  
reicheren Staaten, besonders nach Deutschland, allein zum  
Zweck des Sozialhilfebezugs geführt. Zwar sieht das deutsche  
Recht - in Einklang mit der Freizügigkeitsrichtlinie - gewisse  
Einschränkungen der Ansprüche auf Sozialleistungen vor;  
allerdings sind diese nicht ausreichend, um den Missbrauch  
des großzügigen deutschen Sozialsystems durchgreifend zu  
verhindern. Die Praxis bietet viele Möglichkeiten der Um-  
gehung und des Unterlaufens der schwach ausgeprägten  
rechtlichen Sicherungen.  
61 Programm für Deutschland | Einwanderung, Integration und Asyl  
Die AfD fordert deshalb eine umfassende und durchgreifen-  
de Neuausrichtung des europäischen Rechts mit dem Ziel  
der Wiedergewinnung nationaler Handlungsmöglichkeiten  
zur Beendigung des massenhaften Missbrauchs von Rech-  
ten, die mit der europäischen Freizügigkeit einhergehen.  
Sollte dies keine Wirkung entfalten, dann fordern wir, die  
EU-Personenfreizügigkeit dahingehend einzuschränken,  
dass dem aufnehmenden Staat eine kontrollierte Steuerung  
der EU-Zuwanderung durch Arbeitnehmer und Familienan-  
gehörige möglich ist.  
Mit Priorität fordert die AfD, allen EU-Ländern die Möglich-  
keit zu eröffnen, den Anspruch auf steuerfinanzierte Sozial-  
leistungen für EU-Bürger und ihre Familienangehörigen von  
einer vierjährigen, versicherungspflichtigen Beschäftigung  
ohne staatliche Zuschüsse abhängig zu machen. Die direkte  
Einwanderung in die Sozialsysteme muss verhindert werden.  
Gegenstehendes europäisches Recht muss entsprechend  
geändert werden.  
9.3 Gesteuerte Einwanderung aus Drittstaaten  
Wir setzen uns für eine maßvolle legale Einwanderung nach  
qualitativen Kriterien ein, soweit ein unabweisbarer Bedarf  
weder durch einheimische Potentiale noch durch Zuwan-  
derung aus der EU gedeckt werden kann. Im Vordergrund  
stehen die Interessen Deutschlands als Sozialstaat, Wirt-  
schafts- und Kulturnation. Für den Arbeitsmarkt qualifi-  
zierte Einwanderer mit hoher Integrationsbereitschaft sind  
uns willkommen. Die langjährigen Erfahrungen anderer  
westlicher Einwanderungsländer müssen wir uns zu Nutze  
machen. Davon strikt zu trennen ist die ungeregelte Asylzu-  
wanderung, die dem Wirtschaftsstandort Deutschland nicht  
nutzt und der Gesellschaft schadet.  
Die Versorgung unseres Landes mit qualifizierten Arbeits-  
kräften muss in erster Linie über die vollständige Erschlie-  
ßung der einheimischen Potentiale erfolgen. Hierzu zählen  
eine umfassende Aus- und Weiterbildung, die Integration  
von immer noch Millionen zählenden Arbeitslosen in den  
Arbeitsmarkt und die Beendigung der Diskriminierung von  
älteren Arbeitnehmern und von Alleinerziehenden. Teilweise  
kann die legale Zuwanderung aus EU-Staaten dazu beitra-  
gen.  
Auch die fortgesetzte Auswanderung inländischer Hochqua-  
lifizierter muss reduziert und die bereits Ausgewanderten  
müssen zur Rückkehr ermutigt werden. Die Anwerbung in  
Drittländern kommt erst dann zum Zuge, wenn zuvor sämt-  
liche dieser Möglichkeiten zur Arbeitskräftegewinnung und  
-qualifizierung genutzt wurden. Die gesteuerte Einwande-  
rung aus Drittstaaten ist jedoch kein Weg, um die demogra-  
fische Krise zu lösen. Die ungesteuerte, überwiegend illegale  
Zuwanderung von Unqualifizierten auf dem Umweg der  
Asylantragstellung steigert das Fachkräftepotential nicht.  
Deutschland steht mit anderen Hochtechnologienationen in  
einer Konkurrenz um die Gewinnung wirklich qualifizierter  
Zuwanderer. Das rechtliche Instrumentarium, um in diesem  
Wettstreit bestehen zu können, bedarf einer durchgreifenden  
Überarbeitung. Vorbild hierfür könnte ein auf deutsche Ver-  
hältnisse angepasstes „kanadisches Modell“ sein. Es muss  
in erster Linie auf Einwanderungswillige aus dem Ausland  
Anwendung finden. Nur in Einzelfällen sollte es auch schon  
in Deutschland befindlichen Ausländern ohne Daueraufent-  
haltsberechtigung offen stehen, wie zum Beispiel Ausländern  
aus Drittstaaten, die in Deutschland ein Studium absolviert  
haben.  
62 Programm für Deutschland | Einwanderung, Integration und Asyl  
Wir befürworten eine  
maßvolle legale  
Einwanderung aus  
Drittstaaten nach qualita-  
tiven Kriterien. Im Vor-  
dergrund stehen dabei die  
Interessen Deutschlands als  
Sozialstaat, Wirtschafts-  
und Kulturnation.  
Für eine Einwanderung in diesem Sinne müssen vor der  
Einreise die Integrationsfähigkeit, die Qualifikation, Sprach-  
kenntnisse und ein Arbeitsplatzangebot ausschlaggebend  
sein.  
Über Qualität und Quantität der Einwanderung selbst zu be-  
stimmen, ist herausragendes Merkmal staatlicher Souveräni-  
tät; das muss uneingeschränkt auch für Deutschland gelten.  
9.4 Integration - Mehr als nur Deutsch lernen  
Die multikulturelle Gesellschaft ist gescheitert. Um mit  
Einwanderern in der Zukunft friedlich zusammenleben zu  
können, ist deren Integration unerlässlich. Nur so lässt sich  
auch das weitere Vordringen von Gegen- und Parallelgesell-  
schaften in unserem Land verhindern.  
Gelingende Integration fordert von Einwanderern jeden  
Alters nach einer angemessenen Zeit die Beherrschung der  
deutschen Sprache in Wort und Schrift, die Achtung und  
gelebte Bejahung unserer Rechts- und Gesellschaftsordnung  
sowie den Verdienst des eigenen Lebensunterhalts. Assi-  
milation als weitestgehende Form der Integration ist zwar  
anzustreben, aber nicht erzwingbar.  
Jeder Einwanderer hat eine unabdingbare Bringschuld, sich  
zu integrieren; er muss sich seiner neuen Heimat anpas-  
sen, nicht umgekehrt. Eine fortgesetzte Zuwanderung von  
Menschen mit denkbar schlechten Integrationsaussichten  
verschärft die bestehenden Probleme und ist daher unver-  
antwortlich. Gute Integrationsaussichten müssen für eine  
Einreise mit der Absicht eines dauerhaften Aufenthalts  
künftig Bedingung sein. Der Daueraufenthalt setzt gelunge-  
ne Integration voraus. Wer sich der Integration verweigert,  
muss sanktioniert werden und letztendlich auch sein Aufent-  
haltsrecht verlieren können.  
Der hohe Standard unseres Bildungssystems ist der wich-  
tigste Grund für die Stellung Deutschlands als eine der  
führenden Wirtschaftsnationen. Eine Absenkung der schu-  
lischen und beruflichen Anforderungen aus Gründen einer  
vermeintlich besseren Integration darf es nicht geben.  
9.5 Kosten der Einwanderung -  
Transparenz herstellen  
Einwanderung in die sozialen Systeme ist Alltag. Beispiele  
liefert die Rechts- und Lebenswirklichkeit aller Zu- und Ein-  
wanderungsgruppen. Angebliche Sicherungsmechanismen  
entpuppen sich als wirkungslos, als von der Rechtsprechung  
außer Kraft gesetzt, durch EU-Recht relativiert oder als äu-  
ßerst betrugsanfällig.  
Niedrigqualifizierte wandern überwiegend über missbräuch-  
liche Asylanträge zu und sind auf die steuerfinanzierten sozi-  
alen Sicherungssysteme angewiesen. Qualifizierte Einwande-  
rer bevorzugen Staaten mit geringer Steuerlast.  
Ausnahmslos jeder Asylantragsteller wandert in das soziale  
System ein, da ihm ab Grenzübertritt Leistungsansprüche  
zustehen. Nach seiner Anerkennung gilt dasselbe für nach-  
ziehende Familienmitglieder. Die AfD fordert, die schran-  
kenlosen Möglichkeiten des Familiennachzugs für anerkann-  
te Asylbewerber zu beenden, weil dies sonst einen direkten  
und dauerhaften Nachzug in das soziale Netz ermöglicht.  
Die Kosten der Massenzuwanderung sind intransparent.  
63 Programm für Deutschland | Einwanderung, Integration und Asyl  
Jeder Einwanderer hat eine  
unabdingbare Bringschuld,  
sich zu integrieren; er muss  
sich seiner neuen Heimat  
anpassen, nicht umgekehrt.  
Wer sich der Integration  
verweigert, muss sanktioniert  
werden und letztendlich auch  
sein Aufenthaltsrecht  
verlieren können.  
Schätzungen erreichen Größenordnungen von hunderten  
Milliarden EURO. Es reicht nicht, nur die Zahl der Sozial-  
leistungsempfänger mit dem Regelsatz zu multiplizieren.  
Hinzu kommt eine enorme Fülle versteckter Kosten für die  
Flüchtlingsbetreuung und -versorgung auf allen Verwal-  
tungsebenen. Im Gefolge der Massenzuwanderung ist eine  
kartellähnliche Migrationsindustrie entstanden, die vieler-  
orts die Preise diktiert. Es gibt keine umfassende Kosten-  
analyse und -darstellung. Sie ist der politischen Führung in  
Bund und Ländern auch höchst unerwünscht.  
Die AfD fordert, die Finanzierung der Zuwanderung grund-  
sätzlich neu zu ordnen. Die Kosten sollen auf allen Ebenen  
der Verwaltung völlig transparent und vollständig dargestellt  
werden. Die wirtschaftliche Verwendung von Steuermitteln  
muss auch im Einwanderungssektor konsequent durchge-  
setzt werden. Einen „Flüchtlings-Soli“ lehnt die AfD vehe-  
ment ab.  
Zu den Kosten der Einwanderung gehören nicht nur die  
kurzfristigen, sondern auch die langfristigen Kosten. Die  
Staatsangehörigkeit von SGB-II-Beziehern wird nicht  
aufgeschlüsselt und ist geheim. Damit ist die Zahl der als  
asylberechtigt Anerkannten, die dauerhaft im sozialen Netz  
verbleiben, nicht bekannt. Integrationserfolge oder -misser-  
folge können auf diese Weise nicht evaluiert werden. Die AfD  
fordert auch hier vollständige Transparenz.  
9.6 Einwandererkriminalität - nichts verschleiern,  
nichts verschweigen  
Millionen Menschen aus anderen Kulturkreisen ohne die für  
eine Integration erforderlichen Qualifikationen werden mit  
falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt. In ihrer  
Heimat haben sie alle Brücken abgebrochen. Enttäuschte  
Hoffnungen auf Wohlstand bergen die Gefahr, dass viele in  
die Kriminalität abgleiten.  
Nicht nur im Schlepptau der ungeregelten Massenzuwan-  
derung steigt die Kriminalität an. Gleiches gilt hinsichtlich  
fehlender Grenzkontrollen zu einigen östlichen EU-Mit-  
gliedsstaaten. Doch Statistiken über den Asyl- oder Migrati-  
onshintergrund der Tatverdächtigen bzw. Täter werden aus  
politischen Gründen kaum geführt, geheim gehalten oder  
geschönt. Teilweise verschweigen oder verharmlosen öffent-  
liche Stellen und Medien die durch die Asylzuwanderung  
verursachten Probleme. Eine Reform der Kriminalstatistik  
ist daher Ziel der AfD.  
Einwanderungsbedingte Kriminalität ist wegen ihrer Ein-  
bettung in Familien-, Clan- und kulturelle Strukturen und  
aufgrund der Sprachbarriere sehr schwer zu bekämpfen. Der  
derzeitige Rechtszustand, nach dem aufenthaltsbeendende  
Maßnahmen für diese Straftäter kaum möglich sind, muss  
geändert werden. Wir wollen die rechtlichen Möglichkeiten  
schaffen, um ausländischen Straftätern leichter und schnel-  
ler das Aufenthaltsrecht entziehen zu können. Dies ist ein  
wirkungsvolles Mittel zur Bekämpfung der einwanderungs-  
bedingten Kriminalität.  
64 Programm für Deutschland | Einwanderung, Integration und Asyl  
Die AfD fordert, dem Schutz der Bürger vor einwande-  
rungsbedingter Kriminalität oberste Priorität einzuräumen.  
Das verlangt einen Systemwechsel von der Fesselung der  
Sicherheitsbehörden durch nationale und EU-Vorschriften  
hin zur Neukonzeption von Ausländerbehörden, Polizei und  
Strafverfolgung als effiziente Gefahrenabwehrbehörden. Sie  
müssen zum bestmöglichen Schutz der Bürger vor einwan-  
derungsbedingter Kriminalität ebenso wie zur Unterbindung  
von Asyl- und Rechtsmissbrauch gesetzlich aufgefordert und  
in der Lage sein. Das schließt eine Abkehr von EU-Richtlini-  
en im Einwanderungs- und Asylbereich mit ein, die zur Ent-  
machtung der nationalen Ausländerbehörden bei gleichzeitig  
massiver Vermehrung von Ansprüchen geführt haben.  
9.7 Einbürgerung - Abschluss gelungener  
Integration  
Die Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit ist Ab-  
schluss einer erfolgreichen Integration, nicht aber deren  
Ausgangspunkt.  
Für die AfD ist die deutsche Staatsangehörigkeit untrennbar  
mit unserer Kultur und Sprache verbunden. Die Staatsan-  
gehörigkeit hat in den vergangenen Jahren einen schlei-  
chenden Bedeutungsverlust erfahren. Kinder bekommen  
unter bestimmten Bedingungen automatisch die deutsche  
Staatsangehörigkeit, auch wenn kein Elternteil Deutscher ist.  
Gleichzeitig wurden die Möglichkeiten der doppelten Staats-  
angehörigkeit erweitert.  
Die AfD lehnt den „Doppelpass“, also den Erwerb der deut-  
schen Staatsangehörigkeit bei gleichzeitigem Fortbestand  
oder Erwerb einer anderen Staatsangehörigkeit, grundsätz-  
lich ab, was wohlbegründete Sonderfälle aber nicht aus-  
schließt. Darüber hinaus müssen die Anforderungen für eine  
Einbürgerung deutlich erhöht werden.  
Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nur an mündige  
Einwanderer verliehen werden. Damit unvereinbar ist der  
automatische Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit  
für Kinder ausländischer Elternpaare, der zu erheblichem  
Missbrauch geführt hat. Diese Kinder sollen die deutsche  
Staatsangehörigkeit nur dann erhalten, wenn mindestens ein  
Elternteil bereits Deutscher ist. Das Territorialprinzip wollen  
wir aus diesen Gründen wieder aus dem Gesetz streichen.  
65 Programm für Deutschland | Einwanderung, Integration und Asyl  
K A P I T E L 1 0  
Wirtschaft, digitale Welt und  
Verbraucherschutz  
10.1 Freier Wettbewerb sichert unseren Wohlstand  
Durch marktwirtschaftlichen Wettbewerb ergeben sich die  
besten ökonomischen Ergebnisse. Das unsubventionierte  
Angebot, von dem sich die Marktteilnehmer den größten  
Vorteil versprechen, setzt sich dauerhaft durch. Deshalb gilt  
für die AfD: Je mehr Wettbewerb und je geringer die Staats-  
quote, desto besser für alle. Denn Wettbewerb schafft die  
Freiheit, sich zu entfalten und selbst zu bestimmen, privates  
Eigentum an Gütern und Produktionsmitteln erwerben zu  
können, eigenverantwortlich Verträge zum eigenen Vorteil  
und zum allgemeinen Wohl zu schließen, zwischen verschie-  
denen Anbietern, Produkten, Dienstleistungen oder Arbeits-  
plätzen wählen zu können, ertragsbringende Chancen zu  
nutzen, aber auch ein mögliches Scheitern selbst zu verant-  
worten.  
Voraussetzung jeglichen wirtschaftlichen Wettbewerbs sind  
gleiche und eindeutige Regeln für alle Marktteilnehmer un-  
abhängig von deren Größe oder Rechtsform sowie staatlich  
garantierte Rechtssicherheit. Gegebenenfalls erforderliche  
staatliche Eingriffe – zum Beispiel um Monopole zu verhin-  
dern und Marktversagen entgegenzuwirken – sind auf das  
notwendige Minimum zu begrenzen und müssen für in- und  
ausländische Investoren kalkulierbar sein. Dies durchzuset-  
zen ist Aufgabe der Wettbewerbspolitik.  
10.2 Soziale Marktwirtschaft statt Planwirtschaft  
Anknüpfend an unsere Vorstellungen von der Rolle des  
Staates plädieren wir im Bereich der Wirtschaft für eine Ord-  
nungsethik auf der Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft,  
wie sie von Walter Eucken, Alfred Müller-Armack und Wil-  
helm Röpke entwickelt und von Ludwig Erhard umgesetzt  
wurde. Zentrale Prinzipien sind Eigentum, Eigenverantwort-  
lichkeit und freie Preisbildung. Der Schutz des Privateigen-  
tums ist dabei genauso unentbehrlich wie offene Märkte,  
Vertragsfreiheit und ein freier Wettbewerb mit entsprechen-  
der Wettbewerbspolitik und Monopolkontrolle.  
Jede Form von staatlicher Planwirtschaft führt früher oder  
später zu Fehlallokationen und Korruption. Dabei gilt für  
uns wie für die Väter der Sozialen Marktwirtschaft: Wirt-  
schaft ist immer Mittel zum Zweck, niemals Selbstzweck. Die  
größte Hypothek für das Funktionieren der Sozialen Markt-  
wirtschaft stellt unseres Erachtens gegenwärtig die beispiel-  
lose EURO-Rettungspolitik der Staaten des EURO-Wäh-  
rungsverbundes und die Manipulation der Geldpolitik durch  
die Europäische Zentralbank dar. Hier werden grundlegende  
Marktmechanismen wie der Zusammenhang von Sparen und  
Investieren ausgehebelt, Haftungsgrundsätze verletzt und  
das Verhältnis zwischen Gläubigern und Schuldnern schwer  
beeinträchtigt.  
10.3 Internationale Wirtschaftspolitik  
neu ausrichten  
Den Außenhandel will die AfD ebenso marktwirtschaftlich  
ausrichten wie die inländische Wirtschaftsordnung. Die  
internationalen Handelsbeziehungen sind vorzugsweise  
multilateral auf der Basis von Verträgen mit der Welthandel-  
sorganisation zu regeln. Handelsabkommen sollen deut-  
sche Sicherheitsstandards in keinem Fall unterlaufen. Das  
marktwirtschaftliche Prinzip der Gleichbehandlung ist zu  
beachten. Inländische wie ausländische Unternehmen müs-  
sen rechtlich gleichgestellt werden. Unsere Bürger bleiben  
der Souverän unseres Staates, die Regulierungshoheit des  
Parlamentes darf nicht eingeschränkt werden.  
67 Programm für Deutschland | Wirtschaft, digitale Welt und Verbraucherschutz  
Zentrale Prinzipien unserer  
wirtschaftspolitischen  
Leitlinien sind Eigentum,  
Eigenverantwortlichkeit  
und freie Preisbildung.  
10.4 Hohe Standards für Handelsabkommen  
Internationaler Handel ist die Grundlage unseres Wohl-  
stands und des friedlichen Miteinanders. Wirtschaftliche  
Sanktionen halten wir grundsätzlich für falsch. Handels-  
schranken wollen wir in Europa und weltweit abbauen. Au-  
ßenwirtschaftliche Maßnahmen von übergeordneter Bedeu-  
tung müssen der deutschen Souveränität Rechnung tragen.  
Daher befürwortet die AfD internationale Handelsabkom-  
men, aber dabei sind der Grundsatz der Gleichbehandlung  
sowie deutsche Industrie-, Sozial- und Umweltstandards zu  
berücksichtigen. Zeitlich begrenzte Ausnahmen sind nur für  
solche Volkswirtschaften angemessen, die sich noch auf dem  
Stand eines Entwicklungslandes befinden. Verhandlungen  
im multilateralen Bereich und innerhalb zwischenstaatlicher  
Organisationen sind transparent zu führen und mögliche  
Abkommen offenzulegen.  
Jegliche Übertragung von Souveränitäts- und Hoheitsrech-  
ten in Freihandelsabkommen auf Sonderschiedsgerichte ist  
abzulehnen. Zwar sind Schiedsgerichte in der Wirtschaft  
grundsätzlich bewährte Instrumente, aber in Handelsab-  
kommen muss das Verhältnis von nationaler Justiz und  
Schiedsgerichten so geregelt sein, dass gegen Entscheidun-  
gen von Schiedsgerichten auf Wunsch eines Beklagten jeder-  
zeit die Berufung vor ordentlichen Gerichten möglich ist.  
Die AfD lehnt daher Handelsabkommen grundsätzlich ab,  
wenn diese intransparent und nicht öffentlich sowie ohne  
Beteiligung des Bundestages verhandelt werden, ohne ausge-  
wogene Interessenwahrung der beteiligten Parteien gestal-  
tet sind und unzulässig in nationales Recht eingreifen. Aus  
diesen Gründen werden von uns auch TTIP, TISA und CETA  
abgelehnt.  
In jedem Falle liegen Abkommen, die etwa durch Investi-  
tionsschutzregeln oder Bestrebungen zur regulatorischen  
Harmonisierung über reine Handelsabkommen hinausge-  
hen, in nationaler Kompetenz. Nur durch Beteiligung des  
Bundestages ist eine ausreichende demokratische Legitima-  
tion gewährleistet.  
10.5 Bürokratie abbauen  
Die AfD will ein investitions- und innovationsförderndes  
wirtschaftliches Umfeld. Wir wollen auf breiter Front dere-  
gulieren und Bürokratie abbauen. Mit Sorge beobachten wir  
zu viele und ineffiziente Regulierungen. Wir wollen unter-  
nehmerischen Geist neu entfachen und Unternehmensgrün-  
dern dadurch helfen, dass wir bürokratische Hindernisse  
beseitigen. Bürokratieabbau darf sich dabei nicht nur auf  
eine bessere Ausgestaltung der Regeln beschränken, sondern  
beinhaltet auch eine Überprüfung der Notwendigkeit beste-  
hender Regeln.  
10.6 Den Technologiestandort Deutschland voran-  
bringen  
Die AfD will den Standort Deutschland durch eine innova-  
tions- und technologiefördernde Politik weiter voranbringen.  
Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen leichter in marktfähi-  
ge Produkte umgesetzt werden können. Unternehmergeist  
wollen wir fördern. Die Selbständigkeit soll auch für junge  
Menschen wieder eine echte, erstrebenswerte Option werden  
und nicht als arbeitsmarktpolitisches Instrument miss-  
braucht werden, um die Arbeitslosenstatistik zu entlasten.  
Die AfD will ein  
investitions- und innovati-  
onsförderndes  
wirtschaftliches Umfeld.  
Wir wollen auf breiter Front  
deregulieren und Bürokratie  
abbauen.  
68 Programm für Deutschland | Wirtschaft, digitale Welt und Verbraucherschutz  
10.7 Staatliche Subventionen reduzieren  
und befristen  
Den Subventionsdschungel von EU, Bund, Ländern, Kom-  
munen und der Sonderfonds wollen wir so konsequent  
lichten, wie dies eine Prüfung auf Wirksamkeit und Effizienz  
nahelegt. Sofern im Einzelfall Subventionen wirtschafts-  
politisch sinnvoll erscheinen, sind sie zeitlich zu befristen.  
Jenseits der Daseinsvorsorge darf der Staat nur in Aus-  
nahmefällen unternehmerisch tätig sein. Die demokratisch  
legitimierten Organe der jeweiligen staatlichen Ebene üben  
die volle Kontrolle über die Wirtschaftstätigkeit der öffentli-  
chen Hand aus.  
10.8 Keine Privatisierung gegen den Willen  
der Bürger  
Über Privatisierungen sollen Bürgerentscheide auf der jewei-  
ligen staatlichen Ebene entscheiden, insbesondere bei der  
öffentlichen Daseinsvorsorge und in Bezug auf öffentliches  
Wohn- und Grundeigentum. Geheime Privatisierungsverträ-  
ge lehnt die AfD ab.  
10.9 Der Mittelstand als Herz unserer  
Wirtschaftskraft  
Unsere Mittelstandspolitik ist Ordnungspolitik.Wir wollen  
gleiche Regeln für alle – ob groß, ob klein, in jeder Bran-  
che. Neben der Steuerpolitik besteht unser Beitrag für den  
Mittelstand im Bürokratieabbau und einem Ende der Über-  
regulierung. Jede Regelbefolgung verursacht Kosten, die  
bei Großunternehmen geringer ins Gewicht fallen als beim  
Mittelstand.  
Wir wollen daher deutliche Vereinfachungen zum Beispiel  
beim Hunger nach statistischen Daten, beim betrieblichen  
Beauftragtenwesen, bei betrieblichen Sicherheitsbestimmun-  
gen oder auch beim Mindestlohn. Und nicht zuletzt legen wir  
unseren politischen Schwerpunkt auf folgende Standortbe-  
dingungen: öffentliche Sicherheit und bessere Infrastruktur.  
Unser Ziel ist ein schlanker, aber starker Staat.  
10.10 Digitalisierung als Chance und  
Herausforderung  
Die Digitalisierung ist aus der modernen Gesellschaft nicht  
mehr wegzudenken. Sie bestimmt fast alle Lebensbereiche,  
übernimmt an vielen Stellen Regelaufgaben und mobilisiert  
die Kommunikation in hohem Maße. Aus diesem Grund ist  
entgegen anderer Bestrebungen dem Datenschutz ein hoher  
Stellenwert einzuräumen und sein Wirkungsbereich auf  
alle personenbezogenen Merkmale auszuweiten. Die freie  
Meinungsäußerung und die freie Entfaltung der Persönlich-  
keit brauchen einen starken Datenschutz. Die AfD setzt sich  
für kostenfreies WLAN in öffentlichen Einrichtungen (z.B.  
Bibliotheken) ein.  
10.10.1 Quelloffene Software und  
sichere Hardware  
Die öffentliche Verwaltung arbeitet auf allen Ebenen mit  
sensiblen Daten der Bevölkerung. Dabei werden in der Regel  
Computer mit Betriebssystemen und Software ausländischer  
Hersteller eingesetzt. Für Sicherheitsaktualisierungen kön-  
nen diese Hersteller jederzeit auf diese Computer zugreifen.  
Die Benutzer haben keine Möglichkeit die Aktualisierungen  
zu prüfen. Diese Zugriffsmöglichkeiten sind intransparent  
und können auch durch Cyber-Kriminelle oder Geheim-  
Unsere Mittelstandspolitik  
ist Ordnungspolitik. Die AfD  
lehnt Subventionen generell  
ab. Wir wollen gleiche Regeln  
für alle – ob groß, ob klein, in  
jeder Branche. Unser Ziel ist  
ein schlanker, aber starker  
Staat.  
69 Programm für Deutschland | Wirtschaft, digitale Welt und Verbraucherschutz  
dienste ausgenutzt werden. Die Angriffsvektoren für einen  
Cyber-Krieg sind dadurch vielfältiger.  
Die AfD fordert deshalb zumindest für die öffentliche Ver-  
waltung in Deutschland den Einsatz von Betriebssystemen  
und Programmen, die über quelloffene Software erstellt  
wurden und die im Vorfeld überprüft werden konnten, ob  
unautorisierte Zugriffe möglich sind. Die Hardware der Ver-  
waltungen ist aus Sicherheitsgründen zentral zu beschaffen  
und auf Manipulationen zu prüfen. Eine im Inland erfolgte  
Montage geprüfter Hardwarekomponenten wird die sicher-  
heitstechnischen Anforderungen weiter erhöhen.  
10.10.2 Sichere Kommunikation als  
Standortvorteil und Bürgerrecht  
In Deutschland arbeiten nicht nur die staatlichen Stellen  
vorwiegend mit nicht in Deutschland hergestellter Software.  
Die Industrie ist ebenfalls betroffen. Ein ungewollter Infor-  
mationsabfluss ist nicht nur möglich, sondern wahrschein-  
lich. So kann die Forderung nach nationalen Software-Ent-  
wicklungen auch als Wirtschaftsvorteil für die Gesamtheit  
deutscher Unternehmen gesehen werden, die durch In-  
dustriespionage jährlich viele Milliarden EURO verlieren.  
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung darf nicht verboten oder  
anderweitig behindert werden. Die AfD sieht sichere Kom-  
munikation als Bürgerrecht an.  
10.10.3 Deutsche Literatur im Inland digitalisieren  
Die Digitalisierung der deutschen Literatur ist eine von  
Deutschland zu leistende, hoheitliche Aufgabe. Sie geht über  
den rein technischen Vorgang hinaus, und bedarf ähn-  
lich wie der Umgang mit historischen Artefakten in einem  
Museum der professionellen Fürsorge, die durch Experten  
für deutsche Sprache und Literatur zu leisten ist. Möglichen  
Lizenzzahlungen an ausländische Unternehmen zum Lesen  
digitalisierter deutscher Literatur ist durch Gesetzgebung  
vorzubeugen.  
10.11 Verbraucherschutz modernisieren  
und stärken  
Der Verbraucherschutz muss verbessert und den sich  
schnell wandelnden technischen und ökonomischen Bedin-  
gungen angepasst werden. Wir wollen Transparenz durch  
Information, um Haftung und Kontrolle zu ermöglichen.  
Dies erfordert auch die Stärkung verbraucherschützender  
Einrichtungen wie der Stiftung Warentest und der Verbrau-  
cherzentralen. Kompetenzen im Verbraucherschutz, die an  
die Europäische Union abgegeben wurden, sind nach dem  
Subsidiaritätsprinzip zu überprüfen und ggf. in nationale  
Kontrolle zurückzuführen. Europäische oder internationale  
Harmonisierung von Standards darf zu keiner Abschwä-  
chung erreichter Schutzniveaus führen.  
70 Programm für Deutschland | Wirtschaft, digitale Welt und Verbraucherschutz  
10.11.1 Lebensmittel besser kennzeichnen  
Die in Deutschland im größeren Umfang in Verkehr gebrach-  
ten Lebensmittel müssen mit genauen Angaben zu Herkunft,  
Inhaltsstoffen und Qualität besser und verständlicher ge-  
kennzeichnet werden. Chemisch angereicherte funktionelle  
Lebensmittel sowie Nahrungsergänzungsmittel sind unter  
pharmazeutische Prüfverfahren zu stellen. In Langzeitstudi-  
en ist die Unbedenklichkeit nachzuweisen.  
10.11.2 Langlebige Produkte statt  
geplante Obsoleszenz  
Den Versuchen einzelner Hersteller, die Lebensdauer ihrer  
Produkte zum Nachteil des Kunden künstlich zu verkürzen  
(geplante Obsoleszenz), ist durch unabhängige Produkttests  
und der zeitnahen Veröffentlichung der Ergebnisse ent-  
gegenzuwirken. Wir wollen, dass diese Tests häufiger und  
regelmäßig durchgeführt werden.  
10.11.3 Textilien und Kinderspielzeug  
auf Schadstoffe prüfen  
Waren, die möglicherweise risikobehaftete chemische Stoffe  
enthalten, sind einem strengen Prüfverfahren zu unterzie-  
hen, bevor sie in Deutschland in Verkehr gebracht werden  
dürfen. Dies gilt besonders für importierte Textilien und  
Kinderspielzeug. Kinderspielzeug und für Kinder hergestell-  
te Gebrauchsgegenstände müssen frei sein von Kunststoff-  
weichmachern und anderen schädigenden Substanzen. Hier  
wie auch bei anderen Produktgruppen dürfen Konformitäts-  
zeichen wie z.B. das CE-Zeichen nur nach neutralen Fremd-  
prüfungen verwendet werden.  
10.11.4 Wasseraufbereitung  
modernisieren und verbessern  
Wasser ist lebensnotwendig, aber zunehmend belastet. Im  
Abwasser finden sich neben Nitraten immer mehr Medika-  
mentenrückstände, Nanopartikel, Plastikfäden und Dro-  
genrückstände. Die Analyse und Aufbereitung des Wassers  
zu Trinkwasser muss sich diesen neuen Herausforderungen  
stellen. Die Wasseraufbereitung ist zu modernisieren und zu  
verbessern. Die Einleitung von Schadstoffen in den Wasser-  
kreislauf muss durch vorbeugenden Gewässerschutz verrin-  
gert werden, damit Trinkwasser in Zukunft nicht zu einer  
Gesundheitsgefahr für die Verbraucher wird. Die kommuna-  
len, dezentralen Wasserversorgungsbetriebe wollen wir un-  
terstützen. Eine Privatisierung und damit Kommerzialisie-  
rung der Grundversorgung mit Trinkwasser lehnen wir ab.  
71 Programm für Deutschland | Wirtschaft, digitale Welt und Verbraucherschutz  
K A P I T E L 1 1  
Finanzen und Steuern  
FINANZEN UND STEUERN  
Wir wollen Deutschland reformieren. Das geht nicht ohne  
eine umfassende Reform des Steuerrechts. Wir treten für  
ein einfacheres und gerechteres Steuersystem ein, das mit  
niedrigen Steuern vor allem Mittel- und Geringverdiener  
finanziell entlastet.  
73 Programm für Deutschland | Finanzen und Steuern  
11.1 Gerechte Steuern durch AfD-Stufentarif  
Wir wollen einen geänderten Einkommensteuertarif mit  
wenigen Stufen und einen deutlich höheren Grundfreibetrag.  
Der Grundfreibetrag soll an das pfändungsfreie Einkommen  
angepasst werden. Der geltende Steuertarif bewirkt eine  
übermäßige Belastung vor allem der Mittelschicht und führt  
zu versteckten Steuererhöhungen durch die sogenannte kalte  
Progression. Die kalte Progression wollen wir durch eine  
Indexierung des Stufentarifs beseitigen. Die Indexierung er-  
fasst den Grundfreibetrag, die Steuerstufen und die abzugs-  
fähigen Pauschalen, um schleichende Steuererhöhungen zu  
vermeiden.  
Die AfD strebt eine rechtsformneutrale Besteuerung an.  
Damit entfallen rein steuerliche Motive für komplexe ge-  
sellschaftsrechtliche Strukturen mit zusätzlichem Arbeits-  
aufwand bei Unternehmen und Behörden. Gewinne aus  
unternehmerischen Tätigkeiten bei den Gesellschaftern und  
Einzelunternehmern müssen rechtsformunabhängig über  
alle Ebenen einer identischen Ertragsteuerbelastung unter-  
liegen.  
11.2 Obergrenze für Steuern und Abgaben  
Wir wollen die staatliche Macht über den Bürger begrenzen.  
Dazu ist es erforderlich, die Staatsaufgaben zu reduzieren  
und den finanziellen Staatszugriff auf die Einkommen und  
Vermögen der Bürger zu reduzieren. Die AfD will die Bürger  
nicht stärker mit Steuern und Abgaben belasten. Analog zur  
Schuldenbremse wollen wir eine verbindliche Steuer- und  
Abgabenbremse im Grundgesetz, um die maximale Summe  
der Belastung auf einen bestimmten Prozentsatz im Ver-  
hältnis zum Bruttoinlandsprodukt festzuschreiben. Steuern  
und Abgaben sollen in Zukunft nicht mehr beliebig erhöht  
werden können. Steuererhöhungen und neue Steuern darf es  
nur im Rahmen der Steuer- und Abgabenbremse geben.  
11.3 Familiensplitting einführen  
Eltern, die Kinder bekommen und großziehen, haben für  
ihre Erwerbsbiographie erhebliche Erschwernisse. Zudem  
entstehen ihnen gegenüber Kinderlosen erhöhte Lebenshal-  
tungskosten, die im derzeitigen Steuersystem nicht ange-  
messen berücksichtigt werden. Daher liegt es nahe, analog  
dem heutigen Ehegattensplitting, die Gesamtfamilie als  
Erwerbsgemeinschaft zu verstehen. Das hat zur Folge, dass  
die Summe der erzielten Einkünfte aller Familienmitglie-  
der durch die Zahl der Familienmitglieder geteilt wird. Die  
jeweiligen Teilbeträge werden dann einzeln versteuert. Die  
Summe der so ermittelten Teilbeträge ergibt die Gesamt-  
steuerschuld (Familiensplitting). Seine tiefere Berechtigung  
erfährt diese Betrachtungsweise dadurch, dass die Kinder  
regelhaft die späteren Abgabebürger werden, welche die  
Gemeinschaftslasten des Staates für alle Bürger zu tragen  
haben.  
74 Programm für Deutschland | Finanzen und Steuern  
Wir treten für ein einfacheres  
und gerechteres  
Steuersystem ein, das mit  
niedrigen Steuern vor allem  
Mittel- und Geringverdiener  
finanziell entlastet.  
11.4 Vermögen- und Erbschaftsteuer abschaffen,  
Gewerbesteuer überprüfen  
Die AfD tritt für eine Reform der Finanzierung der Kommu-  
nen ein. In diesem Zusammenhang ist eine Überprüfung der  
Gewerbesteuer vorzunehmen, weil sie ertragsunabhängige  
Bestandteile in ihrer Bemessungsgrundlage enthält. Anstelle  
der Gewerbesteuer könnte den Kommunen ein Zugang zu  
anderen Steuerquellen ermöglicht werden. Die Ausgestal-  
tung muss dem Prinzip der Selbstverwaltung entsprechen,  
wonach den Kommunen originäre Gestaltungsrechte bei  
Bestimmung von Steuergegenstand und der Steuererhebung  
zustehen.  
Die AfD will die derzeit zur Erhebung ausgesetzte Vermö-  
gensteuer und die Erbschaftsteuer abschaffen. Beide sind  
Substanzsteuern, d.h. sie werden unabhängig von der wirt-  
schaftlichen Leistungsfähigkeit des Steuerbürgers erhoben.  
Sie greifen auf Vermögen zu, die typischerweise aus versteu-  
ertem Einkommen entstanden sind. Sowohl der Verwal-  
tungsaufwand für ihre Erhebung ist überproportional hoch  
als auch ihr Ertrag für die Staatseinnahmen nur marginal.  
Hinzu kommt, dass die Erbschaftsteuer besonders mittel-  
standsfeindlich ist und Fehlanreize setzt im Hinblick auf den  
nachhaltigen Umgang mit erwirtschaftetem Vermögen beim  
Übergang zur nächsten Generation. Im Erbfall kann sie zur  
Veräußerung von Unternehmen oder deren wirtschaftlichen  
Aufgabe führen. Zudem lassen sich verschiedene Vermö-  
gensformen nicht rechtssicher bewerten.  
11.5 Umsatzsteuersätze harmonisieren  
Die AfD will die Umsatzsteuersätze im deutschen Steuer-  
recht harmonisieren. Umsatzsteuerbefreiungen und Ermäßi-  
gungen sollte es nur im Bereich der Daseinsvorsorge geben.  
Die AfD will die Umsatzsteueroption für Kleinunternehmer  
erweitern.  
11.6 Wettbewerb der nationalen  
Steuersysteme erhalten  
Die AfD will die nationale Steuererhebungskompetenz beibe-  
halten und befürwortet den Wettbewerb nationaler Steuer-  
systeme.  
Die AfD wendet sich entschieden gegen ein eigenes Steuerer-  
hebungsrecht der Europäischen Union.  
11.7 Bank- und Steuergeheimnis wiederherstellen  
Die langjährigen Regierungsparteien haben das Steuer- wie  
auch das Bankgeheimnis faktisch aufgehoben. Die Mög-  
lichkeit zur Kontenabfrage steht den Behörden offen. Die  
Kontenabrufersuchen der Finanzbehörden steigen drama-  
tisch. Der Bürger darf nicht zum gläsernen Untertan werden.  
Datenaustauschprogramme wie FATCA und Swift dürfen  
nicht zur Überwachung der Bürger missbraucht werden.  
Zudem wird durch den Austausch von Steuerdaten das Steu-  
ergeheimnis ausgehöhlt. Steuerdaten deutscher Bürger sind  
sensible Daten und sollten vom Staat vertraulich behandelt  
und nicht mit anderen Institutionen oder fremden Staaten  
ausgetauscht werden.  
75 Programm für Deutschland | Finanzen und Steuern  
Die AfD will die nationale  
Steuererhebungskompetenz  
beibehalten und befürwor-  
tet den Wettbewerb  
nationaler Steuersysteme.  
Die AfD wendet sich  
entschieden gegen ein eigenes  
Steuererhebungsrecht der  
Europäischen Union.  
Die AfD setzt sich daher für die Wiederherstellung des Bank-  
und Steuergeheimnisses ein.  
11.8 Föderalismus und Eigenständigkeit stärken  
Die AfD steht für selbständige und starke Gebietskörper-  
schaften. Wir wollen regionale und lokale Selbstverwaltung  
ermöglichen und Subsidiarität garantieren, damit regio-  
nale Eigen- und Besonderheiten gepflegt werden können.  
Deutschland ist stets, anders als Frankreich, ein föderaler  
Staat gewesen. Wir wollen dem Föderalismus wieder mehr  
Gewicht verleihen.  
Der Länderfinanzausgleich muss so überarbeitet werden,  
dass die Nehmerländer nach Gewährung von Ausgleichs-  
leistungen nicht besser gestellt sind als die Geberländer. Die  
AfD setzt sich dafür ein, die Bund-Länder-Finanzen neu zu  
ordnen, um Kompetenzgerangel zu unterbinden und klare  
Verantwortlichkeiten zu schaffen. Bund, Länder und Kom-  
munen brauchen eigene Finanzierungsquellen, aus denen sie  
ihre Tätigkeiten selbst finanzieren.  
Eine klare Aufgabenzuteilung soll Wettbewerb zwischen den  
Bundesländern ermöglichen. Wir fordern eigenverantwort-  
liche Länder und Kommunen, die auch für sich genommen  
insolvenzfähig sein müssen. Wie auf europäischer Ebene  
befürworten wir hier die Nichtbeistandsklausel, so dass Ret-  
tungsprogramme des Bundes für überschuldete Kommunen  
oder Länder verboten sind.  
11.9 Staatsschulden planmäßig tilgen  
Die AfD strebt die Rückkehr zu ausgeglichenen Staatshaus-  
halten an. Sie befürwortet die schrittweise Rückführung  
der ausgeuferten öffentlichen Verschuldung. Nachfolgende  
Generationen sollen nicht die Folgen der bisherigen kurz-  
sichtigen Schuldenpolitik auferlegt werden. Hierzu müssen  
wir die staatliche Verschuldung planmäßig verringern, um  
insbesondere auch höhere Zinsaufwendungen im Falle eines  
allgemein steigenden Zinsniveaus bewältigen zu können. Das  
derzeit niedrige Zinsniveau gefährdet die Alterssicherung  
weiter Teile der Bevölkerung und kann deshalb nicht auf  
Dauer aufrechterhalten werden.  
11.10 Bargeldnutzung muss  
uneingeschränkt erhalten bleiben  
Bargeldnutzung ist ein bürgerliches Freiheitsrecht. Wir tre-  
ten dafür ein, das Bargeld uneingeschränkt als gesetzliches  
Zahlungsmittel zu erhalten – auch entgegen anders gerichte-  
ter Bestrebungen der Bundesregierung, des Internationalen  
Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB)  
und einiger EU-Mitgliedsstaaten. Ein bargeldloser Staat un-  
terstellt allen Bürgern unterschiedslos und pauschal mafiöse  
Schwarzgeldgeschäfte, kriminelle Rotlicht- oder gar Terror-  
absichten. Mit einem liberalen, freiheitlichen Rechtsstaat  
sind solche Kontrollmöglichkeiten nicht vereinbar. Rein  
elektronisches Geld macht Bürger und Wirtschaft davon  
abhängig, dass die für die Zahlungsvorgänge notwendigen  
Datenverarbeitungssysteme nicht ausfallen. Wäre Geld nur  
noch elektronisch existent, könnte es in Krisenzeiten einfach  
gelöscht oder temporär gesperrt werden oder nicht mehr  
zuzuordnen sein, etwa im Falle eines erfolgreichen Cyberan-  
griffs.  
Ursächliches Kernproblem ist die von der Politik herbeige-  
führte Überschuldung von Staaten. Mit der Bargeldabschaf-  
76 Programm für Deutschland | Finanzen und Steuern  
fung würde die Rolle des Geldes als unantastbarer Wert-  
speicher massiv eingeschränkt. Sie würde die überfallartige  
finanzielle Enteignung aller Geldvermögen ermöglichen  
– ohne die sonst mögliche Gegenwehr, sich ins Bargeld zu  
flüchten. Auch Anleiheninhaber oder Lebensversicherungs-  
sparer könnten ihrer allmählichen Enteignung durch Ne-  
gativzinsen dann nur noch durch Umschichtung in andere,  
risikoreichere Anlageklassen entkommen.  
Ein Bargeldverbot würde bedeuten, dass sämtliche Zah-  
lungsvorgänge nur noch elektronisch stattfinden können.  
Dies eröffnet Staat und Banken die totale Überwachung und  
Kontrolle über alle Geldströme und Wirtschaftsaktivitäten,  
über jede finanzielle Handlung der Bürger, unter Umständen  
sogar über deren Aufenthaltsorte. Aus dem gläsernen Bank-  
kunden würde der gläserne Mensch – Vollüberwachung bis  
hinein in private, ja intimste Lebensbereiche. Die an totalitä-  
re Staaten erinnernde Kontrolle würde das gesellschaftliche  
Leben grundlegend ändern: Jede finanzielle Aktivität zwi-  
schen Menschen würde transparent; Ausweichmaßnahmen  
der Bürger, um sich einen Rest an Privatheit zu bewahren,  
würden vermutlich unter dem Deckmantel der Kriminali-  
tätsabwehr mit repressiven Maßnahmen bekämpft.  
11.11 Geldsystem überdenken, Gold heimholen  
Unsere Sorge gilt auch dem Geldsystem selbst. Die Zentral-  
banken verfolgen eine interventionistisch-künstliche Null-  
zinspolitik und werden diese wohl fortsetzen – bis hin zu  
negativen Zinssätzen. Solche schweren Eingriffe in die finan-  
ziellen Eigentums- und Freiheitsrechte der Bürger führen  
letztlich zwingend zu einem nicht wünschenswerten weite-  
ren Machtzuwachs des Staates und des Finanzsektors. Aus  
Sorge um unser Geld werden wir auch darüber nachdenken  
müssen, ob grundsätzliche Reformen am Geldsystem und  
dem Kartell aus Zentral- und Geschäftsbanken notwendig  
sind. Damit Deutschland bei einer demokratischen Entschei-  
dung hin zu stabilem Geld alle Optionen offen hat, sollte das  
Gold der Bundesbank ausschließlich in Deutschland gelagert  
werden.  
77 Programm für Deutschland | Finanzen und Steuern  
Damit Deutschland bei  
einer demokratischen  
Entscheidung hin zu stabilem  
Geld alle Optionen offen hat,  
wollen wir das Gold der  
Bundesbank ausschließlich in  
Deutschland aufbewahren.  
K A P I T E L 1 2  
Energiepolitik  
12.1 Klimaschutzpolitik: Irrweg beenden,  
Umwelt schützen  
Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert. Die Kli-  
maschutzpolitik beruht auf hypothetischen Klima-Modellen  
basierend auf computergestützten Simulationen des IPCC  
(„Weltklimarat“). Kohlendioxid (CO2) ist kein Schadstoff,  
sondern ein unverzichtbarer Bestandteil allen Lebens.  
Der IPCC versucht nachzuweisen, dass die von Menschen  
verursachten CO2-Emissionen zu einer globalen Erwärmung  
mit schwerwiegenden Folgen für die Menschheit führen.  
Hierzu beruft man sich auf Computermodelle, deren Aussa-  
gen durch Messungen oder Beobachtungen nicht bestätigt  
werden. Seit die Erde eine Atmosphäre hat, gibt es Kalt- und  
Warmzeiten. Wir leben heute in einer Warmzeit mit Tem-  
peraturen ähnlich der mittelalterlichen und der römischen  
Warmzeit. Die IPCC-Modelle können diese Klimaänderun-  
gen nicht erklären.  
Im 20. Jahrhundert stieg die globale Mitteltemperatur um  
etwa 0,8 Grad. Seit Ende der 90er Jahre des letzten Jahr-  
hunderts gibt es jedoch im Widerspruch zu den IPCC-Prog-  
nosen keinen weiteren Anstieg, obwohl in diesem Zeitraum  
die CO2-Emissionen stärker denn je gestiegen sind.  
IPCC und deutsche Regierung unterschlagen die positive  
Wirkung des CO2 auf das Pflanzenwachstum und damit auf  
die Welternährung. Je mehr es davon in der Atmosphäre  
gibt, umso kräftiger fällt das Pflanzenwachstum aus.  
Unter dem Schlagwort „Klimaneutrales Deutschland 2050“  
durch „Dekarbonisierung“ missbraucht die deutsche Regie-  
rung die steigende CO2-Konzentration zur „Großen Trans-  
formation“ der Gesellschaft, mit der Folge, dass die persönli-  
che und wirtschaftliche Freiheit massiv eingeschränkt wird.  
Die hierzu geplante zwangsweise Senkung der CO2-Emissio-  
nen um mehr als 85 Prozent würde den Wirtschaftsstandort  
schwächen und den Lebensstandard senken. Auf dem Weg  
dorthin wird auch unsere bisher sichere Stromversorgung  
destabilisiert und weiter verteuert, außerdem soll die Wär-  
meerzeugung durch fossile Energieträger praktisch auf Null  
gebracht werden.  
Die AfD sagt daher „Ja zum Umweltschutz“, macht aber  
Schluss mit der „Klimaschutzpolitik“ und mit den Plänen zur  
Dekarbonisierung und „Transformation der Gesellschaft“.  
Die Wahrnehmung des CO2 nur als Schadstoff werden wir  
beenden und alle Alleingänge Deutschlands zum Reduzieren  
der CO2-Emissionen unterlassen. CO2-Emissionen wollen  
wir nicht finanziell belasten. Klimaschutz-Organisationen  
werden nicht mehr unterstützt.  
79 Programm für Deutschland | Energiepolitik  
Das Klima wandelt sich,  
solange die Erde existiert.  
Die Klimaschutzpolitik der  
Bundesregierung beruht auf  
bisher unbewiesenen  
hypothetischen  
Klimamodellen.  
12.2 Das Erneuerbare-Energien-Gesetz  
ist nicht reformierbar  
Jede erfolgreiche Energiepolitik muss drei Ziele verfolgen.  
Die Stromerzeugung muss sicher, kostengünstig und um-  
weltverträglich sein. Dieser Dreiklang war im deutschen  
Energieversorgungs-System immer gegeben, wurde aber mit  
dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aufgegeben.  
Das EEG und die Energiewende gefährden die Stromversor-  
gung. Sie treiben technisch bedingt den Strompreis hoch.  
Windenergieanlagen zerstören das Bild unserer Kulturland-  
schaften und sind überdies für Vögel eine tödliche Gefahr.  
Der von Wind und Sonne erzeugte Strom schwankt be-  
ständig zwischen Null und voller Leistung. Die installierte  
Leistung dieser volatilen Stromerzeuger beträgt bereits mehr  
als 80 Gigawatt und müsste daher ausreichen, Deutschland  
selbst bei maximalem Verbrauch vollständig mit Strom  
zu versorgen. Real aber haben diese „EE-Anlagen“ in der  
Vergangenheit im Durchschnitt nur einen Bruchteil ihrer  
Nennleistung geliefert, an vielen Tagen im Jahr sogar nur  
wenige Prozent. Deshalb können diese Anlagen kein einziges  
herkömmliches Großkraftwerk ersetzen. Außerdem erzwin-  
gen sie einen massiven Ausbau der Leitungsnetze, der zu  
weiteren erheblichen Kosten führt. Die steigende Zahl der  
volatilen Stromerzeuger gefährdet zunehmend die Netzsta-  
bilität. Entsprechend stark ist die Zahl der stabilisierenden  
Netzeingriffe gestiegen, die nötig wurden, Stromausfälle bis  
hin zum Totalausfall zu vermeiden.  
Das EEG ist staatliche Planwirtschaft und eine Abkehr von  
der Sozialen Marktwirtschaft. Begründet mit dem „Klima-  
schutz“ werden die sonst nicht marktfähigen Anlagen massiv  
subventioniert. Das geschieht durch staatliche Zwangsver-  
marktung mittels Vorrangeinspeisung und zwanzigjähriger  
garantierter Einspeisevergütung. Die Kosten dieser Subven-  
tionierung von mittlerweile 27 Milliarden EURO jährlich  
werden mittels EEG-Umlage auf die Verbraucher abgewälzt.  
Der Strompreis hat sich in den letzten zehn Jahren bereits  
verdoppelt. Ein Ende dieses Preisanstiegs ist nicht absehbar.  
Im Ergebnis findet eine gigantische Umverteilung von Ver-  
mögen statt, von der Bevölkerung und Wirtschaft hin zu den  
wenigen Subventionsgewinnern.  
Trotz der immer höheren Zahl an EE-Anlagen ist der  
CO2-Ausstoß seit 2000 wegen des abrupten Ausstiegs aus  
der Kernenergie unverändert geblieben. Große Flächen, auch  
in Wäldern, verwandeln sich durch EE-Anlagen in Industrie-  
gebiete - mit allen nachteiligen Auswirkungen auf die Natur  
und die Menschen. Das Gleiche vollzieht sich jetzt mit dem  
Ausbau der Hochspannungsnetze. Das Errichten weiterer  
EE-Anlagen stößt an Grenzen.  
Flächendeckender Starkwind an wolkenlosen Tagen führt  
schon jetzt zu nicht nutzbarem Stromüberschuss. Gegentei-  
lige Wetterlagen führen zu elektrischer Unterversorgung, die  
sich nur durch konventionelle Erzeugung ausgleichen lässt.  
Überschussstrom zu nutzen, wäre nur mit großen Stromspei-  
chern möglich. Aber die gibt es nicht. Es gilt der Satz: „Ohne  
große Stromspeicher ist die Energiewende nicht möglich, mit  
großen Stromspeichern ist sie nicht bezahlbar.“  
Es liegen in der Zwischenzeit valide Rechtsgutachten vor,  
die das EEG als verfassungs- und europarechtswidrig  
80 Programm für Deutschland | Energiepolitik  
Die AfD tritt daher dafür ein,  
das EEG ersatzlos  
abzuschaffen. Die AfD wird  
sich dafür einsetzen, dass das  
als verfassungs- und  
europarechtswidrig  
eingestufte EEG vom  
Bundesverfassungsgericht  
geprüft wird.  
einstufen. Es wird u.a. aufgezeigt, dass die EEG-Umlage zu  
Unrecht von dem Stromkunden erhoben wird. Das einzig  
zulässige Finanzierungsinstrument sei die Steuer. Das EEG  
enthalte auch keine Verpflichtung der Letztverbraucher, die  
EEG-Umlage zu zahlen.  
Die AfD tritt daher dafür ein, das EEG ersatzlos abzu-  
schaffen. Es darf kein Tabu sein, den Umfang bestehender  
Subventionsverpflichtungen aus dem EEG infrage zu stellen.  
Die AfD will einzelne Energieträger weder bevorzugen noch  
benachteiligen. Wir wollen die Vorrangeinspeisung von  
Strom generell abschaffen. Quoten-/Auktionsmodelle, um  
mit ihnen staatlich-planwirtschaftliche Ziele in der Ener-  
giepolitik durchzusetzen, lehnen wir ab. Netzkosten sind auf  
alle Stromerzeuger verursachungsgerecht umzulegen. Die  
Stromsteuer wollen wir streichen und so die Stromkunden  
sofort entlasten. Unser Ziel ist es, das deutsche Stromversor-  
gungssystem wieder auf jenen Stand der Technik zu bringen,  
der eine sichere, kostengünstige und umweltverträgliche  
Stromversorgung sicherstellt. Die AfD wird sich dafür einset-  
zen, dass das als verfassungs- und europarechtswidrig einge-  
stufte EEG vom Bundesverfassungsgericht geprüft wird.  
12.3 Zum Schutz von Mietern und Eigentümern:  
Energieeinsparverordnung und  
Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz abschaffen  
Durch Verbrennen von Erdgas, Öl und Kohle werden etwa  
80 Prozent der global verbrauchten Primärenergie erzeugt  
und dabei jenes CO2 freigesetzt, das für einen von Menschen  
induzierten Klimawandel verantwortlich sein soll. Ein Groß-  
teil dieser Energie wird für das Erzeugen von Wärme und  
Kälte in Gebäuden eingesetzt. Da die Dekarbonisierung bis  
2050 den CO2-Ausstoß um mehr als 85 Prozent verringern  
soll, sind die Gebäude nach der Energieeinsparverordnung  
(EnEV) entsprechend stark zu dämmen. Die erforderliche  
Restwärme ist gemäß Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz  
(EEWärmeG) weitestgehend durch „Erneuerbare Energien“  
(EE) zu erzeugen.  
Wie bei EEG und Energiewende reden Regierung und  
Profiteure die erforderlichen Kosten zum Umsetzen dieser  
Maßnahmen klein oder verschweigen sie. Die Kosten liegen  
auch in diesem Fall bei mehr als 3.000 Milliarden EURO.  
Tragen müssen diese zusätzlichen Kosten die Gebäudeeigner  
und Mieter. Wie von Fachleuten nachgewiesen, werden die  
erhofften Wirkungen nur bei wenigen Gebäudekonstrukti-  
onen mit zuvor sehr schlechter Wärmedämmung erreicht.  
Daneben verursacht das Dämmen an den Gebäuden häufig  
massive Schäden, als Folge z.B. von mangelhaftem Luftaus-  
tausch, aber auch von Durchfeuchtung, Algen- und Pilzbe-  
fall der Außenwände. Historische und denkmalgeschützte  
Fassaden werden zerstört. Zudem erhöhen die überwiegend  
genutzten Dämmmaterialen aus Polystyrol (Hartschaum-  
platten) die Brandgefahr.  
Ein messbar geringerer Energieverbrauch wird hingegen  
nur selten erreicht. Oft tritt das Gegenteil ein, da die Dämm-  
materialien das Eindringen der durch die Sonne erzeugten  
Wärme verhindern. Für die Erzeugung von Wärme und  
Kälte sind die EE gegenüber der Energie aus fossilen und  
Kernbrennstoffen auch langfristig nicht wettbewerbsfähig.  
Die seit Jahren immer wieder beschworenen Verknappungs-  
szenarien sind stillschweigend aufgegeben worden. High-  
tech-Wärme- und Kälteanlagen - z.B. unter Nutzung der  
81 Programm für Deutschland | Energiepolitik  
Die staatliche Bevormundung  
der Besitzer von Gebäuden,  
der Wohneigentümer und  
Mieter für Maßnahmen zur  
Wärmedämmung und  
Erhöhung der  
Energie-Effizienz in  
Gebäuden ist zu beenden.  
Brennwerttechnik und der Kraft-Wärme-Kopplung – lassen  
für EE nur einen geringen Spielraum. Hierzu zählt die Nut-  
zung von Erd- und Luftwärme mittels Wärmepumpen oder  
Solarthermie.  
Die staatliche Bevormundung der Besitzer von Gebäuden,  
der Wohneigentümer und Mieter für Maßnahmen zur Wär-  
medämmung und Erhöhung der Energie-Effizienz in Gebäu-  
den ist zu beenden. EnEV und EEWärmeG führen zu einem  
rasanten Anstieg der Baukosten und dienen als Rechtferti-  
gung für Luxussanierungen. Dadurch sind die Mieten vieler  
Wohnungen für Bürger mit mittleren und geringen Ein-  
kommen kaum noch bezahlbar. Auch aus diesen Gründen  
setzt sich die AfD dafür ein, die EnEV und das EEWärmeG  
ersatzlos zu streichen.  
12.4 Bioenergie: Subventionen beenden,  
Vorrangeinspeisung einstellen  
Die „Erneuerbaren Energien“ lieferten 2014 etwa 11 Pro-  
zent der in Deutschland verbrauchten Primärenergie. Gut 7  
Prozent oder zwei Drittel wurden aus Biomasse gewonnen.  
Das teilt sich auf zu je 3,3 Prozent in die Wärme- und die  
Stromerzeugung und zu 0,8 Prozent in die Herstellung von  
Biotreibstoffen.  
Die Wärmeenergie aus Biomasse wird sowohl zu Heizzwe-  
cken als auch für Prozesse in der Industrie eingesetzt. Der  
Strom aus Biomasse wird über das EEG massiv subventio-  
niert. Die Stromgestehungskosten über Biogasanlagen sind  
mit bis zu 215 EURO je Megawattstunde am höchsten. Der  
Betrieb solcher Anlagen im ländlichen Raum belastet häufig  
die Umwelt. Biotreibstoffe werden in großtechnischen Anla-  
gen produziert und über ein Quotensystem indirekt subven-  
tioniert. Die Zwangsbeimischung erhöhte den Preis von Die-  
sel und Benzin 2014 um etwa 0,4 Cent je Liter. Wegen des  
geringen Wirkungsgrades der Photosynthese von weniger als  
ein Prozent ist der Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzflä-  
che für Bioenergie unangemessen groß. Sie steht damit in  
Konkurrenz zur Erzeugung von Nahrungsmitteln. Dagegen  
ist es sinnvoll, für das Gewinnen von Bioenergie biologische  
Abfälle zu verwerten.  
Daher setzt sich die AfD dafür ein, die Subventionierung und  
Vorrangeinspeisung des Stroms aus Biogasanlagen durch  
Abschaffen des EEG zu beenden. Die Subventionierung der  
Biokraftstoffe durch das Quotensystem ist einzustellen.  
12.5 Fracking: Risiken und Chancen erforschen,  
nicht ohne Bürgerbeteiligung  
Das „Fracking” genannte Verfahren zur Erschließung unter-  
irdischer Energieträger bringt Risiken mit sich, eröffnet aber  
auch neue Möglichkeiten der Energieversorgung. Wir wollen  
die Technik, Vorteile und Risiken des Fracking nach den  
bestehenden strengen deutschen Umwelt- und Bergbauge-  
setzen erforschen. Sollten die Risiken beherrschbar erschei-  
nen, wollen wir Fracking entwickeln und mögliche Standorte  
erkunden lassen. Daher setzt sich die AfD dafür ein, das im  
April 2015 in den Bundestag eingebrachte restriktive „Fra-  
cking-Gesetz“ zurückzuziehen.  
Über die wirtschaftlichen und politischen Vorteile des Fra-  
cking im Vergleich zu den realen Risiken ist die Bevölkerung  
sachlich zu informieren. Den kommerziellen Einsatz des Fra-  
cking zur Erdöl- und Erdgasförderung an neuen Standorten  
82 Programm für Deutschland | Energiepolitik  
Wir setzen uns dafür ein, die  
Subventionierung und  
Vorrangeinspeisung des Stroms  
aus Biogasanlagen durch  
Abschaffen des EEG zu  
beenden. Die Subventionierung  
der Biokraftstoffe durch das  
Quotensystem ist einzustellen.  
lehnt die AfD ab, solange die Energieversorgung Deutsch-  
lands anderweitig sichergestellt ist. Die endgültige Entschei-  
dung über den Einsatz der Fracking-Technik an geeigneten  
Standorten müssen letztlich die vor Ort betroffenen Bürger  
fällen.  
12.6 Kernenergie: Alternativen erforschen.  
Bis dahin Laufzeitverlängerung  
Die überhasteten Ausstiegsbeschlüsse aus der Kernkraft von  
2002 und 2011 waren sachlich nicht begründet und wirt-  
schaftlich schädlich. Solange die Stromversorgung am Ort  
und zur Zeit der Nachfrage nicht gesichert ist, setzt sich die  
AfD dafür ein, eine Laufzeitverlängerung der noch in Betrieb  
befindlichen Kernkraftwerke übergangsweise zu gestatten.  
Der Import von Strom aus unsichereren ausländischen  
Kernkraftwerken ist weder für den Wirtschaftsstandort  
Deutschland sinnvoll, noch trägt er zur Reduzierung der  
Risiken durch die Kernkraft bei.  
Radioaktive Reststoffe sollten dezentral, zugänglich und  
katalogisiert in gesicherten Orten eingelagert werden, wo  
jederzeit der Zugriff möglich ist, um sie mit technischem  
Fortschritt wieder aufbereiten zu können. Eine zentrale  
Endlagerung an einem später kaum mehr zugänglichen Ort  
halten wir für den falschen Weg.  
Wir wollen die Forschung zur Kernenergie sowie Reaktor-  
und Kraftwerkstechnik wieder erlauben. Dabei sind selbst-  
verständlich die nötigen Sicherheitsstandards einzuhalten.  
Die Nutzung der Kernenergie ist jedoch kein Selbstzweck  
und ihre zukünftige Ersetzung denkbar. Deshalb sind alle  
übrigen Energieformen weiter mit Nachdruck zu erforschen.  
83 Programm für Deutschland | Energiepolitik  
K A P I T E L 1 3  
Natur- und Umweltschutz,  
Land- und Forstwirtschaft  
NATUR- UND UMWELTSCHUTZ,  
LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT  
Wir stehen dafür, dass wir gegenüber nachfolgenden Gene-  
rationen eine Verantwortung haben. Wir wollen eine intakte  
und vielfältige Natur erhalten. Eine gesunde Umwelt ist die  
Lebensgrundlage für alle Menschen und zukünftige Gene-  
rationen. Naturschutz darf nicht zu Lasten der Menschen  
gehen.  
Es muss aber im Meer genau wie zu Lande auch Gebiete  
geben, in denen die Natur völlig sich selbst überlassen bleibt.  
Diese nutzungsfreien Zonen sichern das Überleben von vie-  
len seltenen Pflanzen- und Tierarten.  
85 Programm für Deutschland | Natur- und Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft  
13.1 Intakte Natur und gesunde Umwelt  
Die AfD steht für einen Umwelt- und Naturschutz, der den  
Menschen nicht als Fremdkörper und Störenfried betrachtet,  
sondern in ein umfassendes Handlungskonzept einbezieht.  
Wir lassen uns dabei von der Erkenntnis leiten, dass eine  
gesunde und artenreiche Umwelt die Lebensgrundlage für  
alle Menschen und zukünftige Generationen darstellt. Daher  
sind Vorkehrungen zu treffen, die Schutzgüter, wie Boden,  
Wasser, Luft, Landschaft, Tiere und Pflanzen, zu schützen.  
Schwerpunkte der Umweltpolitik der AfD sind deshalb u.a.,  
den Landschaftsverbrauch zu vermindern, die Schadstoffein-  
träge in Böden und Gewässer zu verringern und die Luftqua-  
lität zu verbessern. Auch ein effektiver Lärmschutz gehört  
dazu.  
Die AfD spricht sich, bis zur fundiert nachgewiesenen Un-  
schädlichkeit für Mensch und Tier, ausdrücklich gegen den  
Einsatz des von der WHO als wahrscheinlich krebserzeugend  
eingestuften Glyphosat beim Pflanzenschutz aus.  
13.2 Unkontrollierten Ausbau der  
Windenergie stoppen  
Den weiteren Ausbau der Windenergie in Deutschland  
lehnen wir ab. Er bringt mehr Schaden als Nutzen. Winde-  
nergieanlagen sind nur noch ausnahmsweise an Standorten  
zuzulassen, an denen keine Beeinträchtigungen für Men-  
schen, Tiere oder das Landschaftsbild zu erwarten sind. Bei  
der Standortwahl sind die Menschen vor Ort durch Bürge-  
rentscheide zu beteiligen.  
13.3 Tiere sind fühlende Wesen  
Die AfD setzt sich für eine konsequente Umsetzung der  
Tierschutzgesetze ein. Tiere sind Mitgeschöpfe und keine  
Sachgegenstände. Ausnahmen für grausame oder unnötige  
Tierversuche darf es auch nicht in der Wissenschaft geben.  
Als fühlende Wesen haben Tiere ein Recht auf eine artge-  
rechte Haltung im privaten wie im kommerziellen Bereich.  
Die gesetzlich vorgeschriebene artgerechte Haltung von  
Tieren muss in der Landwirtschaft (bei nicht artgerech-  
ten Massentierhaltungen), im Zoo, im Zirkus (Verbot der  
Haltung von großen Wildtieren), in Delphinarien und in der  
Haustierhaltung durchgesetzt werden.  
Für den Transport von Schlachttieren fordert die AfD, dass  
immer der nächstgelegene Schlachthof angefahren werden  
muss und der Transport von Schlachttieren nur über kurze  
Distanzen innerhalb von Deutschland erlaubt ist.  
Tierhaltende Betriebe, welche der Lebensmittelproduktion  
dienen, sind dafür verantwortlich, dass ihre Produkte frei  
von Antibiotikarückständen und multiresistenten Keimen  
(MRSA) sind. Die Anzahl der Antibiotika-Behandlungen ist  
in Anbetracht der zunehmenden Ausbreitung multiresis-  
tenter Keime zu minimieren. Um den Gesundheitsschutz  
der Bevölkerung zu erhöhen, sind tierhaltende Betriebe der  
Lebensmittelproduktion, die Antibiotika einsetzen, dafür  
verantwortlich, dass die Tiere frei von Antibiotika-Resisten-  
zen sind, bevor die Produkte in die Lebensmittelweiterverar-  
beitung gelangen. Für die Humanmedizin wichtige Antibioti-  
ka dürfen in der Tierhaltung nicht verwendet werden.  
86 Programm für Deutschland | Natur- und Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft  
Den weiteren Ausbau  
der Windenergie in  
Deutschland lehnen wir ab.  
13.4 Schächten  
Nach dem Vorbild von gesetzlichen Regelungen, die schon in  
Dänemark, Norwegen, Schweden, der Schweiz und weite-  
ren europäischen Ländern gelten, lehnt die AfD Schächten  
(betäubungsloses Töten bzw. Schlachten) von Tieren ab. Es  
ist mit dem Staatsziel Tierschutz nicht vereinbar und muss  
ohne Ausnahme verboten sein. Die Ausnahmeregelung für  
Religionsgemeinschaften in Paragraph 4a (2) des deutschen  
Tierschutzgesetzes ist zu streichen. Die AfD lehnt auch das  
Schächten mit vorheriger Elektrokurzzeitbetäubung ab. Das  
Wort Kurzzeitbetäubung bedeutet, dass das Tier nur beim  
Halsschnitt kurz betäubt ist, zum Ausbluten aber wieder  
wach ist.  
13.5 Gentechnik  
Die faszinierende Welt der Gene scheint wie ein offenes  
Buch in den Händen der Wissenschaft zu liegen. Sie soll  
Krankheiten vermeiden und den Hunger in der Welt stillen.  
Schon heute kann diese Technologie international Erfolge in  
der Medizin vorweisen: die Genomsequenzierung erlaubte  
die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gegen  
den in Westafrika grassierenden Ebola-Virenstamm 2014,  
sie erlaubte die schnellere Bekämpfung des EHEC-Aus-  
bruchs im Jahr 2011 und sie kommt in der personalisierten  
Krebstherapie zum Einsatz und erlaubt dort zielgerichtetere,  
damit effektivere und schonendere Therapien. Die Bun-  
desrepublik Deutschland als Hochtechnologiestandort und  
Medizintechnikstandort darf den Anschluss an die interna-  
tionale Forschung und Entwicklung in diesem Bereich nicht  
verlieren und ihren Bewohnern den Zugang zu innovativen  
Therapieformen nicht verschließen.  
Gleichzeitig aber ist das komplexe Zusammenspiel von  
Genom, Stoffwechsel und Umgebung momentan noch  
unzureichend bekannt, so dass die Risiken des Einsatzes  
von gentechnischen Veränderungen auf Organismen wie  
Mensch, Flora und Fauna nur sehr schwer abzuschätzen  
sind. Ebenso sind die Risiken des Einsatzes von gentech-  
nisch veränderten Organismen im komplexen Ökosystem  
schwer vorherzusagen. Aus diesem Grunde öffnet sich die  
AfD der Forschung und Entwicklung im Bereich der Gen-  
technik. Der Einsatz in Medizintechnik und Landwirtschaft  
ist nur nach sorgfältigster Prüfung durch benannte Stellen in  
klar definiertem Rahmen zu genehmigen. Auf einer vorheri-  
gen praktischen Erprobung in abgeschlossener Umgebung  
ist dabei zu bestehen. Die entsprechenden Zulassungsver-  
fahren können ähnlich dem Medizinproduktegesetz (MPG),  
dem Arzneimittelgesetz (APG) und dem Lebens- und Futter-  
mittelgesetzbuch (LFGB) entworfen werden. Gentechnisch  
veränderte Futter- und Lebensmittel oder aus diesen gewon-  
nene weiterführende Produkte sind zu kennzeichnen.  
Die Patentierung von genetischem Material und von Saatgut  
geht einher mit einem zunehmenden Konzentrationsprozess  
im kommerziellen Saatguthandel. Daher setzt sich die AfD  
dafür ein, die Abhängigkeit unserer Nahrungsmittelver-  
sorgung von wenigen multinationalen Großkonzernen zu  
verringern, die Saatgutvielfalt zu erhalten und damit auch  
die Biodiversität unserer Nahrungsmittel.  
87 Programm für Deutschland | Natur- und Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft  
Der Einsatz von Gentechnik  
in Medizin und Landwirt-  
schaft ist nur nach  
sorgfältigster Prüfung durch  
benannte Stellen in klar  
definiertem Rahmen zu  
genehmigen. Gentechnisch  
veränderte Futter- und  
Lebensmittel oder aus diesen  
gewonnene weiterführende  
Produkte sind zu  
kennzeichnen.  
13.6 Landwirtschaft: Mehr Wettbewerb.  
Weniger Subventionen  
Die AfD tritt dafür ein, dass landwirtschaftliche Flächen der  
Nahrungsmittelproduktion dienen und nicht zunehmend für  
andere Zwecke herangezogen werden. So lehnen wir jegliche  
Form der Bodenspekulation durch international tätige Kon-  
zerne und den vermehrten Anbau von Biomasse zur Energie-  
gewinnung ab. Die AfD ist davon überzeugt, dass moderne  
bäuerliche Betriebe mit Verwurzelung in den Regionen am  
besten geeignet sind, umwelt- und marktgerecht zu pro-  
duzieren. Anzustreben ist eine nachhaltige Erzeugung von  
gesunden, hochwertigen und rückstandsfreien Nahrungs-  
mitteln sowie marktgerechte Preise von landwirtschaft-  
lichen Produkten. Auch hier fordern wir eine detaillierte  
Lebensmittelinformation und Herkunftskennzeichnung. Die  
per EU-Richtlinien eingeschränkte Informationspflicht der  
Hersteller führt zu einer Irreführung der Verbraucher.  
Dies kann mit unterschiedlichen landwirtschaftlichen  
Betriebsformen erreicht werden. Die AfD wird die Rahmen-  
bedingungen für eine umweltgerecht produzierende mittel-  
ständische Landwirtschaft verbessern. Die EU-Subventionen  
nach dem Gießkannenprinzip sowie bürokratische Über-  
reglementierungen sind Schritt für Schritt zurückzufahren.  
Die Landwirte brauchen wieder mehr Entscheidungsfreiheit.  
Der Beruf des Landwirts muss wieder attraktiver werden.  
13.7 Fischerei, Forst und Jagd:  
Im Einklang mit der Natur  
Fischerei ist Kulturgut. Unsere Fischer sind beim Beseiti-  
gen von Wettbewerbsnachteilen zu unterstützen und an der  
Fangmengenfestlegung zu beteiligen. Die Bindung der Fang-  
quote an den Kutter verhindert einen Generationswechsel in  
der Fischerei und macht Nachwuchsarbeit unmöglich. Daher  
ist diese Regelung abzuschaffen. Heimische Fischereipro-  
dukte müssen auch überregional unterstützt werden. Wir  
lehnen es ab, die Stellnetzfischerei in Ostseeschutzgebieten  
zu verbieten und die Naturschutz-Kernzonen auszuweiten.  
Die AfD setzt sich für eine naturgemäße Waldwirtschaft  
ein, die eine ganzheitliche Betrachtung des Waldes in seiner  
ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktion zum  
Ziel hat. Die AfD bekennt sich zu den bewährten Grundsät-  
zen der waidgerechten Hege und Jagd. Wir sehen Jäger als  
Naturschützer, deren Fachkenntnisse wieder stärker berück-  
sichtigt werden müssen.  
13.8 Flächenkonkurrenz:  
Nicht zu Lasten der Land- und Forstwirtschaft  
Bauvorhaben und der Ausbau der Infrastruktur gehen oft zu  
Lasten landwirtschaftlich produktiver Flächen. Äcker, Wie-  
sen und Wälder erachten wir für besonders wertvoll. Natur-  
schutzfachliche Ausgleichsmaßnahmen sind zu reduzieren  
und in aller Regel so zu gestalten, dass sie nicht zu Lasten  
land- und forstwirtschaftlicher Flächen gehen.  
88 Programm für Deutschland | Natur- und Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft  
Die AfD tritt dafür ein,  
dass landwirtschaftliche  
Flächen der Nahrungsmit-  
telproduktion dienen und  
nicht zunehmend für andere  
Zwecke herangezogen  
werden.  
K A P I T E L 1 4  
Infrastruktur, Wohnen  
und Verkehr  
INFRASTRUKTUR,  
WOHNEN UND VERKEHR  
Voranschreitender Verfall kennzeichnet den Zustand vieler  
öffentlicher Bauten - sowohl im Verkehrswegenetz (Straßen,  
Brücken, Schienen, Leitungs- und Datennetze) als auch beim  
öffentlichen Hochbau (Schulen, Universitäten, Krankenhäu-  
ser, Kultureinrichtungen, Behördenbauten, Sportanlagen  
usw.).  
Die öffentliche Ver- und Entsorgung leidet bei Strom, Was-  
ser, Gas, Fernwärme, Abwasser, Straßendienst, Stadtreini-  
gung und Grünpflege unter Verfall und Planungschaos. Nach  
jahrelangen substanzgefährdenden Einsparungen ist ein  
massiver Investitionsstau eingetreten.  
90 Programm für Deutschland | Infrastruktur, Wohnen und Verkehr  
14.1 Werterhalt vor Modernisierung und Neubau  
Bei der Reparatur und Modernisierung wollen wir die Kom-  
munen in die länderübergreifende Gesamtplanung einbin-  
den. Priorität hat der Werterhalt vor der Modernisierung  
und dem Neubau.  
Entscheidungen für Neubauprojekte dürfen erst nach  
vorausgegangener umfassender Bedarfsplanung und nach  
unparteiischer Fach- und Kostenprüfung gefällt werden.  
Vorrang müssen fachlich begründete Entscheidungen haben,  
die durch die Politik anzuerkennen sind.  
Interventionen in die technische Projektabwicklung durch  
Politiker sind konsequent zu unterbinden. Die Politik ist  
ausschließlich im Vorfeld der Planungen für die Formulie-  
rung des Bedarfs und des Projektumfanges verantwortlich.  
Die mangelhafte Personalausstattung bei den öffentlichen  
Fachbehörden ist umgehend zu beseitigen.  
14.2 Öffentlich-Privat-Projekte:  
Transparenz statt Lobby  
Die Rechnungshöfe sind bei öffentlichen Bauvorhaben und  
Öffentlich-Privat-Projekten (ÖPP) gesetzlich zwingend mit  
einer dreistufigen (projektvorbereitenden, planungsbe-  
gleitenden und baubegleitenden) fachtechnischen Prüfung  
und Kostenüberwachung zu beauftragen. Zu erwägen ist  
der Aufbau eines steuerbegünstigten deutschlandweiten  
Investitionsfonds oder Anleihefonds zur Finanzierung von  
Infrastrukturmaßnahmen unter Beteiligung der öffentlichen  
Hand, der (Versicherungs-)Wirtschaft und privaten Anteils-  
eignern. Die Fondsverwaltung muss in transparenten und  
demokratischen Strukturen organisiert sein.  
Wegen der bei ÖP-Projekten bei der öffentlichen Hand  
verbleibenden Risiko- und Garantiepflichten sind besondere  
Schutz- und Vorsorgemaßnahmen bei der Entscheidungs-  
findung erforderlich. Überhöhte Beraterkosten, private  
Schiedsgerichtsverfahren, mangelnde Qualitätskontrollen  
und Lobby-Zugehörigkeit bei den Beratern werden wir nicht  
tolerieren.  
Unternehmen der Öffentlichen Versorgung und der Da-  
seinsvorsorge müssen in transparenten und demokratischen  
Strukturen organisiert werden. Die Leistungen sind an die  
Bürger grundsätzlich zu Gestehungspreisen abzugeben.  
Betriebsüberschüsse, Kapitalrücklagen oder Konzessionsab-  
gaben dürfen keinesfalls als versteckte Steuern der Konsoli-  
dierung von Haushalten dienen, sondern müssen für Repa-  
raturen, Modernisierungen und Neuinvestitionen eingesetzt  
werden.  
91 Programm für Deutschland | Infrastruktur, Wohnen und Verkehr  
Unternehmen der  
Öffentlichen Versorgung  
und der Daseinsvorsorge  
müssen in transparenten und  
demokratischen Strukturen  
organisiert werden.  
Die Leistungen sind an die  
Bürger grundsätzlich zu  
Gestehungspreisen  
abzugeben.  
14.3 Straßen- und Schienennetz: Substanz erhalten  
Die Reparatur, der Werterhalt und die Beseitigung von  
Engpässen in Straßen und Schienennetzen haben im Ver-  
kehrsbereich Vorrang vor spektakulären Großprojekten.  
Verkehrswegegroßprojekte sind aus Kostengründen nicht an  
private Konsortien zu übergeben, sondern von der Öffentli-  
chen Hand auszuschreiben und zu realisieren. Bei einzelnen  
Großprojekten wie Flughäfen usw., die nicht im Routine-  
bereich eines eingespielten Straßenbaureferates liegen, ist  
jedoch so weit wie möglich Sachverstand privater Firmen  
einzubeziehen.  
Eine großräumige europaweite Verkehrsplanung für Stra-  
ßen, Schienen, Wasserwege und im Luftverkehr ist in einen  
ständig fortzuschreibenden Bundesverkehrswegeplan ein-  
zubinden. Dieser Plan darf nicht an den nationalen Interes-  
sen einzelner EU-Mitgliedsstaaten, denen der Länder oder  
denen von Politikern ausgerichtet werden.  
Der grenzüberschreitende Verkehr, der groß- und kleinräu-  
mige Güterverkehr, der öffentliche, der private und der indi-  
viduelle Personennah- und Fernverkehr, auch der Fußgän-  
ger- und Radverkehr, sind von Beginn an in alle Planungen  
zu integrieren.  
14.4 Grenzüberschreitender Güterverkehr:  
Auf Schiene und Wasser verlagern  
Die AfD tritt dafür ein, die Straßen, so weit als möglich, vom  
grenzüberschreitenden Massentransport schwerer Güter zu  
entlasten und diese auf die Schiene und auf Wasserstraßen  
zu verlagern.  
Schienennetze und Bahnstationen sind dringend für den  
schnellen Personenfernverkehr, für den Gütertransport, für  
schnellen Güterumschlag sowie für Lärmschutz zu ertüchti-  
gen und zu modernisieren.  
Die Straßennutzungsgebühren für schwere LKW müssen  
nach der tatsächlichen Fahrbahnbelastung und dem Fahr-  
bahn-Zerstörungsgrad durch schwere Achslasten erhoben  
werden. Das Erhebungssystem lässt sich vereinfachen,  
indem die tatsächlich gefahrenen Gesamtkilometer und die  
Fahrzeugklassen im Erhebungszeitraum erfasst werden.  
14.5 Freie Nutzung der Verkehrsmittel  
ohne Schikanen  
Die AfD ist strikt gegen verkehrspolitische Schikanen, Koste-  
nerhöhungen und vernachlässigte Verkehrswege, mit denen  
ein Umstieg auf den öffentlichen Nah- und Fernverkehr  
erzwungen werden soll.  
Die Autofahrer werden auf Deutschlands Straßen durch  
immer mehr und nicht nachvollziehbare Geschwindigkeits-  
beschränkungen behindert. Die Kommunen nutzen dies  
dann vorrangig als zusätzliche Einnahmequelle. Bald droht  
auch ein allgemeines Tempolimit auf allen Autobahnen.  
Die AfD fordert „Freie Fahrt für freie Bürger“ und lehnt alle  
Beschränkungen aus anderen Gründen als der Verkehrssi-  
cherheit ab. Kein Tempolimit auf Autobahnen, 100 km/h auf  
Landstraßen und 50 km/h innerorts auf allen Durchgangs-  
straßen, jederzeit. Ein zu hoher Lärmpegel ist ggf. durch  
Lärmschutzmaßnahmen zu reduzieren. Der Ausstoß von  
Feinstaub bei Kfz mit Dieselmotoren ist durch Weiterent-  
wicklung der Motor- und Abgastechnik zu minimieren.  
92 Programm für Deutschland | Infrastruktur, Wohnen und Verkehr  
Die AfD ist strikt gegen  
verkehrspolitische Schikanen,  
Kostenerhöhungen und  
vernachlässigte Verkehrs-  
wege, mit denen ein Umstieg  
auf den öffentlichen Nah- und  
Fernverkehr erzwungen  
werden soll.“  
Das Erforschen, Entwickeln und Fördern moderner Ver-  
kehrsstrukturen und Verkehrssysteme sowie von neuartigen  
Verkehrslenk- und Leitsystemen muss für eine moderne  
Verkehrspolitik ständige Begleitung und zentrale Aufgabe  
werden.  
14.6 Eine Perspektive für den ländlichen Raum  
Die traditionellen Instrumente zur Förderung ländlicher  
Räume genügen nicht mehr, um die flächenhaft fortschrei-  
tenden Siedlungsverluste aufzuhalten oder gar umzukehren.  
Dem wachsenden Zuzugsdruck in die Zentren der Wachs-  
tumsgebiete steht eine rückläufige Nachfrage nach Wohn-  
raum in der Fläche gegenüber. Die Landbevölkerung nimmt  
immer schneller ab. Ursachen sind Überalterung, Struktur-  
mängel und Strukturverarmung, Geburtenrückgang und  
fehlende Arbeitsplätze. Das zieht weitere Verluste an At-  
traktivität nach sich und schwächt die ländlichen Regionen.  
Derzeitige Prognosen der Bevölkerungsentwicklung weisen  
auf einen stetigen Rückgang der Einwohnerzahl Deutsch-  
lands hin. Dieser wird begleitet von einer fortschreitenden  
Entvölkerung ländlicher Gebiete vor allem in der Mitte und  
im Osten Deutschlands.  
Die AfD will die ländlichen Regionen stärken. Wir wollen die  
Attraktivität des ländlichen Raumes mit einem aktiven Ge-  
meindeleben und einem funktionierenden gesellschaftlichen  
Zusammenhalt erhalten bzw. wiederherstellen. Die Ent-  
wicklung des ländlichen Raums muss in Deutschland wieder  
mehr beachtet werden. Die Lebensverhältnisse sind nicht  
gleichwertig, obwohl das Gesetz dieses raumordnerische  
Ziel vorgibt. Vielmehr hat das raumordnerische Konzept der  
„Zentralen Orte“ Konzentrationen gefördert und urbane Ent-  
wicklungen beschleunigt. Aber nur mit gesunden Strukturen  
in den Dörfern werden diese peripheren Räume nicht weiter  
degenerieren.  
Zu einem lebenswerten ländlichen Raum zählen für uns eine  
intakte bäuerliche Landwirtschaft, eine funktionsfähige mit-  
telständische Wirtschaft und eine ausreichende Infrastruk-  
tur. Diese umfasst alle für die Daseinsvorsorge notwendigen  
Einrichtungen wie Schulen, medizinische Versorgung und  
Breitband-Kommunikation. Nur durch zielgerichtete Investi-  
tionen und eine kluge Ansiedlungspolitik lässt sich für junge  
Familien im ländlichen Raum eine Perspektive schaffen und  
die derzeit negative demografische Entwicklung umkehren.  
Für die in Deutschland sehr unterschiedlichen ländlichen  
Räume kann es kein einheitliches Leitbild geben. Deshalb  
wollen wir individuelle Entwicklung zulassen, um den be-  
sonderen Möglichkeiten und Fähigkeiten in den einzelnen  
Regionen vor Ort Raum zu geben. Wir wollen deshalb das in  
Deutschland dominierende landesplanerische Konzept der  
„Zentralen Orte“ überprüfen. Insbesondere wollen wir im  
ländlichen Raum künftig das Subsidiaritätsprinzip konse-  
quent anwenden. Politische Aufgaben, Zuständigkeiten und  
Entscheidungskompetenzen wollen wir dezentralisieren,  
soweit kein überörtlicher Regelungs- und Koordinierungsbe-  
darf besteht. Das grundgesetzlich verankerte Selbstverwal-  
tungs- und Selbstbestimmungsrecht der Kommunen wollen  
wir wiederbeleben. Die Benachteiligung ländlicher Gemein-  
den bei der Finanzverteilung wollen wir beenden, um den  
Kommunen ihre Handlungsfähigkeit zurückzugeben.  
Solange die vorbeschriebenen Wiederbelebungsaktionen  
noch nicht greifen, setzt sich die AfD dafür ein, die ländliche  
93 Programm für Deutschland | Infrastruktur, Wohnen und Verkehr  
Die AfD will die ländlichen  
Regionen stärken. Zu einem  
lebenswerten ländlichen  
Raum zählen für uns eine  
intakte bäuerliche  
Landwirtschaft, eine  
funktionsfähige  
mittelständische Wirtschaft  
und eine ausreichende  
Infrastruktur.  
Infrastruktur durch mobile Lösungen zu verbessern. Beispie-  
le dafür sind fahrende Versorgung für den täglichen Bedarf,  
für Verwaltungsdienstleistungen, mobile Weiterbildungs-  
und Kulturangebote, mobile Gesundheitsversorgung, mobile  
Altenbetreuung und Betreuung Jugendlicher. Schnelles  
Internet für alle ist in jedem Fall anzustreben.  
Die AfD tritt dafür ein, dass die in Deutschland in ihren  
historischen Siedlungsgebieten ansässigen autochthonen  
Minderheiten und Volksgruppen unter staatlichem Schutz  
stehen.  
14.7 Wohnungspolitik: Baurecht vereinfachen,  
Wohnraum schaffen  
Der Zuzugsdruck in die deutschen Großstädte und rund um  
die attraktiven Wirtschaftsräume steigert den Wohnungs-  
bedarf, erhöht die Grundstücksnachfrage und belastet den  
Immobilienmarkt.  
Überproportional steigende Nebenkosten begleiten die  
steigenden Wohnungspreise in den Zentren, verschärfen  
die Marktsituation und mindern zugleich das Angebot von  
preiswertem Wohnraum in bevorzugten Gebieten. Einengen-  
de Baubestimmungen, unwirtschaftliche Dämmvorschriften  
und bürokratische Gestaltungsvorgaben treiben die Immobi-  
lienpreise, die Baukosten und die Wohnkosten weiter in die  
Höhe.  
Das unmäßige Anheben von Grundsteuer und Grunder-  
werbssteuer ist ebenfalls kostentreibend, für Bauherren  
investitionshemmend und schlägt auf die Wohnkosten für  
Mieter und Eigentümer gleichermaßen durch.  
Weder „Mietpreisbremsen“ noch „Kappungsgrenzen“ brin-  
gen Entspannung am Wohnungsmarkt. Dies vermögen nur  
eine große Zahl von Neubauten und eine höhere Eigentums-  
quote. In Deutschland ist der private Anteil am Wohnei-  
gentum weit geringer als im Durchschnitt der europäischen  
Nationen. Wohneigentum muss vor allem für die Bezieher  
kleinerer Einkommen erschwinglicher werden.  
Wir wollen Bundesbaugesetze, die um Ballungsgebiete  
herum eine ausreichende Baulandausweisung auch für  
die Ballungsgebietszentren ermöglichen. Diese sind dem  
Planungshoheitsrecht der betroffenen Umlandgemeinden  
vorzuziehen.  
Wohneigentum schafft Heimatbindung und fördert den  
Wunsch, das eigene Umfeld zu bewahren und zu erhalten.  
Wirtschaftlich berechenbare, stabile Eigentums- und Miet-  
verhältnisse stärken auf Dauer das gesellschaftliche Wohl-  
ergehen, fördern den Zusammenhalt der Generationen und  
können auch der Landflucht entgegenwirken.  
Die gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaften und  
Wohnungsgesellschaften sind zu stärken. Entlastung brin-  
gen auch Eigentumsbeteiligungen in modernen Genossen-  
schaftsformen, mit denen neuer Wohnraum gewonnen und  
vorhandener Wohnraum modernisiert werden kann.  
Familiengerechte Wohnformen in Stadtrandlagen und in  
ländlichen Gebieten können die Zentren entlasten und der  
großflächigen Entvölkerung und Verarmung auf dem Land  
entgegenwirken. Voraussetzung dafür ist allerdings eine  
durchgängig modernisierte und leistungsfähige Infrastruk-  
tur.  
94 Programm für Deutschland | Infrastruktur, Wohnen und Verkehr  
Wir wollen mehr  
Wohneigentum schaffen.  
Wohneigentum fördert die  
Heimatbindung und den  
Wunsch, das eigene Umfeld  
zu bewahren und zu erhalten.  
14.8 Stadtentwicklung:  
Nachverdichten, aber Bausünden verhindern  
Neu zu schaffende Stadtbezirke müssen nach den neuesten  
Erkenntnissen der Stadtplanung gestaltet werden.  
Beim Verdichten und Modernisieren von Stadtbezirken  
sollen die sozialen, kulturellen, gewerblichen, verkehrstech-  
nischen und ökologischen Belange miteinander verbunden  
und von Anfang an umfassend geplant werden. Die AfD  
bekennt sich zur strikten Umsetzung der Handlungsemp-  
fehlungen der Bundesstiftung Baukultur gemäß dem Bericht  
2014/15, lehnt jedoch die Energiewende selbst und daher  
auch die damit verbundenen Empfehlungen ab.  
Eine Nachverdichtung von Wohngebieten soll nur solange  
zulässig sein, bis die Fehlentwicklungen am Wohnungsmarkt  
beseitigt sind. Ansonsten behält das Vorbeschriebene aber  
auch bei der geregelten Erweiterung der Städte Gültigkeit.  
Eine städtebaulich sinnvolle Entlastung der Immobilien-  
nachfrage lässt sich nur durch nachträgliche Verdichtung  
von locker bebauten Bezirken und durch Aufstocken,  
Umnutzen und Schließen von Baulücken erreichen. Erst  
nachrangig ist der Bau neuer Stadtbezirke anzustreben, es  
sei denn ausreichend Erweiterungsflächen sind vorhanden.  
Als wichtiges Hilfsmittel zur Nachverdichtung kann auch die  
Wiedereinführung der Staffelbauordung dienen.  
Allerdings muss sie anders als früher in der Nachkriegszeit  
nun stadtplanerisch optimal ausgestaltet sein, um die Wie-  
derholung alter Bausünden in Gestalt „riesiger Betonklötze“  
zu verhindern.  
95 Programm für Deutschland | Infrastruktur, Wohnen und Verkehr  
Beschlossen auf dem Bundesparteitag  
in Stuttgart am 30.04./01.05.2016  
V.i.S.d.P.:  
Alternative für Deutschland (AfD)  
Eichhorster Weg 80  
13435 Berlin  
Telefon: 030/22 05 69 60  
Telefax: 030/22 05 69 62 9  
E-Mail: kontakt@afd.de  
Internet: www.afd.de  
www.afdkompakt.de  
Facebook: facebook.com/alternativefuerde  
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Das Programm der AfD finden Sie auch unter  
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Spende + vollständige Adresse bzw. Mitglieds-ID  
Mitglied werden – Mitmachen – Mitentscheiden:  
www.afd.de/mitmachen

# Wahlprogramm 2024

[https://www.bundestagswahl-bw.de/fileadmin/bundestagswahl-bw/2025/Wahlprogramme/AfD\_Leitantrag-Bundestagswahlprogramm-2025.pdf](https://www.bundestagswahl-bw.de/fileadmin/bundestagswahl-bw/2025/Wahlprogramme/AfD_Leitantrag-Bundestagswahlprogramm-2025.pdf)

Bundesgeschäftsstelle der Partei Alternative für Deutschland | Eichhorster Weg 80 | 13345 Berlin  
LEITANTRAG  
DER BUNDESPROGRAMMKOMMISSION  
PROGRAMM DER ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND  
FÜR DIE WAHL ZUM 21. DEUTSCHEN BUNDESTAG  
zum 16. Bundesparteitag der AfD in Riesa  
11\. bis 12. Januar 2025  
WT Energiesysteme Arena  
Am Sportzentrum 5 | 01589 Riesa  
Stand: 28. November 2024  
2  
Bundesgeschäftsstelle der Partei Alternative für Deutschland | Eichhorster Weg 80 | 13435 Berlin  
ZEIT FÜR WOHLSTAND ZEIT FÜR SICHERHEIT ZEIT FÜR ZUSAMMENHALT  
Wirtschaft &amp; Infrastruktur  
 Wirtschaft  
 Bauen &amp; Wohnen  
 Infrastruktur &amp; Energie  
 Digitalisierung  
Äußere Sicherheit  
 Außenpolitik  
 Verteidigungspolitik  
 Diplomatische  
Beziehungen  
 Handelspolitik  
 Auswärtige Kulturpolitik  
 Entwicklungspolitik  
Demokratie &amp; Rechtsstaat  
 Sicherung Bürgerrechte  
 Gewaltenteilung  
gewährleisten  
 Europäische Union  
Rente, Soziales &amp; Gesundheit  
 Rente  
 Soziale Sicherung  
 Gesundheit  
Asyl- &amp; Migrationspolitik  
 Zuwanderung regeln  
 Asylparadies schließen  
 Rückführungen  
 Integration  
 Qualifizierte Zuwanderung  
Familie &amp; Demografie  
 Starke Familien  
 Demografische Wende  
 Willkommenskultur für  
Kinder  
 Nur zwei biologische  
Geschlechter  
 Kinderbetreuung  
 Trennungsfolgen mindern  
 Inobhutnahmen regeln  
Finanzen &amp; Steuern  
 Haushaltspolitik  
 Steuern  
 Währungspolitik  
Innere Sicherheit  
 Kriminalitätsbekämpfung  
 Extremismusbekämpfung  
 Bundespolizei &amp;  
Grenzschutz  
Bildung, Wissenschaft &amp;  
Technologieoffenheit  
 Schulbildung  
 Berufliche Bildung  
 Migration und Bildung  
 Hochschulsystem &amp;  
Wissenschaft  
 Forschung &amp; Technik  
Landwirtschaft, Umwelt &amp;  
Klima  
 Agrarpolitik  
 Ländlicher Raum  
 Verbraucherschutz  
 Tierschutz &amp; -wohl  
 Klima  
 Umweltschutz  
 Jagd, Artenschutz und  
Fischerei  
 Wald &amp; Forst  
 Gewässer &amp;  
Trinkwasserschutz  
Kultur &amp; Medienpolitik  
 Leitkultur  
 Brauchtum &amp; Gedenken  
 Schutz deutscher Sprache  
 Kulturförderung  
 Umsatzsteuerpflicht für  
Kulturschaffende  
 Grundfunk statt GEZ  
 Filmförderung  
3  
Bundesgeschäftsstelle der Partei Alternative für Deutschland | Eichhorster Weg 80 | 13435 Berlin  
Inhaltsverzeichnis1  
Zeit für Wohlstand2  
Wirtschaft und Infrastruktur ..................................................................................................... 83  
Den Wirtschaftsstandort Deutschland wiederherstellen............................................................ 84  
Deutschland ist als Wirtschaftsstandort unattraktiv geworden ............................................................. 85  
Freies Unternehmertum und Wirtschaftsstandort stärken ...................................................................... 96  
Die deutsche Automobilindustrie als Leitindustrie erhalten .................................................................... 97  
Vorrang für den Wettbewerb - für einen attraktiven Wirtschaftsstandort .................................... 108  
Eigenverantwortung der Bürger stärken, Handlungsspielräume vergrößern .............................. 119  
Unsere Bürger im Mehltau des linken Zeitgeistes ......................................................................................... 1110  
Unsere Maßnahmen für starke Bürger................................................................................................................1211  
Wir wollen ein Volk von Eigentümern werden ............................................................................... 1312  
Wohn- und Baunebenkosten senken ...................................................................................................................1313  
Baurecht muss nationales Recht bleiben ...........................................................................................................1314  
Bestandsschutz ................................................................................................................................................................1315  
Mieter zu Eigentümern machen..............................................................................................................................1316  
Einheimische fördern ...................................................................................................................................................1317  
„Alles wieder zurück auf Start”: Kein erleichtertes Baurecht für großflächige18  
Energieerzeugungsanlagen ......................................................................................................................................1319  
Eine Infrastruktur für Deutschlands Zukunft ................................................................................. 1420  
Energieinfrastruktur und Energiepolitik .......................................................................................................... 1421  
Verkehrspolitik – ideologiefrei und bedarfsgerecht ................................................................................... 1622  
Den Motorisierten Individualverkehr schützen............................................................................................. 1623  
Bundesautobahnen entlasten – Transitverkehr auf Schiene und Wasserwege verlagern ..... 1624  
Sichererer, sauberer und verlässlicher Schienenverkehr........................................................................ 1625  
Flugverkehr als Wirtschaftsfaktor stärken ....................................................................................................... 1726  
Digitalisierung ............................................................................................................................................... 1827  
Analoges Leben ............................................................................................................................................................... 1828  
Datensammelkrake Staat und Social Scoring (Sozialbewertung) ........................................................ 1829  
Digitale Assistenzsysteme ......................................................................................................................................... 1830  
Kampf gegen Desinformation ................................................................................................................................. 1931  
DSGVO ................................................................................................................................................................................. 1932  
Digitale Souveränität ................................................................................................................................................... 1933  
Künstliche Intelligenz..................................................................................................................................................2034  
Rente, Soziales und Gesundheit............................................................................................... 2135  
Unser Konzept für eine faire und auskömmliche Rentenversicherung ............................. 2136  
Die desolate Situation im deutschen Rentensystem ....................................................................................2137  
Unser Rentenkonzept gegen Altersarmut .........................................................................................................2138  
Weitere Bausteine, die die Rente langfristig stabilisieren ........................................................................ 2239  
Unser Konzept für eine faire Arbeitslosenversicherung ...........................................................2240  
4  
Bundesgeschäftsstelle der Partei Alternative für Deutschland | Eichhorster Weg 80 | 13435 Berlin  
Unser Konzept für eine Grundsicherung ..........................................................................................2341  
Das derzeitige Bürgergeld funktioniert nicht ................................................................................................. 2342  
Für eine funktionierende Grundsicherung für Arbeitssuchende......................................................... 2443  
Mehr Wohngeld statt sozialem Wohnungsbau ............................................................................. 2444  
Hilfe für alle, die sich nicht selbst helfen können .......................................................................... 2545  
Zweckentfremdung der Sozialversicherungen beenden .......................................................... 2546  
Unser Konzept einer zukunftssicheren Kranken- und Pflegeversicherung..................... 2547  
Unser Konzept für eine funktionierende Gesundheitspolitik ................................................ 2648  
Die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser sicherstellen ........................................................................ 2649  
Ambulante Versorgung verbessern ..................................................................................................................... 2650  
Ambulante und stationäre Versorgung sichern ............................................................................................ 2651  
Arzneimittelversorgung gewährleisten............................................................................................................. 2752  
Organspende .................................................................................................................................................................... 2753  
Geschlechtsidentität .................................................................................................................................................... 2754  
Sterbehilfe ......................................................................................................................................................................... 2755  
Cannabis ............................................................................................................................................................................. 2756  
Impfpflicht ......................................................................................................................................................................... 2857  
Heilpraktiker .................................................................................................................................................................... 2858  
Patientendaten und Telematik ............................................................................................................................... 2859  
WHO – Reform oder Austritt .................................................................................................................................... 2860  
Personal aus dem Ausland – nur nach deutschen Standards ................................................................. 2961  
Corona aufarbeiten ....................................................................................................................................................... 2962  
Entbürokratisierung des Gesundheitswesens ............................................................................................... 2963  
Finanzen und Steuern ................................................................................................................ 3064  
Bundeshaushalt konsolidieren, Steuerverschwendung beenden, Schuldenbremse65  
einhalten ......................................................................................................................................................... 3066  
Konnexitätsprinzip einhalten .................................................................................................................................3067  
Zuwendungen an Nichtregierungsorganisationen reduzieren ............................................................3068  
Wahre Kosten der Asylpolitik freilegen .............................................................................................................3069  
Steuerfinanzierte Öffentlichkeitsarbeit der Regierung drastisch kürzen ........................................3170  
Steuerrecht stark vereinfachen ............................................................................................................ 3171  
Absenkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie auf 7 % ................................................................3172  
Abschaffung aller CO 2-Abgaben ..............................................................................................................................3173  
Arbeit muss sich lohnen – Niedriglohnsektor und Mittelstand entlasten ....................................... 3274  
Grundsteuer abschaffen und Steuerausfälle kompensieren .................................................................. 3275  
Familiensplitting einführen ..................................................................................................................................... 3276  
Kein eigenes Besteuerungsrecht der Europäischen Union ..................................................................... 3377  
Vermögen- und Erbschaftsteuer abschaffen .................................................................................................. 3378  
Erhöhung Sparerpauschbetrag auf 2.400 Euro.............................................................................................. 3379  
Währungspolitik – Das Euro-System scheitert ..................................................................3480  
Zurück zu Recht, Wohlstand und sozialem Frieden ..................................................................................... 3481  
Deutschland muss aus dem Euro-System austreten .................................................................................. 3482  
Absicherung gegen die Eurokrise, Geldsystem reformieren und Staatsgold zurückholen .... 3483  
Beendigung der planwirtschaftlichen Politik der EU .................................................................................. 3584  
Keine Schuldenaufnahme durch die EU: Kredite nur auf nationaler Ebene ................................... 3685  
Keine deutsche Haftung für ausländische Banken ...................................................................................... 3686  
5  
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Target-2-Risiko beenden ........................................................................................................................................... 3687  
Bargeld ist Freiheit und Schutz vor Enteignung und Totalüberwachung ......................................... 3788  
Recht auf analoges Leben: ohne Vermögensregister und digitalen Euro ......................................... 3789  
Bitcoin: Erhalt von Freiheit und Staatsferne .................................................................................................... 3890  
Landwirtschaft, Umwelt und Klima ...................................................................................... 3991  
Agrarpolitik in Deutschland entscheiden ........................................................................................................... 3992  
Ländlicher Raum und Familienbetriebe ........................................................................................................... 4093  
Verbraucherschutz ...................................................................................................................................................... 4094  
Düngung, Pflanzenschutz und Gentechnik ...................................................................................................... 4195  
Tierschutz und Tierwohl............................................................................................................................................. 4196  
Klima .................................................................................................................................................................................... 4197  
Umweltschutz statt Wind- und Solarausbau................................................................................................... 4398  
Jagd, Artenschutz und Fischerei............................................................................................................................. 4399  
Waldpflege und Forstwirtschaft.............................................................................................................................44100  
Gewässerschutz und Trinkwasserversorgung ...............................................................................................44101  
Zeit für Sicherheit102  
Äußere Sicherheit ....................................................................................................................... 46103  
Außenpolitik muss Realpolitik in deutschem Interesse sein .................................................. 46104  
Verteidigungspolitik – Wiederherstellung der Wehrfähigkeit Deutschlands .................47105  
Zivilschutz in Deutschland ausbauen ..................................................................................................................48106  
Deutschland in Europa und der Welt ................................................................................................. 48107  
Eine neue Friedensordnung auf dem europäischen Kontinent.............................................................48108  
Das Verhältnis zu ausgewählten Staaten ..........................................................................................................48109  
Handelspolitik – Deutschland muss wirtschaftliche Stärken ausbauen ........................... 50110  
Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands ............................................................ 50111  
Entwicklungspolitik neugestalten ....................................................................................................... 51112  
Asyl- und Migrationspolitik ...................................................................................................... 52113  
Zuwanderung wieder national regeln ................................................................................................ 52114  
Asylparadies Deutschland schließen ..................................................................................................53115  
Ökonomische Anreize senken................................................................................................................................. 54116  
Deutschland braucht eine umfassende Rückführungsoffensive ........................................... 55117  
Integration ..................................................................................................................................................... 56118  
Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht verschenkt werden ....................................................... 57119  
Migration und Wohnungsmarkt ............................................................................................................................ 57120  
Förderung der Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte ............................................................ 58121  
Innere Sicherheit ..........................................................................................................................59122  
Wirksame Bekämpfung der Kriminalität ........................................................................................ 59123  
Jugendstrafrecht ........................................................................................................................................................... 60124  
Stärkung der Polizei..................................................................................................................................................... 60125  
Justiz, Strafvollstreckung und -vollzug verbessern ..................................................................................... 61126  
6  
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Waffenrecht überarbeiten ........................................................................................................................................ 61127  
Gewalt und Extremismus entschieden bekämpfen ..................................................................... 61128  
Gefährdung durch den islamistischen Terrorismus ................................................................................... 62129  
Strafbarkeit der Forderung nach einem Kalifat ............................................................................................. 62130  
No-go-Areas und Parallelgesellschaften........................................................................................................... 62131  
Einer weiteren Islamisierung treten wir entgegen ...................................................................................... 63132  
Polygamie, Zwangsheirat und Kinderehen ...................................................................................................... 63133  
Körper- und Gesichtsbedeckung ........................................................................................................................... 63134  
Bundespolizei für nationalen Grenzschutz rüsten ...................................................................... 64135  
Zeit für Zusammenhalt136  
Demokratie und Rechtsstaat - Das Volk ist der Souverän ............................................... 65137  
Für eine Sicherung der Bürgerrechte ................................................................................................ 65138  
Supranationale Organisationen und die deutsche Souveränität.......................................................... 65139  
Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild ................................................................................................ 66140  
Grundrecht der Meinungsfreiheit – keine Zensur in der öffentlichen Debatte ............................ 67141  
Gewaltenteilung gewährleisten ............................................................................................................67142  
Reform des Parlamentsrechts ................................................................................................................................. 67143  
Freie Listenwahl und freies Mandat .....................................................................................................................68144  
Die Selbstbedienung der Parteien beenden .....................................................................................................68145  
Kampf der Parteibuchwirtschaft ...........................................................................................................................68146  
Berufspolitikertum: Mandats- und Amtszeiten begrenzen .....................................................................68147  
Lobbyismus kontrollieren ......................................................................................................................................... 69148  
Entpolitisierung der Justiz ......................................................................................................................................... 69149  
Verfassungsschutz grundsätzlich reformieren ............................................................................................. 69150  
Hinweisgeber (Whistleblower) schützen........................................................................................................... 69151  
EU: Entrechtung von Nationalstaaten und Bürgern ................................................................... 70152  
Unser Ziel: Ein Europa der Vaterländer als Bund souveräner Staaten ............................................... 70153  
Familie und Demografie............................................................................................................. 71154  
Starke Familien für eine starke Gesellschaft .................................................................................................... 71155  
Demografische Wende für Deutschlands Zukunft ....................................................................................... 72156  
Willkommenskultur für Kinder .............................................................................................................................. 73157  
Die zwei Geschlechter sind eine biologische Tatsache ............................................................................... 74158  
Verantwortungsvolle Kinderbetreuung ............................................................................................................ 75159  
Trennungsfolgen mindern ........................................................................................................................................ 76160  
Inobhutnahmen einheitlich regeln und Familien schützen .................................................................... 76161  
Bildung, Wissenschaft und Technologieoffenheit ............................................................. 77162  
Mut zur Leistung ............................................................................................................................................................. 77163  
Mehrgliedriges Schulsystem erhalten ...............................................................................................78164  
Schulpflicht zur Bildungspflicht umwandeln.................................................................................................. 78165  
Wiedereinführen von Vorschulklassen .............................................................................................................. 78166  
Förderschulen als Bildungschance erhalten ................................................................................................... 78167  
Meinungsvielfalt statt einseitiger Ideologie..................................................................................................... 78168  
Sinnvolle Digitalisierung............................................................................................................................................ 79169  
Disziplinarrechte der Lehrer und Schulen stärken ...................................................................................... 79170  
7  
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Berufliche Bildung stärken: mehr Meister statt Master .............................................................79171  
Migration und Bildung ...............................................................................................................................79172  
Islamisierung an deutschen Schulen beenden............................................................................................... 79173  
Hochschulsystem und Wissenschaft ................................................................................................. 80174  
Bologna ist gescheitert: Diplom und Magister wiedereinführen.......................................................... 80175  
Autonomie der Hochschulen stärken: Freiheit von Forschung und Lehre bewahren .............. 80176  
Forschung und Technik............................................................................................................................ 80177  
Subventionen, Dirigismus und Halbleiterindustrie ..................................................................................... 81178  
Kerntechnik ...................................................................................................................................................................... 81179  
Rohstoff- und Kreislaufwirtschaft ........................................................................................................................ 81180  
Gentechnik ........................................................................................................................................................................ 82181  
Luft- und Raumfahrt .................................................................................................................................................... 82182  
Kultur und Medienpolitik.......................................................................................................... 83183  
Deutsche Leitkultur statt „Multikulturalismus“ ............................................................................ 83184  
Brauchtum und Gedenken ........................................................................................................................................ 83185  
Schutz der deutschen Sprache................................................................................................................................84186  
Kulturförderung .............................................................................................................................................................84187  
Keine Umsatzsteuerpflicht für Musiker, Künstler und freie Pädagogen ..........................................84188  
Medienpolitik ................................................................................................................................................ 84189  
GRUNDFUNK statt GEZ-Zwangsabgabe ............................................................................................................84190  
Filmförderung ................................................................................................................................................................. 85191  
192  
8  
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Zeit für Wohlstand193  
Wirtschaft und Infrastruktur194  
Den Wirtschaftsstandort Deutschland wiederherstellen195  
Wir stehen fest zu den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft, die seit Jahrzehnten196  
Wohlstand und sozialen Frieden in unserem Land sichern.197  
Wir wollen in einer Zeit globaler Herausforderungen die Grundwerte unserer198  
Wirtschaftsordnung bewahren und so weiterentwickeln, dass wir eine freiheitliche und199  
erfolgreiche Gesellschaft gewährleisten, in der die Bürger ihr Leben eigenverantwortlich200  
und selbstbestimmt führen können.201  
Wir setzen uns für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft ein, die Innovation und202  
Unternehmertum fördert, Wohlstand für alle schafft und insbesondere dem Mittelstand203  
neue Entfaltungsmöglichkeiten eröffnet.204  
Wir treten dafür ein, dass Arbeitnehmer immer deutlich bessergestellt sind als205  
Empfänger von Sozialleistungen. Ihre Arbeit soll eine auskömmliche und sichere Rente206  
gewährleisten.207  
Wir tragen Sorge dafür, dass wirklich Bedürftige in den Grundsicherungssystemen208  
aufgefangen werden. Ein selbstgewähltes Leben auf Kosten der Allgemeinheit wird nicht209  
gefördert.210  
Mit unseren Maßnahmen bringen wir wieder Optimismus und Zuversicht in die211  
Gesellschaft. Viele Regelungen der EU schwächen Wirtschaft und Wettbewerb, statt sie212  
zu stärken. Beispiele dafür sind der „Green Deal“ und der Einfluss auf Energiefragen.213  
Deutschland ist als Wirtschaftsstandort unattraktiv geworden214  
Deutschland ragte in früheren Jahrzehnten international heraus durch wirtschaftliche215  
und wissenschaftliche Exzellenz. Die gegenwärtige Situation ist hingegen von einem216  
wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Niedergang geprägt. Technologievorgaben,217  
Auflagen und Verbote setzen den marktwirtschaftlichen Wettbewerb in Teilen außer218  
Kraft; suboptimale technische Lösungen und Produkte sind die Folge. Viele davon sind219  
ohne staatliche Subventionen nicht marktfähig, zum Beispiel alternative Energien und220  
Elektroautos. Viele Auflagen sind zudem mit den Ressourcen unseres Landes nicht zu221  
vereinbaren. Dies gilt für den eingeschränkten Zugang zu Rohstoffen wie seltene Erden222  
für alternative Energien und Antriebe, zu preiswerter fossiler oder nuklearer Energie223  
genauso wie für gut ausgebildete in- und ausländische Fachkräfte.224  
Unsere Schulbildung erfolgt nicht mehr nach dem Leistungsprinzip. Auch mangelt es an225  
Basiswissen in Mathematik und Deutsch am Ende der Grundschule. Dies setzt sich im226  
weiteren Schulverlauf fort, wodurch zahlreiche Schulabgänger nicht mehr227  
ausbildungsfähig sind. Während fast alle anderen Länder ihre Schulleistungen228  
verbessern konnten, ist das einst führende Deutschland im weltweiten Vergleich auf ein229  
mittleres Niveau zurückgefallen. Nachfolgende Generationen sind so nicht mehr230  
international wettbewerbsfähig.231  
9  
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Für gut ausgebildete Fachkräfte aus dem In- und Ausland ist Deutschland nicht mehr232  
attraktiv: Zu abschreckend sind hohe Steuern und Abgaben, mangelnde Sicherheit im233  
öffentlichen Raum, unzureichende Schulbildung in öffentlichen Schulen, knapper,234  
teurer Wohnraum sowie geringe Chancen auf Eigentumsbildung und eine235  
auskömmliche Alterssicherung.236  
Deutsche Unternehmenssteuern sind im internationalen Vergleich zu hoch und hindern237  
unsere Unternehmen daran, dringend benötigte Zukunftsinvestitionen vorzunehmen.238  
Das kaum noch zu überblickende Ausmaß an Regulierung und Verboten senkt die239  
Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts für in- und ausländische Investoren. Eine240  
fortschrittliche wirtschaftliche Entwicklung wird dadurch zusätzlich erschwert. So fließt241  
seit einigen Jahren viel mehr Investitionskapital aus Deutschland heraus als hereinfließt.242  
Vor allem für Mittelstand und Landwirtschaft sind die strangulierenden Vorgaben der243  
Politik nicht mehr zu bewältigen. Viele Betriebe geben auf oder suchen neue Chancen im244  
Ausland.245  
Die immense Steuer- und Abgabenlast führt in Teilbereichen der Wirtschaft vermehrt zu246  
Schwarzarbeit, schwarzen Kassen und Lohndumping in verschachtelten247  
Subunternehmer-Pyramiden. Dadurch entsteht an Staat und Steuer vorbei eine248  
Parallelwirtschaft in einer Größenordnung von Hunderten Milliarden.249  
Freies Unternehmertum und Wirtschaftsstandort stärken250  
Wir streben eine funktionierende Wirtschaft an, die aus eigener Kraft und Profitabilität251  
in Forschung und Entwicklung investiert, um dem internationalen Markt innovative und252  
wettbewerbsfähige Angebote zu machen. Deutsche Unternehmen sollen an der253  
Weltspitze der Exportunternehmen stehen und „Made in Germany“ wieder zu einem254  
Markenzeichen für Exzellenz und Einzigartigkeit machen.255  
Dafür streben wir eine auf Leistung und Talentförderung ausgelegte Schul- und256  
Berufsbildung an. Unsere Universitäten sollen in die Lage versetzt werden, erstklassige257  
Talente aus Deutschland und aller Welt anzuziehen und unser Land in den Top-Branchen258  
zu einem internationalen Innovationsführer zu machen.259  
Dazu zählen wir neben den Traditionsbranchen wie Automobilbau, Maschinenbau,260  
Chemie auch moderne Hochtechnologien wie Dual-Fluid-Nukleartechnik,261  
Weltraumtechnologie, Nano-Technologie und Künstliche Intelligenz.262  
Die deutsche Automobilindustrie als Leitindustrie erhalten263  
Die AfD sieht die strategische Bedeutung der deutschen Automobil- und264  
Zulieferindustrie. Gerade der für den Großteil der Arbeitsplätze zuständige Mittelstand,265  
insbesondere der metallverarbeitenden Industrie, ist abhängig vom Fortbestand des266  
Verbrennungsmotors. Es ist daher die Aufgabe der Bundesregierung, auf nationaler und267  
europäischer Ebene für eine technologieoffene Gesetzgebung zu sorgen. Die heutige268  
einseitige Bevorzugung von Elektromobilität ist sofort zu stoppen, ebenso die269  
Finanzierung der Ladeinfrastruktur aus öffentlichen Mitteln. Diese kann aus Gründen270  
mangelnder Stromkapazitäten und Infrastruktur gar nicht flächendeckend eingesetzt271  
werden. Die Batterieproduktion belastet die Umwelt außerdem weit stärker als der272  
Verbrennungsmotor.273  
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Ob der Verbrennungsmotor eines Tages durch andere Antriebsformen abgelöst wird274  
oder weiter existiert, muss wieder eine Frage des technischen Fortschritts sowie des275  
Marktes werden und darf nicht auf ideologischer Verbotspolitik basieren. Wenn die276  
bestehende, realitätsfremde EU-CO 2-Reduktionsgesetzgebung im Verkehrssektor nicht277  
verhindert werden kann, sind synthetische Kraftstoffe als zukunftsfähiger Treibstoff für278  
Verbrennungsmotoren zu berücksichtigen. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, welche279  
mit synthetischem Kraftstoff angetrieben werden, müssen hinsichtlich Ihrer280  
Abgabenlast gegenüber elektrisch angetriebenen Fahrzeugen eine Gleichbehandlung281  
erfahren. Dies gilt sowohl für den Energieträger selbst als auch für das Fahrzeug282  
insgesamt.283  
Vorrang für den Wettbewerb - für einen attraktiven Wirtschaftsstandort284  
Staatliche Eingriffe in den Markt werden wir auf ein Minimum reduzieren. Wir sorgen285  
stattdessen für Rahmenbedingungen, die Deutschland wieder attraktiv machen und286  
unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen. Damit Unternehmer an287  
die Zukunft des Standorts Deutschland glauben können, werden wir288  
Den Zugang zu sicherer und bezahlbarer Energie wiederherstellen durch:289  
 Verlängerung der Laufzeiten der Kohlekraftwerke290  
 Wiedereinstieg in die Nutzung der Kernenergie291  
 Reparatur und Wiederinbetriebnahme der Nord Stream-Pipelines292  
 Aufhebung des Verbots von Gas- und Ölheizungen293  
 Abschaffung der CO 2-Abgabe294  
 Reduzierung der Energiesteuer und Senkung der Stromsteuer auf das Minimum295  
 Verhinderung immer höherer Netzentgelte durch Windenergie-Ausbaustopp296  
Strangulierende Bürokratie und wettbewerbsverzerrende Vorschriften reduzieren wir297  
durch:298  
 Abschaffung von Lieferkettensorgfaltsgesetz und EU-Lieferkettenrichtlinie299  
 Abschaffung des Verpackungsgesetzes300  
 Abbau der Nachhaltigkeitsberichterstattung301  
 Vereinfachung der Datenschutzgrundverordnung302  
 Vereinfachung des Vergaberechts303  
 drastische Reduzierung von Vorschriften, Berichts- und Dokumentationspflichten304  
für Mittelstand und Landwirte305  
 Aufhebung des Verbrennerverbots und der unerreichbaren Flottengrenzwerte306  
 Wiedereinführung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes in der Gastronomie307  
Die deutsche Infrastruktur modernisieren wir durch:308  
 planvolle, kontinuierliche Sanierung von Straßen, Schienenwegen und Brücken309  
 Beschleunigung notwendiger Neuinvestitionen durch Vereinfachung von Planungs-310  
und Genehmigungsverfahren311  
 Beschleunigung des Aufbaus der digitalen Infrastruktur312  
 Vorantreiben der Digitalisierung der Verwaltung313  
 ein KMU-freundliches Weltraumgesetz, das unsere Möglichkeiten im All voranbringt314  
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Den internationalen Handel fördern wir indem wir:315  
 den Austausch mit anderen Märkten erleichtern und intensivieren316  
 vorhandene Handelshemmnisse beseitigen317  
 vorteilhafte Handelsabkommen für unser Land abschließen, die dazu beitragen,318  
unsere Rohstofflieferketten zu sichern319  
 wirtschaftsschädliche Sanktionen beenden320  
Mehr Netto vom Brutto schaffen wir durch:321  
 Senkung der Einkommensteuer durch einen deutlich höheren Grundfreibetrag322  
 Senkung der Unternehmenssteuern auf ein international konkurrenzfähiges Niveau323  
 Abschaffung des Solidaritätszuschlags für alle324  
Mehr kluge Köpfe und Ideen gewinnen wir durch:325  
 zu erstklassiger Bildung, Ausbildung, Forschung und Wissenschaft zurückkehren326  
 die Abwanderung heimischer Fachkräfte stoppen und Ausgewanderte zurückholen327  
durch attraktive Rahmenbedingungen für Arbeit, Vermögensbildung, Ausbildung328  
und Sicherheit329  
 einen zusätzlichen Steuerfreibetrag für Rentner bereitstellen, um Senioren im330  
Arbeitsmarkt zu halten331  
 durch unser Konzept „Aktivierende Grundsicherung“ hunderttausende332  
arbeitsfähige Bürgergeldempfänger in den Arbeitsmarkt zurückbringen333  
 von Technologieverboten auf Technologieoffenheit umsteigen334  
 den CO 2-Grenzausgleich abschaffen335  
Eigenverantwortung der Bürger stärken, Handlungsspielräume vergrößern336  
Eigenverantwortung als Einstehen für die Folgen des eigenen Handelns ist ein337  
unverzichtbares Merkmal jeder freien Gesellschaft und gleichzeitig unabdingbarer338  
Bestandteil der Menschenwürde – auch im Bereich der wirtschaftlichen und sozialen339  
Teilhabe.340  
Ausgangspunkt für die Stärkung der Eigenverantwortung ist für uns neben der Stärkung341  
des familiären Lebens eine umfassende Schulbildung, die unsere jungen Bürger zu gut342  
gebildeten und kritischen Mitgliedern unserer Gesellschaft macht, den Grundstein für343  
eine erfolgreiche berufliche Entwicklung legt und sie zur Mitwirkung in Staat und344  
Ehrenamt befähigt. Unser Verständnis von Bildung schließt neben geistigen Fähigkeiten345  
und handwerklichem Können auch soziale Kompetenz mit ein.346  
Unsere Bürger im Mehltau des linken Zeitgeistes347  
Die Stimmung der Bürger unseres Landes ist heute von Verunsicherung und348  
Pessimismus geprägt: Unsicherheit durch bürgerferne Politik Unsicherheit darüber, was349  
man noch sagen darf; Unsicherheit über die Sicherheit in unseren Städten; Angst vor350  
einem großen Krieg und Sorge um die finanzielle Zukunft.351  
Maßgeblich dazu beigetragen hat die bewusste Panikmache der Regierung während der352  
Corona-Pandemie. Der Ukrainekrieg, die angeblich existenzbedrohende Klimakrise und353  
die exorbitante Verteuerung der Lebenshaltung in den letzten Jahren hat vielen Bürgern354  
den Zukunftsoptimismus genommen. Nicht nur Wirtschaftsunternehmen, auch viele355  
12  
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unserer Leistungsträger haben das Vertrauen in die aktuelle Politik und den Standort356  
Deutschland verloren.357  
Unsere Maßnahmen für starke Bürger358  
Wir wollen selbstbewusste und kritische Bürger, die ihre demokratischen Rechte359  
kompetent wahrnehmen, und wollen deshalb die Bürger durch staatliche Vorgaben nicht360  
unnötig einschränken. Diese Ziele wollen wir verwirklichen durch361  
 Wiederherstellung eines funktionierenden, politisch neutralen Bildungswesens als362  
Ort der Vorbereitung auf den späteren Leistungswettbewerb,363  
 Vermittlung praxisorientierter Kenntnisse in den Bereichen Sozialversicherungen,364  
Wirtschaft und Geldanlage bereits in der Schule,365  
 grundlegende, vereinfachende Reformen zur besseren Verständlichkeit des Steuer-366  
und Sozialsystems,367  
 Senkung der Steuer- und Abgabenlast zur Erweiterung des finanziellen368  
Handlungsspielraums der Bürger,369  
 Förderung von Selbständigkeit und Unternehmensgründungen unter anderem370  
durch Abbau von Vorschriften auf das notwendige Minimum,371  
 erweiterte steuerliche Absetzbarkeit für die private, kapitalgedeckte Altersvorsorge,372  
 Förderung der privaten Vermögensbildung und des privaten Wohneigentums.373  
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Wir wollen ein Volk von Eigentümern werden374  
In weiten Teilen Deutschlands herrscht unter anderem durch unkontrollierte375  
Einwanderung Wohnungsnot. Ausufernde gesetzliche Vorgaben zum Bau- und376  
Mietrecht, wie das sogenannte Heizungsgesetz, behindern die Erstellung preiswerter377  
Wohnungen.378  
Wir werden den Wohnungsbau von diesen Fesseln befreien, damit sich in Zukunft wieder379  
jeder Bürger eine Wohnung oder ein Haus leisten kann. Wohlstand entsteht aus380  
Wohneigentum. Siebzig Prozent aller EU-Bürger leben im Eigentum, während die381  
Mehrheit der Deutschen nicht in den eigenen vier Wänden sondern zur Miete wohnt.382  
Wohn- und Baunebenkosten senken383  
Neben den Baukosten sind die Wohnnebenkosten deutlich zu senken, um Wohnen für384  
die Bürger wieder bezahlbar zu machen. So sind die Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer,385  
die Grundsteuer und der Rundfunkbeitrag (GEZ) aufzuheben, sowie die386  
Grunderwerbssteuer für ausländische Käufer mit Hauptwohnsitz außerhalb der EU auf387  
20% zu erhöhen, so wie in Österreich. Ideologiegetriebene Kosten wie EEG-Umlage, CO 2-388  
Steuer und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) werden wir abschaffen.389  
Baurecht muss nationales Recht bleiben390  
Nach dem Subsidiaritätsprinzip sind Entscheidungen zum Baurecht den391  
Nationalstaaten vorzubehalten. Die kostentreibenden Vorschriften der EU in diesem392  
Bereich lehnen wir ab.393  
Bestandsschutz394  
Zum Schutz von Eigentum und Bestand vor veränderten Bauvorschriften muss immer395  
das Baurecht aus dem Erstellungszeitraum anwendbar bleiben.396  
Mieter zu Eigentümern machen397  
Eigentum ist Freiheit, schützt vor Altersarmut und vor Mietsteigerungen.398  
Umwandlungshemmnisse wollen wir aufheben. Mieter sollen beim Kauf von399  
selbstgenutztem Wohneigentum z.B. durch Eigenkapitalersatz unterstützt werden.400  
Zur Förderung der Eigentumsbildung werden wir einen Rahmen schaffen, in dem Mieter401  
ihre Wohnungen von öffentlichen Wohnungsbauunternehmen zu vergünstigten402  
Bedingungen erwerben können.403  
Wohnungsbaugenossenschaften sollen bei der Vergabe von öffentlichen Grundstücken404  
bevorzugt werden.405  
Einheimische fördern406  
Bei der Vergabe von Wohnbaugrundstücken und Wohnraum sind Einheimische nach407  
dem Einheimischen-Modell zu bevorzugen.408  
„Alles wieder zurück auf Start”: Kein erleichtertes Baurecht für großflächige409  
Energieerzeugungsanlagen410  
Die meisten Deutschen wohnen im ländlichen Raum. Damit diese am gesellschaftlichen411  
und wirtschaftlichen Leben gleichberechtigt teilhaben können, muss die Infrastruktur412  
14  
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und vor allem der ÖPNV bedarfsgerecht und zukunftsfähig ausgebaut werden. Der413  
ländliche Raum ist durch eine hohe Selbstverantwortung und Selbstorganisation seiner414  
Bürger geprägt. Wenn das Heimatgefühl stärker ist als die Anziehungskräfte urbaner415  
Räume, werden die Menschen weiter im ländlichen Raum wohnen wollen.416  
Unabdingbar für den Verbleib der Menschen in ihrer Heimat ist, dass diese nicht durch417  
den Zubau mit Windkraftgroßanlagen zu einem Industriepark verkommt.418  
Größe und Häufigkeit solcher Anlagen und deren maßlose Anhäufung zu Windparks419  
zerstören das Landschaftsbild ganzer Regionen, während weiterhin selbst kleine420  
Wohngebäude im Außenbereich keine Chance auf eine Baugenehmigung haben. Möglich421  
wurde dies durch zahlreiche ideologiegetriebene Änderungen im Baurecht auf Bundes-422  
und Landesebene.423  
Wir werden die großflächigen Naturzerstörungen durch Windkraftanlagen und424  
Photovoltaikanlagen in Wäldern, Feldern und auf Ackerflächen sofort beenden.425  
Das Baugesetzbuch und das Raumordnungsgesetz sind entsprechend auf die426  
ideologiefreien Regelungen vor 2021 zurückzuführen. Außerdem muss Ersatz für alte427  
Bestandsbauten genehmigungsrechtlich im Außenbereich ermöglicht werden.428  
Eine Infrastruktur für Deutschlands Zukunft429  
Nicht nur Straßen, Gleise, Brücken und auch Energieversorgungseinrichtungen wie430  
Nord Stream 2 sind Grundlagen einer wettbewerbsfähigen und zukunftssicheren431  
Industrienation, sondern auch Informationskanäle und Leitungen. Die Sicherstellung432  
einer Versorgung mit Daten ist dabei genauso wichtig, wie die Zurverfügungstellung433  
eines umfassenden Leitungsnetztes für verschiedene Energieträger.434  
Nur ein ausgewogener Energiemix aus unterschiedlichen Bezugsquellen kann435  
Deutschlands energetische Unabhängigkeit garantieren. Die hierfür nötigen Leitungen436  
sind dauerhaft sicherzustellen.437  
Unsere Infrastruktur, welche seit Jahrzehnten vernachlässigt wurde, ist die Lebensader438  
von Wirtschaft und Gesellschaft und damit Grundlage des Sozialstaates. Unsere bauliche439  
Infrastruktur ist geprägt von maroden Bauwerken. Wir fordern die Neubewertung des440  
deutschen Sonderweges in der Spannbetonbauweise. Insbesondere vor dem441  
Hintergrund der symbolischen Wirkung des Einsturzes der Dresdener Carolabrücke442  
fordert die AfD die Bewilligung von Neubauprojekten zu beschleunigen sowie die443  
zwingend notwendigen Reparaturen und Sanierungen aller betroffenen Bauwerke.444  
Energieinfrastruktur und Energiepolitik445  
Die jahrzehntelange Fokussierung auf die ideologiegetriebene „Klimapolitik“ und die446  
bevorzugte Behandlung der angeblich erneuerbaren Energien haben Deutschland in447  
eine energiepolitisch prekäre Lage gebracht. Der von allen etablierten Parteien448  
betriebene Ausstieg aus der Kern- und Kohleenergie hat diese Situation verschärft. Im449  
Zuge der Russlandsanktionen ist die bezahlbare Energieversorgung Deutschlands450  
zusätzlich erheblich gefährdet. Unser Land ist damit international nicht mehr451  
wettbewerbsfähig. Während dies zu einer Deindustrialisierung und Verarmung der452  
deutschen Bevölkerung führen wird, freuen sich die ökosozialistischen „Klimaschützer“453  
über sinkende CO₂-Emissionen.454  
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Keine der sogenannten erneuerbaren Energien oder der angestrebten neuen455  
Anwendungen wie Wärmepumpen oder Elektromobilität können ohne Subventionen456  
am Markt bestehen, während konventionelle Energien künstlich verteuert oder verboten457  
werden. Diese Abkehr von marktwirtschaftlichen Prinzipien kostet die deutschen458  
Steuerzahler enorme Summen, hat die Stromnetze destabilisiert und Deutschland zu459  
einem Stromimportland mit einem der höchsten Strompreise aller Industrieländer460  
gemacht. Viele Bürger müssen Wohlstandseinbußen hinnehmen und energieintensive461  
Unternehmen wandern ab oder melden Insolvenz an.462  
Die AfD wird im Sinne der Bürger und Wirtschaft auf Marktwirtschaft und463  
Technologieoffenheit setzen und konsequent den Dreiklang der Energieversorgung aus464  
Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz wieder herstellen.465  
Zukünftig müssen Anlagen zur Erzeugung „Erneuerbarer Energien“ ihre466  
uneingeschränkte Umweltverträglichkeit sowie ihren ökonomischen Nutzen durch den467  
Verzicht auf Vorrangeinspeisung und Subvention nachweisen.468  
Die Arbeit der Bundesnetzagentur wird die AfD, wie vom Europäischen Gerichtshof469  
gefordert, wieder auf ihre ideologiefreien Grundaufgaben – Regulierung der Strom- und470  
Gasmärkte und Sicherstellung der Versorgungssicherheit – zurückführen. Die471  
verbliebene und noch intakte Leitung von Nord Stream 2 (Strang B) soll so schnell wie472  
möglich in Betrieb genommen werden. Die Reparatur des beschädigten Nord Stream 1473  
und 2 Stränge ist zeitnah durchzuführen und die Saboteure müssen ermittelt und zum474  
Schadenersatz heranzogen werden. Den geplanten Ausstieg aus der475  
Braunkohleverstromung wird es mit der AfD nicht geben. Neben dem kurzfristig476  
notwendigen Ausbau von Kohlekraftwerken ist der Ausbau der Kernenergie geplant.477  
Dabei sollen bestehende Konzepte wieder aufgegriffen werden und neue Entwicklungen478  
berücksichtigt werden. Bestehende Kraftwerke sollen so schnell wie möglich wieder in479  
Betrieb genommen werden. Alle dafür notwendigen Techniken und Voraussetzungen480  
sollen wieder in deutschen Firmen, Behörden, Instituten und Universitäten angesiedelt481  
werden.482  
Bis Deutschland wieder Kernkraft einsetzt, werden Kohle und Gas eine sichere483  
Stromversorgung gewährleisten müssen, da Stromgroßspeicher nicht existieren oder zu484  
teuer sind. In einem technologieoffenen Wärmesektor werden erneut preiswertes Gas,485  
bevorzugt aus Pipelines, oder Heizöl zur Verfügung stehen. Wasserstoff als Energieträger486  
ist nicht wettbewerbsfähig. Im Verkehrssektor wird sich die AfD auf allen Ebenen dafür487  
einsetzen das Verbot des Verbrennungsmotors aufzuheben.488  
Vertraglich zugesagte Subventionen für bestehende Anlagen bleiben bestehen. Die489  
Technologieoffenheit wird gewährleistet und für Industrie- und Privatleute wird die490  
Energieerzeugung zum Eigenverbrauch steuer- und abgabenfrei gehalten.491  
Die AfD wird durch Korrektur der Entwicklungen der letzten Jahrzehnte ermöglichen,492  
dass Strom wieder jederzeit in ausreichender Menge zu wettbewerbsfähigen Preisen zur493  
Verfügung steht. Teure Techniken, wie Akkumulatoren, Brennstoffzellen und494  
Wasserstofftechnik, werden dafür nicht benötigt.495  
16  
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Verkehrspolitik – ideologiefrei und bedarfsgerecht496  
Die AfD spricht sich für eine an den Bedürfnissen der Bürger orientierte Verkehrspolitik497  
aus. Eine ideologisch geleitete Verbotspolitik, die bestimmte Verkehrsmittel bevorzugt498  
oder diskriminiert, lehnt die AfD ab. Im Vordergrund steht für uns die Freiheit der Bürger499  
in der Wahl des Verkehrsmittels. Individuelle Mobilität muss bezahlbar bleiben.500  
Den Motorisierten Individualverkehr schützen501  
Die AfD unterstützt und fördert den motorisierten Individualverkehr als beliebteste502  
Möglichkeit der Fortbewegung. Intelligente Technik und stauvermeidende503  
Verkehrsführung schützen die Umwelt. Wissenschaftlich mangelhaft belegte504  
Maßnahmen, wie z.B. Dieselfahrverbote oder Tempo-30-Regelungen auf Hauptstraßen505  
erreichen das nicht. Gleichzeitig fordert die AfD den Erhalt und Ausbau von506  
innerstädtischen Fahrspuren und Parkraum zur Vermeidung von wachsendem507  
Verkehrschaos sowie zum Schutz der Attraktivität des Einzelhandels. Die AfD lehnt508  
zudem Kollektivmaßnahmen wie Fahrverbote für Motorräder aufgrund Fehlverhaltens509  
Einzelner ab. Grundsätzlich setzt die AfD auf das Verantwortungsbewusstsein der Bürger510  
ein. In diesem Zusammenhang wollen wir auch das begleitete Fahren bereits ab 16 Jahren511  
ermöglichen.512  
Bundesautobahnen entlasten – Transitverkehr auf Schiene und Wasserwege513  
verlagern514  
Die AfD lehnt ein generelles Tempolimit auf Bundesautobahnen strikt ab. Stattdessen515  
wollen wir die wirklichen Probleme anpacken. Viele Autobahnen und Brücken in516  
Deutschland müssen seit langem dringend saniert und instandgesetzt werden. Das geht517  
nur mit effizienten Maßnahmen in der Planung und Ausführung von Baustellen sowie518  
dem Entfall der Umweltverträglichkeitsprüfung bei Ersatzbauten. Zudem fordert die AfD519  
mehr Lkw-Parkplätze sowie konsequente Anwendung bestehender Lkw-Überholverbote520  
zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Die massive CO 2-bezogene Erhöhung der Lkw-521  
Maut muss zurückgenommen werden, da sie vor allem die Waren verteuert. Um die522  
Wettbewerbsfähigkeit deutscher Spediteure zu sichern, wollen wir die Einhaltung der523  
Kabotage- und Sozialvorschriften bei ausländischen Spediteuren konsequent524  
überwachen. Hierzu sollen sowohl die Mautdaten als auch die Daten aus dem525  
intelligenten Fahrtenschreiber genutzt werden. Das Konzept der „Rollenden Landstraße“526  
und des Containerumschlages soll für die Transitverbindungen durch Deutschland mit527  
regelmäßigen Taktungen etabliert werden. Das Netz an Verladestellen und528  
multimodalen Güterverkehrszentren (Straße, Schiene und Wasserwege) ist zu529  
verdichten. Wir setzen uns für eine zukunftssichere Sanierung des stark530  
vernachlässigten Bundeswasserstraßennetzes, die Sicherung des Hafenstandortes531  
Deutschland und Anreize für Reeder ein, um wieder unter deutscher Flagge zu fahren532  
und deutsche Seeleute zu beschäftigen.533  
Sichererer, sauberer und verlässlicher Schienenverkehr534  
Für den Schienenpersonenverkehr muss Deutschland ein besser ausgebautes und535  
abgestimmtes öffentliches Nah- und Fernverkehrsnetz erhalten, das sich am einfachen536  
und zuverlässigen Modell der Schweiz orientiert. Das Bundesschienennetz muss real537  
dem Gemeinwohl dienen und effizient betrieben werden. Der Bahnkonzern muss dafür538  
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in eine GmbH umgewandelt und so strukturiert werden, dass der Bund seine539  
Infrastruktursparte wirksam steuern kann. Pünktlichkeit, Sicherheit und Sauberkeit540  
sowie eine optimale Taktung von Bus-, Bahn- und Vernetzung mit dem Flugverkehr541  
müssen gewährleistet werden. Die AfD unterstützt den Ausbau des zu lange542  
vernachlässigten Schienennetzes -- insbesondere die Beseitigung von Engpässen und543  
die Erweiterung des Hochgeschwindigkeitsnetzes. Das Deutschlandticket muss zu einem544  
ehrlichen Preis angeboten werden; die vorhandenen Mittel sollen für die Verbesserung545  
des Angebots und des Schienennetzes ausgegeben werden und nicht für Subventionen.546  
Die AfD setzt sich dafür ein, das überkomplexe Europäische Signalsystem ETCS auf den547  
kleinsten gemeinsamen Nenner zu reduzieren, um damit europaweit Kompatibilität zu548  
gewährleisten, Kosten zu reduzieren und die Kapazität des Netzes erheblich zu erhöhen.549  
Flugverkehr als Wirtschaftsfaktor stärken550  
Der globale Flugverkehr ist von elementarer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort551  
Deutschland und darf nicht kurzsichtig einer unwissenschaftlichen Klima-Hysterie552  
geopfert werden. Deutschlands Flughäfen sind als Wirtschaftsfaktor zu stärken.553  
Nach dem Ende der Corona-Einschränkungen haben – abgesehen von Deutschland – alle554  
Länder Europas das vor-Corona-Niveau längst wieder erreicht. Die deutschen Flughäfen555  
und Fluggesellschaften leiden dagegen unter überbordenden, rein ideologisch556  
begründeten Nebenkosten, die sie nur begrenzt an ihre Kunden weitergeben können.557  
Viele Flüge werden dadurch unrentabel, weshalb es bereits zu erheblichen558  
Verkehrsverlagerungen ins Ausland kommt.559  
Die AfD befürwortet die Abschaffung der Luftverkehr- und Ticketsteuer und richtet sich560  
gegen unrealistische EU-CO2-Reduktionsziele.561  
18  
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Digitalisierung562  
Die Digitalisierung ist aus der modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Sie563  
bestimmt fast alle Lebensbereiche, übernimmt Regelaufgaben und demokratisiert564  
Informationsaustausch. Die AfD begrüßt diese Entwicklung.565  
Als freiheitliche Partei wendet sich die AfD allerdings gegen jede Anwendung der566  
Digitalisierung, die totalitäre Strukturen befördert. Aus diesem Grund hat Datenschutz567  
für uns einen hohen Stellenwert. Als Partei zur Wahrung des Rechts und der Demokratie568  
fordert die AfD die Umsetzung rechtsstaatlicher Prinzipien auch im Bereich der569  
Digitalisierung.570  
Analoges Leben571  
In einer zunehmend digitalisierten Welt müssen die Abwehrrechte der Bürger572  
gegenüber dem Staat gestärkt werden. Die möglichst direkte und weitgehende Kontrolle573  
und Verfügungsgewalt über die persönlichen Informationen, Eigentum und Vermögen574  
sind essenziell für die grundgesetzlich fixierten Abwehrrechte des Bürgers gegenüber575  
dem Staat und für das Gefühl, selbstbestimmt leben und sich frei ausdrücken zu können.576  
Darum setzt sich die AfD für die Anerkennung des Rechts der Bürger auf ein analoges577  
Leben außerhalb der digitalisierten Verwaltungs- und Alltagsabläufe als allgemeines578  
Bürgerrecht ein und für den uneingeschränkten Erhalt des Bargeldes als gesetzliches579  
Zahlungsmittel.580  
Datensammelkrake Staat und Social Scoring (Sozialbewertung)581  
In China ist ein Social-Profiling (soziale Musteranalyse) und „Social-Credit-System“582  
(Gesellschaftliches Bonitätssystem) für Bürger installiert worden, mit dem die Bürger für583  
wohlfeiles Verhalten belohnt und bei nicht opportunem Verhalten empfindlich in ihren584  
Freiheiten eingeschränkt werden. Ähnliche Überlegungen sind in mehreren westlichen585  
Ländern unter anderem in Verbindung mit sogenannten 15-Minuten-Städten zu586  
beobachten. Die AfD lehnt jegliche derartige Bestrebungen ab.587  
Digitale Assistenzsysteme588  
Durch die technische Entwicklung lassen sich immer mehr elektronische Systeme589  
präzise lokalisieren und überwachen, auch ohne Zustimmung und Wissen der Nutzer.590  
Unternehmen und staatliche Institutionen nutzen diese technischen Möglichkeiten, um591  
das Leben der Bürger und Verbraucher bis ins letzte Detail auszuforschen. Als Beispiel592  
sind hier die Handyortung zu nennen, das eCall-System, automatische593  
Geschwindigkeitsüberwachung und die ferngesteuerte Stilllegung bei Fahrzeugen.594  
Dadurch lassen sich detaillierte Nutzungs- und Bewegungsprofile erstellen.595  
Schon das Wissen um die Aufzeichnung und Zusammenführung solcher Daten596  
beeinflusst die Bürger in ihrem Verhalten.597  
Wir fordern die Einschränkung der Ortung und Geräteüberwachung auf das geringste598  
notwendige Maß, sowie die verpflichtende Möglichkeit der Abschaltung durch den599  
Anwender. Weiterhin fordern wir vollständige Transparenz über die600  
Überwachungsmöglichkeiten gegenüber dem Anwender.601  
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Kampf gegen Desinformation602  
Kritische und störende Meinungen, solange sie nicht die Grenze zur Strafbarkeit603  
überschreiten, gehören zum verfassungsrechtlich garantierten Recht eines jeden604  
Bürgers unseres Landes. Die Äußerung der freien Meinung in Medien jeglicher Art stellt605  
auch eine Kontrollmöglichkeit des Bürgers gegenüber dem Staat dar. Die freie606  
Meinungsäußerung schließt auch das Recht auf Irrtum ein.607  
In letzter Zeit wird jedoch durch öffentlich-rechtliche sowie „nicht-staatliche“ Akteure608  
versucht, die Meinungsfreiheit durch direkte Verbote oder Delegitimierung kritischer609  
Meinungen einzuschränken. Immer mehr öffentlich-rechtliche sowie nicht-staatliche610  
Akteure, sogenannte „NGOs“, wie zum Beispiel „Faktenchecker“ oder „Correctiv“, werden611  
über staatliche Beauftragung und Finanzierung für Desinformationskampagnen612  
eingespannt. Beispielhaft sei hier an die Kampagnen für die Corona-Impfung erinnert.613  
Auch die Bundesregierung selbst nutzt den Einfluss auf Social-Media-Plattformen direkt614  
zur Überwachung und Steuerung des Gedankenaustausches ihrer Bürger. Ein615  
wirkmächtiges Instrument ist dabei das NetzDG, da dieses Social-Media-Plattformen616  
zwingt, Inhalte binnen kürzester Zeit zu löschen.617  
EU-Initiativen wie der "Code of Practice on Disinformation" werden in Stellung gebracht,618  
um legitime Meinungen als Desinformation abzustempeln und zu zensieren.619  
Wir fordern das sofortige Einstellen aller Desinformationskampagnen und die620  
Beendigung jeglicher Finanzierung von nichtstaatlichen Akteuren, die auf die freie621  
Meinungsbildung einwirken oder diese zu unterdrücken versuchen. Die Finanzierung622  
von NGOs muss offengelegt werden. Deshalb lehnen wir auch die Implementierung des623  
europäischen „Digital Services Act (DSA)“ in Deutschland entschieden ab und werden das624  
NetzDG rückabwickeln. Eine Demokratie braucht kein “Wahrheitsministerium” und625  
muss die Meinungen ihrer Bürger ertragen – sonst wird Sie zur Diktatur.626  
DSGVO627  
Die DSGVO kommt ihrem eigentlichen Ziel, nämlich Datenschutz und informationelle628  
Selbstbestimmung, nur schlecht nach, belastet aber gerade kleine und mittlere629  
Unternehmen und die Verbraucher, beispielsweise mit omnipräsenten630  
Einwillungsabfragen. Daher fordert die AfD die Abschaffung der DSGVO und Rückkehr zu631  
einem schlanken, aber effektiven Bundesdatenschutzgesetz.632  
Datenschutzbehörden will die AfD in ihrer Rolle stärken und auch gegenüber staatlichen633  
Stellen sanktionsfähig machen, da der Staat dieselben Staatenschutzregeln wie der634  
Bürger einzuhalten hat.635  
Digitale Souveränität636  
Die AfD fordert die Erstellung einer Bundestrategie für digitale Souveränität, um die637  
Autonomie der Bürger im digitalen Zeitalter zu gewährleisten und staatliche638  
Institutionen, sowie kritische Infrastruktur effektiv zu schützen. Zu Elementen dieser639  
Strategie gehören zum Beispiel Open-Source-Techniken und dezentraler Systeme, wie640  
auch die Entwicklung bundeseigener Hard- und Software für kritische Infrastruktur.641  
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Künstliche Intelligenz642  
KI-Systeme stellen einen großen Wachstumsmarkt dar, von diesen können und wollen643  
wir uns in Deutschland nicht abkoppeln. Deshalb sind effektive gesetzliche644  
Rahmenbedingungen notwendig, die den Einsatz zum Beispiel in Medizintechnik und645  
Verkehrswesen ermöglichen. Voraussetzung für den Einsatz von KI ist jederzeit646  
verfügbare kostengünstige Energie.647  
Gleichzeitig kann KI aber auch ein Risiko speziell für kritische Infrastruktur,648  
Verkehrstechnik und bürgerliche Freiheiten darstellen. Die zentralistische Regulierung649  
dieser Themen durch die EU, wie durch den Cybersecurity Act, Ethik-Leitlinien für KI und650  
den Artificial Intelligence Act lehnt die AfD ab und fordert praxisnahe, nationale651  
Lösungen.652  
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Rente, Soziales und Gesundheit653  
Unser Konzept für eine faire und auskömmliche654  
Rentenversicherung655  
Wir streben eine Rentenversicherung an, mit der Erwerbstätige sich wieder einen656  
finanziell gesicherten Lebensabend erarbeiten können. Wir halten es dabei für zwingend657  
erforderlich, auch unseren derzeitigen Senioren, die in einem langen Arbeitsleben unser658  
Land und unseren Wohlstand aufgebaut haben, einen Lebensabend in Würde zu659  
ermöglichen. Dazu gehört vor allem eine signifikante Erhöhung ihrer Renten. Unser660  
ferneres Ziel ist es, in mehreren Schritten das durchschnittliche Rentenniveau der661  
westeuropäischen Länder zu erreichen, das derzeit bei gut 70 Prozent des letzten662  
Nettoeinkommens und damit deutlich höher liegt als das deutsche.663  
Die desolate Situation im deutschen Rentensystem664  
Das deutsche Rentenniveau ist mit nur 53% des letzten Nettogehalts nach Eurostat eines665  
der niedrigsten in Westeuropa. Dieses Niveau bedeutet für einen großen Teil der Rentner666  
bittere Altersarmut. In Österreich etwa bezieht ein Arbeitnehmer mit Durchschnittslohn667  
nach 45 Arbeitsjahren eine Rente von 2.600 €, ein vergleichbarer Rentner in Deutschland668  
magere 1.500 €. Schaut man sich die Differenz zwischen den beiden Renten an, so669  
entstehen etwa 30% des Unterschieds durch die höheren Rentenbeiträge in Österreich.670  
Weitere 30% werden generiert, weil in Österreich auch Bevölkerungsgruppen in die671  
Rentenkasse einzahlen, die bei uns befreit sind, zum Beispiel Politiker und Beamte.672  
Weitere 15% werden durch höhere Staatszuschüsse erzielt. Lediglich die etwas jüngere673  
Bevölkerungsstruktur lässt sich kurzfristig nicht kopieren. Durch sie entstehen die674  
restlichen 25% des Unterschieds. Das heißt aber auch: Eine ähnlich hohe Rente wie in675  
Österreich ist langfristig auch bei uns möglich.676  
Unser Rentenkonzept gegen Altersarmut677  
Wir wollen der Rentenversicherung mehr Beitragszahler zuführen, die Verrentung678  
flexibler und gerechter gestalten und Anreize für eine freiwillige Verlängerung der679  
Lebensarbeitszeit setzen und680  
 Verbeamtungen nur noch für diejenigen vorsehen, die mit Hoheitsaufgaben betraut681  
sind, so dass die große Mehrheit der Staatsbediensteten in die Rentenversicherung682  
einzahlt,683  
 Einbeziehung der Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung,684  
 Ermöglichung eines flexiblen Renteneintrittsalters, abschlagsfrei nach 45685  
beitragspflichtigen Arbeitsjahren,686  
 mittelfristige Finanzierung aller nicht beitragsgedeckten Leistungen aus dem687  
Bundeshaushalt,688  
 Ausgleich der anstehenden Rentenbeitragsanhebungen durch Steuersenkungen für689  
Beschäftigte und Unternehmen,690  
 Nichtanrechnung der Zuverdienste von Witwen und Witwer auf die691  
Hinterbliebenenrente,692  
 Vergütung der Elternschaft bei der Rente.693  
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Weitere Bausteine, die die Rente langfristig stabilisieren694  
 Rationalisierungsinvestitionen zur Erhöhung der Produktivität und der Löhne durch695  
Unternehmenssteuersenkungen erleichtern,696  
 Fachkräftemangel durch höhere Erwerbsanreize reduzieren, indem697  
 Einkommensteuern gesenkt werden und698  
 das Bürgergeld unattraktiver gemacht wird,699  
 Arbeitsanreize für Rentner schaffen, durch einen zusätzlichen700  
Steuergrundfreibetrag in Höhe von 12.000 €,701  
 Handwerk und Gewerbe stärken durch mehr ausbildungsfähige Schulabgänger,702  
indem703  
 eine frühere Berufsorientierung in den Schulen praktiziert wird und704  
 das Leistungsprinzip an unseren Schulen wieder gestärkt wird,705  
 durch früheren Berufseintritt und weniger Teilzeitarbeit einen höheren706  
Lebensverdienst ermöglichen,707  
 Kinderwünsche nicht mehr an Geld- und Karrieresorgen scheitern lassen durch708  
 ein Erziehungsgeld, das Eltern die Eigenbetreuung ihre Kinder in den ersten drei709  
Lebensjahren finanziell erleichtert sowie710  
 Hilfen beim beruflichen Wiedereinstieg,711  
 eine Willkommensprämie von 20.000 € für neugeborene Babys, sofern bereits712  
Rentenbeiträge in derselben Höhe eingezahlt worden sind, andernfalls eine713  
Gutschrift auf zukünftige Rentenbeiträge in dieser Höhe; die Prämie wird aus714  
Steuermitteln finanziert und reduziert die Rente nicht,715  
 Bereitstellung von ausreichend Kindergarten- und Kitaplätzen in Wohnraumnähe716  
mit Vorrang für Familien, in denen beide Eltern arbeiten, sowie für arbeitende717  
Alleinerziehende,718  
 Begrenzung der Zuwanderung auf qualifizierte Arbeitskräfte, damit diese am Ende719  
ihres Erwerbslebens nicht auf deutsche Sozialleistungen angewiesen sind.720  
Unser Konzept für eine faire Arbeitslosenversicherung721  
Ein Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung soll nach einer722  
einmaligen Ausnahme nur haben, wer die Arbeitslosigkeit nicht selbst herbeigeführt hat.723  
Grundsätzlich soll der Anspruch auf Arbeitslosengeld erst nach drei vollen724  
Beitragsjahren eintreten und ist zunächst auf sechs Monate beschränkt. Für je zwei725  
weitere Beitragsjahre erhöht sich der Anspruch danach um einen Monat. Zudem sollen726  
Arbeitnehmer über 50 Jahre bereits zum Zeitpunkt der Kündigung durch den727  
Arbeitgeber Anspruch auf einen Berechtigungsschein für eine private728  
Arbeitsvermittlung erhalten. Da eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt umso729  
schwieriger wird, je länger die Arbeitslosigkeit dauert, soll es auch während des730  
Arbeitslosengeldbezugs intensive Beratungs-, Weiterbildungs- und731  
Vermittlungsangebote geben.732  
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Unser Konzept für eine Grundsicherung733  
Da alle erwachsenen Bürgergeldempfänger grundsätzlich als erwerbsfähig gelten, ist es734  
unser Ziel, sie kurzfristig wieder in Arbeit zu bringen. Denn je länger die Arbeitslosigkeit735  
andauert, desto schwieriger wird die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt und736  
desto teuer wird das Bürgergeld.737  
Das derzeitige Bürgergeld funktioniert nicht738  
Das Bürgergeld ist Teil unseres Sozialstaats und soll dazu dienen, an sich erwerbsfähige,739  
aber momentan arbeitslose Mitglieder unserer Gesellschaft zu unterstützen, bis sie740  
wieder auf eigenen Beinen stehen können. Bisheriges Ziel ist eine qualifizierte741  
Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt. Hierzu wurden die Aus- und742  
Weiterbildungsmöglichkeiten gegenüber Hartz4 stark erweitert. Tatsächlich führen743  
jedoch nur wenige Maßnahmen zu einer erfolgreichen Vermittlung in Arbeit.744  
Die höheren Regelbedarfssätze des „Bürgergeldes“ gegenüber Hartz4 haben im Gegenteil745  
dazu geführt, dass die Zahl derjenigen massiv angestiegen ist, für die sich eine746  
Erwerbstätigkeit schlichtweg nicht mehr lohnt; sie verbleiben dauerhaft im747  
Bürgergeldbezug. Ein Elternpaar mit zwei Kindern beispielsweise bezieht ein vom748  
Steuerzahler finanziertes Bürgergeld von rund 3.000€ monatlich für Regelbedarfe,749  
Miete und Heizkosten, wozu normalerweise zwei Verdiener im Haushalt erforderlich750  
sind. Hinzu kommen unter anderem noch eingesparte GEZ-Gebühren, kostenlose Kitas751  
und Kindergärten und teilweise verbilligte oder kostenlose Tickets im öffentlichen752  
Nahverkehr.753  
Experten gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der Bürgergeldempfänger am Finanzamt754  
und den Sozialversicherungen vorbei schwarzarbeitet. Die hohen Kosten dafür aber755  
gehen zulasten der Steuerzahler, die dies in ihrer großen Mehrheit nicht länger756  
mittragen möchten.757  
Jobcenter können in vielen Fällen von Pflichtverletzungen nicht ausreichend758  
sanktionieren oder wenden mögliche Sanktionen nicht an, etwa wenn ein zumutbarer759  
angebotener Job nicht angenommen wird. So verwundert es nicht, dass die Zahl der760  
Arbeitsvermittlungen von Arbeitslosen in den Jobcentern seit Einführung des761  
Bürgergeldes um fast 6% gesunken ist. Obwohl wir über 4 Millionen erwerbsfähige762  
Bürgergeldbezieher haben, konnten die den Jobcentern 2024 durchschnittlich763  
gemeldeten rund 700.000 offenen Arbeitsstellen nicht besetzt werden.764  
Viele Arbeitslose werden in Maßnahmen „geparkt“, die die Arbeitslosen selbst für sinnlos765  
halten. Insgesamt ist die derzeitige Vermittlungsquote mit 1,8 Vermittlungen pro Jahr und766  
Vermittler viel zu niedrig und dadurch auch die einzelne Vermittlung viel zu teuer.767  
Die hohen Regelbedarfssätze im Bürgergeld stellen zudem einen der Magneten für die768  
Einwanderung in unsere Sozialsysteme dar. Fast die Hälfte der Bürgergeldempfänger769  
sind inzwischen Ausländer, von denen die meisten noch nie in unsere Sozialsysteme770  
eingezahlt haben. Diese Masseneinwanderung in den Bürgergeld-Bezug bedroht dessen771  
Finanzierbarkeit zulasten der tatsächlich bedürftigen Mitglieder unserer Gesellschaft,772  
ihrer Steuerzahler und des deutschen Sozialstaates in seiner Gesamtheit.773  
Wir werden diesen Fehlentwicklungen durch eine grundlegende Reform des774  
Bürgergeldes resolut entgegenwirken.775  
24  
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Für eine funktionierende Grundsicherung für Arbeitssuchende776  
Wir wollen erwerbsfähige Grundsicherungsbezieher schneller wieder in Arbeit bringen,777  
damit sie wieder auf eigenen Beinen stehen können. Gleichzeitig senken wir so die778  
Kosten für die Steuerzahler, die unsere Grundsicherungssysteme finanzieren. Dabei779  
gehen wir vom Grundsatz aus, dass jeder, der arbeiten kann, auch arbeiten soll, anstatt780  
der Gesellschaft zur Last zu fallen. Dazu wollen wir781  
 Erwerbsfähige Bürgergeldempfänger, die nach 6 Monaten noch immer im782  
Leistungsbezug sind, zu gemeinnütziger Arbeit heranziehen,783  
 den gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet als Voraussetzung für den784  
Grundsicherungsbezug wieder einführen und kontrollieren,785  
 Geflüchteten den Aufenthaltsstatus bei Reisen ins Heimatland entziehen,786  
 eine sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit ohne „aufstockende“787  
Sozialleistungen von mindestens fünf Jahren in Deutschland zur Voraussetzung für788  
den Bürgergeld-Bezug ausländischer Staatsangehöriger machen und ihren789  
Bürgergeld-Bezug auf ein Jahr begrenzen,790  
 ukrainische Kriegsflüchtlinge unter Beibehaltung ihrer Arbeitsmöglichkeiten aus791  
dem Bürgergeld wieder ausgliedern und im Leistungsbezug den Asylbewerbern792  
gleichstellen,793  
 die tatsächlich nicht-erwerbsfähigen Bürgergeld-Bezieher aus den Jobcentern in die794  
personengerechte Betreuung durch die Sozialämter überstellen bei795  
gleichbleibender finanzieller Unterstützung, um die Jobcenter zu entlasten,796  
 Arbeitsagenturen und Jobcenter berufsfeldorientiert organisieren und vorrangig mit797  
branchenerfahrenen Vermittlern besetzen,798  
 stellenorientierte, passgenauere „Matching“-Verfahren für Arbeitssuchende799  
einführen,800  
 Weiterbildungsmaßnahmen nur noch bei Bildungsträgern durchführen, die den801  
Vermittlungserfolg ihrer Maßnahmen nachweisen,802  
 die direkte Kontaktpflege zwischen Arbeitsvermittler und relevanten Arbeitgebern803  
organisieren,804  
 die persönliche Sicherheit der Mitarbeiter in den Jobcentern erhöhen,805  
 Verhinderung des Mehrfachbezuges von Bürgergeldleistungen durch biometrische806  
Identitätsfeststellung und digitale Vernetzung der Jobcenter und Agenturen,807  
 die Regelbedarfssätze an die tatsächliche Inflationsentwicklung des Bürgergeld-808  
Warenkorbs anpassen.809  
Mehr Wohngeld statt sozialem Wohnungsbau810  
Der bisherige soziale Wohnungsbau ist gescheitert, er kann nur einen Bruchteil der811  
Berechtigten erreichen. Er führt zu Fehlbelegungen und verursacht hohe Kosten für den812  
Steuerzahler. Es ist besser, einkommensschwache Mieter vermehrt mit Wohngeld zu813  
unterstützen, wodurch eine soziale Durchmischung gewährleistet wird.814  
Reicht das Wohngeld nicht aus, um sich eine Wohnung zu sichern, ist den Bürgern815  
zusätzlich ein kommunales Wohngeld zu zahlen. Die AfD steht für ein ausgewogenes816  
Mietrecht und lehnt staatliche Überregulierungen sowie Investitionshemmnisse wie die817  
Mietpreisbremse oder den Mietendeckel ab.818  
25  
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Hilfe für alle, die sich nicht selbst helfen können819  
Wir streben einen wirtschaftlichen Zustand an, in dem möglichst viele Bürger aus820  
eigener Kraft ein auskömmliches, selbstbestimmtes Leben führen. Für Situationen, in821  
denen das nicht möglich ist, existieren die Systeme der Grundsicherung: die Sozialhilfe822  
bei Erwerbsunfähigkeit, die Grundsicherung für Arbeitssuchende und die823  
Grundsicherung im Alter, wenn die Rente nicht reicht und kein Vermögen vorhanden ist.824  
Die monatlichen Regelsätze pro Person fallen in den drei Systemen gleich hoch aus; die825  
Nebenbedingungen wie Schonvermögen und Autobesitz sind jedoch unterschiedlich826  
geregelt. Insbesondere sind die Grundsicherungsempfänger im Alter in diesen827  
Positionen gegenüber Bürgergeldempfängern schlechter gestellt, was wir ändern828  
werden.829  
Das nicht zielführende Bürgergeld wollen wir mittels unseres Konzepts „Aktivierende830  
Grundsicherung“ neugestalten. Die übrigen Systeme der Grundsicherung behalten wir831  
bei wie bisher.832  
Wir unterstützen sinnvolle Maßnahmen, die Menschen mit Einschränkungen eine833  
bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Deshalb stehen wir ein für834  
den Erhalt spezialisierter Förderschulen, die den Lebensweg behinderter Menschen835  
erleichtern. Die häusliche Betreuung Behinderter durch Angehörige wollen wir besser836  
honorieren und bürokratische Auflagen abschaffen, wie zum Beispiel die eingeschränkte837  
Nutzung des Behinderten-PKW durch pflegende Angehörige. Behinderten in838  
Werkstätten möchten wir durch Mittelumschichtung den Erhalt des Mindestlohns839  
ermöglichen; ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben für Menschen mit840  
Einschränkungen ist unser übergeordnetes Ziel.841  
Zweckentfremdung der Sozialversicherungen beenden842  
Während die Sozialversicherungen (Renten-, Kranken-, Pflege-,843  
Arbeitslosenversicherung) durch Beiträge von Arbeitnehmern finanziert werden, sind844  
Sozialleistungen eine durch Steuern finanzierte Unterstützungsleistung.845  
Versicherungsfremde Leistungen sind daher nicht aus den Beiträgen zu den846  
Sozialversicherungen, sondern aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Dennoch wurde847  
die Sanierung des Haushalts 2024 zum Teil aus den Sozialversicherungen finanziert, wie848  
die Finanzierung von Coronamaßnahmen aus der Pflegekasse, was einen klaren849  
Missbrauch der dem Staat anvertrauten Sozialversicherungs-Beiträge darstellt.850  
Durch das Beenden dieser Zweckentfremdung können Leistungen erhöht werden oder851  
die Beiträge gesenkt werden. Für die Rentenversicherung bedeutet die Übernahme der852  
nicht beitragsgedeckten Leistungen durch den Bundeshaushalt, dass allein dadurch853  
knapp zwölf Prozent höhere Mittel für die Rentenfinanzierung zur Verfügung stünden.854  
Unser Konzept einer zukunftssicheren Kranken- und855  
Pflegeversicherung856  
In Deutschland sind die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung mit insgesamt857  
18,7 bis 20,1% etwa doppelt so hoch wie in Österreich oder der Schweiz, ohne dass dies858  
durch entsprechende höhere Leistungen gerechtfertigt wäre. Weitere859  
Beitragssatzerhöhungen sind vorprogrammiert. Das werden wir verhindern, indem die860  
26  
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beitragsfreie Mitversicherung der Bürgergeldempfänger, die heute zu Zweidritteln vom861  
Beitragszahler finanziert wird, zukünftig vollständig aus dem Bundeshaushalt862  
aufgebracht wird. Ein weiterer Ansatzpunkt zur Senkung der863  
Krankenversicherungsbeiträge sind die exorbitant hohen Verwaltungskosten, die wir864  
durch eine Zusammenführung von Kranken- und Pflegeversicherung, sowie die865  
Vereinfachung der enorm aufgesplitterten Selbstverwaltungsstrukturen bei866  
Kassenärzten, Krankenhaus-, Rehabilitations- und Pflegedienstleistungen massiv867  
senken wollen.868  
Die Situation der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen wollen wir erleichtern, indem869  
wir die häusliche Pflege deutlich höher finanziell honorieren. So können es sich mehr870  
Familien leisten, ihre pflegebedürftigen Angehörigen in vertrauter häuslicher871  
Umgebung selbst zu betreuen. Die Unterstützung bei Krankheit oder Urlaubswunsch der872  
pflegenden Angehörigen durch verbesserte ambulante und befristete stationäre873  
Angebote ausgeweitet werden. Insgesamt werden so der Pflegebedürftige und pflegende874  
Angehörige bessergestellt und gleichzeitig die Pflegekasse entlastet, da weniger und875  
kürzere Heimbetreuungen anfallen.876  
Unser Konzept für eine funktionierende Gesundheitspolitik877  
Die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser sicherstellen878  
In der stationären Versorgung hat sich das DRG-Fallpauschalensystem nicht bewährt.879  
Ständige Anpassungen konnten die Grundprobleme, wie das Setzen von finanziellen880  
Fehlanreizen und enormer bürokratischer Aufwand, nicht beseitigen. Auch die881  
anstehende Krankenhausreform ist nicht geeignet, diese Probleme zu lösen. Notwendig882  
ist die vollständige Abschaffung der Fallpauschalen und mittelfristig die Rückkehr zu883  
individuellen Budgetvereinbarungen zwischen den Krankenhäusern und den884  
Spitzenverbänden der GKV auf Landesebene. Daneben lehnen wir eine weitere885  
Privatisierung von Akutkrankenhäusern ab.886  
Ambulante Versorgung verbessern887  
Insbesondere im Facharztbereich ist die ambulante Versorgung aufgrund der888  
weitgehend bestehenden Budgetierung ärztlicher Leistungen längst an ihre Grenzen889  
gestoßen. Terminengpässe und monatelange Wartezeiten sind für die Patienten890  
unzumutbar. Die Rationierung ärztlicher Leistungen durch den Zwang, Behandlungen891  
ohne Vergütungsanspruch zu erbringen, muss beendet werden. Um einer ungesteuerten892  
Leistungsausweitung durch Bagatellbehandlungen zu begegnen, sind gestaffelte Bonus-893  
bzw. Rückvergütungssysteme sinnvoll. Die freiberuflich geführte Inhaberpraxis soll894  
weiterhin das Rückgrat der ambulanten Versorgung bilden. Zur Förderung der895  
Niederlassung von Ärzten im ländlichen Räumen sind finanzielle und organisatorische896  
Niederlassungshilfen zu etablieren.897  
Ambulante und stationäre Versorgung sichern898  
Seit der Einführung des DRG-Fallpauschalensystems im Krankenhaus ist ein899  
anhaltendes Sinken der Verweildauer zu verzeichnen, die durch eine frühzeitige900  
Krankenhausentlassung nichtselbständiger Patienten bewirkt wird. Dies führt zu einer901  
weiteren Zunahme der Arbeitsverdichtung und -belastung des Pflegepersonals, was902  
durch den zunehmenden Personalmangel noch verschärft wird. Eine903  
27  
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bundeseinheitliche, gesetzliche Personalbemessung für alle pflegesensitiven Bereiche904  
ist zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung unerlässlich. Eine angemessene905  
Finanzierung des notwendigen Personalaufwuchses ist von existenzieller Bedeutung906  
und sicherzustellen. Pflegekammern lehnen wir ab, da nur mit zusätzlicher Bürokratie,907  
staatlichem Zugriff und Zwangsbeiträgen zu rechnen ist.“908  
Arzneimittelversorgung gewährleisten909  
Den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten lassen wir nicht mehr zu, da er910  
zu Wettbewerbsverzerrungen beiträgt. Unberührt davon bleibt der Versandhandel mit911  
nicht rezeptpflichtigen Medikamenten. Die weitgehende, mögliche Rückverlagerung der912  
pharmazeutischen Produktion nach Deutschland und in sichere Herkunftsländer ist ein913  
Gebot für Versorgungssicherheit und gleichbleibende Qualität. Der914  
Arzneimittelgroßhandel in Deutschland wird verpflichtet werden, mindestens die915  
Menge der durchschnittlichen zwei Monatsbedarfe bei versorgungsrelevanten916  
Arzneimitteln vorzuhalten.917  
Organspende918  
Die Bereitschaft zur Organspende ist deutlich zurückgegangen. Deshalb wird919  
zunehmend eine „Widerspruchsregelung“ ins Spiel gebracht, bei der im Falle eines920  
„Hirntodes“ grundsätzlich und ohne Rücksprache mit den Angehörigen Organe921  
entnommen werden können, sofern nicht ein ausdrücklicher Widerspruch des922  
Betroffenen zu Lebzeiten beurkundet wurde. Die Entscheidung zur Organspende kann923  
aber nur beim Betroffenen liegen, der diese in voller Kenntnis der hiermit924  
zusammenhängenden Abläufe treffen muss. Dies beinhaltet auch eine Aufklärung über925  
das Kriterium des "Hirntodes", welches nicht unumstritten ist. Insofern lehnen wir die926  
Widerspruchsregelung und jede Form eines direkten oder indirekten Zwanges927  
entschieden ab.928  
Geschlechtsidentität929  
Pharmakologische und operative Eingriffe bei Minderjährigen zur Verzögerung der930  
Geschlechtsentwicklung sowie zur Änderung des Geschlechts sind häufig931  
fremdgesteuert und ideologisch begründet und können lebenslang psychische und932  
physische Schäden bewirken. Deshalb werden wir Pubertätsblocker und nicht933  
medizinisch indizierte Eingriffe zur Änderung des Geschlechts verbieten.934  
Sterbehilfe935  
Die Sterbehilfe in der Form der „Tötung auf Verlangen“ ist in Deutschland aus gutem936  
Grunde verboten. Ein „Rechtsanspruch“, wie er auch durch die Gerichte immer wieder937  
thematisiert wird, ist strikt abzulehnen. Denn hierdurch könnte ein bestimmter938  
Personenkreis (Ärzte, Pfleger) entgegen des individuellen Gewissens zur Vornahme939  
entsprechender Handlungen verpflichtet werden. Stattdessen sind alle Möglichkeiten940  
der palliativmedizinischen Behandlung zu nutzen. Mit der Sterbehilfe kann der Druck zur941  
Selbsttötung auf schwerkranke Menschen erhöht werden.942  
Cannabis943  
Der Konsum von Cannabis kann zur Minderung der Intelligenz und schweren944  
medizinischen gesundheitlichen und psychischen Schäden führen. Die Freigabe des945  
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Cannabiskonsums außerhalb bestimmter medizinischer Indikationen halten wir für946  
einen Fehler, der umgehend korrigiert werden muss. Unterstützend befürworten wir den947  
Ausbau der sucht-psychiatrischen Versorgung um die dauerhafte Abstinenz von948  
Drogenkranken zu erreichen949  
Impfpflicht950  
Die „Ständige Impfkommission“ (Stiko) listet ein umfangreiches Tableau an951  
Standardimpfungen auf, die ausdrücklich nur empfohlen werden und damit der952  
Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der Bürger unterliegen. Ein staatlich953  
erzeugter Impfdruck wie in der Coronapandemie war ein erster Schritt hin zu weiteren954  
staatlich verordneten Pflichtimpfungen wie beispielsweise der Grippeschutzimpfung.955  
Damit schränkt der Staat das im Grundgesetz verankerte Selbstbestimmungsrecht der956  
Bürger über ihre körperliche Integrität in hohem Maße ein. Das Grundrecht auf957  
körperliche Unversehrtheit sowie auf das Selbstbestimmungsrecht dürfen nicht958  
angetastet werden. Seit dem Erstauftreten von Corona und der Schnellzulassung der959  
umfassenden mRNA-Impftechnologie wurden viele Berufsgruppen zu Impfungen960  
genötigt. Bei den nun vermehrt auftretenden Impfschäden erfolgt zumeist eine961  
standardmedizinische Versorgung über die jeweiligen Krankenkassen. Die962  
Verantwortung für die angemessene Versorgung soll zukünftig auf die963  
Berufsgenossenschaften übergehen, um eine deutlich verbesserte Nachbehandlung und964  
Rehabilitation beruflicher Wiedereingliederung sichergestellt werden. Für den965  
Nachweis von Impfschäden sind Beweislasterleichterungen vorzusehen.966  
Heilpraktiker967  
Der in Deutschland bestehende Berufsstand des Heilpraktikers sieht sich Bestrebungen968  
ausgesetzt, dieses Berufsbild abzuschaffen. Sicherlich muss das deutsche969  
Heilpraktikergesetz nachgebessert werden, insbesondere im Hinblick auf die970  
Einheitlichkeit von Qualitäts- und Prüfungsstandards. Eine Kostenerstattungspflicht der971  
GKV (Gesetzlichen Krankenversicherung) ist hiermit jedoch nicht verbunden.972  
Wir wollen, dass jeder Bürger selbst entscheiden kann, von wem er sich behandeln lässt973  
und lehnen eine Abschaffung des Heilpraktikers ab.974  
Patientendaten und Telematik975  
Medizinische Behandlungsdaten müssen aufgrund ihrer hohen Sensibilität den976  
höchstmöglichen Schutz genießen. Die Schaffung einer zentralen Datenbank mit der977  
Anbindung von Kliniken, Praxen, Psychotherapeuten und Apotheken zur Speicherung978  
vertraulicher Patientendaten (Telematik-Infrastruktur – TI) ist abzulehnen. Wir979  
befürworten die Speicherung eines Notfalldatensatzes, einschließlich eines980  
Medikamentenplans und einer Patientenverfügung auf der Krankenversicherungskarte.981  
WHO – Reform oder Austritt982  
Die Finanzierung der WHO ist grundlegend zu reformieren, um die eklatante983  
Abhängigkeit von privaten Geldgebern zu beseitigen und deren direkte Einflussnahme984  
auszuschließen. Zukünftig soll der Haushalt der WHO im Wesentlichen durch985  
Mitgliedsbeiträge der Länder bestritten werden, was eine deutliche Anpassung der986  
strukturellen und der personellen Ausstattung dieser Organisation voraussetzt. Mit dem987  
für 2025 geplanten Pandemievertrag werden der WHO bereits bei einer angeblich988  
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"drohenden Pandemie" unter Missachtung nationaler Parlamente umfangreiche Rechte989  
gegenüber den nationalen Staaten eingeräumt, die weit in die Privatsphäre der Bürger990  
eingreifen, bis hin zur Duldung medizinischer Eingriffe und der Beschneidung der991  
persönlichen Freiheit und Selbstbestimmung. Dies lehnen wir grundsätzlich ab. Sollte992  
diese Reform nicht möglich sein, sprechen wir uns für einen Austritt Deutschlands aus993  
der WHO aus.994  
Personal aus dem Ausland – nur nach deutschen Standards995  
Bei medizinischem Fachpersonal, das sprachliche Defizite aufweist, kann weder eine996  
Vertrauensbasis entstehen, noch können Missverständnisse im Behandlungsablauf997  
ausgeschlossen werden. Sowohl die fachliche als auch sprachliche Qualifikation (Niveau998  
C1) müssen uneingeschränkt dem deutschen Standard genügen. Es müssen vorrangig999  
Studienplatzbewerber mit deutscher Staatsangehörigkeit für das Fach1000  
Medizin/Zahnmedizin ausgebildet werden. Wir fordern eine Ausweitung des Angebots1001  
an Studienplätzen in Zahn- und Humanmedizin. Derzeit besteht ein Mangel an diesen1002  
Studienplätzen.1003  
Corona aufarbeiten1004  
Die Corona-Maßnahmen haben enorm vielen Menschen gesundheitlichen, sozialen und1005  
wirtschaftlichen Schaden zugefügt. Nach Veröffentlichung der RKI-Protokolle müssen1006  
die Maßnahmen auf allen Ebenen aufgearbeitet werden. Alle Entscheidungsträger von1007  
interessensgesteuerten, entgegen der Wissenschaft herbeigeführten Maßnahmen1008  
müssen zur Verantwortung gezogen werden. Dementsprechend müssen die zu Unrecht1009  
Verurteilten wieder vollständig rehabilitiert und entschädigt werden. Die im1010  
Zusammenhang mit der Corona-Krise geänderten Gesetze und Richtlinien sind zu1011  
überprüfen und gegebenenfalls zu streichen.1012  
Entbürokratisierung des Gesundheitswesens1013  
Die Bürokratie im Gesundheitswesen hat Ausmaße erreicht, die häufig von der1014  
Behandlung von Patienten abhält und erhebliche Kosten verursacht. Das ist Folge eines1015  
übertriebenen Sicherheitsbedürfnisses bei dem Aufwand und Nutzen in keinem1016  
akzeptablen Verhältnis stehen. Sie ist Ausdruck eines Misstrauens der Politik gegenüber1017  
den Leistungserbringern. Zudem ist die bisherige Regulierungsintensität die1018  
Begleiterscheinung eines übergriffigen und überbordenden Staatswesens, Die AfD setzt1019  
auf Deregulierung, Bürokratieabbau, Selbstverwaltung und auf Eigenverantwortung.1020  
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Finanzen und Steuern1021  
Der Staat erhebt Steuern auch mit dem Ziel, durch gezielte öffentliche Investitionen und1022  
staatliche Verwaltung die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten und die1023  
Lebensverhältnisse insgesamt zu verbessern. Weniger Bürokratie, mehr1024  
Eigenverantwortung und ein effizienterer Einsatz öffentlicher Mittel sind wichtige1025  
Voraussetzungen für ein zukunftsfähiges Deutschland.1026  
Trotz gegenwärtig hoher Steuereinnahmen lassen die ständig steigenden konsumtiven1027  
Ausgaben zunehmend weniger Raum für notwendige Investitionen. In der Folge führt1028  
dies zu Forderungen nach Steuererhöhungen und zusätzlichen Schulden. Wir setzen uns1029  
für eine Abkehr von übermäßiger Besteuerung und im Gegenzug für Ausgabendisziplin1030  
ein, um die Privathaushalte und unsere Unternehmen zu stärken sowie die1031  
Schuldenbremse einzuhalten und Verschuldung zurückführen. Wir planen, das1032  
komplexe deutsche Steuerrecht zu vereinfachen.1033  
Bundeshaushalt konsolidieren, Steuerverschwendung beenden,1034  
Schuldenbremse einhalten1035  
Deutschland hat kein Einnahmen- sondern ein Ausgabenproblem. Trotz nach wie vor1036  
hoher Steuereinnahmen gelingt es der Bundesregierung regelmäßig nicht, einen1037  
Bundeshaushalt ohne weitere Neuverschuldung einzubringen. Wir dürfen die1038  
nachfolgenden Generationen nicht weiter mit Schulden und Zinsen belasten. Deshalb1039  
fordern wir Steuerverschwendung zu vermeiden. Als wesentliche Beispiele seien der1040  
Abbau von sinnlosen, der vorgeblichen „Klimarettung” geschuldeten Ausgaben genannt1041  
sowie die Beendigung der Finanzierung von überflüssigen Prestigeprojekten,1042  
insbesondere im Ausland. Unter anderem sind die Beitragszahlungen von (2023) knapp1043  
30 Milliarden Euro an die EU drastisch zu reduzieren. Die im Grundgesetz1044  
festgeschriebene Schuldenbremse ist einzuhalten.1045  
Konnexitätsprinzip einhalten1046  
Das Konnexitätsprinzip wird im Artikel 104a des Grundgesetzes geregelt. Es besagt, dass1047  
diejenige staatliche Ebene, die eine Ausgabe veranlasst, auch die damit verbundene1048  
Finanzierung zu leisten hat („Wer bestellt, bezahlt“). In der Praxis wird dieses Prinzip zu1049  
Lasten insbesondere der Kommunen nicht durchgehend eingehalten, was dort zu1050  
erheblichen finanziellen Belastungen führt. Wir fordern die strikte Einhaltung des1051  
verfassungsrechtlich geregelten Prinzips.1052  
Zuwendungen an Nichtregierungsorganisationen reduzieren1053  
Laut Information der Bundesregierung werden über 500 in Deutschland ansässige oder1054  
aktive Nichtregierungsorganisationen (NGO) direkt sowie mittelbar durch mehrheitlich1055  
im Eigentum des Bundes befindliche Unternehmen finanziell unterstützt. Im Rahmen1056  
der Haushaltskonsolidierung fordern wir eine detaillierte Prüfung dieser Organisationen1057  
und deren Projekte, mit dem Ziel, unnötige und ideologiebasierte Ausgaben einzusparen.1058  
Wahre Kosten der Asylpolitik freilegen1059  
Die Kosten der Asylpolitik verteilen sich in schwer überschaubarer Weise auf zahlreiche1060  
Einzelpläne der Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Nicht alle Kosten lassen sich1061  
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dabei eindeutig beziffern, da Ausgaben im Haushalt in der Regel nicht einer1062  
Personengruppe zugeordnet werden. Wir fordern eine differenzierte und transparente1063  
Aufstellung in der Weise, dass die Kosten der Zuwanderung im Bundeshaushalt als1064  
eigene Position ausgewiesen werden und insbesondere auch hier das Konnexitätsprinzip1065  
eingehalten wird.1066  
Steuerfinanzierte Öffentlichkeitsarbeit der Regierung drastisch kürzen1067  
Der Bund der Steuerzahler stellt zurecht fest, dass steuerfinanzierte1068  
Öffentlichkeitsarbeit nur dann gerechtfertigt ist, wenn sie nicht vordringlich der1069  
Imageverbesserung der jeweils amtierenden Regierung dient. Keinesfalls dürfe sie zum1070  
Selbstzweck werden, um politischen Aktionismus zu demonstrieren. Zudem ist die1071  
Regierung, wie alle staatlichen Stellen, laut ständiger Rechtsprechung des1072  
Bundesverfassungsgerichts zur parteipolitischen Neutralität verpflichtet. Wir fordern1073  
deshalb eine Beschränkung der regierungsseitigen steuerfinanzierten1074  
Öffentlichkeitsarbeit auf wichtige Informationen, die nicht bereits durch Medien oder1075  
auf sonstige Weise zu beziehen sind.1076  
Steuerrecht stark vereinfachen1077  
Das deutsche Steuerrecht ist mit über 30.000 Vorschriften eines der kompliziertesten1078  
der Welt. Zahlreiche Einzelfallentscheidungen der Finanzgerichte sind dadurch1079  
notwendig, die jedoch ihrerseits das Steuerrecht weiter verkomplizieren. Die Erhebung1080  
der Steuern ist zeitaufwendig und für die Beteiligten mit erheblichen Kosten verbunden.1081  
Unternehmen werden dadurch abgeschreckt, sich in Deutschland niederzulassen; viele1082  
hier ansässige Unternehmen verlagern ihren Standort ins Ausland.1083  
Die AfD wird das Steuerrecht durch einen geänderten Einkommensteuertarif mit1084  
wenigen Stufen vereinfachen. Die Steuersätze werden wir senken, im Gegenzug ebenso1085  
die Abschreibungsmöglichkeiten für „Steuersparmodelle”. Die Unternehmensteuer1086  
werden wir rechtsformneutral gestalten. Durch diese Maßnahmen werden die Steuern1087  
übersichtlicher, die Erhebung der Steuern wird einfacher, zeitsparend und1088  
kostengünstig.1089  
Absenkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie auf 7 %1090  
Entgegen vergangener Zusagen wurde zum Jahresbeginn 2024 die Mehrwertsteuer für1091  
Speisen und Getränke in der Gastronomie von 7 %wieder auf 19 % erhöht. Neben den1092  
gestiegenen Kosten für Grundnahrungsmittel und für Energie sowie den ebenfalls1093  
höheren Personalkosten ist die erhöhte Steuer ein weiterer Preistreiber für die Branche.1094  
Wirte hatten keine andere Wahl, als die Kosten auf dem Wege von Preiserhöhungen an1095  
die Kunden weiterzugeben. Ein Nachfrageeinbruch war die Folge. Restaurants mussten1096  
schließen und für viele Menschen im Lande ist ein weiteres Stück Lebensqualität1097  
verloren gegangen.1098  
Deshalb fordern wir einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie von1099  
7 %.1100  
Abschaffung aller CO2 -Abgaben1101  
Die CO 2 -Abgaben erhöhen die Produktionskosten und führen zu einem1102  
Wettbewerbsnachteil für die deutsche Industrie. Weiterhin benachteiligen sie ländliche1103  
32  
Bundesgeschäftsstelle der Partei Alternative für Deutschland | Eichhorster Weg 80 | 13435 Berlin  
Regionen, insbesondere unsere Landwirte, die auf fossile Energien angewiesen sind. Ein1104  
Fahrzeug mit hohem "Emissionspotential" kann letztendlich weniger CO 2 ausstoßen als1105  
ein Fahrzeug mit geringerem "Emissionspotential", wird jedoch höher besteuert.1106  
Elektrofahrzeuge, die in der Produktion die Umwelt belasten, werden einseitig bevorzugt.1107  
Wir fordern eine ersatzlose Abschaffung der CO 2-Abgaben.1108  
Arbeit muss sich lohnen – Niedriglohnsektor und Mittelstand entlasten1109  
Die Inflation ist für viele Menschen in Deutschland ein großes Problem und belastet sie1110  
finanziell in einer erheblichen, teilweise sogar existenzgefährdenden Weise. Besonders1111  
die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln treibt die Inflation an. Der aktuelle1112  
Grundfreibetrag zur Freistellung des Existenzminimums ist aus unserer Sicht zu niedrig.1113  
Der einkommensteuerliche Grundfreibetrag soll auf 15.000 Euro erhöht werden, von der1114  
bisherigen Anlehnung an sozialhilferechtliche Regelungen wird Abstand genommen. Die1115  
Freibeträge sollen indexiert werden, um auch zukünftig heimliche Steuererhöhungen1116  
auszuschließen. Diese Maßnahmen tragen dem Lohnabstandsgebot Rechnung und1117  
motivieren am Erwerbsleben teilzunehmen. Die korrespondierende Verschiebung von1118  
weiteren Tarifeckwerten bis hin zum Spitzensteuersatz halten wir ebenfalls für1119  
erforderlich.1120  
Grundsteuer abschaffen und Steuerausfälle kompensieren1121  
Die Erhebung der den Städten und Gemeinden zugutekommenden Grundsteuer ist1122  
äußerst kompliziert und mit sehr hohem Verwaltungsaufwand verbunden. Das1123  
Bundesmodell berechnet sich nach den Bodenrichtwerten, die oft veraltet, ungenau oder1124  
willkürlich sind. Die Grundsteuer verletzt zudem den Gleichheitsgrundsatz, da sie nicht1125  
die individuellen Merkmale der Grundstücke berücksichtigt.1126  
Deshalb wird sie gänzlich abgeschafft. Die Kommunen werden durch einen Zuschlag auf1127  
die Einkommensteuer und die Körperschaftsteuer vollumfänglich entschädigt. Damit1128  
orientiert man sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen. Für1129  
Mieter ergibt sich dadurch ebenfalls eine Entlastung.1130  
Familiensplitting einführen1131  
Laut Artikel 6 Grundgesetz stehen Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz der1132  
staatlichen Ordnung. Das Bundesverfassungsgericht hat 1957 in Anwendung dieses1133  
Artikels die steuerliche Mehrbelastung von Ehegatten für unvereinbar mit dem1134  
Grundgesetz erklärt. Daraufhin hat der Gesetzgeber 1958 das Ehegattensplitting1135  
eingeführt, das heute nach wie vor gilt.1136  
Familien mit Kindern dürfen nicht schlechter gestellt werden als Kinderlose. Als eine der1137  
wichtigsten Maßnahmen in Anlehnung an den Wortlaut des Grundgesetzes fordern wir1138  
eine Ausweitung des Ehegattensplittings auf das Familiensplitting. Dies hätte zur Folge,1139  
dass die Summe der erzielten Einkünfte aller Familienmitglieder durch die Zahl der1140  
Familienmitglieder geteilt wird. Hierdurch werden Familien mit Kindern steuerlich1141  
entlastet. Angesichts der in Deutschland deutlich zu geringen Geburtenrate schaffen wir1142  
dadurch auch einen Anreiz für mehr Kinder.1143  
33  
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Kein eigenes Besteuerungsrecht der Europäischen Union1144  
Das Recht, Steuern zu erheben, gilt als eines der Königsrechte der nationalen Parlamente.1145  
Nach den Europäischen Verträgen darf die EU keine Steuern erheben. Der Haushalt ist1146  
grundsätzlich aus Eigenmitteln zu finanzieren. Eine teilweise Übertragung der1147  
Steuergesetzgebung an die EU würde nach geltender Rechtslage eine Änderung des1148  
Grundgesetzes erfordern, die nach Artikel 79 Absatz 3 Grundgesetz (“Ewigkeitsklausel”)1149  
dauerhaft verboten ist, da sie die haushaltspolitische Souveränität der Bundesländer1150  
einschränkt.1151  
Zudem wäre ein Eingriff in die Souveränität und die demokratische Legitimität der1152  
Bundesrepublik die Folge, da sie weniger Gestaltungsspielraum über ihre eigenen1153  
Steuersysteme hätte. Die EU darf deshalb auch in Zukunft kein eigenes1154  
Steuererhebungsrecht erhalten.1155  
Vermögen- und Erbschaftsteuer abschaffen1156  
Die AfD will die derzeit zur Erhebung ausgesetzte Vermögensteuer sowie die1157  
Erbschaftssteuer abschaffen. Beide sind Substanzsteuern, d.h. sie werden unabhängig1158  
von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Steuerbürgers erhoben.1159  
Substanzsteuern greifen auf Vermögen zu, die typischerweise aus versteuertem1160  
Einkommen entstanden sind. Sie führen somit zu einer Doppelbesteuerung. Sowohl der1161  
Verwaltungsaufwand für die Erhebung ist überproportional hoch als auch der Ertrag für1162  
die Staatseinnahmen nur marginal.1163  
Hinzu kommt, dass die Erbschaftsteuer Fehlanreize im Hinblick auf den nachhaltigen1164  
Umgang mit erwirtschaftetem Vermögen beim Übergang zur nächsten Generation setzt.1165  
Im Erbfall kann sie zur Veräußerung von Unternehmen oder deren wirtschaftlicher1166  
Aufgabe sowie dem Verlust von Arbeitsplätzen führen. Zudem lassen sich verschiedene1167  
Vermögensformen nicht rechtssicher bewerten.1168  
Erhöhung Sparerpauschbetrag auf 2.400 Euro1169  
Der aktuell geltende Sparerpauschbetrag für Ledige von 1.000 Euro pro Jahr wird den sich1170  
ständig wandelnden Herausforderungen längst nicht mehr gerecht. Die AfD will den1171  
Sparerpauschbetrag auf 2.400 Euro erhöhen, um den Menschen in Deutschland, vor1172  
allem dem Mittelstand, die Möglichkeit zu geben, ihr Vermögen sicher und1173  
steueroptimiert aufzubauen. Mit der Erhöhung des Sparerpauschbetrages schaffen wir1174  
eine echte Entlastung, die vor allem diejenigen erreicht, die auch durch kleinere1175  
Kapitalerträge einen wirksamen privaten Vermögensaufbau erzielen wollen. Es geht1176  
dabei um finanzielle Selbstbestimmung, um die Stärkung der privaten Altersvorsorge1177  
und um die Förderung nachhaltiger Investitionen ohne die Abhängigkeit von staatlichen1178  
Zuschüssen.1179  
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Währungspolitik – Das Euro-System scheitert1180  
Zurück zu Recht, Wohlstand und sozialem Frieden1181  
Die AfD vertritt eine Währungspolitik, die auf Marktwirtschaft, nationaler1182  
Eigenverantwortung und freundschaftlichem Miteinander der europäischen Staaten1183  
basiert. Die Stabilitätskriterien als Geschäftsgrundlage der Euro-Währung werden1184  
permanent verletzt, der Euro illegitim „gerettet“. Die schleichende Umwandlung des1185  
Staatenbundes Europa in einen EU-Zentralstaat ist von den europäischen Völkern nie1186  
demokratisch legitimiert worden. Der Euro besitzt nicht die institutionelle Grundlage, die1187  
seine zwingende verfassungsrechtliche Voraussetzung wäre. Die EU geriert sich als1188  
Bundesstaat – und nicht mehr als Staatenbund souveräner Nationalstaaten. Die1189  
Geschäftsgrundlage des Euro war spätestens seit der Euro- und Finanzkrise zerstört. Seit1190  
den Schulden-Vergemeinschaftungen sind die letzten Hemmungen zum Rechtsbruch1191  
gefallen. Wir erleben vertragswidrige Gemeinschaftshaftung, Transferzahlungen,1192  
Verschuldung auf EU-Ebene, verbotene Staatsfinanzierung und mandatswidrige1193  
Wirtschaftspolitik durch die EZB – meist zu Lasten Deutschlands. Der Euro ist für ein1194  
Wirtschaftsgebiet mit 20 sehr unterschiedlichen Volkswirtschaften eine1195  
Fehlkonstruktion und kann in dieser Form weder ökonomisch noch sozial funktionieren.1196  
Erwirtschaften muss wieder vor Umverteilen kommen. Nur durch nationale Währungen1197  
erlangt jeder Staat seine Souveränität über die Wirtschafts- und Währungspolitik1198  
zurück. Die Staaten können ihre Wettbewerbsfähigkeit dann, wie vor der Euro-1199  
Einführung, durch eine eigene Entscheidung über den Wechselkurs wiederherstellen.1200  
Deutschland muss aus dem Euro-System austreten1201  
Die Grundlage der Euro-Währung war: Vermeidung überbordender Schulden in allen1202  
EU-Staaten und keine Haftung der Staaten untereinander. Beide Regeln werden1203  
permanent gebrochen. Der Euro wird heute jeden Tag mit Milliardenbeträgen „gerettet“.1204  
Dies geschieht über Garantien und „Fazilitäten“, also direkte Geldgeschenke an1205  
„notleidende“ Staaten, über EU-Gemeinschaftsfonds, missbräuchliche1206  
Kreditmechanismen und Aufkäufe von Staatsanleihen durch das EZB-System. Jede1207  
weitere Teilnahme an der Dauerrettungspolitik kommt einer Insolvenzverschleppung1208  
auf Kosten deutscher Steuerzahler gleich. Der AfD ist bewusst, dass die1209  
Wiedereinführung einer stabilen nationalen Währung nicht ohne1210  
Umstellungsbelastungen erfolgen kann. Diese werden jedoch niedriger sein als die1211  
dauerhaften Kosten des weiteren Verbleibs im Euro-System.1212  
Deshalb muss Deutschland diese „Transferunion“ aufkündigen und den Irrweg der1213  
Dauerrettung durch Wiedereinführung einer nationalen Währung beenden, ggf. unter1214  
paralleler Beibehaltung des Euro oder einer flexiblen ECU-ähnlichen1215  
Verrechnungseinheit.1216  
Absicherung gegen die Eurokrise, Geldsystem reformieren und Staatsgold1217  
zurückholen1218  
Deutschland muss auch in einem währungspolitischen Krisenfall handlungsfähig sein.1219  
Bei einer Wiedereinführung der Deutschen Mark (D-Mark) könnte das teilweise im1220  
Ausland gelagerte Staatsgold als temporäre Deckungsoption dienen. Gold ist nach aller1221  
historischen Erfahrung eine potenzielle Deckung für Währungen, was besonders in1222  
35  
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Krisen und nach Einführung einer neuen Währung zum Vertrauensaufbau relevant ist.1223  
Das deutsche Staatsgold muss als potenziell letzte Währungsreserve ohne1224  
Gegenparteien- und Verwahrrisiko im eigenen Land aufbewahrt werden.1225  
Die wirtschaftliche Situation der Deutschen Bundesbank verschlechtert sich1226  
gegenwärtig: Sie wird nach einem hohen operativen Verlust in 2023 erstmals nach1227  
Jahrzehnten in 2024/25 einen Gesamt-Verlust ausweisen. Dies findet erneut statt wegen1228  
Zinszahlungen in Höhe von dutzenden Milliarden Euro auf die Eurorettungs-bedingt1229  
sehr hohen Einlagen der Geschäftsbanken. Im Jahr 2023 hatte die Bundesbank darum1230  
bereits fast ihre komplette Risikoreserve auflösen müssen. Diese steht nun nicht mehr1231  
zur Verfügung. Das Eigenkapital der Bank beträgt lediglich 2,5 Milliarden Euro. Die seit1232  
1971 entstandenen Aufwertungsgewinne auf Goldreserven der Bundesbank (derzeit über1233  
250 Milliarden Euro) werden nun erstmals trickreich „rhetorisch“ genutzt, damit das1234  
ansonsten negative Eigenkapital keinen Vertrauensverlust in die Solidität der Bank1235  
auslöst. Das offiziell wenig geschätzte Goldvermögen rettet derzeit die Bilanz der1236  
Bundesbank und damit faktisch den Euro. Zugleich gerät damit aber unser1237  
Staats(bürger)gold in Ausbuchungsgefahr.1238  
Anderen Zentralbanken wird zunehmend die Bedeutung von Goldkäufen für ihre1239  
Währungsstabilität bewusst. Sie kaufen viel Gold zu und lagern es in ihren eigenen1240  
Ländern.1241  
Die AfD fordert die Deutsche Bundesbank auf, das im Ausland gelagerte Staatsgold1242  
vollständig nach Deutschland zu überführen. Zudem fordert die AfD die Herbeiführung1243  
eines verfassungsrechtlich abzusichernden bilanziellen Sonderstatus der Goldreserve1244  
zur Abwehr der Ausbuchungsgefahr aufgrund der sich durch die Euro-Dauerrettung seit1245  
2007 ständig verschlechternden Qualität der Bundesbank-Bilanz. Langfristig halten wir1246  
eine grundsätzliche Reform des Geldsystems für notwendig, hin zu freiem1247  
Währungswettbewerb beziehungsweise einem goldgedeckten Währungssystem.1248  
Beendigung der planwirtschaftlichen Politik der EU1249  
Die EZB-Politik führt zur Zerstörung der Märkte für Staats- und Unternehmensanleihen.1250  
Die Manipulation der Anleihemärkte ist für die EZB seit 2015 das tägliche1251  
„Geschäftsmodell“. Sie hat inzwischen staatliche und private Anleihen in Höhe von1252  
mehreren Billionen Euro erworben. Diese suprastaatliche „Rettungspolitik“ verletzt1253  
geltendes EU-Recht, darunter das Verbot der Staatsfinanzierung durch die Zentralbank1254  
und das Verbot der Haftung für Schulden anderer Mitgliedstaaten. Die EU betreibt dabei1255  
auch verbotene Wirtschaftspolitik – über riesige zweckgebundene Garantien und über1256  
selektive Aufkäufe von „grünen“ Anleihen. Environmental-Social-Governance-1257  
Vorschriften und Taxonomie-Vorgaben, die hoch ideologisch und bürokratisch1258  
regulieren, welche Wirtschaftstätigkeiten förderungswürdig sind, stellen eine1259  
planwirtschaftliche Makrosteuerung dar. Diese Vehikel führen faktisch zu1260  
Geldgeschenken an „notleidende“ Staaten über gemeinschaftlich behaftete EU-Schulden1261  
(Next Generation-Fonds, Target-2, demnächst Ukraine-Bonds). Diese illegitime EZB-1262  
Politik führt zu Inflation. Sie zerstört Unternehmenskalkulationen, kapitalgedeckte1263  
Rentensysteme und private Sparvermögen.1264  
Die AfD fordert eine Rückkehr zum Recht und zur Marktwirtschaft: Alle Maßnahmen der1265  
EZB zur Manipulation des freien Kapitalmarkts müssen eingestellt werden.1266  
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Keine Schuldenaufnahme durch die EU: Kredite nur auf nationaler Ebene1267  
Die EU maßt sich vertragswidrig an -entgegen dem expliziten Wortlaut der EU-Verträge1268  
– eigene Schulden aufzunehmen, was zu Lasten künftiger Generationen geht. Dabei1269  
werden die Mittel durch Neuverschuldung beschafft und anschließend von EU-1270  
Bürokraten über zumeist ideologisch motivierte Projekte nach Gutsherrenart1271  
ausgegeben. Haftung und Tilgung verbleiben jedoch bei den Nationalstaaten,1272  
insbesondere bei Deutschland. Solche von der EU aufgenommenen Kredite, die1273  
weitgehend den Euro-Krisenländern zugutekommen, führen zu einer Verschlechterung1274  
unserer Bonität und damit zu einer Erhöhung der Zinslasten und Steuern der Deutschen.1275  
Ein Euro-Ausstieg wäre förderlich für unsere Wirtschaft und Steuerzahler.1276  
Die AfD fordert die sofortige Einstellung jeglicher Kreditaufnahme seitens der EU: Keine1277  
vertragswidrige Vergemeinschaftung von Schulden, keine ideologische und1278  
zentralistische Geld- und Wirtschaftspolitik und Rückkehr zu einer Kapitalallokation1279  
über funktionierende Märkte. Verschuldung und Steuererhebung sollen generell nur auf1280  
nationaler Ebene stattfinden.1281  
Keine deutsche Haftung für ausländische Banken1282  
Mit der Europäischen Bankenunion würden die bisher kommunal verankerten1283  
deutschen Sparkassen, Genossenschaftsbanken und die deutsche private1284  
Bankenwirtschaft der EU-Umverteilung unterworfen. Das geplante europäische1285  
Einlagensicherungssystem wäre mit mehreren Billionen Euro die größte1286  
gemeinschaftliche Haftungsfazilität der EU. Durch diese Vergemeinschaftung würden1287  
deutsche Sparer mit ihren Einlagen für marode Banken in anderen Staaten haften, die1288  
hohe und riskante Kreditforderungen in den Bilanzen haben. Riesige Ausfälle wären nur1289  
eine Frage der Zeit und würden direkt eine deutsche Zahlungsverpflichtung auslösen.1290  
Dies wäre ein weiterer Schritt in die von der AfD abgelehnte Haftungs- und1291  
Transferunion.1292  
Die AfD verlangt, dass deutsche Banken Haftungen auf die nationale Ebene begrenzen1293  
und auch weiterhin eigene bankengruppenspezifische Instituts-, Haftungs- und1294  
Einlagensicherungs-Verbundlösungen unterhalten können, wie die ausschließlich1295  
regional tätigen und örtlich verankerten Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Wir1296  
treten dafür ein, die nationale Souveränität über alle Finanzdienstleistungen hinweg1297  
wiederherzustellen. Wir wenden uns gegen die europäische Vergemeinschaftung von1298  
Haftungsrisiken.1299  
Target-2-Risiko beenden1300  
Die Target-2-Forderungen der Deutschen Bundesbank gegenüber der EZB bzw. indirekt1301  
gegenüber einzelnen Euro-Südstaaten betragen über eine Billion Euro. Diese1302  
Forderungen sind noch immer unbesichert, nicht risikoadäquat verzinst und nicht1303  
fälligstellbar. Mögliche Abschreibungen stellen ein hohes Milliardenrisiko für den1304  
deutschen Steuerbürger dar. Es ist sicher, dass die EZB als Anspruchsgegnerin der1305  
Bundesbank im Falle einer (Teil-)Auflösung der Eurozone die deutschen Target-1306  
Forderungen nur noch in abgewerteten Euros oder gar nicht mehr begleichen wird.1307  
Wegen der substanzlosen Target-Forderungen kommen die in guten Zeiten durch1308  
deutsche Arbeitsleistung erwirtschafteten Außenhandelsüberschüsse innerhalb der1309  
Eurozone der deutschen Volkswirtschaft kaum noch zugute. Die uneinbringlichen1310  
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Forderungssalden müssen darum für Deutschland nutzbar gemacht werden. Eine Option1311  
wäre, mit dem in Form von Target bereits erwirtschafteten Forderungsguthaben über1312  
einen deutschen Staatsfonds ausländische Aktien, ausländisches Gold oder andere1313  
Sachwerte zu kaufen.1314  
Die AfD fordert von Bundesregierung und Deutscher Bundesbank, die Target-2-1315  
Forderungen zunächst abzuschmelzen, dann täglich auszugleichen und bis dahin mit1316  
Sicherheiten zu unterlegen. Die AfD ist zudem offen für alle sinnvollen Optionen, die1317  
Target-Forderungen für deutsche Bürger zu „monetarisieren“ und nutzbar zu machen.1318  
Bargeld ist Freiheit und Schutz vor Enteignung und Totalüberwachung1319  
Unser Bargeld ist in Gefahr. Mit der Unterstützung von Bundesregierung,1320  
Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank wird seine1321  
schleichende Abschaffung betrieben. Mit der Abschaffung des Bargelds würde die Rolle1322  
des Geldes als unantastbarer und gebührenfreier Wertspeicher eingeschränkt. Eine1323  
faktische Abschaffung des Bargelds ermöglicht auch die Enteignung von Kontoinhabern.1324  
Bargeld ist ein natürliches Bollwerk gegen eine weitere Absenkung der Zinsen bis in den1325  
negativen Bereich. Eine Bargeldabschaffung würde zudem bedeuten, dass1326  
Zahlungsvorgänge nur noch elektronisch stattfinden können. Dies eröffnet Staat und1327  
Banken die totale Kontrolle und sogar Steuerung aller Geldströme und1328  
Wirtschaftsaktivitäten über jede finanzielle Handlung der Bürger, sogar über deren1329  
Aufenthaltsorte. Aus dem gläsernen Bankkunden würde der gläserne Mensch werden:1330  
Mit einem freiheitlichen Rechtsstaat sind solche Überwachungs- und1331  
Steuerungsmöglichkeiten nicht vereinbar. Darüber hinaus sind elektronische Systeme1332  
nicht ausfall- und manipulationssicher.1333  
Die AfD fordert den dauerhaften Erhalt des Bargeldes als uneingeschränktes gesetzliches1334  
Zahlungsmittel und dessen Nutzung als wichtiges bürgerliches Freiheitsrecht im1335  
Grundgesetz zu verankern. Staatliche Stellen dürfen die Annahmepflicht von Bargeld1336  
nicht abbedingen.1337  
Recht auf analoges Leben: ohne Vermögensregister und digitalen Euro1338  
Auch wenn der Digitale Euro noch in der Versuchsphase steckt: Er soll absehbar und1339  
entgegen den Beteuerungen der EZB das dominante gesetzliche Zahlungsmittel werden.1340  
Der Digitale Euro könnte mittelfristig sogar programmierbar ausgestaltet werden.1341  
Vollüberwachung und Steuerung bis hinein in private, ja intime Lebensbereiche wären1342  
buchstäblich vorprogrammiert, ähnlich dem chinesischen „Social Credit-System“. In1343  
Kombination mit dem ebenfalls geplanten Vermögensregister werden hier1344  
Voraussetzungen für umfassende Enteignungsmöglichkeiten von bereits versteuertem1345  
Vermögen geschaffen. All dies kann aus staatlicher und suprastaatlicher EU-Sicht nur1346  
durch eine faktisch verpflichtend gemachte, sogenannte digitale Identität durchgesetzt1347  
werden, mittels der praktisch jede menschliche Aktivität dauerhaft nachvollziehbar und1348  
zentral gespeichert, reguliert und sanktioniert werden kann. Dies ist eine dystopische1349  
Vorstellung spätestens ab dem Moment, an dem die Nutzung des Digitalen Euros faktisch1350  
verpflichtend wird.1351  
Die AfD spricht sich gegen eine von der EZB herausgegebene digitale Währung aus, die1352  
ein Einfallstor für die schleichende Abschaffung des Bargeldes wäre. Die AfD1353  
widerspricht einer Totalüberwachung und -steuerung aller finanziellen Handlungen1354  
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durch faktisch verpflichtende elektronische Zahlungsvorgänge über einen1355  
monopolistischen „Digitalen Euro“ und über ein zentrales Vermögensregister. Wir1356  
fordern ein Recht auf analoges, unüberwachtes und freies Leben.1357  
Bitcoin: Erhalt von Freiheit und Staatsferne1358  
Der Bitcoin ist als staatsfreies Geld ein begrüßenswerter Kandidat im Wettbewerb der1359  
Währungen. Bei einer Marktkapitalisierung im Billionen-Bereich und einem1360  
signifikanten Umlauf erfüllt der Bitcoin inzwischen die meisten Geldfunktionen. Durch1361  
zunehmende nationale und internationale Regulierungstendenzen (EU-MiCAR) ist er1362  
jedoch gefährdet. Die AfD hat sich seit Jahren gegen diesen politisch-regulatorischen1363  
Druck gestellt.1364  
Die AfD fordert die weitgehende Deregulierung des Bitcoins sowie der Bitcoin-Wallets1365  
und der Handelsplätze. Wir setzen uns ein für die Beibehaltung der Umsatzsteuer-1366  
Freiheit von Bitcoin-Transaktionen, der einjährigen Frist zur Besteuerung von1367  
Wertzuwächsen sowie des Rechts auf Eigenverwahrung der Coins in selbstverwalteten1368  
Wallets. Wir fordern den Erhalt von Freiheit und Staatsferne durch Besteuerungs- und1369  
Regulierungszurückhaltung der Politik.1370  
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Landwirtschaft, Umwelt und Klima1371  
Reine Luft und sauberes Wasser, gesunde und verantwortungsbewusst erzeugte1372  
Lebensmittel sowie naturnahe Lebensräume sind lebenswichtige Allgemeingüter, deren1373  
Schutz zu den Prioritäten der AfD zählt. Unsere Politik orientiert sich dabei an den Zielen1374  
der Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit als konservative Prinzipien.1375  
Die vielen bäuerlichen Familienbetriebe und Agrargenossenschaften in Deutschland1376  
sind die Grundlage für unsere Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln.1377  
Darüber hinaus schützen sie unsere natürlichen Lebensgrundlagen und pflegen die1378  
deutschen Kulturlandschaften. Die Bauernfamilien halten schon seit vielen1379  
Generationen Traditionen und Brauchtum aufrecht und sind damit unersetzlich für die1380  
regionale Identität.1381  
Diese wichtigen und vielfältigen Leistungen verdienen Anerkennung – es liegt deshalb1382  
im besonderen gesamtgesellschaftlichen Interesse, die deutsche Landwirtschaft zu1383  
erhalten. Heimat braucht Bauern. Dabei muss sich Landwirtschafts- und Umweltpolitik1384  
allem voran an nationalen Gegebenheiten und Bedürfnissen orientieren.1385  
Ideologisch getriebene Fehlanreize und Partikularinteressen verhindern eine1386  
nachhaltige Förderung der Forst- und Landwirtschaft sowie den Erhalt und den Schutz1387  
unserer Natur. Eine überbordende Bürokratisierung aller Lebensbereiche zerstört dabei1388  
die Existenz des seit Generationen für die Gesellschaft arbeitenden, regional1389  
verwurzelten Bauerntums und des ländlichen Raums.1390  
Die AfD kämpft für ein Deutschland, in dem Ernährungssicherheit und Selbstversorgung1391  
mit heimischen Lebensmitteln auch für zukünftige Generationen gewährleistet bleiben.1392  
Dabei kommt es uns nicht darauf an, ob sie aus biologischer oder konventioneller1393  
Produktion kommen, sondern entscheidend ist die Qualität der Produkte.1394  
Agrarpolitik in Deutschland entscheiden1395  
Unter dem Deckmantel der sogenannten Klimaschutzpolitik richten sich1396  
Lobbyinteressen gegen eine vernunftgesteuerte und auf regionale Bedürfnisse1397  
ausgerichtete Umwelt- und Landwirtschaftspolitik. Durch Implementierung des „Green1398  
Deal“ wird eine milliardenschwere Umverteilungsmaschinerie in Gang gesetzt, die zu1399  
Deindustrialisierung und Naturzerstörung führt. Das schadet Bürgern, Umwelt und1400  
Landwirtschaft. Dabei wird das Selbstbestimmungsrecht Deutschlands weiter1401  
unterlaufen. Die AfD setzt sich dafür ein, die Unabhängigkeit der Landwirte zu stärken und1402  
marktwirtschaftliche Prinzipien wieder in den Vordergrund zu rücken. Eine sach- und1403  
leistungsgerechte Vergütung der Landwirte, landwirtschaftliche Nutztierhalter und1404  
Nahrungsmittelproduzenten muss generationengerecht gesichert sein. Dies kann nur mit1405  
mehr Selbständigkeit und ohne EU-Verordnungswahn geschehen. Die Gemeinsamen1406  
Agrarpolitik (GAP)lehnen wir aus diesem Grund auch ab.1407  
Die AfD wird den Landwirten wieder mehr unternehmerische Entscheidungsfreiheit1408  
zurückgeben. Wir setzen uns für faire Erzeugerpreise und eine bessere Marktstellung u.a.1409  
durch Direktvermarktung ein. Die völlig aus dem Ruder gelaufene Bürokratie und1410  
Überregulierung fahren wir Schritt für Schritt zurück, um die bäuerlichen Betriebe1411  
umfangreich zu entlasten.1412  
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Ländlicher Raum und Familienbetriebe1413  
Die verschiedenen Sparten der Flächenbewirtschaftung – Ackerbau, Viehzucht, Weinbau,1414  
Forstwirtschaft, Gartenbau und Imkerei – tragen zur Pflege der Kulturlandschaft, der1415  
Schaffung regionaler Arbeitsplätze und zur Versorgung der Bevölkerung mit1416  
hochwertigen Lebensmitteln in Deutschland. Wir setzen uns für einen1417  
realitätsbezogenen Bildungsansatz in den „Grünen Berufen“ ein. Bevor agrarpolitische1418  
Maßnahmen eingeführt werden, muss geprüft werden, wie sie sich auf das Einkommen1419  
der Bauern auswirken und welchen ökologischen Nutzen sie erbringen. Wir setzen auf1420  
Anreize statt Verbote.1421  
Die Agrarförderung muss die Leistungen von Familienbetrieben und Genossenschaften1422  
berücksichtigen sowie die Hofnachfolge vereinfachen. Die Landwirtschaft ist zu1423  
entbürokratisieren, um die Bauern zu entlasten. Weder deutsche noch EU-Behörden1424  
sollen sich in deren Wirtschaftsweise einmischen, wie etwa bei der Wahl der Fruchtfolge.1425  
Um unsere vielfältigen Agrarstrukturen zu erhalten, werden wir Junglandwirte1426  
besserstellen, die ihre Agrarflächen selbst bewirtschaften. Wir werden Existenzgründer1427  
steuerlich entlasten. Flankierend dazu stellen wir uns gegen die Abnahme der1428  
landwirtschaftlichen Nutzfläche und werden außerlandwirtschaftlichen Investoren den1429  
Zugang zum Bodenmarkt erschweren.1430  
Verbraucherschutz1431  
Die Verbraucher müssen den zunehmend global agierenden Unternehmen auf1432  
Augenhöhe begegnen können. Bei vielen Nahrungsmitteln, Finanzprodukten und1433  
Sachgütern fehlen den Verbrauchern jedoch wesentliche Informationen über1434  
Produktherkunft und -qualität. Die AfD will die Verbraucher in die Lage versetzen, eine1435  
informierte Kaufentscheidung treffen zu können.1436  
Die AfD unterstützt das Leitbild des mündigen Bürgers. Er soll in seinem Konsumverhalten1437  
nicht staatlich bevormundet werden. Deshalb lehnen wir jede Form der gesonderten1438  
Lebensmittelbesteuerung ab, wie z.B. eine Fleisch- oder Zuckersteuer. Dazu gehört die1439  
Aufklärung über gesundheitliche Risiken modischer Ernährungsformen und die1440  
Bewahrung unserer traditionellen Esskultur in öffentlichen Einrichtungen. Wir schätzen1441  
regionale und saisonale Lebensmittel aus Deutschland. Sie sichern unseren1442  
produzierenden und verarbeitenden Betrieben ein hinreichendes Einkommen – bei1443  
zugleich hohen Standards im Tier- und Umweltschutz. Die Versorgung der eigenen1444  
Bevölkerung sowie die Wirtschaftlichkeit heimischer Lebensmittelproduktion muss1445  
gewährleistet bleiben.1446  
Wir fordern ein effizientes Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittelsicherheit.1447  
Bei begründetem Verdacht auf schädliche Produkte, Lebensmittelgifte oder Tierseuchen1448  
setzen wir uns für eine schnelle punktuelle Intervention ein. Ferner werden wir die1449  
Kennzeichnung von Produkten mit einer klaren Deklaration über Inhalt und Gewicht mit1450  
Bezug zum Verkaufspreis umsetzen, um Verbrauchertäuschung zu verhindern. So wird es1451  
keine verdeckte Beimischung von Insekten in Lebensmitteln geben, sondern diese wird1452  
deutlich gekennzeichnet. Generell treten wir dafür ein, dass die EU-Insektenfreigabe1453  
rückgängig gemacht wird.1454  
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Düngung, Pflanzenschutz und Gentechnik1455  
Die derzeitigen Düngeregeln verursachen erhebliche Ertrags- und Qualitätseinbußen1456  
sowie massive ökologische Probleme, darunter der Verlust von Bodenfruchtbarkeit und1457  
Humus. Die AfD wird deshalb, die bedarfsgerechte Nährstoffversorgung von1458  
Kulturpflanzen nach guter fachlicher Praxis wieder ermöglichen und den1459  
bürokratischen Aufwand auf das absolut notwendige Minimum beschränken.1460  
Ein wirksamer Pflanzenschutz nach guter fachlicher Praxis ist ein wichtiger Faktor der1461  
landwirtschaftlichen Produktion. Für unsere Landwirte muss dabei die Nutzung und der1462  
Handel von alten Kultursorten möglich sein, um die Sortenvielfalt für den Verbraucher zu1463  
erhöhen.1464  
In der Forschung sind weitere Fortschritte bei neuen genomischen Techniken (CRISPR)1465  
wichtig, deshalb unterstützen wir dahingehende Bemühungen. Jedoch sollte der Einsatz1466  
von Gentechnik in der landwirtschaftlichen Praxis streng überwacht und stets auf seinen1467  
tatsächlichen Nutzen überprüft werden.1468  
Tierschutz und Tierwohl1469  
Wir bekennen uns zur Tierhaltung in Deutschland. Die AfD steht dabei für Tierschutz im1470  
Sinne unserer Verantwortung für Tiere als fühlende Mitgeschöpfe. Wir werden in der1471  
Nutztierhaltung artgerechte Haltungssysteme fördern.1472  
Eine regionale, wohnortnahe Nutztierhaltung reduziert den Bedarf an Tiertransporten.1473  
Wir setzen uns für den Erhalt regionaler Schlachthöfe und die Möglichkeit mobiler1474  
Schlachtung durch Weideschuss ein. Im Sinne des Tierwohls ist ein Transport von sechs1475  
Stunden nicht zu überschreiten. Zu Zwecken der Züchtung muss der Transport von1476  
Lebendtieren zu definierten Bedingungen unter strikter veterinärmedizinischer1477  
Kontrolle durch zertifizierte Unternehmen möglich sein.1478  
Die sich in artgerechter Haltung entwickelnden robusten und gesunden1479  
Nutztierbestände tragen durch eine Verminderung des erforderlichen1480  
Antibiotikaeinsatzes erheblich zur Vermeidung multiresistenter Keimbildung bei.1481  
Die Schlachtung nach religiösen Ritualen (Schächten) ist nur nach ausreichender1482  
Betäubung zu gestatten. Die Dauer der Betäubung muss für den gesamten1483  
Schlachtvorgang gewährleistet sein. Der deutsche Standard für Schlachtbetriebe muss1484  
auch bei Importware Anwendung finden.1485  
Klima1486  
Klimawandel gab es zu allen Zeiten. Er ist ein komplexes Phänomen, verursacht durch1487  
eine Vielzahl von Faktoren. Die Frage nach dem Anteil des Menschen an diesem ist1488  
wissenschaftlich ungeklärt. Darauf lässt sich keine tausende Milliarden Euro kostende1489  
sogenannte Energiewende aufbauen.1490  
Es gibt daher auch keinen Grund, die notwendige und sinnvolle Nutzung fossiler1491  
Energien (also Kohle, Erdgas, Erdöl) zu beschränken oder gar zu verbieten (z.B.1492  
Verbrenner-Verbot).1493  
Der angebliche wissenschaftliche Konsens des „menschgemachten Klimawandels” war1494  
schon bisher politisch konstruiert. Er fällt mit der jüngst veröffentlichten Ablehnung1495  
einer behaupteten „Klimakrise” durch rund 2000 Fachexperten, darunter zwei1496  
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Nobelpreisträger, komplett in sich zusammen (World Climate Declaration,1497  
https://clintel.org). Die Vorhersagen des IPCC basieren auf unzureichenden Modellen. Die1498  
Warnungen der sogenannten „Klimawissenschaft” hat sich von der in den 1970er Jahren1499  
prognostizierten Eiszeit zu einer aktuell behaupteten „Erderhitzung” komplett gedreht.1500  
Die tatsächlichen Beobachtungen der vergangenen 30 Jahre blieben weit unterhalb der1501  
damals prognostizierten Katastrophenszenarien.1502  
Im Gegenteil erweist sich CO 2 als Treiber eines verstärkten globalen Pflanzenwachstums1503  
und begünstigt damit die Welternährung.1504  
Ein sich natürlich wandelndes Klima ist hingegen klar belegt, ebenso wie die1505  
Anpassungsfähigkeit des Menschen daran eine geschichtliche Tatsache ist. Gerade1506  
Warmperioden waren dabei meist Blütezeiten von Kulturen.1507  
Selbst die Häufigkeit von Extremwetterereignissen hat in den vergangenen Jahrzehnten1508  
nicht zugenommen, wie mittlerweile selbst das IPCC eingestehen muss.1509  
Die Schäden durch Extremwetterereignisse, wie beispielsweise im Ahrtal, gehen oft1510  
zurück auf politisches Versagen, mangelnde Instandhaltung und unzureichende1511  
Schutzmaßnahmen, wie fehlende Dämme und Kanalisationen. Historisch bekannte1512  
Überschwemmungsgebiete wurden unverantwortlich bebaut. Anstatt in die1513  
Infrastruktur des eigenen Landes zu investieren, wird Geld für ideologisch geprägte1514  
Klimaschutzprojekte wie Radwege in Peru ausgegeben, deren Umsetzung oft nicht1515  
überprüft wird. Ähnliches gilt für CO₂-Zertifikate und „Biodiesel“ aus China. Die damit1516  
verbundenen Verluste in Milliardenhöhe und die daraus resultierende Korruption1517  
werden wir politisch und strafrechtlich aufarbeiten.1518  
Der Versuch, das Klima steuern zu wollen, bedroht deshalb nicht nur unseren Wohlstand1519  
in Deutschland, sondern lenkt auch weltweit Volksvermögen um, das für die1520  
Bekämpfung von Armut, Krankheit und Hunger dringend benötigt wird.1521  
Dass inzwischen sogar Tiere und Kinder als "Klimaschädlinge" hingestellt werden, ist ein1522  
lebensfeindlicher moralischer Tiefpunkt. Es wird hierbei klar, dass die derzeitige1523  
"Klimapolitik" gegen das Volk gerichtet ist, Angst erzeugen soll und so unsere Freiheit1524  
bedroht.1525  
Die wegen der behaupteten „Klimakatastrophe“ bereits eingeleitete „Große1526  
Transformation“ („The Great Reset“) bedroht unsere Freiheit in erschreckendem1527  
Ausmaß. Die AfD lehnt dieses Ziel und den damit verbundenen Gesellschaftsumbau1528  
vehement ab. Dazu gehört auch der „Green Deal“ der EU, der die europäische Wirtschaft1529  
und somit unseren Wohlstand zerstört.1530  
Die aktuelle CO 2-zentrierte Politik zeigt aber auch jetzt schon verheerende1531  
Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, unsere freiheitliche Lebensweise und unseren1532  
Wohlstand: energieintensive Branchen wandern ab, die Automobilindustrie strauchelt1533  
und Arbeitsplätze fallen in beängstigendem Ausmaß weg. Diese Fehlentwicklung droht1534  
sich in den kommenden Jahren noch zu beschleunigen. Währenddessen sollen der1535  
breiten Masse wohlverdiente Annehmlichkeiten wie Urlaubsflüge und bezahlbare Autos1536  
genommen werden.1537  
Die Profiteure der derzeitigen Klimapolitik sind ausschließlich Politiker, internationale1538  
Konzerne mit Ihren Lobbys und politiknahe NGOs. Interessengruppen und ihre1539  
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unterstützenden Parteien schaffen so zunehmend Tätigkeitsfelder für ihre eigene1540  
Klientel – ohne jede Wertschöpfung.1541  
Die AfD lehnt daher jede Politik und jede Steuer ab, die sich auf angeblichen Klimaschutz1542  
beruft, denn das Klima kann der Mensch nicht schützen. Wir wollen zudem aus dem1543  
Pariser Klimaabkommen aussteigen.1544  
Die AfD wird unseren zukünftigen Generationen die Hoffnung und die Möglichkeit auf1545  
ein würdiges Leben in Freiheit und Wohlstand zurückbringen. Die ausufernde Plan- und1546  
Subventionswirtschaft der letzten Jahrzehnte werden wir in eine moderne soziale1547  
Marktwirtschaft zurückführen, mit der wir alle kommenden Herausforderungen1548  
meistern können. Es ist noch nicht zu spät, die von linksgrünen Ideologen zerstörte1549  
Leistungsbereitschaft breiter Bevölkerungsschichten wieder herzustellen.1550  
Umweltschutz statt Wind- und Solarausbau1551  
Windenergieanlagen stellen grundsätzlich eine Gefährdung für Pflanzen und Tiere sowie1552  
eine Beeinträchtigung der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen dar.1553  
Insbesondere der Tod von Vögeln, Fledermäusen und Insekten wird als Kollateralschaden1554  
der linksgrünen Energietransformation in Kauf genommen. Folgen daraus sind1555  
Bestandsrückgänge, die zum Aussterben geschützter Arten führen können. Keine andere1556  
Energieform fordert einen solch hohen Blutzoll in der Tierwelt wie die Windkraftindustrie.1557  
Die weiteren Auswirkungen durch Windkraftanlagen verursachten Bodenerosionen und1558  
Windschleppen sind schnellstmöglich zu erforschen. Zudem hat diese1559  
Energieerzeugungsart massive Auswirkungen auf den Boden- und Wasserhaushalt.1560  
Weitere Schädigungen unserer Natur im Namen eines vermeintlichen Klimaschutzes1561  
müssen unter allen Umständen verhindert werden. Deshalb lehnen wir den weiteren1562  
Ausbau der Windenergie ab.1563  
Den Neubau von Photovoltaikanlagen als Agro-PV auf landwirtschaftlichen Nutzflächen1564  
lehnen wir aufgrund ihres hohen Flächenverbrauchs ab. Zudem verstärken diese die1565  
Aufheizung des Mikroklimas und intensivieren den Druck auf landwirtschaftliche1566  
Produktionsflächen. Photovoltaikanlagen führen generell zu einer Veränderung des1567  
Mikroklimas und verursachen eine Temperaturerhöhung.1568  
Jagd, Artenschutz und Fischerei1569  
Jagd ist gelebter Naturschutz. Die AfD unterstützt waidgerechte Jagd im Einklang mit der1570  
Natur. Wir stehen für den bewährten Grundsatz Wald mit Wild. Der in linksgrünen1571  
Kreisen vorherrschenden „Wald vor Wild“- Ideologie, die Wildarten zu Schädlingen1572  
degradiert, erteilen wir eine klare Absage. Denn diese steht in Widerspruch zu Tierschutz1573  
und Wildbiologie – und damit zur waidgerechten Jagd.1574  
Über aktives Management werden problematische Wildtier-Bestandsgrößen zeitnah1575  
regional überwacht und korrigiert werden können. Wie das Beispiel Wolf zeigt, muss1576  
Realitätssinn Vorrang vor einer unkontrollierten Ansiedlung haben. Die Population des1577  
Wolfes muss als einheitlicher europäischer Bestand verstanden werden. Sie wird1578  
räumlich und zahlenmäßig nach schwedischem und norwegischem Vorbild1579  
reglementiert werden. Die AfD wird die Möglichkeit einer Bestandsregulierung und die1580  
Ausweisung von wolfsfreien Gebieten umsetzen.1581  
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Im Schlepptau des globalen Warenverkehrs dringen entlang der großen1582  
Fernhandelsstraßen und ausgehend von internationalen Häfen immer mehr1583  
gebietsfremde Invasoren in heimische Ökosysteme vor und stören das ökologische1584  
Gleichgewicht. Es zeigt sich, dass gebietsfremde Arten nicht nur negative Auswirkungen1585  
auf unsere hiesige Natur haben, sondern auch finanzielle und gesundheitliche Schäden1586  
verursachen. Wir werden größere Anstrengungen unternehmen, um die Einschleppung1587  
invasiver Tier- und Pflanzenarten zu verhindern und ihre Ausbreitung einzudämmen.1588  
Dabei müssen Prävention und Früherkennung eine noch wichtigere Rolle spielen. Eine invasive1589  
Eigenschaft wird als Entnahmegrund gesetzlich verankert.1590  
Fischerei ist ein Kulturgut. Die AfD weist alle ideologisch begründeten Einschränkungen1591  
der Berufsfischerei und des Angelsports zurück. Wir unterstützen die Beseitigung von1592  
Wettbewerbsnachteilen und stehen für eine pragmatische Fangmengenfestlegung. Ein1593  
Verbot der Stellnetzfischerei in der Ostsee, die Ausweitung der Naturschutz-Kernzonen1594  
und die Bindung der Fangquote an den Kutter lehnen wir ab. Kleinere Fischereibetriebe1595  
dürfen nicht in den Ruin getrieben und auch das Hobbyangeln wird nicht stärker1596  
reglementiert werden. Wir setzen uns für echte Nachhaltigkeit in enger Abstimmung mit1597  
unseren heimischen Fischern und Anglern ein. Dies geschieht selbstverständlich im1598  
Sinne des Naturschutzes, um die Ressourcen langfristig zu erhalten.1599  
Waldpflege und Forstwirtschaft1600  
Über ein Drittel der Gesamtfläche unseres Landes ist bewaldet. Um einen gesunden Wald1601  
mit Wild zu erhalten, braucht es waldbauliche Maßnahmen im Einklang mit Ökonomie,1602  
Ökologie und Naherholung., Die AfD setzt sich für eine Förderung des Baumaterials und1603  
Energieträgers Holz ein, um eine nachhaltige Bewirtschaftung und Sicherung der Wälder1604  
zu erreichen. Wir werden den Abbau der ausufernden Bürokratie bei der Dokumentation1605  
in der Forstwirtschaft umsetzen.1606  
Unstrittig ist der Nutzen des Waldes als Wasserspeicher, Lieferant natürlicher Baustoffe1607  
und von Holz als Energieträger. Dabei muss die nachhaltige Bewirtschaftung über1608  
Generationen hinweg das unverrückbare Ziel sein. Die weitere Stilllegung1609  
forstwirtschaftlicher Flächen im Sinne eines missverstandenen Schutzgedankens lehnen1610  
wir ab. Deutschland benötigt aufgrund seiner dichten Besiedlung eine vernunftorientierte1611  
Interessenabwägung bei der Waldnutzung. Für den Erhalt des Waldes ist eine1612  
professionelle Bewirtschaftung unabdingbar. In diesem Zusammenhang steht die AfD für1613  
den nachhaltigen Waldumbau.1614  
Die seit Jahren unter der Schirmherrschaft der EU betriebene Lobbyarbeit1615  
selbsternannter Umweltvereinigungen zugunsten der Windkraftindustrie muss1616  
schnellstmöglich beendet werden., Wir lehnen die Abholzung des Kulturgutes Wald für1617  
Windkraftanlagen entschieden ab, um die wildlebenden Arten zu schützen und unseren1618  
Kindern eine intakte Natur zu übergeben.1619  
Gewässerschutz und Trinkwasserversorgung1620  
Der Gewässerschutz gehört nicht in die Hände der EU, sondern nach Deutschland und in1621  
die einzelnen Bundesländer. Diese können in abgestimmter Zusammenarbeit mit1622  
Vertretern von Kommunen, Landwirtschaft und weiteren Akteuren wesentlich effektiver1623  
den Gewässerschutz sicherstellen.1624  
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Die AfD befürwortet die regionale Wasserversorgung durch Kommunen und1625  
Zweckverbände. Das Eigentum an den Wasserressourcen, den Förderanlagen, der1626  
Wasseraufbereitung und am Leitungsnetz muss in öffentlicher Hand und damit in den1627  
Händen der Bürger verbleiben. In diesem Zusammenhang lehnen wir die Einführung1628  
weiterer Steuern und Abgaben für Wasserentnahmen ab.1629  
Eine EU-weite Liberalisierung und Kommerzialisierung des Wassermarkts ist unter allen1630  
Umständen zu verhindern. Eine generelle Privatisierung des Wassers oder der1631  
Wasserwerke, die durch Richtlinien der EU angeregt werden, darf es nicht geben. Brunnen1632  
privater Grundstückseigentümer, die hieraus ihr Trinkwasser gewinnen, sind hiervon1633  
ausgenommen.1634  
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Zeit für Sicherheit1635  
Äußere Sicherheit1636  
Außenpolitik muss Realpolitik in deutschem Interesse sein1637  
Voraussetzung deutscher Außenpolitik ist ein souveränes Deutschland, das Freiheit,1638  
Recht und Wohlstand sowie Sicherheit seiner Bürger garantiert.1639  
Die „wertebasierte“ Außenpolitik der letzten Jahrzehnte hat die Welt nicht sicherer1640  
gemacht und konnte den Ausbruch des größten Krieges in Europa seit 1945 nicht1641  
verhindern.1642  
Die Alternative für Deutschland versteht sich als Partei, in der Diplomatie und friedliche1643  
Konfliktbewältigung vorrangig sind.1644  
Wir stehen für ein Europa der Vaterländer und lehnen die zentralistischen Bestrebungen1645  
der Europäischen Union (EU) entschieden ab.1646  
Dieser Bund europäischer Nationen, den wir als Wirtschafts- und1647  
Interessengemeinschaft anstreben, wahrt die weitgehende Souveränität seiner1648  
Mitgliedsstaaten nach innen und ermöglicht die Koordination im Auftreten nach außen.1649  
Richtschnur deutscher Außenpolitik müssen wieder realpolitische Erfordernisse statt1650  
wirklichkeitsfremder Ideologien sein.1651  
Die Vergemeinschaftung der Europäischen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) und1652  
des Europäischen Auswärtigen Dienstes (Hoher Vertreter GASP / EU Verteidigungs-1653  
Kommissar) lehnt die AfD ab.1654  
Die AfD bekennt sich zu den Grundsätzen des Völkerrechtes, insbesondere der Charta der1655  
Vereinten Nationen (UN). Die AfD stimmt im Geiste des Vertrages von Helsinki dafür,1656  
dass sich kein Land in die inneren Angelegenheiten eines anderen einmischen darf.1657  
Das Selbstbestimmungsrecht der Völker darf nicht durch die Agenden1658  
zwischenstaatlicher Organisationen, von Nichtregierungs-Organisationen (NGO) und1659  
durch den Machtzuwachs global agierender Konzerne ausgehöhlt werden.1660  
Wir fordern, dass in Deutschland tätige ausländische NGOs ihre Finanzierungsquellen1661  
offenlegen.1662  
Eine stabile europäische Friedensordnung bedarf einer ausgewogenen Zusammenarbeit1663  
auf Basis legitimer Sicherheitsinteressen aller europäischen Staaten. Eine1664  
Osterweiterung der EU und der Nordatlantikpakt-Organisation (NATO) lehnen wir ab.1665  
Die Welt befindet sich im Umbruch zu einer multipolaren Weltordnung. Deutschland1666  
darf dabei nicht zum Objekt fremder Interessen werden. Gemeinsam mit unseren1667  
europäischen Partnern wollen wir eine künftige stabile Friedensordnung gestalten und1668  
gewährleisten. Wir müssen unsere Souveränität ausbauen, unsere nationalen1669  
Interessen selbstbewusst formulieren und diese stringent verfolgen.1670  
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Die AfD unterstützt das sicherheitspolitische Konzept einer strategischen Autonomie1671  
Europas und seiner Ausprägung zu einem eigenen Machtzentrum in der sich1672  
verändernden Weltordnung.1673  
Eine stabile Friedensordnung in Europa und der Welt sichert auch die lebenswichtigen1674  
Außenhandelsbeziehungen und den Primärenergiebedarf für Deutschland. Wir1675  
verfolgen daher ein interessengeleitetes Verhältnis mit den großen Mächten der Welt,1676  
mit China und den USA, genauso wie mit der Russischen Föderation.1677  
Bis zum Aufbau eines unabhängigen und handlungsfähigen europäischen1678  
Militärbündnisses bleiben die Mitgliedschaft in der NATO sowie eine aktive Rolle1679  
Deutschlands in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)1680  
zentrale Elemente unserer Sicherheitsstrategie.1681  
Verteidigungspolitik – Wiederherstellung der Wehrfähigkeit1682  
Deutschlands1683  
Die deutschen Streitkräfte sind nicht verteidigungsfähig. Mit der im Februar 20221684  
ausgerufenen „Zeitenwende“ wurde das auch von der Bundesregierung anerkannt.1685  
Trotzdem bleiben die erforderlichen Maßnahmen für den Wiederaufbau der1686  
Bundeswehr aus. Aufgrund der chronischen Unterfinanzierung über Jahrzehnte sowie1687  
der fortlaufenden Abgabe von einsatzfähigem Material und Waffensystemen aus1688  
Beständen der Bundeswehr an die Ukraine und der Dauerbelastung der Truppe durch die1689  
Ausbildung von ukrainischen Soldaten, befinden sich die deutschen Streitkräfte in einem1690  
desolaten Zustand. Es fehlt an Personal und einsatzfähiger Ausrüstung.1691  
Damit dem Hauptauftrag der Landes- und Bündnisverteidigung wieder Rechnung1692  
getragen werden kann, muss unsere Bundeswehr nicht nur finanziell gut ausgestattet1693  
sein, sondern muss ihr auch die Einsatzbereitschaft insbesondere bei Material und1694  
Personal zurückgegeben werden.1695  
Um Loyalitätskonflikte zu vermeiden, soll der Dienst in den Streitkräften ausschließlich1696  
deutschen Staatsbürgern vorbehalten bleiben.1697  
Privatisierungen und Zentralisierungen dürfen nur noch dort Anwendung finden, wo sie1698  
nachweisbar notwendig sind, um die Einsatzfähigkeit der Truppe zu erhöhen. Die1699  
Verantwortung muss zurück in die Hände der Inspekteure und Kommandeure, die für1700  
die Auftragserfüllung verantwortlich sind, gegeben werden.1701  
Die AfD fordert den Ausbau einer autonomen und leistungsfähigen wehrtechnischen1702  
Industrie in Deutschland.1703  
Den neuen hybriden Bedrohungen und den Cyberattacken staatlicher und nicht-1704  
staatlicher Akteure muss durch eine massive Stärkung der Bundeswehr auf diesem1705  
Gebiet Rechnung getragen werden. Wir fordern auch den Aufbau von offensiven Cyber-1706  
Fähigkeiten, um potenzielle Gegner von Angriffen auf kritische Infrastruktur1707  
abzuschrecken.1708  
Neben der Stärkung der personellen und materiellen Einsatzbereitschaft muss die1709  
Bundeswehr auch ideell revitalisiert werden. Motivation und Bindung unserer Soldaten1710  
zu Deutschland entscheiden im Verteidigungsfall maßgeblich über Sieg und Niederlage.1711  
Die Bundeswehr soll deshalb wieder einen starken Korpsgeist, ihre Traditionen und1712  
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deutsche Werte pflegen. Die Tugenden des Soldaten sind Ehre, Treue, Kameradschaft1713  
und Tapferkeit. Die Bundeswehr muss die besten Traditionen der deutschen1714  
Militärgeschichte leben. Diese helfen soldatische Haltung und Tugenden – auch in der1715  
Öffentlichkeit – zu manifestieren. Militärisches Liedgut und Brauchtum sind Teil davon.1716  
Zivilschutz in Deutschland ausbauen1717  
Mit Ende des Kalten Krieges wurden Zivilschutzmaßnahmen in Deutschland sukzessive1718  
abgebaut, so dass der Schutz der Bevölkerung im Verteidigungsfalle nicht mehr1719  
gewährleistet ist. Einsatz- und betriebsbereite Schutzräume stehen nicht ausreichend1720  
zur Verfügung. Hier fordern wir daher den Auf- und Ausbau einer einsatzbereiten1721  
Infrastruktur für die zivile Bevölkerung.1722  
Deutschland in Europa und der Welt1723  
Wir begrüßen die Entwicklung hin zu einer multipolaren Welt, wollen dabei ihre Chancen1724  
nutzen sowie ihre Risiken minimieren.1725  
Die Vereinten Nationen sind so zu reformieren, dass den veränderten Gewichtungen in1726  
der Welt Rechnung getragen wird.1727  
Wir streben einen ständigen Sitz Deutschlands im UN-Sicherheitsrat sowie die1728  
Streichung der gegen Deutschland gerichteten Feindstaatenklausel aus der Charta der1729  
Vereinten Nationen an und wollen den UN-Migrationspakt (Global Compact for1730  
Migration) sowie den UN-Flüchtlingspakt (Global Compact on Refugees) aufkündigen.1731  
Eine neue Friedensordnung auf dem europäischen Kontinent1732  
Eine stabile Friedensordnung in Europa bedarf einer ausgewogenen Zusammenarbeit1733  
aller europäischen Staaten, deren legitime Sicherheitsinteressen dabei zu1734  
berücksichtigen sind.1735  
Die Rolle der OSZE bei der Stabilisierung von Krisenregionen in Europa und seiner1736  
Peripherie muss weiterentwickelt werden. Alle Möglichkeiten zum Dialog müssen1737  
genutzt werden. Es darf keinen neuen „Eisernen Vorhang“ in Europa geben.1738  
Wir setzen uns für die Stärkung und Erweiterung der Kontrollmechanismen in der1739  
nuklearen und konventionellen Rüstung ein sowie für die Neuverhandlung ausgesetzter1740  
Verträge (INF, START, ABM, MBFR u.a.).1741  
Reparationsforderungen, wie etwa von Polen und Griechenland vorgetragen, lehnen wir1742  
ab, weil diese Fragen völkerrechtlich bereits abschließend geklärt sind. Die in Europa1743  
entstandene Rechts- und Friedensordnung darf nicht durch inakzeptable Forderungen1744  
infrage gestellt werden.1745  
Das Verhältnis zu ausgewählten Staaten1746  
USA1747  
Gute Beziehungen zu den Vereinigten Staaten (USA) sind für Deutschland und Europa1748  
von wesentlicher Bedeutung, insbesondere die der wirtschaftlichen, technologischen1749  
und wissenschaftlichen Zusammenarbeit.1750  
Die geopolitischen und ökonomischen Interessen der USA unterscheiden sich in1751  
zunehmendem Maße von denen Deutschlands und anderer europäischer Staaten. Ein1752  
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Beispiel dafür ist die Energieversorgung, so etwa der massive Versuch der USA, die1753  
Inbetriebnahme der Nord Stream-Ferngasleitung zu verhindern. Deutschland darf sich1754  
nicht durch weichenstellende Entscheidungen der USA gegenüber anderen Mächten in1755  
Konflikte hineinziehen lassen.1756  
Wir lehnen die geplante Stationierung von weitreichenden US-Waffensystemen1757  
(Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen) in Deutschland ab.1758  
Russland1759  
Russland war über Jahrzehnte ein zuverlässiger Lieferant und Garant einer1760  
erschwinglichen Energieversorgung, die aufgrund unserer energieintensiven Industrie1761  
die Achillesferse der deutschen Volkswirtschaft darstellt. Zur Wiederherstellung des1762  
ungestörten Handels mit Russland gehören die sofortige Aufhebung der1763  
Wirtschaftssanktionen gegen Russland sowie die Instandsetzung der Nord Stream-1764  
Leitungen.1765  
Die Beziehungen Deutschlands zur Eurasischen Wirtschaftsunion sollen ausgebaut1766  
werden.1767  
Ukraine1768  
Der Krieg in der Ukraine hat die europäische Friedensordnung aus den Angeln gehoben.1769  
Die Zukunft der Ukraine sehen wir als neutralen Staat außerhalb von NATO und EU.1770  
Europäischer Nachbarraum1771  
Die Türkei gehört kulturell zwar nicht zu Europa, ist aber für uns ein wichtiger1772  
strategischer und wirtschaftlicher Partner.1773  
Die Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten mittels ideologischer oder1774  
finanzieller Förderung islamistischer und nationalistischer Gruppen aus dem Ausland1775  
lehnen wir ab.1776  
Der Weg zum Frieden im Nahen Osten führt nicht über Terror, Krieg oder internationale1777  
Einmischung, sondern über vertrauensbildende Maßnahmen. Ziel ist ein gerechter1778  
Frieden, der auf Völkerrecht, Gleichberechtigung und gegenseitiger Anerkennung1779  
beruht.1780  
Unsere primären Interessen sind die Verhinderung neuer Massenmigration und eines1781  
kriegerischen Flächenbrands im Nahen Osten.1782  
China1783  
Das Verhältnis zur Volksrepublik China muss sich an den realpolitischen Interessen1784  
Deutschlands orientieren.1785  
Die wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Kontakte zu China wollen wir1786  
ausbauen. China ist als Handelspartner für Deutschland von herausragender Bedeutung,1787  
als Wettbewerber und Partner zugleich.1788  
Die Beziehungen weiter zu fördern, liegt in unserem Interesse, allerdings nur unter1789  
strikter Einhaltung von Gleichberechtigung und Fairness im Wettbewerb und unter1790  
Schutz vor Abschöpfung und Ausverkauf deutscher Technologie.1791  
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Die chinesische Führung hat ein weltweites Infrastrukturprojekt begonnen, das als1792  
„Neue Seidenstraße“ bekannt geworden ist und der Stärkung des chinesischen1793  
Einflusses in der Welt dient. Soweit sich hieraus Chancen für die deutsche Wirtschaft1794  
ergeben, wollen wir diese nutzen.1795  
Jegliche Entwicklungshilfe an China ist mit sofortiger Wirkung einzustellen.1796  
Handelspolitik – Deutschland muss wirtschaftliche Stärken1797  
ausbauen1798  
Die Weltwirtschaft befindet sich heute im Spannungsfeld zwischen einem weiteren1799  
Ausbau der globalen Verflechtungen und ihrer maßvollen Rückführung in dezentrale,1800  
regional fokussierte Wertschöpfungsstrukturen.1801  
Die deutsche Außenhandelspolitik muss dabei einen diskriminierungsfreien Zugang zu1802  
ausländischen Import- und Exportmärkten für deutsche Unternehmen gewährleisten.1803  
Das schließt den Zugang zu Rohstoffen und die Freiheit der Handelswege mit ein.1804  
Ihre Kernaufgabe ist es daher, verlässliche Handelsregeln zu erhalten und gemäß den1805  
Interessen unseres Landes weiterzuentwickeln. Ideologisch motivierte Alleingänge, wie1806  
das Lieferkettengesetz, lehnen wir ab.1807  
Wir unterstützen die Reform der Welthandelsorganisation (WTO) und fördern die1808  
Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten sowie regionalen Organisationen wie ASEAN1809  
und Mercosur.1810  
Wir fordern außerdem eine stärkere Kontrolle und Berücksichtigung1811  
gesamtwirtschaftlicher und verteidigungspolitischer Interessen Deutschlands bei der1812  
Übernahme deutscher Unternehmen durch ausländische Konzerne und1813  
Finanzinvestoren. Sicherheitsrelevante und grundversorgungsrelevante Bereiche1814  
müssen dabei vor Übernahmen geschützt werden.1815  
Entscheidungen ausländischer Gerichte und Behörden, die extraterritoriale Wirkung1816  
entfalten, betrachten wir als nichtig, einseitig verhängte Sanktionen gegen1817  
Wirtschaftsprojekte unseres Landes als völkerrechtswidrig.1818  
Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands1819  
Aufgabe der auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands muss es sein, Brücken zu anderen1820  
Völkern zu bauen, das Wissen, um die deutsche Kultur und Geschichte zu vertiefen und1821  
die heimische Wirtschaft sowie den Tourismus durch Herstellung und Pflege1822  
internationaler Kontakte zu unterstützen.1823  
Die deutschen Auslandssender, die Goethe-Institute und verschiedenen Kulturprojekte1824  
sollen ein positives Bild Deutschlands in der Welt vermitteln und für unser reiches1825  
kulturelles Erbe werben. Ein besseres Verständnis für unsere kulturellen Werte,1826  
Traditionen und Geschichte schafft Vertrauen.1827  
Die AfD bekennt sich ausdrücklich zur Fürsorgepflicht Deutschlands gegenüber den1828  
deutschen Minderheiten im Ausland. Deshalb muss ein Schwerpunkt unserer1829  
auswärtigen Kulturpolitik in der Unterstützung dieser Minderheiten bei der Bewahrung1830  
ihrer kulturellen und sprachlichen Identität liegen.1831  
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Die AfD setzt sich dafür ein, dass die europäische Charta der Regional- und1832  
Minderheitensprachen eingehalten wird.1833  
In den EU-Institutionen muss die deutsche Sprache gemäß ihrer rechtlichen Stellung1834  
und ihrer Verbreitung auch tatsächlich den Verfahrenssprachen Englisch und1835  
Französisch gleichgestellt werden.1836  
Entwicklungspolitik neugestalten1837  
Die deutsche Entwicklungspolitik ist gescheitert. Die AfD fordert eine1838  
Entwicklungspolitik, welche deutschen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen1839  
Rechnung trägt. Insbesondere ist die Gewährung von Entwicklungshilfe ausnahmslos an1840  
die Bereitschaft der Partnerländer zur Rücknahme ihrer aus Deutschland1841  
ausreisepflichtigen Staatsbürger und ihre schnelle und wirksame Kooperation bei der1842  
Feststellung der Staatsbürgerschaft bzw. Volkszugehörigkeit zu knüpfen.1843  
Hilfe muss Hilfe zur Selbsthilfe sein – und keine Unterstützung von korrupten Systemen.1844  
Eine lückenlose Kontrolle über die Verwendung der bereitgestellten Mittel ist die1845  
Grundlage jeder Entwicklungszusammenarbeit. Wir fordern eine Stärkung der1846  
Sachleistungen (zum Beispiel Ausbildungshilfen vor Ort, Infrastrukturprojekte) und1847  
einen Abbau von Finanzleistungen.1848  
Die Förderung von fragwürdigen gender- und WOKE-ideologiebasierten1849  
Entwicklungsprojekten ist zu beenden.1850  
Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass die Entwicklungshilfepolitik der EU auf die1851  
Ebene der Mitgliedsstaaten zurückgeführt wird, um die Eigeninteressen der1852  
Nationalstaaten besser zu vertreten.1853  
Entwicklungshilfe an China und Indien, oder an Atommächte wie z.B. Pakistan, ist zu1854  
streichen.1855  
Generell sehen wir aufgrund der außerordentlich schwierigen Haushaltslage die1856  
Notwendigkeit, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit deutlich zu reduzieren.1857  
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Asyl- und Migrationspolitik1858  
In den vergangenen Jahrzehnten wurden die politischen Rahmenbedingungen in1859  
Deutschland so ausgestaltet, dass das Land zum Hauptanziehungspunkt insbesondere1860  
für Armutsmigranten aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Afrika geworden ist.1861  
Zusätzlich entfalten deutsche Sozialsysteme eine enorme Sogwirkung und setzen1862  
gewaltige Migrationsströme in Bewegung. In Verbindung mit der unverantwortlichen1863  
Politik der offenen Grenzen, die die unkontrollierte, millionenfache Zuwanderung noch1864  
befeuert, sendet die Bundesregierung damit den Interessen unseres Landes völlig1865  
entgegengesetzte Signale aus. Die Folgen davon sind ungesteuertes1866  
Bevölkerungswachstum, Überforderung der Staatsfinanzen, signifikant ansteigende1867  
Kriminalität, Gefährdung der sozialen Sicherungssysteme und des Wohnungsmarktes.1868  
Während einige unserer europäischen Nachbarn das Problem erkannt und wirksame1869  
Gegenmaßnahmen ergriffen haben, die Massenzuwanderung auf ein absolutes1870  
Minimum zu reduzieren, bleiben deutsche Politiker weiter untätig. Statt das Asylrecht zu1871  
reformieren, hat sich die Regierung die Legalisierung der illegalen Einwanderung auf die1872  
Fahnen geschrieben.1873  
Eine existentielle Frage wie die Zuwanderung, muss in freier Selbstbestimmung auf1874  
nationaler Ebene entschieden werden. Das bedeutet, allein Deutschland entscheidet, wer1875  
nach Deutschland kommen darf. Kontrollen und damit verbundene Zurückweisungen an1876  
der Grenze müssen als selbstverständliches Recht souveräner Staaten aufgefasst1877  
werden.1878  
Die AfD wird eine deutliche Kehrtwende in der bisherigen Migrationspolitik einleiten und1879  
die Staatsgrenzen wieder kontrollieren. Die Freizügigkeitsregelungen innerhalb der EU1880  
bleiben davon unberührt. Einreisen darf künftig nur noch, wem dies erlaubt ist. Alle in1881  
den letzten Jahren angestoßenen migrationspolitischen Regelungen, die nicht im1882  
Interesse Deutschlands liegen, werden zurückgenommen. Wer kein Bleiberecht besitzt1883  
und sich illegal in Deutschland aufhält, wird abgeschoben.1884  
Zuwanderung wieder national regeln1885  
Deutsches Recht schließt die Einreise zum Zweck der Asylgewährung aus, sofern1886  
Antragsteller aus einem sicheren Drittstaat einreisen. Entgegen dieser Rechtslage1887  
werden solche Einreisen seit Jahren jedoch geduldet. Dublin-Rücküberstellungen ins1888  
zuständige EU-Ersteinreiseland scheitern meist an der Unwilligkeit dieser EU-1889  
Mitgliedstaaten. In der Realität bleibt deshalb fast jeder auch illegal eingereiste1890  
Asylbewerber dauerhaft hier. Dieser Zustand ist untragbar. Der Verweis auf eine1891  
angeblich notwendige Zuständigkeitsüberprüfung für das Asylverfahren greift hierbei1892  
ausdrücklich nicht, da diese auch im bereits sicheren, zuvor durchquerten EU-1893  
Nachbarstaat möglich wäre.1894  
Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und zum Schutz der1895  
inneren Sicherheit haben zudem Vorrang vor den europäischen Vorschriften über das1896  
Asyl- und Ausländerrecht. Hinzu kommt, dass dem Verzicht auf Binnengrenzkontrollen1897  
seinerzeit nur unter der Voraussetzung zugestimmt wurde, dass die1898  
Außengrenzsicherheit gewährleistet ist und alle EU-Mitgliedstaaten die Standards für1899  
die Durchführung der Asylverfahren und die Dublin-Vorschriften beachten. Zudem war1900  
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die Massenmigration in die EU seit 2015 bei Ratifizierung des EU-Vertrages 1993 nicht1901  
vorhersehbar.1902  
Somit ist die Geschäftsgrundlage der europäischen Asylregelung entfallen, weshalb sich1903  
für Deutschland keinerlei Verpflichtung in dieser Hinsicht mehr ergibt.1904  
Das „Gemeinsames europäisches Asylsystem“ (GEAS) ist vollständig gescheitert, weshalb1905  
wir diesen Irrweg nicht weiterverfolgen werden. Stattdessen werden wir uns – analog zu1906  
Dänemark – im Rahmen eines „Opt-Outs“ nicht länger an der gemeinsamen Politik der1907  
EU im Bereich Asyl, subsidiärer Schutz und vorübergehender Schutz beteiligen.1908  
Wir werden stattdessen unsere Grenzen wieder selbst kontrollieren und die1909  
Bundespolizei als Grenzbehörde einsetzen um illegale Einreisen wirksam zu1910  
unterbinden und illegal einreisende Personen konsequent an der Grenze zurückweisen1911  
zu können. Dies dient auch der grenzüberschreitenden Kriminalitätsbekämpfung. Den1912  
Pendler-, Urlaubs- und Warenverkehr werden wir dabei weiterhin gewährleisten.1913  
Weiterhin werden wir folgende Maßnahmen unter Beachtung rechtstaatlicher1914  
Standards umsetzen:1915  
 Einrichtung von Gewahrsamszentren an der Grenze zur Sicherstellung1916  
aufenthaltsbeendender Maßnahmen1917  
 Aufkündigung von UN-Migrations- und UN-Flüchtlingspakt1918  
 Anstoßen einer Reform der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) als auch der1919  
Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) mit dem Ziel der Anpassung an1920  
aktuelle Gegebenheiten seit 20151921  
 Umwandlung des individuellen Asylrechts hin zu einer institutionellen Garantie1922  
oder einer einfachgesetzlichen Regelung1923  
 Der Rechtsanspruch auf Aufnahme zum Zweck des Asylverfahrens wird auf1924  
Personen, die unmittelbar und konkret bedroht sind, beschränkt1925  
Asylparadies Deutschland schließen1926  
Deutschland trägt aufgrund seiner Regierungspolitik und ihrer gesetzlichen1927  
Auswirkungen seit 2015 die Hauptlast der illegalen Zuwanderung nach Europa. Die AfD1928  
wird diesem Missstand mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog zur1929  
Wiederherstellung geordneter Verhältnisse begegnen.1930  
 Wir werden uns dafür einsetzen, dass Asylverfahren und Anträge auf subsidiären1931  
Schutz zukünftig außerhalb Deutschlands gestellt und bearbeitet werden1932  
 Keine pauschalen Zuwanderungskontingente und Umverteilungsquoten, egal ob im1933  
nationalstaatlichen, europäischen oder außereuropäischen Rahmen1934  
 Einstellung der freiwilligen Aufnahmeprogramme für Afghanistan1935  
 Aufarbeitung des „Ortskräfteskandals Afghanistan“ im Rahmen eines1936  
parlamentarischen Untersuchungsausschusses1937  
 Keine Aufnahme von Migranten im Rahmen einer „europäischen Lösung“, die durch1938  
Missbrauch der Seenotrettung nach Europa gelangen. Vielmehr muss gemäß dem1939  
internationalen Seerecht immer eine Ausschiffung der Betroffenen am1940  
nächstgelegenen Seehafen erfolgen1941  
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 Wir werden die Förderung für die sogenannte zivile Seenotrettung im Mittelmeer1942  
sofort einstellen und mit den Maghreb-Staaten Abkommen abschließen, welche die1943  
Verbringung von geretteten Migranten in die betreffenden Staaten sicherstellen1944  
 Beantragung von Asyl und einem sonstigen Schutzstatus nur bei nachgewiesener1945  
Identität und Staatsangehörigkeit1946  
 Wegfall des Asylrechts bei Falschangaben zur Identität im Asylverfahren1947  
 Deutliche Ausweitung der Zahl sicherer Herkunftsstaaten1948  
 Bekämpfung des Missbrauchs legal erteilter Visa zum Zweck der Asylantragstellung1949  
durch eine Verschärfung der VISA-Verfahren mit den entsprechenden Staaten1950  
 Verlust des Schutzstatus und Wiedereinreiseverbot nach Reisen von Asyl- und1951  
subsidiär Schutzberechtigten in ihr Herkunftsland1952  
 Wegfall des grundsätzlichen Nachzugsanspruches für Familienangehörige subsidiär1953  
Schutzberechtigter1954  
 Dauerhaftes Bleiberecht für anerkannte Asylbewerber erst nach 10 Jahren,1955  
verbunden mit einer jährlichen Prüfung des Fortbestands von Asylgründen über1956  
zehn Jahre1957  
 Beendigung des Wildwuchses bei der Asylverfahrensberatung und – Betreuung. Eine1958  
Verfahrensberatung darf nur nach geltendem Recht erfolgen. Die staatliche1959  
Förderung von NGOs in diesem Bereich ist einzustellen1960  
 Keine Arbeitserlaubnis außerhalb verpflichtender gemeinnütziger1961  
Arbeitsgelegenheiten mehr für Asylantragsteller und abgelehnte Asylbewerber1962  
 Unterbringung in zentralen Aufnahmeeinrichtungen für die Dauer des1963  
Asylverfahrens1964  
 Die Asylverfahren vor den Verwaltungsgerichten werden wir im Rahmen1965  
rechtsstaatlicher Möglichkeiten straffen. Zum Abbau von Altfällen werden wir das1966  
Personal erhöhen1967  
Ökonomische Anreize senken1968  
Die materiellen Leistungen für Asylbewerber in Deutschland sind, wie internationale1969  
Vergleiche zeigen, zu hoch. Sie entfalten eine Anziehungswirkung und überfordern die1970  
finanzielle Leistungskraft unseres Landes. Auch abgelehnte und ausreisepflichtige1971  
Asylbewerber verursachen durch ihren Aufenthalt Kosten in zweistelliger1972  
Milliardenhöhe, die vom Steuer- und Beitragszahler getragen werden müssen.1973  
Asylanerkennung führt derzeit zu einer sofortigen Gleichstellung in allen sozialen1974  
Sicherungssystemen, ohne jede vorangegangene Eigenleistung. Das ist sozial- und1975  
abgabepolitisch ungerecht.1976  
Die AfD fordert daher zur Senkung von Anreizen und zur Wahrung der sozialen1977  
Gerechtigkeit:1978  
 Sozialleistungen für Asylbewerber sind nach Möglichkeit als Sachleistungen zu1979  
erbringen, ansonsten durch eine Bezahlkarte, sofern die Erbringung von1980  
Sachleistungen mit vertretbarem Aufwand nicht möglich ist.1981  
 Leistungen für Ausreisepflichtige sind auf ein menschenwürdiges1982  
Existenzminimum abzusenken1983  
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 Zusätzlich darf die Anerkennung nicht länger den automatischen, sofortigen,1984  
zeitlich und inhaltlich unbegrenzten Anspruch auf alle Leistungen des1985  
Wohlfahrtsstaates bedeuten.1986  
 Leistungskürzungen für Asylbewerber bei Ablehnung von Arbeitsgelegenheiten.1987  
Deutschland braucht eine umfassende Rückführungsoffensive1988  
Das deutsche Rückführungsversagen ist nicht länger hinnehmbar. Das gilt gleichsam für1989  
Abschiebungen ins Herkunftsland, als auch für Dublin-Rücküberstellungen ins EU-1990  
Ersteinreiseland. Der aktuelle Zustand ist das Gegenteil von Rechtsstaatlichkeit und ist1991  
Ausdruck des fortgesetzten, migrationspolitischen Staatsversagens.1992  
Rückführungsmaßnahmen werden mit Hilfe alter und neuer Bleiberechtsregelungen1993  
unterlaufen, der illegale Aufenthalt wird somit also verstetigt. Dem dient auch das1994  
vielfach genutzte Instrument der Duldung ausreisepflichtiger Personen, einer Praxis, mit1995  
der diese Menschen zum Teil in Form einer Kettenduldung eine sich stets verlängernde1996  
Aufenthaltserlaubnis erhalten. Dabei ist eine Duldung grundsätzlich nur eine1997  
Bescheinigung über die vorübergehende Aussetzung der Abschiebung. Keinesfalls aber1998  
sollte die Erteilung eine Duldung einen dauerhaften Aufenthalt begründen. Mit dem neu1999  
eingeführten sogenannten Chancen-Aufenthaltsrecht bekamen Geduldete, die mit2000  
Stichtag 01. Januar 2022 seit 5 Jahren in Deutschland lebten, gar die Chance innerhalb von2001  
18 Monaten bei Erfüllung geringster Anforderungen doch noch eine2002  
Aufenthaltserlaubnis zu erhalten.2003  
Als Fazit ist festzuhalten, dass die Grundintention des Aufenthaltsrechts, die Steuerung2004  
und Begrenzung des Zuzugs von Ausländern seit Jahren ins Gegenteil verkehrt und2005  
geradezu pervertiert wird. Dabei entkernen sich verfestigende Aufenthalte abgelehnter2006  
Asylbewerber den Sinn des eigentlichen Schutzgedankens fundamental.2007  
Eine AfD-geführte Bundesregierung wird dieses Staatsversagen beenden, nicht2008  
bleibeberechtigte und ausreisepflichtige Personen konsequent abschieben und zur2009  
Behebung der eklatanten Vollzugsdefizite in diesem Bereich folgende Maßnahmen2010  
umsetzen:2011  
 konsequente Abschiebung aller ausreisepflichtigen Personen im Sinne einer2012  
strikten Anwendung geltenden Rechts;2013  
 Abschaffung aller Bleiberechtsregelungen für ausreisepflichtige Personen,2014  
insbesondere auch der Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung und des2015  
Chancenaufenthaltsrechts;2016  
 Ersatz der Duldung durch eine Bescheinigung über die Ausreisepflicht2017  
 massiver Druck auf nicht rücknahmebereite Herkunftsländer z.B. durch2018  
Wirtschaftssanktionen, Aussetzung der Entwicklungshilfe und den Visahebel2019  
 Förderung der freiwilligen Rückkehr.2020  
 Wegfall humanitärer Aufenthaltstitel nach Entfall des Fluchtgrunds2021  
 Unverzügliche Rückführung ausländischer Gefährder, Extremisten und2022  
Schwerkrimineller entweder in ihre Herkunftsländer oder in aufnahmebereite2023  
Drittstaaten.2024  
 Konsequente Ahndung der Abschiebeverhinderung durch NGOs2025  
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 Ausbau von Haft- und Gewahrsamsplätzen in Grenznähe und an den2026  
internationalen Flughäfen.2027  
 Abschaffung des Kirchenasyls. Kündigung der Kirchenasylvereinbarung des2028  
Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit den Kirchen.2029  
Diesen Kurswechsel werden wir – nach dem Syrien-Urteil des OVG Münster vom Juli2030  
2024 (Urt. V. 16.07.2024, Az 14A 2847/19.a) – ausdrücklich auch bei der größten seit 2014/152031  
eingewanderte Gruppe – den Syrern – vollziehen. Dem Urteil folgend besteht für2032  
Zivilpersonen in Syrien keine ernsthafte, individuelle Bedrohung ihres Lebens oder ihrer2033  
körperlichen Unversehrtheit infolge eines Bürgerkrieges mehr. Vor diesem Hintergrund2034  
werden wir im Rahmen einer Rückführungsoffensive folgende Maßnahmen umsetzen:2035  
 Einleitung der Rückführung von Straftätern, Gefährdern sowie aller nicht mehr2036  
schutzberechtigten syrischen Staatsbürger2037  
 Einleitung von Widerrufsverfahren für bislang als subsidiär schutzberechtigt2038  
anerkannte Syrer2039  
 Aufnahme von Verhandlungen mit der syrischen Regierung, bilateral und im2040  
Verbund der EU-Mitgliedstaaten, über die Rückkehr von syrischen2041  
Staatsangehörigen2042  
 Offensive Bewerbung der freiwilligen Rückkehr in Verbindung mit der Ausweitung2043  
von Bundesprogrammen zur Förderung der freiwilligen Rückkehr nach Syrien2044  
Analog werden wir, wenn die Voraussetzungen vorliegen, dann auch bei Personen aus2045  
anderen Asyl-Herkunftsländern verfahren.2046  
Integration2047  
Leitgedanke bei jeder Form von Zuwanderung müssen die Integrationsfähigkeit und2048  
Integrationswilligkeit von Migranten sein und die Integrationsmöglichkeiten der2049  
Aufnahmegesellschaft und ihres Staates. Die klassischen Einwanderungsländer wie z. B.2050  
Kanada oder Australien handeln seit langem nach diesem Prinzip. Trotz2051  
millionenfachem Wanderungsdruck auf Deutschland in den zurückliegenden Jahren –2052  
Zuzüge seit 2010 etwa 15 Millionen, vielfach auf illegale Weise und mit illegalen Motiven -2053  
\- hat die Politik die hierdurch entstandenen und entstehenden Probleme ignoriert und2054  
verdrängt. Der Anteil der Unionsbürger an dieser Immigration lag bei rund 40%. Nach2055  
Saldierung der Einwanderungen mit den Auswanderungen im gleichen Zeitraum2056  
verbleibt immer noch ein Einwohnerzuwachs von etwa 5 Millionen Menschen.2057  
Integration wurde ursprünglich von den sogenannten Arbeiterverbänden gegenüber der2058  
Politik als Forderung nach mehr Akzeptanz und Menschlichkeit für Gastarbeiter2059  
aufgestellt. Doch haben sich tausende Zuwanderer seither in unserem Land erfolgreich2060  
integriert, ohne dass die Politik jenseits der kommunalen Ebene viel dazu beigetragen2061  
hätte. Angesichts der massiven Entfremdung in unseren Städten und gewachsenen2062  
Parallelgesellschaften muss die Integrationsfähigkeit unseres Landes erst2063  
wiederhergestellt werden.2064  
Falsche Anreize in der Sozialpolitik, die bisher nur einen geringen Beitrag zur Integration2065  
geleistet hat, werden wir beenden. Die Teilhabe an unserer freiheitlich demokratischen2066  
Gesellschaft ist an Voraussetzungen geknüpft. Dazu gehören das Erlernen der deutschen2067  
Sprache und das Anerkennen unserer Werte bzw. unseres Rechtsstaates.2068  
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Leistungsbereitschaft, Anpassungswille und eine bewusste Bejahung der deutschen2069  
Lebensverhältnisse sind Voraussetzung, um voll akzeptiert zu werden und einen2070  
Mehrwert für alle zu bilden. Es bedarf daher einer radikalen Wende der deutschen2071  
Migrationspolitik, um weiteren Schaden von unserem Land abzuwehren und die2072  
vorhandenen Probleme auf ein erträgliches Maß zu vermindern.2073  
Die AfD fordert daher:2074  
 Die Integrationsfähigkeit ist durch eine strikte Begrenzung des Zugangsgeschehens2075  
wieder herzustellen.2076  
 Keine Integration Aufenthaltsunberechtigter um jeden Preis / Asylindustrie2077  
eingrenzen2078  
 Aktive Beteiligung aller Migranten an einer gelingenden Integration. Dazu gehört2079  
der angemessene Spracherwerb, mindestens auf B 2 – Niveau, in angemessener Zeit,2080  
in der Regel innerhalb von 2 Jahren, in Ausnahmefällen innerhalb von 5 Jahren2081  
 Kosten für selbstverschuldet fehlgeschlagene Integrationsmaßnahmen (z.B.2082  
abgebrochene Sprachkurse) sind zurückzuerstatten2083  
 Die Akzeptanz der Grundprinzipien des Gemeinschaftslebens in Deutschland,2084  
welche sich in ihrem rechtlichen Kern aus der Verfassung des Landes und seiner2085  
darauf aufbauenden Rechtsordnung ergeben.2086  
Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht verschenkt werden2087  
Die AfD wird die immer laxeren Voraussetzungen zur Erlangung der deutschen2088  
Staatsangehörigkeit umkehren und stattdessen zu dem Rechtszustand zurückkehren,2089  
wie er bis 1990 bestanden hat, also dem Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch2090  
Geburt als Kind zumindest eines deutschen Elternteils sowie als2091  
Ermessensentscheidung im Interesse des Gemeinwesens.2092  
Folgende Maßnahmen sind im Zuge dessen erforderlich:2093  
 Bei der Ermessenseinbürgerung muss die einbürgernde Behörde im Rahmen von2094  
Einzelfallentscheidungen davon geleitet sein, dass nur solche Einbürgerungen2095  
vorzunehmen sind, durch die das Gemeinwesen durch Hinzufügung eines loyalen2096  
Neubürgers gestärkt wird.2097  
 Mehrfache Staatsangehörigkeiten, abgesehen von begründeten Ausnahmen,2098  
insbesondere des gemeinsamen Unionsrechts, bergen die Gefahr von2099  
Loyalitätskonflikten und sind daher zukünftig wieder auszuschließen.2100  
 Den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Geburt im Inland für Kinder2101  
ausländischer Eltern werden wir ebenso wie den Einbürgerungsanspruch wegen2102  
längeren Aufenthalts im Inland wieder abschaffen.2103  
Migration und Wohnungsmarkt2104  
Um die Wohnungsnot in Gebieten mit angespannten Wohnungsmärkten insbesondere2105  
auch für junge Familien zu begrenzen, ist die Zuweisung von Wohnungen an2106  
Asylberechtigte und erst recht an Asylbewerber in diese Wohnquartiere maximal zu2107  
begrenzen.2108  
Ebenso sollte in Brennpunkt-Quartiere, die bereits heute über Parallel- bzw. gar2109  
Gegengesellschaften von über 25 % Nicht-EU-Migranten verfügen oder unter einer2110  
erhöhten Kriminalität leiden, in denen die Integration folglich bereits gescheitert ist,2111  
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keine weitere Zuweisung von Asylbewerbern oder Asylberechtigten erfolgen,2112  
insbesondere nicht in Form von Großunterkünften.2113  
Eine Aushebelung des Deutschen Baurechts durch Sonderregelungen wie z.B. im §2462114  
BauGB für die Errichtung von Unterkünften für zuvor meist illegal eingereiste Migranten2115  
lehnen wir ab.2116  
Förderung der Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte2117  
Wir begrüßen die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte, die zum Erfolg unseres Landes2118  
beitragen können. Das gilt für alle Berufsfelder, in denen bei uns Mangel herrscht,2119  
beispielsweise im Handwerk, im Gesundheitswesen, in naturwissenschaftlichen und IT-2120  
Berufen. Beenden werden wir dagegen den Irrweg der Vermischung von qualifizierter2121  
Zuwanderung auf Dauer und humanitärem Schutz auf Zeit.2122  
Vor jeglicher weiterer außereuropäischer Fachkräfteeinwanderung werden wir2123  
zunächst die heimischen Potentiale ausschöpfen. Geeignete außereuropäische2124  
Arbeitskräfte werden wir danach bedarfsgerecht nach strikten Kriterien auswählen.2125  
Folgende Maßnahmen werden wir in diesem Zusammenhang umsetzen:2126  
 Die Abwanderung von einheimischen, meist hochqualifizierten Arbeitskräften muss2127  
genauso, wie die Abwanderung ganzer Unternehmen mit aller Kraft verhindert2128  
werden. Statt solcher Abwanderungen brauchen wir Rückgewinnungsprogramme2129  
für abgewanderte Leistungsträger.2130  
 Auch technologische Lösungen wie Künstliche Intelligenz (KI), Robotik und2131  
Digitalisierung oder ökonomische Produktivitätssteigerungen sind zur Bekämpfung2132  
eines etwaigen Fachkräftemangels konsequent umzusetzen.2133  
 Bei ungelernten Personen sind in erster Linie Erwerbsfähige zu qualifizieren, die2134  
bereits heute legal in Deutschland leben.2135  
 Wir begrüßen die Aufnahme europäischer Arbeitskräfte, die insbesondere im2136  
Rahmen der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit nach Deutschland kommen, werden2137  
zugleich aber den hierbei vorhandenen Missbrauch entschieden bekämpfen.2138  
 Für außereuropäische Fachkräfte ist das Fachkräfteeinwanderungsrecht zu2139  
reformieren. Im Rahmen eines Auswahlverfahrens werden wir ein Punktesystem2140  
mit klaren Auswahlkriterien, wie z. B. Berufserfahrung, bereits bestehende2141  
Arbeitsverhältnisse bzw. vorhandene -verträge, ausreichende Sprachkenntnisse, etc.2142  
einführen und bedarfsgerecht entsprechende Branchen und Quoten festlegen.2143  
 Für hochqualifizierte außereuropäische Bewerber wollen wir das bewährte2144  
Instrument der Blauen Karte EU fortentwickeln und zukünftig insbesondere2145  
Experten in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und2146  
Technik) sowie Facharbeiter ansprechen.2147  
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Innere Sicherheit2148  
Eine der Grundvoraussetzungen für die innere Sicherheit in Deutschland sind2149  
kontrollierbare Grenzen. Die Menschen sind seit dem Terroranschlag auf dem Berliner2150  
Weihnachtsmarkt täglich einer Vielzahl von Messerangriffen, weiteren2151  
Terroranschlägen wie in Mannheim und Solingen und einer deutlich steigenden2152  
Gewaltkriminalität wie auch Gruppenvergewaltigungen ausgesetzt. Linksradikale2153  
Gewaltexzesse wie von der Antifa sowie zunehmende Gewaltkriminalität durch Clans,2154  
Banden und ausländischer Mafia haben die innere Sicherheit erodieren lassen. Wir2155  
werden diese unhaltbaren Zustände wirksam bekämpfen.2156  
Wirksame Bekämpfung der Kriminalität2157  
Ausländerkriminalität: Der weitere Anstieg des Anteils von Ausländern an Gewalt-,2158  
Sexual- und Drogendelikten wird immer deutlicher erkennbar. Zur wirksamen2159  
Bekämpfung sind über Maßnahmen der Strafverfolgung hinaus sämtliche2160  
ausländerrechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen und zu erweitern. Wir fordern daher2161  
die Schaffung gesetzlicher Voraussetzungen für:2162  
 Verweigerung eines Aufenthaltsrechts für ausländische Gewalttäter und Terroristen2163  
in Deutschland2164  
 Konsequenter Vollzug der zwingenden Ausweisung verurteilter ausländischer2165  
Straftäter sowie die Feststellung der Verpflichtung hierzu bereits im Strafurteil2166  
 Präventivhaft für ausländische Gefährder und Terroristen2167  
 Unzulässigkeit der Einbürgerung verurteilter Straftäter2168  
Organisierte Kriminalität: Die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte, nicht selten2169  
international vernetzte, planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer2170  
Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, untergräbt Gesellschaft und Wirtschaft in2171  
nicht hinnehmbarem Maße.2172  
Clan- und Bandenkriminalität: Mittlerweile haben sich ethnisch abgeschottete2173  
Subkulturen aus dem arabischen Kulturkreis mit eigenen Strukturen und2174  
Wertvorstellungen in Deutschland gebildet, die in Parallelgesellschaften mit No-Go-2175  
Areas leben. Diese sowie national und international agierende Banden sind eine enorme2176  
Herausforderung für unseren Rechtsstaat.2177  
Den beschriebenen Erscheinungsformen der Kriminalität ist der Kampf anzusagen; sie2178  
sind zu zerschlagen. Wir fordern daher:2179  
 Erhebliche Aufstockung der Ermittlungsbehörden hinsichtlich Personal und2180  
Ausstattung sowie eine attraktivere Gestaltung des Berufsbildes mit Gewährleistung2181  
hinreichenden Schutzes der ermittelnden Beamten2182  
 durch kriminelle Aktivitäten erworbene Vermögen müssen konsequent eingezogen2183  
werden. Dazu fordern wir die Einführung einer gesetzlich normierten2184  
Nachweispflicht hinsichtlich der Herkunft von erheblichen und nicht2185  
nachvollziehbar erworbenen Vermögenswerten bei Straftätern und deren2186  
Familienmitgliedern nach italienischem Vorbild2187  
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 Schaffung der gesetzlichen Voraussetzungen für eine unverzügliche Abschiebung2188  
von ausländischen Straftätern sowie des vorherigen Einzugs von Vermögen zur2189  
Schadensregulierung2190  
 Schaffung von gesetzlichen Voraussetzungen für den Ausschluss der gezielten2191  
Unterwanderung von Ermittlungsbehörden2192  
 Unterstützung der Staatsanwaltschaften und der Gerichte in den Bundesländern zur2193  
Bewältigung dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe durch Erhöhung des Anteils2194  
am Steueraufkommen2195  
Jugendstrafrecht2196  
Die Anzahl jugendlicher und heranwachsender Straftäter hat in den letzten Jahren2197  
deutlich zugenommen; besonders auffällig sind hierbei Personen mit2198  
Migrationshintergrund. Vermehrt werden Kinder bei der Begehung von Straftaten2199  
festgestellt. Das jetzige Jugendstrafrecht wird den Anforderungen nicht mehr gerecht.2200  
Wir fordern daher:2201  
 Herabsetzung der Strafmündigkeit auf 12 Jahre2202  
 Anwendbarkeit des Jugendstrafrechts nur noch auf Jugendliche bis zur Vollendung2203  
des 18. Lebensjahrs2204  
 Zeitnahe Inhaftierung von Personen, die als Mehrfach- und Intensivtäter eingestuft2205  
werden2206  
 Regelmäßige Durchführung einer biologischen Altersfeststellung: bei Zweifeln, ob2207  
noch Jugendstrafrecht anzuwenden ist, bei Straftaten von erheblicher Bedeutung2208  
und bei Mehrfachtätern2209  
Stärkung der Polizei2210  
Die Polizeibeamten in Bund und Ländern gewährleisten die öffentliche Sicherheit unter2211  
großem persönlichen Einsatz. Dem wird die Politik mit dem bestehenden2212  
Personalmangel, strukturellen Unzulänglichkeiten, unzureichender Ausrüstung und2213  
Bewaffnung bei schlechter Bezahlung und miserabler sozialer Absicherung nicht2214  
gerecht. Durch die gezielte Verschärfung des Beamten- und Disziplinarrechts wurde ein2215  
Instrument zur politischen Beeinflussung der Beamten geschaffen.2216  
Wir fordern deshalb:2217  
 Keine Leitung von Sicherheitsbehörden durch politische Beamte2218  
 Grundsätzliche Ablehnung von Gesinnungsüberprüfungen und daraus2219  
resultierender Konsequenzen2220  
 Abschaffung aller politisch installierten Polizeibeauftragten, innerbehördlichen2221  
Denunzierungsstellen sowie der Beweislastumkehr im Disziplinarverfahren, da2222  
diese allen demokratischen Grundsätzen und dem freiheitlichen Menschenbild2223  
zuwiderlaufen2224  
 Streichung der Möglichkeit zur sofortigen Entlassung von Beamten aus politischen2225  
Gründen2226  
 Bundeseinheitliche Besoldung und angemessene Vergütungen mit2227  
Gefährdungszulagen sowie weitere Zulagen für Überstunden und Sondereinsätze2228  
für Polizei und Rettungskräfte. Verbesserung von Bewaffnung und Ausrüstung2229  
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 Übernahme der Kosten für die Dienstunfähigkeits- und2230  
Diensthaftpflichtversicherung durch den Dienstherrn sowie Sicherstellung des2231  
Rechtsschutzes der Beamten in dienstlichen Angelegenheiten2232  
 Anpassung der Hinterbliebenenversorgung in Höhe der Versorgungsansprüche des2233  
letzten Amtes bei Tod durch qualifizierten Dienstunfall2234  
 Anpassung der Strafverfolgungsbefugnisse und der Fahndungsmöglichkeiten der2235  
Polizei an die jeweils aktuelle Kriminalitätsentwicklung2236  
Justiz, Strafvollstreckung und -vollzug verbessern2237  
Die AfD setzt sich für eine schnelle Verbesserung der Justizorganisation, für eine2238  
Stärkung unseres Rechtssystems und für einen effektiven Rechtsschutz der Bürger ein.2239  
Neben der Modernisierung der noch aus dem 19. Jahrhundert stammenden2240  
Prozessordnung fordern wir die Schaffung gesetzlicher Voraussetzungen für:2241  
 Strafaussetzung zur Bewährung bei Haftstrafen nur nach erfolgter2242  
Mindestverbüßung2243  
 Getrennte Unterbringung von Kurzzeithäftlingen und Personen, die eine2244  
Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen, vom regulären Strafvollzug2245  
 Aufstockung des Justizpersonals2246  
 Schwere der Tat und deren Folgen als weiteren Haftgrund2247  
Waffenrecht überarbeiten2248  
Das unstrukturiert gewachsene Waffenrecht benötigt dringend eine Neufassung. Mit2249  
den Änderungen des Waffengesetzes aus dem Oktober 2024 werden nun alle Bürger2250  
kriminalisiert, die z.B. ein kleines Obst- oder Taschenmesser mitführen. Die aktionistisch2251  
geschaffene Rechtslage ist für Ämter, Fachleute und erst recht Bürger undurchsichtig.2252  
Sie führt an den eigentlichen Problemen komplett vorbei. Statt Legalwaffenbesitzer und2253  
Bürger unter Generalverdacht zu stellen, ist dem illegalen Waffenbesitz und -handel ein2254  
Riegel vorzuschieben.2255  
Gewalt und Extremismus entschieden bekämpfen2256  
Die AfD bekennt sich zum antitotalitären Gründungskonsens der Bundesrepublik2257  
Deutschland. Die streitbare Demokratie muss sich ihrer Feinde erwehren – egal, welcher2258  
Herkunft sie sein mögen. Das gilt sowohl für den Rechtsextremismus als auch für den2259  
Linksextremismus sowie den religiösen – meist islamistisch geprägten – Extremismus.2260  
Die Bekämpfung des Linksextremismus, welcher immer wieder blanke Gewalt, Angst2261  
und Terror verbreitet, wird staatlicherseits momentan sträflich vernachlässigt. Diesen2262  
Missstand wird die AfD beenden.2263  
Bei Organisationen, die dem gewaltsamen Linksextremismus zuzuordnen sind, reicht2264  
eine mögliche Streichung der Zuwendung öffentlicher Fördermittel nicht aus. Diese2265  
Organisationen sind zu verbieten, ebenso wie die Verwendung derer Symbole und2266  
Zeichen unter Strafe zu stellen ist.2267  
Die sogenannte Antifa ist als terroristische Vereinigung einzustufen.2268  
Anschläge auf die kritische Infrastruktur (z.B. Gas, Wasser, Strom) und die Sicherheit des2269  
Verkehrs haben in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen, insbesondere durch2270  
Aktionen der Klimaextremisten. Wir fordern eine konsequente Strafverfolgung unter2271  
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Einschluss freiheitsentziehender Maßnahmen sowie die Erleichterung der2272  
Geltendmachung und Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche gegenüber den2273  
Verursachern.2274  
Vereine und Verbände, die Extremisten unterstützen, sind von staatlichen2275  
Mittelzuwendungen auszuschließen.2276  
Gefährdung durch den islamistischen Terrorismus2277  
Die AfD steht uneingeschränkt zur Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit nach2278  
Art. 4 Grundgesetz. Muslime, die sich integrieren und unsere Grundordnung und die2279  
Grundrechte anerkennen, sind geschätzte Mitglieder unserer Gesellschaft. Der2280  
politische Islam stellt allerdings in seiner teils gewaltbereiten Ausprägung die größte2281  
Gefahr für die christlich-abendländische Kultur in Deutschland dar.2282  
Wenn in einer liberalen westlichen Gesellschaft vor den Gefahren, die der politische2283  
Islam für die innere Sicherheit mit sich bringt, die Augen verschlossen werden, dann2284  
werden diese Gefahren nicht kleiner, sondern regelrecht existenzbedrohend für die2285  
freiheitliche Gesellschaft. Dem werden wir entgegentreten.2286  
Strafbarkeit der Forderung nach einem Kalifat2287  
Die von Teilen der in Deutschland lebenden Muslime auf Veranstaltungen und2288  
Demonstrationen erhobene öffentliche Forderung nach der Einrichtung eines Kalifats2289  
läuft der freiheitlich demokratischen Grundordnung diametral entgegen und ist2290  
verfassungsfeindlich; sie ist unter Strafe zu stellen. Hinsichtlich ausländischer2291  
Teilnehmer sind die gesetzlichen Voraussetzungen für aufenthaltsbeendende2292  
Maßnahmen zu schaffen und durchzusetzen; sie sind abzuschieben. Der Betrieb von2293  
sogenannten Koranschulen, die verfassungsfeindliche Inhalte lehren, ist einzustellen2294  
und zu verbieten.2295  
Terroristische Vereinigungen verfolgen das Ziel, mit ihren Handlungen demokratische2296  
und rechtsstaatliche Strukturen zu beseitigen. Wir fordern daher die Tätigkeit2297  
sogenannte Friedensrichter im Strafgesetzbuch als Straftatbestand einzuführen. Eine2298  
Betätigung dieser „Friedensrichter“ ist die tatsächliche Beseitigung der Rechtsordnung.2299  
Als nötige Rechtsfolgen sehen wir die Beendigung von Aufenthaltstitel, gegebenenfalls2300  
Asylgewährungsbeendigung und die Einziehung des durch die Tätigkeit erworbenen2301  
Vermögens. Beauftrager werden als Anstifter gewertet.2302  
No-go-Areas und Parallelgesellschaften2303  
Nicht nur in deutschen Großstädten sind mittlerweile muslimisch geprägte Stadtteile2304  
mit entsprechenden Parallelgesellschaften entstanden, in welchen immer weniger der2305  
Rechtsstaat und die Exekutive eine Rolle spielen, sondern sogenannte Friedensrichter2306  
auf der Grundlage der Scharia das gesellschaftliche Leben bestimmen.2307  
Es sind weiter die erforderlichen Mittel bereitzustellen und Maßnahmen (wie z.B. Razzien2308  
und Kontrollstellen) durchzuführen, damit der Rechtsstaat in den sogenannten No-go-2309  
Areas wieder durchgesetzt werden kann.2310  
Die Tätigkeit der sogenannten Friedensrichter entspricht einer Selbstjustiz und ist mit2311  
der Justizhoheit und dem Gewaltmonopol des Staates nicht vereinbar; sie ist unter Strafe2312  
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zu stellen. Der Friedensrichter ist kein Organ der Rechtspflege. Seine Entscheidungen2313  
dürfen keine Rechtswirkung entfalten.2314  
Einer weiteren Islamisierung treten wir entgegen2315  
 Die AfD lehnt es ab, islamischen Organisationen den Körperschaftsstatus des2316  
öffentlichen Rechts zu verleihen.2317  
 Die AfD fordert, islamistische Vereine bzw. Moscheegemeinden konsequent zu2318  
verbieten, wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen.2319  
 Eine Kritik des Islams ist wie jede andere Religionskritik legitimiert durch das2320  
Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Es ist inakzeptabel, die Kritik am Islam2321  
durch den Vorwurf der „Islamophobie“ oder des sogenannten antimuslimischen2322  
Rassismus zu unterdrücken.2323  
 Jüdisches Leben wird in Deutschland vorwiegend von juden- und israelfeindlichen2324  
Muslimen bedroht. Angriffe auf Juden sowie antisemitische Beleidigungen müssen2325  
konsequent strafrechtlich geahndet werden. Die Al-Quds-Tage in Berlin, wo2326  
Demonstranten die Zerstörung Israels fordern, sind dauerhaft zu verbieten.2327  
 Die Finanzierung des Baus und Betriebs von Moscheen sowie Organisationen in2328  
Deutschland durch ausländische Staaten wollen wir gesetzlich verbieten.2329  
 In Deutschland predigende Imame sollen sich zu unserer Verfassung bekennen,2330  
möglichst in deutscher Sprache predigen und in Deutschland ausgebildet sein. Sie2331  
müssen bei der Zulassung ein Zertifikat C1 für die deutsche Sprache des2332  
Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen vorweisen können.2333  
 Die islamtheologischen Lehrstühle an deutschen Universitäten sind abzuschaffen2334  
und die Stellen sind der bekenntnisneutralen Islamwissenschaft zu übertragen.2335  
 Den Jobcentern sind die Personenstandsregister der Standesämter zugänglich zu2336  
machen, um missbräuchliche Inanspruchnahme von Bürgergeld durch Zweit- oder2337  
Drittfrauen zu verhindern.2338  
 Eheverträge zu güter- und unterhaltsrechtlichen Angelegenheiten sollen nur nach2339  
deutschem Recht geschlossen werden dürfen.2340  
Polygamie, Zwangsheirat und Kinderehen2341  
Die Ehen von in Deutschland lebenden Muslimen, die auf Polygamie, Zwangsheirat und2342  
Kinderehen beruhen, laufen der deutschen Rechtsordnung und der öffentlichen2343  
Ordnung entgegen. Sie sind zu annullieren. Hierfür sind die gesetzlichen Normen zu2344  
schaffen, welche die Folgen einer solchen Annullierung unter den Beteiligten regeln.2345  
Der Unterdrückung muslimischer Frauen stellt sich die AfD entgegen und fordert in allen2346  
Bereichen die Gleichberechtigung von Mann und Frau.2347  
Körper- und Gesichtsbedeckung2348  
Das Tragen von Burka und Niqab in der Öffentlichkeit wollen wir auch in Deutschland2349  
untersagen – ähnlich wie in Frankreich, Österreich, Dänemark, den Niederlanden und2350  
der Schweiz. Das Vermummungsverbot ist diesbezüglich durchzusetzen.2351  
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Bundespolizei für nationalen Grenzschutz rüsten2352  
In Zeiten fast ungehinderter Migration sowie grenzüberschreitender Kriminalität und2353  
Terrorismus kommt dem Schutz der europäischen Binnengrenzen eine existenzielle2354  
Bedeutung zu.2355  
Die Bundespolizei muss rechtlich, personell und technisch in die Lage versetzt werden,2356  
diese Aufgabe zu erfüllen. In personeller Hinsicht ist durch eine Verbesserung der2357  
Besoldung und Versorgung ein Anreiz zur Ergreifung dieses Berufes zu setzen.2358  
Einsatzkräfte sollten bereits mit Erreichung des 60. Lebensjahres in den Ruhestand2359  
versetzt werden, Führungskräfte je nach Verwendung nach Dienst- und Lebensjahren2360  
gestaffelt. In technischer Hinsicht fordern wir den Einsatz modernster2361  
Fahndungstechnik sowie elektronischer Überwachungssysteme. In rechtlicher Hinsicht2362  
fordern wir eine Erweiterung der Befugnisse der Bundespolizei, insbesondere auch in2363  
Form einer Erweiterung des § 71 des AufenthG um eine generelle Zuständigkeit der2364  
Bundespolizei als Grenzbehörde auch außerhalb von Grenzübergangsstellen.2365  
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Zeit für Zusammenhalt2366  
Demokratie und Rechtsstaat - Das Volk ist der Souverän2367  
Bund und Länder haben mit ihrer Europa-, Migrations-, und Corona-Politik die2368  
Prinzipien der deutschen Verfassung und des Rechts vielfach verletzt. Selbst das2369  
Bundesverfassungsgericht musste feststellen, dass die Bundesregierung ihrer Pflicht,2370  
Vertragsbrüchen und Selbstermächtigungen durch supranationale Institutionen2371  
entgegenzutreten, nicht nachkommt. Eine breite Mehrheit der Bürger vertraut nicht2372  
mehr darauf, dass Regierungen und Parlamente zu Währungskrisen, Migration,2373  
Islamisierung oder zur sicheren Energieversorgung tragfähige Lösungen finden werden.2374  
Die Parteien sollen an der politischen Willensbildung des Volkes mitwirken (Art. 21, Abs.2375  
1 GG), sie aber nicht beherrschen. In unserem Land hat sich jedoch eine politische Klasse2376  
herausgebildet, die nicht nur den Umbau des Staates im Sinne ihrer linksgrünen2377  
Ideologie verfolgt, sondern gleichzeitig auch die Erhaltung ihrer Macht, ihres Status und2378  
ihres materiellen Wohlergehens anstrebt. Sie zerstört die soziale und kulturelle Zukunft2379  
unseres Volkes, unsere Wirtschaft und damit unseren Wohlstand. Instrumente der2380  
Zerstörung sind Globalisierung, Kulturrelativismus, Diversität und vermeintliche2381  
„Gendergerechtigkeit“. Dazu nutzt sie die Schalthebel der staatlichen Macht, der2382  
politischen Bildung und ihres informationellen und medialen Einflusses auf die2383  
Bevölkerung.2384  
Für eine Sicherung der Bürgerrechte2385  
Staaten und nichtstaatliche Organisationen wirken darauf hin, auf Grundlage von2386  
einseitig bevorzugten naturwissenschaftlichen Theorien die Bürger- und2387  
Freiheitsrechte systematisch einzuschränken. Dazu zählen z.B. die2388  
Klimafolgenforschung, die Geschlechterforschung und die Pandemieforschung.2389  
Wir wollen nicht in einem Staat leben, in dem die Grundrechte der Bürger als2390  
Abwehrrechte gegen den Staat untergraben werden. Deswegen werden wir den2391  
unverhältnismäßigen Einschränkungen und der Gefährdungen unserer Freiheitsrechte2392  
entschlossen entgegentreten.2393  
Supranationale Organisationen und die deutsche Souveränität2394  
Supranationale Organisationen wie die UNO und die WHO sind zunehmend bestrebt,2395  
souveräne Staaten zu entmachten und auf dem Weg zu einer „Weltregierung“2396  
nationalstaatliche Kompetenzen einzuschränken.2397  
Der schon 2018 von der UNO-Generalversammlung beschlossene Migrationspakt –2398  
„Global Compact for safe, orderly and regular Migration“ – ist ein bekanntes Beispiel,2399  
dessen verheerende Auswirkungen für Deutschland durch weitere Förderung der2400  
Migration auf der Hand liegen.2401  
Im Jahr 2024 wurden weitere derartige Verträge vorbereitet unter den Bezeichnungen2402  
„Compact of the Future“ und „Global Digital Compact“ vom 23. September 2024, bei deren2403  
Ausarbeitung die Bundesregierung ebenfalls eine tragende Rolle spielte. Vorgeblich sind2404  
diese überstaatlichen Vereinbarungen nicht rechtlich bindend, tatsächlich werden sie2405  
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wie geltendes Recht behandelt und räumen dem UN-Generalsekretariat2406  
Weisungsrechte ohne demokratische Kontrolle durch die Parlamente ein.2407  
Der geplante „Pandemievertrag“ der WHO setzt die Reihe der Vereinbarungen zur2408  
Abtretung von Weisungsrechten an supranationale Einrichtungen fort.2409  
Die AfD lehnt diesen Weg der Eingriffe in die nationalstaatliche Souveränität2410  
entschieden ab und fordert eine Ablehnung bzw. Kündigung dieser Verträge.2411  
Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild2412  
Wir fordern Volksentscheide nach Schweizer Vorbild auch für Deutschland. Denn die2413  
uneingeschränkte Volkssouveränität in ihrer fast 200 Jahre bewährten Gestaltung hat2414  
dem eidgenössischen Bundesstaat eine fortwährende Spitzenstellung in Wohlstand,2415  
Frieden und Freiheit gesichert.2416  
Als einzige der im Bundestag vertretenen Parteien halten wir das deutsche Volk für2417  
ebenso mündig wie das der Schweiz und anderer europäischen Staaten.2418  
Erfahrungsgemäß entscheiden Bürger in Schicksalsfragen der Nation weitsichtiger,2419  
friedfertiger und gemeinwohlorientierter als Berufspolitiker. Deshalb fordert die AfD, die2420  
rechtlichen Voraussetzungen zur Durchführung der im Art. 20 Abs. 2 GG vorgesehenen2421  
Volksabstimmungen zu schaffen.2422  
Das ist die Lehre aus der Wiedervereinigung, aus der Ablehnung des „EU-2423  
Verfassungsvertrags“ durch das französische und das niederländische Volk und der2424  
Entscheidung der Bürger des Vereinigten Königreichs, aus der Europäischen Union2425  
auszutreten.2426  
Wesentliche Voraussetzungen für die Qualität von Volksentscheiden sind ein2427  
ausgeprägter und autonomer Prozess der Willensbildung, Informationspflichten, -2428  
rechte und eine breite gesellschaftliche Debatte.2429  
Ohne Zustimmung des Volkes darf das Grundgesetz nicht geändert und kein2430  
bedeutsamer völkerrechtlicher Vertrag geschlossen werden. Wir wollen dem Volk das2431  
Recht geben, den Abgeordneten auf die Finger zu schauen und vom Parlament2432  
beschlossene Gesetze zu ändern oder abzulehnen.2433  
Das Volk soll die Möglichkeit erhalten, Gesetzesinitiativen einzubringen und per2434  
Volksabstimmung auch zu beschließen.2435  
Volksabstimmungen auf Bundesebene müssen zentraler Gegenstand jeder2436  
Koalitionsverhandlung sein. Der Souverän soll das Recht haben2437  
 vom Parlament beschlossene Gesetze zu ändern oder abzulehnen. Und so unsere2438  
Volksvertreter zu sorgfältiger Arbeit zwingen,2439  
 Grundgesetzänderungen und wichtigen völkerrechtlichen Verträgen zustimmen zu2440  
müssen und2441  
 unter Beachtung der Grenzen des Art. 79 Abs. 3 GG Verfassungsänderungen2442  
einzubringen und per Volksabstimmung zu beschließen.2443  
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Grundrecht der Meinungsfreiheit – keine Zensur in der öffentlichen Debatte2444  
Jede Zensur von Meinungsäußerungen stellt einen Angriff auf das Grundrecht der2445  
Meinungsfreiheit dar. Eine Vormachtstellung in den sozialen Medien und im2446  
Bildungswesen darf nicht dazu genutzt werden, die politische Willensbildung einseitig zu2447  
beeinflussen. Als Quasi-Oligopol sollen die großen Anbieter sozialer Medien verpflichtet2448  
werden, die Meinungsfreiheit ihrer Nutzer zu respektieren.2449  
Das Internet muss als Ort der freien Meinungsäußerung erhalten bleiben. Staatliche2450  
Zensurvorschriften und staatlich aufgezwungene Abkommen mit privaten2451  
Unternehmen, die Zensurmaßnahmen durchführen, werden wir umgehend abschaffen.2452  
Selbst ernannte „Faktenprüfer“ und Meinungswächter dürfen keine staatliche2453  
Finanzierung erhalten.2454  
Wir lehnen die zunehmende Kontroll- und Verbotspolitik der Bundesregierung im2455  
Bereich der Medien und sozialen Netzwerke ab. Insbesondere darf es keine Zensur durch2456  
staatlich ernannte Berufsdenunzianten geben.2457  
Über Subventionen, Unternehmensbeteiligungen und regierungspolitische2458  
Werbefinanzierung übt die Regierung auch Einfluss auf private Medien aus.2459  
Diese parteipolitische Medienbeeinflussung lehnen wir ab. Zum Schutz der freien und2460  
unabhängigen Meinungsbildung wollen wir Beteiligungen von Parteien an2461  
Medienunternehmen verbieten.2462  
Gewaltenteilung gewährleisten2463  
Das parteienstaatliche parlamentarische Regierungssystem hat die Gewaltenteilung2464  
ausgehöhlt und zu einer Verlagerung der Staatsgewalt in die Parteizentralen geführt.2465  
Deshalb fordern wir, dass Abgeordnete nicht gleichzeitig Mitglied einer Regierung sein2466  
dürfen.2467  
Die Institution der parlamentarischen Staatssekretäre ist abzuschaffen. Dies gilt auch für2468  
die „politischen Beamten“ in der Staatsverwaltung – vom Ministerialdirektor bis zum2469  
Polizeipräsidenten.2470  
Der Bundespräsident, als höchster Repräsentant des Staates, soll direkt vom Volk2471  
gewählt werden.2472  
Reform des Parlamentsrechts2473  
Deutschland leistet sich eines der größten Parlamente der Welt. Wir streben 5002474  
Abgeordnete an, die je zur Hälfte über die Erst- bzw. Zweitstimme gewählt werden. Mit2475  
der Erststimme sind die Wahlkreiskandidaten direkt zu wählen. Mit der mehrfachen2476  
Zweitstimme kann der Bürger eine Partei wählen und die Reihenfolge auf deren2477  
Wahlvorschlagsliste ändern.2478  
Quotierungen der Wählerschaft nach Geschlecht oder anderen Eigenschaften lehnen wir2479  
als Eingriff in das Prinzip „Ein Mensch, eine Stimme“ ab. Ebenso die Absenkung des2480  
Wahlalters unter 18.2481  
Einer Verlängerung der Wahlperiode stimmen wir nicht zu, weil sie die Entfremdung2482  
zwischen Parlament und Wählern vergrößern würde.2483  
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Zur Stärkung des freien Mandats der Abgeordneten gegenüber ihrer Partei oder Fraktion2484  
treten wir für das die Ermöglichung geheimer Abstimmungen im Parlament ein.2485  
Zur Sicherstellung der Gleichbehandlung aller Parlamentsfaktionen tritt die AfD dafür2486  
ein, dass die Bestellung der Präsidien im Parlamentsbetrieb nicht durch Wahl, sondern2487  
durch Benennung der Fraktionen zu erfolgen hat.2488  
Den direkten Einfluss der politisch aktiven Nichtregierungsorganisationen und2489  
sogenannter Bürgerräte auf die staatliche Willensbildung lehnen wir ab.2490  
Freie Listenwahl und freies Mandat2491  
Das geltende Bundestagswahlrecht hat gravierende demokratische Mängel. Dem Wähler2492  
werden derzeit starre Wahllisten der Parteien zum Ankreuzen vorgelegt. Über die2493  
„sicheren Listenplätze“ bestimmen de facto die Parteivorstände die Zusammensetzung2494  
des Parlaments. Mit einer demokratischeren Gestaltung des Wahlsystems will die AfD2495  
dem Wähler die Entscheidung über die personelle Zusammensetzung der Parlamente2496  
zurückgeben. Deshalb treten wir für die „freie Listenwahl“ ein, mit der Möglichkeit des2497  
Kumulierens und Streichens von Kandidaten.2498  
Briefwahl soll wieder begründungspflichtig auf Ausnahmefälle beschränkt werden.2499  
Die Selbstbedienung der Parteien beenden2500  
Die Parteien entscheiden auch in eigener Sache. Dazu zählen die Diäten, Fraktions- und2501  
Parteienfinanzierung sowie die Finanzierung von „parteinahen“ Stiftungen.2502  
Allein diese Stiftungen haben im Jahr 2024 659 Millionen Euro erhalten. Bereits die Höhe2503  
dieses Betrages, der sich auf mehr als das Dreifache der jährlichen Parteienfinanzierung2504  
beläuft, muss Anlass sein, die Höhe der Stiftungsfinanzierung radikal zu begrenzen.2505  
Alle Entscheidungen in eigener Sache sind der unbeschränkten Kontrolle der2506  
Rechnungshöfe zu unterstellen. Öffentlichkeit ist herzustellen. Unabdingbar ist auch2507  
eine restriktive und Korruption vermeidende Neuordnung der Spendenregelungen.2508  
Kampf der Parteibuchwirtschaft2509  
Niemand darf wegen seiner politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt2510  
werden (Art. 3 Abs. 3 GG). Die Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung haben unabhängig2511  
und loyal ihren Dienst zu verrichten. Öffentliche Ämter, Beamten- und Richterstellen2512  
sind ausschließlich nach „Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung” zu vergeben2513  
(Art. 33 Abs. 2 GG), Quotenregelungen sind abzulehnen.2514  
Grundsätze der fachlichen Eignung und beruflichen Qualifikation haben auch für das2515  
Spitzenpersonal des Staates zu gelten. Dies gilt auch für die Geschäftsführungen aller2516  
Unternehmen, die von der öffentlichen Hand beherrscht werden.2517  
„Parteibuchwirtschaft“ und Ämterpatronage müssen beendet werden.2518  
Berufspolitikertum: Mandats- und Amtszeiten begrenzen2519  
Die ungebrochene Tendenz zum Berufspolitikertum hat der Monopolisierung der Macht2520  
Vorschub geleistet und die unübersehbare Kluft zwischen Wählern und Gewählten stetig2521  
vergrößert. Vetternwirtschaft, Filz, korruptionsfördernde Strukturen und Lobbyismus2522  
sind die Folge. Um unser Ideal des Bürgerabgeordneten zu verwirklichen, fordern wir2523  
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eine Begrenzung der Mandatszeit für Bundeskanzler auf drei und für Abgeordnete auf2524  
insgesamt vier Legislaturperioden in EU-Parlament, Bundestag oder Landesparlament.2525  
Lobbyismus kontrollieren2526  
Die Beratung unserer Bundestagsabgeordneten durch Experten und Sachverständige ist2527  
notwendig und zulässig.2528  
Der Lobbyismus hat sich aber stark verändert. Er ist heute durch EU-Recht2529  
institutionalisiert und hat supranational neue Wege gefunden, z. B. durch private2530  
Spenden für die WHO. Diese Entwicklung betrachtet die AfD als inakzeptabel.2531  
Entpolitisierung der Justiz2532  
Die AfD will die Einflussnahme der politischen Parteien auf die Ernennung von Richtern2533  
und Staatsanwälten verhindern und so die Politisierung der Justiz beenden.2534  
Wir unterstützen daher den Modellvorschlag des Deutschen Richterbundes einen2535  
Justizwahlausschuss einzurichten. Wir fordern eine Besetzung nach spezieller2536  
Qualifikation, um so insbesondere die Verfassungsgerichte vor parteipolitischer2537  
Einflussnahme zu schützen.2538  
Die Weisungsgebundenheit der Staatsanwaltschaft wollen wir abschaffen und damit die2539  
Abhängigkeit von den Justizministerien beenden. Die Unabhängigkeit der Justiz muss2540  
durch eine Selbstverwaltung wiederhergestellt werden, so wie es in vielen anderen2541  
europäischen Ländern üblich ist.2542  
Verfassungsschutz grundsätzlich reformieren2543  
Der behördlich organisierte Verfassungsschutz ist zum Regierungsschutz degeneriert2544  
und wird in seiner jetzigen Form seinen ursprünglichen Aufgaben nicht mehr gerecht. Er2545  
ist grundsätzlich zu reformieren. Bis dahin ist die parlamentarische Kontrolle durch jede2546  
der im Parlament vertretenen Fraktionen zu gewährleisten.2547  
Aufgaben wie Terrorabwehr und Schutz vor Spionage bzw. Sabotage sind Aufgaben des2548  
Bundesnachrichtendienstes und der Polizeibehörden.2549  
Hinweisgeber (Whistleblower) schützen2550  
Verstöße gegen geltendes Recht durch Regierung und staatliche Einrichtungen wie in2551  
der Corona-„Pandemie“ und der Migrationskrise haben in Deutschland mittlerweile ein2552  
unerträgliches Maß angenommen. Hintergründe staatlichen Handelns werden oftmals2553  
verschleiert, die „vierte Gewalt“ versagt als Kontrollorgan, Untersuchungsausschüsse2554  
werden häufig verweigert. Oft bleiben nur alternative Medien und Hinweisgeber zur2555  
Offenlegung regierungsamtlichen Unrechts und seiner Hintergründe, beispielsweise2556  
wie bei den RKI-Protokollen offengelegt oder bei der Analyse des Corona-2557  
Krisenmanagements (BMI-Papier KM4-51000/29#2), sowie der Finanzbeamtin der2558  
Finanzverwaltung Hamburg im Zusammenhang mit dem Warburg-Cum-Ex-Skandal.2559  
Wir fordern eine Revision des Hinweisgeberschutzgesetzes vom 02. Juli 2023 mit dem2560  
Ziel, Fälle von Staatsversagen und regierungsamtlichem Unrecht einzubeziehen.2561  
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EU: Entrechtung von Nationalstaaten und Bürgern2562  
Die Transformation der EU zu einem den EU-Verträgen widersprechenden2563  
supranationalen Bundesstaat ist in den letzten Jahren in allen Bereichen weiter2564  
vorangetrieben worden. Wir erleben eine von Brüssel ausgehende illegitime2565  
Entdemokratisierung, Zentralisierung, Überregulierung und Planwirtschaft. Die2566  
faktische Euro-Transferunion bricht die Verträge zur Euro-Währungsgemeinschaft.2567  
Deutschland ist in dieser der größte Nettozahler.2568  
Die Dauerkrise des Euro ist auch Folge der mangelnden Durchsetzung der2569  
Stabilitätskriterien im Euroraum und vertragswidriger Schuldenaufnahme. In wichtigen2570  
vergemeinschafteten Politikfeldern wie Gemeinschaftswährung, Migrationspolitik und2571  
Kohäsion der Einzelstaaten hat die EU versagt.2572  
Beispiele dafür sind:2573  
 der umfassend planwirtschaftliche „Green Deal“ auf Basis der CO2-Ideologie,2574  
 die Ukraine-Militärhilfe-Fonds inkl. der „European Peace Facility“ zur2575  
Waffenfinanzierung sowie2576  
 die anhaltende und durch Regierungen befeuerte Migrationskrise wodurch eine2577  
manifeste Bedrohung der europäischen Demokratie entsteht.2578  
Auch eine programmierbare Währung ist geeignet, die Bürgerrechte zu untergraben;2579  
daher lehnen wir den „Digitalen Euro“ ab.2580  
Unser Ziel: Ein Europa der Vaterländer als Bund souveräner Staaten2581  
Die Vehemenz, mit welcher die Europäische Union die Transformation zum2582  
planwirtschaftlichen Superstaat in den letzten Jahren vorangetrieben hat, hat uns zu der2583  
Erkenntnis gebracht, dass sich unsere grundlegenden Reformansätze in dieser EU nicht2584  
verwirklichen lassen. Wir halten einen Austritt Deutschlands aus der Europäischen2585  
Union und die Gründung einer neuen europäischen Gemeinschaft für notwendig.2586  
Wir wollen die Europäische Union samt ihren Bürokratien und Institutionen durch eine2587  
Wirtschafts- und Interessengemeinschaft (WIG) ersetzen, durch einen Staatenbund,2588  
dessen Mitglieder konstruktiv und friedlich miteinander kooperieren und auf all jenen2589  
Gebieten eng zusammenarbeiten, die besser gemeinsam gestaltet werden können und2590  
für alle Beteiligten von Vorteil sind.2591  
Aus unserer Sicht sind dies der gemeinsame Markt, der wirksame Schutz der2592  
Außengrenzen gegen illegale Zuwanderung, die Erlangung strategischer Autonomie im2593  
sicherheitspolitischen Handeln und die Bewahrung der europäischen Kultur und ihrer2594  
verschiedenen Identitäten.2595  
Voraussetzung dafür wäre eine Anpassung der Europaartikel des Grundgesetzes auf2596  
Basis einer Volksabstimmung.2597  
Uns ist klar, dass ein harter Bruch kontraproduktiv wäre. Der Übergang in die neue WIG2598  
wäre darum sowohl mit den alten EU-Partnerstaaten als auch neuen Interessenten im2599  
Konsens zu verhandeln.2600  
Deshalb wollen wir wieder selbstverantwortliche und souveräne Nationalstaaten haben,2601  
die in Freiheit und Selbstbestimmung zusammenleben.2602  
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Familie und Demografie2603  
Die Familie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft. Sie wird gem. Art. 6 Abs. 1 Grundgesetz2604  
vom Staat geschützt und muss gefördert werden. Eine intakte Familie bietet vor allem2605  
den Kindern einen geschützten Raum der Liebe und Geborgenheit. Sie ist ein fester2606  
Anker in den Stationen des Lebens, von der Geburt an über die Schulzeit, das Berufsleben,2607  
die Gründung einer eigenen Familie bis hin zum Ruhestand und Lebensende. Es ist dabei2608  
unerheblich, ob das Zusammenleben zwei oder mehr Generationen umfasst, die sich2609  
gegenseitig unterstützen und fördern. In einer unsteten Zeit und einer2610  
auseinanderbrechenden Gesellschaft bedeutet Familie, einen festen Anlaufpunkt, also2611  
ein Zuhause zu haben. Aus Sicht der AfD steht die Familie deshalb für Geborgenheit,2612  
Vertrauen, gegenseitige Fürsorge, Schutz und Rückhalt. Eine Familie ist der Ort, um2613  
Freude zu teilen, Trost zu finden, Kraft zu tanken sowie Liebe zu empfangen und zu geben.2614  
Die Familienpolitik der AfD ist darauf ausgerichtet, diese Art des Zusammenlebens zu2615  
ermöglichen, zu unterstützen und gezielt zu fördern.2616  
Zur Realität gehört leider auch, dass nicht jede Familie harmonisch zusammenlebt und2617  
dass Beziehungen scheitern. Die AfD unterstützt ausdrücklich auch alle, die nicht das2618  
Glück haben, in einer lebenslangen, tragfähigen Beziehung zu leben und alle, die in ihrer2619  
Familie Leid erfahren haben. Das gilt insbesondere für alleinerziehende Mütter und Väter2620  
sowie deren Kinder, für Stieffamilien (Patchworkfamilien) sowie Pflege- und2621  
Adoptivfamilien. Auch für diese Gruppen sieht das familienpolitische Programm der AfD2622  
umfassende Unterstützungen vor.2623  
Eines der wichtigsten Ziele der AfD-Familienpolitik ist es deshalb, Rahmenbedingungen2624  
zu schaffen, unter denen Beziehungen und Familien sich gut entwickeln und2625  
Belastungen gut verkraften können. Eltern setzen sich für ihre Kinder ein: zeitlich,2626  
persönlich und finanziell. Die genannten Aufgaben beanspruchen Zeit, weshalb2627  
idealerweise Vater oder Mutter zumindest in der Kleinkindphase ohne finanzielle2628  
Einbußen die Möglichkeit haben sollten, zu Hause zu bleiben oder nur Teilzeit zu2629  
arbeiten, wenn sie dies wünschen. Die Familienpolitik der AfD enthält entsprechende2630  
Förderprogramme und Unterstützungsleistungen, die dies ermöglichen und damit das2631  
Band der Familie stärken.2632  
Kinder sichern nicht nur den Fortbestand unserer Gesellschaft, weil sie die Bindeglieder2633  
zwischen der Folge der Generationen sind. Sie sind für die Eltern auch sinnstiftend und2634  
geben dem Leben jenseits materieller Güter eine Bedeutung. Kinder stehen sowohl für2635  
eine sich stetig ändernde Zukunft als auch für die Weitergabe der eigenen Kultur, der2636  
Traditionen und der Fähigkeiten ihres Volkes. Durch eine aktivierende Familienpolitik2637  
strebt die AfD eine Geburtensteigerung und damit die demografische Wende in2638  
Deutschland an, die nicht nur das individuelle Glück der Eltern, sondern auch unsere2639  
Kulturweitergabe sicherstellt und die Sozialsysteme stabilisiert.2640  
Starke Familien für eine starke Gesellschaft2641  
Familien sind heute massiven Belastungen ausgesetzt. Durch Trans-Gender-Hype,2642  
Frühsexualisierung und ein als Kinderrechte-Aufklärung getarntes Ausspielen der2643  
Jugendlichen und Kinder gegen ihre Eltern wird der Zusammenhalt in den Familien2644  
gefährdet. Die Arbeit im Haushalt wird stark abgewertet und der Wert der Familien- und2645  
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Erziehungsarbeit völlig unterschätzt. Mütter zählen in der „woken“ Gesellschaft nur,2646  
wenn sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen und ihre Kinder möglichst schon im2647  
Babyalter in staatliche Ganztagsbetreuung geben.2648  
Familien sollen ein sicherer Hafen sein und müssen wieder wirtschaftlich und sozial im2649  
Mittelpunkt der Gesellschaft stehen. Der Staat darf nicht in die Familien hineinregieren,2650  
sondern muss für gute und gesunde Rahmenbedingungen sorgen.2651  
Forderungen der AfD:2652  
 Kinderrechte sollen nicht ins Grundgesetz aufgenommen werden, da Kinder bereits2653  
Träger aller Grundrechte sind. Letztlich stellen "Kinderrechte" auch2654  
Durchgriffsrechte des Staates gegen die Erziehungsrechte der Eltern dar. Genau2655  
davor soll das Grundgesetz jedoch schützen.2656  
 Kinder sollen in der Schule zu Ehe, Partnerschaft und Familienzusammenhalt2657  
unterrichtet werden, um später stabile Familien gründen zu können.2658  
 Der generationenübergreifende Zusammenhalt mit Großeltern und Urgroßeltern2659  
soll gefördert werden.2660  
Demografische Wende für Deutschlands Zukunft2661  
Die Geburtenrate liegt in Deutschland seit Mitte der 1970er Jahre weit unterhalb des2662  
Niveaus zur Bestandserhaltung. Inzwischen gibt es dringenden Handlungsbedarf, weil2663  
damit nicht nur ein Kulturabbruch droht, sondern auch der Zusammenbruch unserer2664  
Sozialversicherungen. Die Ursachen für den Geburtenrückgang sind vielfältig: Mit der2665  
Rentenreform von 1957 wurde die Altersvorsorge endgültig von der Kinderzahl2666  
entkoppelt. Mit Sorge beobachten wir, dass Teile der Gesellschaft ihren Kinderwunsch2667  
zurückstellen, zugunsten von Einkommen, Karriere oder Selbstverwirklichung. Eltern,2668  
die für Familienarbeit ganz oder teilweise zu Hause bleiben, werden in unserer2669  
Gesellschaft abgewertet. Insbesondere bei doppelberufstätigen Eltern sind Arbeit und2670  
Familie nur schwer vereinbar. Hinzu kommen kinderbezogene Mehrkosten für2671  
Wohnraum, Versorgung und Ausbildung, die bei der Bemessung von Steuern und2672  
Sozialversicherungen nur minimal ausgeglichen werden. Gerade Familien der mittleren2673  
Einkommensschicht werden dadurch massiv belastet, so dass deren Geburtenrate2674  
erschreckend gering ist. Schließlich sind immer weniger Paare wirtschaftlich in der Lage,2675  
Erziehungsarbeit zu leisten. Das alles führt zu durchschnittlich kleineren Familien oder2676  
zu einer gewollten Kinderlosigkeit.2677  
Die AfD wird diesen kinderfeindlichen Faktoren mit einem positiven Familienbild und2678  
einer aktivierenden Familienpolitik begegnen. Zahlreiche Umfragen belegen, dass sich2679  
viele junge Eltern in Deutschland statt Mehrfachbelastung und Rollenkonflikten mehr2680  
Zeit für ihre Kinder wünschen. Darüber hinaus streben insbesondere Jugendliche eine2681  
stabile Ehe und mehrere Kinder an (JID24 – Trendstudie Jugend in Deutschland). Die AfD2682  
wird ein Umfeld schaffen, in dem sich Paare diesen Wunsch ohne große2683  
Einschränkungen erfüllen können. Durch familienpolitische Impulse soll Paaren die2684  
Möglichkeit gegeben werden, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen bzw. mehr Kinder zu2685  
bekommen.2686  
Neben der finanziellen Förderung von Kindern wird auch eine zeitliche Entlastung der2687  
Eltern angestrebt. Länder und Kommunen sollen angeregt werden,2688  
Mehrgenerationenkonzepte zu fördern. Arbeitgeber sollen durch Telearbeit, flexible2689  
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Arbeitszeiten und Betriebskindergärten ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem Eltern2690  
Kinderbetreuung und Arbeit gut vereinbaren können, so sie es wünschen.2691  
Familien sollten idealerweise von einem Gehalt leben können und nicht auf eine2692  
Doppelberufstätigkeit angewiesen sein.2693  
Forderungen der AfD:2694  
 Zur Herstellung der Lastengerechtigkeit soll bei der Geburt jedes Kindes eine2695  
Rückzahlung von 20.000 € an Rentenbeiträgen oder eine entsprechende2696  
Freistellung von künftigen Zahlungen erfolgen. Die spätere Leistung wird nicht2697  
gekürzt.2698  
 Mit einem Betreuungsgehalt bis zum 3. Geburtstag sollen Eltern echte Wahlfreiheit2699  
zwischen Fremd- und Selbstbetreuung erhalten. Mehrere Studien belegen, dass sich2700  
Kinder unter drei Jahren bei ihren Eltern am wohlsten fühlen (z.B. Großstudie „The2701  
NICHD Study of Early Child Care and Youth Development“, 1991 und 2007). Das2702  
Betreuungsgehalt für Eltern bzw. Großeltern soll etwa dem durchschnittlichen2703  
Nettolohn vor Geburt des ersten Kindes entsprechen.2704  
 Eine kinderfreundliche Gesellschaft soll als Staatsziel ins Grundgesetz2705  
aufgenommen werden.2706  
 Durch soziales Marketing sollen Paare ermutigt werden, ihre Kinderwünsche zu2707  
erfüllen.2708  
 Die AfD möchte mit dem steuerlichen Familiensplitting und einer Anhebung des2709  
Kinderfreibetrages insbesondere Familien mit mittlerem Einkommen entlasten.2710  
 Die Mehrwertsteuer für Artikel des Kinderbedarfs soll auf 7 % reduziert werden.2711  
 Junge Paare erhalten für die Erstanschaffungen bei Familiengründung unter2712  
bestimmten Voraussetzungen einen Ehe-Start-Kredit. Mit jedem Kind wird ein Teil2713  
des Kredits erlassen.2714  
 BAföG-Empfängern soll bei einer Geburt während der Ausbildung bzw. während des2715  
Studiums die Rückzahlung nach erfolgreichem Abschluss erlassen werden.2716  
 Für Studenten mit Kindern soll die Regelstudienzeit auf Antrag um bis zu 6 Semester2717  
verlängert werden.2718  
 Der Wildwuchs an teilweise unsinnigen Beauftragten soll auf ein sinnvolles2719  
Minimum gekürzt werden. Dabei sollen Familienbeauftragte geschaffen werden.2720  
Willkommenskultur für Kinder2721  
Das Recht auf Leben ist ein fundamentales Menschenrecht. Ohne dieses Recht kann kein2722  
anderes Menschenrecht in Anspruch genommen werden. Durch die Befruchtung wird2723  
aus der Eizelle ein menschlicher Embryo. Das Lebensrecht des ungeborenen Kindes steht2724  
aber einem Wunsch der Mutter auf Abtreibung diametral entgegen. Beim sorgfältigen2725  
Abwägen der Interessen muss Abtreibung die absolute Ausnahme bleiben, z.B. bei2726  
kriminologischer oder medizinischer Indikation. Bei jährlich etwa 100.000 (davon nur2727  
3.000 aufgrund kriminologischer und medizinischer Indikation) gemeldeten2728  
Abtreibungen in Deutschland ist weder das Lebensrecht der Kinder ausreichend2729  
geschützt, noch kann davon ausgegangen werden, dass die Schwangeren hinreichend2730  
über schwere Abtreibungsfolgen und über Hilfsangebote aufgeklärt wurden.2731  
Die verpflichtende Schwangerschaftskonfliktberatung ist in vielen Fällen zu einem2732  
formalen Verwaltungsakt verkümmert und befördert eine Bagatellisierung dieses2733  
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schwerwiegenden Eingriffs. Sie muss stattdessen dem Schutz des ungeborenen Lebens2734  
dienen. Wie vom Bundesverfassungsgericht zur Bedingung gestellt, ist regelmäßig die2735  
Wirksamkeit der Beratungsscheinregelung zu überprüfen. Trotz der weiterhin extrem2736  
hohen Abtreibungszahlen ist das bis heute nicht erfolgt. Die Beratungspraxis wird somit2737  
aktuell nicht mehr durch das Grundgesetz gedeckt (Untermaßverbot lt. Az. 2 BvF 2/90).2738  
Die hohe Zahl der Abtreibungen zeigt, dass diese im Laufe der Jahre für viele Menschen2739  
zu einer Normalität geworden sind. In vielen Fällen wird von außen Druck auf die Mütter2740  
ausgeübt. Angst um die Zukunft, Angst vor der Verantwortung und die Sorge, dass ein2741  
Kind oder ein weiteres Kind die Partnerschaft überfordern könnte, veranlassen viele2742  
Frauen zu diesem gravierenden Schritt.2743  
Forderungen der AfD:2744  
 Wir setzen uns dafür ein, dass Mütter umfangreiche Unterstützung in der2745  
Schwangerschaft und nach der Geburt erhalten, insbesondere in schwierigen2746  
Lebenslagen.2747  
 Die Gewissensfreiheit für Ärzte, Abtreibungen zu verweigern, muss erhalten2748  
bleiben.2749  
 Es darf keine Werbung von Ärzten für Schwangerschaftsabbrüche geben.2750  
 Während der Schwangerschaftskonfliktberatung sollen den Müttern2751  
Ultraschallaufnahmen des Kindes gezeigt werden, damit diese sich über den2752  
Entwicklungsstand des Kindes im Klaren sind.2753  
 Wir wollen die Möglichkeiten der anonymen bzw. vertraulichen Geburt weiter2754  
ausbauen und stärken sowie die Verfügbarkeit von Babyklappen sicherstellen und2755  
Adoptionen erleichtern.2756  
 Die AfD lehnt jede Förderung von Organisationen oder Maßnahmen ab, durch die2757  
Abtreibungen forciert oder verharmlost werden.2758  
 Wir lehnen alle Bestrebungen ab, Abtreibungen zu einem Menschenrecht zu2759  
erklären.2760  
 Bezahlte Leihmutterschaft ist eine Form von Kinderhandel. Dies lehnen wir ab.2761  
Die zwei Geschlechter sind eine biologische Tatsache2762  
Durch die aktuelle Regierung wird das Geschlecht nicht mehr als biologische Tatsache2763  
definiert, sondern als ein soziales Konstrukt, welches austauschbar und erweiterbar ist.2764  
Männer und Frauen können laut „Selbstbestimmungsgesetz“ ohne Weiteres ihr2765  
Geschlecht nach Belieben definieren und per Gesetz einmal im Jahr formell ändern2766  
lassen. Die Benennung einer Person nach dem tatsächlichen Geschlecht kann demnach2767  
inzwischen sogar angezeigt und mit bis zu 10.000 € Strafe geahndet werden.2768  
Kinder und Jugendliche werden durch einen Trans-Kult in Kita, Schule, Medien, im2769  
Internet und durch Gleichaltrige manipuliert. Daraus kann eine falsche Wahrnehmung2770  
folgen. Vorschnelle Diagnosen führen dann zur Gabe von Hormonen wie2771  
Pubertätsblockern, die ein hohes Risiko für Herzinfarkt, Unfruchtbarkeit und Depression2772  
bis hin zum Selbstmord bergen. Zusätzlich können Stimmungsschwankungen,2773  
Essstörungen, Psychosen, eine verringerte Libido, Knochen- und Leberschäden und eine2774  
verkümmerte Gehirnentwicklung auftreten. Die Bewerbung und Verabreichung von2775  
Pubertätsblockern und Hormonen stellt eine Kindeswohlgefährdung dar. In der weiteren2776  
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Folge kommt es als logische Konsequenz zur Einleitung einer Geschlechtsumwandlung2777  
und damit zu einer unumkehrbaren Verstümmelung von jungen Menschen.2778  
Die Realität der Zweigeschlechtlichkeit muss wieder anerkannt werden, auch wenn dies2779  
bei einer verschwindend geringen Anzahl von Menschen nicht eindeutig zugeordnet2780  
werden kann. Weiblichkeit und Männlichkeit und mit ihren unterschiedlichen2781  
Potentialen sind etwas Positives. Dadurch können sich Frauen und Männer hervorragend2782  
ergänzen.2783  
Forderungen der AfD:2784  
 Es darf keine Indoktrination von Kindern und Jugendlichen durch Trans-Kult,2785  
Frühsexualisierung und Genderideologie geben. Jede staatliche Förderung dafür2786  
muss eingestellt werden.2787  
 Die Behandlung hinsichtlich einer Geschlechtsumwandlung darf nur unter strenger2788  
ärztlicher Betreuung und erst ab Volljährigkeit stattfinden. Zuvor müssen2789  
psychologische Beratungsgespräche erfolgen.2790  
 Die Verwendung von Pubertätsblockern zur Einleitung einer2791  
Geschlechtsumwandlung muss verboten werden.2792  
 Die Benennung der Wirklichkeit darf nicht strafbewehrt sein. Jeder hat das Recht,2793  
sich auf wissenschaftliche Tatsachen zu berufen.2794  
 Das Selbstbestimmungsgesetz, welches am 01. November 2024 das2795  
Transsexuellengesetz von 1980 abgelöst hat, ist vollumfänglich zurückzunehmen.2796  
Verantwortungsvolle Kinderbetreuung2797  
Linke Ideologen versuchen in den letzten Jahren verstärkt, Kinder möglichst früh zu2798  
beeinflussen. Zum Beispiel werden heute Trans-Kult und Klimahysterie Kindern schon2799  
im Vorschulalter nähergebracht. Die „Sexualpädagogik der Vielfalt“ versucht, Kinder in2800  
Bezug auf ihre sexuelle Identität zu verunsichern und Geschlechterrollen aufzulösen. Sie2801  
werden dadurch massiv in ihrer Entwicklung gestört.2802  
Kinder haben das Recht, ohne Verletzung ihrer Intimsphäre und ihrer Schamgrenzen2803  
ihre eigene Sexualität zu entwickeln. Kinder sollten frei von Indoktrination aufwachsen,2804  
bis sie vornehmlich in der Familie gefestigt und alt genug sind, sich den Problemen2805  
unserer Welt zu stellen.2806  
Forderungen der AfD:2807  
 Kitas und Schulen sind von Angst und Hysterie freizuhalten; den Kindern ist eine2808  
positive Lebenseinstellung zu vermitteln. Auch bei der Ausbildung zum Erzieher2809  
muss jede Indoktrination in Bezug auf Gender-Mainstreaming und andere2810  
Ideologien unterbunden werden.2811  
 Krippen und Kitas sind personell ausreichend und qualifiziert zu besetzen. Der2812  
bestehende Fachkräftemangel kann vor allem durch das von uns geforderte2813  
Betreuungsgehalt reduziert werden, das die Nachfrage nach Kita-Plätzen deutlich2814  
senken wird.2815  
 Zur besseren Integration von Kindern mit Migrationshintergrund muss Deutsch als2816  
verpflichtende Sprache in Kitas durchgesetzt werden. In den Ländern sind2817  
entsprechende Fachaufsichten einzurichten.2818  
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 Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, sind2819  
Betriebskindergärten stärker als bisher zu fördern.2820  
Trennungsfolgen mindern2821  
Leider spielen Trennungen der Eltern in der Lebensrealität von Kindern eine immer2822  
größere Rolle. Für sie ist der Verlust der Kernfamilie ein existenzieller Einbruch, mehr2823  
noch als für das Paar, das sich trennt. Sie fühlen sich oft ohnmächtig und alleingelassen.2824  
Ein Drittel aller Trennungskinder erleidet den Kontaktabbruch zu einem Elternteil, sie2825  
verlieren oft eine ihrer innigsten Bezugspersonen. Dabei braucht jedes Kind Vater und2826  
Mutter in der gesamten Kindheit. Sie helfen ihm jeder auf seine Weise, ihr Umfeld2827  
emotional und intellektuell zu begreifen, in gesunde Beziehung zu treten und seinen2828  
Platz in der Welt zu finden.2829  
Leider leistet das aktuelle Sorge- und Unterhaltsrecht einer Verhärtung des2830  
Trennungskonflikts massiv Vorschub. Wegen starrer Betreuungsregeln im Gesetz wird2831  
die Barunterhaltspflicht abweichend von der tatsächlichen Betreuungszeit einseitig2832  
zugeteilt. Dies ist nicht zeitgemäß und führt oft zu finanzieller Überforderung des2833  
zahlenden Elternteils und zu unnötigen Konflikten.2834  
Die AfD will Rahmenbedingungen für stabile Ehen und Partnerschaften schaffen, damit2835  
es möglichst gar nicht erst zu Trennungen kommt. Anderenfalls sollen beide Eltern auch2836  
nach Trennung für Erziehung und emotionale Bindung ihrer Kinder aktiv bleiben. Wir2837  
wollen Unterhaltspflichten gleichmäßig an die zeitliche Intensität der Betreuung binden2838  
und so Kosten und Lasten gerechter aufteilen. Unterhalt darf Erwerbsarbeit nicht2839  
unattraktiv machen. Wir wollen Mechanismen entschärfen, die über das Sorgerecht2840  
einseitige Manipulationsmacht erteilen und dem Schutz des Kindeswohls zuwiderlaufen.2841  
Sollte ein Elternteil dennoch bei der Erziehungsarbeit ausfallen, muss dem2842  
Alleinerziehenden größtmögliche Unterstützung zukommen.2843  
Forderungen der AfD:2844  
 Vor Familiengerichtsverfahren soll Mediation verpflichtend sein, die das Kindeswohl2845  
in den Vordergrund stellt und bei Verweigerung zeitnah wirksame Sanktionen2846  
vorsieht.2847  
 Nach Trennung sollten Kinder möglichst abwechselnd bei beiden Eltern leben und2848  
den Alltag mit beiden Eltern teilen (Wechselmodell als Regelfall), unter der2849  
Voraussetzung, dass sich die Eltern einig sind und im gleichen Schulbezirk wohnen.2850  
 Beim Wechselmodell muss das Existenzminimum von Eltern und Kindern in beiden2851  
Haushalten gesichert werden.2852  
 Unbewiesene Behauptungen dürfen nicht zu einem Kontaktabbruch führen, der2853  
dann Tatsachen für eine Entfremdung schafft.2854  
 Eine Umgangsverweigerung muss zeitnah und wirkungsvoll sanktioniert werden.2855  
Bei Wiederholungsfällen muss das Sorgerecht in Frage gestellt werden.2856  
Inobhutnahmen einheitlich regeln und Familien schützen2857  
Leider nimmt in Deutschland die Zahl der Familien ständig zu, die mit ihrer Erziehungs-2858  
und Pflegeaufgabe massiv überfordert sind und daher Unterstützung von außen2859  
brauchen. Damit einher geht ein kontinuierlicher Anstieg von Inobhutnahmen durch die2860  
Jugendämter. Oft traumatisieren Inobhutnahmen Kinder weiter, die bereits zuvor in der2861  
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Familie traumatisiert wurden, vor allem wenn sich die Entscheidungsverfahren in die2862  
Länge ziehen. Hierbei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern und2863  
innerhalb derer zwischen verschiedenen Kommunen.2864  
Meist ist die Inobhutnahme die letzte und einzige akut wirksame Maßnahme, um2865  
weiteren, größeren Schaden von Kindern abzuwenden. Doch immer wieder zerstören2866  
Fehlentscheidungen auch weitgehend intakte Familien, die aus teils banalen Gründen in2867  
den Fokus des zuständigen Jugendamts geraten. Hierzu tragen neben teils2868  
unzureichender Ausbildung und Missbrauch begünstigenden Machtstrukturen die2869  
fortwährende Konfrontation mit versagenden Familien und die oft prekäre2870  
Personalsituation in der Jugendhilfe bei. Fehlende Qualitätsstandards für Gutachten2871  
erhöhen das Risiko einer gerichtlichen Fehlentscheidung zusätzlich. Hinzu kommt seit2872  
einigen Jahren die Überlastung durch die Massenmigration.2873  
Eine Inobhutnahme darf nur erfolgen, wenn der Schaden beim Verbleib in der Familie2874  
größer wäre. Es muss mehr getan werden, um Fehlentscheidungen zu verhindern und2875  
Eltern möglichst immer in Maßnahmen einzubinden und in ihren Rechten, die Kinder zu2876  
beschützen, nicht zu verletzen.2877  
Forderungen der AfD:2878  
 Es müssen einheitliche Kriterien für Inobhutnahmen auf Bundes- und Länderebene2879  
definiert werden.2880  
 Die Anforderungen an Gutachten und Gutachter müssen klar und einheitlich2881  
definiert und durch ein Zulassungsverfahren sichergestellt werden.2882  
 Kompetente Familienmitglieder – zum Beispiel die Großeltern – sind der Übergabe2883  
an Pflegefamilien oder stationäre Einrichtungen immer vorzuziehen.2884  
 Inobhutnahmen sollen so kurz wie irgend möglich sein, die Bindung an die Eltern2885  
und Geschwister ist zu pflegen.2886  
Bildung, Wissenschaft und Technologieoffenheit2887  
Das Menschenbild der AfD sieht jedes Individuum bestimmt durch seine persönliche2888  
Freiheit, durch sein Recht auf umfassende Entfaltung und durch seine persönliche2889  
Verantwortung gegenüber Mitmenschen und Gemeinwesen. Es gründet sich auf2890  
humanistische und abendländische Werte und Normen, in deren Zentrum die2891  
Chancengerechtigkeit steht. Nur durch eine adäquate Leistungsorientierung können2892  
Stärken herausgebildet und Schwächen überwunden werden. Dabei muss die2893  
Heranführung der Schüler an den Leistungsgedanken alters- und begabungsgerecht2894  
erfolgen. Die Schule leistet so einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Schüler2895  
und ihrer Befähigung, ihr Leben eigenständig zu gestalten.2896  
Mut zur Leistung2897  
Ein leistungsorientiertes, mehrgliedriges Bildungswesen ist die Grundlage unseres2898  
Wohlstands und wesentlicher Bestandteil unserer Kultur. Während seit Jahrzehnten die2899  
Zahl der Abiturienten immer weiter steigt und die Noten auf dem Papier immer besser2900  
werden, fehlen den Auszubildenden und Studienanfängern jedoch mittlerweile2901  
grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten. Statt einer Senkung der2902  
Leistungsanforderungen müssen die Bildungsstandards aller Schulformen und2903  
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Bildungseinrichtungen wieder auf das Niveau einer führenden innovativen2904  
Wissenschafts- und Industrienation angehoben werden.2905  
Mehrgliedriges Schulsystem erhalten2906  
Die AfD befürwortet ein nach Begabungen differenziertes Schulsystem, das dem2907  
unterschiedlichen Leistungsvermögen der Schüler gerecht wird. Gleichzeitig soll aber2908  
eine Durchlässigkeit gewährleistet werden. Hochbegabungen sind besonders zu fördern.2909  
An allen Schulformen sollen die Klassenstärken verringert werden.2910  
Das Abitur muss wieder zum Ausweis der Studierfähigkeit werden; der Haupt- oder2911  
Realschulabschluss zur Berufsausbildung befähigen. Wir werden verbindliche Kriterien2912  
für den Übergang auf das Gymnasium festlegen.2913  
Schulen in freier Trägerschaft (Privatschulen) sind eine sinnvolle Ergänzung des2914  
staatlichen Bildungswesens.2915  
Schulpflicht zur Bildungspflicht umwandeln2916  
Kinder haben ein Recht auf Bildung und der Staat ist verpflichtet dies sicherzustellen. Er2917  
kommt dieser Verpflichtung aber nur noch unzureichend nach. Deshalb wollen wir die2918  
im internationalen Vergleich sehr strenge deutsche Schulpflicht lockern und zu einer2919  
Bildungspflicht umwandeln. Das Wohl der Schüler muss dabei immer im Vordergrund2920  
stehen.2921  
Wiedereinführen von Vorschulklassen2922  
Die schulischen Leistungen in Deutschland sind seit Jahren rückläufig. Ein Hauptgrund2923  
hierfür sind Entwicklungsrückstände und zu geringe deutsche Sprachkennnisse. Wir2924  
setzen uns für die Einführung einer bedarfsorientierten Vorschule ein, um alle Kinder so2925  
weit zu fördern, dass sie dem regulären Unterricht folgen können.2926  
Förderschulen als Bildungschance erhalten2927  
Eine Inklusion muss mit Augenmaß erfolgen, den Kindern Erfolgserlebnisse2928  
ermöglichen, darf aber Schüler und Lehrer nicht überfordern und die Mitschüler nicht2929  
am Lernfortschritt hindern.2930  
Kinder mit besonderem Förderbedarf erhalten in der Förderschule eine umfassende2931  
Unterstützung, die die Regelschule nicht leisten kann.2932  
Die AfD setzt sich deshalb für den Erhalt der Förderschulen ein. Die Förderschule sollte2933  
wieder zum Regelfall für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden.2934  
Meinungsvielfalt statt einseitiger Ideologie2935  
Schule ist kein Ort für politische Propaganda. Sie muss den Schülern die Freiheit geben,2936  
eigene politische Denkweisen ohne Vorgaben durch Lehrpläne und Unterrichtswerke2937  
zu entwickeln. Schüler haben das Recht, ihre politischen Ansichten ohne Angst vor2938  
Repressionen und Diskriminierung durch Lehrer oder Mitschüler äußern zu können.2939  
Die Lehrer selbst sind unbedingt zur Neutralität verpflichtet. Weder dürfen Sie zur Wahl2940  
bestimmter Parteien noch zur Teilnahme an Demonstrationen aufrufen.2941  
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Sinnvolle Digitalisierung2942  
Grundsätzlich benötigen Schulen eine moderne, zeitgemäße IT-Ausstattung. Dies ist vor2943  
allem für den Informatikunterricht, für die Berufsausbildung in technischen Fächern2944  
sowie für den verantwortungsvollen Umgang mit den KI-Systemen notwendig.2945  
Allerdings muss Digitalisierung stets unter den Prämissen der Sinnhaftigkeit und der2946  
Arbeitserleichterung betrachtet werden. Eine ausschließliche Verwendung von Tablets2947  
im Unterricht stellt eine Einschränkung der Methodenvielfalt dar. Online-Unterricht2948  
sollte möglichst vermieden werden.2949  
Die ersten vier Schuljahre sollten vorwiegend digitalfreie Räume sein, da sie der2950  
Aneignung der grundlegenden Kulturtechniken Lesen, Rechnen und Schreiben dienen.2951  
Disziplinarrechte der Lehrer und Schulen stärken2952  
Um den Auftrag der Schule gerecht zu werden, bedarf es einer Stärkung der rechtlichen2953  
Sicherheit und der Disziplinarrechte.2954  
Berufliche Bildung stärken: mehr Meister statt Master2955  
Die duale Ausbildung in Unternehmen und Berufsschulen ist ein Erfolgsmodell. Jedoch2956  
gefährdet das Streben nach immer höheren Abiturientenquoten den Nachwuchs in den2957  
Ausbildungsberufen. Zahlreiche Lehrstellen können aus Mangel an ausreichend2958  
qualifizierten Bewerbern nicht besetzt werden, zu viele Lehrlinge brechen die2959  
Ausbildung ab.2960  
Die beruflichen Schulen müssen als tragende Säulen der beruflichen Bildung sowie des2961  
lebenslangen Lernens gestärkt und der Wert der beruflichen Bildung stärker gewürdigt2962  
werden. Die Haupt- und Realschulen sollen durch Kooperationen mit Unternehmen2963  
sowie den Industrie- und Handwerkskammern attraktiver werden.2964  
Migration und Bildung2965  
Die Integration von Migranten ist eine Herausforderung für das deutsche2966  
Bildungssystem, da viele von ihnen anderen Kulturkreisen und zudem oft2967  
bildungsfernen Schichten entstammen. Fehlende Vorbildung, mangelnde2968  
Sprachkenntnisse und kulturelle Differenzen verhindern in vielen Fällen eine2969  
erfolgreiche Qualifizierung für den deutschen Arbeitsmarkt.2970  
Solange die Migranten nicht hinreichend Deutsch sprechen, um am Regelunterricht2971  
teilzunehmen, muss verpflichtender Deutschunterricht im Vordergrund stehen.2972  
Islamisierung an deutschen Schulen beenden2973  
Dem politischen Islam darf an deutschen Schulen kein Vorschub geleistet werden.2974  
Muslimische Schüler dürfen keine Sonderrechte aufgrund ihres Glaubens wie z.B. die2975  
Befreiung vom Schwimm- und Sportunterricht gewährt werden.2976  
Den Islamunterricht lehnt die AfD ab.2977  
Nur so können wir der Herausbildung von Parallelgesellschaften entgegenwirken.2978  
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Hochschulsystem und Wissenschaft2979  
Bologna ist gescheitert: Diplom und Magister wiedereinführen2980  
Die EU-weite Vereinheitlichung von Studiengängen (Bologna-Prozess) hat zu einer2981  
Verschulung des Studiums geführt. Die akademische Freiheit wurde beschnitten, ein2982  
Studienplatzwechsel erschwert. Arbeitgeber kritisieren die geringe Qualifikation von2983  
Bachelor-Absolventen.2984  
Die AfD will die bewährten Diplom- und Magisterstudiengänge wiedereinführen. Die2985  
Modularisierung des Studiums und die Akkreditierungsbürokratie sollen abgeschafft2986  
werden.2987  
Autonomie der Hochschulen stärken: Freiheit von Forschung und Lehre2988  
bewahren2989  
Wissenschaft und Forschung müssen unabhängig von politischen, ideologischen,2990  
wirtschaftlichen und finanziellen Interessen sein. Wir wollen eine höhere2991  
Grundfinanzierung der Hochschulen, um deren Abhängigkeit von Drittmitteln zu2992  
verringern. Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter sollen ihre Zeit für die2993  
Forschung und Lehre verwenden und nicht für das Schreiben von Drittmittelanträgen.2994  
Das Spektrum von Forschungsgebieten darf nicht durch eine Abhängigkeit von2995  
Fördermitteln und Geldgebern eingegrenzt werden. Die AfD setzt sich für die2996  
Technologieoffenheit in Forschung und Entwicklung ein.2997  
Hochschulen sollen das Recht besitzen, Bewerber mittels standardisierter Eignungstests2998  
und Aufnahmeprüfungen auszuwählen. Hochschulen haben zu gewährleisten, dass2999  
Lehrveranstaltungen und Vorträge frei von politisch motivierten Störungen ablaufen.3000  
Das Promotionsrecht muss Universitäten vorbehalten bleiben. Die Freiheit von Lehre3001  
und Forschung ist unbedingt zu gewährleisten. Die zunehmende Einflussnahme „woker“3002  
Ideologie auf die Universitäten und die Repression gegen unliebsame Dozenten ist zu3003  
beenden.3004  
Der durch politische Zielvorgaben zu Studentenzahlen, Studienerfolg und anderen3005  
Quoten erzeugte Zwang zur Nivellierung ist zu beenden. Gleichstellungsbeauftragte sind3006  
abzuschaffen. Bei der Besetzung von Stellen muss allein die fachliche Qualifikation des3007  
Bewerbers entscheiden.3008  
Für internationale Studenten aus Ländern, die nicht Teil des Abkommens über den3009  
Europäischen Wirtschaftsraum sind, sollen angemessene Studiengebühren erhoben3010  
werden.3011  
Forschung und Technik3012  
Die AfD vertraut auf die menschliche Innovationskraft, die für jede Herausforderung3013  
Lösungen gefunden hat. Wir fordern technikoffenes Denken und Handeln, um3014  
Wohlstand, gute medizinische Versorgung und hohe Lebensqualität zu fördern.3015  
Techniken müssen danach bewertet werden, ob sie dem Wohl unserer Bürger, der3016  
Wirtschaft und der Umwelt dienen. Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die3017  
auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik basieren. Sicherheit sowie3018  
Wirtschaftlichkeit werden in der Anwendung gewährleistet.3019  
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Neue Techniken werden oft aus ideologischen Gründen ohne wissenschaftliche3020  
Grundlage abgelehnt. Die AfD wird die Aufklärung über den positiven Einfluss von3021  
Techniken auf Mensch und Umwelt vorantreiben.3022  
Eine Entpolitisierung der Forschungslandschaft ist dringend erforderlich, beispielsweise3023  
bei den Fraunhofer- und Max-Planck-Instituten. Staatliche Forschungsförderung ist3024  
entscheidend für deren Überleben, wodurch politische Vorgaben die3025  
Forschungsschwerpunkte bestimmen und die Unabhängigkeit gefährden.3026  
Subventionen, Dirigismus und Halbleiterindustrie3027  
Die AfD lehnt Subvention von Techniken ab. Die staatliche Planung versagt regelmäßig3028  
gegenüber dem Markt und schadet unserer Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit,3029  
wie es z.B. der Niedergang der deutschen Solarindustrie, der e-Mobilität, das3030  
Verbrennerverbot und das Heizungsgesetz zeigen. Techniken, welche der strategischen3031  
Unabhängigkeit dienen, sollen vom Staat direkt finanziert werden.3032  
Technologien, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen, setzen sich von selbst3033  
durch, wie das Internet, Smartphones und der motorisierte Individualverkehr beweisen.3034  
Produktionsstandorte entwickeln sich dort, wo Regulierungen, Infrastruktur, Bildung3035  
und Kosten eine marktfähige Fertigung ermöglichen.3036  
Die staatliche Subventionierung der Halbleiterindustrie ist ein aktuelles Beispiel für3037  
verschwendete Steuermittel.3038  
Kerntechnik3039  
Die AfD wird in Deutschland neue, dringend benötigte Kernforschungszentren und3040  
Kernkraftwerke schaffen, um seine führende Position in der Kerntechnik3041  
zurückzugewinnen. Nach dem Ausverkauf deutschen Fachwissens sind gezielte3042  
Investitionen notwendig, um innovative Technologien zu entwickeln und neue3043  
Fachkräfte auszubilden. Dies dient der Energiesicherheit und dem Wohlstand künftiger3044  
Generationen, als auch dem Umweltschutz.3045  
Rohstoff- und Kreislaufwirtschaft3046  
Recyclingtechnologien können ein effektives Mittel für einen verantwortungsvollen3047  
Umgang mit Ressourcen und Abfällen sein. Sie setzen sich durch, wenn es energetisch3048  
effizient und damit kostengünstig ist, Materialien sortenrein zu verarbeiten, und die3049  
Verwertung von Reststoffen einen Wettbewerbsvorteil bietet. Deutschland ist in diesem3050  
Bereich bereits gut aufgestellt.3051  
Die Forschung an solchen Technologien in staatlichen Instituten, in Kooperation mit der3052  
Industrie, könnten dabei helfen, Innovationen voranzutreiben. Pauschale Verbote, wie3053  
bei Strohhalmen oder das in der EU diskutierte Verbot ganzer Stoffgruppen wie Teflon3054  
und PFAS, lehnt die AfD ab. Stattdessen fordern wir eine evidenzbasierte Bewertung der3055  
Risiken einzelner Stoffe.3056  
Die Vermüllung der Weltmeere hat ihren Ursprung nicht in Deutschland, sondern3057  
überwiegend in Ländern mit geringem Wohlstand. Hier hat die Politik anzusetzen.3058  
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Gentechnik3059  
Die Verwendung von Produkten aus der gentechnischen Industrie in Nahrung, Kosmetik3060  
oder Kleidung, ist im Alltag weit verbreitet. Statt diese Realität zu leugnen, muss3061  
Deutschland, als rohstoffarmes Land, technologieoffen sein. Hemmend wirken3062  
hierzulande Gesetze wie das Gentechnikgesetz (GenTG), das strenge Auflagen für Anbau3063  
und Forschung macht, sowie die EU-Verordnung 1829/2003, die den Einsatz3064  
gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in Lebensmitteln einschränkt.3065  
Die AfD wird eine offene Debatte über die Vorteile der Gentechnik führen und einen3066  
pragmatischen rechtlichen Rahmen durchsetzen. Dazu muss auch das GenTG einer3067  
kritischen Überprüfung unterzogen werden. Insbesondere in der Medizintechnik muss3068  
eine freiwillige und bewusste Entscheidung der Bürger möglich sein.3069  
Luft- und Raumfahrt3070  
Die Luft- und Raumfahrt sind Schlüsseltechnologien, in denen private Unternehmen wie3071  
SpaceX durch Innovationen, etwa mit wiederverwendbaren Raketen, die Raumfahrt3072  
revolutionieren. Im New Space-Zeitalter treiben private Firmen wie SpaceX und3073  
Eutelsats OneWeb mit Projekten wie Starlink die Kommerzialisierung des Weltraums3074  
voran, etwa durch globale Internetversorgung. Dies schafft Chancen, aber auch3075  
Herausforderungen wie Weltraummüll.3076  
Die AfD unterstützt Wettbewerb und Innovation, aber auch staatliche Programme zur3077  
Erschließung und Erforschung des Weltalls. Die deutsche Raumfahrtwirtschaft muss3078  
konkurrenzfähig bleiben. Durch einen pragmatischen Rechtsrahmen, wie z.B. ein3079  
Raumfahrtgesetz, und die Senkung von Arbeitsplatz- wie Energiekosten kann dies3080  
unterstützt werden.3081  
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Kultur und Medienpolitik3082  
Deutsche Leitkultur statt „Multikulturalismus“3083  
Unsere Identität bestimmt die grundlegenden Werte, die von Generation zu Generation3084  
weitergegeben werden.3085  
Unsere Identität ist geprägt durch unsere deutsche Sprache, unsere Werte, unsere3086  
Geschichte und unsere Kultur. Letztere sind eng verbunden u.a. mit dem Christentum,3087  
der Aufklärung, unseren künstlerischen und wissenschaftlichen Werken. Die deutsche3088  
Leitkultur beschreibt unseren Wertekonsens, der für unser Volk identitätsbildend ist und3089  
uns von anderen unterscheidet. Sie sorgt für den Zusammenhalt der Gesellschaft und ist3090  
Voraussetzung für das Funktionieren unseres Staates. Die gemeinschaftsstiftende3091  
Wirkung der deutschen Kultur ist Fundament unseres Grundgesetzes und kann nicht3092  
durch einen Verfassungspatriotismus ersetzt werden.3093  
Die Alternative für Deutschland hält an den positiven Werten der Aufklärung und des3094  
Humanismus fest und fordert eine geistig-kulturelle Erneuerung und Wende auf allen3095  
Ebenen. Wir wollen die Errungenschaften der deutschen und europäischen Kultur3096  
bewahren und die grundlegenden Werte der Menschenwürde, der Freiheit und3097  
Selbstbestimmung in Deutschland und darüber hinaus hochhalten.3098  
Brauchtum und Gedenken3099  
Brauchtum wirkt identitätsstiftend und gemeinschaftsbildend. Deshalb wollen wir unser3100  
Brauchtum und unsere Mundarten pflegen, wozu lokale Kulturvereine einen wichtigen3101  
Beitrag leisten. Das Leid der Heimatvertriebenen darf nicht vergessen werden.3102  
Baudenkmäler und heimische Architektur prägen Heimatgefühl und kulturelle Identität.3103  
Die Schönheit historischer Innenstädte muss bewahrt und bei Bedarf durch3104  
Rekonstruktionen wiederhergestellt werden.3105  
Die deutsche Geschichte ist in ihrer Gänze zu würdigen. Die offizielle Erinnerungskultur3106  
darf sich nicht nur auf die Tiefpunkte unserer Geschichte konzentrieren, sie muss auch3107  
die Höhepunkte im Blick haben. Ein Volk ohne Nationalbewusstsein kann auf die Dauer3108  
nicht bestehen.3109  
Wir wenden uns gegen die zunehmend aggressiven Versuche einer ideologisch3110  
geprägten, moralisierenden Umdeutung der Geschichte, die sich an der Schleifung von3111  
Denkmälern und Umbenennung von Straßen festmacht.3112  
Die Debatte um eine angeblich notwendige „Dekolonisierung“ unserer Kultur, die mit3113  
einer Verteufelung des „weißen Mannes“ einhergeht, stellt das Selbstverständnis3114  
unserer kulturellen Identität insgesamt infrage. Die AfD stellt sich als einzige politische3115  
Kraft dieser Demontage unserer historisch-kulturellen Identität entgegen. Die3116  
sogenannte „Critical Race Theory”, wonach Rassismus gegen Weiße nicht möglich sei,3117  
lehnen wir ab.3118  
Die AfD wendet sich auch gegen eine pauschale Rückgabe von Sammlungsgütern aus3119  
kolonialen Kontexten.3120  
Wir setzen uns ebenfalls dafür ein, den Beschluss des Bundestages endlich umzusetzen,3121  
ein Mahnmal und ein Informationszentrum für die Opfer der kommunistischen3122  
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Gewaltherrschaft zu errichten. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass die SED-3123  
Opferrente deutlich erhöht wird und verfolgungsbedingte Gesundheitsschäden analog3124  
der Regelung für geschädigte Soldaten leichter anerkannt werden können.3125  
Schutz der deutschen Sprache3126  
Der Schutz und die Pflege der deutschen Sprache liegt uns besonders am Herzen: Wir3127  
fordern, dass die deutsche Sprache im Grundgesetz als Staats- und Amtssprache3128  
festgeschrieben und damit ihrer Bedeutung für die Einheit der Deutschen Ausdruck3129  
verliehen wird. Anerkannte Minderheitensprachen sollen selbstverständlich weiterhin3130  
gleichberechtigt bleiben.3131  
Ideologische Verrenkungen wie die angeblich gendergerechte Sprache haben dagegen3132  
in Deutschland nichts verloren; ihr Gebrauch soll in öffentlichen Einrichtungen und3133  
staatlichen Stellen zur Wahrung einer ideologiefreien Verständigung untersagt werden.3134  
Kulturförderung3135  
In der Kulturförderung muss die künstlerische Freiheit gewahrt bleiben. Politische3136  
Vorgaben der staatlichen Kulturförderung sind abzulehnen.3137  
Projekte, Vereine und Stiftungen, die staatlich gefördert werden, müssen sich zur3138  
freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen.3139  
Die AfD bekennt sich zur Kulturhoheit der Bundesländer und will die kulturpolitischen3140  
Aktivitäten des Bundes begrenzen.3141  
Eine ausgewogene Gedenk- und Erinnerungskultur ist zentral für die Identitätsbildung3142  
in Deutschland. Die Gedenkstätten werden durch den Bund und Länder auskömmlich3143  
finanziert und behalten ihre politische Unabhängigkeit.3144  
Keine Umsatzsteuerpflicht für Musiker, Künstler und freie Pädagogen3145  
Künstler, Musiker und freie Pädagogen sind oft als Freiberufler schwierigsten3146  
finanziellen Bedingungen ausgesetzt. Eine Umsatzsteuerpflicht ist nicht realistisch3147  
umzusetzen und drängt diese Personen in illegale Beschäftigungsverhältnisse. Wir3148  
werden künstlerische und pädagogische Tätigkeiten im Kunst- und Kulturbereich bis zu3149  
einer sinnvollen Einkommensgrenze von der Umsatzsteuerpflicht befreien. Als3150  
Pädagogen sind sie oftmals in prekären Anstellungsverhältnissen stundenweise an3151  
Volks- oder Musikschulen beschäftigt. Die Möglichkeit einer Sozialversicherung z.B. über3152  
die Künstlersozialkasse muss in jedem Fall gewährleistet sein.3153  
Medienpolitik3154  
GRUNDFUNK statt GEZ-Zwangsabgabe3155  
Mit rund 9 Milliarden Gebührenaufkommen zuzüglich Werbeeinnahmen ist der3156  
deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht nur der teuerste der Welt, sondern er3157  
verfügt auch über ein Vielfaches an Finanz- und Personalressourcen aller privaten3158  
Medien insgesamt. Der strukturell, personell und finanziell eng mit den etablierten3159  
Parteien vernetzte Apparat nutzt diese Macht entgegen den Anforderungen des3160  
Medienstaatsvertrags gezielt zur Meinungsmache bis hin zur Manipulation.3161  
In seiner jetzigen Form ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht mehr zeitgemäß. Er3162  
muss grundlegend reformiert, verschlankt und entideologisiert werden.3163  
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Die AfD setzt sich vehement für eine nachhaltige Strukturreform des öffentlich-3164  
rechtlichen Rundfunks ein, dessen Aufgabe allein eine gebührenfreie Grundversorgung3165  
mit Informations-, Kultur- und Regionalprogrammen sein soll.3166  
Filmförderung3167  
Viele der Filmklassiker würde es unter den heutigen Bedingungen nicht mehr geben.3168  
Deshalb muss in der Filmförderung die künstlerische Freiheit wieder der Maßstab sein.3169  
Vorgaben der staatlichen Filmförderung, die darauf abzielen, ideologische Themen wie3170  
„Gender“, „Klimaschutz“ oder die „Vielfalt“ thematisch in Filmen zu verankern, um sie3171  
gesellschaftspolitisch durchzusetzen, lehnen wir ab.3172  
Filmproduzenten sollen zudem in der Lage sein, wirtschaftlich zu handeln und Projekte3173  
nach Markt- und Publikumsinteressen umzusetzen, ohne durch staatliche Richtlinien in3174  
ihrer kreativen und wirtschaftlichen Freiheit eingeschränkt zu werden.3175

# Wahlprogramm 2021

[https://www.bundestagswahl-bw.de/wahlprogramm-afd-1](https://www.bundestagswahl-bw.de/wahlprogramm-afd-1)

Programm der Alternative für Deutschland  
für die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag  
2 Inhaltsverzeichnis  
Demokratie und Rechtsstaat 12  
Das Volk ist der Souverän 12  
Volksabstimmungen nach Schweizer Modell 13  
Die Gewaltenteilung gewährleisten 15  
Entpolitisierung der Justiz 15  
Verfassungsschutz reformieren 16  
Trennung von Amt und Mandat und Kampf der Ämterpatronage 16  
Macht der Parteien beschränken 16  
Freie Listenwahl und freies Mandat 17  
Verkleinerung der Parlamente 18  
Berufspolitikertum: Mandats- und Amtszeiten begrenzen 18  
Lobbyismus eindämmen 19  
Freiheit und Verantwortung 22  
Bürgerlich-freiheitliche Rechtsordnung 22  
Leistung statt Quote - Freiheit statt Diskriminierung 24  
Schutz der persönlichen Freiheit vor digitalen Übergriffen 24  
Hinweisgeber (Whistleblower) schützen 25  
EU und Europa 28  
Ein Europa der Vaterländer 28  
Zurückführung der Europäischen Union in einen Staatenbund  
souveräner Staaten 29  
Steuern und Finanzen 34  
Keine EU-Steuern 34  
Für ein Steuersystem mit wenigen Steuerarten und verständlicher Systematik 34  
Abschaffung der Substanzsteuern 35  
Wir wollen ein Land von Wohnungseigentümern werden 37  
Elementare Steuergerechtigkeit statt Nominalwertprinzip  
und Ungleichbehandlung von Steuerbürgern 37  
Besteuerung an Digitalzeitalter anpassen: Einführung einer Digitalsteuer 39  
Inhaltsverzeichnis 3  
Wirtschaft: Für einen „Blue Deal” 42  
Wirtschafts- und Innovationspolitik für Deutschland 42  
Den Mittelstand entlasten 43  
Politisch induzierte Belastungen aussetzen 43  
Technologieführerschaft mit „Blue Deal” 43  
Soziale Marktwirtschaft statt sozialistischer „Industriepolitik“ 45  
Der Euro ist gescheitert 50  
Deutschland muss aus dem untergehenden Euro-System austreten 50  
Keine Schuldenaufnahme durch die EU, Hilfskredite nur auf nationaler Ebene 51  
Zusätzliche Inflationierung durch überzogene Corona-Maßnahmen beenden 52  
EZB-Nullzinspolitik beenden 53  
Wohlstand und sozialer Frieden in Europa durch Wiedereinführung  
nationaler Währungen 55  
Erhalt des Bargelds: Bargeld ist Freiheit und Schutz vor Enteignung  
und Totalüberwachung 56  
Target-2-Risiko beenden 57  
Nationale Investitionen 58  
Absicherung gegen die Eurokrise, Geldsystem reformieren,  
deutsches Staatsgold vollständig zurück nach Deutschland 59  
Außen- und Verteidigungspolitik 62  
Die Außenpolitik Deutschlands muss sich an deutschen Interessen ausrichten 62  
Das Verhältnis zu wichtigen Staaten im Wandel der Geopolitik 64  
Wiederherstellung der Wehrfähigkeit Deutschlands 66  
Entwicklungspolitik: Stabilität als Sicherheits- und Wirtschaftsinteresse 68  
Deutschland muss seine wirtschaftlichen Stärken ausbauen 70  
Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands 7 1  
4 Inhaltsverzeichnis  
Innere Sicherheit 76  
Linke Gewalt entschieden bekämpfen 76  
Wirksame Bekämpfung der Ausländerkriminalität 77  
Vollstreckung im Ausland 78  
Jugendstrafrecht 78  
Bundespolizei stärken – Grenzschutz ist nationale Aufgabe 78  
Reform der Polizei 79  
Fahndungsmöglichkeiten verbessern 80  
Organisierte Kriminalität bekämpfen 80  
Sicherheit der Bürger verbessern 81  
Strafjustiz verbessern 81  
Islam 84  
Migration, Asyl und Integration:  
Human und rational handeln – Deutschland schützen 90  
Die Fluchtbewegungen des 21. Jahrhunderts können nicht mittels  
Aufnahme der Migranten in Europa und Deutschland bewältigt werden. 90  
Asylmissbrauch beenden 90  
Die unlösbaren Folgeprobleme 91  
Asylparadies Deutschland schließen 93  
Abschiebung und Rückkehr 95  
Leben retten und soziale Gerechtigkeit herstellen 96  
Hilfe vor Ort statt Tod auf dem Weg nach Europa 97  
Zuwanderung wieder national regeln 98  
Qualifizierte Zuwanderung 99  
Integration 100  
Die deutsche Staatsangehörigkeit ist ein kostbares Gut 101  
Inhaltsverzeichnis 5  
Familienpolitik 104  
Familien stärken und fördern 104  
Ursachen der demografischen Katastrophe 105  
Leistungsfähigkeit der Familien erhalten 106  
Familien unterstützen 107  
Familienfreundliches Deutschland 108  
Kinder in den Familien belassen, Kindesentzug nur in Ausnahmefällen 109  
Willkommenskultur für Kinder 110  
Trennungsfolgen mindern 112  
Verantwortungsvolle Kinderbetreuung 113  
Das Geschlecht ist eine biologische Tatsache 114  
Arbeits- und Sozialpolitik 118  
Zuwanderung von EU-Ausländern in unsere Sozialsysteme begrenzen 118  
Nationale Gesetzgebungshoheit im Sozialrecht verteidigen 118  
Keine Auszahlungen von Sozialleistungen auf ausländische Konten 119  
Lohndumping in der Leiharbeit verhindern 119  
Mindestlohn beibehalten 119  
Arbeitsleben würdigen – Arbeitslosengeld I gerecht gestalten 120  
Reform der Arbeitslosenversicherung 121  
Aktivierende Grundsicherung - Arbeit, die sich lohnt 121  
Finanzkontrolle Schwarzarbeit stärken 121  
Arbeitsrecht reformieren und vereinfachen 122  
Gezielte Maßnahmen gegen Wohnungs- und Obdachlosigkeit 122  
Mehr Arbeitsplätze mit fairer Entlohnung für schwerbehinderte Menschen 122  
Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen in Krankenhäusern 123  
6 Inhaltsverzeichnis  
Das Rentenkonzept der AfD 126  
Renten zukunftsfest 126  
Freiheit beim Renteneintritt 127  
Altersarmut verhindern 127  
Abschaffung der Politikerpensionen 128  
Reduzierung des Beamtenstatus auf originär hoheitliche Aufgaben 128  
Lastengerechtigkeit zwischen Familien und Kinderlosen herstellen 129  
Ungerechtigkeiten bei der Überleitung der Ostrenten beseitigen 130  
Keine Doppelbesteuerung, Steuerfreibetrag anheben 130  
Umlagefinanzierte Rente stärken 131  
Wehrdienst rentenpolitisch würdigen 131  
Gesundheitspolitik 134  
Schluss mit den unverhältnismäßigen Corona-Maßnahmen 134  
Impfen muss freiwillig bleiben 135  
Einsetzung eines parlamentarischen Corona-Untersuchungsausschusses 135  
Krankenhäuser und Kliniken brauchen Planungssicherheit und  
eine individuell auskömmliche Finanzierung 136  
Serviceorientierte ambulante Versorgung durch Beendigung  
der Budgetierung 137  
Medizinische Versorgung auf dem Land wiederher und sichern 138  
Zugang zu Heil- und Hilfsmitteln entbürokratisieren 139  
Kurzzeitpflegeplätze in Krankenhäusern finanzieren 139  
Beendigung des Pflegenotstands 139  
Vorfahrt für die häusliche Pflege 140  
Vereinfachung und bessere Übersichtlichkeit in der  
sozialen Pflege- und gesetzlichen Krankenversicherung 141  
Arzneimittelversorgung verlässlich machen 141  
Organspende, Sterbehilfe 142  
Cannabis nur in der Medizin 142  
Antibiotikaresistenzen vermeiden und konsequent bekämpfen 143  
Den Beruf des Heilpraktikers erhalten 143  
Anforderungen an ausländisches Personal im Gesundheitswesen 144  
Souveränität des Patienten über seine Daten herstellen 144  
WHO grundlegend reformieren 145  
Inhaltsverzeichnis 7  
Bildung, Wissenschaft und Forschung 148  
Mut zur Leistung statt Akademisierungswahn 148  
Mehrgliedriges Schulsystem erhalten 148  
Berufliche Bildung stärken: Meister statt Master 149  
Digitalisierung ist kein Selbstzweck 149  
Keine ideologisch motivierte Inklusion: Förder- und Sonderschulen erhalten 150  
Bildung und Migration 150  
Neutralität der Schule wiederherstellen 151  
Kompetenzorientierung entwertet Bildung 151  
Deutsches Kulturgut im Unterricht vermitteln 152  
Kein bekenntnisgebundener Islamunterricht an deutschen Schulen 152  
Keine Sonderrechte für Muslime an unseren Schulen. 152  
Kein Koranunterricht durch verfassungsfeindliche Moscheevereine 153  
Keine Konfuzius-Institute an öffentlichen Bildungseinrichtungen 153  
Bologna ist gescheitert: Diplom und Magister wieder einführen 153  
Autonomie der Hochschulen stärken, Freiheit von Forschung  
und Lehre bewahren 154  
Kein Geld für „Gender Studies“, keine Gender-Quoten 154  
Kultur 158  
Deutsche Leitkultur statt „Multikulturalismus“ 158  
Die deutsche Sprache als Zentrum unserer Identität 159  
Kulturförderung 159  
Brauchtum und Gedenken 160  
Medien 164  
Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk neu gestalten 164  
„Cancel Culture“ bekämpfen 164  
Meinungsfreiheit statt Tugendterror 165  
Bauen, Wohnen, Mieten 168  
Wohneigentumsförderung 169  
Mehr Wohngeld statt Sozialer Wohnungsbau 170  
8 Inhaltsverzeichnis  
Klima, Energie, Technik und Digitalisierung 174  
Dem Klimawandel positiv begegnen 174  
Kernforderungen zur Klimapolitik 175  
Technischen Fortschritt begrüßen 175  
Energie – Nein zum „Green Deal” 176  
Digitalisierung muss uns Menschen dienen 180  
Datenschutz und Datensicherheit 182  
Infrastruktur ist die Grundlage für den weiteren Ausbau der Digitalisierung 183  
Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung 184  
Digitale Souveränität 185  
Mobilität und Infrastruktur 188  
Verkehrspolitik 188  
Motorisierten Individualverkehr schützen 188  
Bundesautobahnen entlasten – Transitverkehr auf Schiene und  
Wasserwege verlagern 189  
Sichererer, sauberer und verlässlicher Schienenverkehr 189  
Flugverkehr als Wirtschaftsfaktor stärken 190  
Die deutsche Automobilindustrie als Leitindustrie erhalten 190  
Stadt und Land gleichrangig entwickeln 191  
Entscheidungen näher zum Bürger bringen 192  
Landschaft als Teil regionaler Identität 192  
Infrastruktur 193  
Kommunen stärken – Erfüllung der Pflichtaufgaben sicherstellen 193  
Ausbau digitaler Infrastrukturen beschleunigen 194  
Nord Stream 2 endlich fertigstellen 194  
9  
Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz 198  
EU-Agrarpolitik renationalisieren 199  
Grüne Berufe wertschätzen 199  
Familienbetriebe in den Mittelpunkt stellen 200  
Düngung am Bedarf der Pflanze orientieren 200  
Praxiskonformen Pflanzenschutz etablieren 201  
Tierwohl, Haltung und Transport weiterentwickeln 201  
Schutz der heimischen Ökosysteme verbessern 202  
Zeitgemäßes Wildtiermanagement umsetzen 203  
Unsere Wälder schützen und bewahren 203  
Gesunde Lebensmittel aus heimischer Produktion fördern 204  
Transparenz im Verbraucherschutz ausbauen 204  
Wasserversorgung in öffentlicher Hand belassen 205  
Ausbau von erneuerbaren Energien einschränken 205  
10  
Demokratie und  
Rechtsstaat  
K A P I T E L 1  
11  
Demokratie und Rechtsstaat  
Das Volk ist der Souverän  
Die Regierungspolitiker in Bund und Ländern haben mit  
ihrer Flüchtlings-, Europa- und Corona-Politik die  
Prinzipien der deutschen Staatlichkeit, des Rechts und  
der Verfassung vielfach verletzt.  
Zugleich haben sich die Volksvertreter der etablierten  
Parteien den grundgesetzlich garantierten Parlaments-  
vorbehalt für alle wichtigen Entscheidungen im Staat  
ohne Widerstand nehmen lassen.  
Die Bundesregierung kommt ihrer Pflicht, Vertrags-  
brüchen und Selbstermächtigungen durch  
EU-Institutionen entgegenzutreten, nicht nach. Einzelne  
rechts- und verfassungswidrige Maßnahmen wurden  
zwar durch mutige Richter in Hunderten von Urteilen zu  
Fall gebracht. In unserem Land hat sich aber eine  
politische Klasse herausgebildet, deren vordringliches  
Interesse ihrer Macht, ihrem Status und ihrem  
materiellen Wohlergehen gilt. Diese setzt die soziale und  
kulturelle Zukunft unseres Volkes, die Stärke unserer  
Wirtschaft und damit unseres Wohlstandes aufs Spiel  
und stellt Multikulturalität, Diversität, Globalisierung  
und vermeintliche Gendergerechtigkeit über alles.  
Sie hält die Schalthebel der staatlichen Macht, der  
politischen Bildung und des informationellen und  
medialen Einflusses auf die Bevölkerung in Händen.  
Deshalb halten wir die unmittelbare Demokratie für ein  
unverzichtbares Mittel, um dem autoritären und  
teilweise totalitären Gebaren der Regierungspolitiker  
Einhalt zu gebieten.  
12 Demokratie und Rechtsstaat  
Wir halten die unmittel-  
bare Demokratie für ein  
unverzichtbares Mittel,  
um dem autoritären  
und teilweise totalitären  
Gebaren der  
Regierungspolitiker  
Einhalt zu gebieten.  
Volksabstimmungen nach Schweizer Modell  
Die AfD fordert Volksentscheide nach Schweizer Modell  
auch für Deutschland. Die uneingeschränkte  
Volkssouveränität in ihrer fast 200 Jahre bewährten und  
optimierten Gestaltung hat dem eidgenössischen Bun-  
desstaat eine fortwährende Spitzenstellung in  
Wohlstand, Frieden und Freiheit gewährleistet.  
Durch die Volksabstimmungen wollen wir die Flut der  
oftmals unsinnigen Gesetzesvorlagen eindämmen und  
die Parlamente zu sorgfältiger Arbeit zwingen. Unange-  
messenen Beschlüssen der Abgeordneten in eigener  
Sache wollen wir einen Riegel vorschieben. Hierzu  
zählen etwa die Diäten, Fraktions- und Parteien-  
finanzierung sowie die Finanzierung von „parteinahen“  
Stiftungen. Der Wortbruch der etablierten Parteien be-  
züglich des Euros und die immer weitere Zentralisierung  
der EU bedrohen die Zukunft unseres Landes (sowie der  
nachfolgenden Generationen). Diese fatale Politik wollen  
wir beenden.  
Die Einführung von Volksabstimmungen nach  
Schweizer Modell ist für die AfD nicht verhandelbarer  
Inhalt jeglicher Koalitionsvereinbarungen und beinhaltet  
insbesondere folgende Elemente:  
Ohne Zustimmung des Volkes darf das Grundgesetz  
nicht geändert und kein bedeutsamer völkerrechtlicher  
Vertrag geschlossen werden. Wir wollen dem Volk das  
Recht geben, den Abgeordneten auf die Finger zu  
schauen und vom Parlament beschlossene Gesetze zu  
ändern oder abzulehnen.  
Demokratie und Rechtsstaat 13  
Die AfD fordert  
Volksentscheide nach  
Schweizer Modell auch  
für Deutschland.  
Die Einführung von  
Volksabstimmungen  
nach Schweizer Modell  
ist für die AfD nicht  
verhandelbarer Inhalt  
jeglicher Koalitions-  
vereinbarungen.  
Das Volk soll die Möglichkeit erhalten, Gesetzesinitia-  
tiven einzubringen und per Volksabstimmung zu be-  
schließen. Hierbei soll es jenseits des Art. 79 Abs. 3 GG  
keine thematischen Beschränkungen geben.  
Die Qualität der Entscheidung der Bürger muss  
gesichert werden durch einen ausgeprägten und auto-  
nomen Prozess der Willensbildung, durch Informations-  
pflichten und -rechte und eine breite gesellschaftliche  
Debatte. Auch die Parlamente sollen die Möglichkeit  
erhalten, eine Volksabstimmung zu initiieren.  
Als einzige der im Bundestag vertretenen Parteien  
halten wir das deutsche Volk für ebenso mündig wie das  
der Schweizer. Entgegen anderslautenden  
Behauptungen entscheiden Bürger in Schicksalsfragen  
der Nation weitsichtiger, friedfertiger und gemeinwohl-  
orientierter als Berufspolitiker. Das ist die Lehre aus der  
Wiedervereinigung, aus der Ablehnung des  
„EU-Verfassungsvertrags“ durch das französische und  
das niederländische Volk und der Entscheidung des  
Vereinigten Königreichs, aus der Europäischen Union  
auszutreten.  
Wir vertrauen nicht mehr darauf, dass Regierungen und  
Parlamente zu Währungskrisen, Migration,  
Islamisierung oder zur Energiewende tragfähige Lösun-  
gen finden. Das Volk als Souverän muss in direkter  
Mitbestimmung Träger solcher schicksalhaften  
Entscheidungen sein.  
14 Demokratie und Rechtsstaat  
In Schicksalsfragen  
der Nation entscheiden  
Bürger weitsichtiger,  
friedfertiger und  
gemeinwohl-  
orientierter als  
Berufspolitiker.  
Die Gewaltenteilung gewährleisten  
Zahlreiche Gesetze und die politische Praxis haben die  
Gewaltenteilung in Deutschland als Kernelement des  
Rechtsstaats über die Jahre in Gefahr gebracht und zu  
einer überbordenden Staatsgewalt geführt: Ehemalige  
Politiker auf Richterstühlen, Abgeordnete, die zugleich  
Kanzler, Ministerpräsident oder Minister sind und sich  
insoweit selbst kontrollieren, sowie parteipolitische  
Netzwerke, die durch verbotene, verfassungswidrige  
Ämterpatronage entstehen, können nicht länger  
toleriert werden. Öffentliche Ämter sind ausschließlich  
nach „Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung” zu  
vergeben (Art. 33 Abs. 2 GG).  
Entpolitisierung der Justiz  
Die AfD will die Einflussnahme der politischen Parteien  
auf die Ernennung von Richtern und Staatsanwälten  
beenden. Auch wollen wir die Praxis ändern, dass die  
Staatsanwaltschaft weisungsgebunden und im Einzelfall  
dem Justizminister berichtspflichtig ist. Die Unabhän-  
gigkeit der dritten Gewalt muss durch eine Selbstver-  
waltung der Justiz ausgebaut werden, wie es in vielen  
anderen europäischen Ländern bereits üblich ist. Wir  
unterstützen daher den Modellvorschlag des Deutschen  
Richterbundes, einen Justizwahlausschuss und einen  
Justizverwaltungsrat einzurichten. Insbesondere die  
Verfassungsgerichte und Rechnungshöfe sind vor  
parteipolitischer Einwirkung zu schützen.  
Demokratie und Rechtsstaat 15  
Die AfD will die Einfluss-  
nahme der politischen  
Parteien auf die Ernen-  
nung von Richtern und  
Staatsanwälten  
beenden.  
Insbesondere die  
Verfassungsgerichte  
und Rechnungshöfe  
sind vor partei-  
politischer Einwirkung  
zu schützen.  
Verfassungsschutz reformieren  
Der behördlich organisierte „Verfassungsschutz” muss  
schnellstmöglich auf den Prüfstand gestellt und so  
reformiert werden, dass er in Zukunft nicht mehr als  
parteipolitisches Instrument gegen politische Gegner  
missbraucht werden kann.  
Trennung von Amt und Mandat und  
Kampf der Ämterpatronage  
Kanzler, Ministerpräsidenten und Minister dürfen nicht  
mehr zugleich Abgeordnete sein. Die Institution der  
parlamentarischen Staatssekretäre ist abzuschaffen.  
Dies gilt auch für das Institut der „politischen Beamten“  
in der Staatsverwaltung - vom Ministerialdirektor bis  
zum Polizeipräsidenten. Die Mitarbeiter der öffentlichen  
Verwaltung haben unabhängig und loyal ihren Dienst  
zu verrichten. Beamten- und Richterstellen sind aus-  
schließlich nach Qualifikation zu besetzen. Die „Partei-  
buchwirtschaft“ muss beendet werden.  
Grundsätze der fachlichen Eignung und beruflichen  
Qualifikation haben auch für das Spitzenpersonal des  
Staates in den Kabinetten zu gelten. Parteipolitische  
Karrieren können fachliche Defizite nicht ausgleichen.  
Macht der Parteien beschränken  
Die Parteien sollen am politischen System mitwirken  
(Art. 21, Abs. 1 GG), es aber nicht beherrschen. Die All-  
macht der Parteien und deren „Ausbeutung des Staates“  
gefährden unsere Demokratie. Diese politische  
Instrumentalisierung des Staates ist auch Ursache der  
verbreiteten Politikverdrossenheit.  
16 Demokratie und Rechtsstaat  
Die AfD fordert:  
Die Mitarbeiter der  
öffentlichen Verwaltung  
haben unabhängig und  
loyal ihren Dienst zu  
verrichten.  
Beamten- und Richter-  
stellen sind ausschließ-  
lich nach Qualifikation  
zu besetzen.  
Die Loyalität der Abgeordneten muss den Bürgern und  
dem Staat gelten, nicht den Parteivorständen.  
Neben der offiziellen Parteienfinanzierung in Höhe von  
mittlerweile jährlich ca. 194 Millionen Euro haben sich  
die Parteien zusätzliche Finanzausstattung verschafft.  
Hervorzuheben ist dabei die Finanzierung so-  
genannter politischer Stiftungen, denen alleine 600  
Millionen Euro aus Mitteln des Bundeshaushalts jährlich  
zufließen. Ferner halten wir die jedem Bundestagsabge-  
ordneten zustehende „Mitarbeiterpauschale“ von 22.436  
Euro monatlich für überhöht. Ob dabei in jedem Fall  
wissenschaftlich qualifiziertes Personal oder Partei-  
soldaten angestellt werden, darf hinterfragt werden.  
Die AfD will die gesamte staatliche Parteienfinanzierung  
neu regeln und deutlich begrenzen, sowie die staatliche  
Finanzierung von Parteistiftungen ganz abschaffen.  
Alle Mittel der Parteienfinanzierung sollen entgegen  
derzeitiger Praxis der unbeschränkten Kontrolle der  
Rechnungshöfe unterliegen. Unabdingbar ist auch eine  
restriktive und Korruption vermeidende Neuordnung  
der Spendenregelungen. Ferner soll den Parteien  
endlich die Beteiligung an Unternehmen, insbesondere  
Medienunternehmen, verboten werden.  
Freie Listenwahl und freies Mandat  
Die politische Klasse Deutschlands hat das Wahlrecht  
und die Wahlverfahren im Lauf der Zeit immer besser  
ausgenutzt und angepasst, um den Einfluss des Volkes  
auf die Bewerberauswahl zu minimieren. Dem Wähler  
werden derzeit starre Wahllisten der Parteien zum  
Ankreuzen vorgelegt.  
Demokratie und Rechtsstaat 17  
Die AfD will die gesamte  
staatliche Parteienfi-  
nanzierung neu regeln  
und deutlich begrenzen,  
sowie die staatliche  
Finanzierung von  
Parteistiftungen ganz  
abschaffen.  
Über die „sicheren Listenplätze“ bestimmen de facto die  
Parteivorstände die Zusammensetzung des Parlaments.  
Mit einer demokratischeren Gestaltung des Wahlsys-  
tems will die AfD dem Wähler die Entscheidung über die  
personelle Zusammensetzung der Parlamente zurück-  
geben.  
Deshalb treten wir für die „freie Listenwahl“ ein, mit der  
Möglichkeit des Kumulierens, Panaschierens und Strei-  
chens von Kandidaten.  
Verkleinerung der Parlamente  
Mit seinen mittlerweile 709 Abgeordneten leistet sich  
Deutschland eines der größten Parlamente der Welt.  
Die im Oktober 2020 von CDU/CSU und SPD durchge-  
setzte Wahlrechtsänderung entspricht nicht der vom  
Bundesverfassungsgericht angemahnten Reform der  
Wahl zum Bundestag. Mit etwa 2.500 Abgeordneten in  
Bund und Ländern und dem dazugehörigen  
Verwaltungsapparat hat Deutschland übergroße  
Parlamente. Wir streben an, den Bundestag um etwa  
die Hälfte zu verkleinern.  
Berufspolitikertum:  
Mandats- und Amtszeiten begrenzen  
Die ungebrochene Tendenz zum Berufspolitikertum hat  
der Monopolisierung der Macht Vorschub geleistet und  
die unübersehbare Kluft zwischen Wählern und  
Gewählten stetig vergrößert. Vetternwirtschaft, Filz,  
korruptionsfördernde Strukturen und Lobbyismus sind  
die Folge.  
18 Demokratie und Rechtsstaat  
Um unser Ideal des  
Bürgerabgeordneten zu  
verwirklichen,  
fordern wir eine Begren-  
zung der Mandatszeit  
für Abgeordnete auf vier  
und der Amtszeit für  
den Bundeskanzler  
auf zwei Legislatur-  
perioden.  
Um unser Ideal des Bürgerabgeordneten zu verwirkli-  
chen, fordern wir eine Begrenzung der Mandatszeit für  
Abgeordnete auf vier und der Amtszeit für den Bundes-  
kanzler auf zwei Legislaturperioden. Nicht die Abgeord-  
netenvergütung, sondern politischer Idealismus soll  
Motivation zur Kandidatur für ein  
Mandat sein.  
Lobbyismus eindämmen  
Wir wollen, dass Bundestagsabgeordnete ihre volle  
Arbeitskraft der parlamentarischen Arbeit widmen.  
Das Mandat darf nicht unter bezahlten Nebentätigkeiten  
leiden. Der überbordende Lobbyismus in Brüssel und  
Berlin muss eingedämmt werden. Wir wollen die  
Regelungen hinsichtlich der Nebentätigkeiten von  
Parlamentariern deutlich verschärfen, um Bestechung  
zu verhindern. Unseren eigenen Abgeordneten haben  
wir bereits jetzt über unsere Satzung entsprechende  
Regeln auferlegt. Ferner setzen wir uns für ein  
Lobbyisten-Gesetz mit konkreten Rechten, Pflichten  
und Sanktionen für Mandatsträger und Lobbyisten ein,  
das vorbildlichen Regelungen anderer Demokratien  
entspricht.  
Demokratie und Rechtsstaat 19  
Wir wollen die Rege-  
lungen hinsichtlich der  
Nebentätigkeiten von  
Parlamentariern  
deutlich verschärfen,  
um Bestechung zu  
verhindern.  
20  
Freiheit und  
Verantwortung  
K A P I T E L 2  
21  
Freiheit und Verantwortung  
Im Zentrum unseres Menschenbildes stehen Freiheit  
und Verantwortung. Wir gehen von der Befähigung und  
Bereitschaft jedes einzelnen aus, in Freiheit und Verant-  
wortung sein Leben zu gestalten und seine Angelegen-  
heiten und die seiner Familie zu besorgen. Gängelung  
und Indoktrination durch Staat oder gesellschaftliche  
Gruppen lehnen wir ab.  
Bürgerlich-freiheitliche Rechtsordnung  
Die Prinzipien der Gleichheit vor dem Gesetz und der  
bürgerlichen Vertragsfreiheit gehören zu den großen  
zivilisatorischen Errungenschaften Europas. Während  
des weitaus größten Teils der Menschheitsgeschichte  
gehörte es zur unhinterfragten Normalität, dass  
Menschen durch Geburt oder Stand ungleich und in  
ihrer rechtlichen Selbstbestimmung beschränkt  
waren, bis hin zum Extrem der Rechtlosigkeit in Form  
von Leibeigenschaft oder Sklaverei. Erst die christliche  
und humanistische Kultur der europäischen Völker  
brachte die vorgenannten Prinzipien hervor und  
verwirklichte sie in einem jahrhundertelangen Prozess.  
In den letzten Jahrzehnten ist erschreckenderweise  
eine Abkehr von diesen europäischen Grundwerten zu  
verzeichnen. Diesem zivilisatorischen Rückschritt gilt es  
entgegenzutreten.  
In Artikel 3 des Grundgesetzes heißt es: ,,Männer und  
Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die  
tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von  
Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung  
22 Freiheit und Verantwortung  
Die Alternative für  
Deutschland tritt für die  
Wiederherstellung der  
bürgerlichen  
Selbstbestimmung im  
Zivilrechtsverkehr ein.  
Deshalb lehnen wir sog.  
,Antidiskriminierungs-  
gesetze‘ ab.  
bestehender Nachteile hin. Niemand darf wegen seines  
Geschlechtes benachteiligt oder bevorzugt werden.“  
Diese Sätze haben einen klaren und guten Sinn.  
Das Recht, nicht vom Staat aufgrund des eigenen  
Geschlechts benachteiligt zu werden, ist ein individuelles  
Menschenrecht. Es kommt jedem Menschen in gleicher  
Weise zu.  
Manche Juristen vertreten die falsche These, Artikel 3 GG  
erlaube es dem Staat, einzelne Menschen  
,,stellvertretend“ für ihr jeweiliges Geschlecht zu  
bevorzugen oder zu benachteiligen, um die als  
Kollektive vorgestellten Geschlechter ,,gleichzustellen“.  
Jedoch kann es in einem freiheitlichen Rechtsstaat nie-  
mals legitimes Ziel staatlichen Handelns sein, in willkür-  
lich abgegrenzten gesellschaftlichen Teilbereichen eine  
ebenso willkürlich festgesetzte ,,Geschlechter-  
quote“ zu erzwingen. Genauso wenig kann eine gesetz-  
lich vorgeschriebene Ungleichbehandlung ein Mittel zur  
Verwirklichung von Gleichberechtigung sein. Gesetze,  
die solches vorschreiben, sind verfassungswidrig und  
abzulehnen. Die AfD wird sich im Deutschen Bundestag  
für ihre Aufhebung einsetzen.  
Die Alternative für Deutschland tritt für die Bewahrung  
bzw. Wiederherstellung der bürgerlichen Selbst-  
bestimmung im Zivilrechtsverkehr ein. Deshalb lehnen  
wir sog. ,Antidiskriminierungsgesetze‘ ab. Zentraler  
Grundwert einer freiheitlichen Zivilrechtsordnung ist die  
Vertragsabschlussfreiheit, also die Freiheit jedes  
Einzelnen, selbst darüber zu entscheiden, ob er mit  
einem anderen Bürger in rechtliche Beziehungen treten  
will oder nicht.  
Freiheit und Verantwortung 23  
Unter dem Einfluss der Europäischen Union wird dieses  
fundamentale Prinzip der Privatautonomie in der  
deutschen Gesetzgebung Schritt für Schritt zerstört.  
In einer freiheitlichen Grundordnung ist der Staat in  
seinem Handeln gegenüber dem Bürger der Pflicht zur  
Gleichbehandlung unterworfen, der Bürger selbst jedoch  
ist in der Gestaltung seiner privaten Rechtsverhältnisse  
frei. Eine Aufhebung dieser Trennung zwischen Staat  
und Gesellschaft beschädigt die freiheitliche Natur der  
Rechtsordnung und öffnet Tür und Tor für eine in letzter  
Konsequenz totalitäre Herrschaftsordnung.  
Die AfD wird sich im Deutschen Bundestag gegen diese  
Entwicklung und für die Bewahrung einer freiheitlichen  
Privatrechtsordnung einsetzen.  
Leistung statt Quote - Freiheit statt Diskriminierung  
Die grundgesetzlich garantierte Gleichberechtigung  
von Mann und Frau hat mit der vom Parteienkartell  
propagierten Gleichstellung und Gleichmacherei  
nichts zu tun.  
Die AfD lehnt jede Art von Quoten ab. Sie sind leistungs-  
feindlich, ungerecht und stellen eine verfassungswidrige  
Diskriminierung derer dar, die nicht in den Genuss der  
Quote kommen.  
Schutz der persönlichen Freiheit vor  
digitalen Übergriffen  
Eingriffe in die Privatsphäre durch monopolistische,  
datengetriebene Großkonzerne, Behörden und Geheim-  
dienste überschreiten zum Teil deutlich die grundge-  
24 Freiheit und Verantwortung  
Die Alternative für  
Deutschland tritt für  
die Gleichheit vor dem  
Gesetz ein. Deshalb  
lehnen wir sogenannte  
„Quotenregelungen“ ab.  
setzlich garantierten Freiheitsrechte. Dieser Gefährdung  
unserer Freiheit wollen wir entgegenwirken, den  
Bürgern ihre informationelle Selbstbestimmung  
zurückgeben und diese verfassungsrechtlich stärken.  
Hinweisgeber (Whistleblower) schützen  
Die totalitären Tendenzen haben auch in Deutschland  
ein demokratiegefährdendes Maß angenommen.  
Die verfassungswidrige Grenzöffnung und die massiven  
Grundrechtseinschränkungen im Namen der  
Corona-Krise waren die bisherigen Höhepunkte im  
täglichen Bruch von Recht und Verfassung durch  
Regierungspolitiker. Die Mainstream-Medien haben ihre  
elementare Aufgabe als vierte Gewalt aufgegeben und  
kritisch-objektive Berichterstattung gegen Regierungs-  
lobhudelei getauscht. So bleiben oftmals nur noch alter-  
native Medien und Whistleblower zur Aufdeckung und  
Offenlegung regierungsamtlichen Unrechts. Aus diesem  
Grund sind anonyme Hinweisgeber zur Aufdeckung von  
Korruption, Machtmissbrauch und anderen Straftaten in  
Politik, Verwaltung, Wirtschaft und  
zivilgesellschaftlichen Organisationen unverzichtbar.  
Die EU-Richtlinie zum Hinweisgeberschutz ist  
unzureichend. Wir fordern ein einheitliches deutsches  
Gesetz mit verständlichen klaren Regeln sowie eine  
entsprechende Anpassung des Beamtenrechts. Wichtige  
Bestandteile eines solchen Gesetzes sind für uns vorge-  
schriebene interne Whistleblower-Kanäle und alternati-  
ve externe Meldemöglichkeiten bei einer unabhängigen,  
selbstständigen Behörde sowie der vollumfängliche  
Schutz des Hinweisgebers vor Repressalien, inklusive  
einer gesetzlich garantierten Vertraulichkeit.  
Freiheit und Verantwortung 25  
Wir wollen den Bürgern  
ihre informationelle  
Selbstbestimmung  
zurückgeben und diese  
verfassungsrechtlich  
stärken.  
26  
EU und Europa  
K A P I T E L 3  
27  
EU und Europa  
Ein Europa der Vaterländer  
Die AfD steht für die Freiheit und Selbstbestimmung der  
europäischen Nationen. Wir bekennen uns zu einem  
Europa der Vaterländer als einer Gemeinschaft  
souveräner Staaten, die auf all jenen Gebieten  
zusammenarbeiten, die gemeinsam besser gestaltet  
werden können. Dazu gehört insbesondere ein freier  
Handel mit fairem Wettbewerb.  
Eine staatsähnliche Europäische Union, wie sie von den  
etablierten Parteien angestrebt wird, halten wir im Sinne  
eines prosperierenden und friedlichen Europas für  
kontraproduktiv. Selbstverantwortliche und von  
lebendigen Demokratien gestaltete Nationalstaaten sind  
durch übernationale Einrichtungen nicht ersetzbar.  
Eine Gruppe benachbarter Staaten kann sehr gut auf  
völkerrechtlicher Basis konstruktiv und friedlich  
kooperieren. Der Versuch jedoch, aus derzeit 27 oder  
noch mehr Staaten mit jeweils eigenen Sprachen,  
Kulturen und historischen Erfahrungen einen wie auch  
immer ausgestalteten Gesamtstaat zu bilden, muss  
scheitern. Ein solches Gebilde verfügt weder über ein  
Staatsvolk, noch über das erforderliche Mindestmaß an  
kultureller Identität, welche notwendige Voraussetzun-  
gen für gelingende Staaten sind. Wir wollen den  
souveränen, demokratischen Nationalstaat erhalten.  
Nur dort kann Volkssouveränität gelebt werden, die  
Mutter und das Herzstück der Demokratie.  
28 EU und Europa  
Die AfD steht für die  
Freiheit und Selbstbe-  
stimmung der europäi-  
schen Nationen.  
Wir wollen den souve-  
ränen, demokratischen  
Nationalstaat erhalten.  
Zurückführung der Europäischen Union in einen  
Staatenbund souveräner Staaten  
Eine Union europäischer Staaten wird nur dann eine  
Zukunft haben, wenn es gelingt, dem sich immer  
schneller drehenden Rad der Entdemokratisierung und  
Zentralisierung in die Speichen zu greifen, bevor die  
heutige EU durch die Pervertierung ihrer Gründungs-  
idee an sich selbst zugrunde geht. Die wirtschafts-  
geschichtlich ungewöhnliche Idee einer Einheits-  
währung für wirtschaftlich völlig unterschiedlich  
entwickelte Staaten ist gescheitert. Es handelte sich um  
eine politische Wunschvorstellung, die mit  
ökonomischen Gesetzen nicht in Einklang zu bringen ist.  
Mit der Einführung des sogenannten „Corona-  
Wiederaufbaupaktes“ wurde die Transferunion in eine  
neue Dimension gehoben. Diese Transferunion steht  
nicht nur im Widerspruch zu den europäischen  
Verträgen und den Versprechen der deutschen Politiker,  
sondern wird den Abstieg aller europäischen  
Volkswirtschaften und Konflikte zwischen den Staaten  
zur Folge haben.  
Ein vergleichbares Versagen zeigt die EU in der jahrelang  
anhaltenden Migrationskrise. Auch das Krisen-  
management in der Corona-Krise war verheerend.  
Die Fehlentwicklungen in der Klima- und Energiepolitik  
treibt die EU durch unvorstellbar kostspielige Gesetzes-  
und Subventionspakete voran. Das langfristige Unheil  
dieser Verschuldungs- und Umverteilungs-Eskapaden  
wird vor allem den deutschen Steuerzahler treffen.  
EU und Europa 29  
Wir halten einen Austritt  
Deutschlands aus der  
Europäischen Union  
und die Gründung einer  
neuen europäischen  
Wirtschafts- und Inter-  
essengemeinschaft für  
notwendig.  
Die Vehemenz, mit welcher die Europäische Union die  
Transformation zum planwirtschaftlichen Superstaat  
in den letzten Jahren vorangetrieben hat, hat uns zu der  
Erkenntnis gebracht, dass sich unsere grundlegenden  
Reformansätze in dieser EU nicht verwirklichen lassen.  
Wir halten einen Austritt Deutschlands aus der  
Europäischen Union und die Gründung einer neuen  
europäischen Wirtschafts- und Interessengemeinschaft  
für notwendig.  
30 EU und Europa  
31  
32  
Steuern und  
Finanzen  
K A P I T E L 4  
33  
Steuern und Finanzen  
Keine EU-Steuern  
Das Recht, Steuern zu erheben, muss vollständig in  
nationaler Kompetenz der Mitgliedstaaten der Europäi-  
schen Union verbleiben. Steuereinnahmen bestimmen  
die nationalen Haushalte. Die Budgethoheit stellt die  
zentrale Kontrollmöglichkeit des Parlaments über das  
Regierungshandeln dar. Die im Zusammenhang mit dem  
“Recovery Fonds” von der EU-Kommission geforderte  
Einführung mehrerer Steuern in der Rechts-  
setzungs- und Ertragshoheit der EU muss daher  
verhindert werden.  
Für ein Steuersystem mit wenigen Steuerarten und  
verständlicher Systematik  
Das Steuerreformkonzept des ehemaligen  
Verfassungsrichters Kirchhoff ist ein gutes Beispiel für  
eine große Reform. In Orientierung daran könnten, bei  
Konzentration auf die beiden großen Steuerarten  
(Umsatzsteuer und Einkommenssteuer), die  
Grundsteuer, die Gewerbesteuer und etliche, nach  
ihrem Aufkommen betrachtet, weitere kleinere  
Verbrauchsteuern auf Bundesebene ersatzlos entfallen.  
So zum Beispiel die Energiesteuer, die  
Schaumweinsteuer und die Kaffeesteuer. Auf  
Landesebene sollten die Biersteuer und auf der  
Kommunalebene die Vergnügungssteuer, die  
Schankerlaubnissteuer, die Jagd- und Fischereisteuer  
und die Zweitwohnungssteuer entfallen. Ihnen allen ist  
gemeinsam, dass sie verwaltungsaufwendig und  
aufkommensschwach sind. Sie leisten keinen nennens-  
werten Beitrag zur Staatsfinanzierung.  
34 Steuern und Finanzen  
Das Recht, Steuern zu  
erheben, muss  
vollständig in  
nationaler Kompetenz  
der Mitgliedstaaten der  
Europäischen  
Union verbleiben.  
Abschaffung der Substanzsteuern  
Ähnlich verhält es sich mit den sogenannten  
Substanzsteuern. Dazu zählen die schon erwähnte  
Grundsteuer, die an Haus- und Grundbesitz anknüpft,  
die Vermögenssteuer sowie die Erbschafts- und  
Schenkungssteuer. Bei derzeit rund 800 Mrd. jährlichem  
Steueraufkommen des Gesamtstaates liegt deren Anteil  
insgesamt bei einem niedrigen einstelligen  
Prozentbetrag. Zudem ist die Vermögenssteuer bereits  
1995 für verfassungswidrig erklärt worden.  
Die Grundsteuer wird in der Gesetzgebungshoheit des  
Bundes geregelt. Ihr Aufkommen fließt ausschließlich  
den Kommunen zu. Auch sie wurde wegen der  
Bewertungsprobleme des Grund- und  
Gebäudevermögens für verfassungswidrig erklärt. Ihr  
steuersystematischer Erhebungsgrund ist unklar,  
weshalb ihre Existenzberechtigung und ihre  
Verfassungsmäßigkeit in der Rechtswissenschaft  
hochumstritten ist. Wenn sie in Wahrheit eine zweite  
Vermögenssteuer ist, wofür vieles spricht, ist sie  
ebenfalls konfiskatorisch und daher abzuschaffen. Ihr  
Aufkommen entspricht etwa 10 % des gesamten  
Steueraufkommens der Kommunen.  
Als Ersatzeinnahme für die Kommunen strebt die AfD  
eine Änderung des Verteilungsschlüssels der großen  
Steuerarten zu Gunsten der Kommunen an.  
Grundsätzlich ist es das Ziel der AfD, die Steuer- und  
Abgabenbelastung in Deutschland deutlich zu senken  
(laut OECD weltweit nur noch von Belgien übertroffen!).  
Steuern und Finanzen 35  
Grundsätzlich ist es das  
Ziel der AfD, die Steuer-  
und Abgabenlast in  
Deutschland deutlich zu  
senken.  
Es gilt, die in den letzten  
Jahren erfolgte massive  
Abwanderung von deut-  
schen Unternehmen  
und Fachkräften ins  
Ausland zu stoppen.  
Es gilt, die in den letzten Jahren erfolgte massive Abwan-  
derung von deutschen Unternehmen und Fachkräften  
ins Ausland zu stoppen und den Wirtschaftsstandort  
Deutschland für Investitionen wieder attraktiv zu ma-  
chen.  
Die Wirtschaftsstruktur Deutschlands ist, am welt-  
weiten Maßstab gemessen, extrem stark von mittel-  
ständischen Unternehmen geprägt. Sie beschäftigen  
die relativ meisten Arbeitnehmer, bilden mit Abstand  
die meisten Lehrlinge aus und existieren vielfach über  
mehrere Generationen. Im Falle des Unternehmens-  
übergangs im Erbgang, insbesondere auch innerhalb der  
Familie, wurde bei größeren Vermögen umso drastischer  
auf die Unternehmenssubstanz im Wege der Erbschafts-  
steuer steuerlich zugegriffen mit der Folge der Zerstö-  
rung funktionierender Unternehmen.  
Generationsübergreifender Werterhalt zum Nutzen  
von uns allen wird seit Jahrzehnten durch sozialistische  
Gleichheitsvorstellungen und klassenkämpferische  
Neidgefühle verhindert. Dem stellt sich die AfD  
entgegen. Erbgänge sind zunächst Angelegenheiten  
zwischen Erblassern und Erben. Es gibt keinen  
akzeptablen Grund, aus Trauerfällen Steuerfälle zu ma-  
chen.  
Die AfD fordert daher die Abschaffung der  
Erbschaftssteuer.  
36 Steuern und Finanzen  
Wir wollen den Erwerb  
von Wohneigentum  
erleichtern.  
Wir wollen ein Land von Wohnungseigentümern  
werden  
Der Erwerb von Grund und Boden und von Wohneigen-  
tum unterliegt der Grunderwerbsteuer. Sie bemisst sich  
in Prozenten der Erwerbskosten und erschwert damit  
die Eigentumsbildung breiter Bevölkerungsschichten,  
die weit überwiegend als Ziel eines selbstbestimmten  
Lebens den Erwerb von Wohnungseigentum anstreben.  
Deutschland ist europaweit mit unter 50 % das Land mit  
der geringsten Eigentumsquote bei der Wohnungsver-  
sorgung. Das wollen wir ändern und den Erwerb von  
Wohneigentum unter anderem durch die Abschaffung  
der Grunderwerbsteuer beim Erwerb von Immobilien  
zur Eigennutzung erleichtern. Bereits vor Jahrzehnten  
gab es für eine gewisse Zeit unter bestimmten Voraus-  
setzungen eine einmalige Grunderwerbssteuer-  
befreiung für den Erwerb von selbstgenutztem  
Wohnungseigentum.  
Elementare Steuergerechtigkeit statt Nominalwert-  
prinzip und Ungleichbehandlung von Steuerbürgern  
Da es nahezu immer eine gewisse Inflationierung des  
Geldes gibt, war und ist es ein Akt grober  
Ungerechtigkeit, die progressive Tabellenbelastung des  
Einkommens und die Bemessungsgrundlagen, die  
durch Freibeträge, Freigrenzen, Pauschbeträge und  
Pauschalen maßgeblich bestimmt werden, über lange  
Zeiträume nominal konstant zu lassen („kalte  
Progression”). Bei einer Inflation von jährlich 2 %  
schmelzen Freibeträge innerhalb von 10 Jahren um über  
20 % ihres ursprünglich gesetzgeberisch gewollten Geld-  
wertes ab.  
Steuern und Finanzen 37  
Die AfD setzt sich ein  
für die Reduzierung der  
Steuer- und Abgaben-  
quote.  
Das Gleiche gilt für die überproportional steigende Steu-  
erlast bei lediglich nominalem Einkommenswachstum  
durch die Festschreibung der Steuertabelle.  
Seit der 18. Legislaturperiode des Bundestages werden  
zwar durch Einzelgesetze die Kinder- und die Grund-  
freibeträge an die Inflation angepasst und inzwischen  
auch die Tabellenbeträge angehoben. Im Jahrzehnt davor  
ist dies jedoch nicht geschehen, mit der Folge,  
dass man in Deutschland, etwa im krassen Unterschied  
zur Schweiz, mit leicht überdurchschnittlichem  
Einkommen bereits zu Teilen mit dem Spitzensteuersatz  
belastet wird. Es ist ein Gebot elementarer Gerechtigkeit,  
für beide Phänomene eine automatische gesetz-  
geberische Dynamisierung vorzunehmen. Dies wurde  
daher auch von der AfD-Bundestagsfraktion wiederholt  
in Antragsform gefordert.  
Genauso elementar wird die Steuergerechtigkeit  
verletzt, wenn der Solidaritätszuschlag, der aus Gründen  
der Finanzierung des Aufbau Ost eingeführt wurde, nach  
dem Wegfall dieser Transferleistungen nicht ebenfalls  
entfällt. Maßgebliche Verfassungsrechtler halten die  
nunmehrige vollständige Abschaffung des „Soli“ für  
verfassungsrechtlich zwingend geboten.  
Die AfD-Bundestagsfraktion hat bereits mehrfach  
entsprechende Anträge im Bundestag zur Abstimmung  
gestellt, die alle mit breiter Mehrheit abgelehnt wurden.  
Mit Wirkung für 2021 wurde nunmehr für untere und  
mittlere Einkommensgruppen der Steuerzuschlag  
abgeschafft - mit der Konsequenz, dass etwa die Hälfte  
der 20 Mrd. des jährlichen Aufkommens entfällt.  
38 Steuern und Finanzen  
Die AfD fordert die  
Einführung einer  
Digitalsteuer, die nicht  
auf den Gewinn,  
sondern auf den Umsatz  
der Digital-Konzerne  
erhoben wird.  
Die zweite Hälfte des Aufkommens bleibt jedoch –  
beispielsweise auch für alle kleinen GmbH – für die  
übrigen Einkommensteuerzahler als Zusatzbelastung  
erhalten. Der Grundsatz der Gleichbehandlung aller  
Steuerzahler wird damit eklatant verletzt.  
Das Bundesverfassungsgericht wird über die  
Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens zu entscheiden haben.  
Besteuerung an Digitalzeitalter anpassen:  
Einführung einer Digitalsteuer  
Die AfD fordert die Einführung einer Digitalsteuer für  
Tech-Riesen („Gafam“), die nicht auf den Gewinn,  
sondern auf den Umsatz dieser Unternehmen erhoben  
wird. Denkbar ist dabei die Besteuerung von Umsätzen  
aus dem Platzieren personalisierter Werbung auf der  
Basis von Nutzerdaten, Umsätzen aus Vermittlungs-  
diensten zwischen Nutzern und Umsätzen aus dem  
Verkauf von Nutzerdaten. Da die Verhandlungen über  
die Einführung einer Digitalsteuer auf europäischer  
Ebene vorerst gescheitert sind, planen bereits mehrere  
europäische Länder eine entsprechende Regelung auf  
nationaler Ebene oder haben eine solche in Teilen  
bereits umgesetzt. Deutschland sollte sich zügig  
anschließen und eine nationale Digitalsteuer auf den  
Weg bringen.  
Steuern und Finanzen 39  
40  
Wirtschaft: Für  
einen „Blue Deal“  
K A P I T E L 5  
41  
Wirtschaft: Für einen „Blue Deal“  
Wirtschafts- und Innovationspolitik für Deutschland  
Die AfD steht für eine marktwirtschaftliche  
Wirtschaftspolitik: Schutz des Eigentums,  
Vertragsfreiheit, die Einheit von Handeln und Haftung,  
Berufsfreiheit und eine wettbewerbliche  
Wirtschaftsordnung sind elementare Bestandteile einer  
freiheitlichen und prosperierenden bürgerlichen  
Gesellschaft. Diese wollen wir erhalten und  
Fehlentwicklungen korrigieren.  
In den letzten Jahren haben sich die Bedingungen zur  
Mehrung des Wohlstandes verschlechtert. Die weltweite  
Konjunktur hat an Fahrt verloren. Politisch initiierte  
Umbrüche wie die „Klimarettung“ fordern enorme  
Investitionen und Umstrukturierungen und treffen  
manche Branchen brachial. So wird der Kern der  
deutschen Wirtschaft geschwächt. Gleichzeitig liegt  
Deutschland gemäß einer Studie der Europäischen  
Zentralbank bei diversen Wohlstandsindikatoren im  
europäischen Vergleich auf den hinteren Plätzen.  
In dieser Situation legt die Corona-Pandemie die  
internationale Wirtschaft zeitweise weitgehend lahm  
und führt zu einem dramatischen Rückgang der  
Wertschöpfung. Die deutsche Volkswirtschaft ist  
exportorientiert und von internationaler Arbeitsteilung  
abhängig. Deshalb ist unser Land ganz besonders von  
den weltweiten Auswirkungen der Corona-Krise  
betroffen.  
Die AfD will deshalb die Volkswirtschaft auf einen  
normalen Entwicklungspfad zurückführen.  
42 Wirtschaft: Für einen „Blue Deal“  
Die AfD steht für eine  
marktwirtschaftliche  
Wirtschaftspolitik. Wir  
wollen die Wirtschaft  
von politisch herbei-  
geführtenBelastungen  
komplett befreien.  
Den Mittelstand entlasten  
Der deutsche Mittelstand stellt nicht nur einen Großteil  
der Arbeitsplätze bereit, er bildet auch mit seiner  
Flexibilität und seinem Erfindungsreichtum einen  
Stabilitätsanker für unsere Wirtschaftsstruktur. Dies  
schafft er oft ohne staatliche Subventionen und Steuer-  
erleichterungen, von denen vor allem Großkonzerne  
profitieren.  
Er verkraftet aber nicht die Doppelbelastung durch  
politisch initiierte Strukturbrüche und pandemie-  
bedingte Einschränkungen. Billionenschwere Rettungs-  
pakete können nicht eine Erholung der Realwirtschaft  
ersetzen oder über Nacht herbeiführen; stattdessen  
wird damit nur eine Umverteilung im Sinne der „Großen  
Transformation“ und zum Nachteil unserer Konkurrenz-  
fähigkeit auf dem Weltmarkt vorangetrieben.  
Politisch induzierte Belastungen aussetzen  
Wir wollen die Wirtschaft von politisch herbeigeführten  
Belastungen komplett befreien. Dafür wollen wir, wo  
nötig, auch die Rechtslage anpassen. Davon unbenom-  
men setzen wir uns auf nationaler Ebene für eine Ent-  
schädigung der Wirtschaftssektoren ein, die von  
den Corona-Maßnahmen besonders betroffen sind.  
Technologieführerschaft mit „Blue Deal“  
Der deutsche Erfindergeist ist legendär. Heute sind  
Erfinder aber mobil und wandern oft aus, da sie hier mit  
Auflagen gegängelt werden und nicht die Entwicklungs-  
unterstützung und Geldgeber finden, die den Aufbau  
eines Unternehmens fördern.  
Wirtschaft: Für einen „Blue Deal“ 43  
Wir setzen uns für die  
Entschädigung der  
Wirtschaftssektoren  
ein, die in Deutschland  
von den Corona-Maß-  
nahmen besonders  
betroffen sind.  
Diese Entwicklung müssen wir umkehren. Wir wollen  
mit einem Blue-Deal-Entwicklungsplan Investitionen in  
Technologieführerschaft entfesseln, indem wir:  
Schulbildung, Hochschulbildung und Forschung  
verstärkt auf MINT-Fächer ausrichten,  
die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in  
Produkte fördern,  
Selbständigkeit und Erfindergeist fördern und damit  
die Dynamik kleiner innovativer Einheiten nutzen.  
Technologische und wirtschaftliche Zukunftschancen  
sehen wir beispielsweise  
im Wiederaufbau eines nationalen  
pharmazeutisch-medizinischen Kompetenz-Clusters,  
in Aufstellung und Umsetzung eines Entwicklungs-  
plans Quantencomputing,  
in der Entwicklung von Technologien und Geschäfts-  
modellen zur Weltraumnutzung.  
Dazu wollen wir  
die Rahmenbedingungen für Investitionen im Inland  
verbessern,  
die Infrastruktur auf einen zeitgemäßen Stand  
bringen,  
Staatseingriffe in den Energiemarkt beenden, damit  
der Wirtschaftsstandort Deutschland international  
wettbewerbsfähig bleibt.  
44 Wirtschaft: Für einen „Blue Deal“  
Die AfD will die  
Rahmenbedingungen  
für Investitionen durch  
eine zeitgemäße  
Infrastruktur und die  
Beendigung von Staats-  
eingriffen in den  
Energiemarkt  
verbessern.  
Wir wollen Bürokratie abbauen und den Staat effizienter  
machen durch  
Entschlackung und Flexibilisierung des Arbeitsrechts,  
Beendigung der Benachteiligung des Mittelstands  
gegenüber multinationalen Großkonzernen,  
Sicherstellung verlässlicher rechtlicher und regulato-  
rischer Rahmenbedingungen ,  
Überprüfung, ggf. Abbau bzw. Befristung von Regulie-  
rungen und Subventionen,  
Überprüfung und Reduzierung der wirtschaftsrele-  
vanten Rechtsgebiete auf Streitanfälligkeit.  
Soziale Marktwirtschaft statt  
sozialistischer „Industriepolitik“  
Zu unserem Verständnis von Sozialer Marktwirtschaft  
gehört ein gedeihliches Zusammenwirken von  
Unternehmern und Beschäftigten. Sie sind keine  
Gegner, sondern kooperieren im Geiste der  
Sozialpartnerschaft, um betriebliche Ziele zu erreichen  
und Interessengegensätze ins Gleichgewicht zu bringen.  
Als AfD bekennen wir uns zur Mitwirkung und  
Mitbestimmung der Beschäftigten in den Betrieben und  
zu allgemeinverbindlichen Tarifverträgen. Forderungen  
nach Enteignungen, Abschaffung von Privateigentum  
und Vertragsfreiheit, hetzerische Klassenkampfrhetorik  
oder vorsätzlich herbeigeführte Konflikte durch  
Vertreter linker Parteien lehnen wir dagegen  
entschieden ab. Sie gefährden den sozialen Frieden und  
eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.  
Wirtschaft: Für einen „Blue Deal“ 45  
Forderungen nach Ent-  
eignungen, Abschaffung  
von Privateigentum und  
Vertragsfreiheit lehnen  
wir entschieden ab.  
Die Zukunft der organisierten Unternehmer- und  
Beschäftigtenvertreter ist blau:  
Unser sozialpolitisches Ziel bleibt „Wohlstand für alle“!  
Wir lehnen es ab, dass sich die Bundesregierung  
zunehmend als Unternehmer versteht und betätigt. Sie  
nimmt direkten Einfluss auf Unternehmen und Innova-  
tionen und versucht die Wirtschaft durch Vorgaben und  
Subventionen zu steuern. Diese Art von Staatswirtschaft  
führt regelmäßig in den wirtschaftlichen Niedergang.  
Wir wollen die Soziale Marktwirtschaft von  
Ludwig Erhard wiederbeleben und Wohlstand für alle  
schaffen. Die Aufgabe des Staates soll die Erhaltung des  
Wettbewerbs und die Verhinderung von Monopolen,  
Kartellen und sonstigen, den Marktmechanismus  
schädigenden Einflüssen sein.  
Der Schutz vor Wettbewerb, staatlich verordneten  
Preiserhöhungen für vermeintlich gute Zwecke oder die  
von der Bundesregierung propagierte Schaffung  
„europäischer Monopole“ gehören nicht dazu.  
46 Wirtschaft: Für einen „Blue Deal“  
47  
48  
Der Euro ist  
gescheitert  
K A P I T E L 6  
49  
Der Euro ist gescheitert  
Die seit 30 Jahren laufende, schleichende Umwandlung  
des Staatenbunds Europa in einen EU-Zentralstaat ist  
von den europäischen Völkern nie gewollt oder  
demokratisch legitimiert worden. Der Euro besitzt nicht  
die institutionelle Grundlage, die unabdingbare  
verfassungsrechtliche Voraussetzung für seine  
Legitimität wäre. Die EU geriert sich heute als  
Bundesstaat – und nicht mehr als Staatenbund  
souveräner Nationalstaaten.  
Die Geschäftsgrundlage des Euro ist ebenfalls schon seit  
über zehn Jahren zerstört. Mit der Corona-Krise sind nun  
auch noch die letzten Hemmungen zum  
Verfassungsbruch gefallen. Wir erleben heute eine  
vertragswidrige, sogar sozialistische Gemeinschafts-  
haftung, Transferzahlungen und eine Verschuldung auf  
Ebene der EU sowie eine verbotene Staatsfinanzierung  
und mandatswidrige Wirtschaftspolitik durch die EZB –  
alles weitgehend auf Deutschlands Kosten.  
Deutschland muss aus dem untergehenden  
Euro-System austreten  
Die AfD steht auch in der Währungspolitik für ein auf  
sozialer Marktwirtschaft und nationaler Eigenverant-  
wortung basierendes, freundschaftliches Miteinander in  
Europa.  
Die Grundlage der Eurowährung war: Vermeidung über-  
bordender Schulden in allen EU-Staaten und keine  
Haftung der Staaten untereinander. Beide Regeln  
werden permanent gebrochen. Der Euro wird heute  
50 Der Euro ist gescheitert  
Wir wollen die  
„Transferunion“  
aufkündigen und  
wieder eine nationale  
Währung einführen.  
jeden Tag mit Milliardenbeträgen „gerettet“. Dies über  
billionenschwere Garantien, Bürgschaften und sogar  
direkte Geldgeschenke an „notleidende“ Staaten;  
über „Fazilitäten“, „Wirtschaftsstabilisierungsfonds“,  
„Next-Generation-EU“-Fond, „Europäische  
Stabilitäts-Mechanismen“, EU-Kurzarbeiterprogramme,  
zinsfreie Kredite, Verrechnungskredite (Target2),  
Aufkäufe von Staatsanleihen durch das EZB-Noten-  
banksystem.  
All diese Maßnahmen sind ebenso wie geplante  
EU-Steuern illegal, da sie gegen die Verbote der  
monetären Staatsfinanzierung oder der gegenseitigen  
Haftungsübernahme verstoßen.  
Deshalb muss Deutschland diese „Transferunion“  
aufkündigen und den Irrweg der Dauerrettung durch  
Wiedereinführung einer nationalen Währung beenden,  
ggf. unter paralleler Beibehaltung des Euro oder einer  
ECU-ähnlichen flexibleren Verrechnungseinheit. Jede  
weitere Teilnahme an der „Rettungspolitik” kommt einer  
Insolvenzverschleppung auf Kosten künftiger deutscher  
Steuerzahler gleich.  
Keine Schuldenaufnahme durch die EU,  
Hilfskredite nur auf nationaler Ebene  
Die EU maßt sich heute an, entgegen dem Wortlaut  
der EU-Verträge eigene Schulden aufzunehmen. Dabei  
werden die Mittel durch Neuverschuldung beschafft  
und anschließend von EU-Bürokraten über unzählige,  
zumeist ideologisch motivierte Projekte nach Guts-  
herrenart ausgegeben. Haftung und Tilgung verbleiben  
jedoch bei den Nationalstaaten. Die Mithaftung  
Deutschlands für diese von der EU aufgenommenen  
Der Euro ist gescheitert 51  
Die AfD fordert eine  
sofortige Einstellung  
jeglicher  
Kreditaufnahme der EU,  
die zu Lasten künftiger  
deutscher Generationen  
gehen würde.  
Kredite, die weitgehend den Euro-Krisenländern  
zugutekommen werden, führt zwangsläufig zu einer  
Verschlechterung der Bonität Deutschlands.  
Die AfD fordert eine sofortige Einstellung jeglicher  
Kreditaufnahme der EU, die zu Lasten künftiger  
deutscher Generationen gehen würde. Wenn Kredite zur  
Abmilderung der Folgen von überzogenen Corona-  
Maßnahmen der Regierung aufgenommen werden,  
dann darf dies ausschließlich auf nationaler Ebene  
geschehen.  
Zusätzliche Inflationierung durch überzogene  
Corona-Maßnahmen beenden  
Durch die überzogene Politik der Bundesregierung, der  
EU und der EZB in der Corona-Krise drohen gleichzeitig  
eine wirtschaftliche Depression und eine massive  
Teuerung, da große Teile der „Corona-Förder-  
programme“ unproduktiv sind und als reine Geld-  
mengenausweitung in den Konsum fließen, der auf der  
Angebotsseite nicht befriedigt werden kann.  
Die AfD fordert, die Corona-bedingten Ausgabenpro-  
gramme und die dazugehörige Verschuldung auf das  
notwendige Maß zu beschränken. Die Bundesregierung  
darf keinen EU-Corona-Programmen zustimmen, für die  
Deutschland nur mithaftet, aus denen es wenig Leistung  
erhält, aber durch die drohende Inflation zusätzliche  
Schäden erleiden wird.  
52 Der Euro ist gescheitert  
Die AfD fordert: Die  
Bundesregierung  
darf keinen EU-  
Corona-Programmen  
zustimmen, für die  
Deutschland nur mit-  
haftet und aus denen es  
wenig Leistung erhält.  
EZB-Nullzinspolitik beenden  
Die EZB sollte eine zweite Deutsche Bundesbank sein.  
Stattdessen betreibt sie eine Währungspolitik der  
wirtschaftsfeindlichen Null- und Negativzinspolitik.  
Diese zerstört langfristig alle kapitalgedeckten Alters-  
sicherungssysteme von Betriebsrenten, über staatlich  
geförderte kapitalgedeckte Rentensysteme, private  
Lebensversicherungen bis zu privaten Sparvermögen.  
Inzwischen fehlen über die vergangenen Jahre mehr  
als 500 Mrd. Euro für die Altersvorsorge der Deutschen.  
Die Negativzinspolitik der EZB führt dazu, dass nicht  
mehr wettbewerbsfähige Unternehmen als „Zombies“  
im Markt verbleiben und den gesunden Unternehmen  
einen unfairen Wettbewerb liefern.  
Nullzinsen führen zu gravierender Kapitalfehlallokation  
in der Realwirtschaft. In Deutschland könnten  
inzwischen 20% bis 50% der Firmen ihre Kapitalkosten  
in einem normalen Zinsumfeld nicht mehr verdienen.  
Das kommt einer permanenten, staatlich geförderten  
Insolvenzverschleppung durch die Bundesregierung  
gleich. Bereits nach wenigen Jahren wird das zu kas-  
kadenartigen Zusammenbrüchen von sogar bis dahin  
noch gesunden Unternehmen führen und den Auftakt  
zu einer umfassenden Depression bilden. Negativzin-  
sen führen außerdem zu weiteren volkswirtschaftlichen  
Schäden, weil der deutsche Kapitalstock von vielen  
Billionen Euro nicht rentabel eingesetzt werden kann.  
Die durch die EZB-Politik verursachte Wechselkursab-  
wertung und die Preisexplosion am Aktien- und Immo-  
bilienmarkt zerstören die Kaufkraft, wovon insbesondere  
Der Euro ist gescheitert 53  
Die AfD will die  
kapitalgedeckten Alters-  
sicherungssysteme wie  
Betriebsrenten, private  
Lebens-  
versicherungen bis zu  
privaten Sparvermögen  
erhalten und lehnt des-  
wegen die Nullzins-  
politik der EZB  
entschieden ab.  
Arbeitnehmer und Rentner betroffen sind. Die Zins-  
manipulation treibt die Immobilienpreise nach oben  
und damit auch die Mieten. Negativzinsen enteignen  
Sparer, Mieter und Rentner und führen langfristig zu  
Altersarmut.  
Weiterhin führt die EZB-Politik zur Zerstörung der  
Märkte für Anleihen. Während die Deutsche Bundes-  
bank nur einmal in 50 Jahren Staatsanleihen angekauft  
hat, ist das für die EZB seit 2015 das tägliche „Geschäfts-  
modell“. Per Ende 2020 hatte sie für fünf Billionen Euro  
staatliche und private Anleihen erworben; zu großen  
Teilen betreibt die EZB dabei auch noch ideologische  
und verbotene Wirtschaftspolitik. Diese suprastaatliche  
„Rettungspolitik” verletzt geltendes EU-Recht, darunter  
das Verbot der Staatsfinanzierung durch die Zentralbank  
und das Verbot der Haftung für Schulden anderer Mit-  
gliedstaaten. Die Rettungspolitik verstößt zudem gegen  
alle seit den 1990er-Jahren gegebenen Zusicherungen,  
„niemals eine Haftung Deutschlands für andere Staaten“  
zuzulassen.  
Die AfD fordert eine Rückkehr zum Recht: (1) Alle  
Maßnahmen der EZB zur Manipulation des freien  
Kapitalmarkts müssen eingestellt werden, (2) keine  
Staatsfinanzierung durch die EZB, (3) keine faktische  
Vergemeinschaftung der Schulden, (4) Beschränkung  
der EZB auf reine Geldpolitik, (5) keine heimliche und  
hoch ideologische Wirtschaftspolitik über „Green Deal“  
und Anleihekäufe und (6) Ende der Nullzins-Politik und  
der EZB-Anleihekaufprogramme. (7) Die Bundesbank  
wird aufgefordert, sich mit allen Mitteln bei der EZB  
dafür einzusetzen, um eine Änderung der Geschäfts-  
ordnung bei den Abstimmungsmodalitäten bzgl. der  
Stimmrechte der Mitglieder des EZB-Rates bei geld-  
54 Der Euro ist gescheitert  
Die AfD fordert: Alle  
Maßnahmen der Euro-  
päischen Zentralbank  
zur Manipulation des  
freien Kapitalmarkts  
müssen eingestellt  
werden.  
politischen Entscheidungen herbeizuführen. Die Stimm-  
rechte der Mitglieder des EZB-Rates haben sich am  
Anteil des haftenden Eigenkapitals der Mitgliedsstaaten  
zu orientieren. Das bisher praktizierte Rotations-  
verfahren ist zu verwerfen.  
Wohlstand und sozialer Frieden in Europa durch  
Wiedereinführung nationaler Währungen  
Der Euro ist für ein Wirtschaftsgebiet mit derzeit 19 sehr  
unterschiedlich leistungsfähigen Volkswirtschaften eine  
Fehlkonstruktion und kann in dieser Form weder öko-  
nomisch noch sozial funktionieren. Die Arbeitslosigkeit  
ist seit Jahren im Süden Europas erschreckend hoch als  
Folge der fehlenden bzw. verloren gegangenen Wett-  
bewerbsfähigkeit dieser Länder innerhalb des Euro-  
Korsetts. Auch die soziale Euro-Krise ist ein systemi-  
sches Problem. Die Lösung besteht in der Wiedereinfüh-  
rung der nationalen Währungen, in denen sich die  
Leistungen der jeweiligen Volkswirtschaften  
widerspiegeln.  
Durch nationale Währungen wird jeder Staat wieder für  
seine Wirtschafts-, Währungs- und Finanzpolitik verant-  
wortlich und erhält damit seine politische Souveränität  
zurück. Damit werden auch die internen Konflikte in der  
Euro-Zone gelöst: Keinem früheren Euroland müssen  
danach noch strenge Vorgaben gemacht werden, um  
seine im Euro-Korsett verloren gegangene Wettbe-  
werbsfähigkeit wiederherzustellen.  
Die Staaten können ihre Wettbewerbsfähigkeit dann  
wieder, wie vor der Euro-Einführung, durch eigene  
Der Euro ist gescheitert 55  
Die wiedereingeführte  
Deutsche Mark würde  
ihre hohe Kaufkraft  
gegenüber den anderen  
Ländern analog zur  
hohen Leistungsfä-  
higkeit der deutschen  
Wirtschaft  
wiedergewinnen.  
Entscheidung über die Veränderung des Wechselkurses  
wiederherstellen. Die wiedereingeführte Deutsche Mark  
würde ihre hohe Kaufkraft gegenüber den anderen  
Ländern analog zur hohen Leistungsfähigkeit der  
deutschen Wirtschaft wiedergewinnen. Die Senkung der  
Importpreise würde zu steigenden Realeinkommen  
führen, die der gesamten deutschen Volkswirtschaft  
zugute kämen und nicht nur, wie derzeit, einigen Export-  
firmen.  
Der ehemalige Bundeswirtschafts- und Finanzminister  
Schiller hatte dies einst so formuliert: „Jede Währungs-  
aufwertung ist eine Sozial-Dividende für das deutsche  
Volk, denn ihr könnt danach im Supermarkt alles billiger  
kaufen“.  
Der AfD ist bewusst, dass die Wiedereinführung der  
nationalen Währung nicht ohne Umstellungs-  
belastungen erfolgen kann. Diese werden jedoch niedri-  
ger sein als die Kosten des weiteren Verbleibs im  
Eurosystem.  
Erhalt des Bargelds: Bargeld ist Freiheit und  
Schutz vor Enteignung und Totalüberwachung  
Unser Bargeld ist in Gefahr. Mit Unterstützung von  
Bundesregierung, IWF und EZB wird die Abschaffung  
des Bargelds vorbereitet. Mit dessen Abschaffung würde  
die Rolle des Geldes als gebührenfreiem Wert-  
speicher eingeschränkt. Eine Abschaffung des Bargeldes  
macht im Krisenfall die Enteignung von Kontoinhabern  
möglich. Bargeld ist ein natürliches Bollwerk gegen  
enteignende Negativzinsen. Ein Bargeldverbot würde  
bedeuten, dass Zahlungsvorgänge nur noch elektronisch  
stattfinden können. Dies eröffnet dem Staat und Banken  
56 Der Euro ist gescheitert  
Die AfD fordert den  
dauerhaften Erhalt der  
uneingeschränkten  
Bargeldnutzung als  
wichtigem bürgerlichen  
Freiheitsrecht und seine  
Verankerung im Grund-  
gesetz.  
die totale Kontrolle über alle Geldströme und  
Wirtschaftsaktivitäten, über alle Finanztransaktionen,  
unter Umständen sogar über Aufenthaltsorte aller  
Bürger. Aus dem gläsernen Bankkunden würde der  
gläserne Mensch – Vollüberwachung bis in private, ja  
intime Lebensbereiche. Mit einem freiheitlichen Rechts-  
staat sind solche Kontrollmöglichkeiten nicht vereinbar.  
Die AfD fordert den dauerhaften Erhalt der  
uneingeschränkten Bargeldnutzung als wichtigem  
bürgerlichen Freiheitsrecht und seine Verankerung  
im Grundgesetz. Die AfD spricht sich auch gegen von  
Zentralbanken herausgegebene digitale Währungen aus,  
die ein Einfallstor für die schleichende Abschaffung des  
Bargeldes wären. Die Verfügbarkeit und Wert-  
aufbewahrungsfunktion des Bargeldes muss erhalten  
bleiben.  
Target-2-Risiko beenden  
Auf der Aktivseite der Bundesbankbilanz belaufen sich  
die Überziehungskredite einzelner Notenbanken der  
Euro-Staaten (Target-2-Forderungen der  
Gläubigerstaaten) auf über eine Billion Euro. Diese  
Forderungen der Deutschen Bundesbank sind  
unbesicherte, derzeit unverzinste, nicht fällig stellbare  
Forderungen. Ihre Beitreibung ist mangels Sicherheiten  
ungewiss. Es gibt eine Reihe wahrscheinlicher Szenarien  
für eine Ausbuchung dieser Beträge. Target-2-  
Wertverluste stellen ein hohes Milliarden-Risiko für den  
Bundeshaushalt und damit für den deutschen  
Steuerzahler dar. Sicher ist, dass die EZB als Anspruchs-  
gegner der Bundesbank im Falle einer (Teil-)Auflösung  
der Eurozone die deutschen Target-Forderungen nur  
Der Euro ist gescheitert 57  
Als Sofortmaßnahme  
fordert die AfD die Bun-  
desregierung und die  
Deutsche Bundesbank  
auf, die Überbeanspru-  
chung des Verrech-  
nungskontos „Target-2“  
zu unterbinden.  
noch in abgewerteten Euros oder gar nicht mehr zurück-  
zahlen wird. Wegen der substanzlosen Target-  
Forderungen kommen die noch immer sehr hohen  
deutschen Außenhandelsüberschüsse innerhalb der  
Eurozone der deutschen Volkswirtschaft kaum noch  
zugute.  
Als Sofortmaßnahme fordert die AfD darum die Bundes-  
regierung und die Deutsche Bundesbank auf, die bislang  
geduldete Überbeanspruchung des Verrechnungskontos  
„Target-2“ zu unterbinden. Die Target-2-Forderungen der  
Deutschen Bundesbank sind abzuschmelzen,  
täglich auszugleichen, angemessen zu verzinsen und mit  
Sicherheiten zu unterlegen. Die AfD ist auch offen für  
weitere sinnvolle Vorschläge, die Target-Forderungen zu  
„monetarisieren“ bzw. nutzbar zu machen. So könnte die  
Bundesbank z. B. ihre Target-Forderungen am Kapital-  
markt an Investoren weiterverkaufen und die erhaltenen  
Mittel in ausländischen Aktien, ausländischem Gold  
oder anderen Sachwerte anlegen.  
Nationale Investitionen  
Solange der Euro zu Lasten Deutschlands weiterbesteht,  
kann und sollte auch Deutschland einen großen Teil  
seines Refinanzierungsbedarfs über die EZB und die EU  
abwickeln. Notprogramm-Mittel sind strikt für Hilfen  
und Investitionen in Deutschland einzusetzen und wo  
immer möglich über EU oder EZB zu finanzieren. Auch  
der deutsche Target-Forderungssaldo sollte dafür  
mobilisiert werden.  
58 Der Euro ist gescheitert  
Die AfD fordert die  
Deutsche Bundesbank  
auf, das im Ausland  
gelagerte Staatsgold  
vollständig und  
umgehend nach  
Deutschland zu über-  
führen.  
Absicherung gegen die Eurokrise,  
Geldsystem reformieren, deutsches Staatsgold  
vollständig zurück nach Deutschland  
Deutschland muss auch in einem plötzlichen währungs-  
politischen Krisenfall handlungsfähig sein. Bei einer  
Wiedereinführung der Deutschen Mark könnte das  
teilweise im Ausland gelagerte Staatsgold als  
temporäre Deckungsoption dienen. Gold ist nach aller  
historischer Erfahrung eine potenzielle Deckung für eine  
neue Währung, was besonders in Krisen-  
situationen bzw. nach Einführung einer neuen Währung  
zum Vertrauensaufbau relevant wird. Staatsgold muss  
ohne Gegenparteien- oder Verwahrrisiko im eigenen  
Land aufbewahrt werden.  
Die AfD fordert die Deutsche Bundesbank auf, das im  
Ausland gelagerte Staatsgold vollständig und umgehend  
nach Deutschland zu überführen. Zudem fordert die AfD  
die Herbeiführung eines verfassungsrechtlich  
abzusichernden bilanziellen Sonderstatus der  
Goldreserve zur Abwehr der Ausbuchungsgefahr  
aufgrund der sich seit 2007 dramatisch  
verschlechternden Qualität der Bundesbank-Bilanz.  
Langfristig halten wir eine grundsätzliche Reform des  
Geldsystems für notwendig, hin zu einem freien  
Währungswettbewerb oder einem goldgedeckten  
Währungssystem.  
Der Euro ist gescheitert 59  
60  
Außen- und  
Verteidigungs-  
politik  
K A P I T E L 7  
61  
Außen- und Verteidigungspolitik  
Die Außenpolitik Deutschlands muss sich an  
deutschen Interessen ausrichten  
Deutschland ist als eine der bedeutenden Wirtschafts-  
und Kulturnationen der Welt daran interessiert, zu allen  
Staaten gute Beziehungen zu pflegen und das friedliche  
Zusammenleben der Völker zu fördern.  
Die AfD bekennt sich zu den Werten der Charta der  
Vereinten Nationen und des Völkerrechts. Insbesondere  
das Selbstbestimmungsrecht der Völker darf nicht durch  
die Agenden zwischenstaatlicher Organisationen, von  
NGOs und durch den Machtzuwachs großer, global  
agierender Konzerne ausgehöhlt werden.  
Die internationalen Beziehungen befinden sich im  
Umbruch hin zu einer multipolaren Weltordnung.  
Sicherheitspolitisch ist dabei langfristig die Erlangung  
strategischer Autonomie für Deutschland und seine  
europäischen Partner anzustreben. In diesem Rahmen  
muss Deutschland seine Rolle in Europa  
verantwortungsbewusst wahrnehmen.  
Die Vergemeinschaftung der europäischen Außen- und  
Sicherheitspolitik (GASP) und den europäischen  
Auswärtigen Dienst lehnt die AfD ab.  
Eine stabile europäische Friedensordnung bedarf einer  
ausgewogenen Zusammenarbeit sowohl mit den USA als  
auch mit Russland. Dabei sind die legitimen Sicherheits-  
interessen aller europäischen Staaten zu berücksichtigen.  
62 Außen- und Verteidigungspolitik  
Die Vergemeinschaf-  
tung der europäischen  
Außen- und Sicherheits-  
politik (GASP) und den  
europäischen  
Auswärtigen Dienst  
lehnt die AfD ab.  
Auch die Vereinten Nationen sind so zu reformieren,  
dass den veränderten Gewichtungen in der Welt Rech-  
nung getragen wird. Wir streben einen ständigen Sitz  
Deutschlands im Sicherheitsrat sowie die Abschaffung  
der gegen Deutschland gerichteten Feindstaaten-  
klausel in der Charta der Vereinten Nationen an und  
wollen den UN-Migrationspakt (Global Compact for  
Migration) aufkündigen.  
Die AfD fordert eine strikte Einhaltung des Nicht-  
einmischungsgebots in innere Angelegenheiten von  
Staaten, auch durch nichtstaatliche Akteure. Die Rolle  
der OSZE bei der Stabilisierung von Krisenregionen in  
Europa und seiner Peripherie hat sich dank des  
Konsensprinzips bewährt und muss ausgebaut werden.  
Wir setzen uns nachdrücklich für die Stärkung und  
Erweiterung der Kontrollmechanismen in der nuklearen  
und konventionellen Rüstung ein sowie für die Neu-  
verhandlung kürzlich ausgesetzter Verträge (INF, Open  
Skies).  
Der islamistische Terrorismus stellt weiterhin eine  
ernste Bedrohung der internationalen Staaten-  
gemeinschaft dar. Er muss mit allen zur Verfügung  
stehenden legalen Mitteln bekämpft werden.  
Außen- und Verteidigungspolitik 63  
Die AfD fordert eine  
strikte Einhaltung des  
Nichteinmischungs-  
gebots in innere Angele-  
genheiten von Staaten.  
Das Verhältnis zu wichtigen Staaten im  
Wandel der Geopolitik  
Die Mitgliedschaft in der NATO und eine aktive Rolle  
Deutschlands in der OSZE sind bis auf Weiteres zentrale  
Elemente unserer Sicherheitsstrategie.  
Die NATO muss aber wieder ein reines Verteidigungs-  
bündnis werden. Die AfD tritt dafür ein, das Einsatz-  
gebiet der NATO auf das Gebiet der Bündnisstaaten zu  
begrenzen.  
Die USA sind derzeit der stärkste Bündnispartner  
Deutschlands. Leitbild der Beziehungen zwischen  
unseren Ländern muss die Gleichberechtigung beider  
Partner sein. Sanktionsmaßnahmen der USA gegen  
Deutschland sind nicht hinnehmbar.  
Im Einklang mit den US-Forderungen nach einer ge-  
rechten Verteilung der Lasten und den europäischen  
Bestrebungen nach mehr Mitsprache in der NATO ist es  
nur folgerichtig und im deutschen Interesse, die  
europäische Säule der NATO zu stärken.  
Eine Entspannung im Verhältnis zu Russland ist Vor-  
aussetzung für einen dauerhaften Frieden in Europa.  
Es liegt im deutschen und europäischen Interesse,  
Russland in eine sicherheitspolitische Gesamtstruktur  
einzubinden.  
Wir setzen uns für die Wiederaufnahme regelmäßi-  
ger Gespräche im Rahmen des NATO-Russland-Rats  
ein. Ferner sollen die Erweiterung und Vertiefung der  
64 Außen- und Verteidigungspolitik  
Eine stabile europäi-  
sche Friedensordnung  
bedarf einer ausgewo-  
genen Zusammenarbeit  
sowohl mit den USA als  
auch mit Russland.  
vertrauens- und sicherheitsbildenden Maßnahmen, die  
Kooperation im Bereich der Rüstungskontrolle und der  
Verzicht auf den Ausbau militärischer Infrastruktur in  
unmittelbarer Nähe der jeweiligen Interessenbereiche  
der Entspannung dienen.  
Die AfD tritt für die Aufhebung der EU-Sanktionen und  
den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zu Russland  
ein. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der  
Gasleitung Nord Stream 2 halten wir für unverzichtbar.  
Die Volksrepublik China gewinnt für Deutschland vor  
allem als Handelspartner an Bedeutung. Mit dem Projekt  
der „Neuen Seidenstraße“ hat China ein Jahrhundertvor-  
haben gestartet. Um hier mitgestalten zu können, setzt  
sich die AfD für eine offensive Beteiligung Deutschlands  
an dem Projekt ein. Die chinesische Seidenstraßen-  
Strategie von Ost nach West sollte Deutschland durch  
eine Initiative von West nach Ost ergänzen. Das gilt  
insbesondere für überregionale Infrastrukturprojekte.  
Die zunehmende Einflussnahme Chinas in der Welt ist  
eine Herausforderung. Eine Kooperation mit China darf  
nur unter Bedingungen der Gleichberechtigung und  
Fairness erfolgen. Das setzt insbesondere eine  
Angleichung der rechtlichen Rahmenbedingungen für  
Handel und Investitionen voraus. Ein weiterer  
Ausverkauf deutscher bzw. europäischer Technologie  
muss verhindert werden.  
Großbritannien wird auch nach dem Brexit wirtschaftlich  
eng mit Europa verflochten bleiben. Die AfD befürwortet  
Außen- und Verteidigungspolitik 65  
Eine Kooperation mit  
China darf nur unter Be-  
dingungen der Gleich-  
berechtigung und  
Fairness erfolgen. Ein  
weiterer Ausverkauf  
deutscher bzw. europäi-  
scher Technologie muss  
verhindert werden.  
daher die Pflege enger Beziehungen zum Vereinigten  
Königreich. Mögliche Blockaden und Strafmaßnahmen  
seitens der EU lehnen wir ab.  
Die Beziehungen zur Türkei sind schwierig und müssen  
neu gestaltet werden. Die Türkei gehört kulturell nicht  
zu Europa. Ihre zunehmende Islamisierung gibt Anlass  
zur Sorge und zeigt, dass die Türkei sich noch weiter von  
Europa und der westlichen Wertegemeinschaft entfernt  
hat. Die AfD lehnt den Beitritt der Türkei zur EU daher ab  
und fordert das sofortige Ende aller Beitritts-  
verhandlungen.  
Wir unterstützen hingegen die Bemühungen der  
Visegrád-Staaten zur Bewahrung der europäischen  
Identität.  
Der Westbalkan als wichtiger Teil Europas wird zu-  
nehmend zum Interessengebiet fremder Mächte.  
Um ihn zu stabilisieren, tritt die AfD für eine  
privilegierte Partnerschaft mit den Ländern der  
Region ein. Die sicherheitspolitische Zusammenarbeit  
mit ihnen muss auch in Bezug auf das Migrations-  
geschehen vertieft werden. Eine Erweiterung der EU  
wird strikt abgelehnt.  
Wiederherstellung der Wehrfähigkeit Deutschlands  
Die deutschen Streitkräfte befinden sich in einem deso-  
laten Zustand. Es fehlt an Personal und einsatzfähiger  
Ausrüstung. Damit dem Hauptauftrag der Landes- und  
Bündnisverteidigung wieder Rechnung getragen  
werden kann, muss unsere Bundeswehr nicht nur finan-  
ziell gut ausgestattet sein, ihr muss die Eigenständigkeit  
insbesondere bei Material und Personal zurückgegeben  
66 Außen- und Verteidigungspolitik  
Die AfD tritt für die  
Wiedereinsetzung der  
Wehrpflicht ein.  
werden. Privatisierungen und Zentralisierungen  
gehören zurückgedreht und dürfen nur noch dort  
Anwendung finden, wo sie nachweisbar notwendig sind  
und die Einsatzfähigkeit der Truppe erhöhen. Die  
Verantwortung muss wieder in die Hände der Inspek-  
teure und Kommandeure, die für die Auftragserfüllung  
verantwortlich sind, gegeben werden.  
Die AfD lehnt nukleare Erstschlagvorbehalte ab und setzt  
sich für die globale Abschaffung von ABC-Waffen ein.  
Ziel muss der Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland,  
aber auch der auf Deutschland gerichteten atomaren  
Kurzstreckenwaffen sein. Damit würde die nukleare  
Teilhabe der Bundesrepublik obsolet.  
Die AfD fordert außerdem den Erhalt einer autonomen  
und leistungsfähigen wehrtechnischen Industrie in  
Deutschland. Insbesondere den neuen hybriden Bedro-  
hungen und den Cyberattacken staatlicher und nicht-  
staatlicher Akteure muss durch eine massive Stärkung  
der Bundeswehr auf diesem Gebiet Rechnung getragen  
werden.  
Die Bundeswehr soll wieder einen starken Korpsgeist,  
ihre Traditionen und deutsche Werte pflegen. Die Tugen-  
den des Soldaten sind Ehre, Treue, Kameradschaft und  
Tapferkeit. Die Bundeswehr muss die besten Traditio-  
nen der deutschen Militärgeschichte leben. Sie helfen,  
soldatische Haltung und Tugenden – auch in der Öffent-  
lichkeit – zu manifestieren. Militärisches Liedgut und  
Brauchtum sind Teil davon.  
Über mehr als fünf Jahrzehnte hat die Wehrpflichtarmee  
der Bundesrepublik Deutschland gute Dienste geleistet  
und für eine Verankerung der Streitkräfte in der  
Gesellschaft gesorgt.  
Außen- und Verteidigungspolitik 67  
Die AfD fordert den  
Erhalt einer autonomen  
und leistungsfähigen  
wehrtechnischen  
Industrie in  
Deutschland.  
Die AfD tritt daher für die Wiedereinsetzung der Wehr-  
pflicht ein. Die Wehrpflicht soll um ein Gemeinschafts-  
dienstjahr ergänzt werden. Dieses soll Anwendung  
finden für Frauen sowie für Männer, die sich nicht für  
den Wehrdienst entscheiden. Der Gemeinschaftsdienst  
soll in den Bereichen Pflege, Feuerwehr oder  
Technisches Hilfswerk geleistet werden.  
Um Loyalitätskonflikte zu vermeiden, soll der Dienst in  
den Streitkräften ausschließlich Deutschen vorbehalten  
sein, die über keine andere Staatsangehörigkeit  
verfügen.  
Entwicklungspolitik: Stabilität als  
Sicherheits- und Wirtschaftsinteresse  
Die AfD fordert einen grundsätzlichen Strategie-  
wechsel in der Entwicklungspolitik, welcher auch  
deutschen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen  
Rechnung trägt.  
Entwicklungspolitik wird vom Prinzip der Eigen-  
verantwortung, der Achtung des Rechts auf staatliche  
Selbstbestimmung und dem Respekt vor der  
kulturellen Identität aller Partner getragen. Hilfe soll  
Hilfe zur Selbsthilfe sein – und keine Unterstützung  
korrupter Systeme.  
Deutschland ist mit über 21 Milliarden Euro das zweit-  
wichtigste Geberland für Entwicklungshilfe weltweit.  
Dabei sollte die deutsche und europäische Entwick-  
68 Außen- und Verteidigungspolitik  
Die AfD fordert einen  
grundsätzlichen  
Strategiewechsel in der  
Entwicklungspolitik,  
welcher auch deut-  
schen Sicherheits- und  
Wirtschaftsinteressen  
Rechnung trägt.  
lungspolitik einen realistischen Blick auf die  
Bevölkerungsexplosion in Afrika wahren  
(von 1,2 Milliarden Einwohnern in 2015 auf 2,4 Milliarden  
in 2050), die auch durch eine optimierte Entwicklungs-  
politik von außen kaum beeinflusst werden kann.  
Der Erfolg der deutschen Entwicklungszusammenarbeit  
wird durch das strikte Prinzip der Nachfrageorientierung  
seitens der Partnerländer gesichert. Priorität besitzen  
langfristige Kooperationsvorhaben. Eine signifikan-  
te finanzielle Selbstbeteiligung der Partnerländer von  
mindestens 51% des gesamten Finanzierungsvolumens  
eines Projektes muss obligatorisch sein. Dieses muss  
messbare Ergebnisse liefern und sollte einer regel-  
mäßigen unabhängigen Evaluierung unterzogen  
werden.  
Aufgrund der begrenzten Mittel soll vielmehr eine auch  
an deutschen Interessen orientierte Entwicklungspolitik  
auf ausgewählte Länder konzentriert werden. Wichtige  
Kriterien sind dabei (a) ein niedriger Korruptionsindex,  
(b) der pflegliche Umgang mit früheren Entwicklungs-  
projekten, (c) Eigenanstrengungen im Bildungsbereich,  
(d) die Offenlegung der Staatseinkünfte, insbesondere  
aus Bodenschätzen und (e) der bisherige Beitrag des  
Empfängerlandes zur regionalen Stabilität. Außerdem  
ist die Gewährung von Entwicklungshilfe an die Bereit-  
schaft zur Rücknahme ausreisepflichtiger Migranten zu  
knüpfen.  
Um dieses Konzept umsetzen zu können, will die AfD im  
Rahmen der EU-Reform die Entwicklungspolitik wieder  
ganz auf die nationale Ebene der Mitgliedstaaten  
Außen- und Verteidigungspolitik 69  
Um dieses Konzept  
umsetzen zu können,  
will die AfD im Rahmen  
der EU-Reform die  
Entwicklungspolitik  
wieder ganz auf die  
nationale Ebene  
der Mitglied-  
staaten verlegen  
verlegen.  
Deutschland muss seine wirtschaftlichen  
Stärken ausbauen  
Die Weltwirtschaft befindet sich heute im Spannungsfeld  
zwischen einem weiteren Ausbau der globalen Verflech-  
tungen und ihrer maßvollen Rückführung in dezentrale,  
regional fokussierte Wertschöpfungsstrukturen.  
Deutsche Außenhandelspolitik muss dabei einen  
diskriminierungsfreien Zugang zu ausländischen  
Import- und Exportmärkten für deutsche Unternehmen  
gewährleisten. Das schließt den Zugang zu Rohstoffen  
und die Freiheit der Handelswege mit ein.  
Ihre Kernaufgabe ist es daher, verlässliche Handels-  
regeln zu erhalten und gemäß den Interessen unseres  
Landes weiterzuentwickeln. Ideologisch motivierte  
Alleingänge, wie das Lieferkettengesetz, lehnen wir ab.  
Wir fordern außerdem eine stärkere Kontrolle und  
Berücksichtigung gesamtwirtschaftlicher und  
verteidigungspolitischer deutscher Interessen bei der  
Übernahme deutscher Unternehmen durch  
ausländische Konzerne und Finanzinvestoren.  
Sicherheitsrelevante und grundversorgungsrelevante  
Bereiche müssen vor Übernahmen geschützt werden.  
Entscheidungen ausländischer nationaler Gerichte mit  
extraterritorialer Wirkung betrachten wir als nichtig, ein-  
seitig verhängte Sanktionen gegen Wirtschaftsprojekte  
unseres Landes als völkerrechtswidrig.  
70 Außen- und Verteidigungspolitik  
Entscheidungen aus-  
ländischer nationaler  
Gerichte mit  
extraterritorialer  
Wirkung betrachten  
wir als nichtig, einseitig  
verhängte Sanktionen  
gegen Wirtschafts-  
projekte unseres Landes  
als völkerrechtswidrig.  
Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands  
Die AfD will deutsche Kultur und Sprache im Ausland  
in deutlich stärkerem Maße als bisher fördern. Die  
deutschen Auslandssender, die Goethe-Institute und  
verschiedenen Kulturprojekte sollen ein positives Bild  
Deutschlands in der Welt vermitteln. Dabei können  
sowohl aktuelle Entwicklungen in den Wissenschaften  
und Künsten als auch unser reiches kulturelles Erbe für  
unser Land werben. Angesichts zunehmender Mobilität  
im Arbeitsleben ist hierbei auch an die Deutschen im  
Ausland und deren Kinder zu denken, die in ihrer  
Muttersprache informiert werden wollen. Der Auftrag  
der Deutschen Welle und der Goethe-Institute, als Mitt-  
ler deutscher Sprache und Kultur zu fungieren,  
darf nicht verwässert werden.  
Die Auswärtige Kulturpolitik Deutschlands muss  
außerdem das Ziel verfolgen, zu anderen Völkern und  
Staaten Brücken zu bauen. Wirtschaft, Politik, Kultur  
und nicht zuletzt der Tourismus profitieren davon.  
Ein besseres Verständnis für unsere kulturellen Werte,  
Traditionen und Geschichte kann Vertrauen schaffen  
und Deutschland als zuverlässigen Partner empfehlen.  
Der Schutz und Ausbau der Sprachkenntnisse in  
Gebieten mit deutschen Minderheiten erfordern  
besondere Beachtung und Förderung. Die AfD  
bekennt sich ausdrücklich zur Fürsorgepflicht  
Deutschlands gegenüber deutschen Minderheiten  
und wird deren Interessen im Rahmen ihrer Politik  
nachdrücklich unterstützen.  
Außen- und Verteidigungspolitik 71  
Die AfD bekennt sich  
ausdrücklich  
zur Fürsorgepflicht  
Deutschlands gegen-  
über deutschen Minder-  
heiten und wird deren  
Interessen im Rahmen  
ihrer Politik nach-  
drücklich unterstützen.  
In den europäischen Institutionen muss die deutsche  
Sprache gemäß ihrer rechtlichen Stellung und ihrer  
Verbreitung auch tatsächlich den Verfahrenssprachen  
Englisch und Französisch gleichgestellt werden.  
Durch den Austritt Großbritanniens aus der EU hat  
diese Forderung noch mehr Nachdruck erhalten.  
72 Außen- und Verteidigungspolitik  
Deutsch muss neben  
Englisch und Franzö-  
sisch in den europä-  
ischen Institutionen  
als Verfahrenssprache  
gleichgestellt werden.  
73  
74  
Innere  
Sicherheit  
K A P I T E L 8  
75  
Innere Sicherheit  
Der Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der  
Berliner Gedächtniskirche war der vorläufige Tiefpunkt  
einer ganzen Serie von Ereignissen, die zeigen, dass es  
um unsere Sicherheit schlecht bestellt ist. Die  
Gewaltexzesse der linksextremen „Antifa” und migran-  
tischer Jugendbanden in den Straßen unserer Städte  
machen deutlich, wie sehr die innere Sicherheit Schaden  
genommen hat. Zunehmende Straßengewalt, Terror und  
Kriminalität sind jedoch keine Naturereignisse, die man  
kritiklos hinnehmen muss. Sie sind menschengemacht  
und haben Ursachen, die man bekämpfen kann. Genau  
das wollen wir tun.  
Linke Gewalt entschieden bekämpfen  
Der Linksextremismus überschreitet zunehmend die  
Schwelle zum Linksterrorismus. Wir fordern daher  
verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen den  
Linksextremismus.  
Die Gewährung staatlicher Fördergelder muss wieder an  
eine Verpflichtungserklärung gekoppelt werden, keine  
extremistischen Strukturen zu unterstützen. Deshalb  
fordern wir die Wiedereinführung einer verbindlichen  
Extremismusklausel. Darüber hinaus fordern wir das  
Verbot der linksextremistischen Plattform „Indymedia“.  
Gewalttätige und -unterstützende linksextremistische  
und autonome Gruppen, die der sogenannten Antifa  
zuzuordnen sind, sind als terroristische Vereinigung  
einzustufen. Die von der Bundesregierung beabsichtigte  
76 Innere Sicherheit  
Wir fordern die  
Wiedereinführung einer  
verbindlichen Extremis-  
musklausel.  
Privilegierung von „Antifa-Recherchen“ muss verhindert  
oder ggf. umgehend abgeschafft werden.  
Wirksame Bekämpfung der Ausländerkriminalität  
Der erhebliche Anteil von Ausländern insbesondere  
bei der Gewalt- und Drogenkriminalität, aber auch bei  
öffentlichen Unruhen, führt derzeit viel zu selten zu  
ausländerrechtlichen Maßnahmen. Ausländische  
Kriminelle können sich sehr häufig auf Abschiebungs-  
hindernisse berufen und sind auf diese Weise von  
Abschiebung verschont. Wir fordern daher (a) die  
Erleichterung der Ausweisung, insbesondere die  
Wiedereinführung der zwingenden Ausweisung auch  
schon bei geringfügiger Kriminalität, (b) die Ausweisung  
bereits durch die Strafgerichte, (c) die Ermöglichung  
der Unterbringung nicht abgeschobener Krimineller im  
Ausland, (d) die Schaffung der Möglichkeit, Gefährder,  
insbesondere Terroristen, so lange in Haft zu nehmen,  
wie sie im Inland sind und von ihnen eine erhebliche  
Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht.  
Die Einbürgerung Krimineller ist zuverlässig zu verhin-  
dern durch die Ablehnung des Erwerbs der deutschen  
Staatsangehörigkeit durch Geburt in Deutschland, weil  
hierdurch u. a. Angehörige krimineller Clans automa-  
tisch zu deutschen Staatsbürgern werden können, die  
Abschaffung des einklagbaren Anspruchs auf Einbürge-  
rung und die Verschärfung der Ausschlussgründe  
für Einbürgerung bei Kriminalität.  
Bei schwerer Kriminalität innerhalb von zehn Jahren  
nach erfolgter Einbürgerung (Mitwirkung in Terror-  
Innere Sicherheit 77  
Die AfD fordert die  
Erleichterung der  
Ausweisung,  
insbesondere die  
Wieder-  
einführung  
der zwingenden  
Ausweisung auch  
schon bei  
geringfügiger  
Kriminalität.  
organisationen, Zugehörigkeit zu kriminellen Clans) ist  
die Einbürgerung zurückzunehmen. Hierzu ist Art. 16  
Abs. 1 GG entsprechend anzupassen.  
Vollstreckung im Ausland  
Zur Entlastung der Justizvollzugsanstalten sind für aus-  
ländische Straftäter Vereinbarungen mit möglichst  
heimatnahen Staaten zur Einrichtung von Vollzugs-  
anstalten zu treffen, die den Anforderungen der  
europäischen Menschenrechtskonvention entsprechen.  
Diese sollen unter deutscher Leitung und der Anwen-  
dung deutschen Rechts stehen.  
Jugendstrafrecht  
Die Sicherheitslage verschärft sich vor allem in  
Ballungsgebieten dramatisch. Eine besondere Rolle  
hierbei spielen gerade junge Täter, denen derzeit ein  
geradezu zahnloses Recht gegenübersteht. Erzieherische  
Erfolge in diesem Segment lassen sich erfahrungs-  
gemäß nur durch sofortige Inhaftierung der Täter  
schwerer Delikte erreichen. Wir fordern daher eine  
entsprechende Änderung der einschlägigen Gesetze,  
insbesondere des Haftrechts. Wegen der immer früher  
einsetzenden kriminellen Entwicklung muss das  
Strafmündigkeitsalter auf zwölf Jahre abgesenkt und mit  
dem Erreichen der Volljährigkeit auch das  
Erwachsenenstrafrecht Anwendung finden.  
Bundespolizei stärken –  
Grenzschutz ist nationale Aufgabe  
Die Sicherheit einer Nation basiert auf sicheren Gren-  
zen. In Zeiten ungeregelter Migration und grenzüber-  
78 Innere Sicherheit  
Wir wollen die Bundes-  
polizei personell und  
strukturell auf einen  
wirksamen Grenzschutz  
unseres Landes  
ausrichten.  
schreitender Kriminalität und Terrorismus kommt dem  
Schutz der europäischen Binnengrenzen eine  
wachsende Bedeutung zu. Die Bundespolizei muss  
rechtlich, personell und technisch in die Lage versetzt  
werden, diese Aufgabe zu erfüllen. Wir wollen daher den  
Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei zur  
Bekämpfung illegaler Migration und grenzüberschrei-  
tender Kriminalität auf 50 km an den Landesgrenzen  
und im Seebereich auf 80 km ausweiten. Zudem  
fordern wir für die Bundespolizei den Einsatz  
modernster Fahndungstechnik wie den Einsatz von  
Gesichtserkennungssoftware. Fahndungserfolge bei  
Grenzkontrollen anlässlich internationaler Gipfeltreffen  
belegen das Erfordernis eines effizienten Grenzschutzes.  
Wir wollen die Bundespolizei personell und strukturell  
auf einen wirksamen Grenzschutz unseres Landes  
ausrichten.  
Reform der Polizei  
Die Polizeibeamten in Bund und Ländern gewährleisten  
die öffentliche Sicherheit unter großem persönlichen  
Einsatz. Dabei werden sie oft vom Staat im Stich  
gelassen: Personalmangel, strukturelle Unzulänglich-  
keiten, unzureichende Ausrüstung und Bewaffnung bei  
schlechter Bezahlung und miserabler sozialer  
Absicherung. Diese Zustände sind empörend.  
Damit muss endlich Schluss sein.  
Die AfD fordert für Polizei, Soldaten und Rettungsdienste  
eine bundeseinheitliche Besoldung und angemessene  
Vergütungen mit Gefährdungszulagen sowie weitere  
Zulagen für Überstunden und Sondereinsätze. Ferner  
fordern wir angemessene Bewaffnung und Ausrüstung,  
u. a. Körperkameras.  
Innere Sicherheit 79  
Die AfD fordert für  
Polizei, Soldaten und  
Rettungsdienste eine  
bundeseinheitliche  
Besoldung und  
angemessene  
Vergütungen mit  
Gefährdungszulagen.  
Der Dienstherr muss die Dienstunfähigkeits- und  
Diensthaftpflichtversicherung übernehmen sowie für  
eine Anpassung der Hinterbliebenenversorgung in Höhe  
der Pensionsansprüche des letzten Amtes bei Tod durch  
qualifizierten Dienstunfall sorgen.  
Fahndungsmöglichkeiten verbessern  
Zur Verbesserung der Fahndungsmöglichkeiten  
sollen die Polizeibehörden an kriminalitäts-  
neuralgischen Plätzen und Gebäuden eine Video-  
überwachung mit Gesichtserkennungssoftware  
einsetzen können. Bei der Fahndung nach unbekannten  
Tätern soll es erlaubt werden, vorhandenes  
DNS-Spurenmaterial auch auf biogeografische  
Merkmale der gesuchten Person untersuchen zu lassen,  
um zielgerichtete Fahndungsmaßnahmen zu ermögli-  
chen. Durch zwischenstaatliche Vereinbarungen soll  
erreicht werden, dass auch der Polizeibeamte im Einsatz  
in die Lage versetzt wird, festzustellen, ob und ggf.  
welche Ermittlungs- und Strafverfahren gegen eine  
kontrollierte Person im Ausland anhängig waren und  
sind.  
Organisierte Kriminalität bekämpfen  
Die Organisierte Kriminalität (OK) wollen wir entschie-  
den und nachhaltig bekämpfen. Durch kriminelle Aktivi-  
täten erworbene Vermögen müssen eingezogen werden.  
Das geschieht bisher noch nicht in zufriedenstellender  
Weise. Die schon bestehenden rechtlichen Instrumen-  
te dafür müssen besser genutzt und weiterentwickelt  
werden.  
Die Mehrzahl der Täter im Bereich der Organisierten  
Kriminalität sind Ausländer. Ihre Ausweisung muss  
80 Innere Sicherheit  
Die Organisierte  
Kriminalität (OK) wollen  
wir entschieden und  
nachhaltig bekämpfen.  
Fahndungs-  
möglichkeiten sind zu  
verbessern und durch  
kriminelle Aktivitäten  
erworbene Vermögen  
müssen eingezogen  
werden.  
vereinfacht werden. Deshalb ist für diesen Personenkreis  
die OK-Zugehörigkeit als Ausweisungsgrund  
einzuführen.  
Sicherheit der Bürger verbessern  
Auf Vorschlag der EU-Kommission hat das EU-Parla-  
ment in Reaktion auf die Terroranschläge von Paris im  
November 2015 die EU-Feuerwaffenrichtlinie  
geändert. Damit kommt es zu einer weiteren Verschär-  
fung des Waffenrechts. Betroffen von der Verschärfung  
des ohnehin schon restriktiven Waffenrechts sind vor  
allem Sportschützen, Jäger und Waffensammler. Illegale,  
für terroristische Anschläge benutzte Waffen werden  
davon nicht erfasst. Die Umsetzung der EU-  
Feuerwaffenrichtlinie lehnen wir weiterhin ab.  
Statt Legalwaffenbesitzer zu kriminalisieren, ist dem  
illegalen Waffenbesitz und -handel ein Riegel vorzu-  
schieben.  
Strafjustiz verbessern  
Die AfD setzt sich für eine schnelle Verbesserung der  
Justizorganisation, für eine Stärkung unseres Rechts-  
systems und für einen effektiven Rechtsschutz der  
Bürger ein.  
Im Einzelnen wollen wir die Verfahren beschleunigen  
und dafür (a) die noch aus dem 19. Jahrhundert  
stammende Prozessordnung modernisieren, (b) mehr  
Personal für das Justizwesen einstellen, (c) Schwer-  
kriminalität durch Erleichterung der Inhaftnahme  
wirkungsvoller bekämpfen, (d) weniger Strafen zur  
Bewährung aussetzen und (e) das Mindeststrafmaß bei  
„Messerdelikten“ erhöhen.  
Innere Sicherheit 81  
Die AfD setzt sich für  
eine schnelle Verbesse-  
rung der Justizorganisa-  
tion, für eine Stärkung  
unseres Rechtssystems  
und für einen effektiven  
Rechtsschutz der Bürger  
ein.  
82  
Islam  
K A P I T E L 9  
83  
Islam  
Die AfD steht uneingeschränkt zur Glaubens-, Gewis-  
sens- und Bekenntnisfreiheit nach Art. 4 Grundgesetz.  
Muslime, die sich integrieren und unsere Grundordnung  
und die Grundrechte anerkennen, sind geschätzte  
Mitglieder unserer Gesellschaft.  
In unserem säkularen Staat steht staatliches Recht über  
religiösen Geboten. Soweit der Islam einen Herrschafts-  
anspruch als alleingültige Religion erhebt, die Rechts-  
grundsätze der Scharia auch in Deutschland durch-  
setzen will und unsere Rechtsordnung nicht voll  
anerkennt oder sogar bekämpft, ist er mit der  
freiheitlich-demokratischen Grundordnung Deutsch-  
lands nicht vereinbar und gefährdet den inneren  
Frieden.  
Eine Kritik des Islams ist wie jede andere Religionskritik  
legitimiert durch das Grundrecht auf freie Meinungs-  
äußerung. Es ist inakzeptabel, die Kritik am Islam durch  
den Vorwurf der „Islamophobie“ oder des „Rassismus“ zu  
unterdrücken.  
Jüdisches Leben wird in Deutschland nicht nur von  
Rechtsextremisten, sondern zunehmend auch von  
juden- und israelfeindlichen Muslimen bedroht.  
Angriffe auf Juden sowie antisemitische Beleidigungen  
müssen konsequent strafrechtlich geahndet werden.  
Die Al-Quds-Tage in Berlin, wo Demonstranten die  
Zerstörung Israels fordern, sind dauerhaft zu verbieten.  
84 Islam  
Die AfD steht  
uneingeschränkt zur  
Glaubens-, Gewissens-  
und Bekenntnisfreiheit  
nach Art. 4 Grundgesetz.  
Die vom Verfassungsschutz als sehr hoch  
eingeschätzte Terrorgefahr durch Dschihadisten ist eine  
ständige Bedrohung unseres Lebens und Friedens.  
Die Bildung von „Parallelgesellschaften“, in denen  
muslimische „Friedensrichter“ die Rechtsvorschriften  
der Scharia anwenden und das staatliche Monopol der  
Strafverfolgung und Rechtsprechung unterlaufen,  
werden wir unterbinden. Rechtsgrundsätze der Scharia  
dürfen in keiner Weise Anwendung in der deutschen  
Rechtsprechung finden. Zudem muss der Macht-  
anspruch großer Familienclans durch konsequenten  
Einsatz der Ermittlungsbehörden und des Strafrechts  
gebrochen werden. Kriminelle Clan-Mitglieder sind  
abzuschieben.  
Die Finanzierung des Baus und Betriebs von Moscheen  
in Deutschland durch islamische Staaten wollen wir ge-  
setzlich verbieten. Die Kooperation deutscher Behörden  
mit der türkisch-islamischen Anstalt für Religion (DITIB),  
die Teil der türkischen Religionsbehörde ist, will die AfD  
beenden. Die Verleihung des Status als Körperschaft  
öffentlichen Rechts an islamische Organisationen  
lehnen wir ab.  
Islamische Vereine, die sich gegen das Grundgesetz und  
die Völkerverständigung richten, wie z. B. die Muslim-  
bruderschaft, müssen gemäß Art. 9 Abs. 2 Grundgesetz  
verboten werden. In Deutschland predigende Imame  
sollen sich zu unserer Verfassung bekennen und  
möglichst in deutscher Sprache predigen.  
Islam 85  
Eine Kritik des Islams  
ist wie jede andere  
Religionskritik  
legitimiert durch das  
Grundrecht auf freie  
Meinungsäußerung.  
Sie müssen bei der Zulassung ein Zertifikat B2 für die  
deutsche Sprache des Gemeinsamen Europäischen  
Referenzrahmens für Sprachen vorweisen können.  
Die islamtheologischen Lehrstühle an deutschen Uni-  
versitäten sind abzuschaffen und die Stellen der  
bekenntnisneutralen Islamwissenschaft zu übertragen.  
Im konfessionsgebundenen Religionsunterricht an  
staatlichen Schulen soll kein Islamunterricht stattfinden,  
vielmehr eine sachliche Islamkunde im Ethikunterricht.  
Minarett und Muezzinruf sind mit einem toleranten  
Nebeneinander der Religionen, wie es die christlichen  
Kirchen praktizieren, nicht vereinbar.  
Der Unterdrückung muslimischer Frauen stellt sich die  
AfD entgegen und fordert in allen Bereichen die  
Gleichberechtigung von Mann und Frau.  
Das Tragen von Burka und Niqab in der Öffentlichkeit  
wollen wir auch in Deutschland untersagen, ähnlich wie  
in Frankreich, Österreich, Dänemark, den Niederlanden  
und der Schweiz.  
Das Kopftuch als religiös-politisches Zeichen soll im  
Öffentlichen Dienst generell nicht gestattet und in  
öffentlichen Schulen weder von Lehrerinnen noch  
Schülerinnen getragen werden.  
86 Islam  
Der Unterdrückung  
muslimischer Frauen  
stellt sich die AfD  
entgegen und fordert  
in allen Bereichen die  
Gleichberechtigung von  
Mann und Frau.  
Um Polygamie und Zwangsheiraten von Muslimen zu  
unterbinden, fordert die AfD, das Verbot der religiösen  
Trauung ohne vorherige standesamtliche Eheschlie-  
ßung wieder in Kraft zu setzen. Den Jobcentern sind die  
Personenstandsregister der Standesämter zugänglich  
zu machen, um missbräuchliche Inanspruchnahme von  
Hartz IV durch Zweit- oder Drittfrauen zu verhindern.  
Eheverträge zu güter- und unterhaltsrechtlichen  
Angelegenheiten sollen nur nach deutschem Recht  
geschlossen werden dürfen.  
Islam 87  
88  
Migration, Asyl  
und Integration  
K A P I T E L 1 0  
89  
Migration, Asyl und Integration:  
Human und rational handeln –  
Deutschland schützen  
Die Fluchtbewegungen des 21. Jahrhunderts können  
nicht mittels Aufnahme der Migranten in Europa und  
Deutschland bewältigt werden  
Noch nie gab es global mehr Flüchtlinge als in den  
letzten Jahren. Neben kriegerischen Auseinanderset-  
zungen und staatlichen Verfolgungshandlungen spielt  
insbesondere das enorme Bevölkerungswachstum auf  
dem afrikanischen Kontinent eine überragende Rolle.  
Da dies mit Armut und dem Kampf ums tägliche Über-  
leben verbunden ist, wächst der Migrationsdruck auf  
Europa in besonderer Weise. Entgegen der Intention des  
UN-Migrationspakts kann dieses globale Problem nicht  
durch Migration gelöst werden. Selbst kleinere Teile  
dieser Entwicklung, die sich in Millionen von Menschen  
ausdrücken lassen, können weder ökonomisch, noch  
sozial- und integrationspolitisch in Europa aufgefangen  
werden. Deutschland und die anderen europäischen  
Länder würden destabilisiert, ohne dass ein wirkungs-  
voller Beitrag zur Lösung des globalen Problems geleistet  
wird.  
Asylmissbrauch beenden  
Das derzeitige Asylsystem ist dysfunktional und gleicht  
einer Lotterie. Finanzielle Fehlanreize und unterlassene  
Abschiebungen führen zu illegaler Migration, Schleuser-  
kriminalität und zahlreichen Todesopfern im Mittelmeer.  
Die meisten dieser Migranten begeben sich in der  
90 Migration, Asyl und Integration  
Die Hilfe für Menschen  
in Not muss von der  
Aufnahme in  
Deutschland entkoppelt  
und in den Krisen-  
regionen selbst geleistet  
werden.  
Hoffnung auf ein besseres Leben auf den Weg nach  
Europa. Die Hilfe für Menschen in Not muss jedoch von  
der Aufnahme in Deutschland entkoppelt und in den  
Krisenregionen selbst geleistet werden, wo dies weit  
effektiver ist und viel mehr wirklich Hilfsbedürftige  
erreicht.  
Die unlösbaren Folgeprobleme  
Die desaströsen Folgen der unregulierten Massenzu-  
wanderung seit 2015 sind unübersehbar und verschär-  
fen sich weiter: überproportionale Zuwandererkrimi-  
nalität, Terroranschläge und islamischer Separatismus  
belegen dies ebenso wie dreistellige Milliardenkosten,  
Wohnraummangel und die hohe Arbeitslosigkeit unter  
den Zuwanderern. Erfolgreiche Integration kann und  
wird so nicht gelingen.  
Unsere Lösung: Ein Schutzsystem des 21. Jahrhunderts in  
Anlehnung an das australische Modell.  
Eine existentielle Frage wie die Zuwanderung muss in  
demokratischer Selbstbestimmung auf nationaler Ebene  
entschieden werden. Unser Modell für das 21. Jahrhun-  
dert hat neben der Ablösung der überholten internatio-  
nalen Regelwerke, wie der Genfer Flüchtlingskonvention  
von 1951, folgende Kernpunkte:  
Fokus auf humanitäre Hilfe in Krisenregionen selbst  
(intrakontinentale Fluchtalternativen)  
Zurückweisung von Asylsuchenden bei Einreise an  
der Grenze gemäß Art. 16a Abs. 2 S. 1 GG  
Ausschließlich qualifizierte Einwanderung nach  
japanischem Vorbild  
Migration, Asyl und Integration 91  
Eine existentielle Frage  
wie die Zuwanderung  
muss in demokratischer  
Selbstbestimmung  
auf nationaler Ebene  
entschieden werden.  
Humanitäre Aufnahme nur für vom Bundestag  
ausgewählte, besonders schutzbedürftige Personen,  
für deren Auswahl ein mit der deutschen Werte- und  
Gesellschaftsordnung vereinbarer kultureller und  
religiöser Hintergrund ein wichtiges Kriterium ist.  
Solange ein dauerhafter und wirksamer Schutz der  
EU-Außengrenzen fehlt und die untaugliche über-  
staatliche Rechtslage fortbesteht, muss Deutschland  
die Kontrolle der Grenzen und die Unterbindung  
illegaler Grenzüberschreitungen selbst in die Hand  
nehmen.  
Wir fordern daher:  
Einreisen darf künftig nur noch, wem dies erlaubt  
ist. Zurückweisungen an der Grenze müssen wieder  
als selbstverständliches Recht souveräner Staaten  
aufgefasst werden.  
Die Grenzen müssen zur Abwehr unerlaubter Zuwan-  
derung und zur Kriminalitätsbekämpfung mit  
einer modernen und wirksamen Sicherung ausge-  
stattet werden. Dabei muss grenzüberschreitender  
Pendler-, Urlaubs- und Warenverkehr ohne unzu-  
mutbare Einschränkungen gewährleistet sein.  
Um die „Grüne Grenze“ mit derselben Effektivität  
überwachen zu können, wird ein umfassendes und  
modernes Grenzsicherungskonzept erarbeitet.  
Hierzu können auch physische Barrieren wie z. B.  
Grenzzäune zur Sicherung der Staatsgrenzen  
gehören.  
92 Migration, Asyl und Integration  
Deutschland muss die  
Kontrolle der Grenzen  
und die Unterbindung  
illegaler Grenzüber-  
schreitungen selbst in  
die Hand nehmen.  
Asylparadies Deutschland schließen  
Seit 2015 trägt Deutschland die Hauptlast der  
illegalen Zuwanderung nach Europa, verursacht durch  
eine Vielzahl selbstverschuldeter Ursachen. Die AfD hat  
einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Wieder-  
herstellung geordneter Verhältnisse im Asylverfahren  
erarbeitet und wird dessen Umsetzung konsequent  
einfordern:  
1\. Keine pauschalen Zuwanderungskontingente und  
Umverteilungsquoten, egal ob im nationalstaatlichen,  
europäischen oder außereuropäischen Rahmen (z. B.  
Resettlement).  
2\. Keine Aufnahme von Migranten im Rahmen  
einer „europäischen Lösung“, die durch Miss-  
brauch der Seenotrettung nach Europa gelangen.  
Vielmehr muss gemäß dem internationalen Seerecht  
grundsätzlich eine Ausschiffung der Betroffenen am  
nächstgelegenen geeigneten Seehafen erfolgen. Die  
heute praktizierte Form der Seenotrettung wirkt häu-  
fig als tödlich endender Pull-Faktor.  
3\. Beantragung von Asyl und Eröffnung des Antragsver-  
fahrens nur bei nachgewiesener Identität und Staats-  
angehörigkeit.  
4\. Strenge Bestrafung von Falschangaben im  
Asylverfahren.  
5\. Ausweitung der Zahl sicherer Herkunftsstaaten.  
6\. Bekämpfung des Missbrauchs legal erteilter Visa zum  
Zweck der Asylantragstellung;  
7\. Verlust des Schutzstatus nach Reisen von Asylbe-  
rechtigten in ihr Herkunftsland. Wer sein „Verfolger-  
land“ besucht hat, ist beim Versuch der Wiederein-  
reise an der deutschen Grenze zurückzuweisen.  
Migration, Asyl und Integration 93  
Die AfD hat einen  
umfassenden Maß-  
nahmenkatalog zur  
Wiederherstellung  
geordneter Verhält-  
nisse im Asylverfahren  
erarbeitet.  
8\. Ablehnung jeglichen Familiennachzuges für  
Flüchtlinge.  
9\. Abschaffung des „Spurwechsels“ abgelehnter und  
ausreisepflichtiger Asylbewerber. Keine Belohnung  
für illegale Einreise und Verweigerung der Ausreise.  
10\. Niederlassungserlaubnis für anerkannte Asyl-  
bewerber erst nach 10 Jahren.  
11\. Beendigung des Wildwuchses bei der Asylverfahrens  
beratung und –betreuung. Die „Beratung und Betreu-  
ung“ erfolgt meist durch nichtstaatliche, freie Träger,  
die ein finanzielles Interesse an steigenden  
Flüchtlingszahlen und am Verbleib möglichst vieler  
Abgelehnter haben. Diese Organisationen zählen  
zur „Asyl-Industrie“, die sich am Asylsystem berei-  
chert. Aus Verfahrens- und Rückkehrberatung wird  
nahezu immer eine Verweigerungs- und Bleibe-  
beratung. Verfahrensberatung darf nur noch nach  
§ 12 a Asylgesetz und nur durch staatliche Stellen  
erfolgen.  
12\. Keine Arbeitserlaubnis mehr für Asylantragsteller  
und abgelehnte Asylbewerber.  
13\. Jährliche Prüfung des Fortbestands von Asyl-  
gründen über zehn Jahre, da Asyl ein Recht auf Zeit ist  
und keine Anwartschaft auf dauerhafte  
Einwanderung begründet.  
14\. Ausnahmslose Abschiebung von Gefährdern und  
Straftätern, auch nach Afghanistan, Irak und Syrien.  
15\. Rückkehrpflichtige sollen eine handwerklich-prak-  
tische Grundausbildung erhalten können, die sie zum  
Wiederaufbau ihrer Heimat und zur dortigen  
Existenzgründung befähigt („fit for return“).  
94 Migration, Asyl und Integration  
Die AfD fordert die  
Wiederherstellung  
rechtsstaatlicher  
Zustände bei  
Abschiebungen.  
Abschiebung und Rückkehr  
Die unterlassene Aufenthaltsbeendigung abgelehnter  
und ausreisepflichtiger Asylbewerber ist das Gegenteil  
von Rechtsstaatlichkeit: Sie ist Ausdruck fortgesetzten  
Staatsversagens. Die Zahl der Ausreisepflichtigen ist da-  
bei kontinuierlich gestiegen und hat im zweiten Quartal  
2021 die Zahl von ca. 300.000 Personen erreicht –  
während die Zahl freiwilliger Ausreisen und erfolgrei-  
cher Abschiebungen kontinuierlich sinkt.  
Die Politik hat vor der Aufgabe, diesen Widerspruch  
aufzulösen, kapituliert – getrieben von einer mächtigen  
Anti-Abschiebe-Industrie. Es ist zynisch und inhuman,  
Menschen mit der faktischen Garantie auf dauerhaften  
Verbleib im „reichen” Deutschland anzulocken und dabei  
deren möglichen Tod im Mittelmeer in Kauf zu nehmen.  
Freiwillige Rückkehr ist einer Abschiebung aus finanzi-  
ellen, organisatorischen und humanitären Gründen im-  
mer vorzuziehen, weshalb Rückkehrbereitschaft deutlich  
mehr als bisher gefördert werden muss.  
Die AfD fordert daher zur Wiederherstellung rechts-  
staatlicher Zustände:  
1\. Eine Abschiebeoffensive zum Abbau des Überhangs  
an Ausreisepflichtigen.  
2\. Eine nationale und eine supranationale „Remigra-  
tionsagenda“ als Schutzgewährung in Herkunfts- und  
Transitregionen nach dem Grundsatz „Hilfe vor Ort“  
3\. Keine Duldungen mehr, sondern Bescheinigungen  
über die Ausreisepflicht.  
Migration, Asyl und Integration 95  
Die AfD fordert eine  
nationale und eine  
supranationale  
„Remigrationsagenda“  
als Schutzgewährung in  
Herkunfts- und Transit-  
regionen.  
4\. Zuständigkeitsübertragung für den Vollzug von  
Abschiebungen an die Bundespolizei und deren  
entsprechende Ausstattung mit Personal und  
Kompetenzen.  
5\. Verhinderung von Abschiebungen zu Straftatbestand  
erklären.  
6\. Nutzung freier Platzkapazitäten bei Transportflügen  
der Bundeswehr, um die Anzahl der Abschiebungen  
zu erhöhen.  
7\. Aufhebung der Kirchenasyl-Vereinbarung zwischen  
BAMF und Kirchen. Es ist nicht hinnehmbar, dass die  
Kirchen unter Missbrauch des Kirchenasyls die  
Fristen für Abschiebungen in EU-Länder aushebeln.  
Leben retten und soziale Gerechtigkeit herstellen  
Im internationalen Vergleich sind die Leistungen  
Deutschlands für Asylbewerber sehr hoch. Anerkannte  
erwartet eine lebenslängliche materielle Absicherung.  
Die Mittel dafür werden aufgebracht von Steuerzahlern,  
die schwer dafür arbeiten müssen, aber keine  
Wirtschaftsflüchtlinge eingeladen haben.  
Die Großzügigkeit des deutschen Staates verursacht eine  
erhebliche Sogwirkung, die zum Tod vieler Menschen  
führt. Die Bundesregierung lädt damit schwere  
moralische Schuld auf sich.  
Die Asylanerkennung führt zu einer sofortigen Gleich-  
stellung in allen sozialen Sicherungssystemen, ohne jede  
vorangegangene Teilnahme am Solidarsystem.  
Das ist sozial ungerecht.  
96 Migration, Asyl und Integration  
Die AfD fordert die  
Wahrung sozialer  
Gerechtigkeit, indem  
nur Sachleistungen als  
Sozialleistungen für  
Asylbewerber und Aus-  
reisepflichtige erbracht  
werden.  
Die AfD fordert daher zur Senkung von Anreizen und zur  
Wahrung der sozialen Gerechtigkeit:  
Sozialleistungen für Asylbewerber und Ausreise  
pflichtige sind ausnahmslos als Sachleistungen zu  
erbringen.  
Asylanerkennung darf nicht länger den automati-  
schen, sofortigen, zeitlich und inhaltlich unbegrenz-  
ten Anspruch auf alle Leistungen des Wohlfahrts-  
staates bedeuten. Nach österreichischem Vorbild  
könnte eine Leistungsgewährung in voller Höhe auch  
vom Erreichen guter Sprachkenntnisse abhängig  
gemacht werden.  
Eines der Hauptmotive für die gegenwärtige  
Massenmigration nach Deutschland und Europa ist  
die Möglichkeit von Migranten, in Deutschland  
bezogene Transferleistungen und auch legal oder  
illegal verdientes Geld zurück in ihre Heimat-  
länder zu überweisen. Um diesen Migrationsanreiz  
zu beseitigen, befürworten wir die Einführung einer  
Steuer auf Rücküberweisungen, die den  
Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verlassen.  
Hilfe vor Ort statt Tod auf dem Weg nach Europa  
Hilfe vor Ort hat für die AfD höchste Priorität. Ihr ist  
absoluter Vorrang zu geben vor einer Aufnahme von  
Asylbewerbern in Deutschland. Zugleich werden damit  
wichtige Fluchtgründe abgebaut.  
Ein Teil der im Rahmen der Asylpolitik eingesetzten  
zweistelligen Milliardensummen kann heimatnah eine  
vielfache Wirkung entfalten und so helfen, den  
Migrationsdruck auch nachhaltig zu senken.  
Migration, Asyl und Integration 97  
Die AfD will die Zuwan-  
derung wieder national  
regeln.  
Zuwanderung wieder national regeln  
Die zuwanderungspolitische Souveränität Deutschlands  
ist schon heute nicht mehr gegeben. Hauptgrund hierfür  
ist eine weitreichende Abgabe von Hoheitsrechten an die  
EU und der Beitritt zu internationalen Vereinbarungen,  
die allesamt eine linksextreme „One-world-Utopie“  
verfolgen.  
Die AfD stellt sich dem entgegen. Sie tritt für die Rück-  
gabe der Hoheitsrechte zur Rechtssetzung von Asyl  
und Zuwanderung ein und schlägt dafür die folgenden  
Maßnahmen vor:  
Die Vergemeinschaftung des Aufenthalts- und  
Asylrechts wird rückgängig gemacht.  
Die europäische Grenzsicherung verbleibt dabei in  
europäischer Verantwortung (Frontex) parallel zur  
nationalstaatlichen Verantwortung für die eigene  
Grenzsicherung.  
Deutschland kündigt unverzüglich den UN-Migrati-  
onspakt und den UN-Flüchtlingspakt auf, da diese  
trotz ihrer angeblichen Unverbindlichkeit in  
nationales Recht eingehen werden.  
Der neue, von der Europäischen Kommission ange-  
strebte EU-Migrationspakt soll verhindert werden  
bzw. der Beitritt Deutschlands unterbleiben.  
Kein „Gemeinsames europäisches Asylsystem“  
(GEAS) mit von der EU festgelegten Aufnahmequoten  
für Flüchtlinge.  
98 Migration, Asyl und Integration  
Die AfD bekennt sich  
dazu, die kulturelle  
Identität Deutschlands  
zu wahren.  
Wir fordern die Ausar-  
beitung eines  
umfassenden  
migrationspolitischen  
Ansatzes nach  
japanischem Vorbild.  
Qualifizierte Zuwanderung  
Das aktuelle Einwanderungssystem schadet  
Deutschland kulturell sowie wirtschaftlich und ist  
dringend reformbedürftig. Die AfD bekennt sich dazu,  
die kulturelle Identität Deutschlands zu wahren.  
Vorbild einer identitätswahrenden Migrationspolitik  
können für Deutschland nicht klassische Einwande-  
rungsländer von der Größe Kanadas oder Australiens  
sein, sondern eher Länder wie Japan, die eine ihrer  
Landesstruktur entsprechende Begrenzung und Steue-  
rung der Migration verfolgen.  
Durch Lockdown-Krise, Automatisierung und Digita-  
lisierung sind die Zeiten rekordhoher Beschäftigung  
absehbar vorbei. Massenmigration erzeugt Lohndruck  
bis in die Mittelschicht hinein und führt zu Konkurrenz  
um Sozialleistungen.  
Wir fordern die Ausarbeitung eines umfassenden migra-  
tionspolitischen Ansatzes nach japanischem Vorbild mit  
dem Primärziel der Interessenwahrung der Deutschen  
und bereits zugewanderter Bürger, die sich zur  
kulturellen Identität Deutschlands bekennen.  
Die Behauptung einiger Wirtschaftsverbände und  
Lobbyisten, in Deutschland herrsche Fachkräftemangel  
und damit ein Bedarf an qualifizierter Einwanderung,  
dient nur vordergründig dem Gemeinwohl und darf  
deshalb nicht maßgeblich sein. Der schädliche Einfluss  
wirtschaftlicher Partikularinteressen oder gar damit  
kaschierter antideutscher Ressentiments muss beendet  
werden.  
Migration, Asyl und Integration 99  
Integration gelingt nur,  
wenn die Regeln,  
Traditionen und Werte  
unserer Gesellschaft  
akzeptiert werden.  
Unverzichtbar ist der  
Erwerb der deutschen  
Sprache.  
Integration  
Bei der Integration sehen wir Zuwanderer und Personen,  
denen wir einen vorübergehenden Schutz gewähren,  
in der Pflicht. Integration gelingt nur, wenn die Regeln,  
Traditionen und Werte unserer Gesellschaft akzeptiert  
werden. Unverzichtbar ist der Erwerb der deutschen  
Sprache.  
Die AfD fordert:  
Bei qualifizierten Zuwanderern setzen wir eine in-  
tensive Integrationsbereitschaft voraus. Der Fokus  
muss auf dem Spracherwerb liegen, den wir bis zum  
Niveau B2 unterstützen wollen.  
Die Bevorzugung von Migranten in Form einer Quo-  
tierung, unter Missachtung des Leistungsprinzips,  
muss ausgeschlossen werden. Abstriche hin-  
sichtlich der Anforderungen bei der Ausbildung oder  
bei der Einstellung in den öffentlichen Dienst lehnen  
wir ab.  
Integrationsprojekte sind einer staatlichen Evalua-  
tions- und Erfolgsprüfung zu unterziehen.  
Das Profitgeschäft von NGOs und Wohlfahrts-  
verbänden ist zu beenden.  
Die AfD verlangt, dass das Kopftuch als religiös-  
politisches Zeichen im Öffentlichen Dienst generell  
nicht gestattet und in öffentlichen Schulen weder  
von Lehrerinnen noch Schülerinnen getragen wird.  
Dies betrachten wir als eine der wichtigsten  
Bedingungen für eine gelingende Integration. Das  
Kopftuchverbot trägt zur Wahrung des Schulfriedens  
bei und ermöglicht jungen Mädchen eine freie  
Persönlichkeitsentwicklung und Selbstbestimmung.  
100 Migration, Asyl und Integration  
Die AfD fordert  
Integrationsprojekte  
einer staatlichen  
Evaluations- und  
Erfolgsprüfung zu  
unterziehen.  
Die deutsche Staatsangehörigkeit ist  
ein kostbares Gut  
Das Geburtsortprinzip (Erwerb der deutschen Staats-  
angehörigkeit durch Geburt in Deutschland, auch wenn  
kein Elternteil Deutscher ist) wollen wir wieder aus dem  
Gesetz streichen und zum Abstammungsprinzip zurück-  
kehren, wie es bis zum Jahr 2000 galt. Die Anforderun-  
gen - besonders auch in zeitlicher Hinsicht - für eine  
Ermessenseinbürgerung müssen erheblich steigen und  
einen Anspruch auf Einbürgerung darf es nicht mehr  
geben. Die Verleihung der deutschen Staats-  
angehörigkeit soll als Erfolg eigener Anstrengung erlebt  
werden und die Betroffenen mit Stolz erfüllen können.  
Migration, Asyl und Integration 101  
Die AfD fordert die  
Rückkehr zum Abstam-  
mungsprinzip für die  
Staatsbürgerschaft, wie  
es bis zum Jahr 2000  
galt.  
102  
Familienpolitik  
K A P I T E L 1 1  
103  
Familienpolitik  
Familien stärken und fördern  
Die AfD bekennt sich zur Familie als Keimzelle unserer  
Gesellschaft. Sie besteht aus Vater, Mutter und Kindern.  
Familie bedeutet Sicherheit, Obhut, Heimat, Liebe und  
Glück. Dieses Werte- und Bezugssystem wird von Gene-  
ration zu Generation weitergegeben.  
Von linksgrüner Seite jedoch wird die Institution Familie  
aus ideologischer Motivation heraus diskreditiert, um sie  
durch andere Leitbilder zu ersetzen.  
Wir fordern dagegen die Wiederherstellung des grund-  
gesetzlich garantierten, besonderen Schutzes der  
Familie.  
In der Shell-Jugendstudie 2019 gaben 68% der Jugendli-  
chen an, später einmal eine Familie gründen zu wollen,  
19% waren noch unentschlossen. In der Vergangenheit  
konnten allerdings viele junge Erwachsene ihren  
Kinderwunsch nicht wie gewünscht verwirklichen.  
Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer aktivieren-  
den, also geburtenfördernden Familienpolitik. Eine Fort-  
setzung der herrschenden, familienzersetzenden Politik  
wird die demografische Katastrophe, in die wir geraten  
sind, weiter verschlimmern. Am Ende dieses Prozesses  
steht auch der Zusammenbruch der sozialen Siche-  
rungssysteme und letztlich unserer kulturellen Identität.  
Das können wir nicht wollen! Die AfD ist entschlossen,  
dem familienfeindlichen Zeitgeist eine positive,  
familienfreundliche Sozialpolitik entgegenzustellen.  
104 Familienpolitik  
Die AfD bekennt sich zur  
Familie als Keimzelle  
unserer Gesellschaft.  
Ein Schlüssel zu glücklicheren und stabileren Familien  
liegt dabei in aktivierenden familienpolitischen Maßnah-  
men und in einer größeren Wertschätzung der Famili-  
enarbeit.  
Ursachen der demografischen Katastrophe  
Die Geburtenrate liegt in Deutschland seit Mitte der 70er  
Jahre weit unterhalb des Niveaus zur Bestandserhaltung.  
Bei einer Geburtenrate von 1,5 Kindern schrumpft ein  
Volk um ca. 30% pro Generation.  
Die Ursachen für den Geburtenrückgang sind vielfältig.  
Durch den Ausbau des deutschen Sozialstaates mit  
Hilfeleistungen für alle Lebenslagen hat sich eine funda-  
mental veränderte Einstellung der Bürger zum eigenen  
generativen Verhalten entwickelt. Die Wahrnehmung  
des Staates als Helfer in allen Lebenslagen  
hat die Vorstellung von der eigenen Familie auch als  
generationsübergreifende Wirtschafts- und  
Versorgungsgemeinschaft ersetzt. Vor diesem Hinter-  
grund wurde der Hang zur vorrangigen ökonomischen  
Wohlstandsoptimierung während der Lebens-  
erwerbsphase zum Leitbild einer materialistischen  
Gesellschaft. Immer mehr Paare haben daher den  
ideellen Wert einer Familie als Sozialisationsraum und  
emotionale intergenerative Lebensgemeinschaft aus  
den Augen verloren. Der Gedanke einer vorrangigen  
„Selbstverwirklichung” hat dazu geführt, zugunsten von  
Einkommen und Karriere Kinderwünsche zurück-  
zustellen oder gänzlich aus der eigenen Lebensplanung  
zu verdrängen.  
Familienpolitik 105  
Wir fordern die Wieder-  
herstellung des grund-  
gesetzlich garantierten,  
besonderen Schutzes  
der Familie.  
Eltern, die für Familienarbeit ganz oder teilweise zu  
Hause bleiben, werden in unserer Gesellschaft  
abgewertet. Insbesondere bei doppelberufstätigen Eltern  
besteht durch die strukturelle Benachteiligung von  
Familien in der Arbeitswelt eine mangelnde Vereinbar-  
keit von Familie und Beruf. Hinzu kommen die kinder-  
bezogenen Mehrkosten für Wohnraum, Versorgung und  
Ausbildung, die bei der Bemessung von Steuern und  
Sozialversicherungen nur minimal ausgeglichen  
werden. Das alles führt zu durchschnittlich kleineren  
Familien und teilweise auch zu einer gewollten Kinder-  
losigkeit.  
Leistungsfähigkeit der Familien erhalten  
Vor allem Familien der mittleren Einkommensschicht  
werden in Deutschland steuerlich stärker belastet als in  
fast allen anderen europäischen Ländern. Die Geburten-  
rate ist bei diesen Familien erschreckend gering. Die AfD  
will hier mit dem steuerlichen Familiensplitting einen  
Paradigmenwechsel einleiten, verbunden mit einer  
Anhebung des Kinderfreibetrages. Als weitere steuerli-  
che Maßnahmen fordern wir die vollständige steuerliche  
Absetzbarkeit von kinderbezogenen Ausgaben und eine  
Absenkung der Mehrwertsteuer für Artikel des Kinder-  
bedarfs auf den reduzierten Satz.  
Ergänzend sollen Eltern zur Herstellung der Lastenge-  
rechtigkeit bei der Geburt jedes Kindes eine Rückzah-  
lung bereits entrichteter Rentenbeiträge in Höhe von  
20.000 € erhalten bzw. von zukünftigen Beiträgen in  
entsprechender Höhe freigestellt werden, ohne dass die  
spätere Leistung gekürzt wird.  
106 Familienpolitik  
Die AfD will Familien  
entlasten, indem ihnen  
Rentenbeiträge in Höhe  
von 20.000 € pro Kind  
freigestellt werden .  
Familien unterstützen  
Umfragen belegen immer wieder, dass sich viele  
junge Eltern in Deutschland statt Mehrfachbelastung  
und Rollenkonflikten mehr Zeit für ihre Kinder wün-  
schen. Kinder unter drei Jahren fühlen sich am wohlsten,  
wenn sie durch die eigenen Eltern betreut werden. Es  
muss wieder möglich sein, dass eine Familie mit kleinen  
Kindern von einem Gehalt leben kann, so dass die Eltern  
frei zwischen Berufstätigkeit oder Erwerbspause  
entscheiden können.  
Eltern, die ihre Kleinkinder selbst betreuen, erleben  
deren Entwicklung unmittelbar, vermitteln ihnen  
Herzensbildung und erhalten damit ihre körperliche und  
seelische Gesundheit, während gerade bei Kindern unter  
drei Jahren eine Fremdbetreuung mit Entwicklungs-  
risiken verbunden ist (Großstudie „The NICHD Study  
of Early Child Care and Youth Development“, 1991 und  
2007). Die AfD will daher für die ersten drei Jahre ein  
Betreuungsgeld für Eltern bzw. Großeltern einfüren,  
welches sich als Lohnersatzleistung am bisherigen  
durchschnittlichen Nettolohn der letzten drei Jahre vor  
Geburt des ersten Kindes orientiert, gedeckelt auf die  
Höhe des allgemeinen durchschnittlichen Nettogehalts.  
Das Kindergeld soll beibehalten, Missbrauchsmöglich-  
keiten müssen aber unterbunden werden. So ist zum  
Beispiel für im Ausland lebende Kinder nur der dort  
übliche Betrag zu zahlen.  
Für junge Familien sollen die Erstanschaffungen bei  
Familiengründung durch einen Ehe-Start-Kredit  
unterstützt werden.  
Familienpolitik 107  
Es muss wieder möglich  
sein, dass eine Familie  
mit kleinen Kindern  
von einem Gehalt leben  
kann.  
Der Ehe-Startkredit soll Deutschen im Sinne des Grund-  
gesetzes gewährt werden sowie EU-Bürgern, die seit  
mindestens 20 Jahren in Deutschland leben. Mit jedem  
Kind wird ein Teil des Kredits erlassen. BAföG-Empfän-  
gern soll bei einer Geburt während der Ausbildung bzw.  
während des Studiums die Rückzahlung bei erfolgrei-  
chem Abschluss erlassen werden. Für alle Studenten mit  
Kindern soll die Regelstudienzeit auf Antrag um bis zu  
sechs Semester verlängert werden.  
Der Wiedereinstieg von Eltern nach der Babypause soll  
vereinfacht werden, indem nach Kinderzahl gestaffelte  
Lohnsubventionen an die Arbeitgeber gezahlt werden.  
Familien brauchen bezahlbaren Wohnraum. Neben der  
Schaffung günstiger Mietwohnungen wollen wir auch  
möglichst viele Familien in eigene vier Wände bringen.  
Dazu wollen wir Bauland vergünstigt an Familien ab-  
geben und die Konditionen der KfW verbessern: Statt  
teurer Förderung von Energieeffizienzhäusern wollen  
wir gestaffelte Teilerlasse nach Kinderzahl.  
Familienfreundliches Deutschland  
Wir wollen eine kinderfreundliche Gesellschaft als  
Staatsziel ins Grundgesetz aufnehmen. Das stärkt  
Familien und verpflichtet die Politik zu echter Fami-  
lienfreundlichkeit – im Gegensatz zur Aufnahme von  
„Kinderrechten“ ins Grundgesetz, die dem Staat nur „die  
Lufthoheit über den Kinderbetten“ sichern soll. Kinder  
sind schon jetzt Grundrechtsträger. Gesonderte  
„Kinderrechte“ schwächen deshalb nur die Elternrechte  
nach Art. 6 GG.  
108 Familienpolitik  
Wir wollen eine kinder-  
freundliche Gesellschaft  
als Staatsziel ins Grund-  
gesetz aufnehmen.  
Statt Gleichstellungsbeauftragten wollen wir Familien-  
beauftragte, die familienfreundliche Entscheidungen  
sicherstellen und somit die aktivierende Familienpolitik  
unterstützen. Staatliche Leistungen und Verwaltungs-  
abläufe sind systematisch auf Familienfreundlichkeit zu  
prüfen und anzupassen. Über soziales Marketing soll für  
Familiengründungen und das Leitbild der 3-Kind-  
Familie geworben sowie über die damit verbundenen  
Angebote informiert werden.  
Mehrgenerationenfamilien sind stärker zu fördern. Für  
Arbeitgeber müssen Anreize für eine bessere Vereinbar-  
keit von Familie und Beruf geschaffen werden.  
Kinder in den Familien belassen,  
Kindesentzug nur in Ausnahmefällen  
Einige Familien bedürfen der staatlichen Unterstützung  
durch Beratung und Hilfe bei der Erziehung. Allerdings  
darf dies nur in äußersten Ausnahmefällen zu einem  
Kindesentzug durch das Jugendamt führen. Leider hat  
sich in den letzten Jahren um die Inobhutnahme von  
Kindern eine regelrechte Industrie entwickelt, die eines  
ständigen Nachschubs an Kindern bedarf. Die Anzahl  
der Inobhutnahmen ist seit 1995 von 23.432 Kindern bis  
2018 auf 52.590 Kinder bzw. um 124% gestiegen. Bis 2019  
haben sich die Ausgaben dafür von ca. 15 Milliarden Euro  
(1995) auf 50,6 Milliarden Euro vervielfacht. In Extrem-  
fällen musste sogar die „übermäßige Liebe der Mutter“  
als Entzugsgrund herhalten.  
Familienpolitik 109  
Die AfD fordert Fami-  
lien- statt Gleichstel-  
lungsbeauftragte, um  
familienfreundliche  
Entscheidungen sicher-  
zustellen.  
Hier fordert die AfD einen radikalen Kurswechsel. Wir  
wollen Fehlentscheidungen vermeiden, die als Willkür  
empfunden werden. Die Jugendpolitik muss auf eine  
Förderung der Familien ausgerichtet werden und das  
Ziel verfolgen, dass die Kinder in ihren Familien bleiben.  
Dazu müssen die Beratung und Sanktionierung von  
Familien innerhalb der Jugendämter auf zwei unab-  
hängige Stellen verteilt und strikt getrennt werden. Es  
ist seitens der Fachaufsicht und aller Leitungsebenen  
auf die Einhaltung der Gesetze zu achten, insbesonde-  
re muss kostenlose Akteneinsicht gewährt werden, es  
muss eine Angemessenheitsprüfung aller Leistungen  
stattfinden, ein Kindesentzug darf nur für eine kurze Zeit  
angeordnet werden und das Wunsch- und Wahlrecht  
für Leistungen des Jugendamtes nach §16 SGB VIII muss  
respektiert werden.  
Wir wollen darüber hinaus eine unabhängige Kontrolle  
der Jugendämter und der freien Träger installieren, um  
dem dort herrschenden Wildwuchs Einhalt zu gebieten.  
Die Ombudsstelle muss mit Entscheidungsbefugnissen  
ausgestattet und bekannt gemacht werden, damit sich  
Eltern auch an diese wenden können.  
Willkommenskultur für Kinder  
Ungeborene Kinder haben ein Recht auf Leben. Viel zu  
oft wird dieses Recht jedoch Zukunftsängsten unter-  
geordnet. Solchen Ängsten will die AfD durch konkrete  
Hilfen für Familien in allen Lebenslagen vorbeugen,  
insbesondere den lebensrettenden Ausweg der  
Adoption erleichtern und fördern. Wir wollen die  
Möglichkeiten der anonymen bzw. vertraulichen Geburt  
110 Familienpolitik  
Die Jugendpolitik muss  
auf eine Förderung der  
Familien ausgerichtet  
werden und das Ziel  
verfolgen, dass die  
Kinder in ihren Familien  
bleiben.  
weiter ausbauen und stärken sowie die Verfügbarkeit  
von Babyklappen sicherstellen.  
Die Gesellschaft muss in Familien, Schule und Medien  
den Respekt vor dem Leben und ein positives Bild von  
Ehe und Elternschaft vermitteln. Diesen Bedarf erkennt  
man daran, dass seit Jahren in Deutschland jährlich rund  
100.000 ungeborene Kinder getötet werden, was der  
Zahl der Einwohner einer Großstadt entspricht.  
Die verpflichtende Schwangerschaftskonfliktberatung  
ist in vielen Fällen zu einem formalen Verwaltungsakt  
verkümmert und befördert eine Bagatellisierung von  
Abtreibungen. Sie muss stattdessen dem Schutz des  
Lebens dienen. Wie vom Bundesverfassungsgericht zur  
Bedingung gestellt, ist regelmäßig die Wirksamkeit der  
Beratungsscheinregelung zu überprüfen. Gegebenen-  
falls ist durch gesetzliche Korrekturen ein wirksamer  
Lebensschutz zu gewährleisten.  
Schwangerschaftsberatungen müssen mit  
transparenten Qualitätsstandards und möglichst unter  
Einbeziehung der Väter durchgeführt werden.  
Abtreibungen, speziell aus sozialen und familiären  
Gründen, müssen dabei die Ausnahme bleiben. Bei der  
Beratung muss explizit über den Entwicklungsstand der  
ungeborenen Kinder und mögliche Spätfolgen einer  
Abtreibung aufgeklärt werden, wie z. B. das Post-  
Abortion-Syndrom (PAS). Eine Abtreibung ist  
meldepflichtig, Verstöße dagegen sind zukünftig zu  
ahnden. Die Abtreibungsstatistik soll dadurch die  
wirkliche Zahl der Abtreibungen wiedergeben. Die  
Entscheidung über eine Abtreibung muss natürlich bei  
der Mutter bzw. bei den Eltern liegen, dennoch lehnen  
wir alle Bestrebungen ab, die Tötung Ungeborener zu  
Familienpolitik 111  
Schwangerschafts-  
beratungen müssen  
mit transparenten  
Qualitätsstandards  
und möglichst unter  
Einbeziehung der Väter  
durchgeführt werden..  
einem Menschenrecht zu erklären. Wir wenden uns  
strikt gegen die Kommerzialisierung des Mutterleibes  
durch bezahlte Leihmutterschaften und gegen die Ver-  
marktung von Gewebe getöteter ungeborener Kinder.  
Trennungsfolgen mindern  
Kinder sind die Hauptleidtragenden, wenn sich die  
Eltern trennen. Die daraus resultierenden Schäden  
müssen reduziert werden, indem die Problematik aus  
der Sicht der Kinder betrachtet wird. Dazu gehört auch  
die umfassende Unterstützung und Beratung getrennter  
Eltern.  
Abstiegsängste und finanzieller Druck belasten Fami-  
lien stark und führen oft zu instabilen Ehen und Tren-  
nungen. Die AfD fordert daher auch zur Vermeidung  
von Trennungen eine familienfreundliche Steuer- und  
Abgabenpolitik, die es Familien ermöglicht, auf Wunsch  
auch mit nur einem Erwerbseinkommen eine Familie zu  
ernähren, ohne gravierende Einbußen des Lebensstan-  
dards. Auch für Eltern, die beide berufstätig sein wollen,  
müssen die weiteren Rahmenbedingungen so ausgelegt  
werden, dass Familie und Beruf möglichst gut vereinbar  
sind.  
Da die Mehrheit der Trennungskinder bei den Müttern  
aufwächst, ist ein besonderes Augenmerk auf die Ein-  
beziehung der Väter in die Erziehung zu legen. Kinder  
brauchen Vater und Mutter, die jeweils unterschiedliche  
Aspekte für die Entwicklung einbringen. Kinder dürfen  
nicht als Druckmittel oder Instrument der Rache dienen,  
indem der Kontakt dem anderen Partner erschwert oder  
112 Familienpolitikt  
Die AfD fordert auch zur  
Vermeidung von Tren-  
nungen eine familien-  
freundliche Steuer- und  
Abgabenpolitik.  
verwehrt wird. Die Umgangsrechte und-pflichten beider  
Elternteile müssen entsprechend gestärkt werden. Wir  
fordern auch bei nichtehelichen Kindern ein  
gemeinsames Sorgerecht ab Geburt.  
Die Reform des Familienrechts von 1977 führte dazu,  
dass selbst Straftaten und schwerwiegendes Fehlverhal-  
ten gegen den Ehepartner bei der Bemessung finanziel-  
ler Ansprüche nach Trennung und Scheidung oft ohne  
Auswirkung bleiben. Eine derartige Rechtsprechung  
ist nicht geeignet, die Partner zu ehelicher Solidarität  
anzuhalten und beeinträchtigt die Stabilität bestehender  
Ehen. Ohne das Schuldprinzip wiedereinzuführen, muss  
aber schwerwiegendes Fehlverhalten gegen die eheliche  
Solidarität bei den Scheidungsfolgen wieder verbindlich  
berücksichtigt werden.  
Verantwortungsvolle Kinderbetreuung  
Kinder sollten frei von Indoktrination aufwachsen, bis  
sie in der Familie gefestigt und alt genug sind, sich den  
Problemen unserer Welt zu stellen. Ideologen  
verschiedener Richtungen versuchen aber, Kinder  
möglichst früh zu beeinflussen. Das wurde bereits im  
Dritten Reich und in der DDR in großem Stil praktiziert.  
Politische Ideologien, wie z. B. Genderwahn und  
Klimahysterie, werden den Kindern heute schon im Vor-  
schulalter nähergebracht.  
Die AfD fordert, Kitas und Schulen von Angst und  
Hysterie freizuhalten und eine positive Lebens-  
einstellung zu vermitteln.  
Familienpolitik 113  
Die AfD fordert, Kitas  
und Schulen von Angst  
und Hysterie frei-  
zuhalten und eine  
positive Lebens-  
einstellung zu  
vermitteln.  
Häufig wird die politische Beeinflussung von einer  
Frühsexualisierung im Sinne „diverser“ Geschlechter-  
rollen begleitet. Die „Sexualpädagogik der Vielfalt“  
versucht, Kinder in Bezug auf ihre sexuelle Identität zu  
verunsichern und Geschlechterrollen aufzulösen. Sie  
werden dadurch massiv in ihrer Entwicklung gestört.  
Kinder haben das Recht auf Schutz ihrer Intimsphäre,  
damit sie ihre Sexualität selbstbestimmt herausbilden  
können.  
In Kindergärten muss Deutsch gesprochen werden.  
Darauf müssen Erzieher, Träger und Behörden aktiv  
hinwirken.  
Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verein-  
fachen, sind Betriebskindergärten stärker als bisher zu  
fördern. Sie reduzieren die Fahrtwege und vereinfachen  
die Abstimmung von familiären und beruflichen Ver-  
pflichtungen.  
Das Geschlecht ist eine biologische Tatsache  
Die menschliche Spezies besteht aus zwei Geschlech-  
tern, dem männlichen und dem weiblichen. Diese Zwei-  
geschlechtlichkeit wird nicht dadurch aufgehoben, dass  
bei wenigen einzelnen Personen eine Zuordnung zum  
männlichen oder weiblichen Geschlecht schwer oder  
gar nicht möglich ist. Es versteht sich von selbst, dass  
diese Menschen vollwertiger Teil unserer Gesellschaft  
sind und mit der ihnen gebührenden Achtung behandelt  
werden müssen. Wir halten es aber für unangemessen,  
das biologische Regel-Ausnahme-Verhältnis umzukeh-  
ren und für eine sehr geringe Zahl von Menschen neue  
Kategorien der geschlechtlichen Klassifizierung (z. B.  
durch Änderung der Toilettenordnung) einzuführen.  
114 Familienpolitik  
Um die Vereinbarkeit  
von Familie und Beruf  
zu vereinfachen, sind  
Betriebskindergärten  
stärker als bisher zu  
fördern.  
Das biologische Geschlecht wirkt sich unmittelbar auf  
viele Verhaltensaspekte von Männern und Frauen aus.  
Die Geschlechtsrollenbilder in den verschiedenen Kul-  
turen bauen darauf auf. Sie können variieren, allerdings  
darf der Einfluss kultureller und sozialer Aspekte nicht  
überschätzt werden. Der Mensch ist kein beliebig um-  
formbares Geschöpf, sondern bewegt sich stets in den  
von der Natur gesetzten Grenzen.  
Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist ein hohes  
Gut und im Grundgesetz verankert. Die biologische  
Geschlechterbindung des Menschen betrachten wir  
nicht als Last, sondern als Geschenk. Die AfD fordert  
daher die Würdigung auch traditioneller Lebensentwür-  
fe und die Wertschätzung der Lebensleistung von Frau-  
en, die Familien gründen und Kinder großziehen. Frauen  
sollen genauso wie Männer entscheiden dürfen, welchen  
Lebensweg sie einschlagen, ohne mit gesellschaftlicher  
Ächtung rechnen zu müssen, wie es aktuell im linken  
Zeitgeist verankert ist. Frauenquoten betrachten wir  
dementsprechend nicht als fortschrittlich. Sie stellen  
eine Form der Diskriminierung dar und verfestigen  
das Bild, dass ein erfülltes und anerkanntes Leben für  
Frauen nur durch eine berufliche Karriere erreicht  
werden könne.  
Das Geschlecht wird durch die  
Geschlechtschromosomen bestimmt. Wir sehen es  
kritisch, dass „Geschlechtsumwandlungen“ zunehmend  
bagatellisiert werden. Geschlechtsumwandlungen  
bei Kindern und Jugendlichen lehnen wir ab. Eine so  
schwerwiegende Entscheidung darf nur mit der Reife  
und Einsichtsfähigkeit des Erwachsenenalters getroffen  
werden.  
Familienpolitik 115  
Die AfD fordert die  
Würdigung traditio-  
neller Lebensentwürfe  
und die Wertschätzung  
der Lebensleistung von  
Frauen, die Familien  
gründen und Kinder  
großziehen.  
116  
Arbeits- und  
Sozialpolitik  
K A P I T E L 1 2  
117  
Arbeits- und Sozialpolitik  
Zuwanderung von EU-Ausländern in unsere  
Sozialsysteme begrenzen  
Hunderttausende EU-Ausländer werden als  
Regelleistungsberechtigte in der Grundsicherung für  
Arbeitsuchende geführt. Die AfD fordert, die nationalen  
Vorschriften zum Leistungsbezug der Grundsicherung  
für Arbeitsuchende dahingehend abzuändern, dass ein  
Leistungsanspruch nur für solche EU-Ausländer besteht,  
die unter Aufnahme einer existenzsichernden Tätigkeit  
einreisten beziehungsweise ihren gewöhnlichen  
Aufenthalt begonnen und diese über einen  
angemessenen Zeitraum ausgeübt haben. Der Bezug  
von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende  
im Anschluss an eine existenzsichernde Tätigkeit bzw.  
über den Bezug von Arbeitslosengeld hinaus soll auf  
maximal ein Jahr begrenzt werden.  
Nationale Gesetzgebungshoheit im  
Sozialrecht verteidigen  
Ein stabiles, leistungsgerechtes Sozialsystem gehört in  
die nationale Verantwortung. Eine dauerhafte Abkehr  
vom Einstimmigkeitsprinzip auf EU-Ebene im Bereich  
der Sozialpolitik zugunsten von Mehrheitsentscheidun-  
gen wäre faktisch eine weitere Abgabe von Hoheitsrech-  
ten an die Europäische Union. Die AfD lehnt aus diesem  
Grund die von der EU vorangetriebene Aufweichung des  
Einstimmigkeitsprinzips im Bereich der Sozialpolitik ab.  
118 Arbeits- und Sozialpolitik  
Die AfD lehnt die von  
der EU vorangetriebene  
Aufweichung des Ein-  
stimmigkeitsprinzips im  
Bereich der Sozialpolitik  
ab.  
Keine Auszahlungen von Sozialleistungen auf  
ausländische Konten  
Sozialleistungen wie Hartz IV oder Sozialhilfe werden je  
nach Wunsch des Berechtigten auch auf ausländische  
Konten überwiesen. Überzahlungen oder Fehlzahlungen  
können nur unter erschwerten Bedingungen zurück-  
geholt werden, wodurch dem deutschen Sozialsystem  
ein erheblicher finanzieller Schaden entsteht. Dieser  
belastet jeden Steuerzahler und die Solidargemeinschaft  
zusätzlich. Deshalb fordert die AfD, Sozialleistungen nur  
noch auf inländische Konten zur Auszahlung zu bringen.  
Lohndumping in der Leiharbeit verhindern  
Leiharbeitnehmer werden vergleichbaren Stammarbeit-  
nehmern hinsichtlich der Entlohnung ab dem ersten  
Arbeitstag mindestens gleichgestellt. Um dem erhöh-  
ten Kündigungsrisiko und der erwarteten Flexibilität  
der Leiharbeitnehmer Rechnung zu tragen, wird eine  
Flexibilitätsprämie eingeführt. Sie wird als prozentualer  
Aufschlag auf das maßgebliche Arbeitsentgelt geleistet.  
Die bisherige Möglichkeit der stufenweisen Heran-  
führung des Entgeltes entfällt. Wirksam geschlossene  
(Branchen-) Zuschlagstarifverträge behalten bis zum  
vereinbarten Ablauf ihre Gültigkeit. Eine Verlängerung  
ist ausgeschlossen.  
Mindestlohn beibehalten  
Der gesetzliche Mindestlohn ist mit dem Wesen der  
Sozialen Marktwirtschaft eng verbunden. Er korrigiert im  
Bereich der Entlohnung die Position der  
Niedriglohnempfänger als schwache Marktteilnehmer  
Arbeits- und Sozialpolitik 119  
Leiharbeitnehmer  
sollen vergleichbaren  
Stammarbeitnehmern  
hinsichtlich der Ent-  
lohnung ab dem ersten  
Arbeitstag mindestens  
gleichgestellt werden.  
gegenüber den Interessen der Arbeitgeber als  
vergleichsweise starke Marktteilnehmer. Er schützt sie  
auch vor dem durch die derzeitige Massenmigration zu  
erwartenden Lohndruck. Insbesondere erlaubt der  
Mindestlohn eine Existenz jenseits der Armutsgrenze  
und die Finanzierung einer, wenn auch bescheidenen,  
Altersversorgung, die ansonsten im Wege staatlicher  
Unterstützung von der Gesellschaft zu tragen wäre.  
Mindestlöhne verhindern somit die Privatisierung von  
Gewinnen bei gleichzeitiger Sozialisierung der Kosten.  
Arbeitsleben würdigen –  
Arbeitslosengeld I gerecht gestalten  
Ein Arbeitnehmer, der nach langen Jahren der Erwerbs-  
tätigkeit arbeitslos wird, hat im Regelfall nur Anspruch  
auf ein Jahr Arbeitslosengeld I. Anschließend erhält er  
Arbeitslosengeld II wie ein Arbeitsloser, der noch nie  
zuvor in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat.  
Dies stellt eine Geringschätzung der langjährigen Bei-  
tragszahler dar. Die AfD setzt sich für eine Bezugsdauer  
von Arbeitslosengeld I in Abhängigkeit von der  
Dauer der Vorbeschäftigung ein. Der Selbstbehalt bei der  
Berechnung von Arbeitslosengeld II ist sanktionsfrei zu  
erhöhen. Dies ist ein Gebot der Gerechtigkeit, um unter-  
schiedliche Erwerbsbiografien bei Arbeitslosigkeit auch  
differenziert zu behandeln.  
120 Arbeits- und Sozialpolitik  
Die AfD setzt sich für  
eine Bezugsdauer von  
Arbeitslosengeld I in  
Abhängigkeit von der  
Dauer der Vorbeschäfti-  
gung ein.  
Reform der Arbeitslosenversicherung  
Der Beitragssatz in der Arbeitslosenversicherung soll  
abgesenkt werden, um die Einkommen der Arbeitneh-  
mer zu erhöhen und den Produktionsfaktor Arbeit zu  
entlasten. Dazu soll die Arbeitslosenversicherung von  
versicherungsfremden Leistungen entlastet werden und  
der Kreis der Leistungsberechtigten strikt an dem Kreis  
der Beitragszahler ausgerichtet werden. Die Versicher-  
ten sollen beim Bezug des beitragsfinanzierten Arbeits-  
losengeldes I nicht mehr mit Sanktionen gegängelt  
werden.  
Aktivierende Grundsicherung - Arbeit, die sich lohnt  
Die AfD will eine „Aktivierende Grundsicherung“ als  
Alternative zum Arbeitslosengeld II (sogenanntes „Hartz  
IV“). Das erzielte Einkommen soll nicht wie bisher  
vollständig mit dem Unterstützungsbetrag verrechnet  
werden. Stattdessen verbleibt dem Erwerbstätigen stets  
ein spürbarer Anteil des eigenen Verdienstes. Dadurch  
entstehen Arbeitsanreize. Wer arbeitet, wird auf jeden  
Fall mehr Geld zur Verfügung haben als derjenige, der  
nicht arbeitet, aber arbeitsfähig ist (Lohnabstandsgebot).  
Missbrauchsmöglichkeiten sind auszuschließen.  
Finanzkontrolle Schwarzarbeit stärken  
Die Bekämpfung von Schwarzarbeit, illegaler Beschäf-  
tigung und Verstößen gegen das Mindestlohngesetz ist  
Aufgabe der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS).  
Arbeits- und Sozialpolitik 121  
Die AfD fordert, dass  
dem Erwerbstätigen  
stets ein spürbarer  
Anteil des eigenen Ver-  
dienstes verbleibt und  
das erzielte Einkommen  
nicht mehr vollständig  
mit dem Unterstüt-  
zungsbeitrag verrechnet  
werden soll.  
Die AfD fordert, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim  
Personalaufbau zu stärken, indem u. a. die  
Personalgewinnung über eine neue eigenständige  
zentrale Organisationseinheit organisiert und die  
Ausbildung der FKS-Mitarbeiter neu geordnet wird.  
Arbeitsrecht reformieren und vereinfachen  
Es soll ein Arbeitsgesetzbuch geschaffen werden, wel-  
ches die zahlreichen Einzelgesetze systematisch zusam-  
menführt und ergänzt und damit Klarheit und Rechts-  
sicherheit schafft.  
Gezielte Maßnahmen gegen Wohnungs-  
und Obdachlosigkeit  
Das Problem der Wohnungs- und Obdachlosigkeit wurde  
bislang gesellschaftlich eher am Rande wahrgenommen.  
Die steigende Zahl der Wohnungs- und Obdachlosen  
zeigt jedoch die mangelhafte Planung im sozialen  
Wohnungsbau, die ihre Ursache in der fehlenden kon-  
kreten Bedarfsermittlung hat. Die AfD fordert daher  
die sofortige Einführung einer bundesweiten zentralen  
Statistik zur Erfassung der Wohnungs- und  
Obdachlosigkeit.  
Mehr Arbeitsplätze mit fairer Entlohnung für  
schwerbehinderte Menschen  
Trotz der gesetzlichen Verpflichtung, Arbeitsplätze  
für behinderte Menschen vorzuhalten, ist die Zahl der  
arbeitslosen schwerbehinderten Menschen deutlich zu  
hoch. Um echte Teilhabe für behinderte Menschen am  
122 Arbeits- und Sozialpolitik  
Die AfD fordert die  
Schaffung von Anreizen  
in Form eines Bonussys-  
tems für die Einrichtung  
von mehr Arbeitsplätzen  
mit fairer Entlohnung  
für Menschen mit  
Behinderung.  
Arbeitsleben zu verwirklichen, fordert die AfD die  
Schaffung von Anreizen in Form eines Bonussystems für  
alle Arbeitgeber für die Einrichtung von mehr Arbeits-  
plätzen für Menschen mit Behinderung, gekoppelt mit  
einer fairen Entlohnung.  
Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen in  
Krankenhäusern  
Menschen mit Behinderungen sollen in Krankenhäusern  
und Reha-Einrichtungen besser betreut werden. Dafür  
sollen die Voraussetzungen für eine soziale Assistenz  
geschaffen werden, wodurch dann auch die Angehörigen  
entlastet würden.  
Arbeits- und Sozialpolitik 123  
124  
Das Renten-  
konzept der AfD  
K A P I T E L 1 3  
125  
Das Rentenkonzept der AfD  
Als Partei der Leistungsgerechtigkeit ist es der AfD ein  
besonderes Anliegen, unseren Eltern und Großeltern  
im Rentenalter einen Lebensabend in Würde zu ermög-  
lichen. Sie haben unser Land mit ihrer Arbeit zu einer  
der führenden Industrienationen der Welt aufgebaut.  
Die drohende Altersarmut für Millionen Leistungsträger  
ist für uns schon aus diesem Grund unerträglich. Der  
entwürdigenden und ungerechten Rentenpolitik der  
Altparteien erteilen wir daher eine deutliche Absage.  
Zugleich müssen wir das Rentensystem für die Jungen  
vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung  
bezahlbar halten.  
Renten zukunftsfest  
Es braucht einen ausgewogenen Ansatz, der die Belange  
aller Betroffenen einbezieht. Der drohenden  
Überlastung der Beitragszahler muss durch einen  
höheren Steuerzuschuss in der Rentenfinanzierung  
entgegengewirkt werden, versicherungsfremde  
Leistungen sind aus Steuermitteln zu begleichen. Dieser  
höhere Steueraufwand darf jedoch nicht durch  
Steuererhöhungen finanziert werden. Vielmehr sind die  
Steuerzuschüsse zur Rente durch konsequente Strei-  
chungen von ideologischen Politikmaßnahmen, bei-  
spielsweise in der Migrations-, Klima- und EU-  
Politik, gegenzufinanzieren. Gute Renten sind künftig  
nur dann finanzierbar, wenn wir die richtigen haushalts-  
politischen Prioritäten setzen. Statt linksgrüner  
„Weltrettungsprojekte“ braucht es marktwirtschaftliche  
Freiheit und öffentliche Investitionen in Bildung und  
126 Das Rentenkonzept der AfD  
Wir wollen unseren  
Eltern und Großeltern  
im Rentenalter einen  
Lebensabend in Würde  
ermöglichen.  
Wissenschaft, um über eine prosperierende Wirtschaft  
auch hohe soziale Standards finanzieren zu können.  
Freiheit beim Renteneintritt  
Unser Anliegen ist nicht nur ein höheres Maß an  
Leistungsgerechtigkeit in der Rentenversicherung, den  
Rentenberechtigten sollen auch mehr Freiheitsrechte  
zugestanden werden. Unserem Freiheitsverständnis  
nach gehört die Entscheidung über den Eintritt in die  
Rentenphase in die Hand des Einzelnen. Die Betroffenen  
haben nach einem langen Berufsleben viele  
Erfahrungen gesammelt und wissen selbst am besten,  
wann sie aus dem Erwerbsleben ausscheiden wollen.  
Manche gehen in ihrer Arbeit auf, haben große Freude  
daran und wollen so lange wie möglich arbeiten. Andere  
haben für ihren Lebensabend andere Pläne, wollen mehr  
Zeit mit dem Partner verbringen, auf Reisen gehen oder  
sich um die Enkelkinder kümmern. Wir wollen deshalb  
jedem ermöglichen, länger zu arbeiten und im Einver-  
nehmen mit dem jeweiligen Arbeitgeber zum  
individuellen Wunschzeitpunkt den Ruhestand  
anzutreten. Die Rentenhöhe hängt dabei von den  
eingezahlten Beiträgen und dem Renteneintritt ab. Wer  
länger arbeitet, bekommt entsprechend mehr Rente.  
Altersarmut verhindern  
Unabhängig vom Zeitpunkt des Renteneintritts muss  
immer gelten: Wer lange in die Rentenkasse einge-  
zahlt hat, sollte auch bei einem geringeren Einkommen  
bessergestellt werden als Personen, die weniger ein-  
gezahlt haben. Dem wird die AfD gerecht, indem 25%  
der Altersrente nicht auf die Grundsicherung im Alter  
Das Rentenkonzept der AfD 127  
Soziale Gerechtigkeit ist  
ein integraler Bestand-  
teil der AfD-Politik,  
muss aber immer auch  
zur Eigenverantwortung  
anregen.  
angerechnet werden. Auf diese Weise wird Altersarmut  
verhindert oder zumindest deutlich verringert. Während  
der Erwerbsphase lohnt es sich daher, auch Tätigkeiten  
mit geringem Einkommen anzunehmen, aus denen sich  
häufig auch höher bezahlte Beschäftigungsverhältnisse  
ergeben. Soziale Gerechtigkeit ist ein integraler Bestand-  
teil der AfD-Politik, muss aber immer auch zur Eigenver-  
antwortung anregen.  
Abschaffung der Politikerpensionen  
Diese Eigenverantwortung müssen wir auch von  
Politikern einfordern. Es ist niemandem vermittelbar,  
dass Berufspolitiker bereits nach wenigen Jahren hohe  
Pensionsansprüche erwerben. Das ist vor allem kritisch,  
weil die Nutznießer dieser Gesetze selbst über solche  
Regelungen gesetzgeberisch entschieden haben. Damit  
muss Schluss sein. Politiker sollen wie andere  
Arbeitnehmer auch in die gesetzliche  
Rentenversicherung einzahlen. Auch dies ist Ausdruck  
unseres Verständnisses von sozialer Gerechtigkeit.  
Reduzierung des Beamtenstatus auf  
originär hoheitliche Aufgaben  
Zu diesem Verständnis gehört auch ein neuer Umgang  
in der Frage „Staatsbedienstete und Renten-  
versicherung“. Unsere Beamten sind das Rückgrat der  
deutschen Verwaltung und eine wesentliche Stütze für  
das im internationalen Vergleich gut funktionierende  
Staatswesen. Die hohe Loyalität der Beamten beruht  
auch auf dem Prinzip der Fürsorgepflicht des Diens-  
therrn. Darauf beruht die beamtenrechtliche Altersver-  
sorgung.  
128 Das Rentenkonzept der AfD  
Politiker sollen wie  
andere Arbeitnehmer  
auch in die gesetzliche  
Rentenversicherung  
einzahlen. Auch dies ist  
Ausdruck unseres  
Verständnisses von  
sozialer Gerechtigkeit.  
Die AfD möchte sie deshalb beibehalten, allerdings die  
Verbeamtung auf hoheitliche Aufgaben beschränken,  
wie z.B. bei Bundeswehr, Zoll, Polizei, Finanzverwaltung  
und Justiz. Auf diese Weise wird ein Großteil der  
künftigen Staatsbediensteten in die gesetzliche  
Rentenversicherung aufgenommen und deren  
Beitragsaufkommen gestärkt.  
Lastengerechtigkeit zwischen Familien  
und Kinderlosen herstellen  
Besondere Beachtung verdienen im  
Sozialversicherungssystem die Familien. Eltern tragen  
die Lasten der Kindererziehung. Die späteren  
Leistungen der Kinder, insbesondere in der  
Rentenversicherung, kommen aber allen Rentnern  
zugute, auch den Kinderlosen. Familien mit Kindern  
tragen daher Sonderlasten für die Allgemeinheit.  
Die AfD möchte hier einen Ausgleich herstellen, indem  
Familien für jedes Kind 20.000 Euro Beiträge der Eltern  
zur Rentenversicherung aus Steuermitteln erstattet be-  
kommen, ohne dass sich die Rentenansprüche dadurch  
verringern. Wurden zum Zeitpunkt der Geburten noch  
keine Beiträge in entsprechender Höhe gezahlt, erfolgt  
eine Anrechnung auf zukünftige Rentenbeiträge. Die  
Eltern werden dadurch in dem Lebensabschnitt wir-  
kungsvoll unterstützt, in dem die Kosten für die Kinder  
anfallen und gegebenenfalls ein Elternteil vollständig  
oder teilweise auf das Erwerbseinkommen verzichtet.  
Dies wird nicht nur die Entscheidung für ein Kind oder  
weitere Kinder erleichtern, sondern insgesamt  
Leistungsdruck aus den Familien nehmen und damit die  
Trennungsquote verringern.  
Das Rentenkonzept der AfD 129  
Die AfD will die Familien  
entlasten. Für jedes  
Kind bekommen die  
Eltern 20.000 Euro der  
Beiträge zur Renten-  
versicherung erstattet.  
Ungerechtigkeiten bei der  
Überleitung der Ostrenten beseitigen  
Neben den Ungerechtigkeiten gegenüber Familien  
bestehen auch 31 Jahre nach der deutschen  
Wiedervereinigung noch immer Ungerechtigkeiten bei  
der Überleitung der Ostrenten. Bei der in den  
neunziger Jahren erfolgten Rentenüberleitung mit dem  
Renten-Überleitungsgesetz und dem Anspruchs- und  
Anwartschaftsüberführungsgesetz ist es zu Ungereimt-  
heiten gekommen. Die im Alterssicherungssystem der  
„DDR” enthaltenen Regelungen für besondere Berufs-  
gruppen wurden nur teilweise umgesetzt. Nach dem  
Auslaufen von Übergangsregelungen ergeben sich  
erhebliche Unterschiede je nach Rentenbeginn. Für die  
Härtefälle und groben Unbilligkeiten im Rentenüber-  
leitungsprozess werden wir einen Ausgleich durch eine  
Fondslösung schaffen. Im Rahmen der Fondslösung  
sind den Betroffenen pauschalierte Einmalzahlungen in  
angemessener Höhe zu gewähren. Bei der Bemessung  
der Einmalzahlungen soll – soweit dies möglich ist – an  
die zurückgelegte Betriebszugehörigkeit angeknüpft  
werden.  
Keine Doppelbesteuerung, Steuerfreibetrag anheben  
Neben den besonderen Ungerechtigkeiten gegenüber  
Ostrentnern und Familien in ganz Deutschland gibt es  
auch grundsätzliche Ungerechtigkeiten bei der Renten-  
besteuerung. Viele Rentner, die seit 2005 auf ihre Renten  
Steuern zahlen, unterliegen einer Doppelbesteuerung.  
Die rechtlichen Regelungen sind so anzupassen, dass  
dieser verfassungswidrige Zustand abgeschafft wird.  
Generell ist die Besteuerung von Renten aus sozialer  
130 Das Rentenkonzept der AfD  
Durch die Anhebung  
des Steuerfreibetrags  
wollen wir insbesondere  
niedrige Renten vor der  
Besteuerung bewahren.  
Sicht kritisch zu beurteilen. Wir wirken der Einkommen-  
steuerlast dadurch entgegen, dass wir den Steuerfrei-  
betrag – wie im steuerpolitischen Abschnitt dargestellt  
– für alle anheben und so zumindest niedrige Renten vor  
der Besteuerung bewahren.  
Umlagefinanzierte Rente stärken  
Mit unserem ausgewogenen Ansatz und den daraus  
abgeleiteten Maßnahmen werden wir das umlagefinan-  
zierte Rentensystem für den Eintritt der Babyboomer ins  
Rentensystem tauglich machen. Wir erhöhen die  
Leistungsgerechtigkeit deutlich, ohne die nach-  
kommenden Generationen zu überlasten. Wir zeigen,  
dass Gegenwartsinteressen und generative  
Verantwortung in Einklang zu bringen sind.  
Wehrdienst rentenpolitisch würdigen  
Die AfD hat sich zum Ziel gesetzt, die ausgesetzte  
Wehrpflicht wiedereinzuführen. In der gesetzlichen  
Rentenversicherung wird die Zeit des Wehrdienstes  
folglich so in Ansatz gebracht, als habe der  
Wehrdienstleistende Beiträge und Verdienste im  
Umfang eines durchschnittlichen Einkommens erzielt.  
Je Monat der Dienstzeit werden somit 1/12 Entgeltpunkte  
dem Rentenversicherungskonto gutgeschrieben. Diese  
Regelung kommt auch den Wehrersatzdienstleistenden  
(Zivildienstleistenden), die den Dienst an der Waffe aus  
Gewissensgründen ablehnen, zugute.  
Das Rentenkonzept der AfD 131  
Für Wehr- und Zivil-  
dienstleistende wird je  
Monat der Dienstzeit  
1/12 Entgeltpunkte dem  
Rentenversicherungs-  
konto gutgeschrieben.  
132  
Gesundheits-  
politik  
K A P I T E L 1 4  
133  
Gesundheitspolitik  
Die Gesundheitspolitik der AfD baut auf dem  
bestehenden deutschen Gesundheitssystem auf.  
Es zeigen sich jedoch zunehmend Fehlentwicklungen,  
denen sich die Alternative für Deutschland mit Reform-  
vorschlägen annimmt. Unser Ziel ist eine am Menschen  
orientierte und wohnortnahe medizinische Versorgung.  
Die Effizienz unseres Gesundheitswesens soll neu  
bewertet werden, Eigenverantwortlichkeit, natürliche  
Prävention sowie Therapiefreiheit gefördert und der Ein-  
flussnahme von Lobbyisten strengere Grenzen gesetzt  
werden.  
Schluss mit den unverhältnismäßigen  
Corona-Maßnahmen  
Die Verunsicherung der Bürger mit willkürlichen  
Grenzwerten, nicht nachvollziehbaren Maßnahmen und  
Einschränkungen von Grundrechten durch  
Verwaltungsermächtigungen unter Umgehung der  
Parlamente sind für uns inakzeptabel. Der Schwerpunkt  
freiwilliger Hygienemaßnahmen und Schutz-  
bestimmungen muss auf gefährdeten Bevölkerungs-  
gruppen liegen.  
Das Tragen von Masken in Kindertagesstätten, Horten  
und Schulen lehnen wir ab. Die unverhältnismäßigen  
Lockdown-Maßnahmen sind unverzüglich zu beenden.  
Die Pflicht zum Tragen einer Maske lehnen wir ab.  
Eine verpflichtende Impfung (direkt und indirekt),  
Immunitätsausweise, sowie Tracking Apps oder sonstige  
Überwachungsmaßnahmen lehnen wir ab.  
134 Gesundheitspolitik  
Unser Ziel ist eine am  
Menschen orientierte  
und wohnortnahe medi-  
zinische Versorgung.  
Wir wollen dafür sorgen, dass der öffentliche und  
wissenschaftliche Diskurs sowie die Achtung des  
Meinungspluralismus gewahrt bleiben.  
Wir fordern die Rückkehr zu bewährten wissenschaftli-  
chen Diagnosemethoden zur Feststellung einer  
Infektion. Ein Schnelltest- oder PCR-Test, der laut  
Entwickler und WHO allein nicht zum Infektionsnach-  
weis geeignet ist und dessen Falschpositiv-Rate zu  
künstlich überhöhten Inzidenzwerten führt, darf nicht  
länger die Grundlage für Freiheitsbeschränkungen  
durch staatlich verordnete Lockdowns, Zugangsbe-  
schränkungen und Quarantäne sein.  
Impfen muss freiwillig bleiben  
Die AfD verteidigt das Grundrecht auf körperliche  
Unversehrtheit und die Verantwortung jedes Einzelnen  
für seinen Körper.  
Einsetzung eines parlamentarischen  
Corona-Untersuchungsausschusses  
Wir setzen uns dafür ein, dass im Rahmen eines  
Corona-Untersuchungsausschusses die gesamte  
Corona-Politik der Bundesregierung, die Ausrufung  
der Epidemie von nationaler Tragweite, der nicht im  
Grundgesetz verankerte Corona-Gipfel, der Einsatz  
und die Aussagekraft des PCR-Tests, die beliebig festge-  
setzten Grenzwerte, die Informationspolitik, fehlender  
wissenschaftlicher Diskurs, die Verhältnismäßigkeit  
der Maßnahmen, die Einschränkung der Grundrechte,  
verpflichtende Tests und Quarantäne sowie die körper-  
lichen, psychischen und psychosozialen Schäden durch  
die Maßnahmen, die Maskenpflicht ohne Gesundheits-  
Gesundheitspolitik 135  
Der Schwerpunkt frei-  
williger Hygine-  
maßnahmen und  
Schutzbestimmungen  
muss auf gefährdeten  
Bevölkerungsgruppen  
liegen.  
prüfung und die per Notfallzulassung eingesetzten  
Impfstoffe genauestens untersucht werden. Ein beson-  
deres Augenmerk ist auf die persönliche Bereicherung  
von Abgeordneten und Regierungsmitgliedern im  
Kontext der Corona-Politik zu legen.  
Krankenhäuser und Kliniken brauchen  
Planungssicherheit und eine individuell aus-  
auskömmliche Finanzierung  
Die bestehende Finanzierung in dem DRG-  
Fallpauschalensystem hat sich als Zuteilungs- und  
Sparsystem mit der „Heckenschere“ erwiesen. Die  
Steuerungsfunktion zur Bereinigung von angeblichen  
Überkapazitäten potenziert Verwerfungen und  
beschleunigt Kliniksterben insbesondere im ländlichen  
Raum.  
Die AfD fordert die Einführung eines Individualbudgets  
für Krankenhäuser, um auch in strukturschwachen  
Gebieten wohnortnah beispielsweise Notfalleinrichtun-  
gen, Abteilungen für Geburtshilfe und insbesondere die  
stationäre Behandlung von Kindern zu ermöglichen.  
In die individuelle Finanzierungsvereinbarung zwischen  
den Krankenkassen und den jeweiligen Kliniken fließen  
das klinische Leistungsgeschehen, die Prüfungs-  
ergebnisse des erweiterten neuen Medizinischen  
Dienstes im Gesundheitswesen (MDG), der tatsächliche  
Bedarf in der Bevölkerung vor Ort sowie die wirtschaft-  
liche Leistungsfähigkeit des jeweiligen Krankenhauses  
ein.  
Die AfD fordert mit Blick auf die Trägervielfalt und die  
Zurverfügungsstellung leistungsfähiger Krankenhaus-  
strukturen eine Begrenzung privater Träger im Kranken-  
hausbereich bei max. 60%.  
136 Gesundheitspolitik  
Die AfD fordert die  
Einführung eines  
Individualbudgets  
für Krankenhäuser,  
um auch in struktur-  
schwachen Gebieten  
wohnortnahe medizi-  
nische Versorgung zu  
ermöglichen.  
Serviceorientierte ambulante Versorgung durch  
Beendigung der Budgetierung  
Die Hälfte der niedergelassenen Ärzte erreicht in den  
nächsten Jahren das Rentenalter.  
Die Motivation zum Führen einer eigenen Praxis sowie  
zu einer längeren Berufsausübung über die übliche  
Altersgrenze hinaus ist unter den bestehenden Restrik-  
tionen gering. Das bestehende System einer leistungs-  
unabhängigen Budgetierung führt zu monatelangen  
Wartezeiten auf Facharztbehandlungen, überbordender  
Bürokratie, vorzeitigen Praxisschließungen und stark  
verringertem Wunsch nach beruflicher Selbst-  
ständigkeit.  
Nicht Kopfpauschalen, Budgetierung und willkürliche  
Honorarkürzungen innerhalb der GKV, sondern eine  
leistungsgerechte Bezahlung der Mediziner sichert eine  
bedarfsorientierte Betreuung des einzelnen Patienten.  
Eine unverhältnismäßige Leistungsausweitung wird  
durch flankierende Maßnahmen vermieden.  
1\. Ein weiterentwickelter Medizinischer Dienst im  
Ge sundheitswesen (MDG), der im Gegensatz zum  
bestehenden System paritätisch besetzt und  
finanziert sein wird, soll sich aus allen im  
Gesundheitssystem Beteiligten zusammensetzen.  
Er wird zukünftig nicht nur ein Instrument der  
Kostenersparnis für Kostenträger sein, sondern auch  
ein Mittel zur Leistungsgerechtigkeit für die Patienten  
und für die Behandlungsqualität.  
2\. Ein mehrstufiges Bonussystem für Beitragszahler,  
das notwendige Arztkontakte nicht verhindert, aber  
von leichtfertigen Besuchen abhält, wird eingeführt.  
Gesundheitspolitik 137  
Die AfD tritt ein für eine  
leistungsorientierte Be-  
zahlung der Mediziner.  
Damit wollen wir auch  
die bedarfsorientierte  
Betreuung des einzelnen  
Patienten sichern.  
Medizinische Versorgung auf dem Land  
wiederherstellen und sichern  
Die AfD betrachtet die Förderung der ärztlichen Versor-  
gung im ländlichen Raum als eine der aktuell dringends-  
ten Aufgaben.  
Folgende Maßnahmen werden die Versorgung dort  
stärken:  
1\. Aufhebung der Kopfpauschalen-Vergütung und der  
Budgetierung der ärztlichen Honorierung.  
2\. Beendigung der Deckelung im Abrechnungssystem  
(Degression).  
3\. Finanzielle und organisatorische Niederlassungs-  
hilfen.  
4\. Abbau der Hürden bei der Anstellung von ärztlichem  
Personal, wie z. B. der Jobsharing-Limitation.  
5\. Weiteren Ausbau von Arztpraxen / Polikliniken/MVZ  
mit angestellten Ärzten auch unter der Trägerschaft  
der Kommunen, aber unter ärztlicher Leitung.  
6\. Förderung von Medizinstudenten, die sich nach dem  
Studium für einen gewissen Zeitraum zu einer  
Berufstätigkeit in strukturschwachen Gebieten  
verpflichten.  
7\. Bereitstellung von günstigen Studiendarlehen für  
Medizinstudenten, die mit einer - auch anteiligen -  
Berufstätigkeit in unterversorgten Landkreisen  
sukzessiv erlassen werden.  
8\. Konsequente Wahrnehmung des Sicherstellungs-  
auftrages für eine flächendeckende Versorgungs-  
dichte durch die Kassen(zahn-)ärztlichen  
Vereinigungen.  
138 Gesundheitspolitik  
Die AfD betrachtet  
die Förderung der  
ärztlichen Versorgung  
im ländlichen Raum als  
eine der aktuell  
dringendsten Aufgaben.  
Zugang zu Heil- und Hilfsmitteln entbürokratisieren  
Die Genehmigungspflicht für Hilfsmittel durch die  
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) schafft Versor-  
gungslücken für den Patienten und verursacht hohen  
bürokratischen Aufwand.  
Sie ist durch eine Festbetragsregelung zu ersetzen.  
Kurzzeitpflegeplätze in Krankenhäusern finanzieren  
Im Anschluss an einer Krankenhausbehandlung führt  
das Fehlen von direkt anschließenden Pflege-  
möglichkeiten oftmals zu einer unwürdigen Übergangs-  
situation. Die AfD fordert, dass Kurzzeitpflegeplätze in  
den Krankenhäusern durch die Pflegeversicherung  
finanziert werden. So wird der Druck auf pflege-  
bedürftige Menschen vermieden, die häufig befürchten,  
dass eine Folgebetreuung in anschließenden Pflege-  
einrichtungen oder Zuhause nicht sichergestellt ist.  
Beendigung des Pflegenotstands  
Steigende Patientenzahlen, Abnahme von qualifiziertem  
Pflegepersonal, Überlastung vorhandener Pflegekräfte  
und eine Ausgabendeckelung der Kranken- und  
Pflegekassen bei der Entlohnung der Pflege sorgen für  
eine zunehmende Schieflage im Pflegebereich.  
Gesundheitspolitik 139  
Die AfD fordert, dass  
Kurzzeitpflegeplätze in  
den Krankenhäusern  
durch die Pflegever-  
sicherung finanziert  
werden.  
Daher fordert die AfD:  
1\. Eine leistungsgerechte angemessene Bezahlung der  
Pflegekräfte über einen Flächentarifvertrag mit  
steuerfreien Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschlägen.  
2\. Eine bundeseinheitliche gesetzliche Personalunter-  
grenze für Pflegeeinrichtungen mit einer Puffer-  
regelung bei deren kurzzeitiger Unterschreitung.  
3\. Regelmäßige Überprüfung der Ergebnis- und  
Abrechnungsqualität in Pflegeeinrichtungen.  
4\. Förderung und Finanzierung der Ausbildung zur  
Pflegefachkraft und nicht nur der Pflegehilfskräfte  
über das Jobcenter.  
Die AfD fordert das Fortbestehen der verschiedenen  
Versorgungsformen und die Förderung altersgerechter  
Wohnformen. Wir befürworten weiter die getrennte  
Berufsausbildung von Gesundheits- und Kranken-  
pflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege, die sich  
über Jahrzehnte bewährt hat. Die generalisierte  
Pflegeausbildung halten wir für eine Fehlentwicklung zu  
Lasten der Pflegebedürftigen.  
Vorfahrt für die häusliche Pflege  
Über 70% der Pflegebedürftigen bevorzugen die  
Unterbringung zu Hause. Sie ist nicht nur aus sozialen,  
sondern auch aus finanziellen Gründen vorzuziehen.  
Die stationäre Pflegebedürftigkeit ist soweit wie möglich  
hinauszuschieben. Die Unterstützung von pflegenden  
Angehörigen ist durch die weitgehende Angleichung des  
Pflegegeldes an die Pflegesachleistungen zu fördern.  
140 Gesundheitspolitik  
Die AfD fordert eine an-  
gemessene Bezahlung  
der Pflegekräfte über  
einen Flächentarifver-  
trag und eine bundes-  
einheitliche gesetzliche  
Personaluntergrenze für  
Pflegeeinrichtungen.  
Vereinfachung und bessere  
Übersichtlichkeit in der sozialen Pflege- und  
gesetzlichen Krankenversicherung  
Die AfD schlägt eine Zusammenlegung von sozialer  
Pflegeversicherung und gesetzlicher Kranken-  
versicherung vor, um häufig auftretende Schnittstellen-  
probleme bei der Versorgung von Pflegebedürftigen, die  
gleichzeitig häufig auch multimorbide sind,  
zu vermeiden.  
Der Leistungsumfang der sozialen Pflegeversicherung  
soll dabei dem Versicherungsprinzip in der Kranken-  
versicherung angeglichen werden. Da eigene Kinder für  
das Funktionieren des Sozialstaates unabdingbar sind,  
muss berücksichtigt werden, dass kinderlosen  
Versicherten aufgrund des Wegfalls der Kinder-  
erziehung mit all den damit verbundenen Kosten im  
höheren Maße die Bildung eigener Rücklagen für den  
Pflegefall zumutbar ist.  
Arzneimittelversorgung verlässlich machen  
Die zunehmende Wartezeit insbesondere auf lebens-  
wichtige Medikamente sowie eine Gefährdung gleich-  
bleibender Versorgungsqualität weisen Reformbedarf  
auf.  
Folgende Forderungen der AfD ergeben sich daraus:  
Der überwiegenden Monopolsituation und einseitigen  
Abhängigkeit vom Ausland wird durch Abschaffung der  
Rabattverträge, Ausweitung des Festbetragsmarktes,  
Anpassung der Herstellerrabatte und Abschaffung der  
Reimportquote entgegengewirkt.  
Gesundheitspolitik 141  
Die Unterstützung von  
pflegenden Angehöri-  
gen ist durch die weit-  
gehende Angleichung  
des Pflegegeldes an die  
Pflegesachleistungen zu  
unterstützen.  
Zur Vermeidung einer Überlastung des Arzneimittel-  
budgets werden diese Maßnahmen durch eine  
Ausweitung der Nutzenbewertung auch für den  
patentgeschützten Anteil der Medikamente und durch  
die Absenkung der Umsatzsteuer für Medikamente von  
19% auf 7 %, finanziert. In anderen EU – Ländern gilt  
bereits für Medikamente ein abgesenkter Steuersatz  
oder sie sind ganz steuerbefreit.  
Eine Bevorratung von rezeptpflichtigen Medikamenten  
für mindestens zwei Monate muss von den Herstellern  
sichergestellt werden.  
Für die Gewährleistung einer flächendeckenden und  
qualifizierten Versorgung mit Arzneimitteln müssen die  
inhabergeführten Apotheken erhalten bleiben, die mit  
ihrem Liefer-, Nacht-, Sonn- und Feiertagsservice an  
365 Tagen die Versorgung der Bürger vor Ort  
sicherstellen.  
Organspende, Sterbehilfe  
Eine Verpflichtung zur Organspende lehnt die AfD ab.  
Der Prozess des Sterbens ist durch die bewährte  
Palliativmedizin und eine passive Sterbehilfe zu  
begleiten.  
Cannabis nur in der Medizin  
Für medizinische Indikationen sollen unter ärztlicher  
Aufsicht Präparate mit dem Hauptwirkstoff zur Verfü-  
gung stehen. Wir befürworten den Ausbau der suchtpsy-  
chiatrischen Versorgung für eine dauerhafte Abstinenz  
von Drogen.  
142 Gesundheitspolitik  
Für die Gewährleistung  
einer flächendeckenden  
und qualifizierten  
Versorgung mit Arznei-  
mitteln müssen die  
inhabergeführten  
Apotheken erhalten  
bleiben.  
Antibiotikaresistenzen vermeiden  
und konsequent bekämpfen  
Wir fordern verpflichtende Untersuchungen auf  
multiresistente Keime bei jedem stationären Kranken-  
hausaufenthalt. Jede Klinik mit einer Intensivstation  
muss verpflichtend einen klinischen Mikrobiologen be-  
schäftigen. Desinfektionsfußmatten, Händedesinfektion  
an Haupt- und Stationseingängen, die Umsetzung fester,  
verbindlicher Besuchszeiten und Abklatschabstriche in  
Kliniken, Pflegeheimen und ambulanten operativen  
Einrichtungen werden der lebensbedrohlichen  
Vermehrung multiresistenter Keime entgegenwirken.  
Unangekündigte Qualitätskontrollen in Kliniken und  
Pflegeheimen, Beratungen und Sanktionen der  
Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen bei  
überdurchschnittlichem Antibiotikaverbrauch in  
Praxen runden diese Maßnahmen ab.  
Die Entwicklung von Reserveantibiotika in Deutschland  
sowie der Phagentherapie soll eine staatliche Förderung  
erfahren.  
Den Beruf des Heilpraktikers erhalten  
Ausbildungs- und Prüfungsstandards brauchen eine  
einheitliche, verbindliche Definition. Im Rahmen der  
freien Berufswahl muss es auch Ärzten ermöglicht  
werden, den Beruf des Heilpraktikers neben der  
ärztlichen Tätigkeit auszuüben.  
Gesundheitspolitik 143  
Wir fordern  
verpflichtende  
Untersuchungen auf  
multiresistente Keime  
bei jedem stationären  
Krankenhausaufenthalt.  
Anforderungen an ausländisches Personal im  
Gesundheitswesen  
Medizinisches Fachpersonal muss generell mindestens  
über Sprachkenntnisse auf dem Sprachniveau C1 verfü-  
gen. Die fachliche Qualifikation muss uneingeschränkt  
dem deutschen Standard genügen. Studien- und Aus-  
bildungsbewerber, die sich auf den Einsatz in unterver-  
sorgten Gebieten festlegen, sind zu bevorzugen.  
Souveränität des Patienten über seine  
Daten herstellen  
Medizinische Behandlungsdaten zeichnen sich durch  
besonders hohe Sensibilität aus. Die AfD lehnt die  
Schaffung einer zentralen Datenbank mit der Anbindung  
von Kliniken, Praxen, therapeutischen Einrichtungen  
und Apotheken zur Speicherung vertraulicher  
Patientendaten ab. Wir befürworten eine Speicherung  
von Notfalldatensätzen, einer Medikamentenübersicht  
oder einer Patientenverfügung direkt auf einer  
Krankenversicherungskarte zum Nutzen des Patienten,  
über deren Nutzung dieser eigenverantwortlich  
entscheidet.  
144 Gesundheitspolitik  
Die AfD lehnt die Schaf-  
fung einer zentralen  
Datenbank zur Spei-  
cherung vertraulicher  
Patientendaten ab.  
WHO grundlegend reformieren  
Die Finanzierung sowie die personelle Struktur der  
Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist grundlegend  
zu reformieren, um die Unabhängigkeit und Neutralität  
der WHO wiederherzustellen und dem Anspruch einer  
internationalen, also zwischenstaatlichen Organisation  
gerecht zu werden. Die notwendigen Struktur-  
anpassungen sollen zu einer Verschlankung der WHO  
und damit zu einer Absenkung der aus Steuermitteln  
finanzierten Beiträge und Spenden führen. Wir setzen  
uns zudem dafür ein, dass die WHO die begrifflichen  
Voraussetzungen für das Vorliegen einer Pandemie  
wieder um den bis 2009 gültigen Zusatz „eine enorme  
Anzahl von Todes- und Krankheitsfällen“ erweitert. Sollte  
eine grundlegende Reform nach diesen Maßstäben nicht  
durchsetzbar sein, sprechen wir uns für einen Austritt  
Deutschlands aus der Weltgesundheitsorganisation aus.  
Gesundheitspolitik 145  
146  
Bildung,  
Wissenschaft  
und Forschung  
K A P I T E L 1 5  
147  
Bildung, Wissenschaft und  
Forschung  
Mut zur Leistung statt Akademisierungswahn  
Ein leistungsorientiertes, differenziertes Bildungswesen  
ist die Grundlage unseres Wohlstands und wesentlicher  
Bestandteil unserer Kultur. Während seit Jahrzehnten  
jedoch die Abiturientenquote immer weiter steigt, fehlen  
den Auszubildenden und Studienanfängern  
grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten. Seit dem  
PISA-Schock vor 20 Jahren jagt eine Reform die andere,  
mit ständiger weiterer Absenkung des Niveaus.  
Die Bildungsstandards aller Schulformen und Bildungs-  
einrichtungen müssen wieder auf das Niveau einer  
führenden Wissenschafts- und Industrienation gehoben  
werden. Wir fordern die Abkehr von ausschließlicher  
Kompetenzorientierung und eine stärkere fachwissen-  
schaftliche Ausrichtung des Unterrichts.  
Mehrgliedriges Schulsystem erhalten  
Bildungsgerechtigkeit erfordert Differenzierung, nicht  
Gleichmacherei. Effizientes Lehren und Lernen ist nur  
möglich, wenn die Leistungsunterschiede zwischen den  
Schülern innerhalb einer Schulform begrenzt bleiben.  
Wir befürworten daher ein differenziertes, aber durch-  
lässiges Schulsystem, das den unterschiedlichen  
Begabungen der Schüler gerecht wird. Das Abitur muss  
wieder zum Ausweis der Studierfähigkeit werden,  
der Haupt- oder Realschulabschluss zu qualifizierter  
148 Bildung, Wissenschaft und Forschung  
Wir befürworten ein  
differenziertes, aber  
durchlässiges  
Schulsystem, das den  
unterschiedlichen  
Begabungen der Schüler  
gerecht wird.  
Berufsausbildung befähigen. Schulen in freier Träger-  
schaft (Privatschulen) sind eine sinnvolle Ergänzung des  
staatlichen Bildungswesens.  
Berufliche Bildung stärken: Meister statt Master  
Die duale Ausbildung in Unternehmen und Berufs-  
schulen ist ein Erfolgsmodell. Jedoch gefährdet das  
Streben nach immer höheren Abiturientenquoten den  
Nachwuchs in den Ausbildungsberufen. Zahlreiche  
Lehrstellen können aus Mangel an ausreichend  
qualifizierten Bewerbern nicht besetzt werden.  
Wir wollen das berufliche Bildungs- und Ausbildungs-  
system stärken. Der Wert der beruflichen Bildung muss  
stärker herausgehoben werden.  
Digitalisierung ist kein Selbstzweck  
Grundsätzlich benötigen Schulen eine moderne,  
zeitgemäße IT-Ausstattung. Dies ist vor allem für den  
Informatikunterricht und für die Berufsausbildung in  
technischen Fächern notwendig.  
Allerdings muss Digitalisierung stets unter den  
Prämissen der Sinnhaftigkeit und der Arbeits-  
erleichterung betrachtet werden.  
Dazu sind verbindliche Kriterien für Rahmenlehr-  
pläne und schulinterne Curricula zu definieren, wie sich  
digitale Medien innerhalb des Lehr-Lern-Prozesses  
didaktisch-methodisch und altersgerecht sinnvoll sowie  
datenschutzkonform einsetzen lassen.  
Bildung, Wissenschaft und Forschung 149  
Wir wollen das berufli-  
che Bildungs- und Aus-  
bildungssystem stärken.  
Der Wert der beruflichen  
Bildung muss stärker  
herausgehoben werden.  
Die ersten vier Schuljahre sollten vorwiegend digitalfreie  
Räume sein, da sie der Aneignung der grundlegenden  
Kulturtechniken Lesen, Rechnen und Schreiben dienen.  
Keine ideologisch motivierte Inklusion:  
Förder- und Sonderschulen erhalten  
Die Forderung der Vereinten Nationen, behinderten  
Kindern Teilhabe am Bildungssystem zu garantieren, ist  
in Deutschland bereits erfüllt. Kinder mit besonderem  
Förderbedarf erhalten in der Förderschule eine  
umfassende Unterstützung, die die Regelschule nicht  
leisten kann.  
Die AfD setzt sich deshalb für den Erhalt der Förder- und  
Sonderschulen ein. Die Förderschule muss wieder zum  
Regelfall für Schüler mit sonderpädagogischem Förder-  
bedarf werden.  
Bildung und Migration  
Die Integration von Migranten ist eine Herausforderung  
für das deutsche Bildungssystem, da viele von ihnen  
anderen Kulturkreisen und zudem oft bildungsfernen  
Schichten entstammen. Fehlende Vorbildung und  
mangelnde Sprachkenntnisse verhindern in vielen  
Fällen eine erfolgreiche Qualifizierung für den  
deutschen Arbeitsmarkt. Diese Menschen drohen in  
Deutschland persönlich zu scheitern und zu einer  
dauerhaften Belastung für den Sozialstaat zu werden.  
Die AfD drängt darauf, bei einer zukünftig rational  
gesteuerten Einwanderungspolitik den Bildungsstand  
150 Bildung, Wissenschaft und Forschung  
Die AfD drängt darauf,  
bei einer zukünftig  
rational gesteuerten  
Einwanderungspolitik  
den Bildungsstand als  
ein wesentliches  
Entscheidungs-  
kriterium zu  
berücksichtigen.  
als ein wesentliches Entscheidungskriterium zu  
berücksichtigen. Dafür können die Erfahrungen aus  
Japan wegweisend sein.  
Für schulpflichtige Asylbewerber muss es Ziel der  
Beschulung sein, diese auch für die Möglichkeit ihrer  
Rückkehr in ihr Heimatland vorzubereiten. Der Lernfort-  
schritt einheimischer Schüler darf nicht  
beeinträchtigt werden. Solange die Migranten nicht  
hinreichend Deutsch sprechen, um am Regelunterricht  
teilzunehmen, ist ein Unterricht in ihrer Muttersprache  
eine Option.  
Neutralität der Schule wiederherstellen  
Das Klassenzimmer darf kein Ort der politischen Indok-  
trination sein. An deutschen Schulen wird oft nicht die  
Bildung einer eigenen Meinung gefördert, sondern die  
unkritische Übernahme ideologischer Vorgaben. Leitbild  
der schulischen Bildung muss immer der selbstständig  
denkende Bürger sein.  
Kompetenzorientierung entwertet Bildung  
Maßgeblich von Lobbygruppen initiiert, hat die Reduzie-  
rung der Bildungsanforderungen auf einen inhaltsleeren  
Kompetenzbegriff zu einer empirisch nachweisbaren  
Niveausenkung geführt. Geschwätzig formulierte Kom-  
petenzraster verdrängen Lehrinhalte. Bildung und das  
Streben nach Erkenntnis treten in den Hintergrund.  
Wir fordern, den Einfluss von Lobbygruppen auf unser  
Bildungswesen zu reduzieren.  
Bildung, Wissenschaft und Forschung 151  
Die deutschen Kultur-  
güter, Traditionen sowie  
die Geschichte müssen  
bereits ab der Grund-  
schule zum Pflichtstoff  
des Unterrichts gehören.  
Deutsches Kulturgut im Unterricht vermitteln  
Die deutschen Kulturgüter, Traditionen sowie die Ge-  
schichte sind immanenter Bestandteil der deutschen  
Identität. Die AfD wird allen Bestrebungen, dieses aus  
den Lehrplänen zu entfernen, zu verfälschen oder zu  
reduzieren, entgegenwirken. Bereits ab der Grundschule  
müssen diese Inhalte zum Pflichtstoff des Unterrichts  
gehören. Das fördert Heimatliebe und Traditions-  
bewusstsein.  
Kein bekenntnisgebundener Islamunterricht an  
deutschen Schulen  
Islamunterricht an deutschen Schulen dient derzeit  
nicht der Integration, sondern fördert ein Verharren in  
Einstellungen, die echte Integration verhindern. Da die  
islamischen Gemeinschaften in Deutschland keine  
kirchenähnliche Struktur aufweisen, kann ihnen das  
Privileg eines „bekenntnisgebundenen“ Religionsunter-  
richts an staatlichen Schulen nicht zugestanden werden.  
Keine Sonderrechte für Muslime an unseren Schulen.  
Muslimische Schüler müssen genauso wie alle anderen  
Schüler auch am Sport- und Schwimmunterricht sowie  
an Klassenfahrten teilnehmen. Nur so können wir der  
Herausbildung von Parallelgesellschaften entgegenwir-  
ken und den Schülern Teilhabechancen eröffnen, damit  
die Anpassung an unsere deutsche Kultur gelingt.  
152 Bildung, Wissenschaft und Forschung  
Die AfD fordert die  
flächendeckende  
Überprüfung aller  
Moscheevereine mit  
Koranschulen auf  
Verfassungs-  
feindlichkeit..  
Kein Koranunterricht durch verfassungsfeindliche  
Moscheevereine  
Die Koranschulen in Deutschland werden zumeist von  
Moscheevereinen betrieben. Viele dieser Vereine stehen  
unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung  
ablehnend gegenüber. Wir fordern deshalb eine flächen-  
deckende Überprüfung aller Moscheevereine auf  
Verfassungsfeindlichkeit. Auch in Koranschulen muss  
die Lehrsprache Deutsch sein.  
Keine Konfuzius-Institute an öffentlichen  
Bildungseinrichtungen  
Über die sogenannten Konfuzius-Institute übt die  
kommunistische Partei Chinas Einfluss auf das  
Bildungsangebot an deutschen Universitäten und zu-  
nehmend auch an allgemeinbildenden Schulen aus. Dies  
steht im Widerspruch zum Neutralitätsgebot und zum  
Demokratieprinzip öffentlicher Bildungseinrichtungen.  
Wir wollen deshalb die Konfuzius-Institute aus den  
Hochschulen wieder herauslösen.  
Bologna ist gescheitert:  
Diplom und Magister wieder einführen  
Die EU-weite Harmonisierung von Studiengängen  
(Bologna-Prozess) hat zu einer Verschulung des  
Studiums geführt. Die akademische Freiheit wurde  
beschnitten, ein Studienplatzwechsel erschwert.  
Arbeitgeber kritisieren die geringe Qualifikation von  
Bachelor-Absolventen.  
Bildung, Wissenschaft und Forschung 153  
Wir wollen eine höhere  
Grundfinanzierung  
der Hochschulen  
einführen, um deren  
Abhängigkeit von Dritt-  
mitteln zu verringern.  
Die AfD will eine Abkehr von Modularisierung und  
Kompetenz-Orientierung und die bewährten Diplom-  
und Magisterstudiengänge wieder einführen.  
Autonomie der Hochschulen stärken,  
Freiheit von Forschung und Lehre bewahren  
Deutschland muss wieder ein Land der Spitzen-  
forschung werden. Wir wollen eine höhere Grund-  
finanzierung der Hochschulen einführen, um deren  
Abhängigkeit von Drittmitteln zu verringern. Hoch-  
schulen sollen das Recht besitzen, Bewerber durch  
Aufnahmeprüfungen auszuwählen. Der durch politische  
Zielvorgaben zu Studentenzahlen, Studienerfolg und  
anderen Quoten erzeugte Zwang zur Nivellierung ist zu  
beenden.  
Kein Geld für „Gender Studies“, keine Gender-Quoten  
Kern der Gender-Ideologie ist die Leugnung von biologi-  
schen Unterschieden zwischen Mann und Frau, verbun-  
den mit der Behauptung, dass Geschlechter nur soziale  
Konstrukte seien. Unterschiede etwa bei der Auswahl  
und Ausübung von Berufen werden als Beweis einer  
vermeintlichen Diskriminierung betrachtet und deren  
Beseitigung gefordert. Behauptungen der  
Gender-Ideologie stehen im Widerspruch zu  
Erkenntnissen der Biologie.  
Alle Fördermittel für die auf der Gender-Ideologie  
beruhende Lehre und Forschung sind zu streichen.  
Politisch korrekte Sprachvorgaben zur Durchsetzung der  
Gender-Ideologie lehnen wir ab. Gleichstellungs-  
beauftragte sind abzuschaffen. Bei der Besetzung von  
Stellen muss allein die fachliche Qualifikation des  
Bewerbers entscheiden.  
154 Bildung, Wissenschaft und Forschung  
Die AfD fordert auf  
Gender-Ideologie  
beruhende Lehre und  
Forschung zu streichen.  
Für die Besetzung von  
Stellen muss allein die  
fachliche Qualifikation  
der Bewerber  
entscheiden.  
155  
156  
Kultur  
K A P I T E L 1 6  
157  
Kultur  
Deutsche Leitkultur statt „Multikulturalismus“  
Unsere Identität ist geprägt durch unsere deutsche  
Sprache, unsere Werte, unsere Geschichte und unsere  
Kultur. Letztere sind eng verbunden mit dem  
Christentum, der Aufklärung, unseren künstlerischen  
und wissenschaftlichen Werken. Unsere Identität  
bestimmt die grundlegenden Werte, die von  
Generation zu Generation weitergegeben werden.  
Die deutsche Leitkultur beschreibt unseren  
Wertekonsens, der für unser Volk identitätsbildend ist  
und uns von anderen unterscheidet. Sie sorgt für den  
Zusammenhalt der Gesellschaft und ist Voraussetzung  
für das Funktionieren unseres Staates. Die gemein-  
schaftsstiftende Wirkung der deutschen Kultur ist  
Fundament unseres Grundgesetzes und kann nicht  
durch einen Verfassungspatriotismus ersetzt werden.  
Kulturrelativismus und Multikulturalismus führen zu  
einem Neben- und Gegeneinander von Parallel-  
gesellschaften, denen es an gemeinsamen Werten für  
das Zusammenleben fehlt. In einer derart  
fragmentierten Gesellschaft entstehen Konflikte, die  
kaum noch beherrschbar sind. Die AfD wird nicht  
zulassen, dass Deutschland aus falsch verstandener  
Toleranz vor dem Islam seine tradierte Kultur verliert.  
158 Kultur  
Als zentrales Element  
deutscher Identität will  
die AfD die deutsche  
Sprache als Staats-  
sprache im Grundgesetz  
festschreiben.  
Die deutsche Sprache als Zentrum unserer Identität  
Die Nationalsprache ist das Herz einer Kulturnation.  
Als zentrales Element deutscher Identität will die AfD  
die deutsche Sprache als Staatssprache im Grundgesetz  
festschreiben.  
An deutschen Bildungseinrichtungen darf das Deutsche  
nicht durch andere Sprachen zurückgedrängt werden.  
Deutsch muss als Lehr- und Wissenschaftssprache  
erhalten bleiben.  
Die sogenannte „gendergerechte Sprache“ ist eine  
groteske Verunstaltung der deutschen Sprache.  
Sie schafft keine Gleichberechtigung.  
Sprache darf kein Spielball ideologischer Interessen sein.  
Wir lehnen daher insbesondere die sogenannte  
„gendergerechte Sprache“ ab und sprechen uns gegen  
jegliche Verpflichtung aus, sie verwenden zu müssen.  
Die Verwendung der „leichten Sprache“ sollte auf  
kognitiv beeinträchtigte Personen beschränkt bleiben.  
Kulturförderung  
Die Förderung von Kultureinrichtungen muss transpa-  
rent sein. Die staatliche Kulturförderung darf nicht dazu  
missbraucht werden, die politische Willensbildung zu  
beeinflussen. Vereine und Stiftungen, die staatlich geför-  
dert werden, müssen sich zur freiheitlich-  
demokratischen Grundordnung bekennen.  
Die AfD bekennt sich zur Kulturhoheit der Bundesländer  
und will die kulturpolitischen Aktivitäten des  
Bundes begrenzen.  
Kultur 159  
Die AfD bekennt sich  
zur Kulturhoheit der  
Bundesländer und will  
die kulturpolitischen  
Aktivitäten des Bundes  
begrenzen.  
In der Filmförderung muss die künstlerische Freiheit  
gewahrt bleiben. Identitätspolitische Vorgaben der  
staatlichen Filmförderung sind abzulehnen.  
Brauchtum und Gedenken  
Brauchtum wirkt identitätsstiftend und gemeinschafts-  
bildend. Deshalb wollen wir unser Brauchtum und  
unsere Mundarten pflegen, wozu lokale Kulturvereine  
einen wichtigen Beitrag leisten. Das Leid der Heimat-  
vertriebenen darf nicht vergessen werden.  
Baudenkmäler und heimische Architektur prägen  
Heimatgefühl und kulturelle Identität. Die Schönheit  
historischer Innenstädte muss bewahrt und bei Bedarf  
durch Rekonstruktionen wiederhergestellt werden.  
Die deutsche Geschichte ist in ihrer Gänze zu würdigen.  
Die offizielle Erinnerungskultur darf sich nicht nur auf  
die Tiefpunkte unserer Geschichte konzentrieren, sie  
muss auch die Höhepunkte im Blick haben. Ein Volk  
ohne Nationalbewusstsein kann auf die Dauer nicht  
bestehen.  
Die AfD setzt sich gegen die Schmähung des Deutschen  
Kaiserreichs ein, das unzutreffend als rückständiger  
Unrechtsstaat diffamiert wird. Noch heute zehren wir in  
der Bundesrepublik von den kulturellen,  
technologischen und wirtschaftlichen Errungenschaften  
des Kaiserreichs.  
160 Kultur  
Die AfD fordert, die  
Schönheit historischer  
Innenstädte zu  
bewahren und bei  
Bedarf durch  
Rekonstruktionen  
wiederherzustellen.  
Wir wenden uns gegen die zunehmend aggressiven  
Versuche einer ideologisch geprägten, moralisierenden  
Umdeutung der Geschichte, die sich an der Schleifung  
von Denkmälern und Umbenennung von Straßen  
festmacht. Die Aggressivität, die sich mittlerweile gegen  
das Kaiserreich wie auch gegen die Denkmäler  
Bismarcks und der deutschen Kaiser richtet, gilt  
nicht nur diesem vergangenen Staat, sondern der  
deutschen Nation an sich.  
Die Debatte um eine angeblich notwendige  
„Dekolonisierung“ unserer Kultur, die mit einer  
Verteufelung des „weißen Mannes“ einhergeht, stellt  
das Selbstverständnis unserer kulturellen Identität  
insgesamt infrage. Die AfD stellt sich als einzige  
politische Kraft dieser Demontage unserer historisch-  
kulturellen Identität entgegen. Die sogenannte  
“Critical Race Theory”, wonach Rassismus gegen  
Weiße nicht möglich sei, lehnen wir ab.  
Die AfD wendet sich auch gegen eine pauschale  
Rückgabe von Sammlungsgütern aus kolonialen  
Kontexten.  
Wir setzen uns ebenfalls dafür ein, den  
Beschluss des Bundestages, ein Mahnmal und ein  
Informationszentrum für die Opfer der  
kommunistischen Gewaltherrschaft zu errichten,  
endlich umzusetzen.  
Kultur 161  
Die AfD stellt sich als  
einzige politische Kraft  
der Demontage unserer  
historisch-kulturellen  
Identität entgegen.  
162  
Medien  
K A P I T E L 1 7  
163  
Medien  
Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk neu gestalten  
Freier Funk für freie Bürger!  
Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem ist überholt.  
Die Rundfunkstaatsverträge sind in jedem Bundesland  
zu kündigen, um eine grundlegende Reform zu  
ermöglichen. Am Ende soll ein stark reduzierter  
Anbieter stehen, der ca. ein Zehntel des bisherigen  
Umfangs haben soll. Dieser „Grundfunk“ hat nur die  
Aufgabe, die Bürger flächendeckend mit neutralen  
Inhalten aus den Sparten Information, Kultur und  
Bildung zu versorgen. Wichtig bleiben regionale  
Inhalte – ein schlanker „Heimatfunk“ als Schaufenster  
der Regionen.  
Zwangsbeiträge und Werbung entfallen. Die Finanzie-  
rung erfolgt durch eine Abgabe, die insbesondere Tech-  
nologiekonzerne, die audiovisuelle Inhalte verbreiten,  
sowie Video-Streaming-Dienste zu leisten haben. Diese  
dominieren den deutschen Markt, ohne dafür in  
angemessener Weise Steuern oder Abgaben zu zahlen.  
„Cancel Culture“ bekämpfen  
Jede Zensur von Meinungsäußerungen ist ein Angriff  
auf das Grundrecht der Meinungsfreiheit. Eine Vor-  
machtstellung in den sozialen Medien und im  
Bildungswesen darf nicht dazu missbraucht werden, die  
politische Willensbildung einseitig zu beeinflussen.  
Als Quasi-Oligopol wollen wir die Anbieter großer  
164 Medien  
Wir wollen das  
öffentlich-rechtliche  
Rundfunksystem grund-  
legend reformieren: Die  
Rundfunkstaatsverträge  
sind in jedem  
Bundesland zu  
kündigen. Zwangs-  
beiträge und Werbung  
entfallen. Dafür wird ein  
Grundfunk geschaffen.  
sozialer Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram  
dazu verpflichten, die Meinungsfreiheit ihrer Nutzer zu  
respektieren.  
Das Internet muss als Ort der freien Meinungsäußerung  
erhalten bleiben. „Faktenprüfer“ und Meinungswächter  
dürfen keine staatliche Finanzierung erhalten.  
Über Subventionen, Unternehmensbeteiligungen und  
regierungspolitische Werbefinanzierung beeinflusst die  
Regierung auch die privaten Medien.  
Diese parteipolitische Medienbeeinflussung lehnen wir  
ab. Beteiligungen von Parteien an Medienunternehmen  
wollen wir verbieten.  
Meinungsfreiheit statt Tugendterror  
Diffuse Vorstellungen von „politischer Korrektheit“  
ersticken die öffentliche Diskussion durch Sprach- und  
Denkverbote. Tatsachen werden verdreht und  
kontroverse Themen tabuisiert. Das Zusammenrücken  
der Altparteien zu einem politischen Meinungskartell  
hat die linke Dominanz im öffentlich-rechtlichen  
Rundfunk und in privaten Mainstream-Medien  
verfestigt. Auch die Freiheit von Wissenschaft,  
Forschung und Lehre ist gefährdet. Berufliche  
Sanktionen, soziale Ächtung und gewaltsame Übergriffe  
lassen die verfassungsrechtlich garantierten Freiheits-  
rechte zur Theorie verkümmern. Dies hat sich in der  
Corona-Krise in erschreckender Weise gezeigt.  
Medien 165  
Das Internet muss  
als Ort der freien  
Meinungsäußerung  
erhalten bleiben.  
166  
Bauen, Wohnen,  
Mieten  
K A P I T E L 1 8  
167  
Bauen, Wohnen, Mieten  
Fehlender Wohnungsneubau, Landflucht, die  
zunehmende Zahl der Ein-Personen-Haushalte sowie  
die ungezügelte und gesetzeswidrige Migration führen  
dazu, dass es für untere und mittlere Einkommens-  
gruppen in angespannten Märkten zusehends schwerer  
wird, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Um diesen  
Tendenzen entgegenzuwirken, müssen nicht nur die  
Voraussetzungen für bedarfsgerechten Wohnungs-  
neubau z. B. durch die Ausweisung von Bauland  
geschaffen, sondern auch die Kosten substanziell  
gesenkt werden. Die AfD fordert daher die Reduktion der  
überzogenen Standards und Vorgaben, die Streichung  
der Energieeinsparverordnung sowie den Brand-, den  
Wärme- und den Schallschutz auf ein notwendiges  
Mindestmaß zurückzufahren. Wir benötigen eine  
bundesweite Vereinfachung und Vereinheitlichung des  
Baurechtes und eine Beschleunigung von Verfahren  
durch Bürokratieabbau und Digitalisierung.  
Die Grunderwerbsteuer auf selbstgenutzte Wohnim-  
mobilien ist ersatzlos zu streichen. Damit Einheimische  
besser auf das vorhandene Angebot zugreifen können,  
ist der Erwerb von Wohnimmobilien durch Käufer ohne  
deutsche Staatsbürgerschaft, deren Hauptwohnsitz im  
Ausland liegt, über eine Erhöhung der Grunderwerb-  
steuer auf 20% zu erschweren. Die Grundsteuer und  
Gebühren wie die EEG-Umlage und die GEZ-Gebühren  
(Haushaltsabgabe) sind zu streichen. Der Ausgleich der  
Grundsteuer an die Gemeinden ist vom Bund zu leisten.  
168 Bauen, Wohnen, Mieten  
Wir benötigen eine  
bundesweite  
Vereinfachung und  
Vereinheitlichung des  
Baurechtes  
und eine  
Beschleunigung von  
Verfahren durch  
Bürokratieabbau  
und Digitalisierung.  
Wohneigentumsförderung  
Wohneigentum befreit den Bürger von der Miet-  
zahlung. Es trägt zum Vermögensaufbau bei, minimiert  
die Belastung durch Wohnkosten im Alter und vermin-  
dert damit Altersarmut. Daneben ist aber Eigentum auch  
ein sozialer Faktor, der vielfach unterschätzt wird. Wohn-  
gebiete mit einer hohen Eigentumsquote sind sozial sta-  
bil. Eigentum führt zu einem verantwortlichen Umgang  
mit einer Wohnung und stabilisiert das soziale Umfeld.  
Die AfD will die Schaffung von Wohneigentum durch  
folgende Maßnahmen fördern: Staatliche  
Wohnungsunternehmen sollen Mietern ihre Wohnung  
zum Kauf anbieten. Insbesondere für junge Familien  
ist das Erbbaurecht als kostengünstiger Einstieg in das  
Eigentum auszubauen. Wohnungsbaugenossenschaften  
sollen bei Vergabe von Wohnbauland bevorzugt werden,  
um mehr Bürgern den Einstieg in das Wohneigentum zu  
erleichtern. Staatliche Bürgschaften als Eigen-  
kapitalersatz für bis zu 10% des Objektwertes sollen  
den Kauf von Wohnraum erleichtern. Wir fordern eine  
steuerliche Sonderabschreibung für die eigengenutzte  
Immobilie.  
Bauen, Wohnen, Mieten 169  
Die AfD steht für  
ein ausgewogenes  
Mietrecht und lehnt  
staatliche Überregulie-  
rungen sowie Investiti-  
onshemmnisse wie die  
Mietpreisbremse oder  
den Mietendeckel ab.  
Mehr Wohngeld statt Sozialer Wohnungsbau  
Der bisherige soziale Wohnungsbau ist gescheitert, er  
kann nur einen Bruchteil der Berechtigten erreichen. Er  
führt zu Fehlbelegungen und verursacht hohe Kosten für  
den Steuerzahler. Es ist besser, einkommensschwache  
Mieter vermehrt mit Wohngeld zu unterstützen, wo-  
durch eine soziale Durchmischung gewährleistet wird.  
Reicht das Wohngeld nicht aus, um sich eine Wohnung  
zu sichern, ist den Bürgern zusätzlich ein kommunales  
Wohngeld zu zahlen. Die AfD steht für ein ausgewogenes  
Mietrecht und lehnt staatliche Überregulierungen sowie  
Investitionshemmnisse wie die Mietpreisbremse oder  
den Mietendeckel ab.  
170 Bauen, Wohnen, Mieten  
171  
172  
Klima, Energie,  
Technik und  
Digitalisierung  
K A P I T E L 1 9  
173  
Klima, Energie, Technik und  
Digitalisierung  
Dem Klimawandel positiv begegnen  
Das Ziel der Bundesregierung, die CO2  
-Emissionen  
faktisch auf null zu senken, führt zu einem radikalen  
Umbau von Industrie und Gesellschaft („Die Große  
Transformation“ / „The Great Reset“) und bedroht unsere  
Freiheit in einem immer beängstigenderen Ausmaß.  
Die AfD lehnt dieses Ziel und den damit verbundenen  
Gesellschaftsumbau ab.  
Begründet wird der radikale Umbau von Industrie  
und Gesellschaft mit der Behauptung, dass durch eine  
Dekarbonisierung, also den Verzicht auf die Nutzung  
von Kohle, Öl und Gas, eine vom Menschen gemachte  
„Klimakatastrophe” noch verhindert werden könne. Wir  
halten diese These und die daraus abgeleiteten Maßnah-  
men für falsch.  
Das Spurengas CO2 ist als Voraussetzung für alles Leben  
unverzichtbar. Der Anstieg der Konzentration von CO2 in  
der Atmosphäre hat in den letzten Jahrzehnten zu einem  
Ergrünen der Erde beigetragen.  
Niemand streitet die jüngste globale Erwärmung ab. Die  
AfD bezweifelt aber, dass diese nur negative Folgen hat.  
Statt einen aussichtslosen Kampf gegen den Wandel des  
Klimas zu führen, sollten wir uns an die veränderten Be-  
dingungen anpassen, so wie es Pflanzen und Tiere auch  
tun. Die Menschheitsgeschichte belegt, dass Warmzeiten  
immer zu einer Blüte des Lebens und der Kulturen führ-  
174 Klima, Energie, Technik und Digitalisierung  
Das Ziel der Bundes-  
regierung, die  
CO 2 -Emissionen  
faktisch auf null zu  
senken, lehnt die AfD ab.  
ten, während Kaltzeiten mit Not, Hunger und Kriegen  
verbunden waren. Es ist bis heute nicht nachgewiesen,  
dass der Mensch, insbesondere die Industrie, für den  
Wandel des Klimas maßgeblich verantwortlich ist. Die  
jüngste Erwärmung liegt im Bereich natürlicher Klima-  
schwankungen, wie wir sie auch aus der vorindustriellen  
Vergangenheit kennen.  
Kernforderungen zur Klimapolitik  
Das Klima kann keinen durch den Menschen  
postulierten und schon gar nicht garantierten  
Bestandsschutz haben. Das Klima ist per se nicht  
schutzfähig.  
Den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung und  
Dekarbonisierungsmaßnahmen lehnt die AfD ab.  
Das Pariser Klimaabkommen vom 12.12.2015 ist zu  
kündigen. Deutschland muss aus allen staatlichen  
und privaten „Klimaschutz“-Organisationen  
austreten und ihnen jede Unterstützung entziehen.  
Die AfD fordert einen öffentlichen, freien Diskurs  
über die Ursachen von Klimaveränderungen und die  
verheerenden Folgen einer Dekarbonisierung.  
Jegliche Form der CO2-Besteuerung ist abzuschaffen.  
Technischen Fortschritt begrüßen  
Technischer Fortschritt wird in Deutschland zunehmend  
nicht mehr als Chance für unser rohstoffarmes Land  
gesehen, sondern aufgrund von Ängsten be- oder  
verhindert. Die AfD stellt sich gegen diese Entwicklung  
und versucht, in Gesellschaft und Parlamenten eine  
positive Zukunftserwartung zu vermitteln. Nicht  
Verzicht, Rückschritt und Sozialismus haben die  
Klima, Energie, Technik und Digitalisierung 175  
Die AfD fordert einen  
öffentlichen, freien  
Diskurs über die  
Ursachen von Klima-  
veränderungen und die  
verheerenden Folgen  
einer Dekarbonisierung.  
Umweltbelastungen seit Jahrzehnten reduziert, sondern  
technischer Fortschritt und eine auf klaren Regeln  
basierende Marktwirtschaft.  
Techniken müssen dem Wohl der Bürger, der Wirtschaft  
und auch unserer Heimat, d. h. der Umwelt, zugute  
kommen. Aufgabe der Politik ist es, Rahmenbedingun-  
gen auf der Grundlage des aktuellen Standes von  
Wissenschaft und Technik zu formulieren. Sicherheit  
und Wirtschaftlichkeit jeder Technik sind durch die  
Anwender sicherzustellen.  
Darum fordert die AfD, den Herausforderungen der  
Gegenwart technologieoffen zu begegnen.  
Gesicherte und günstige Energieversorgung ist eine der  
Grundvoraussetzungen von Wohlstand, Sicherheit und  
Gesundheit. Diese sicherzustellen ist Kernaufgabe des  
Staates. Energiepolitik bedeutet, Rahmenbedingungen  
so zu setzen, dass die Energieversorgung gesichert, um-  
weltfreundlich und kostengünstig im Rahmen des freien  
Marktes gewährleistet ist. Teure und knappe Energie  
lässt Industrien abwandern und schränkt den Lebens-  
standard breiter Teile der Bevölkerung, gerade auch der  
unteren Einkommensgruppen, drastisch ein.  
Energie – Nein zum „Green Deal“  
Wir lehnen den „Green Deal“ der EU sowie jegliche  
weitere Formen von Planwirtschaft ab.  
Wir wollen das EEG ersatzlos streichen und die Vorrang-  
einspeisung beenden. Die sichere Energieversorgung ei-  
nes Industrielandes erfordert einen breiten Energiemix.  
176 Klima, Energie, Technik und Digitalisierung  
Gesicherte und günstige  
Energieversorgung ist  
eine der Grund-  
voraussetzungen von  
Wohlstand, Sicherheit  
und Gesundheit.  
Die AfD setzt sich dafür  
ein, den Heraus-  
forderungen der  
Gegenwart  
technologieoffen zu  
begegnen.  
Eine komplette Umstellung unserer Energieversorgung  
auf volatile „erneuerbare“ Energielieferanten ist unöko-  
logisch unrealistisch und daher abzulehnen.  
Die AfD lehnt das neue GEG (Gebäudeenergiegesetz) ab,  
denn es führt zu weiteren Mietsteigerungen ohne ange-  
messene ökologische Verbesserungen.  
In Wäldern und Schutzgebieten dürfen keine Wind- und  
Solaranlagen errichtet werden. Wir setzen uns für die  
Bewahrung des heimatlichen Landschaftsbildes, unserer  
Umwelt und Tierwelt ein.  
Vorrangflächen für Windenergieanlagen sollen nur  
bei breiter Zustimmung der betroffenen Bürger  
ausgewiesen werden.  
Der Mindestabstand von Windenergieanlagen zur  
Wohnbebauung muss das 10-fache der Gesamthöhe,  
mindestens jedoch 2,5 km, betragen.  
Anlagen, die nach 20 Jahren aus der Förderung gefallen  
sind, sollen ohne Subventionen und Einspeisevorrang  
am Markt teilnehmen. Ein Rückbau von Windenergie-  
anlagen hat vollständig zu erfolgen, inklusive der  
Betonfundamente.  
Sogenannte Energiepflanzen wollen wir nicht mehr  
fördern und Ackerflächen stattdessen wieder für den  
Nahrungsmittelanbau nutzen. Alternativ können diese  
Flächen der Natur zurückgegeben werden.  
Klima, Energie, Technik und Digitalisierung 177  
Wir lehnen den „Green  
Deal“ der EU sowie  
jegliche weitere Formen  
von Planwirtschaft ab.  
Die Bevorzugung und Förderung einer Wasserstoff-  
wirtschaft lehnen wir ebenso ab wie die einseitige  
Förderung der Elektromobilität. Technikoffenheit gilt  
auch für die Nutzung von Wasserstoff und Elektromo-  
bilität. Beide erfordern ein ökologisch, energetisch und  
ökonomisch unsinniges paralleles Infrastruktursystem.  
Aufgrund hoher und günstiger Verfügbarkeit aus  
Erdgas besteht kein Bedarf an durch volatile  
„erneuerbare“ Energieträger erzeugtem Wasserstoff,  
eine großtechnische Herstellung daraus ist bisher gar  
nicht möglich.  
Für die Sicherstellung der Energieversorgung benötigen  
wir weitere flexible Gaskraftwerke. Dazu ist die Gasver-  
sorgung durch die Fertigstellung des Projektes Nord  
Stream 2 zu sichern. Auch die Anlandung von Flüssiggas  
muss ermöglicht werden.  
Die AfD setzt sich für die Verstromung von Braun- und  
Steinkohle als grundlast- und regelfähige Energiequelle  
ein. Deutschland hat die weltweit saubersten und  
effizientesten Kohlekraftwerke. Daher lehnen wir die  
Ausstiegspläne aus der Kohleverstromung ab.  
Die Laufzeit der in Deutschland noch verbliebenen sechs  
aktiven Kernkraftwerke muss sich nach der technischen  
Nutzungsdauer und ökonomischen Kriterien richten.  
Eine Abschaltung aus anderen Gründen lehnen wir ab.  
Deutsche Kernkraftwerke gehören zu den sichersten der  
Welt.  
Verwertbare Kernkraftwerk-Reststoffe sollten für eine  
zukünftige Nutzung rückholbar gelagert werden  
(„geschlossener Brennstoffkreislauf“).  
178 Klima, Energie, Technik und Digitalisierung  
Die AfD setzt sich für  
die Verstromung von  
Braun- und Steinkohle  
als grundlast- und  
regelfähige Energie-  
quelle ein.  
Da mit Gorleben ein vollständig erforschtes und unein-  
geschränkt geeignetes Endlager zur Verfügung steht, ist  
die Suche nach einem anderen geologischen Endlager  
einzustellen. Stattdessen soll die Erforschung und Nutz-  
barmachung von Technologien forciert werden, die eine  
Lagerung von hochradioaktiven Reststoffen in  
geologischen Zeiträumen nicht mehr erforderlich  
machen. Die Endlagerfrage wird von Kernkraftgegnern  
als politisch aufgebauschtes Problem ins Feld geführt,  
um die friedliche Nutzung der minimalinvasiven und  
emissionsarmen Kernenergie auf ewig zu verhindern.  
Die AfD fordert die Wiedereinrichtung von Kern-  
forschungszentren und umfangreiche Beteiligung an  
internationalen Kernforschungsprojekten zur Sicher-  
stellung des notwendigen Wissens zum Betrieb und  
Bau von Kernreaktoren, zur Erforschung fortschrittli-  
cher Reaktorkonzepte der Generation III+ und IV sowie  
von Brutreaktoren und Fusionsenergie. Die AfD tritt ein  
für die Neueinrichtung von sicheren Kernkraft-  
werken, um Energieknappheit für den Industriestandort  
Deutschland und seine Bürger zu vermeiden.  
Im Bereich der privatwirtschaftlichen Luft- und Raum-  
fahrt setzt sich die AfD für Wettbewerb ein und will den  
Rahmen für federführende Unternehmen und eine  
europäische Zulieferindustrie schaffen, um konkurrenz-  
fähig zu bleiben.  
Wir unterstützen die Fortsetzung und den Ausbau  
nationaler und internationaler Raumfahrtprogramme  
zur weiteren Erschließung des Weltraums für die  
Wissenschaft, als Rohstoffquelle und als möglicher  
neuer Lebensraum für den Menschen.  
Klima, Energie, Technik und Digitalisierung 179  
Die AfD tritt ein für die  
Neueinrichtung von si-  
cheren Kernkraftwerken,  
um Energieknappheit  
für den Industriestand-  
ort Deutschland zu  
vermeiden.  
Wir wollen eine Aufklärungsinitiative über den heute  
schon sichtbaren Nutzen der Gentechnik ins Leben  
rufen und einen pragmatischen Ordnungsrahmen für  
diese Technik schaffen. Generelle Verbote von Kunst-  
stoffen lehnen wir ab und setzten uns für deren intelli-  
gente Nutzung und verstärkte Wiederverwertung ein.  
Die AfD setzt sich für die Schaffung von Kompetenz-  
zentren zur Erforschung von Abfallbeseitigungs-und  
Rohstoffrückgewinnungstechniken ein. Deutschland  
ist bei der umweltgerechten Beseitigung von Abfällen  
und Wiedergewinnung von Rohstoffen gut aufgestellt,  
entsprechendes Know-How ist weltweit gefragt. Dies gilt  
auch für Kunststoffe, da der überwiegende Teil zur  
Energieerzeugung wiedergewonnen oder dem Stoff-  
kreislauf wieder zugeführt wird. International muss  
jedoch das Problem der Verschmutzung der Meere vor  
allem durch die Verringerung des Eintrages in den Ent-  
wicklungsländern gelöst werden. Mit wettbewerbsfähi-  
gen Wiederaufbereitungstechnologien könnte  
Deutschland hier einen wichtigen Beitrag leisten.  
Digitalisierung muss uns Menschen dienen  
In der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft  
sehen wir eine Chance für die Verbesserung des Lebens  
aller Bürger. Als freiheitliche und demokratische Partei  
wendet sich die AfD jedoch gegen jeglichen Missbrauch  
digitaler Techniken, die zur Überwachung oder Bevor-  
mundung von Bürgern und Unternehmen führen.  
Wir fordern auch hier die Einhaltung des Grundgesetzes  
und aller rechtsstaatlichen Prinzipien bei der Erstellung  
und Nutzung von digitalen Diensten. Grundrechte und  
Meinungsfreiheit gelten auch im Internet.  
180 Klima, Energie, Technik und Digitalisierung  
Als freiheitliche und  
demokratische Partei  
wendet sich die AfD  
gegen jeglichen  
Missbrauch digitaler  
Techniken, die zur  
Überwachung oder  
Bevormundung  
von Bürgern und Unter-  
nehmen führen.  
Im Einzelnen verlangen wir:  
Verzicht auf Anwendung von Digitalisierung, die  
totalitäre Strukturen befördert.  
Abschaffung des NetzDG.  
Verhinderung von Upload-Filtern, denn sie  
beschneiden die Meinungsfreiheit und  
führen zu Zensur.  
Defizite im EU-Urheberrecht sind entsprechend  
zu korrigieren. Die AfD steht für ein freies und  
offenes Internet.  
Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien auch im  
digitalen Bereich (Internet, soziale Medien und  
Plattformen).  
Verpflichtung der Anbieter von sozialen Plattformen,  
einen diskriminierungsfreien Zugang zu  
ermöglichen und inhaltliche Neutralität zu  
wahren. Entscheidungen über die Rechtmäßigkeit  
von Inhalten auf Plattformen sollen regelmäßig nicht  
mehr beim Betreiber liegen. Die Justiz allein  
hat die Befugnis und die Fähigkeiten, über die  
Zulässigkeit von Inhalten zu entscheiden.  
Eine zentrale Meldestelle, an die sich von Rechts-  
verletzungen auf Plattformen betroffene Bürger und  
Einrichtungen wenden können. Auf Länderebene soll  
es Schwerpunkt-Justizzentren für die Rechts-  
durchsetzung im Netz geben.  
Klima, Energie, Technik und Digitalisierung 181  
Die AfD steht für ein  
freies und offenes  
Internet. Wir fordern die  
Einhaltung rechtsstaat-  
licher Prinzipien auch  
im digitalen Bereich.  
Datenschutz und Datensicherheit  
Wir stehen für Datenschutz und Datensicherheit ohne  
ausufernde Bürokratie:  
Die AfD fordert die Abschaffung der DSGVO und  
sei ne Ersetzung durch ein neues, schlankes Daten  
schutzgesetz zur Wahrung informationeller Selbst-  
bestimmung. Einwilligungen zur Datenverarbeitung  
müssen jederzeit und wirksam widerrufbar sein.  
Datenschutzbehörden will die AfD in ihrer Rolle  
bestärken und auch gegenüber staatlichen Stellen  
sanktionsfähig machen, da der Staat dieselben  
Datenschutzregeln wie der Bürger einzuhalten hat.  
Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in der  
elektronischen Kommunikation sowie Datenschutz  
durch Technikgestaltung und Voreinstellungen  
(„by design“ und „by default“) müssen gesetzlich als  
Standard verankert werden.  
Öffentliche Ausgaben für die Erforschung und  
Anwendung von Quanten-Kryptographie müssen aus  
Gründen der nationalen Sicherheit, der Vermeidung  
von Wirtschaftsspionage und für die IT-Sicherheit der  
Bürger umgehend und deutlich aufgestockt werden.  
Ein zentrales, bereichsübergreifendes Personen  
kennzeichen bei der Modernisierung der  
Verwaltungsregister von Bund und Ländern lehnen  
wir ab, da es die Erstellung von Persönlichkeits-  
profilen zulässt und damit verfassungswidrig ist.  
Die zahlreichen IT-Sicherheitsgesetze und  
-strategien in Deutschland müssen umgehend  
aktualisiert und konsolidiert werden, da die hohe  
Komplexität ihres Zusammenwirkens IT-Sicherheit  
eher gefährdet, statt die zu fördern.  
Behörden dürfen keine Software-Hintertüren nutzen,  
Sicherheitslücken sind sofort zu melden und  
konsequent zu schließen.  
182 Klima, Energie, Technik und Digitalisierung  
Die AfD fordert die  
Abschaffung der DSGVO  
und seine Ersetzung  
durch ein neues, schlan-  
kes Datenschutzgesetz.  
Auch kommunale kritische Infrastrukturen und  
Einrichtungen müssen besser vor Hacker-Angriffen  
geschützt werden.  
Wir wollen einen einheitlichen Rechtsrahmen zur  
Standardisierung und Zertifizierung von  
IT-Infrastrukturen, -Produkten, -Dienstleistungen  
und -Systemen.  
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informations  
technik (BSI) soll zu einer Behörde des digitalen  
Verbraucherschutzes ausgebaut werden.  
Behörden der polizeilichen und nichtpolizeilichen  
Gefahrenabwehr müssen unverzüglich auf den Stand  
der digitalen Technik gebracht und ihre Verfahrens-  
weisen entsprechend angepasst werden. Instrumente  
an der Schnittstelle zum Bürger, wie z. B. die NINA-  
Warn-App, müssen nicht nur mit den notwendigen  
finanziellen Ressourcen ausgestattet, sondern auch  
anwenderfreundlich ausgestaltet werden.  
Infrastruktur ist die Grundlage für den weiteren  
Ausbau der Digitalisierung  
Die AfD fordert die Förderung regionaler Strukturen  
auch beim Glasfaser- und Funknetzausbau nach dem  
Vorbild des „nationalen Roamings“. Der Netzübergang  
zwischen Betreibern muss für Nutzer unbemerkt und  
kostenneutral erfolgen.  
Der 5G-Netzausbau muss bei künftiger Nutzung  
höherer Frequenzen im Hinblick auf gesundheitliche  
Risiken auch weiterhin durch laufende wissenschaft  
liche Untersuchungen begleitet und die Bürger  
müssen über deren Ergebnisse umfassend informiert  
werden.  
Klima, Energie, Technik und Digitalisierung 183  
Die AfD fordert die  
Förderung regionaler  
Strukturen auch beim  
Glasfaser- und Funk-  
netzausbau.  
Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung  
Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung hat  
sowohl intern als auch in der Interaktion mit den  
Bürgern noch viel Potential. Die AfD fordert die bessere  
finanzielle und beratende Unterstützung von  
Kommunen bei OZG (OnlineZugangsGesetz) – Projekten,  
zu denen sie vom Bund verpflichtet wurden.  
Die AfD fordert, digitale Verwaltungsprozesse zu  
verschlanken und zu vereinheitlichen.  
Das E-Government ist weiter auszubauen, dem  
Bürger aber eine gleichwertige, niederschwellige,  
persönliche Kontaktaufnahme zu ermöglichen.  
Grundsätzlich soll jeder Behördengang von Bürgern  
in Zukunft nach seiner Wahl digital oder persönlich  
abgewickelt werden können. Bezahlung von  
Gebühren jeder Art muss mit Bargeld erfolgen  
können.  
Die AfD fordert den bevorzugten Einsatz (ggf. zu  
entwickelnder) quelloffener Software für digitale  
Verwaltungsprozesse. Dies gilt auch für den Betrieb  
von Servern und Arbeitsplatzrechnern.  
184 Klima, Energie, Technik und Digitalisierung  
Die AfD fordert, digitale  
Verwaltungsprozesse  
zu verschlanken und zu  
vereinheitlichen.  
Digitale Souveränität  
Zur Verbesserung der Sicherheit digitaler Verwaltungs-  
systeme fordert die AfD die Bündelung europäischer  
IT-Kompetenzen im Rahmen von Forschungs- und  
Entwicklungskooperationen mit dem Ziel, europäische  
Hard-&amp; Systemsoftware zu entwickeln, um von  
Lösungen außereuropäischer Anbieter unabhängiger  
zu werden.  
Die AfD will Behörden verpflichten, das Beschaffungs-  
wesen an langfristigen strategischen und sicherheits-  
politischen Erwägungen auszurichten.  
Künstliche Intelligenz ist eine Technik der Zukunft mit  
einem hohen wirtschaftlichem Potential; die  
Konkurrenz durch multinationale Konzerne in diesem  
Bereich ist jedoch groß. Daher wollen wir die  
Kompetenzen im Bereich KI in der Bundesrepublik  
besser bündeln und nationale Kooperationen stärker  
fördern.  
Klima, Energie, Technik und Digitalisierung 185  
186  
Mobilität und  
Infrastruktur  
K A P I T E L 2 0  
187  
Mobilität und Infrastruktur  
Verkehrspolitik  
Die AfD spricht sich für eine an den Bedürfnissen der  
Bürger orientierte Verkehrspolitik aus. Eine ideologisch  
geleitete Verbotspolitik, die bestimmte Verkehrs-  
mittel bevorzugt oder diskriminiert, lehnt die AfD ab. Im  
Vordergrund steht für uns die Freiheit der Bürger in der  
Wahl des Verkehrsmittels. Individuelle Mobilität muss  
bezahlbar bleiben.  
Motorisierten Individualverkehr schützen  
Die AfD unterstützt und fördert den motorisierten Indi-  
vidualverkehr als beliebteste Möglichkeit der  
Fortbewegung. Intelligente Technik und stauvermei-  
dende Verkehrsführung schützen die Umwelt. Wissen-  
schaftlich mangelhaft belegte Maßnahmen, wie z. B.  
Dieselfahrverbote oder Umweltspuren, erreichen das  
nicht. Gleichzeitig fordert die AfD den Erhalt und Ausbau  
von innerstädtischen Fahrspuren und Parkraum zur Ver-  
meidung von wachsendem Verkehrschaos sowie zum  
Schutz der Attraktivität des Einzelhandels.  
Die AfD lehnt zudem Kollektivmaßnahmen wie  
Fahrverbote für Motorräder aufgrund des Fehlverhaltens  
Einzelner ab. Grundsätzlich setzt die AfD auf das  
Verantwortungsbewusstsein der Bürger.  
188 Mobilität und Infrastruktur  
Die AfD spricht sich für  
eine an den  
Bedürfnissen der Bürger  
orientierte  
Verkehrspolitik aus.  
Eine ideologisch  
geleitete Verbotspolitik,  
die bestimmte Verkehrs-  
mittel bevorzugt oder  
diskriminiert, lehnt die  
AfD ab.  
Bundesautobahnen entlasten – Transitverkehr auf  
Schiene und Wasserwege verlagern  
Die AfD lehnt ein generelles Tempolimit auf Bundes-  
autobahnen strikt ab. Starre Tempolimits müssen regel-  
mäßig überprüft werden und im Fall der Unbegründet-  
heit wegfallen. Temporär sind flexible, situations-  
gerechte Streckenbeeinflussungsanlagen die Alternative.  
Viele Autobahnen und Brücken in Deutschland müs-  
sen seit langem dringend saniert und instand gesetzt  
werden. Das geht nur mit effizienten Maßnahmen in  
der Planung und Ausführung von Baustellen und mit  
schneller Arbeit der Verwaltung. Zudem fordert die AfD  
mehr Lkw-Parkplätze sowie konsequente Anwendung  
bestehender Lkw-Überholverbote zur Sicherheit aller  
Verkehrsteilnehmer. Das Konzept der „Rollenden Land-  
straße“ und des Wechselbrückenumschlages soll für die  
Transitverbindungen durch Deutschland mit  
regelmäßigen Taktungen etabliert werden. Das Netz an  
Verladestellen und multimodalen Güterverkehrszentren  
(Straße, Schiene und Wasserwege) ist zu verdichten.  
Sichererer, sauberer und verlässlicher  
Schienenverkehr  
Für den Schienenpersonenverkehr muss Deutschland  
ein besser ausgebautes und abgestimmtes öffentliches  
Nah- und Fernverkehrsnetz erhalten, das sich am ein-  
fachen und zuverlässigen Modell der Schweiz orientiert.  
Pünktlichkeit, Sicherheit und Sauberkeit sowie eine  
optimale Taktung von Bus-, Bahn- und Vernetzung mit  
dem Flugverkehr müssen gewährleistet werden.  
Mobilität und Infrastruktur 189  
Die AfD lehnt ein  
generelles Tempolimit  
auf Bundesautobahnen  
strikt ab.  
Die AfD unterstützt den Ausbau des zu lange  
vernachlässigten Schienennetzes – insbesondere  
die Beseitigung von Engpässen und die Erweiterung  
des Hochgeschwindigkeitsnetzes. Beim angestrebten  
Deutschlandtakt muss eine Verkürzung der Reisezeiten  
auf allen Verbindungen das oberste Ziel sein.  
Flugverkehr als Wirtschaftsfaktor stärken  
Der globale Flugverkehr ist von elementarer Bedeutung  
für den Wirtschaftsstandort Deutschland und darf nicht  
kurzsichtig einer unwissenschaftlichen Klima-Hysterie  
geopfert werden. Deutschlands Flughäfen sind als  
Wirtschaftsfaktor zu stärken. Künftiges Wachstum soll  
unter innovativer Einbeziehung der umliegenden und  
schwächer ausgelasteten Verkehrsflughäfen auch inner-  
halb des Sicherheitsbereichs (Gate-to-Gate) geschehen.  
Die AfD befürwortet die Abschaffung der Luftverkehr-  
steuer und richtet sich gegen unrealistische CO2-  
Reduktionsziele der EU.  
Im Rahmen eines „Luftverkehrskonzepts 2021“ sind  
Deutschlands Flughäfen als Wirtschaftsfaktor zu stärken.  
Die deutsche Automobilindustrie als  
Leitindustrie erhalten  
Die AfD sieht die strategische Bedeutung der  
deutschen Automobil- und Zulieferindustrie.  
Gerade der für den Großteil der Arbeitsplätze  
zuständige Mittelstand, insbesondere der metall-  
verarbeitenden Industrie, ist abhängig vom Fortbestand  
des Verbrennungsmotors. Es ist daher die Aufgabe der  
Bundesregierung, auf nationaler und europäischer  
190 Mobilität und Infrastruktur  
Die AfD befürwortet  
die Abschaffung der  
Luftverkehrsteuer und  
richtet sich gegen  
unrealistische  
CO 2 -Reduktionsziele  
der EU.  
Ebene für eine technologieoffene Gesetzgebung zu  
sorgen. Die heutige einseitige Bevorzugung von  
Elektromobilität ist auf Grund mangelnder Strom-  
kapazitäten und der globalen Umweltbelastung bei der  
Batterieproduktion sofort zu stoppen. Ob der  
Verbrennungsmotor eines Tages durch andere  
Antriebsformen abgelöst wird oder weiter existiert,  
muss eine Frage des technischen Fortschritts sowie des  
Marktes werden und darf nicht auf der Verbotspolitik  
der EU basieren.  
Wenn die bestehende, realitätsfremde EU-CO2  
\-  
Reduktionsgesetzgebung im Verkehrssektor nicht  
verhindert werden kann, sind synthetische Kraftstoffe  
als zukunftsfähiger Treibstoff für Verbrennungsmotoren  
zu berücksichtigen. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor,  
welche mit synthetischem Kraftstoff angetrieben  
werden, müssen hinsichtlich Ihrer Abgabenlast gegen-  
über elektrisch angetriebenen Fahrzeugen eine Gleich-  
behandlung erfahren. Dies gilt sowohl für den Energie-  
träger selbst als auch für das Fahrzeug insgesamt.  
Stadt und Land gleichrangig entwickeln  
Seit Jahrzehnten prägen Landflucht und Verstädterung  
das Bild unseres Landes. Es braucht einen grundlegen-  
den Politikwechsel, um diese Entwicklung umzukehren.  
Wir wollen gleichwertige Lebens- und Arbeits-  
bedingungen in ganz Deutschland, die Wahrung und  
zukunftsfähige Weiterentwicklung regionaler Identität  
in allen Teilräumen des Landes. Die Lebensweisen und  
Werte von Stadt und Land sind gleichrangig und  
ergänzen sich.  
Mobilität und Infrastruktur 191  
Die AfD sieht die stra-  
tegische Bedeutung der  
deutschen Automobil-  
und Zulieferindustrie.  
Es ist daher die Aufgabe  
der Bundesregierung,  
auf nationaler und  
europäischer Ebene für  
eine technologie-  
offene Gesetzgebung zu  
sorgen.  
Mit einer traditionsbezogenen, familienfreundlichen  
und selbstbewussten Gestaltung des ländlichen Lebens-  
raumes wollen wir unsere Heimat wieder ins Gleich-  
gewicht bringen. Zur Sicherung der kommunalen Eigen-  
verantwortung werden wir das Finanzvolumen und die  
Handlungsspielräume der Gemeinden deutlich  
vergrößern.  
Entscheidungen näher zum Bürger bringen  
Die Regionen und Landkreise wollen wir durch  
Wirtschaftsförderung, Bewahrung regionaler Kultur,  
Daseinsvorsorge, Verkehr und Digitalisierung stark  
machen. Die EU, Bund und Land sollen weniger  
regulierend in die kommunale Selbstverwaltung und  
die Gestaltungsmöglichkeiten der Regionen eingreifen.  
Landschaft als Teil regionaler Identität  
Bei Umwelt- und Landschaftsschutz wollen wir eine  
starke regionale Verankerung. Für die heimatliche Land-  
schaft wollen wir die Privilegierung von energieerzeu-  
genden Anlagen ausschließen. Die Weiterentwicklung  
bestehender Siedlungsflächen ist zu ermöglichen. Bei  
der notwendigen Inanspruchnahme von Flächen setzen  
wir auf schonende Landnutzung in Eigenverantwortung  
der Regionen und Kommunen.  
Unser Leitbild ist die polyzentrische Stadt und der  
lebenswerte, fußläufige, familienfreundliche Stadtteil.  
Wir stehen für den Erhalt des kulturellen Erbes,  
ortsübliches Bauen und sorgfältige Rekonstruktion  
von historischen Ortskernen und Einzelgebäuden.  
192 Mobilität und Infrastruktur  
Mit einer traditionsbe-  
zogenen,  
familienfreundlichen  
und selbst-  
bewussten Gestaltung  
des ländlichen Lebens-  
raumes wollen wir unse-  
re Heimat wieder ins  
Gleichgewicht bringen.  
Großstädte und ihr ländliches Umland sind als Einheit  
zu denken. Wir wollen sie entlang der Verkehrsachsen  
räumlich weiterentwickeln, die Siedlungsentwicklung im  
Umland fördern und die Verdichtungsräume entlasten.  
Infrastruktur  
Soziale und technische Infrastrukturen sind die Grund-  
lage unseres heutigen Zusammenlebens. Obwohl wir  
sie als selbstverständlich wahrnehmen, steigt für die  
Kommunen der Investitionsstau für die bedarfsgerechte  
Bereitstellung immer weiter an.  
Die AfD ist sich dessen bewusst, dass intakte und  
flächendeckend ausgebaute Infrastrukturen die  
Voraussetzung für eine prosperierende Wirtschaft sind  
und ein sehr wichtiges Mittel gegen den fort-  
schreitenden Bevölkerungsrückgang auf dem  
Land darstellen.  
Kommunen stärken –  
Erfüllung der Pflichtaufgaben sicherstellen  
Die Kommunen müssen bei der Erfüllung ihrer Pflicht-  
aufgabe zur Daseinsvorsorge finanziell wesentlich  
besser ausgestattet und länderübergreifend in  
Planungen eingebunden werden. Daseinsvorsorge ist als  
hoheitliche Aufgabe von Bund, Ländern und Kommu-  
nen zu betrachten und soll daher in öffentlicher Hand  
bleiben.  
Mobilität und Infrastruktur 193  
Die Kommunen müssen  
bei der Erfüllung  
ihrer Pflichtaufgabe  
zur Daseinsvorsorge  
finanziell wesentlich  
besser ausgestattet und  
länderübergreifend in  
Planungen eingebunden  
werden.  
Ausbau digitaler Infrastrukturen beschleunigen  
Aus Sicht der AfD gehört hierzu auch die flächen-  
deckende, anbieteroffene Bereitstellung von Glasfaser-  
anschlüssen und eines leistungsfähigen, flächen-  
deckenden Mobilfunknetzes. Die derzeitige Praxis der  
Mobilfunk-Frequenzbandversteigerung kann zum  
Hindernis für den flächendeckenden Ausbau und  
Preistreiber für den Endkunden werden und muss  
deshalb grundlegend überdacht werden.  
Der derzeitige Ausbau des Glasfasernetzes in  
Deutschland ist von Insellösungen und „Weißen Flecken“  
in den ländlichen Gebieten und Parallelstrukturen in den  
Ballungsräumen geprägt. Eine bessere und flächende-  
ckende Koordination ist hier zwingend erforderlich.  
Nord Stream 2 endlich fertigstellen  
Die AfD unterstützt den Ausbau der Nord Stream 2 –  
Pipeline. Durch deren Anbindung an Deutschland kann  
unseren Bürgern ein kostengünstiger Primärenergie-  
träger zur Verfügung gestellt werden.  
194 Mobilität und Infrastruktur  
Die AfD fordert, den  
Ausbau der digitalen  
Infrastruktur durch eine  
bessere und flächende-  
ckende Koordination zu  
beschleunigen.  
195  
196  
Landwirtschaft,  
Umwelt- und  
Verbraucher-  
schutz  
K A P I T E L 2 1  
197  
Landwirtschaft, Umwelt- und  
Verbraucherschutz  
Reine Luft und sauberes Wasser, gesunde und verant-  
wortungsbewusst erzeugte Lebensmittel sowie natur-  
nahe Lebensräume sind lebenswichtige Allgemeingüter,  
deren Schutz zu den Prioritäten der AfD zählt. Unsere  
Politik orientiert sich dabei an den Zielen der Nach-  
haltigkeit und Versorgungssicherheit als konservative  
Prinzipien.  
Bei Verbrauchern wie Erzeugern wollen wir eigenver-  
antwortliches Handeln fördern. Falls möglich, sollten die  
Verbraucher auf regional erzeugte Lebensmittel zurück-  
greifen können. Dabei kommt es uns nicht darauf an, ob  
sie aus biologischer oder konventioneller  
Produktion kommen, sondern entscheidend ist die  
Qualität der Produkte.  
Die heimische Land- und Forstwirtschaft ist unverzicht-  
bar für die Versorgung mit wichtigen Allgemeingütern.  
Wir wollen mehr Selbstversorgung in Deutschland mit  
heimischen Nahrungsmitteln möglich machen. Die fort-  
schreitende Entmündigung von Landwirten, Jägern und  
Verbrauchern durch immer mehr europäische  
Regulierungen muss ein Ende haben. Entscheidungen  
müssen unter Einbeziehung aller Beteiligten auf der  
Grundlage rationaler Faktenanalysen statt ideologischen  
Wunschdenkens getroffen werden.  
198 Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz  
Reine Luft und sauberes  
Wasser sowie  
naturnahe Lebens-  
räume sind lebens-  
wichtige Allgemein-  
güter, deren Schutz zu  
den Prioritäten der AfD  
zählt.  
EU-Agrarpolitik renationalisieren  
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU hat  
bisher mehr Schaden als Nutzen gebracht. Wir wollen  
die Zuständigkeit für die Agrarpolitik deshalb wieder in  
die alleinige Verantwortung der Nationalstaaten legen.  
Deutschland ist der größte Nettoeinzahler in den  
EU-Haushalt. Landwirte anderer Staaten sollen nicht mit  
deutschem Steuergeld subventioniert werden. Um bis  
zur Renationalisierung gleiche Wettbewerbsbedingun-  
gen herzustellen, die Landschaftspflege zu belohnen und  
die extensive Nutztierhaltung zu fördern, setzt sich die  
AfD für die Einführung einer bundesweiten Weidetier-  
prämie ein. Darüber hinaus müssen Agrarumweltmaß-  
nahmen derart gestaltet werden, dass sie lebensfähige  
ländliche Strukturen in unserer Heimat erhalten und  
den agrartechnischen Fortschritt sichern.  
Grüne Berufe wertschätzen  
Die verschiedenen Sparten der Flächen-  
bewirtschaftung – Ackerbau, Viehzucht, Weinbau,  
Forstwirtschaft, Gartenbau und Imkerei – tragen zur  
Pflege der Kulturlandschaft, der Schaffung regionaler  
Arbeitsplätze und zur Versorgung der Bevölkerung mit  
hochwertigen Lebensmitteln in unserem Land bei.  
Wir setzen uns ein für eine realitätsbezogene Bildung  
zum Thema „Grüne Berufe“ und die sich daraus  
ergebende Wertschätzung für Leistungen und Produkte  
der Landwirte. Bevor agrarpolitische Maßnahmen  
eingeführt werden, muss geprüft werden, wie sie sich  
auf das Einkommen der Bauern auswirken und welchen  
ökologischen Nutzen sie erbringen.  
Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz 199  
Wir wollen die  
Zuständigkeit für die  
Agrarpolitik wieder in  
die alleinige  
Verantwortung der  
Nationalstaaten legen.  
Familienbetriebe in den Mittelpunkt stellen  
Die Agrarförderung muss die Leistungen kleinerer und  
mittlerer Familienbetriebe berücksichtigen und die Hof-  
nachfolge vereinfachen. Die Landwirtschaft ist zu entbü-  
rokratisieren, um die Bauern zu entlasten.  
Weder deutsche noch EU-Behörden sollen sich in deren  
Wirtschaftsweise einmischen, etwa bei der Wahl der  
Fruchtfolge. Um unsere vielfältigen Agrarstrukturen zu  
erhalten, wollen wir Junglandwirte besserstellen, die ihre  
Agrarflächen selbst bewirtschaften. Wir setzen uns dafür  
ein, den Aufkauf von Flächen durch landwirtschafts-  
fremde Investoren zu erschweren. Landwirtschaftliche  
Existenzgründer wollen wir von der Grunderwerbsteuer  
befreien.  
Düngung am Bedarf der Pflanze orientieren  
Eine ausreichende Versorgung von Kulturpflanzen mit  
notwendigen Düngemitteln ist für das Pflanzenwachs-  
tum, die Bodenfruchtbarkeit und Ernährungssicherheit  
unverzichtbar. Die verschärfte neue Düngeverordnung  
widerspricht jedoch der guten landwirtschaftlichen  
Praxis und gefährdet den Anbau von Kulturpflanzen mit  
hohem Nitratbedarf, wie z. B. Kartoffeln, Getreide und  
Mais. Die AfD fordert die Revision der Düngeverordnung,  
die Aufhebung der pauschalen Reduktion der Dünge-  
mengen und die präzise Ermittlung von Eintragsquellen  
nach dem Verursacherprinzip unter Beachtung von  
Kostenwirksamkeit und Verhältnismäßigkeit.  
200 Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz  
Die AfD fordert die  
Revision der Dünge-  
verordnung und die  
Aufhebung der  
pauschalen Reduktion  
der Düngemengen.  
Praxiskonformen Pflanzenschutz etablieren  
Ein wirksamer Pflanzenschutz nach guter fachlicher  
Praxis ist die Grundlage jeglicher landwirtschaftlichen  
Produktion. Für unsere Landwirte muss dabei die  
Zulassung, die Nutzung und der Handel von alten  
Kultursorten möglich sein, um die Sortenvielfalt für den  
Verbraucher zu erhöhen. Die bewährten Zulassungs-  
standards im Hinblick auf Umwelt-, Gesundheits- und  
Verbraucherschutz dürfen dabei weder vernachlässigt  
noch praxisfern verschärft werden. Die fachliche und  
wissenschaftliche Nutzen- und Risikobewertung von  
Wirkstoffen sowie der Umgang mit Giftpflanzen und  
Gentechnik müssen unabhängige Forschungs-  
einrichtungen übernehmen. Das Bundesinstitut für  
Risikobewertung muss für diese Aufgabe strukturell  
und personell besser ausgestattet werden.  
Tierwohl, Haltung und Transport weiterentwickeln  
Die AfD steht für eine konsequente Umsetzung der Tier-  
schutzgesetze im Sinne unserer Verantwortung für Tiere  
als fühlende Mitgeschöpfe. Wir wollen in der Nutztier-  
haltung artgerechte Haltungssysteme fördern, die an die  
Tierart angepasst sind und verlangen die Kopplung der  
Tierhaltung an die Fläche. Dazu gehört auch, dass Lager-  
und Stallanlagen, die den Umwelt- und Tierschutz ver-  
bessern, innerhalb von drei Monaten und mit weniger  
Auflagen genehmigt werden müssen. Außerdem  
setzen wir uns für ein Netz regionaler Schlachtbetriebe  
in Deutschland ein, um Tiertransporte so kurz wie  
möglich zu gestalten.  
Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz 201  
Die AfD steht für eine  
konsequente  
Umsetzung der  
Tierschutzgesetze im  
Sinne unserer  
Verantwortung für  
Tiere als fühlende  
Mitgeschöpfe.  
Die Dauer der Betäubung muss für den gesamten  
Schlachtvorgang gewährleistet sein – Ausnahmen hier-  
von sind unzulässig. Darüber hinaus fordert die AfD eine  
Einschränkung der Exporte von lebenden Schlachttieren  
in Länder mit bekannten Verstößen gegen den Tier-  
schutz.  
Tierschutzgesetze müssen für alle gleichermaßen  
gelten. Deshalb lehnen wir auch den Handel, die Bewer-  
bung und die Einfuhr von Fleisch aus tierquälerischer  
Schlachtung (Schächtung) ab. Es ist unsere ethisch  
gebotene Pflicht zum Wohl der Tiere, den Lebendtrans-  
port von Schlachttieren zu reduzieren und in Drittländer,  
wo nachweislich gegen das Tierschutzrecht verstoßen  
wird, auszusetzen.  
Schutz der heimischen Ökosysteme verbessern  
Im Schlepptau des weltweiten Warenverkehrs dringen  
entlang der großen Fernhandelsstraßen und ausgehend  
von internationalen Häfen mit ihren großen Waren-  
umschlagplätzen immer mehr gebietsfremde Arten in  
heimische Ökosysteme vor und stören das ökologische  
Gleichgewicht. Es zeigt sich, dass gebietsfremde Arten  
nicht nur negative Auswirkungen auf unsere hiesige  
Natur haben, sondern auch konkrete finanzielle und  
gesundheitliche Schäden verursachen. Wir müssen  
größere Anstrengungen unternehmen, um die  
Einschleppung invasiver Tier- und Pflanzenarten zu  
verhindern und ihre Ausbreitung einzudämmen.  
Eine invasive Eigenschaft ist als Entnahmegrund im  
Tierschutzgesetz zu verankern.  
202 Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz  
Die AfD fordert den  
Einstieg in eine  
Bestandsregulierung  
und die Ausweisung von  
wolfsfreien Gebieten.  
Zeitgemäßes Wildtiermanagement umsetzen  
Über die Kombination aus aktivem Wildtiermanage-  
ment und artenschutzrechtlicher Ausnahmeverordnung  
sollen problematische Wildtierbestandsgrößen regional  
und zeitnah überwacht und korrigiert werden können.  
Das Ziel ist die Balance zwischen den Ansprüchen von  
Wildtieren sowie den Interessen von Landwirten, Teich-  
wirten und Weidetieren. Schäden durch Wildtiere sind  
unbürokratisch und zeitnah durch Geldleistungen zu  
ersetzen. Jedoch wird eine bedingungslose Wiederan-  
siedlung des Wolfs von den Behörden unter Berufung  
auf die Zielsetzung der EU-Richtlinien zum Natur- und  
Artenschutz betrieben. Der Wolf ist ein Raubtier, das zu  
Nutztierverlusten bei Landwirten führt. Die Unsicher-  
heiten und Ängste der Menschen, speziell in ländlichen  
Regionen, müssen ernst genommen werden. Weidende  
Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde sind besonders  
betroffen. Unsere Fürsorgepflicht gilt für unsere Weide-  
tiere in gleichem Maße wie für den Wolf. Die AfD fordert  
den Einstieg in eine Bestandsregulierung und die  
Ausweisung von wolfsfreien Gebieten.  
Unsere Wälder schützen und bewahren  
Etwa ein Drittel der Gesamtfläche unseres Landes ist  
bewaldet. Um einen gesunden Wald mit Wild zu  
erhalten, braucht es waldbauliche Maßnahmen im  
Einklang mit Ökonomie, Ökologie und Naherholung.  
Um eine nachhaltige Bewirtschaftung und Sicherung  
der Wälder zu erreichen, setzt sich die AfD für eine  
Förderung des Baumaterials und Energieträgers Holz  
ein.  
Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutzt 203  
Der Wald soll von  
Windindustrieanlagen  
freigehalten werden, um  
die wildlebenden  
Arten zu schützen und  
unseren Kindern  
eine intakte Natur zu  
hinterlassen.  
Wir stehen für einen Abbau der ausufernden  
Bürokratie bei der Dokumentation in der Forstwirtschaft.  
Der Wald soll von Windindustrieanlagen freigehalten  
werden, um die wildlebenden Arten zu schützen und  
unseren Kindern eine intakte Natur zu hinterlassen.  
Gesunde Lebensmittel aus heimischer  
Produktion fördern  
Die AfD unterstützt das Leitbild des mündigen  
Verbrauchers. Er soll in seinem Konsumverhalten nicht  
staatlich bevormundet werden. Deshalb lehnen wir jede  
Form der gesonderten Lebensmittelbesteuerung, wie  
eine Fleisch- oder Zuckersteuer, ab. Dazu gehört die  
Aufklärung über gesundheitliche Risiken modischer  
Ernährungsformen und die Bewahrung unserer  
traditionellen Esskultur in öffentlichen Einrichtungen.  
Wir schätzen regionale und saisonale Lebensmittel  
aus Deutschland. Sie sichern unseren produzierenden  
und verarbeitenden Betrieben ein hinreichendes Ein-  
kommen – bei zugleich hohen Standards im Tier- und  
Umweltschutz. Die Versorgung der eigenen Bevölkerung  
sowie die Wirtschaftlichkeit und Wertschöpfung  
heimischer Lebensmittelproduktion muss gewährleistet  
bleiben.  
Transparenz im Verbraucherschutz ausbauen  
Der Verbraucher muss in die Lage versetzt werden, eine  
informierte und eigenverantwortliche Kaufentscheidung  
treffen zu können. Produkte sollen deshalb nach  
festgelegten Standards gekennzeichnet werden.  
Die Auskunft über Inhaltsstoffe und Herkunft der  
Produkte ist zu verbessern.  
204 Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz  
Die Versorgung der  
eigenen Bevölkerung so-  
wie die Wirtschaftlich-  
keit und Wertschöpfung  
heimischer Lebensmit-  
telproduktion muss  
gewährleistet bleiben.  
Auch bei Versicherungsverträgen, Finanzprodukten  
und Mobilfunkverträgen wollen wir mehr Transparenz  
schaffen. Herstellerangaben und Vertragsklauseln sind  
in einer verständlichen Sprache zu verfassen.  
Wasserversorgung in öffentlicher Hand belassen  
Die AfD befürwortet die regionale Wasserversorgung  
durch Kommunen und Zweckverbände. Das Eigen-  
tum an den Wasserressourcen, den Förderanlagen,  
der Wasseraufbereitung und am Leitungsnetz muss in  
öffentlicher Hand und damit in den Händen der Bürger  
verbleiben. Eine EU-weite Liberalisierung und Kommer-  
zialisierung des Wassermarkts lehnt die AfD entschie-  
den ab. Eine generelle Privatisierung des Wassers oder  
der Wasserwerke, die durch Richtlinien der EU angeregt  
werden, darf es nicht geben. Brunnen privater Grund-  
stückseigentümer, die hieraus ihr Trinkwasser  
gewinnen, sind hiervon ausgenommen.  
Ausbau von erneuerbaren Energien einschränken  
Der politisch-ideologisch forcierte und staatlich  
subventionierte Ausbau regenerativer Energien ist  
nicht nur ein ökonomisches Desaster, sondern belastet  
auch unsere Heimat, unser Lebensgefühl und unsere  
Natur in erheblichem Maße. Wir lehnen die undurch-  
sichtigen Verfahren ab, die den Ausbau sogenannter  
erneuerbarer Energien über die Köpfe der Bürger  
hinweg ermöglichen.  
Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz 205  
Eine EU-weite  
Liberalisierung und  
Kommerzialisierung  
des Wassermarkts  
lehnt die AfD  
entschieden ab.  
Windenergieanlagen sind nur noch an Standorten  
zuzulassen, an denen keine Beeinträchtigungen für  
Mensch, Tier oder das Landschaftsbild zu erwarten sind.  
Wald- und Schutzgebiete sind generell nicht anzutasten.  
Als Mindestabstand zur Wohnbebauung soll das  
10-fache der Gesamthöhe, mindestens jedoch 2,5 km,  
bundesweit eingehalten werden.  
Studien zeigen seit Jahren die verheerende Wirkung  
von Windkraftanlagen auf Vögel, Fledermäuse und  
Insekten. Gravierend sind auch die gesundheitlichen  
Schadwirkungen durch Schattenschlag, Infraschall und  
Lärmemissionen. Die massive Subventionierung der  
Windindustrie zerstört nicht nur Kulturlandschaften und  
Wälder, sondern mindert durch den Bau von Strom-  
trassen auch die Grundstückswerte.  
Den Neubau von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen  
lehnen wir aufgrund ihres hohen Flächenverbrauchs  
sowie ihrer abschreckenden Wirkung für den Tourismus  
ab. Zudem verstärken diese die Aufheizung des  
Mikroklimas und entwerten landwirtschaftliche  
Produktionsflächen. Photovoltaikanlagen führen  
generell zu einer Veränderung des Mikroklimas und  
verursachen eine Temperaturerhöhung.  
Bestandsanlagen dürfen weiter betrieben werden.  
206 Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz  
Die AfD will unsere  
Landschaft erhalten  
und lehnt deswegen den  
Neubau von  
Photovoltaikanlagen  
aufgrund des hohen  
Flächenverbrauchs, der  
Entwertung landwirt-  
schaftlicher  
Produktionsflächen  
und der Störung des  
Mikroklimas ab.  
207  
208 Index  
Abschiebung 77, 94, 95  
Abtreibung 109  
Antifa 76, 77, 111  
Arbeitslosengeld 118, 120, 121  
Arbeitsplätze 43, 122, 190, 199  
Asyl 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101  
Ausländer 80, 118  
Autobahnen 189  
Bargeld 56, 184  
Blue-Deal 43, 44  
Bundespolizei 78, 79, 96  
Bundeswehr 66, 67, 96, 129  
Burka 86  
Cancel Culture 164  
Cannabis 142  
China 65  
Corona 12, 25, 29, 42, 43, 50, 52, 134, 135, 136, 165  
Digitalisierung 99, 149, 168, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182,  
183, 184, 185, 192  
DITIB 85  
Drogen 142  
Eigentum 169, 205  
Einwanderung 91, 99  
Energie 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185  
Energieträger 178, 191  
Enteignung 56  
Entwicklungshilfe 68, 69  
Erbschaftssteuer 36  
EU 12, 13, 14, 21, 25, 27, 28, 29, 30, 34, 50, 51, 52, 54, 58, 65, 66,  
69, 72, 81, 92, 96, 98, 108, 118, 126, 142, 153, 176, 177, 181,  
190, 191, 192, 199, 200, 203, 205  
Euro 17, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 68, 109, 129  
EZB 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58  
Familien 104, 105, 106, 107, 108, 109, 110, 111, 112, 115, 129, 130, 169  
Flüchtlinge 90, 98  
Gefährder 77  
Gemeinschaftsdienst 68  
Gender 154  
Gesundheitssystem 134, 137  
Großbritannien 65  
Grundgesetz 13, 56, 57, 84, 85, 108, 115, 135, 158, 159  
Heimat 94, 97, 104, 176, 192, 199, 205  
Hochschulen 153, 154  
Identität 28, 66, 68, 93, 98, 99, 104, 114, 152, 158, 159, 160,  
161, 191, 192  
Impfung 134  
Individualverkehr 188  
Integration 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 150, 152  
Investitionen 36, 42, 44, 58, 65, 126  
Islam 83, 84, 85, 86, 87, 158  
Islamisierung 14, 66  
Justiz 15, 129, 181  
Kernenergie 179  
Kirchenasyl 96  
Index 209  
Klima 29, 126, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182,  
183, 184, 185, 190, 191  
Klimawandel 174  
Kriminalität 76, 77, 79, 80  
Kultur 22, 71, 148, 152, 157, 158, 159, 160, 161, 164, 192  
Landwirtschaft 197, 198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205, 206  
Leitkultur 158  
Linksextremismus 76  
Linksterrorismus 76  
Lobbyismus 18, 19  
Meinungsfreiheit 164, 165, 181  
Migration 14, 63, 78, 79, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99,  
100, 101, 150, 168  
Mindestlohn 119, 120  
Mittelstand 43, 190  
Multikulturalismus 158  
Muslimbruderschaft 85  
NATO 64  
Nord Stream 2 65, 178, 194  
Parallelgesellschaften 85, 152, 158  
Parteien 12, 13, 14, 15, 16, 17, 28, 45, 165  
PCR-Test 135  
Pflege 65, 68, 139, 140, 141, 199  
Photovoltaikanlagen 206  
Polizei 79, 129  
Quoten 24, 154  
Rechtsstaat 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 23, 57  
Rente 126, 127, 131  
Rundfunk 164, 165  
Russland 62, 64, 65  
Scharia 84, 85  
Schulden 50, 51, 54  
Seenotrettung 93  
Souveränität 55, 98, 144, 185  
Sozialhilfe 119  
Sozialismus 175  
Staatsangehörigkeit 68, 77, 101  
Steuern 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 51, 106, 130, 164  
Subventionen 43, 45, 46, 165, 177  
Terrorismus 63, 79  
The Great Reset 174  
Türkei 66  
Umverteilung 43  
UN-Flüchtlingspakt 98  
UN-Migrationspakt 63  
USA 62, 64  
Verbraucherschutz 197, 198, 199, 200, 201, 202, 204, 205, 206  
Verschuldung 50, 52  
Wehrpflicht 66, 68, 131  
Whistleblower 25  
WHO 135, 145  
Wirtschaft 12, 25, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 55, 56, 71,  
127, 176, 180, 193  
Wissenschaft 127, 147, 148, 149, 150, 151, 152, 153, 154, 165, 176, 179  
Wohngeld 170  
Beschlossen auf dem Bundesparteitag  
in Stuttgart am 30.04./01.05.2016.  
Beschlossen auf dem 12. Bundesparteitag der AfD  
in Dresden, 10. bis 11. April 2021.  
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# Wahlprogramm 2017

[https://www.bundestagswahl-bw.de/wahlprogramm-afd-2017](https://www.bundestagswahl-bw.de/wahlprogramm-afd-2017)

Beschlossen auf dem Bundesparteitag in Köln am 22./23. April 2017  
PROGRAMM FÜR  
DEUTSCHLAND  
Wahlprogramm der Alternative für Deutschland  
für die Wahl zum Deutschen Bundestag  
am 24. September 2017  
www.afd.de/wahlprogramm

1 | Verteidigung der Demokratie in Deutschland 06  
1.1 Ohne Volkssouveränität keine Demokratie 07  
1.2 Zurückführung der Europäischen Union in einen  
Staatenbund souveräner Staaten 07  
1.3 Das Volk muss wieder zum Souverän werden 08  
1.4 Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild 08  
1.5 Die Gewaltenteilung gewährleisten 09  
1.6 Trennung von Amt und Mandat und Kampf der  
Ämterpatronage 09  
1.7 Macht der Parteien beschränken 09  
1.8 Direktwahl des Bundespräsidenten 09  
1.9 Parteienfinanzierung dem Verfassungsrecht anpassen 10  
1.10 Freie Listenwahl und freies Mandat 10  
1.11 Wider das Berufspolitikertum: Amtszeit begrenzen 10  
1.12 Lobbyismus eindämmen 11  
1.13 Private Rentenvorsorge für Parlamentarier 11  
1.14 Einführung eines Straftatbestands der Steuerverschwendung 11  
1.15 Bürgerlich-freiheitliche Rechtsordnung 11  
1.15.1 Vertragsfreiheit bewahren 12  
2 | Der EURO ist gescheitert:  
Währung, Geld- und Finanzpolitik 13  
2.1 Die weitere Mitgliedschaft in der Eurozone ist für  
Deutschland unbezahlbar 14  
2.2 Sparer und Rentner vor Enteignung durch die EZB schützen 14  
2.3 Erhalt des Bargelds 15  
2.4 Keine deutsche Haftung für ausländische Banken 15  
2.5 Mit uns ist Ihr Geld sicher: Absicherung der Bürger gegen  
eine Eurokrise 16  
3 | Außen- und Sicherheitspolitik:  
Deutsche Interessen durchsetzen 17  
3.1 Außenpolitik muss sich an deutschen Interessen ausrichten 18  
3.2 Das Verhältnis zu wichtigen Staaten ändert sich 18  
3.3 Deutschland muss sich selbst verteidigen 19  
3.4 Für eine nationale Sicherheitsstrategie 19  
3.5 Deutschland soll seine wirtschaftlichen Stärken ausbauen 20  
3.6 Entwicklungspolitik: Stabilität als Sicherheits- und  
Wirtschaftsinteresse 21  
4 | Innere Sicherheit 22  
4.1 Wirksame Bekämpfung der Ausländerkriminalität 23  
4.2 Vollstreckung im Ausland 23  
4.3 Jugendstrafrecht 24  
4.4 Reform der Polizei 24  
4.5 Bessere Fahndungsmöglichkeiten 24  
4.6 Organisierte Kriminalität bekämpfen 25  
4.7 Sicherheit der Bürger verbessern 25  
4.8 Abmahnvereine abschaffen 25  
4.9 Erstattungsfähigkeit vorgerichtlicher Inkassokosten  
gesetzlich unterbinden 25  
5 | Asyl braucht Grenzen: Zuwanderung und Asyl 27  
5.1 Die demografischen Probleme Europas und Afrikas 28  
5.2 Zuwanderung muss nach unseren Regeln stattfinden 28  
5.3 Die Türkei gehört nicht in die EU 29  
5.4 Keine weitere Einwanderung in die Sozialsysteme 29  
5.5 Zuflucht in der Herkunftsregion statt ungebremster  
Massenmigration nach Deutschland 30  
5.6 Sichere Identifizierung von Asylbewerbern ermöglichen 30  
5.7 Kein Familiennachzug in unsere Sozialsysteme 31  
5.8 Die Kosten für unbegleitete minderjährige Ausländer  
explodieren 31  
5.9 Anpassung ist die Aufgabe des Einwanderers, nicht  
der „Gesellschaft“ 32  
5.10 Staatsbürgerschaft durch Abstammung.  
Beendigung der doppelten Staatsbürgerschaft 32  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Inhalt 3  
6 | Der Islam im Konflikt mit der freiheitlich-demokratischen  
Grundordnung 33  
7 | Willkommenskultur für Kinder:  
Familienförderung und Bevölkerungsentwicklung 36  
7.1 Deutschland nicht abschaffen 37  
7.2 Ehe und Familie stärken 37  
7.3 Kinder brauchen beide Eltern: Allein erziehen ist kein  
Idealfall 38  
7.3.1 Mehr Gerechtigkeit bei Scheidungen 38  
7.3.2 Väter stärken 38  
7.4 Familiennahe Betreuung würdigen 39  
7.5 Schutz des ungeborenen Lebens 39  
7.6 Kinder willkommen heißen 39  
7.7 Für ein klares Familienbild – Gender-Ideologie ist  
verfassungsfeindlich 40  
7.7.1 Gender-Ideologie raus aus den Schulen – Frühsexualisierung  
stoppen 41  
7.7.2 Steuerverschwendung durch „Gender-Forschung“ beenden 41  
8 | Bildung und Schule: Mut zur Differenzierung 42  
8.1 Mehrgliedriges Schulsystem erhalten 43  
8.2 Berufliche Bildung stärken: Meister statt Master 44  
8.3 Keine ideologisch motivierte Inklusion: Förder- und  
Sonderschulen erhalten 44  
8.4 Folgen der Massenimmigration: Nicht auf dem Rücken  
der Schüler 44  
8.5 Bologna ist gescheitert: Diplom und Magister wieder  
einführen 44  
8.6 Autonomie der Hochschulen stärken: Freiheit von  
Forschung und Lehre bewahren 45  
8.7 Keine ideologische Beeinflussung an der Schule:  
Die Neutralität der Schule muss gewahrt bleiben 45  
8.8 Keinen bekenntnisgebundenen Islamunterricht an  
deutschen Schulen 45  
8.9 Keine Sonderrechte für Muslime an unseren Schulen 45  
8.10 Kein Koranunterricht durch verfassungsfeindliche  
Moscheevereine 45  
9 | Kultur und Medien 46  
9.1 Deutsche Leitkultur statt „Multikulturalismus“ 47  
9.2 Die deutsche Sprache als Zentrum unserer Identität 47  
9.3 Ideologiebesetzte kulturpolitische Vorgaben des Staates  
beseitigen 47  
9.4 Bekenntnis zur Kulturhoheit der Länder – keine „politisch  
korrekte“ Kunst und Kultur! 48  
9.5 Medien: Für eine zeitgemäße Medienpolitik:  
Rundfunkbeitrag abschaffen 48  
9.6 Das Internet als Ort der freien Meinungsäußerung erhalten 48  
10 | Steuern und Finanzen, Wirtschaft und Arbeit 49  
10.1 Steuern 50  
10.2 Haushaltspolitik 51  
10.3 Soziale Arbeitswelt 52  
10.4 Arbeitslosigkeit und Qualifikation für Langzeitarbeitslose 52  
10.5 Keine Manipulation der Arbeitslosenquote 53  
10.6 Wirtschaftspolitik für Deutschland: Wohlstand für alle! 53  
10.7 Gesicherte Einlagen bei Bankinsolvenzen 54  
10.8 Anspruch auf Teilhabe am digitalen Leben und  
digitaler Wirtschaft 54  
11 | Sozialpolitik 55  
11.1 Sozialpolitik und Zuwanderung 56  
11.2 Benachteiligung von Familien beseitigen und Kinderarmut  
bekämpfen 56  
11.3 Grundsätzliches zur Rente 57  
11.4 Rente und Lebensarbeitszeit 57  
11.5 Rente und versicherungsfremde Leistungen 57  
11.6 Doppelbesteuerung der staatlichen Rente vermeiden 58  
11.7 Grundsicherung im Alter: Wer gearbeitet hat, muss später  
mehr haben 58  
11.8 Gerechtigkeit beim Arbeitslosengeld 58  
11.9 Paritätische Finanzierung der Kranken- und  
Pflegeversicherung 58  
4 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Inhalt  
12 | Unser Gesundheitssystem ist in Gefahr 59  
12.1 Finanzierung der Gesundheit – grundlegende Probleme  
beseitigen 60  
12.2 Ärztliche Versorgung auf dem Land sicherstellen 60  
12.3 Dem „Pflegenotstand“ entgegenwirken 60  
12.4 Stationäre Versorgung durch Investitionen sicherstellen 61  
12.5 Krankenhaus-Notfallambulanzen entlasten 61  
12.6 Ambulante Versorgung durch ein Hausarztsystem optimieren 61  
12.7 Ärzte und Therapeuten überwiegend in Deutschland  
ausbilden 61  
12.8 Das deutsch-türkische Sozialversicherungsabkommen  
kündigen 62  
12.9 Gesundheitskarte und E-Health-Gesetz 62  
12.10 Alternative Medizin als Ergänzung traditioneller Medizin 62  
12.11 Freiberufliche Hebammen 63  
12.12 Keine Freigabe von Cannabis 63  
13 | Schluss mit der Technologiefeindlichkeit:  
Energie und Klima 64  
13.1 Klimawandel 65  
13.2 Energiepolitik 65  
13.3 Land der Tüftler und Denker: Technologie fördern 66  
14 | Verkehrswege erhalten und ausbauen, Wohnungsbau  
verstärken, ländlichen Raum entwickeln 68  
14.1 Verkehr und Infrastruktur 69  
14.2 Wohnungsbau 69  
14.3 Den ländlichen Raum stärken 70  
15 | Umwelt-, Natur- und Tierschutz, Verbraucherschutz  
und Landwirtschaft 71  
15.1 Wasserversorgung gehört in die öffentliche Hand 72  
15.2 Ausbau der Windenergie stoppen 72  
15.3 Lärmschutz verbessern 72  
15.4 Verbraucherschutz 72  
15.5 Tierschutz: Tierquälerisches Schlachten verbieten 73  
15.6 Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft 73  
15.6.1 Regionalisierung und Direktvermarktung 73  
15.6.2 Alte Kultursorten erhalten 74  
15.6.3 Rahmenbedingungen für Kleingärten und Kleintierhaltungen  
verbessern 74  
15.6.4 Für eine gentechnikfreie deutsche Landwirtschaft 74  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Inhalt 5  
K A P I T E L 1  
Verteidigung der  
Demokratie in Deutschland  
1.1 Ohne Volkssouveränität keine Demokratie  
Wir wollen Deutschland reformieren und an die Prinzipien  
und Wurzeln anknüpfen, die zu seinem jahrzehntelangen  
sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg ge-  
führt haben. Die Rechtsstaatlichkeit muss wiederhergestellt  
werden, und der Staat muss seine eigentlichen Kernaufga-  
ben, insbesondere die Gewährleistung der inneren Sicher-  
heit, wieder wahrnehmen. Mit den Verträgen von Schengen,  
Maastricht und Lissabon wurde rechtswidrig in die unan-  
tastbare Volkssouveränität eingegriffen. Ein Staat, der das  
Grenzregime und damit die Hoheit über sein Staatsgebiet  
aufgibt, löst sich auf. Er verliert seine Eigenstaatlichkeit.  
Auch in Deutschland wenden wir uns gegen Zentralismus,  
Gleichmacherei und Uniformität. Denn wir stehen entschie-  
den für Subsidiarität und Föderalismus. Starke, eigenständi-  
ge Bundesländer, Regionen und Kommunen in einem souve-  
ränen Deutschland entsprechen dem Ideal freier Völker und  
vielfältiger kultureller Identitäten. Einheit in Vielfalt statt  
Selbstaufgabe im Kollektiv ist uns Ursprung und Ziel deut-  
scher Selbstbestimmung.  
Wir wollen den souveränen, demokratischen National-  
staat erhalten!  
Die AfD steht für die Freiheit und Selbstbestimmung der  
europäischen Nationen. Das bedeutet, dass alle Nationen das  
Recht haben, sich in souveränen Staaten zu organisieren. Als  
solche können sie völkerrechtliche Verbindungen eingehen  
und gemeinsame Interessen als Staatengemeinschaft wahr-  
nehmen. In Europa war dies über die Europäische Wirt-  
schaftsgemeinschaft erfolgreich gelungen. Der Versuch, über  
die Verträge von Maastricht (1992) und Lissabon (2008)  
einen „Staatenverbund“ zu schaffen, wie das Bundesverfas-  
sungsgericht diese vorbildlose Konstruktion nennt, muss als  
gescheitert betrachtet werden.  
Stattdessen werden durch die EU, die den Anspruch  
erhebt, kontinentaler Staat zu werden, die existierenden,  
demokratischen Nationalstaaten in ihrer Funktion einge-  
schränkt bzw. dauerhaft zerstört. Es gibt weder ein europä-  
isches Staatsvolk, das für ein solches Vorhaben konstitutiv  
wäre, noch ist erkennbar, dass sich ein solches auf absehbare  
Zeit herausbildet. Kulturen, Sprachen und nationale Iden-  
titäten sind durch Jahrhunderte dauernde geschichtliche  
Entwicklungen entstanden. Sie stellen für ihre Angehörigen  
unverzichtbare Identifikationsräume dar, die nur in natio-  
nalen Staaten mit demokratischer Verfassung wirkungsvoll  
ausgestaltet werden können. Nur hier kann Volkssouveräni-  
tät gelebt werden, die Mutter und das Herzstück der Demo-  
kratie.  
1.2 Zurückführung der Europäischen Union in  
einen Staatenbund souveräner Staaten  
Das bestehende „Lissabon-Europa“ ist daher zurückzu-  
führen zu einer Organisation von Staaten, die auf der Basis  
völkerrechtlicher Verträge ihre Interessen und Aufgaben-  
wahrnehmung definieren. Nicht rückholbare Souveränitäts-  
verzichte der Staaten dürfen mit einer solchen Konstruktion  
nicht verbunden werden. Ähnlich wie heute im Vertrag über  
die Europäische Union (EUV) in Art. 50 vorgesehen, behält  
sich jeder Staat ein Austrittsrecht vor.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Verteidigung der Demokratie in Deutschland 7  
Sofern eine solche Konzeption mit den derzeitigen Part-  
nern der EU nicht einvernehmlich auszuhandeln ist, ist  
Deutschland gezwungen, dem Beispiel Großbritanniens zu  
folgen und aus der bestehenden EU auszutreten.  
Die Schaffung neuer überstaatlicher Vereinbarungen bleibt  
vorbehalten und wird aufgrund nationalstaatlicher Souverä-  
nität erst ermöglicht.  
1.3 Das Volk muss wieder zum Souverän werden  
Heimlicher Souverän in Deutschland ist eine kleine,  
machtvolle politische Oligarchie, die sich in den bestehenden  
politischen Parteien ausgebildet hat. Sie hat die Fehlentwick-  
lungen der letzten Jahrzehnte zu verantworten. Es hat sich  
eine politische Klasse herausgebildet, deren vordringliches  
Interesse ihrer Macht, ihrem Status und ihrem materiellen  
Wohlergehen gilt. Diese Oligarchie hat die Schalthebel der  
staatlichen Macht, der politischen Bildung und des infor-  
mationellen und medialen Einflusses auf die Bevölkerung in  
Händen. Die stetigen Verletzungen der Prinzipien der deut-  
schen Staatlichkeit gipfeln in der Flüchtlingspolitik der Bun-  
desregierung von CDU/CSU und SPD. Die Volksvertreter  
haben sich den grundgesetzlich garantierten Parlamentsvor-  
behalt für alle wichtigen Entscheidungen im Staat nehmen  
lassen und die über ihre Köpfe hinweg getroffenen rechts-  
und verfassungswidrigen Entscheidungen zur Zuwanderung  
klaglos hingenommen. Nur das Staatsvolk der Bundesrepu-  
blik Deutschland kann durch das Mittel der unmittelbaren  
Demokratie diesen illegalen Zustand beenden.  
1.4 Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild  
Wir wollen dem Volk das Recht geben, den Abgeordneten  
auf die Finger zu schauen und vom Parlament beschlossene  
Gesetze zu ändern oder abzulehnen. Dies würde in kürzes-  
ter Zeit die Flut der oftmals unsinnigen Gesetzesvorlagen  
nachhaltig eindämmen und die Parlamente zu sorgfältigerer  
Arbeit zwingen. Ein mäßigender Einfluss auf Beschlüsse der  
Abgeordneten in eigener Sache – etwa Diäten-, Fraktions-  
und Parteienfinanzierung und die Finanzierung von „partei-  
nahen“ Stiftungen – wäre dadurch gewährleistet. Das Volk  
soll auch die Möglichkeit erhalten, eigene Gesetzesinitiativen  
einzubringen und per Volksabstimmung zu beschließen.  
Die AfD fordert Volksentscheide nach Schweizer Vorbild  
auch für Deutschland.  
Ohne Zustimmung des Volkes darf das Grundgesetz nicht  
geändert und kein bedeutsamer völkerrechtlicher Vertrag ge-  
schlossen werden. Die deutschen Bürger sind der Zahlmeis-  
ter Europas. Entgegen aller früheren Beteuerungen haften  
wir für die jährlich wachsenden Schulden anderer EU-Län-  
der. Dies ist ein schicksalhafter politischer Wortbruch, der  
die heute lebenden Bürger und mehrere nachfolgende Gene-  
rationen in große Existenznot bringen wird.  
Das deutsche Volk soll deshalb nach dem britischen Vor-  
bild über den Verbleib Deutschlands in der Eurozone und  
gegebenenfalls der EU abstimmen!  
8 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Verteidigung der Demokratie in Deutschland  
Im Gegensatz zur CDU und ihrer Kanzlerin halten wir das  
deutsche Volk für ebenso mündig wie das der Schweizer, der  
Briten, der Franzosen, der Italiener und der Niederländer.  
Entgegen anderslautender Behauptungen entscheiden Bür-  
ger in Schicksalsfragen der Nation weitsichtiger und gemein-  
wohlorientierter als macht- und interessengeleitete Berufs-  
politiker. Das ist die Lehre aus der Wiedervereinigung, aus  
der Ablehnung des „EU-Verfassungsvertrags“ durch das  
französische und das niederländische Volk und der Entschei-  
dung der Engländer, aus der Lissabon-Union auszutreten.  
Wir sind der Auffassung, dass die vielfältigen politischen  
Probleme Deutschlands mutiger Weichenstellungen bedür-  
fen. Nach unserer Überzeugung können die fundamentalen  
Krisen von Währung, Energieversorgung und Migration so-  
wie die Konfrontation mit dem Islam alleine weder von der  
Regierung noch vom Bundestag tragfähig bewältigt werden.  
Ohne eine unmittelbare Mitbestimmung der Bürger kann  
und darf dies auch nicht geschehen.  
Die Einführung von Volksabstimmungen nach Schweizer  
Modell ist für die AfD deshalb nicht verhandelbarer Inhalt  
jeglicher Koalitionsvereinbarungen.  
1.5 Die Gewaltenteilung gewährleisten  
Zahlreiche Gesetze haben die Gewaltenteilung in Deutsch-  
land über die Jahre erodieren lassen und zu einer über-  
bordenden Staatsgewalt geführt: Ehemalige Politiker auf  
Richterstühlen, Abgeordnete die zugleich Kanzler, Minis-  
terpräsident oder Minister sind und sich insoweit selbst  
kontrollieren, sowie parteipolitische Netzwerke, die durch  
verbotene Ämterpatronage entstehen, können nicht länger  
toleriert werden. Die Justiz muss entpolitisiert werden.  
1.6 Trennung von Amt und Mandat und Kampf  
der Ämterpatronage  
Kanzler, Ministerpräsidenten, Minister und parlamen-  
tarische Staatssekretäre dürfen nicht mehr zugleich Abge-  
ordnete sein. Die Funktionen von „politischen Beamten“ in  
der Staatsverwaltung wollen wir abschaffen – von Minis-  
terialdirektoren bis zu Polizeipräsidenten. Die Mitarbeiter  
der öffentlichen Verwaltung haben unabhängig und loyal zu  
sein. Beamten- und Richterstellen sind ausschließlich nach  
Qualifikation und fachlicher Leistung zu besetzen (Art. 33  
Abs. 2 GG). Die „Parteibuchwirtschaft“ muss beendet wer-  
den. Ämterpatronage ist unter Strafe zu stellen.  
1.7 Macht der Parteien beschränken  
Parteien sollen am politischen System mitwirken (Art. 21  
Abs. 1 GG), es aber nicht beherrschen. Die Allmacht der Par-  
teien und deren Ausbeutung des Staates gefährden unsere  
Demokratie. Diese Allmacht ist auch Ursache der verbreite-  
ten Politikverdrossenheit und der freiheitsbeschränkenden  
„politischen Korrektheit“ sowie des Meinungsdiktats in allen  
öffentlichen Diskursen. Die Loyalität der Abgeordneten gilt  
eher den Parteivorständen als den Bürgern, in deren Auftrag  
sie in erster Linie zu handeln haben.  
1.8 Direktwahl des Bundespräsidenten  
Derzeit wird der Bundespräsident in der Bundesversamm-  
lung vorgeschlagen und gewählt. Die Auswahl des Kandida-  
ten findet hinter verschlossenen Türen durch Absprachen  
der Parteien statt. Diese Kungelei beschädigt die Würde des  
Amtes und schmälert die Akzeptanz des Staatsoberhaupts  
durch das Volk.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Verteidigung der Demokratie in Deutschland 9  
Wir wollen den Bundespräsidenten deshalb direkt durch  
das Volk wählen lassen.  
Dafür ist der Art. 54 des Grundgesetzes entsprechend zu  
ändern.  
1.9 Parteienfinanzierung dem Verfassungsrecht  
anpassen  
Mit der Parteienfinanzierung haben sich die etablierten  
Parteien ab 1954 eine ständig wachsende Finanzausstattung  
verschafft. Die „staatliche Teilfinanzierung“ in Höhe von  
jährlich ca. 160 Millionen Euro wird durch eine verdeckte  
Parteienfinanzierung von mittlerweile über 600 Millionen  
Euro bei weitem übertroffen. So halten wir zum Beispiel die  
für jeden Bundestagsabgeordneten zur Verfügung stehende  
„Mitarbeiterpauschale“ von 20.000 Euro monatlich für deut-  
lich überhöht. Hier wird keine wissenschaftliche Beratung  
geleistet, sondern eine Armee von Parteisoldaten bezahlt.  
Die AfD will die staatliche Parteienfinanzierung neu re-  
geln und deutlich reduzieren.  
Alle Mittel der Parteienfinanzierung sollen entgegen  
derzeitiger Praxis der unbeschränkten Kontrolle der Rech-  
nungshöfe unterliegen. Unabdingbar ist auch eine restriktive  
und Korruption vermeidende Neuordnung der Spendenrege-  
lungen. Ferner soll den deutschen Parteien endlich die Betei-  
ligung an Unternehmen, insbesondere Medienunternehmen,  
sowie die Annahme von Firmenspenden verboten werden.  
1.10 Freie Listenwahl und freies Mandat  
Die politische Klasse Deutschlands hat das Wahlrecht und  
die Wahlverfahren im Lauf der Zeit immer perfekter ausge-  
nutzt und angepasst, um den Einfluss des Volkes auf die Be-  
werberauswahl zu minimieren. Dem Wähler werden starre  
Wahllisten der Parteien zum Ankreuzen vorgelegt. Über die  
„sicheren Listenplätze“ bestimmen die Parteivorstände de  
facto die Zusammensetzung des Parlaments.  
Mit einer demokratischen Gestaltung des Wahlsystems  
will die AfD dem Wähler die Entscheidung über die perso-  
nelle Zusammensetzung der Parlamente zurückgeben.  
Wir treten für die „freie Listenwahl“ ein, mit der Möglich-  
keit des Kumulierens, Panaschierens und Streichens von  
Kandidaten.  
Ferner wollen wir eine deutliche Verringerung der etwa  
2.500 Parlamentarier Deutschlands mitsamt dem zugehö-  
rigen Verwaltungsapparat. Ein Bundestagsabgeordneter  
vertritt etwa 128.000 Einwohner, in den USA beträgt das  
Verhältnis 1:600.000. Wir wollen eine Verkleinerung des  
fast 700 Abgeordnete umfassenden Bundestags auf unter  
500\.  
1.11 Wider das Berufspolitikertum: Amtszeit  
begrenzen  
Die ungebrochene Tendenz zum Berufspolitikertum hat  
der Monopolisierung der Macht Vorschub geleistet und die  
unübersehbare Kluft zwischen Wählern und Gewählten ste-  
tig vergrößert. Vetternwirtschaft, Filz, korruptionsfördernde  
Strukturen und Lobbyismus waren und sind die Folge.  
10 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Verteidigung der Demokratie in Deutschland  
Um unser Ideal des Bürgerabgeordneten herzustellen,  
fordern wir eine Mandatszeitbegrenzung für Abgeordnete  
auf vier und für den Bundeskanzler auf zwei Legislaturpe-  
rioden.  
1.12 Lobbyismus eindämmen  
Wir wollen, dass Bundestagsabgeordnete ihre volle Ar-  
beitskraft der parlamentarischen Arbeit widmen. Das Man-  
dat darf nicht unter bezahlten Nebentätigkeiten leiden. Der  
überbordende Lobbyismus in Brüssel und Berlin muss ein-  
gedämmt werden. Wir wollen die Regelungen der Nebentä-  
tigkeiten für Parlamentarier und gegen Abgeordnetenbeste-  
chung deutlich verschärfen. Unseren eigenen Abgeordneten  
haben wir bereits jetzt über unsere Satzung entsprechende  
Regeln auferlegt. Ferner setzen wir uns für ein Lobbyis-  
ten-Gesetz mit konkreten Rechten, Pflichten und Sanktionen  
für Mandatsträger und Lobbyisten ein, das vorbildlichen  
Regelungen anderer Demokratien entspricht.  
1.13 Private Rentenvorsorge für Parlamentarier  
Bundestagsabgeordnete zahlen derzeit keine Rentenbeiträ-  
ge und erhalten nach wenigen Jahren bereits eine Altersver-  
sorgung, die ein Arbeitnehmer mittleren Einkommens nicht  
einmal nach 45 Beitragsjahren erreichen kann. Die AfD  
möchte das kostspielige und den Steuerzahler übermäßig  
belastende Versorgungsmodell für Abgeordnete grundlegend  
reformieren und es auf ein System privater Altersvorsorge  
umstellen.  
1.14 Einführung eines Straftatbestands der  
Steuerverschwendung  
Während Steuerhinterziehung auch vergleichsweise  
kleiner Beträge in Deutschland konsequent verfolgt und  
bestraft wird, bleibt die weit mehr gemeinwohlschädliche  
Steuerverschwendung straffrei. Horrende Baukostenüber-  
schreitungen, unsinnige Beschaffungsmaßnahmen und  
verschwenderische Prestigeprojekte von Amtsträgern und  
Behördenleitern bleiben nach der gegenwärtigen Rechtslage  
weitgehend ohne strafrechtliche Folgen für die Verantwort-  
lichen.  
Die AfD fordert daher die Einführung eines neuen Straf-  
tatbestands der Haushaltsuntreue.  
Die Regelung soll die Rechte der Steuerzahler stärken  
und die Bestrafung von groben Fällen der Steuerverschwen-  
dung durch Bedienstete und insbesondere herausgehobene  
Amtsträger ermöglichen.  
1.15 Bürgerlich-freiheitliche Rechtsordnung  
Die Prinzipien der Gleichheit vor dem Gesetz und der  
bürgerlichen Vertragsfreiheit gehören zu den großen zivilisa-  
torischen Errungenschaften Europas. Während des weitaus  
größten Teils der Menschheitsgeschichte gehörte es zur un-  
hinterfragten Normalität, dass Menschen durch Geburt oder  
Stand ungleich und in ihrer rechtlichen Selbstbestimmung  
beschränkt waren, bis hin zum Extrem der Rechtlosigkeit in  
Form von Leibeigenschaft oder Sklaverei. Erst die christliche  
und humanistische Kultur der europäischen Völker brachte  
die vorgenannten Prinzipien hervor und verwirklichte sie in  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Verteidigung der Demokratie in Deutschland 11  
einem jahrhundertelangen Prozess. In den letzten Jahrzehnten  
ist erschreckenderweise eine Abkehr von diesen europäischen  
Grundwerten zu verzeichnen. Diesem zivilisatorischen Rück-  
schritt gilt es entgegenzutreten.  
Die Alternative für Deutschland tritt für die Gleichheit vor  
dem Gesetz ein. Deshalb lehnen wir sogenannte „Quotenrege-  
lungen“ ab.  
In Artikel 3 des Grundgesetzes heißt es: „Männer und  
Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsäch-  
liche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und  
Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile  
hin. Niemand darf wegen seines Geschlechtes benachteiligt  
oder bevorzugt werden.“ Diese Sätze haben einen klaren und  
guten Sinn. Das Recht, nicht vom Staat aufgrund des eigenen  
Geschlechts benachteiligt zu werden, ist ein individuelles  
Menschenrecht. Es kommt jedem Menschen in gleicher Weise  
zu. Manche Juristen vertreten die falsche These, Artikel 3 GG  
erlaube es dem Staat, einzelne Menschen „stellvertretend“ für  
ihr jeweiliges Geschlecht zu bevorzugen oder zu benachteili-  
gen, um die als Kollektive vorgestellten Geschlechter „gleich-  
zustellen“. Jedoch kann es in einem freiheitlichen Rechtsstaat  
niemals legitimes Ziel staatlichen Handelns sein, in willkürlich  
abgegrenzten gesellschaftlichen Teilbereichen eine ebenso  
willkürlich festgesetzte „Geschlechterquote“ zu erzwingen.  
Genauso wenig kann eine gesetzlich vorgeschriebene Ungleich-  
behandlung ein Mittel zur Verwirklichung von Gleichberech-  
tigung sein. Gesetze, die solches vorschreiben, sind verfas-  
sungswidrig und abzulehnen. Die AfD wird sich im Deutschen  
Bundestag für ihre Aufhebung einsetzen.  
1.15.1 Vertragsfreiheit bewahren  
Die Alternative für Deutschland tritt für die Bewahrung bzw.  
Wiederherstellung der bürgerlichen Selbstbestimmung im Zi-  
vilrechtsverkehr ein. Deshalb lehnen wir sogenannte ,,Antidis-  
kriminierungsgesetze“ ab. Zentraler Grundwert einer freiheit-  
lichen Zivilrechtsordnung ist die Vertragsabschlussfreiheit, das  
ist die Freiheit jedes Einzelnen, selbst darüber zu entscheiden,  
ob er mit einem anderen Bürger in rechtliche Beziehungen  
treten will oder nicht. Unter dem Einfluss der Europäischen  
Union wird dieses fundamentale Prinzip der Privatautonomie  
in der deutschen Gesetzgebung Schritt für Schritt zerstört.  
In einer freiheitlichen Grundordnung ist der Staat in seinem  
Handeln gegenüber dem Bürger der Pflicht zur Gleichbehand-  
lung unterworfen der Bürger selbst jedoch ist in der Gestaltung  
seiner privaten Rechtsverhältnisse frei.  
Eine Aufhebung dieser Trennung zwischen Staat und Gesell-  
schaft beschädigt die freiheitliche Natur der Rechtsordnung  
und öffnet die Tür für eine in letzter Konsequenz totalitäre  
Herrschaftsordnung. Die AfD wird sich im Deutschen Bun-  
destag gegen diese Entwicklung und für die Bewahrung einer  
freiheitlichen Privatrechtsordnung einsetzen.  
12 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Verteidigung der Demokratie in Deutschland  
K A P I T E L 2  
Der EURO ist gescheitert:  
Währung, Geld- und  
Finanzpolitik  
2.1 Die weitere Mitgliedschaft in der Eurozone ist  
für Deutschland unbezahlbar  
Die Geschäftsgrundlage des Euro war: Keine Haftung für  
die Schulden anderer Länder und keine Staatsschulden über  
60 Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts. Diese  
Regeln sind zerstört worden.  
Deshalb muss Deutschland die Transferunion aufkündi-  
gen und den Euroraum verlassen.  
2.2 Sparer und Rentner vor Enteignung durch die  
EZB schützen  
Die EZB sollte eine zweite Bundesbank sein. Stattdessen  
betreibt sie eine Währungspolitik der unwirtschaftlichen  
Zinsen (Nullzinspolitik). Dies zerstört alle kapitalgedeckten  
Alterssicherungssysteme von Betriebsrenten, über staatlich  
geförderte Rentensysteme, private Lebensversicherungen  
bis zu privaten Sparvermögen. Seit dem Amtsantritt von  
Gouverneur Draghi fehlen rund 500 Milliarden Euro für die  
Altersvorsorge der Deutschen. Die AfD fordert die Durchset-  
zung des vertraglichen Verbots der Staatsfinanzierung und  
eine Rückführung der Befugnisse der EZB auf Geldpolitik  
im engeren, klassischen Sinn. Alle Maßnahmen der EZB zur  
Manipulation des freien Kapitalmarkts müssen eingestellt  
werden. Eine Politik der künstlich herbeigeführten Null- und  
Negativzinsen führt zur Zerstörung der zentralen Märkte für  
Anleihen. Die durch die EZB-Politik verursachte Wechsel-  
kursabwertung und die Preisexplosion am Aktien- und Im-  
mobilienmarkt zerstören die Kaufkraft von nicht so schnell  
steigenden Einkünften, wovon insbesondere Arbeitnehmer  
und Rentner betroffen sind.  
Während die Bundesbank nur einmal in 50 Jahren Staats-  
anleihen gekauft hat, ist das für die EZB das tägliche „Ge-  
schäftsmodell“. Bis Ende 2016 hat sie für über zwei Billionen  
Euro staatliche und private Anleihen erworben. Eine solche  
„Rotation der Gelddruckmaschine“ ist nach den europäi-  
schen Verträgen verboten.  
Der Euro ist für ein Wirtschaftsgebiet mit völlig unter-  
schiedlich leistungsfähigen Volkswirtschaften eine Fehlkon-  
struktion. Nach achtzehn Jahren Spannungsaufbau kann  
die Gemeinschaftswährung nur noch über permanente und  
weitgehend deutsche Haftungsübernahmen aufrechterhalten  
werden. Dies ist keine Basis für die gedeihliche Entwick-  
lung der Volkswirtschaften der Euroländer. Die Folge ist  
eine dauerhaft hohe Arbeitslosigkeit im Süden Europas. Die  
Jugendarbeitslosigkeit liegt in Spanien und Griechenland  
bei über 40 Prozent, in Italien bei über 35 Prozent und in  
Frankreich bei über 25 Prozent. Es entwickeln sich „verlore-  
ne Generationen“. Die Völker Europas werden diese Ent-  
wicklung nicht klaglos hinnehmen und sich zu Recht gegen  
die politischen Eliten auflehnen.  
Die suprastaatliche Rettungspolitik verletzt geltendes  
Recht, darunter das Verbot der Staatsfinanzierung durch die  
EZB und das Verbot der Haftung für Schulden anderer Mit-  
gliedstaaten (Art. 123 und 125 AEUV). Die Rettungspolitik  
bricht alle den Wählern seit den 1990er Jahren gegebenen  
Zusicherungen zur „niemals zugelassenen Haftung Deutsch-  
lands für Fremdschulden“.  
Willkürliche „Rettungsmaßnahmen“ zugunsten einzelner  
Banken und Unternehmen oder gar eine „EU-Wirtschafts-  
regierung“ lehnen wir ab.  
14 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Der EURO ist gescheitert: Währung, Geld- und Finanzpolitik  
Dies sind vertragswidrige Eingriffe in die Marktwirtschaft  
und in die demokratischen Entscheidungsstrukturen der  
beteiligten Nationalstaaten.  
Die AfD ist sich bewusst, dass die Rückabwicklung einer  
fast 20 Jahre zurückliegenden Fehlentscheidung finanziell  
schwierig sein wird. Solche Kosten werden jedoch niedriger  
sein als die eines weiteren Verbleibs im Eurosystem, da  
dessen weitere Entwicklung bezüglich der Fremdhaftung  
und der Zinseinbußen unabsehbar und daher in den Kosten  
nicht zu begrenzen ist.  
2.3 Erhalt des Bargelds  
Unser Bargeld ist in Gefahr. Mit Unterstützung von Bun-  
desregierung, Internationalem Währungsfonds und Euro-  
päischer Zentralbank wird seine schleichende Abschaffung  
vorbereitet.  
Die AfD fordert den dauerhaften Erhalt der uneinge-  
schränkten Bargeldnutzung als wichtiges bürgerliches  
Freiheitsrecht.  
Mit der Abschaffung des Bargelds würde die Rolle des  
Geldes als unantastbarer und gebührenfreier Wertspeicher  
eingeschränkt. Eine Abschaffung des Bargelds macht für den  
Krisenfall die Enteignung von Kontoinhabern möglich. Bar-  
geld ist ein natürliches Bollwerk gegen eine weitere Absen-  
kung der Zinsen bis in den negativen Bereich.  
Ein Bargeldverbot würde bedeuten, dass Zahlungsvorgän-  
ge nur noch elektronisch stattfinden können. Dies eröffnet  
Staat und Banken die totale Kontrolle über alle Geldströme  
und Wirtschaftsaktivitäten, über jede finanzielle Handlung  
der Bürger, unter Umständen sogar über deren Aufenthalts-  
orte. Aus dem gläsernen Bankkunden würde der gläserne  
Mensch – Vollüberwachung bis hinein in private, ja intime  
Lebensbereiche. Mit einem freiheitlichen Rechtsstaat sind  
solche Kontrollmöglichkeiten nicht vereinbar.  
2.4 Keine deutsche Haftung für ausländische  
Banken  
Die AfD verlangt, dass die deutschen Banken etwaige  
Haftungen auf die nationale Ebene begrenzen und wie bisher  
eigene Verbundlösungen schaffen können, die den unter-  
schiedlichen Profilen der Bankengruppen Rechnung tragen.  
Wir wenden uns gegen jegliche Versuche der europäischen  
Vergemeinschaftung von Haftungsrisiken, insbesondere aus  
Bankgeschäften.  
Die „Bankenunion“ wäre ein weiterer Schritt in die von  
der AfD abgelehnte Haftungs- und Transferunion. Wir  
treten dafür ein, die nationale Souveränität über die Ban-  
ken- und Finanzdienstleistungen wiederherzustellen; dieser  
Wirtschaftsbereich ist für ein reibungsloses Funktionieren  
unserer Volkswirtschaft lebenswichtig.  
Die grenzüberschreitende Haftung der deutschen Banken  
für alle anderen EU-Banken muss ausgeschlossen bleiben.  
Als Sofortmaßnahme, noch vor einem „D-Exit“, fordert  
die AfD darum die Bundesregierung und die Deutsche  
Bundesbank auf, die politisch bislang geduldete Überbean-  
spruchung des Verrechnungskontos „Target-2“ zu beenden.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Der EURO ist gescheitert: Währung, Geld- und Finanzpolitik 15  
Derzeit hat die Bundesbank offene Forderungen in Höhe von  
über 800 Milliarden Euro gegenüber der EZB, deren Betrei-  
bung mangels hinterlegter Sicherheiten ungewiss ist.  
Bis zum Ausstieg aus dem Euro sind diese gefährdeten  
Target-2-Forderungen der Bundesbank abzuschmelzen,  
jährlich an Stichtagen glattzustellen oder mit Sicherheiten zu  
unterlegen. Alternativ wird die Bundesbank beauftragt, diese  
Forderungen abzuschmelzen, indem sie Sachwerte in den  
Schuldnerstaaten ankauft.  
2.5 Mit uns ist Ihr Geld sicher: Absicherung der  
Bürger gegen eine Eurokrise  
Deutschland muss auch in einem plötzlichen währungspo-  
litischen Krisenfall handlungsfähig sein.  
Wir wollen deshalb für die Wiedereinführung einer neuen  
nationalen Währung („Deutsche Mark“) rechtzeitige Vor-  
kehrungen treffen. Für den Fall einer Verschärfung der  
Finanzkrise wollen wir schon jetzt vorsorglich ein gesetzli-  
ches Maßnahmenpaket auf den Weg bringen. Das im Aus-  
land gelagerte Gold der Bundesbank muss vollständig und  
umgehend nach Deutschland überführt werden. Bei der  
Wiedereinführung der Deutschen Mark könnte Deutschland  
das Gold als temporäre Deckungsoption benötigen.  
16 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Der EURO ist gescheitert: Währung, Geld- und Finanzpolitik  
K A P I T E L 3  
Außen- und Sicherheitspolitik:  
Deutsche Interessen  
durchsetzen  
3.1 Außenpolitik muss sich an deutschen  
Interessen ausrichten  
Deutschland ist als eine der bedeutenden Wirtschaftsnati-  
onen der Welt daran interessiert, zu allen Staaten gute Bezie-  
hungen zu pflegen und das friedliche Zusammenleben der  
Völker zu fördern. Die AfD bekennt sich zu den Werten der  
Charta der Vereinten Nationen und des Völkerrechts. Wir  
setzen uns für eine an deutschen Interessen ausgerichtete  
Außenpolitik ein.  
Deutschland braucht eine nationale Sicherheitsstrategie,  
die der Problemlage angepasst ist. Als Gestaltungsmacht  
innerhalb der Staatengemeinschaft kann unser Land zur  
Krisenprävention und friedlichen Lösung von Konflikten  
beitragen.  
Die Zukunft Europas liegt nicht in der EU in ihrem jetzigen  
Zustand und auch nicht in ihrer weiteren Zentralisierung,  
sondern in einem Europa souveräner Staaten, die partner-  
schaftlich zusammenarbeiten.  
Die AfD tritt dafür ein, die Vereinten Nationen so zu re-  
formieren, dass den veränderten Gewichtungen in der Welt  
Rechnung getragen wird.  
Wir streben einen ständigen Sitz Deutschlands im Si-  
cherheitsrat sowie die Abschaffung der gegen Deutschland  
gerichteten Feindstaatenklausel in der Charta der Vereinten  
Nationen an.  
Die AfD fordert eine strikte Einhaltung des Nichteinmi-  
schungsgrundsatzes in innere Angelegenheiten von Staaten,  
auch durch nichtstaatliche Akteure. Die AfD setzt sich dafür  
ein, dass die Rolle der OSZE bei der Stabilisierung von  
Krisenregionen in Europa und seiner Peripherie ausgebaut  
wird.  
Der internationale islamische Terrorismus ist eine ernste  
Bedrohung der internationalen Staatengemeinschaft. Seine  
Entstehung und Ausbreitung muss mit allen zur Verfügung  
stehenden legalen Mitteln bekämpft werden.  
3.2 Das Verhältnis zu wichtigen Staaten  
ändert sich  
Die USA sind der wichtigste Bündnispartner Deutschlands.  
Leitbild einer interessengeleiteten deutschen Außen- und  
Sicherheitspolitik ist die Gleichberechtigung beider Partner.  
Die zunehmende Fokussierung der USA auf den pazifischen  
und ostasiatischen Raum erfordert eine autonome deutsche  
Sicherheitsstrategie.  
Im Einklang mit den langjährigen Forderungen der USA  
nach einer gerechten Verteilung der Lasten und den europä-  
ischen Bestrebungen nach mehr Mitsprache in der NATO ist  
es nur folgerichtig und in deutschem Interesse, den euro-  
päischen Einfluss in der NATO zu stärken. Die NATO muss  
wieder ein reines Verteidigungsbündnis werden. Die Landes-  
verteidigung ist durch die europäischen Staaten weitgehend  
eigenständig zu gewährleisten.  
Die Schaffung einer EU-Armee oder den Einsatz deut-  
scher Streitkräfte für fremde Interessen lehnt die AfD ab.  
18 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Außen- und Sicherheitspolitik: Deutsche Interessen durchsetzen  
Eine Entspannung im Verhältnis zu Russland ist für die  
AfD Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden in Europa.  
Es liegt im deutschen Interesse, Russland in eine sicherheits-  
politische Gesamtstruktur einzubinden, ohne eigene Interes-  
sen und die unserer Bündnispartner außer Acht zu lassen.  
Die AfD tritt für die Beendigung der Sanktionspolitik ein.  
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland sollte  
vielmehr vertieft werden.  
Die Beziehungen zur Türkei sind dagegen erschüttert und  
müssen neu gestaltet werden.  
Die Türkei gehört kulturell nicht zu Europa. Die aktuel-  
len politischen Entwicklungen geben Anlass zur Sorge und  
zeigen, dass sich die Türkei noch weiter von Europa und der  
westlichen Wertegemeinschaft entfernt hat. Die Mitglied-  
schaft der Türkei in der NATO ist zu beenden, die Bundes-  
wehr aus Incirlik abzuziehen und alle direkt und indirekt an  
die Türkei im Rahmen internationaler, mulitilateraler und  
bilateraler Abkommen gewährten Geldleistungen umgehend  
zu stoppen.  
Die AfD lehnt ferner den Beitritt der Türkei zur EU ab und  
fordert das sofortige Ende aller Beitrittsverhandlungen.  
3.3 Deutschland muss sich selbst verteidigen  
Die AfD fordert die Rückkehr der Streitkräfte zur Einsatz-  
bereitschaft. Deren Aufgaben ergeben sich aus dem Grund-  
gesetz und der Bedrohungslage. Derzeit genügt die Bundes-  
wehr diesem Anspruch weder strukturell und personell noch  
materiell. Das ist angesichts der gegenwärtigen Bedrohung  
Europas und der geopolitischen Neuausrichtung der USA  
gefährlich und daher inakzeptabel.  
Die deutschen Streitkräfte sind so zu reformieren, dass  
deren Einsatzbereitschaft auch bei Einsätzen mit höchster  
Intensität gewährleistet ist. Dazu sind umfangreiche struk-  
turelle, personelle und materielle Veränderungen unabding-  
bar.  
Die Wehrpflichtarmee hat der Bundesrepublik Deutsch-  
land über mehr als fünf Jahrzehnte gute Dienste geleistet.  
Rechtfertigung der Wehrpflicht ist die Bedrohungslage, die  
sich in absehbarer Zeit nicht ändern wird. Die allgemeine  
Wehrpflicht verwurzelt die Streitkräfte in der Gesellschaft.  
Dazu könnte der Wiederaufbau von Heimatschutzkräften  
oder ein Milizsystem nach Schweizer Vorbild mit kurzer  
Präsenzpflicht geeignet sein.  
Die AfD fordert die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht.  
3.4 Die AfD fordert eine nationale  
Sicherheitsstrategie  
Die AfD plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz beim  
Schutz von Staat, Wirtschaft und Bürgern. Dazu gehören  
sowohl militärische als auch zivile Komponenten. Wissens-  
und Technologiediebstahl müssen verhindert werden. Im  
Zeitalter hybrider Bedrohungen und von „Cyberangriffen“  
durch staatliche und nichtstaatliche Akteure sowie durch  
Terrorismus gewinnt eine zivil-militärische Zusammenarbeit  
an Bedeutung. Die gesamte Versorgung und Verwaltung des  
Landes hängen von einer widerstandsfähigen Infrastruktur  
ab. Staat und Bürger müssen gegen gewaltbereite Akteure,  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Außen- und Sicherheitspolitik: Deutsche Interessen durchsetzen 19  
die sich bereits legal oder illegal im Land befinden, geschützt  
werden. Zu erreichen ist dies durch neue dezentralisierte  
Strukturen mit zentraler Koordination und allzeit verfügbare  
schnelle Reaktionskräfte.  
Die AfD fordert eine nationale Sicherheitsstrategie mit  
einer jährlich stattfindenden Debatte zur deutschen Sicher-  
heitspolitik im Bundestag sowie einer entsprechenden Regie-  
rungserklärung des Bundeskanzlers.  
Das Schengen-Abkommen betrachten wir als gescheitert, da  
eine wirksame Kontrolle der Außengrenzen nicht gegeben ist.  
Es muss deshalb wieder ein deutscher Grenzschutz auf-  
gebaut werden, der die Staatsgrenzen zu schützen vermag,  
wobei der freie Personen- und Güterverkehr zu gewährleis-  
ten ist.  
3.5 Deutschland soll seine wirtschaftlichen  
Stärken ausbauen  
Die AfD fordert die Wahrnehmung deutscher Wirtschaftsin-  
teressen im gleichen Maß wie auch andere Länder ihre eigenen  
Interessen vertreten. Die Förderung der Außenwirtschaft muss  
auf Regierungsebene hohe Priorität genießen.  
Die AfD fordert den diskriminierungsfreien Zugang zu aus-  
ländischen Import- und Exportmärkten für deutsche Unter-  
nehmen. Dazu gehören auch der Zugang zu Rohstoffen und die  
Freiheit der Handelswege.  
Verlässliche Handelsregeln zu erhalten und nach den Inte-  
ressen unseres Landes weiterzuentwickeln, ist Kernaufgabe  
deutscher Außenwirtschaftspolitik.  
Wir fordern außerdem eine stärkere Kontrolle und Berück-  
sichtigung gesamtwirtschaftlicher deutscher Interessen, wenn  
ausländische Konzerne eine deutsche Firma übernehmen  
wollen. Gegebenenfalls ist die Übernahme zu unterbinden.  
Dies gilt insbesondere, wenn staatlich kontrollierte ausländi-  
sche Unternehmen beteiligt sind oder der Abfluss wichtiger  
Technologien zu befürchten ist.  
Der Ausverkauf von Wissen, das in unserem Land in Gene-  
rationen aufgebaut wurde, muss beendet werden.  
Die Anmaßung supranationaler Gerichte ist zu beenden.  
Im Ausland verhängte Strafzahlungen in volkswirtschaftli-  
chen Dimensionen bedrohen deutsche Unternehmen in ihrer  
Existenz. Wir werden auf der politischen Ebene gegen solche  
gezielte Zerstörung deutscher Unternehmen intervenieren.  
Die Interessen unserer Bürger im Gesundheits- und Ver-  
braucherschutz, im Tier- oder Naturschutz müssen in einer  
globalisierten Welt vertreten werden. Dafür brauchen wir  
hohe Schutzstandards und einen eindeutigen Umgang mit  
unterschiedlichen Standards.  
Wir wollen multilaterale Handelsabkommen im Rahmen  
der Welthandelsorganisation (WTO). Bilaterale Handelsver-  
träge sollen nur abgeschlossen werden, wenn multilaterale  
Handelsverhandlungen nicht durchführbar sind. Investitions-  
schutzverträge sollen nur abgeschlossen werden, wenn sie  
20 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Außen- und Sicherheitspolitik: Deutsche Interessen durchsetzen  
auch deutsche Unternehmen gegen unsichere Rechtsverhält-  
nisse absichern. Alle Abkommen müssen in transparenten  
Verfahren verhandelt werden.  
Die AfD lehnt aus den dargelegten Gründen CETA, TISA  
und TTIP ab.  
Dort, wo im Freihandel die Märkte versagen, soll die Han-  
delspolitik korrigierend eingreifen. Mit einer strategischen  
Handelspolitik nehmen wir die Interessen unserer Bürger  
wahr und schützen ihre Arbeitsplätze im globalen Wettbe-  
werb. Die AfD fordert die Bündelung der Außenwirtschafts-  
förderung im Bundesministerium für Wirtschaft.  
3.6 Entwicklungspolitik: Stabilität als Sicherheits-  
und Wirtschaftsinteresse  
Nach 50 Jahren Entwicklungspolitik ist das Ergebnis er-  
nüchternd. Beispielsweise ist Afrika heute trotz (oder wegen)  
aller Hilfen nur mit rund zwei Prozent am Welthandel be-  
teiligt. Durch das rapide Bevölkerungswachstum werden die  
Ergebnisse der Entwicklungspolitik wieder zunichtegemacht.  
Die AfD fordert einen grundsätzlichen Strategiewechsel in  
der Entwicklungspolitik.  
Dabei sollten die deutsche und die europäische Entwick-  
lungshilfepolitik sich bewusst sein, dass die Dimension des  
afrikanischen Problems (2015 1,2 Milliarden Einwohner;  
2050 prognostizierte 2,4 Milliarden Einwohner) so gewaltig  
ist, dass auch durch eine optimierte Entwicklungshilfepolitik  
dem Kontinent von außen nicht nachhaltig geholfen werden  
kann.  
Die AfD tritt für einen weiter gefassten Ansatz in der Ent-  
wicklungspolitik ein, welcher auch deutschen Sicherheits-  
und Wirtschaftsinteressen Rechnung trägt.  
Partnerländer und Projekte müssen unter Berücksichti-  
gung von Erfolgspotenzial, Nachhaltigkeit und des mögli-  
chen Eigenanteils ausgewählt werden. Hilfe soll primär Hilfe  
zur Selbsthilfe sein.  
Wenn Länder in die Lage versetzt werden, sich aus eigener  
Kraft weiterzuentwickeln, verringert dies den Anreiz, nach  
Europa und insbesondere Deutschland auszuwandern.  
Durch Massenzuwanderung wird die Instabilität Deutsch-  
lands und Europas verstärkt, ohne die Probleme in den  
Krisenregionen zu lösen.  
Die Entwicklungsländer müssen gerechter in das inter-  
nationale Handelssystem einbezogen werden mit Erleich-  
terungen für deren Ausfuhren in die Industrieländer und  
einem angemessenen Schutz für den Aufbau der eigenen  
Wirtschaftsentwicklung. Marktwirtschaftliche Strukturen in  
allen Bereichen sollen gefördert werden. Das bedeutet eine  
weitgehende Beteiligung der Privatwirtschaft an Entwick-  
lungsprojekten.  
Statt Finanztransfers fordern wir die Öffnung unserer  
Märkte für Produkte aus Entwicklungsländern. Zugleich  
wollen wir deutsche Unternehmer dabei unterstützen, in  
diese Länder zu investieren und dortige Unternehmer bei  
der Professionalisierung ihrer Tätigkeit fördern.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Außen- und Sicherheitspolitik: Deutsche Interessen durchsetzen 21  
K A P I T E L 4  
Innere Sicherheit  
Der Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der  
Berliner Gedächtniskirche war der vorläufige Tiefpunkt einer  
ganzen Serie von Ereignissen, die zeigen, dass es um unsere  
Sicherheit schlecht bestellt ist. Terror und Kriminalität sind  
keine Naturereignisse, die man kritiklos hinnehmen muss.  
Sie sind menschengemacht und haben Ursachen, die man  
bekämpfen kann. Genau das wollen wir tun.  
4.1 Wirksame Bekämpfung der Ausländer-  
kriminalität  
Der erhebliche Anteil von Ausländern gerade bei der  
Gewalt- und Drogenkriminalität führt derzeit viel zu selten  
zu ausländerrechtlichen Maßnahmen. Insbesondere können  
sich ausländische Kriminelle sehr häufig auf Abschiebungs-  
hindernisse berufen und sind auf diese Weise von Abschie-  
bung verschont.  
Wir fordern daher:  
Erleichterung der Ausweisung, insbesondere die Wieder-  
einführung der zwingenden Ausweisung auch schon bei  
geringfügiger Kriminalität  
Verhängung der Ausweisung bereits durch die Strafge-  
richte  
Ermöglichung der Unterbringung nicht abschiebbarer  
Krimineller im Ausland aufgrund bilateraler Vereinba-  
rungen mit geeigneten Staaten.  
Die Einbürgerung Krimineller ist zuverlässig zu verhin-  
dern durch:  
Verhinderung des Erwerbs der deutschen Staatsangehö-  
rigkeit durch bloße Geburt in Deutschland, weil hier-  
durch u.a. Angehörige krimineller Clans automatisch zu  
deutschen Staatsbürgern werden können  
Abschaffung des einklagbaren Anspruchs auf Einbürge-  
rung  
Verschärfung der Ausschlussgründe für Einbürgerung  
bei Kriminalität  
In folgenden Fällen soll eine Rücknahme der  
Einbürgerung erfolgen:  
bei erheblicher Kriminalität innerhalb von zehn Jahren  
nach erfolgter Einbürgerung  
bei Mitwirkung in Terrororganisationen (z.B. IS)  
bei Zugehörigkeit zu kriminellen Clans und zwar auch  
dann, wenn die Rücknahme der Einbürgerung zur Staa-  
tenlosigkeit führt  
Hierzu ist Art. 16 Abs. 1 GG entsprechend zu ändern.  
4.2 Vollstreckung im Ausland  
Zur Entlastung der innerdeutschen Justizvollzugsanstal-  
ten, aber auch zur Erhöhung der Abschreckungswirkung des  
Strafvollzuges, sind für ausländische Straftäter durch Verein-  
barungen mit ausländischen, möglichst heimatnahen Staaten  
dort Vollzugsanstalten einzurichten, die den Anforderungen  
der EMRK entsprechen, unter deutscher Leitung und der An-  
wendung deutschen Rechts stehen und zu denen jederzeitiger  
Zugang zu dienstlichen Zwecken ebenso möglich ist wie der  
Besuch von Angehörigen und Rechtsanwälten.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Innere Sicherheit 23  
4.3 Jugendstrafrecht  
Die Sicherheitslage verschärft sich vor allem in Ballungs-  
gebieten dramatisch. Eine besondere Rolle hierbei spielen  
gerade junge Täter, denen derzeit ein geradezu zahnloses  
Recht gegenübersteht. Erzieherische Erfolge in diesem  
Segment lassen sich erfahrungsgemäß nur durch sofortige  
Inhaftierung der Täter schwerer Delikte erreichen.  
Wir fordern daher eine entsprechende Änderung der ein-  
schlägigen Gesetze, insbesondere des Haftrechts. Wegen der  
immer früher einsetzenden kriminellen Entwicklung muss  
das Strafmündigkeitsalter auf zwölf Jahre abgesenkt und mit  
dem Erreichen der Volljährigkeit auch das Erwachsenen-  
strafrecht Anwendung finden.  
4.4 Reform der Polizei  
Die öffentliche Sicherheit ist trotz großen persönlichen  
Einsatzes der Polizeibeamten in Bund und Ländern nicht an-  
gemessen gewährleistet: Personalmangel, strukturelle Unzu-  
länglichkeiten, unzureichende Ausrüstung und Bewaffnung  
treffen auf schlechte Bezahlung und zum Teil empörend mi-  
serable soziale Absicherung. Durch höchst unterschiedliche  
Arbeitsbedingungen machen sich Bund und Länder zudem  
untereinander Konkurrenz und jagen sich gegenseitig die  
besten Beamten ab. Damit muss endlich Schluss sein.  
Die AfD fordert daher:  
Neustrukturierung der Bundespolizeien unter einheitli-  
cher Führung  
Überführung der Bereitschaftspolizeien der Länder in  
die Bundespolizei  
Wiederbelebung des Einsatzes von Wehrpflichtigen im  
Grenzdienst  
Gleiche Besoldung bundesweit durch eine eigene Besol-  
dungsordnung für Polizei, Soldaten und Rettungsdienste  
mit einer der jeweiligen Gesundheits- bzw. Lebensge-  
fährdung angemessenen Zusatzvergütung  
Bezahlte Überstunden und Sondereinsätze  
Bundeseinheitliche Uniformen  
Bundeseinheitliche, modernste und lageangepasste Be-  
waffnung und Ausrüstung (u.a. Bodycam, Taser)  
Bundeseinheitliche Dienstvorschriften  
Wiederherstellung der freien Heilfürsorge mit privatärzt-  
licher Behandlung  
Übernahme von Dienstunfähigkeits- und Diensthaft-  
pflichtversicherung durch den Dienstherrn  
Witwen- und Waisenrenten in Höhe der Pensions-  
ansprüche des Endamtes bei Tod durch qualifizierten  
Dienstunfall  
4.5 Bessere Fahndungsmöglichkeiten  
Für die Verbesserung der Fahndungsmöglichkeiten sollen  
die Polizeibehörden an kriminalitätsneuralgischen öffent-  
lichen Plätzen und Gebäuden eine Videoüberwachung mit  
Gesichtserkennungssoftware einsetzen können. Bei der  
Fahndung nach unbekannten Tätern soll es erlaubt werden,  
vorhandenes DNA-Spurenmaterial auch auf körperliche und  
biogeografische Merkmale der gesuchten Person untersu-  
chen zu lassen, um so zielgerichtete Fahndungsmaßnahmen  
zu ermöglichen.  
24 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Innere Sicherheit  
4.6 Organisierte Kriminalität bekämpfen  
Die Organisierte Kriminalität (OK) muss nachhaltig be-  
kämpft werden. Dazu gehört, Gewinne aus Straftaten besser  
abzuschöpfen und folgerichtig die bereits bestehenden recht-  
lichen Instrumente des Verfalls und der Einziehung besser  
zu nutzen. Die Mehrzahl der Täter im Bereich der Organi-  
sierten Kriminalität sind Ausländer. Sie auszuweisen, muss  
vereinfacht werden. Deshalb ist für diesen Personenkreis bei  
entsprechendem Verdacht die OK-Zugehörigkeit als Auswei-  
sungsgrund einzuführen.  
4.7 Sicherheit der Bürger verbessern  
Auf Vorschlag der EU-Kommission hat das EU-Parlament  
in Reaktion auf die Terroranschläge von Paris im November  
2015 die EU-Feuerwaffenrichtlinie geändert. Damit kommt  
es zu einer weiteren Verschärfung des Waffenrechts. Betrof-  
fen von der Verschärfung eines ohnehin schon restriktiven  
Waffenrechts sind vor allem legale Waffenbesitzer, Sport-  
schützen, Jäger und Waffensammler. Die illegalen Waffen,  
die für terroristische Anschläge benutzt werden, werden  
davon nicht erfasst. Die Umsetzung der EU-Feuerwaffen-  
richtlinie lehnen wir ab. Der Erwerb des Waffenscheins für  
gesetzestreue Bürger ist zu erleichtern.  
Gleichzeitig fordern wir eine Erhöhung des Mindest-  
strafmaßes für „gefährliche Körperverletzung mittels eines  
gefährlichen Werkzeugs“ (§ 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB, also bei  
Verwendung eines Messers oder eines ähnlichen Gegenstan-  
des, auf Freiheitsstrafe von einem Jahr (statt bisher sechs  
Monaten oder drei in minderschweren Fällen).  
4.8 Abmahnvereine abschaffen  
Die Durchsetzung des Rechts ist Sache des Staates. Dieser  
hat das Gewaltmonopol und muss dafür Sorge tragen, dass  
das Recht korrekt angewandt wird.  
Der Abmahnindustrie, die das Urheberrecht missbraucht,  
um von unbescholtenen Bürgern im Internet jährlich Milli-  
onenbeträge abzukassieren, will die AfD einen gesetzlichen  
Riegel vorschieben.  
4.9 Erstattungsfähigkeit vorgerichtlicher  
Inkassokosten gesetzlich unterbinden  
Inkassobüros stellen Schuldnern regelmäßig horrende  
Kosten dafür in Rechnung, dass sie Gläubigern deren urei-  
gene Arbeit der Schuldnerverwaltung und vorgerichtlicher  
Forderungsbeitreibung abnehmen. Dem soll – mit Ausnah-  
me zugunsten der rechtsberatenden Berufe – ein Riegel vor-  
geschoben werden. Im deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch  
(BGB) gilt der Grundsatz, dass der jeweilige Gläubiger einer  
Forderung diese selbst zu verwalten und gegebenenfalls auch  
beizutreiben hat: Das Mahnwesen unterfällt dem originä-  
ren Geschäftsbereich eines kaufmännisch eingerichteten  
Gewerbebetriebs. Die durch Einschaltung eines Inkassoun-  
ternehmens verursachten Kosten sind dem Schuldner daher  
grundsätzlich nicht zuzurechnen. Grundsätzlich obliegt das  
Forderungsmanagement dem Gläubiger auf eigene Kosten  
selbst. Gleichwohl werden in der Praxis unter Ausnutzung  
von Regelungslücken in der Rechtsprechung Schuldnern  
nach wie vor völlig überzogene Kosten für Inkassoleistun-  
gen bei der Forderungsbeitreibung, auch zu Zwecken der  
Einschüchterung, in Rechnung gestellt. Die AfD fordert eine  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Innere Sicherheit 25  
gesetzliche Regelung, dass die Beitreibung von Forderungen  
als originäre Aufgabe eines jeden Gläubigers keinesfalls dem  
Schuldner durch Einschaltung Dritter, insbesondere von  
Inkassobüros, aufgebürdet werden darf. Dies gilt nur inso-  
weit nicht, als die Einschaltung eines Rechtsanwaltes ins-  
besondere zur Vorbereitung einer gerichtlichen Beitreibung  
unabdingbar erforderlich ist. Dessen Gebühren sind bereits  
gesetzlich im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz geregelt.  
26 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Innere Sicherheit  
K A P I T E L 5  
Asyl braucht Grenzen:  
Zuwanderung und Asyl  
5.1 Die demografischen Probleme Europas  
und Afrikas  
Während die europäische Bevölkerung überaltert und  
schrumpft, explodiert die Bevölkerungszahl in Afrika und in  
den arabisch-muslimischen Ländern des Nahen und Mittleren  
Ostens. In Afrika bekommt jede Frau im Durchschnitt 4,5  
Kinder. Gleichzeitig nimmt die Kindersterblichkeit dank inter-  
nationaler Hilfe stark ab. Die Geburtenrate in Europa liegt  
demgegenüber bei 1,6 – in Deutschland sogar nur bei 1,4.  
Dies bedeutet, dass in der Zeit bis 2050 die Population  
Afrikas, einschließlich aller arabischen Länder, von heute 1,2  
Milliarden Menschen auf 2,4 Milliarden wachsen wird. Die  
derzeit in Europa lebenden rund 590 Millionen Menschen  
werden sich im gleichen Zeitraum zahlenmäßig auf ca. 540  
Millionen verringern, wovon ein Drittel über 60 Jahre alt  
sein wird.  
Im Verhältnis zum wohlhabenden Europa stellt Afrika  
ein Armenhaus der Welt dar. Aus beiden Ursachen – dem  
Bevölkerungswachstum Afrikas und dem Wohlstandsgefälle  
zu Europa – entsteht ein Wanderungsdruck, der Dimensi-  
onen einer Völkerwanderung hat. Sozialgeografische Fach-  
leute sind seit langem in der Lage, diesen Wanderungsdruck  
zu quantifizieren. Im arabischen Raum werden 23 Prozent  
der Bevölkerung als auswanderungswillig eingeschätzt, in  
Afrika unterhalb der Sahara etwa 37 Prozent. In absoluten  
Zahlen sind dies derzeit rund 350 Millionen wanderungs-  
willige Menschen, überwiegend junge Männer. Bis 2050  
wird sich deren Zahl auf rund 950 Millionen erhöhen. Eine  
zunehmende Zahl sogenannter „Failed States“ und fehlende  
Geburtenkontrollen tragen ihren Teil zu dieser schier unlös-  
baren Situation bei.  
Vor diesem Problemhintergrund ist offensichtlich, dass  
Wanderungsbewegungen von Afrika nach Europa im zu  
erwartenden Umfang unseren Kontinent in wenigen Jahren  
destabilisieren können. Pauschale Zuwanderungsquoten für  
einen Teil der auswanderungswilligen Bevölkerungen sind  
ethisch nicht zu verantworten, weil damit gleichzeitig die  
große Mehrheit abgewiesen wird. Politische Forderungen in  
dieser Hinsicht sind daher pseudohumanitär und selbstzer-  
störerisch. Individuelle Schutz- und Asylgarantien wurden  
1949 für verfolgte Einzelpersonen geschaffen. Sie verspre-  
chen unter den heutigen Bedingungen der massenhaften,  
globalisierten Wanderungsbewegungen Unmögliches. Sie  
können nicht aufrechterhalten werden.  
Ziel der AfD ist Selbsterhaltung, nicht Selbstzerstörung  
unseres Staates und Volkes.  
Die Zukunft Deutschlands und Europas muss langfristig  
gesichert werden. Wir wollen unseren Nachkommen ein  
Land hinterlassen, das noch als unser Deutschland erkenn-  
bar ist.  
5.2 Zuwanderung muss nach unseren Regeln  
stattfinden  
Die Zuwanderung kann die Probleme der sozialen Siche-  
rungssysteme, die in Deutschland durch den Geburtenrück-  
gang entstanden sind und in Zukunft in verschärfter Form  
in Erscheinung treten werden, nicht lösen. Vielmehr werden  
die bestehenden Probleme durch die derzeitige Art und das  
Ausmaß der Zuwanderung verschärft.  
28 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Asyl braucht Grenzen: Zuwanderung und Asyl  
Die Grenzen müssen umgehend geschlossen werden, um  
die ungeregelte Massenimmigration in unser Land und seine  
Sozialsysteme durch überwiegend beruflich unqualifizierte  
Asylbewerber sofort zu beenden.  
Eine erfolgreiche Anpassung all dieser Menschen, darunter  
ein beträchtlicher Anteil von Analphabeten, ist unmöglich.  
Wir brauchen über mehrere Jahre diesbezüglich eine Minus-  
zuwanderung.  
Vorrang vor Zuwanderung haben familien- und bevölke-  
rungspolitische Maßnahmen, insbesondere eine „aktivieren-  
de Familienpolitik“, aber auch die Reduzierung der Abwan-  
derung qualifizierter Arbeitskräfte aus Deutschland.  
Wir wollen selbst entscheiden, wer zu uns kommt, und  
ausschließlich qualifizierten Zuzug nach Bedarf zulassen.  
Über Qualität und Quantität einer Einwanderung selbst zu  
bestimmen, ist herausragendes Merkmal staatlicher Souve-  
ränität; das muss auch für Deutschland gelten.  
Einen Asylantrag soll nur stellen dürfen, wer seine Iden-  
tität nachweist. Alle abgelehnten Asylbewerber sind in ihre  
Herkunftsländer zurückführen. Der Bund soll dafür zu-  
ständig werden, um eine einheitliche Verwaltungspraxis zu  
gewährleisten und die Verweigerungshaltung nicht koopera-  
tiver Bundesländer zu überwinden. Wir fordern zudem eine  
jährliche Mindestabschiebequote.  
Sollten sich die Herkunftsländer weigern, ihre Bürger  
wieder einreisen zu lassen, muss auf diese Länder Druck  
ausgeübt werden, zum Beispiel durch die Einstellung der  
Entwicklungshilfe. Hilfsweise müssen die Migranten in auf-  
nahmebereite Drittstaaten überführt werden.  
5.3 Die Türkei gehört nicht in die EU  
Einen EU-Beitritt der Türkei lehnen wir ebenso strikt ab  
wie Visaerleichterungen oder gar Visafreiheit für türkische  
Staatsbürger.  
Privilegien für türkische Staatsangehörige, die auf längst  
überholten Verträgen beruhen – z.B. Kranken-Mitversiche-  
rung von Eltern im Sozialversicherungsabkommen oder ihre  
ausländerrechtliche Bevorzugung nach dem sogenannten  
Assoziationsratsbeschluss 1/80 – müssen beendet werden.  
Das ganze entsprechende Abkommen der EU mit der Türkei  
aus dem Jahr 1963 ist aufzukündigen.  
5.4 Keine weitere Einwanderung in die  
Sozialsysteme  
Das hohe Niveau der deutschen Sozialleistungen zieht  
sowohl aus anderen EU-Staaten als auch aus Drittstaaten  
zahlreiche Armutszuwanderer an. Hierbei werden die Frei-  
zügigkeit in der EU bzw. das Asylrecht missbraucht, um sich  
Zugang zum Sozialsystem zu verschaffen. Diesem Miss-  
brauch wollen wir einen Riegel vorschieben:  
Sozialleistungen sollen Ausländern aus EU-Mitgliedsstaa-  
ten erst dann gewährt werden, wenn diese zuvor vier Jahre  
versicherungspflichtig in Deutschland beschäftigt waren  
und ihren Lebensunterhalt damit vollständig selbst decken  
konnten.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Asyl braucht Grenzen: Zuwanderung und Asyl 29  
Sozial- und Gesundheitsleistungen für Asylbewerber dür-  
fen keine Anreizwirkung entfalten und sind auf das unbe-  
dingt notwendige Maß zu beschränken. Es muss der Grund-  
satz gelten: „Sachleistungen vor Geldleistungen“.  
5.5 Zuflucht in der Herkunftsregion statt  
ungebremster Massenmigration nach Deutschland  
Der massenhafte Missbrauch des Asylgrundrechts muss  
durch eine Grundgesetzänderung beendet werden. Aus  
demselben Grund müssen die veraltete Genfer Flüchtlings-  
konvention und andere supra- und internationale Abkom-  
men neu verhandelt werden – mit dem Ziel ihrer Anpassung  
an die Bedrohung Europas durch Bevölkerungsexplosionen  
und Migrationsströme der globalisierten Gegenwart und  
Zukunft.  
Wir fordern die nationale Souveränität bei jeder Form  
der Zuwanderung.  
Das „Gemeinsame europäische Asylsystem“ (GEAS)  
lehnen wir ab. Die europäische Zusammenarbeit soll sich  
im Wesentlichen auf die Sicherung der europäischen Außen-  
grenze konzentrieren. Asylanträge sind deshalb außerhalb  
Europas zu stellen. Wo immer europäisches Recht diesen  
Prämissen entgegensteht, muss es geändert oder aufgehoben  
werden.  
Die AfD bekennt sich dazu, ökonomische Fluchtursachen  
zu vermeiden, auch wenn dies für die westliche Wirtschaft  
zunächst Nachteile mit sich bringen könnte.  
Durch ausreichende Erhöhung der Mittel der UNHCR für  
Flüchtlingszentren in heimat- und kulturnahen Regionen  
soll bereits geflohenen Menschen eine sichere Aufnahme-  
möglichkeit geboten werden.  
Die europäische Grenzschutzagentur Frontex und die  
Bundeswehr müssen ihre Schlepper-Hilfsdienste auf dem  
Mittelmeer beenden und alle Flüchtlingsboote an ihre Aus-  
gangsorte zurückbringen, anstatt die Passagiere nach Europa  
zu befördern.  
Wo das rechtlich oder tatsächlich nicht möglich ist, sind  
sie nach dem australischen Vorbild ausnahmslos in außer-  
europäische Aufnahmezentren zu überführen.  
Wir fordern strenge Kontrollen an den deutschen Grenz-  
übergängen wie auch die Bewachung der grünen Grenze  
durch integrierte Sicherungssysteme, zu denen auch Zäune  
gehören können.  
5.6 Sichere Identifizierung von Asylbewerbern  
ermöglichen  
Die AfD fordert die Schaffung der rechtlichen und techni-  
schen Voraussetzungen, um allen Behörden länderübergrei-  
fend die Möglichkeit zu geben, sich innerhalb kürzester Zeit  
zweifelsfrei davon überzeugen zu können, ob eine Person  
schon andernorts unter abweichenden Personalien regist-  
riert ist.  
30 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Asyl braucht Grenzen: Zuwanderung und Asyl  
5.7 Kein Familiennachzug in unsere Sozialsysteme  
Die Anerkennungsquote für Asylbewerber ist seit 2014 von  
unter 30 Prozent auf aktuell fast 70 Prozent angestiegen,  
obwohl die wenigsten aus Kriegsgebieten kommen und alle  
über sichere Drittstaaten einreisen. In diesen Fällen besteht  
sowohl nach Art. 16a Grundgesetz wie auch nach geltendem  
internationalen Recht kein Schutzanspruch. Die entgegen-  
stehende tägliche Anerkennungspraxis in Deutschland findet  
statt, obwohl durch die Grundgesetzreform diese Art der  
Immigration unterbunden werden sollte. Diese Praxis muss  
sofort beendet werden.  
Um die Verantwortlichen für die ab September 2015  
geduldete Massenzuwanderung zur Rechenschaft zu ziehen,  
werden wir die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses  
im Bundestag verlangen.  
Jedem anerkannten Asylbewerber folgen ein bis vier Fa-  
milienangehörige. Die Mehrheit dieser Menschen wird mit  
hoher Sicherheit dauerhaft von Sozialleistungen leben.  
Wir lehnen jeglichen Familiennachzug für Flüchtlinge ab,  
da die deutschen Sozialsysteme diese Lasten nicht tragen  
können.  
Entfällt der Fluchtgrund im Herkunftsland anerkannter  
Flüchtlinge, endet in aller Regel deren Aufenthaltserlaubnis.  
Sie müssen zurückkehren. Insbesondere der Schutz vor Bür-  
gerkrieg ist rein temporär ausgelegt und darf nicht zu einer  
Einwanderung durch die Hintertür führen.  
Führen diese Maßnahmen nicht mindestens zu einer  
Null-Zuwanderung, muss ein Gesetz eine absolute Belas-  
tungsgrenze definieren, ab deren Erreichen zum Schutz  
Deutschlands keinerlei Asylbewerber mehr aufgenommen  
werden.  
Die astronomischen Kosten der Massenzuwanderung müs-  
sen transparent und lückenlos über alle staatlichen Ebenen  
ausgewiesen und in einem übergreifenden „Flüchtlingshaus-  
halt“ unter demokratische Kontrolle gestellt werden.  
5.8 Die Kosten für unbegleitete minderjährige  
Ausländer explodieren  
Unbegleitete, angeblich minderjährige Ausländer (UMA)  
missbrauchen das Ausländer- und Asylrecht. Fast alle von  
ihnen sind männlich, und zwischen 50 Prozent und 80 Pro-  
zent derer, die sich als minderjährig ausgeben, sind tatsäch-  
lich volljährig. Ihre Kriminalitätsrate ist unverhältnismäßig  
hoch, der Staat ist wehrlos. Sie dienen als sogenannte Anker-  
kinder zum späteren Nachzug ihrer Familien.  
2015 wurden in Deutschland 67.000 dieser als minderjäh-  
rig eingestuften Ausländer neu registriert, 2016 erneut über  
50.000. Bei Kosten von durchschnittlich 60.000 bis 80.000  
Euro pro UMA und Jahr entstehen schon heute jährliche  
Kosten nur für diese Personengruppe von schätzungsweise  
sechs bis zehn Milliarden Euro. Diese Missstände wollen wir  
beenden und fordern  
obligatorische Altersuntersuchungen in Zweifelsfällen,  
den Ausschluss von Familiennachzug  
und den ausnahmslosen Übergang ins Asylverfahren  
bei Erreichen der Volljährigkeit.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Asyl braucht Grenzen: Zuwanderung und Asyl 31  
5.9 Anpassung ist die Aufgabe des Einwanderers,  
nicht der „Gesellschaft“  
Jeder Migrant oder Einwanderer, dem wir ein dauerhaftes  
Bleiberecht zugestehen, hat eine Bringschuld, sich seiner  
neuen Heimat und der deutschen Leitkultur anzupassen,  
nicht umgekehrt.  
Die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung darf  
nur derjenige erhalten, an dessen dauerhaft erfolgreicher  
Assimilation und Loyalität zu seiner neuen Heimat keine  
Zweifel bestehen.  
Eine Absenkung der schulischen und beruflichen Anfor-  
derungen, um Einwanderern die Anpassung an das hiesi-  
ge Bildungsniveau und den Zugang zum Arbeitsmarkt zu  
erleichtern, darf es nicht geben.  
5.10 Staatsbürgerschaft durch Abstammung.  
Beendigung der doppelten Staatsbürgerschaft  
Das Geburtsortsprinzip (Erwerb der deutschen Staatsan-  
gehörigkeit allein durch Geburt in Deutschland, auch wenn  
kein Elternteil Deutscher ist) wollen wir wieder aus dem  
Gesetz streichen und zum Abstammungsprinzip, wie es bis  
zum Jahr 2000 galt, zurückkehren.  
Die doppelte Staatsbürgerschaft soll auf wohlbegründete  
Sonderfälle beschränkt werden.  
Die Zugehörigkeit zu ausländischen Terrororganisationen  
führt zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit.  
32 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Asyl braucht Grenzen: Zuwanderung und Asyl  
K A P I T E L 6  
Der Islam im Konflikt mit der  
freiheitlich-demokratischen  
Grundordnung  
6\. Der Islam im Konflikt mit der freiheitlich-  
demokratischen Grundordnung  
Der Islam gehört nicht zu Deutschland. In der Ausbreitung  
des Islam und der Präsenz von über 5 Millionen Muslimen,  
deren Zahl ständig wächst, sieht die AfD eine große Gefahr  
für unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Werte-  
ordnung. Altkanzler Schmidt hat in seiner politischen Bilanz  
diesen Umstand richtig erkannt und bereits 2008 formu-  
liert: „Wer die Zahlen der Muslime in Deutschland erhöhen  
will, nimmt eine zunehmende Gefährdung unseres inneren  
Friedens in Kauf.“  
Ein Islam, der unsere Rechtsordnung nicht respektiert  
oder sogar bekämpft und einen Herrschaftsanspruch als  
alleingültige Religion erhebt, ist mit der freiheitlich-demo-  
kratischen Grundordnung Deutschlands nicht vereinbar.  
Viele Muslime leben rechtstreu (und integriert) und sind  
geschätzte Mitglieder unserer Gesellschaft. Die AfD will  
jedoch verhindern, dass sich abgeschottete islamische Paral-  
lelgesellschaften weiter ausbreiten, in welchen muslimische  
,,Friedensrichter“ Rechtsvorschriften der Scharia anwenden  
und das staatliche Monopol der Strafverfolgung und Recht-  
sprechung unterlaufen.  
Die AfD erkennt uneingeschränkt die Glaubens-, Gewis-  
sens- und Bekenntnisfreiheit an. Sie fordert jedoch, der  
Religionsausübung (gemäß Art. 140 GG i.V.m. Art. 136 Abs. 1  
Weimarer Reichsverfassung) Schranken zu setzen durch  
staatliche Gesetze, die Menschenrechte und unsere Werte.  
Staatliches Recht steht im säkularen Staat über religiösen  
Geboten und Traditionen. Islamkritik, auch religiöse Satire  
(und Karikaturen), sind im Rahmen der allgemeinen Gesetze  
rechtmäßig. Sie sind Ausfluss des Grundrechts der freien  
Meinungsäußerung und der Kunstfreiheit.  
Einer Diffamierung rationaler Religionskritik als „Isla-  
mophobie“ oder „Rassismus“ tritt die AfD entgegen. Wir  
fordern jedermann dazu auf, solche Polemik durch intellek-  
tuellen Diskurs zu ersetzen.  
Verfassungsfeindlichen Vereinen, die nach Art. 9 Abs. 2  
Grundgesetz zu verbieten sind, ist der Bau und Betrieb von  
Moscheen wegen der konkreten Gefahr zu untersagen, dass  
Imame dort Lehren verbreiten, die zu einer gegen unsere  
Rechtsordnung gerichteten politisch-religiösen Radikalisie-  
rung von Muslimen beitragen.  
Wir wollen verhindern, dass sich Muslime bis zum ge-  
waltbereiten Salafismus und Terror radikalisieren. Auch die  
Finanzierung des Baus und Betriebs von Moscheen durch  
islamische Staaten oder ausländische Geldgeber bzw. deren  
Mittelsmänner soll unterbunden werden.  
Islamische Staaten wollen durch den Bau und Betrieb  
von Moscheen den Islam in Deutschland verbreiten und  
ihre Macht vergrößern. Sie führen und unterstützen einen  
Kulturkrieg. So ist die Abhängigkeit der rund 900 Ditib-Mo-  
scheen und ihrer Imame vom staatlichen „Amt für Religiöse  
Angelegenheiten“ der Türkei (Diyanet) nicht hinnehmbar.  
Über die Ditib übt die autoritäre Türkei starken Einfluss auf  
viele in Deutschland lebende Bürger türkischer Herkunft  
aus. Sie behindert dadurch deren Anpassung an unsere Ge-  
sellschaft und gefährdet die Loyalität zu unserem Staat.  
34 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Der Islam im Konflikt mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung  
Das Minarett lehnt die AfD als islamisches Herrschafts-  
zeichen ebenso ab wie den Muezzin-Ruf, nach dem es außer  
dem islamischen Allah keinen Gott gibt. Es handelt sich hier-  
bei um religiösen Imperialismus.  
Minarett und Muezzin-Ruf stehen im Widerspruch zu  
einem toleranten Nebeneinander der Religionen, das die  
christlichen Kirchen, jüdischen Gemeinden und andere reli-  
giöse Gemeinschaften in der Moderne praktizieren.  
Imame müssen sich vorbehaltlos zu unserem Grundge-  
setz bekennen. Die Predigten in Moscheen in Deutschland  
sollen in deutscher Sprache gehalten werden. Imame, die  
gegen das Grundgesetz agitieren, erhalten ein Predigtverbot  
und werden bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen  
abgeschoben.  
Die islamtheologischen Lehrstühle an deutschen Universi-  
täten sind abzuschaffen und die Stellen der bekenntnisneut-  
ralen Islamwissenschaft zu übertragen.  
Die AfD lehnt es ab, islamischen Organisationen den Sta-  
tus einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu verleihen,  
weil sie die rechtlichen Voraussetzungen – eine ausreichen-  
de Repräsentanz, die Gewähr der Dauer und die Achtung  
des freiheitlichen Staatskirchenrechts – nicht erfüllen. Die  
Anerkennung der Religionsfreiheit, der weltanschaulichen  
Neutralität des Staates und der Gleichwertigkeit der Religio-  
nen, welche das Staatskirchenrecht verlangt, sind dem Islam  
fremd.  
Die AfD fordert ein allgemeines Verbot der Vollverschleie-  
rung in der Öffentlichkeit und im öffentlichen Dienst.  
Burka und Niqab errichten durch die Gesichtsverhüllung  
eine Barriere zwischen der Trägerin und ihrer Umwelt und  
erschweren damit das Zusammenleben in der Gesellschaft.  
Ein Verbot ist nach einem Urteil des Europäischen Gerichts-  
hofs für Menschenrechte von 2014 auch rechtmäßig.  
Im öffentlichen Dienst soll kein Kopftuch getragen werden,  
in Bildungseinrichtungen weder von Lehrerinnen noch von  
Schülerinnen in Anlehnung an das französische Modell.  
Der im Grundgesetz garantierten Gleichberechtigung von  
Frauen und Männern sowie der freien Entfaltung der Persön-  
lichkeit widerspricht das Kopftuch als religiös-politisches Zei-  
chen der Unterordnung von Muslimas unter den Mann. Das  
Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2015, nach dem  
ein generelles Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen  
verfassungswidrig sei, betrachtet die AfD als ein Hindernis  
für eine erfolgreiche Integrationspolitik.  
Die AfD verlangt, eine standesamtliche Eheschließung vor  
jeder religiösen Trauung rechtlich wieder für verbindlich zu  
erklären. Religiöse Trauungen können diese staatsrechtliche  
Voraussetzung zur Anerkennung einer Ehe nicht ersetzen.  
Das Verbot der religiösen Voraustrauung, etwa durch  
Imame, soll wieder in Kraft gesetzt und die Streichung der §§  
67 und 67a im Personenstandsgesetz von 2009 rückgängig  
gemacht werden. Nur so können wir der Imam-Ehe entge-  
genwirken, die unter Umgehung der standesamtlichen Trau-  
ung und oftmals unter Zwang die Polygamie, Kinderehe und  
Verwandtenehe ermöglicht. Im Ausland geschlossene Ehen  
gemäß dem Familienrecht der Scharia, die gegen unsere  
Gesetze und unsere Moralvorstellungen verstoßen, sollen in  
Deutschland rechtlich nicht anerkannt werden.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Der Islam im Konflikt mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung 35  
K A P I T E L 7  
Willkommenskultur für Kinder:  
Familienförderung und  
Bevölkerungsentwicklung  
Die dramatische Zunahme der Ehe- und Kinderlosigkeit  
und das Verschwinden normaler mittelgroßer Familien –  
von den etablierten Parteien längst als alternativlos hin-  
genommen – sorgen für eine Schrumpfung unserer ange-  
stammten Bevölkerung um mehr als 250.000 Personen pro  
Jahr, mit stark steigender Tendenz. Die AfD stemmt sich  
gegen diesen Trend zur Selbstabschaffung und will Deutsch-  
lands Gesellschaft von Grund auf familien- und kinder-  
freundlicher gestalten. Wir wollen das Land unserer Väter  
und Mütter nicht irgendjemandem hinterlassen, der dieses  
Erbe verschleudert oder ausplündert, sondern unseren  
Nachkommen, denen wir unsere Werte vorgelebt und mitge-  
geben haben. Stabile Familien sind die Mitte und Grundlage  
jeder sich selbst erhaltenden Gesellschaft, in der Wohlstand  
und sozialer Frieden herrschen und Werte weitergegeben  
werden.  
Deutschland braucht einen Paradigmenwechsel hin zu  
einer nationalen Bevölkerungspolitik. Familienpolitik soll  
deshalb den Maßstab für alle mit ihr verbundenen Poli-  
tikfelder setzen, insbesondere für die Sozial-, Steuer- und  
Bildungspolitik.  
7.1 Deutschland nicht abschaffen  
Der Erhalt des eigenen Staatsvolks ist vorrangige Aufgabe  
der Politik und jeder Regierung. Dies kann in der derzeitigen  
demografischen Lage Deutschlands nur mit einer aktivieren-  
den Familienpolitik gelingen.  
Deutschland braucht mehr stabile Familien mit mehr  
Kindern. Ohne ausgeglichene Geburtenbilanz ist der soziale  
Friede gefährdet, soweit er auf unserem Sozial-, Renten- und  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Willkommenskultur für Kinder: Familienförderung und Bevölkerungsentwicklung  
Gesundheitssystem beruht. Daher sind Maßnahmen zur mit-  
telfristigen Erhöhung der Geburtenrate der einheimischen  
Bevölkerung unverzichtbar, auch um unsere Sozialversiche-  
rungssysteme zu stabilisieren.  
Das „Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen  
und Jugend“ ist in ein „Bundesministerium für Familie und  
Bevölkerungsentwicklung“ umzuwandeln, das Bevölkerungs-  
entwicklung nach wissenschaftlichen Kriterien koordiniert  
und fördert.  
Eine kinderfreundliche Gesellschaft und der Erhalt des  
Staatsvolks sind daher als Staatsziel ins Grundgesetz aufzu-  
nehmen.  
7.2 Ehe und Familie stärken  
Die AfD will das vom Grundgesetz geschützte und bewähr-  
te Leitbild der Ehe und traditionellen Familie mit Kindern  
bewahren und stärken.  
Durch Aufklärung und Hilfen wollen wir junge Men-  
schen ermutigen und in die Lage versetzen, eine Familie zu  
gründen und zu erhalten. Wir wollen unnötige Hemmnisse  
beseitigen, damit stabile Ehen und Familien entstehen und  
bestehen bleiben. Hiermit wollen wir schon früh beginnen,  
indem anerkannte Regeln zu Partnerschaft und Familie,  
Haushaltsführung, Lebensschutz und Kindererziehung in  
Lehrplänen und Schulbüchern aller allgemeinbildenden  
Schulen wieder fester Bestandteil werden.  
37  
7.3 Kinder brauchen beide Eltern: Allein erziehen  
ist kein Idealfall  
Die Anzahl traditioneller Familien in Deutschland ist seit  
vielen Jahren rückläufig – die Zahl sogenannter „Alleiner-  
ziehender“ hat in den letzten Jahren dagegen stark zuge-  
nommen. Für Alleinerziehende und Kinder bedeutet diese  
Lebenssituation ein überdurchschnittliches Risiko, in relati-  
ver Armut zu leben. Trotz alarmierender Erkenntnisse über  
die Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung sprechen  
sich nahezu alle Parteien für eine bedingungslose Förde-  
rung Alleinerziehender aus. Eine Differenzierung, ob diese  
Lebenssituation schicksalhaft, durch Selbstverschulden oder  
auf Grund eigener Entscheidungen zustande gekommen ist,  
findet nicht statt. Die Entscheidung für die Lebensform „al-  
leinerziehend“ ist Privatsache – für eine daraus resultierende  
Bedürftigkeit haftet jedoch die Solidargemeinschaft.  
Die AfD möchte Alleinerziehenden helfen, ein eigenver-  
antwortliches Leben zu führen. Sie ist jedoch gegen jede  
finanzielle Unterstützung von Organisationen, die „Einel-  
ternfamilien“ als normalen, fortschrittlichen oder gar erstre-  
benswerten Lebensentwurf propagieren. Der Vorteil einer  
besonderen Unterstützung durch die Solidargemeinschaft  
sollte nur denjenigen Alleinerziehenden gewährt werden, die  
den anderen Elternteil nicht aus der Teilhabe an der Erzie-  
hungsverantwortung und praktischen Erziehungsleistung  
hinausdrängen.  
7.3.1 Mehr Gerechtigkeit bei Scheidungen  
Die Reform des Familienrechts von 1977 führte dazu, dass  
selbst Straftaten und schwerwiegendes Fehlverhalten gegen  
den Ehepartner bei der Bemessung finanzieller Ansprüche  
nach Trennung und Scheidung oft ohne Auswirkung bleiben.  
Eine derartige Rechtsprechung ist nicht geeignet, die Partner  
zu ehelicher Solidarität anzuhalten und beeinträchtigt die  
Stabilität bestehender Ehen.  
Schwerwiegendes Fehlverhalten gegen die eheliche Solida-  
rität muss bei den Scheidungsfolgen wieder berücksichtigt  
werden.  
7.3.2 Väter stärken  
Einer gezielten Politik für Männer und Väter, hat sich bis-  
lang keine Partei angenommen. Bei vielen getrennt leben-  
den Paaren leiden viele Väter unter den familienrechtlichen  
Bestimmungen, wünschen sich beispielsweise mehr Umgang  
mit ihren Kindern haben zu können.  
Wir wollen uns deshalb für die Rechte von Vätern stark  
machen.  
38 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Willkommenskultur für Kinder: Familienförderung und Bevölkerungsentwicklung  
7.4 Familiennahe Betreuung würdigen  
Kinder unter drei Jahren fühlen sich am wohlsten, wenn  
sie durch die eigenen Eltern betreut werden. Es muss wie-  
der möglich sein, dass eine Familie mit kleinen Kindern von  
einem Gehalt leben kann, so dass die Eltern frei zwischen  
Berufstätigkeit oder Erwerbspause entscheiden können.  
Der Staat muss dafür die elterliche Betreuung genauso  
finanziell unterstützen wie Kitas und Tagesmütter.  
Eltern, die ihre Kleinkinder selbst betreuen, erleben die  
Entwicklung ihrer Kinder unmittelbar, vermitteln Ihnen  
Herzensbildung und erhalten damit die körperliche und  
seelische Gesundheit ihrer Kinder. Sie leisten insofern einen  
wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und verdienen dafür  
Anerkennung. Im Anschluss an die Betreuungspause muss es  
ihnen ohne große Hürden möglich sein, ihren Beruf wieder  
aufzunehmen.  
Die AfD will auch die Fürsorge für pflegebedürftige Ange-  
hörige besser unterstützen. Diese Familienarbeit ist gleich-  
wertig und muss anerkannt werden wie jede andere berufli-  
che Tätigkeit.  
7.5 Schutz des ungeborenen Lebens  
Auch ungeborene Kinder haben ein Recht auf Leben. Viel  
zu oft wird dieses Recht der Selbstverwirklichung oder sozia-  
len Zukunftsängsten untergeordnet. Solchen Ängsten will die  
AfD durch konkrete Hilfen für Familien in allen Lebenslagen  
vorbeugen, insbesondere den lebensrettenden Ausweg der  
Adoption erleichtern und fördern.  
Bereits vorher muss aber die Gesellschaft in Familien,  
Schule und Medien den Respekt vor dem Leben und ein  
positives Bild von Ehe und Elternschaft vermitteln. Die  
Schwangerschaftskonfliktberatung muss tatsächlich dem  
Schutz des Lebens dienen. Wie vom Bundesverfassungsgericht  
zur Bedingung gestellt, ist regelmäßig die Wirksamkeit der  
Beratungsscheinregelung zu überprüfen. Gegebenenfalls ist  
durch gesetzliche Korrekturen ein wirksamer Lebensschutz zu  
gewährleisten.  
Um realistische Abtreibungszahlen erheben zu können,  
muss die Meldepflicht für Abtreibungen verbessert werden.  
Eine Unterlassung der Meldung seitens des ausführenden Arz-  
tes muss spürbare Sanktionen nach sich ziehen. Die Anonymi-  
tät der Schwangeren ist dabei zu gewährleisten.  
Wir lehnen alle Bestrebungen ab, die Tötung Ungeborener  
zu einem Menschenrecht zu erklären.  
7.6 Kinder willkommen heißen  
Eine Willkommenskultur für Kinder muss sich auch in kon-  
kreten Maßnahmen zeigen, mit denen wir vor allem Familien  
mit unterdurchschnittlichem Einkommen finanziell entlasten  
und so Mut zu Kindern machen wollen:  
Ehe-Start-Kredite mit Teilerlassen für Kinder sollen  
Ehepaare motivieren, eher mit der Familienplanung zu  
beginnen.  
Fahrtkosten und Zuzahlungen bei medizinisch notwen-  
digen Arztbesuchen für bedürftige Familien mit Kindern  
und werdende Eltern soll der Staat übernehmen.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Willkommenskultur für Kinder: Familienförderung und Bevölkerungsentwicklung 39  
Leistungen zur Teilhabe (Schulbus, Schulausstattung,  
Klassenfahrten,…) sollen leichter zugänglich werden.  
Anerkannte Freiwilligendienste (FSJ, FÖJ, BFD, IJFD  
u.a.), die einen wertvollen Beitrag zur Praxisbildung  
von Jugendlichen leisten, wollen wir großzügig fördern,  
so dass diese auch Kindern zugänglich werden, deren  
Eltern ein geringes Einkommen haben.  
Eltern soll ein längerer Anspruch auf Arbeitslosengeld I  
zustehen und ihre Neueinstellung durch Wiedereinglie-  
derungshilfen an den Arbeitgeber gefördert werden.  
Studenten und Auszubildenden, die während ihres Stu-  
diums bzw. ihrer Ausbildung oder kurz danach Eltern  
werden, wollen wir bei gutem Berufs- oder Studienab-  
schluss die BaFöG-Rückzahlung erlassen.  
Jugendliche in Ausbildung sollen einen Ausgleich für  
die von Kommunen erhobene Zweitwohnungssteuer  
erhalten.  
Familien, in denen Kinder erzogen werden, leisten einen  
ebenso wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der sozialen Si-  
cherungssysteme wie aktive Beitragszahler. Daher will die AfD  
durch einen umfassenden Leistungsausgleich eine Steuer-  
und Beitragsgerechtigkeit für Familien herstellen.  
Dazu gehört ein Familiensplitting, das über angemessene  
Freibeträge pro Familienmitglied zu einer spürbaren Entlas-  
tung von Familien führen soll.  
Kinder dürfen nicht länger ein Armutsrisiko sein.  
7.7 Für ein klares Familienbild – Gender-Ideologie  
ist verfassungsfeindlich  
Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Unter-  
schiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlecht-  
liche Identität in Frage. Sie will die klassische Familie als  
Lebensmodell und Rollenbild abschaffen. Damit steht sie in  
klarem Widerspruch zum Grundgesetz, das die (klassisch  
verstandene) Ehe und Familie als staatstragendes Insti-  
tut schützt, weil nur dieses das Staatsvolk als Träger der  
Souveränität hervorbringen kann. Die Gender-Ideologie  
widerspricht sowohl den wissenschaftlichen Erkenntnissen  
der Biologie und der Entwicklungspsychologie als auch der  
lebenspraktischen Alltagserfahrung vieler Generationen.  
Wir lehnen daher Bestrebungen auf nationaler wie inter-  
nationaler Ebene ab, diese Ideologie durch Instrumente wie  
Gender-Studies, Quotenregelungen z.B. für Frauen, Propa-  
gandaaktionen wie den „Equal Pay Day“ oder die „geschlech-  
terneutrale Sprache“ umzusetzen.  
Die AfD will, dass sich die Familienpolitik des Bundes  
und der Länder am Bild der Familie aus Vater, Mutter und  
Kindern orientiert. Wir lehnen alle Versuche ab, den Sinn  
des Wortes „Familie“ in Art. 6 Abs. 1 Grundgesetz auf andere  
Gemeinschaften auszudehnen und der Familie auf diesem  
Wege den besonderen staatlichen Schutz zu entziehen.  
40 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Willkommenskultur für Kinder: Familienförderung und Bevölkerungsentwicklung  
7.7.1 Gender-Ideologie raus aus den Schulen –  
Frühsexualisierung stoppen  
Eine einseitige Hervorhebung der Homo- und Transsexua-  
lität im Unterricht, wie sie die sogenannte „Sexualpädagogik  
der Vielfalt“ praktiziert, stellt einen unzulässigen Eingriff in  
die natürliche Entwicklung unserer Kinder und in das vom  
Grundgesetz garantierte Elternrecht auf Erziehung dar. Da-  
durch werden Kinder und Jugendliche – oft von schulfrem-  
den Personen und meist gegen den Willen ihrer Eltern – in  
Bezug auf ihre sexuelle Identität verunsichert, überfordert  
und in ihren Schamgefühlen verletzt.  
Die AfD stellt sich allen Versuchen klar entgegen, durch  
staatlich geförderte Umerziehungsprogramme in Kinder-  
gärten und Schulen das bewährte, traditionelle Familien-  
bild zu beseitigen.  
Unsere Kinder dürfen nicht zum Spielball der sexuellen  
Neigungen einer lauten Minderheit werden. Das ideologische  
Experiment der Frühsexualisierung ist sofort zu beenden.  
7.7.2 Steuerverschwendung durch  
„Gender-Forschung“ beenden  
Die „Gender-Forschung“ ist keine seriöse Wissenschaft,  
sondern folgt der ideologischen Vorgabe, dass das natürliche  
Geschlecht (Sex) und das soziale Geschlecht (Gender) vonei-  
nander völlig unabhängig seien. Ziel ist letztlich die Abschaf-  
fung der natürlichen Geschlechterpolarität.  
Bund und Länder dürfen keine Mittel für die „Gender-For-  
schung“ mehr bereitstellen und keine „Gender-Professuren“  
mehr besetzen.  
Bestehende Förderlinien sollen beendet werden, die der  
„Gender-Ideologie“ verpflichteten „Gleichstellungsbeauftrag-  
ten“ an den Universitäten sind abzuschaffen.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Willkommenskultur für Kinder: Familienförderung und Bevölkerungsentwicklung 41  
K A P I T E L 8  
Bildung und Schule:  
Mut zur Differenzierung  
Wir bekennen uns zur umfassenden Bildung, die zur  
Entfaltung der Persönlichkeit sowie zur Wahrnehmung  
der staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten notwendig ist.  
Die Politik der etablierten Parteien, die eine nivellierende  
Einheitsschule anstrebt und dabei Qualitätsverlust in Kauf  
nimmt, bedroht die Zukunftschancen junger Menschen und  
somit auch die Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft.  
Die Bildungsstandards der verschiedenen Schulformen  
müssen sich an den Anforderungen der weiterführenden Bil-  
dungseinrichtungen ausrichten, damit der Übergang von der  
Schule in die Ausbildung oder zum Studium ohne zu große  
Enttäuschung verläuft.  
Wir fordern die Abkehr von geschwätziger Kompetenzori-  
entierung und die Rückkehr zur Vermittlung des Fachwis-  
sens als zentrales Anliegen der Schule.  
Die sogenannte „neue Lernkultur“, die den klassengeführ-  
ten Unterricht durch selbstgesteuertes, kompetenzorientier-  
tes Lernen ersetzt, hat zu massivem Leistungsabbau bei den  
Schülern geführt. In fast allen Bundesländern haben sich  
nach der Aufregung um „PISA“ Bildungspolitiker und Schul-  
aufsicht zu Handlangern der Testindustrie machen lassen.  
Eine Reform jagt die andere mit kontinuierlicher Absenkung  
des Niveaus.  
Die AfD lehnt den Einfluss von internationalen Konzer-  
nen, Stiftungen und anderen Lobbygruppierungen auf  
unser Bildungssystem und damit auf die Zukunftsfähigkeit  
Deutschlands ab. Eine Ökonomisierung und Globalisierung  
des deutschen Bildungswesens wird es mit uns nicht geben.  
8.1 Mehrgliedriges Schulsystem erhalten  
Der schleichenden Abschaffung verschiedener Schulfor-  
men und der Entwicklung hin zur nivellierenden Einheits-  
schule muss Einhalt geboten werden. Effizientes Lehren und  
Lernen ist nur möglich, wenn die Leistungsunterschiede  
zwischen den Schülern einer Schulform begrenzt bleiben.  
Bildungsgerechtigkeit erfordert Differenzierung, nicht  
Gleichmacherei.  
Wir befürworten daher ein nach Begabungen differen-  
ziertes Schulsystem, das dem unterschiedlichen Leistungs-  
vermögen der Schüler gerecht wird.  
Die Bildungsstandards in allen Schulformen müssen sich  
an dem jeweils höchsten Niveau in Deutschland ausrichten.  
Zugangsvoraussetzung für das Gymnasium dürfen allein  
landesweit verbindliche Leistungskriterien sein. Das Abitur  
muss wieder zum Ausweis der Studierfähigkeit werden, der  
Haupt- oder Realschulabschluss zu qualifizierter Berufsaus-  
bildung befähigen.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Bildung und Schule: Mut zur Differenzierung 43  
8.2 Berufliche Bildung stärken:  
Meister statt Master  
Die duale Ausbildung in Unternehmen und Berufsschu-  
len ist ein Erfolgsmodell. Jedoch gefährden das Streben  
nach immer höheren Abiturienten- und Akademikerquoten  
sowie unzureichende Kenntnisse von Haupt- und Realschul-  
absolventen den Nachwuchs in den Ausbildungsberufen.  
Zahlreiche Lehrstellen können aus Mangel an ausreichend  
qualifizierten Bewerbern nicht besetzt werden, ein Viertel  
der Lehrlinge bricht die Ausbildung ab. Ähnlich verhält es  
sich mit den Abbrecherquoten bei Studenten.  
Wir wollen das weltweit geschätzte berufliche Bildungs-  
und Ausbildungssystem stärken. Der Wert und Nutzen der  
beruflichen Bildung muss stärker gewürdigt werden.  
8.3 Keine ideologisch motivierte Inklusion:  
Förder- und Sonderschulen erhalten  
Die Forderung der Vereinten Nationen, behinderten  
Kindern Teilhabe am Bildungssystem zu garantieren, ist in  
Deutschland bereits erfüllt. Kinder mit besonderem Förder-  
bedarf erhalten in der Förderschule eine umfassende Unter-  
stützung, die die Regelschule nicht leisten kann.  
Die AfD setzt sich deshalb für den Erhalt der Förder- und  
Sonderschulen ein.  
8.4 Folgen der Massenimmigration: Nicht auf dem  
Rücken der Schüler  
Ziel der Beschulung schulpflichtiger Asylbewerber muss es  
sein, diese auf das Leben nach der Rückkehr in ihr Her-  
kunftsland vorzubereiten und die Zeit bis zur Rückkehr  
sinnvoll zu überbrücken. Einheimische Schüler dürfen nicht  
in ihrem Lernfortschritt behindert werden.  
8.5 Bologna ist gescheitert: Diplom und Magister  
wieder einführen  
Die EU- weite Harmonisierung von Studiengängen (Bolog-  
na-Prozess) hat zu einer Verschulung des Studiums, zu Über-  
regulierung und Bürokratie geführt. Die akademische Freiheit  
wurde beschnitten, ein Studienplatzwechsel erschwert. Bei  
der hohen Zahl von 18.044 Studiengängen (Stand 2015/16),  
die durch den Zwang zur Profilierung entstanden sind, ist die  
Vergleichbarkeit von Abschlüssen deutlich erschwert. Arbeit-  
geber kritisieren die geringe Qualifikation von Bachelor-Ab-  
solventen.  
Die AfD will die bewährten Diplom- und Magisterstudien-  
gänge wieder einführen. Die Modularisierung des Studiums  
und die Akkreditierungsagenturen sollen abgeschafft werden.  
Das Promotionsrecht muss Universitäten vorbehalten  
bleiben. Deutsch muss als Lehr- und Wissenschaftssprache  
erhalten bleiben.  
44 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Bildung und Schule: Mut zur Differenzierung  
8.6 Autonomie der Hochschulen stärken: Freiheit  
von Forschung und Lehre bewahren  
Deutschland muss ein Land der Spitzenforschung bleiben.  
Wir wollen eine höhere Grundfinanzierung der Hochschulen  
einführen, um deren Abhängigkeit von Drittmitteln zu ver-  
ringern. Hochschulen sollen das Recht besitzen, Bewerber  
durch Aufnahmeprüfungen auszuwählen. Der durch plan-  
wirtschaftliche Zielvorgaben zu Studentenzahlen, Studiener-  
folg und anderen Quoten erzeugte Zwang zur Nivellierung ist  
zu beenden.  
8.7 Keine ideologische Beeinflussung an der  
Schule: Die Neutralität der Schule muss gewahrt  
bleiben  
Das Klassenzimmer darf kein Ort der politischen Indoktri-  
nation sein. An deutschen Schulen wird oft nicht die Bildung  
einer eigenen Meinung gefördert, sondern die unkritische  
Übernahme ideologischer Vorgaben. Leitbild der schulischen  
Bildung muss jedoch der selbstständig denkende Bürger  
sein.  
8.8 Keinen bekenntnisgebundenen Islam-  
unterricht an deutschen Schulen  
Islamunterricht an deutschen Schulen dient derzeit nicht  
der Integration, sondern fördert ein Verharren in Einstellun-  
gen, die echte Integration verhindern.  
Integration heißt nicht, dass Deutschland sich Muslimen  
anpasst. Integration heißt, dass die Muslime sich Deutsch-  
land anpassen.  
Da die islamischen Gemeinschaften in Deutschland keine  
kirchenähnliche Struktur aufweisen, kann ihnen das Privi-  
leg eines „bekenntnisgebundenen“ Religionsunterrichts an  
staatlichen Schulen nicht zugestanden werden.  
8.9 Keine Sonderrechte für Muslime an unseren  
Schulen  
Muslimische Schüler müssen genauso wie alle anderen  
Schüler auch am Sport- und Schwimmunterricht sowie an  
Klassenfahrten teilnehmen. Nur so können wir der Her-  
ausbildung von Parallelgesellschaften gegensteuern und  
den Schülern Teilhabechancen eröffnen, damit Anpassung  
gelingt.  
8.10 Kein Koranunterricht durch verfassungs-  
feindliche Moscheevereine  
Die Koranschulen in Deutschland werden zumeist von  
Moscheevereinen betrieben. Viele dieser Vereine stehen un-  
serer freiheitlich-demokratischen Grundordnung ablehnend  
gegenüber.  
Wir fordern deshalb eine flächendeckende Überprüfung al-  
ler Moscheevereine und bei Verdacht auf Verfassungsfeind-  
lichkeit als Sofortmaßnahme ein Verbot, Koranunterricht zu  
erteilen.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Bildung und Schule: Mut zur Differenzierung 45  
K A P I T E L 9  
Kultur und Medien  
9.1 Deutsche Leitkultur statt „Multikulturalismus“  
Die AfD bekennt sich zur deutschen Leitkultur. Diese fußt  
auf den Werten des Christentums, der Antike, des Humanis-  
mus und der Aufklärung. Sie umfasst neben der deutschen  
Sprache auch unsere Bräuche und Traditionen, Geistes- und  
Kulturgeschichte. Unser liberaler Rechtsstaat, unsere Wert-  
schätzung von Bildung, Kunst und Wissenschaft und der  
sozialen Marktwirtschaft als Ausdruck menschlicher Kreati-  
vität und Schaffenskraft sind damit engstens verbunden.  
Die Ideologie des „Multikulturalismus“ gefährdet alle  
diese kulturellen Errungenschaften. Kultur ist nur als etwas  
wechselbezügliches Ganzes von Gesellschaften zu verstehen.  
„Multi-Kultur“ ist Nicht-Kultur oder Parallelität von Kultu-  
ren und damit Ausdruck von Parallelgesellschaften, die stets  
zu innenpolitischen Konflikten und zur Funktionsunfähig-  
keit von Staaten führen.  
Die Zivilgesellschaften funktionierender Staaten sind da-  
her aufgerufen, ihre Kulturen zu schützen und eigenständig  
weiterzuentwickeln. Dies gilt natürlich auch für die deutsche  
kulturelle Identität. Der in Europa bereits stattfindende Kul-  
turkampf zwischen Abendland und dem Islam als Heilslehre  
und Träger von nicht integrierbaren kulturellen Traditionen  
und Rechtsgeboten kann nur abgewendet werden durch ein  
Bündel von defensiven und restriktiven Maßnahmen, die  
eine weitere Zerstörung der europäischen Werte des Zusam-  
menlebens aufgeklärter Bürger verhindern.  
Die AfD wird nicht zulassen, dass Deutschland aus falsch  
verstandener Toleranz sein kulturelles Gesicht verliert.  
9.2 Die deutsche Sprache als Zentrum  
unserer Identität  
Die Nationalsprache ist das Herz einer Kulturnation. Als  
zentrales Element deutscher Identität will die AfD die deut-  
sche Sprache als Staatssprache im Grundgesetz festschrei-  
ben. An deutschen Schulen darf es kein Zurückweichen des  
Deutschen vor Einwanderersprachen geben.  
Auf EU-Ebene wollen wir dafür sorgen, dass das Deutsche  
dem Englischen und Französischen auch in der alltäglichen  
Praxis gleichgestellt wird, solange die EU noch besteht.  
Die AfD sieht mit Sorge, wie die deutsche Sprache in Wis-  
senschaft und Wirtschaft zunehmend durch das Englische  
ersetzt wird und will dem mit gezielten Fördermaßnahmen  
entgegenwirken.  
„Politisch korrekte“ Sprachvorgaben lehnen wir entschie-  
den ab, weil sie einer natürlichen Sprachentwicklung entge-  
genstehen und die Meinungsfreiheit einengen.  
9.3 Ideologiebesetzte kulturpolitische Vorgaben  
des Staates beseitigen  
Nirgendwo ist die ideologische Beeinflussung seitens des  
Staates so stark wie in der Kulturpolitik. Die AfD will die Kul-  
turpolitik an fachlichen Qualitätskriterien und ökonomischer  
Vernunft anstatt an politischen Vorgaben ausrichten. Dem-  
entsprechend müssen der Einfluss der Parteien auf das Kul-  
turleben zurückgedrängt, gemeinnützige private Kulturstif-  
tungen und bürgerliche Kulturinitiativen gestärkt werden.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Kultur und Medien 47  
Die aktuelle Verengung der deutschen Erinnerungskul-  
tur auf die Zeit des Nationalsozialismus ist zugunsten einer  
erweiterten Geschichtsbetrachtung aufzubrechen, die auch die  
positiv identitätsstiftenden Aspekte deutscher Geschichte mit  
umfasst.  
9.4 Bekenntnis zur Kulturhoheit der Länder –  
keine „politisch korrekte“ Kunst und Kultur!  
Die AfD bekennt sich zur Kulturhoheit der Bundesländer.  
Kulturelle Förderprogramme des Bundes und der EU, die an  
ideologische Zielvorgaben gekoppelt sind, wollen wir durch  
Förderlinien ersetzen, die der Bewahrung des kulturellen  
Erbes oder dessen würdiger Fortschreibung dienen.  
Für „politisch korrekte“ Kunst und Kultur darf es keine  
staatlichen Anreize geben.  
9.5 Medien: Für eine zeitgemäße Medienpolitik:  
Rundfunkbeitrag abschaffen  
Der gegenwärtige öffentlich-rechtliche Rundfunk wird  
durch Zwangsbeiträge finanziert, ist mit einem Jahresbud-  
get von über neun Milliarden Euro viel zu teuer und wird in  
einer Weise von der Politik dominiert, die einer Demokratie  
unwürdig erscheint. Die AfD setzt sich dafür ein, die Rund-  
funkanstalten grundlegend zu reformieren.  
Der Rundfunkbeitrag ist abzuschaffen, damit in Zukunft  
jeder Bürger selbst und frei entscheiden kann, ob er das  
öffentlich-rechtliche Angebot empfangen und bezahlen will.  
Der neue Bürgerrundfunk soll ein schlankes Medium sein,  
welches sich auf objektive Berichterstattung sowie kulturelle  
und bildende Inhalte fokussiert. Das Angebot wird über-  
wiegend verschlüsselt/passwortgeschützt, sodass nur noch  
freiwillige Zahler Zugang haben. Um den Einfluss der Politik  
– egal welcher Ausrichtung – zu reduzieren, sollen insbeson-  
dere die gesellschaftlichen Vertreter in den Kontroll-  
gremien durch freie und demokratische Wahlen vom Bürger  
bestimmt werden.  
9.6 Das Internet als Ort der freien Meinungs-  
äußerung erhalten  
Das Internet als Medium der Kommunikation, Informa-  
tion und freien Meinungsäußerung darf abseits der Verfol-  
gung von Straftaten keinerlei Beschränkung und Zensur  
unterliegen.  
48 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Kultur und Medien  
K A P I T E L 1 0  
Steuern und Finanzen,  
Wirtschaft und Arbeit  
Unser Steuersystem ist das komplexeste der Welt. Eine  
Vereinfachung wurde von den etablierten Parteien schon  
lange versprochen, aber nie realisiert. Globalisierung und  
Euro-Krise erfordern ein grundsätzliches Umdenken. Die  
demografische Entwicklung bringt die sozialen Sicherungs-  
systeme in Gefahr. Die ungesteuerte Migration verschlim-  
mert diese Probleme dramatisch. Die Behauptung, sie trage  
zur Problemlösung bei, widerspricht allen Tatsachen. Eine  
solche Aussage hat ausschließlich propagandistischen Cha-  
rakter.  
Es ist Zeit für eine grundlegende Reform, die bereits im  
Grundsatzprogramm der AfD angelegt ist:  
Reduzierung der Steuer- und Abgabenquote  
Reformierung der Steuersysteme  
die Bezahlung von Kirchenrepräsentanten wie  
Bischöfen etc. aus allgemeinen Steuermitteln ist  
abzuschaffen  
Rückbau der Bürokratie  
mittelstandsfreundliche Wirtschaftspolitik  
Eine durch Staatsverschuldung finanzierte Stützung der  
Renten- und Sozialsysteme kommt für die AfD nicht in Be-  
tracht. Dies wäre keine nachhaltige Politik.  
Auch die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse  
verbietet eine solche Politik. Vorrangig sind Subventionen  
abzubauen und überflüssige Staatsausgaben zu kürzen.  
Die AfD ruft alle demokratisch legitimierten Parteien auf,  
sich in der nächsten Legislaturperiode an einem großen  
Steuer- und Sozialreformprozess zu beteiligen.  
10.1 Steuern  
Die AfD wendet sich gegen eine Ausweitung der Abgaben-  
belastung und fordert die Absenkung der allgemeinen Mehr-  
wertsteuer um 7 Prozentpunkte sowie die Einführung einer  
allgemeinen Abgabenbremse (für Steuern, Beiträge und  
Gebühren) zugunsten der Bürger. Diese ist im Grundgesetz  
festzuschreiben.  
Damit soll verhindert werden, dass Steuern und Abgaben in  
Zukunft beliebig erhöht werden können. Die Obergrenze sollte  
maximal der heutigen Abgabenquote entsprechen und mittel-  
fristig 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht überstei-  
gen. Eine solche Politik ist erforderlich, weil sowohl die Staats-  
finanzierung als auch der Wohlstand der Bürger in erster Linie  
von einer blühenden Wirtschaft abhängen. Neben innovativer  
Forschung und gut ausgebildeten Menschen braucht der  
Wirtschaftsprozess finanzielle Rahmenbedingungen, welche  
die Eigenfinanzierung für die technologische Infrastruktur der  
Zukunft ermöglichen und die internationale Wettbewerbsfä-  
higkeit auch bei der Abgabenlast gewährleisten.  
Die AfD will, dass eine seit Jahrzehnten in etlichen Wahl-  
kämpfen von unterschiedlichen Parteien versprochene  
Steuerreform, die diesen Namen verdient, Wirklichkeit wird.  
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein „Herumdoktern“ am  
bestehenden Steuersystem dieses nur komplexer und keines-  
wegs gerechter macht.  
Wir sind bereit, gemeinsam mit allen demokratischen  
Parteien, Tarifparteien, Verbänden und wissenschaftlichen  
Einrichtungen ein zukunftsorientiertes Steuersystem auf den  
Weg zu bringen, das selbstverständlich auch die erforderlichen  
sozialen Belange berücksichtigt.  
50 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Steuern und Finanzen, Wirtschaft und Arbeit  
Leitideen der AfD sind dabei:  
Einfach, transparent und gerecht. Der progressive  
Anstieg der Steuer wird durch Steuerstufen abgelöst.  
Eine Indexierung der Tarife, Freibeträge und  
Freigrenzen, Pauschbeträge und Pauschalen muss die  
schleichende (heimliche) Steuererhöhung vermeiden.  
Entlastung der geringen und mittleren Einkommen:  
Der Grundfreibetrag wird auf das pfändungsfreie Ein-  
kommen angehoben und die Stufen werden so gewählt,  
dass Gering- und Durchschnittsverdiener entlastet  
werden.  
Das Ehegattensplitting wird durch ein sozial gerechtes  
Familiensplitting ergänzt, bei dem das Familienein-  
kommen auf alle Familienmitglieder verteilt wird vor  
der Tarifanwendung.  
Schaffung einer fairen Unternehmensbesteuerung.  
Gewinne sind dort zu versteuern, wo sie erwirtschaftet  
werden.  
Die AfD ist für eine Abschaffung der Erbschaftsteuer als  
Substanzsteuer und gegen die Reaktivierung der Vermö-  
gensteuer.  
Intakte Familien denken und leben in Generationenzusam-  
menhängen. Die Übergabe von Vermögen – auch und gerade  
in Unternehmen gebundenes – ist Privatangelegenheit und  
darf nicht dem Staatszugriff ausgesetzt werden.  
10.2 Haushaltspolitik  
Das primäre finanzwirtschaftliche Ziel der Alternative  
für Deutschland sind ausgeglichene Haushalte. Die Staats-  
ausgaben sind durch Einnahmen zu decken. Die Erhöhung  
von Abgaben oder Aufnahme von Schulden zur Deckung  
der Ausgaben ist auf die strengen Vorgaben einer Schul-  
denbremse zu beschränken. Die Bürger haben ein Recht auf  
verlässliche staatliche Rahmenbedingungen, die ihnen eine  
nachhaltige Lebensplanung gewährleisten.  
Zur Vermeidung von Erblasten für spätere Generationen  
ist die Tilgung bestehender Schulden verbindlich gesetzge-  
berisch zu regeln.  
Gesamtgesellschaftliche Aufgaben will die AfD über den  
Bundeshaushalt finanzieren. Dies gebieten die Gerechtigkeit  
und die Forderung nach einer transparenten Haushaltsfüh-  
rung. Demzufolge sind Nebenhaushalte und Übertragung  
von gesamtgesellschaftlichen Lasten zur Schönung des Bun-  
deshaushalts beispielsweise an die Sozialkassen abzulehnen.  
Die Alternative für Deutschland fordert die verpflichten-  
de Einführung der kaufmännischen Buchführung für alle  
Staatshaushalte.  
Der darin in Zukunft abgebildete jährliche Werteverzehr  
aller Vermögensgegenstände, die einem solchen unterliegen,  
ist in den Haushalten zu erwirtschaften und zu thesaurieren.  
Haushalte sind nur dann ausgeglichen, wenn diese Vermö-  
gensverluste monetär erwirtschaftet sind, wie dies schon  
heute für alle Kommunalhaushalte vorgeschrieben ist.  
Diese kaufmännische Betrachtungsweise muss in der Zu-  
kunft auch angewendet werden auf alle Versorgungsanwart-  
schaften, welche die Bediensteten der öffentlichen Verwal-  
tung gegenüber öffentlichen Dienstherrn bzw. Arbeitgebern  
erwerben.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Steuern und Finanzen, Wirtschaft und Arbeit 51  
10.3 Soziale Arbeitswelt  
Die AfD befürwortet einen gesetzlichen Mindestlohn, da  
er bei den jetzigen Verhältnissen die vergleichsweise schwa-  
che Position der Niedriglohnempfänger gegenüber den  
Interessen der Arbeitgeber stärkt.  
Insbesondere erlaubt der Mindestlohn eine Existenz  
jenseits der Armutsgrenze und die Finanzierung einer, wenn  
auch sehr bescheidenen, Altersversorgung, die ansonsten  
im Wege staatlicher Unterstützung von der Gesellschaft zu  
tragen wäre. Mindestlöhne verhindern somit auch die Priva-  
tisierung von Gewinnen bei gleichzeitiger Sozialisierung der  
Armutskosten.  
Der zunehmende Anteil von prekären Beschäftigungsver-  
hältnissen wirkt sich negativ auf den Wohlstand aus. Daraus  
entstehen Negativwirkungen für die Demografie. Zudem  
leidet der Aufbau der eigenen Altersvorsorge.  
Die AfD fordert deshalb auch eine gesetzliche Obergrenze  
von 15 Prozent Beschäftigten mit Leih- oder Werkverträgen  
in Unternehmen.  
Leiharbeit muss nach einer sechsmonatigen Beschäfti-  
gungszeit einer festen Anstellung gleichgestellt werden.  
Zeitarbeitsverträge dürfen nur einmal verlängert werden. Sie  
dürfen nur unter festgelegten Bedingungen abgeschlossen  
werden.  
10.4 Arbeitslosigkeit und Qualifikation für  
Langzeitarbeitslose  
Die Arbeitslosigkeit, insbesondere die Dauerarbeitslosig-  
keit, konnte bisher nachhaltig nicht gesenkt werden. Die  
heutigen Eingliederungs- und Qualifizierungsmaßnahmen  
gehen vielfach an den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts  
vorbei. Deshalb können viele offene Stellen nicht besetzt  
werden.  
Wir fordern daher eine bedarfsangepasste Qualifizierung  
für Arbeitslose.  
Diese muss in enger Abstimmung insbesondere mit der  
mittelständischen Wirtschaft erfolgen, bei welcher 80 Pro-  
zent der Arbeitnehmer Deutschlands beschäftigt sind.  
Die AfD setzt sich ferner für die Schaffung eines Angebots  
zur Bürgerarbeit ein.  
Unter Bürgerarbeit ist die Ausübung gemeinnütziger  
Arbeit durch Langzeitarbeitslose zu verstehen, die nicht in  
Konkurrenz zum Arbeitsmarkt steht. Bürgerarbeit soll ca. 30  
Wochenstunden umfassen und sozialversicherungspflichtig  
entlohnt werden.  
Den Langzeitarbeitslosen wird so die Ausübung sinnvoller  
Tätigkeiten eröffnet und die Gesellschaft erhält einen Gegen-  
wert für die Unterstützungsleistungen. Langzeitarbeitslose  
können so wieder an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt  
werden. Wer Bürgerarbeit leistet, soll seine Vermögensver-  
hältnisse nicht offenbaren müssen.  
52 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Steuern und Finanzen, Wirtschaft und Arbeit  
10.5 Keine Manipulation der Arbeitslosenquote  
Die Bundesagentur für Arbeit berechnet im Auftrag der  
Bundesregierung eine Arbeitslosenquote, die dem Wähler  
suggeriert, dass die Arbeitslosigkeit stetig sinkt. Dies wird  
durch Anwendung einer Vielzahl von Detailvorschriften ma-  
nipulativ erreicht, indem Hunderttausende von Arbeitslosen  
nicht berücksichtigt werden.  
Die AfD fordert, die Arbeitslosenquote auf Basis der tat-  
sächlichen Arbeitslosenzahlen zu berechnen, um die realen  
Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt sichtbar zu machen.  
10.6 Wirtschaftspolitik für Deutschland:  
Wohlstand für alle!  
Grundlegende Elemente für eine prosperierende Wirt-  
schaft sind für die AfD die Eigenverantwortung der Wirt-  
schaftssubjekte mit dem Gegenstück Haftung für das ei-  
gene Handeln, die Garantie des Privateigentums und der  
Marktpreis als Steuerungsmechanismus für wirtschaftliche  
Entscheidungen. Weitere wichtige Elemente sind die Sicher-  
stellung von Wettbewerb auf den Märkten und die Verhin-  
derung von marktbeherrschenden Stellungen sowie ein  
unbestechliches effizientes Rechtssystem, das Rechtssicher-  
heit und Rechtsfrieden gewährleistet und nicht zuletzt auch  
Bürger gegen Übergriffe des Staates schützt.  
Dies ist der Ordnungsrahmen, der in der Nachkriegszeit  
aufgebaut und lange Zeit unangetastet blieb. Wir wollen  
uns dafür einsetzen, ihn wo nötig wieder zu stärken und  
insgesamt weiterhin aufrecht zu erhalten. Viele der darüber  
hinausgehenden Einzelfallregelungen sind zu überprüfen  
und gegebenenfalls abzuschaffen.  
Die AfD geht von der Prämisse aus, dass die Wirtschaft für  
die Menschen da ist und nicht die Menschen für die Wirt-  
schaft. Wohlstand misst sich materiell, hat aber auch soziale  
und immaterielle Aspekte: Freiheit, Selbstbestimmung, Teil-  
habe. Unsere Wirtschafts- und Steuerpolitik sehen wir auch  
als Teil der Sozialpolitik. Ziel ist die Schaffung auskömmlicher  
Arbeitsplätze für alle dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen-  
den Mitbürger.  
Hierzu planen wir folgende Maßnahmen:  
den Staat verschlanken und effizienter machen  
• Abbau von Subventionen, neue Subventionen  
zeitlich befristen  
• Vereinfachung des Steuersystems wie oben beschrieben  
• Regulierungen und Bürokratie überprüfen und abbau-  
en, um insbesondere die Belastungen für kleine und  
mittelständische Unternehmen zu verringern.  
die Staatsquote senken  
• Steuer-/Abgabenobergrenze einführen und Staatsver-  
brauch senken  
• Klare Prioritätensetzung, welche Staatsaufgaben  
wichtig sind, unwichtiges auslaufen lassen.  
wissens-/technologiebasierte Wirtschaft stärken  
• Schulische Bildung und die Forschungslandschaft  
verstärkt auf MINT-Fächer ausrichten  
• Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in  
Produkte fördern  
• Unternehmergeist fördern  
• Steuerliche Bedingungen für Forschung und Entwick-  
lung sowie sich daraus ergebende Unternehmensgrün-  
dungen verbessern  
• Hightechunternehmen in Deutschland erhalten und  
fördern.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Steuern und Finanzen, Wirtschaft und Arbeit 53  
Investitionen im Inland fördern  
• Durch Subventionsabbau gesparte Mittel in  
Infrastruktur stecken  
• Energiepreise kalkulierbar machen, Förderung  
erneuerbarer Energien zurückfahren  
10.7 Gesicherte Einlagen bei Bankinsolvenzen  
Die AfD fordert, dass die Kunden das Recht auf Konten  
haben, die die Geldinstitute im Sondervermögen halten  
müssen. Diese Vermögen sind im Fall einer Bankinsolvenz  
geschützt. Bereits jetzt werden Aktien als Sondervermögen  
(Treuhandvermögen) bei Geldinstituten gehalten.  
10.8 Anspruch auf Teilhabe am digitalen Leben  
und digitaler Wirtschaft  
Die AfD fordert, dass die Voraussetzungen geschaffen  
werden, um Haushalte sowie klein- und mittelständische  
Betriebe – unabhängig davon, ob diese sich in urbanen Räu-  
men oder sich in ländlichen Regionen befinden – innerhalb  
von zwei Jahren an schnelle Breitbandnetze angeschlossen  
werden können. Staatliche Unterstützungsprogramme sollen  
finanzielle Belastungen abmildern. Allen Haushalten sowie  
klein- und mittelständischen Betrieben soll somit – unab-  
hängig von ihrem Standort – die Anbindung an die Breit-  
bandinfrastruktur möglich sein. Der Anschluss der letzten  
„Meile“, von der verlegten Grundinfrastruktur zum Haus-  
oder Firmenanschluss, muss eine sicherzustellende Option  
für Privathaushalte und klein- und mittelständische Betriebe  
werden.  
54 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Steuern und Finanzen, Wirtschaft und Arbeit  
K A P I T E L 1 1  
Sozialpolitik  
11.1 Sozialpolitik und Zuwanderung  
Unser Land steht vor großen sozialen Herausforderungen.  
Es gilt die hohe Kinderarmut und die drohende Altersar-  
mut zu bekämpfen. Eine Vielzahl von Arbeitslosen ist in  
Beschäftigung zu bringen. Die Infrastruktur unseres Landes  
ist in Teilen heruntergewirtschaftet, ohne dass dies in den  
öffentlichen Haushalten abgebildet wird. Die Stabilisierung  
der Sozialsysteme erfordert bei einer schrumpfenden und  
alternden Bevölkerung besondere Anstrengungen. Unsere  
begrenzten Mittel stehen deshalb nicht für eine unverant-  
wortliche Zuwanderungspolitik, wie sie sich kein anderes  
europäisches Land zumutet, zur Verfügung. Sowohl die  
Euro-Rettungspolitik als auch die Niedrigzinspolitik der EZB  
erschweren diese notwendige Reformpolitik für Deutsch-  
land. Auch deshalb müssen die Weichen für den Euro und  
Europa völlig neu gestellt werden.  
Unser Sozialstaat kann nur erhalten bleiben, wenn die ge-  
forderte finanzielle Solidarität innerhalb einer klar definier-  
ten und begrenzten Gemeinschaft erbracht wird. Eine Auflö-  
sung des Nationalstaats führt unweigerlich zur Gefährdung  
unserer gewohnten sozialstaatlichen Errungenschaften.  
11.2 Benachteiligung von Familien beseitigen und  
Kinderarmut bekämpfen  
Die Abgabenlast für Familien ist zu hoch. Obwohl das  
Bundesverfassungsgericht gefordert hat, die Existenzminima  
von Kindern und Eltern wirksam steuerfrei zu stellen, ist der  
Gesetzgeber dem nicht angemessen nachgekommen.  
Die AfD setzt sich für die nachhaltige steuerliche Entlas-  
tung von Familien durch Einführung eines Familiensplit-  
tings ein, welches das Familieneinkommen vor Versteuerung  
auf die Familienmitglieder rechnerisch verteilt.  
In diesem Zuge sind auch die steuerlichen Benachteili-  
gungen von Kindern und Eltern aus Trennungs- und Schei-  
dungsfamilien zu beseitigen. Der Erwerb von Wohneigentum  
durch Familien sollte z.B. durch zinslose Darlehen, Zuschüs-  
se und Erlass der Grunderwerbsteuer erleichtert werden.  
Die AfD setzt sich auch für eine bessere Berücksichtigung  
der Leistungen von Eltern in der Rentenversicherung ein.  
Die Kinder von heute sind die potenziellen Beitragszahler  
von morgen. Wer Kinder großzieht und Rentenversiche-  
rungsbeiträge leistet, trägt deshalb doppelt zur Sicherung  
der Renten bei.  
Erziehungszeiten müssen deshalb eine dieser Leistung  
angemessene Rentenerhöhung der Eltern zur Folge haben.  
56 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Sozialpolitik  
11.3 Grundsätzliches zur Rente  
Den Menschen in unserem Land wieder Sicherheit im  
Arbeitsleben und im Alter zu geben, ist der Alternative für  
Deutschland ein besonderes Anliegen. Nur mit einer ausrei-  
chenden Versorgung im Alter kann Altersarmut verhindert  
werden. Das Bestreben der AfD ist es daher, das System  
der gesetzlichen Rentenversicherung so zu gestalten, dass  
es leistungsfähig und den Herausforderungen der Zukunft  
nachhaltig gewachsen ist. Die besondere demografische He-  
rausforderung der nächsten Jahrzehnte wird – mindestens  
vorübergehend – eine stärkere Mitfinanzierung aus Steuer-  
mitteln erforderlich machen.  
Unbeschadet solcher Hilfestellung außerhalb der Bei-  
tragsfinanzierung der staatlichen Renten müssen die bei-  
den Säulen Betriebsrente und rein private Altersvorsorge  
gesetzgeberisch gestärkt werden. Hierzu bedarf es der  
Steuerfreistellung der Ansparbeiträge verbunden mit einer  
nachgelagerten Ertragsbesteuerung. Für eine wirkungsvolle  
Ausgestaltung solcher Systeme ist die Zinspolitik der EZB  
tödlich. Auch deshalb muss Deutschland aus der Eurozone  
austreten, sofern nicht unverzüglich Änderungen in die Tat  
umgesetzt werden.  
11.4 Rente und Lebensarbeitszeit  
Bei einer Lebensarbeitszeit von bis zu 45 Jahren soll künf-  
tig der Rentenanspruch abschlagsfrei gegeben sein. Bei der  
Berechnung der Rente werden alle Beitragszeiten in dem  
Maß berücksichtigt, in dem sie tatsächlich erbracht wurden.  
Bekanntlich wird bereits in naher Zukunft die Zahl der  
Rentner im Verhältnis zur Zahl der Beitragszahler überpro-  
portional steigen. Die jüngeren Generationen der Beitrags-  
zahler werden diese finanzielle Verpflichtung nicht alleine  
schultern können. Es wird daher notwendig sein, die staat-  
lichen Transferzahlungen aus allgemeinen Steuermitteln  
an die Rentenversicherung erheblich zu erhöhen, um die  
Beiträge der arbeitenden Menschen in erträglichen Grenzen  
zu halten.  
Auch aus diesem Grund ist die derzeitige Migrationspolitik  
sofort zu beenden. Die zur Zeit dort mobilisierten jährlichen  
Milliardenbeträge, mit steigender Tendenz für die Zukunft,  
müssen in die Stabilisierung der Alterssicherung der deut-  
schen Bevölkerung umgelenkt werden.  
Bezieher von Altersrenten sollen ohne Einschränkung  
ihrer Rentenbezüge einer entgeltlichen Beschäftigung  
nachgehen können. Diese Einkommen sollen von Arbeit-  
nehmer- und Arbeitgeberbeiträgen zur Rentenversicherung  
freigestellt werden können.  
11.5 Rente und versicherungsfremde Leistungen  
Die AfD tritt dafür ein, dass Leistungen aus Mitteln der  
staatlichen Rentenversicherung, die sich nicht über Maßstä-  
be sozialer Verteilungsgerechtigkeit innerhalb der gesamten  
Solidargemeinschaft rechtfertigen lassen („echte“ versiche-  
rungsfremde Leistungen) entweder ausgegliedert oder über  
staatliche Transferleistungen finanziert werden. Allein im  
Jahr 2015 sind aus dem Etat der Rentenversicherung versi-  
cherungsfremde Leistungen in zweistelliger Milliardenhöhe  
erfolgt.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Sozialpolitik 57  
11.6 Doppelbesteuerung der staatlichen Rente  
vermeiden  
Die AfD setzt sich dafür ein, zu überprüfen, ob die im Zuge  
der Einführung einer nachgelagerten Rentenbesteuerung  
vom Bundesverfassungsgericht als unrechtmäßig erkannte  
Doppelbesteuerung der Renten tatsächlich durch die derzei-  
tige gesetzgeberische Regelung vermieden wird.  
11.7 Grundsicherung im Alter: Wer gearbeitet hat,  
muss später mehr haben  
Erwerbstätige, die jahrzehntelang sozialversicherungs-  
pflichtig beschäftigt waren, aber beispielsweise durch  
niedrige Entlohnung oder unterbrochene Erwerbsbiografien  
keinen Rentenanspruch aufbauen konnten, der das Niveau  
der Grundsicherung übersteigt, werden derzeit genauso  
behandelt, wie Personen, die niemals sozialversicherungs-  
pflichtig beschäftigt waren. Das ist ungerecht.  
Die AfD will daher dafür sorgen, dass durch Arbeits-  
leistung und andere anrechenbare Zeiten, zum Beispiel  
Erziehungszeiten, erworbene Rentenansprüche mit einem  
angemessenen Aufschlag zur Grundsicherung Berücksichti-  
gung finden.  
11.8 Gerechtigkeit beim Arbeitslosengeld  
Seit der Sozialrechtsreform 2005 (Hartz-Reform) wird bei  
der Festlegung der Höhe des Anspruchs auf Arbeitslosengeld  
II und – von geringfügiger Stufung abgesehen – der Bezugs-  
dauer von Arbeitslosengeld I nicht berücksichtigt, ob und  
gegebenenfalls wie lange der Betroffene zuvor sozialversi-  
cherungspflichtig erwerbstätig war. Nach in der Regel zwölf  
Monaten erhalten ehemals langjährig Erwerbstätige Arbeits-  
losengeld II in gleicher Höhe und für die gleiche Zeitdauer  
Leistungen wie Arbeitslose, die noch nie zuvor Beiträge an  
die Arbeitslosenversicherung gezahlt haben. Dies stellt eine  
Geringschätzung der langjährigen Beitragszahler dar.  
Die AfD setzt sich für eine Bezugsdauer von Arbeitslosen-  
geld I in Abhängigkeit von der Dauer der Vorbeschäftigung  
ein. Der Selbstbehalt bei der Berechnung von Arbeitslosen-  
geld II ist sanktionsfrei zu erhöhen.  
Dies ist ein Gebot der Gerechtigkeit, um unterschiedliche  
Erwerbsbiografien bei Arbeitslosigkeit auch differenziert zu  
behandeln.  
11.9 Paritätische Finanzierung der Kranken- und  
Pflegeversicherung  
Die AfD setzt sich dafür ein, dass der Arbeitgeberanteil  
zur Kranken- und Pflegeversicherung wieder auf die gleiche  
Höhe wie der Arbeitnehmeranteil festgelegt wird.  
Die Risiken der Kostensteigerungen im Gesundheitswesen  
allein auf die Arbeitnehmer abzuwälzen, wie es die letzten  
Bundesregierungen getan haben, ist unsystematisch.  
58 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Sozialpolitik  
K A P I T E L 1 2  
Unser Gesundheitssystem  
ist in Gefahr  
Die Gesundheitspolitik in Deutschland steht angesichts der  
demografischen Entwicklungen vor großen Herausforderun-  
gen. Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung für  
alle Bürger in Stadt und Land gehört zu den Grundpfeilern  
des modernen Sozialstaates.  
Wir setzen uns für eine leistungsfähige, flächendeckende  
und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung für  
alle Bürger ein – im ambulanten wie im stationären Bereich.  
12.1 Finanzierung der Gesundheit – grundlegende  
Probleme beseitigen  
Die Finanzierung unseres Gesundheitswesens wird durch  
allgemeine politische Fehlentwicklungen bedroht: Die von  
den Kassen zu tragenden Kosten für Migranten, Flüchtlin-  
ge und Asylbewerber laufen aus dem Ruder und durch die  
verfehlte Zinspolitik der europäischen Zentralbank können  
die kapitalgedeckten privaten Krankenversicherungen keine  
ausreichenden Rücklagen mehr bilden.  
12.2 Ärztliche Versorgung auf dem Land  
sicherstellen  
Die Arztsitze sind zwischen Stadt und Land ungleich  
verteilt. Niederlassungen auf dem Land sind häufig nicht at-  
traktiv. Wir wollen dazu beitragen, es für Ärzte attraktiver zu  
machen, sich wieder vermehrt auf dem Land niederzulassen.  
Auch die Kommunen und Landkreise sowie die Bundeslän-  
der sind gefordert, Anreize zu schaffen.  
Wir wollen sicherstellen, dass auch ländliche Regionen  
medizinisch gut versorgt sind und sich dort wieder mehr  
Ärzte niederlassen.  
12.3 Dem „Pflegenotstand“ entgegenwirken  
In allen vollstationären medizinischen Einrichtungen  
entwickelt sich ein Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal  
(„Pflegenotstand“). Eine Hauptursache ist, dass die Perso-  
nalkosten im „DRG-Fallpauschalensystem“ der Krankenhäu-  
ser unzulänglich abgebildet sind. In den Krankenhaus-  
entgelten sind die tariflichen Entgeltsteigerungen deshalb  
nur teilweise enthalten. Aufgrund dieser Deckungslücke  
sehen sich viele Krankenhäuser gezwungen, Personalstellen,  
insbesondere bei der Pflege, einzusparen. Das führt zu einer  
unzumutbaren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen  
und Nachteilen für die Patienten.  
Als Ursachen für den fehlenden Berufsnachwuchs spielen  
der hohe Leistungsdruck und die zuweilen unangemessene  
Entlohnung eine Rolle.  
Die Akzeptanz und Attraktivität des Pflegeberufs muss  
erhöht werden, um dem bestehenden und absehbar zuneh-  
menden Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal zu begeg-  
nen.  
Die AfD fordert einen verbindlichen, länderübergrei-  
fenden Mindestpersonalschlüssel für das Pflegepersonal,  
der auch bei den Krankenhausentgelten Berücksichtigung  
finden muss.  
60 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Unser Gesundheitssystem ist in Gefahr  
12.4 Stationäre Versorgung durch Investitionen  
sicherstellen  
Wir wollen die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser  
durch Abbau von Investitionsstaus verbessern und damit  
auch die Chance für den Erhalt von wohnortnahen Häusern  
in kommunaler Trägerschaft erhöhen.  
Die wirtschaftlich angespannte Lage der meisten Kranken-  
häuser wird durch die fehlende Investitionsfinanzierung der  
Länder weiter verschärft. Seit Jahren werden nur etwa die  
Hälfte der ca. 5,5 Milliarden Euro für den Erhalt der Kran-  
kenhäuser erforderlichen Mittel bereitgestellt. Die daraus  
resultierende Notwendigkeit, Investitionsmittel aus den  
Behandlungspauschalen zu finanzieren, führt zur weiteren  
Verschärfung der finanziellen Situation vieler Krankenhäu-  
ser. Nicht wenige Kommunen sahen sich deshalb veranlasst,  
Krankenhäuser an private Träger zu verkaufen. Unverkenn-  
bar ist seit Einführung der Fallpauschalen (DRG) im Jahr  
2002 eine Privatisierungswelle zu verzeichnen.  
Wir unterstützen die Trägervielfalt im Krankenhauswe-  
sen und lehnen eine Entwicklung hin zur Monopolbildung  
entschieden ab.  
12.5 Krankenhaus-Notfallambulanzen entlasten  
Die Ambulanzen der Krankenhäuser sollen durch die Ein-  
richtung von Portal-Praxen entlastet werden.  
Aufgrund von teilweise langen Wartezeiten im ambulanten  
Bereich werden die Notfallambulanzen der Krankenhäuser  
mit einer zunehmenden Anzahl von unkritischen Behand-  
lungsfällen überschwemmt. Wir setzen uns deshalb, wie in  
einigen Bundesländern bereits praktiziert, für die Einrich-  
tung von Portal-Praxen aus dem niedergelassenen Bereich  
am Krankenhaus ein.  
12.6 Ambulante Versorgung durch ein  
Hausarztsystem optimieren  
Durch das flächendeckende Angebot eines Hausarztsys-  
tems sollen ambulante Behandlungen besser koordiniert  
und Doppeluntersuchungen vermieden werden. Das Kos-  
tenbewusstsein und die Eigenverantwortlichkeit des Bürgers  
sollen gestärkt werden. Die freie Arztwahl muss sicherge-  
stellt sein.  
12.7 Ärzte und Therapeuten überwiegend in  
Deutschland ausbilden  
Gesundheit ist immer auch eine Frage des Vertrauens.  
Bei Ärzten, Therapeuten oder Pflegekräften, die sprachliche  
Defizite aufweisen, kann keine Vertrauensbasis entstehen.  
Die Beschäftigung von ausländischem Personal, das oftmals  
sprachliche Defizite aufweist, kann somit keine Lösung zur  
Behebung des Personalmangels im Gesundheitswesen sein.  
Insbesondere müssen Ärzte, die in der Patientenversorgung  
tätig sind, über gute Sprachkenntnisse (Sprachniveau C1)  
verfügen. Deren fachliche Qualifikation muss uneinge-  
schränkt dem deutschen Standard entsprechen.  
Ärzte und Therapeuten, die in Gesundheitsberufen arbei-  
ten, sollen nach Möglichkeit in Deutschland ausgebildet sein  
oder über gute deutsche Sprachkenntnisse verfügen.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Unser Gesundheitssystem ist in Gefahr 61  
12.8 Das deutsch-türkische Sozialversicherungsab-  
kommen kündigen  
Das deutsch-türkische Sozialversicherungsabkommen  
aus dem Jahr 1964 regelt die Rechtsstellung türkischer oder  
deutscher Staatsbürger im jeweils anderen Land. In der  
Krankenversicherung führt dies zu einer weithin unbekann-  
ten, eindeutigen Besserstellung türkischer Staatsangehöri-  
ger gegenüber deutschen Staatsangehörigen. Dies betrifft  
insbesondere die in unserem Sozialversicherungsrecht nicht  
vorgesehene Ausweitung der Familienversicherung. Der  
Familienbegriff richtet sich nicht nach deutschen Vorschrif-  
ten, sondern nach türkischen. Da nach türkischem Recht die  
Eltern mit zur Familie gehören, werden auch in der Türkei  
lebende Eltern türkischer Arbeitnehmer mitversichert.  
Das deutsch-türkische Sozialversicherungsabkommen  
benachteiligt einheimische Versicherte. Deshalb wollen wir  
es kündigen und auf der Basis europäischer Sozialversiche-  
rungsabkommen neu verhandeln.  
12.9 Gesundheitskarte und E-Health-Gesetz  
Medizinische Behandlungsdaten müssen aufgrund ihrer  
hohen Sensibilität den höchstmöglichen Schutz genießen.  
Die elektronische Gesundheitskarte (eGK), auf der bisher  
nur Versichertendaten gespeichert sind, soll in einer weite-  
ren Ausbaustufe ein Schlüssel zu einer zentralen Datenbank  
sein, in der neben diagnostischen Unterlagen und Untersu-  
chungsergebnissen alle Informationen aller behandelnden  
Ärzte über den Patienten (Patientenakten) zusammengetra-  
gen werden.  
Die AfD lehnt die Schaffung einer solchen zentralen Daten-  
bank zur Speicherung sensibler Gesundheitsdaten ab.  
Wir befürworten aber die Speicherung eines Notfalldaten-  
satzes, einschließlich eines Medikamentenplans und einer  
Patientenverfügung, direkt auf der Karte. Für die Speiche-  
rung und den Austausch weiterer Gesundheitsdaten schla-  
gen wir, neben dem Datenaustausch in Praxisverbünden, die  
Schaffung eines elektronischen Gesundheitspasses vor, bei  
dem die Daten nicht zentral, sondern direkt auf dem Me-  
dium gespeichert werden. In allen Fällen darf dies nur auf  
freiwilliger Basis erfolgen.  
12.10 Alternative Medizin als Ergänzung traditio-  
neller Medizin  
Unter dem Begriff der „alternativen“ Behandlungen  
werden die unterschiedlichsten Behandlungsmethoden  
zusammengefasst. Diese können bei Einhaltung von zu  
definierenden Qualitätsstandards eine sinnvolle Ergänzung  
zur herkömmlichen Medizin darstellen. In jedem Fall ist eine  
ganzheitliche Betrachtung und Behandlung des Patienten  
notwendig, um der Zunahme von chronischen Erkrankungen  
und von Therapieresistenzen entgegenzuwirken.  
Alternative Behandlungsmethoden können in bestimmten  
Bereichen eine Ergänzung der akutmedizinischen Behand-  
lungsmethoden darstellen.  
62 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Unser Gesundheitssystem ist in Gefahr  
12.11 Freiberufliche Hebammen  
Der Berufsstand der freiberuflichen Hebamme, die eine  
werdende Mutter vom Beginn der Schwangerschaft bis zur  
Entbindung und oft auch darüber hinaus begleitet, gerät  
aufgrund der in den letzten Jahren deutlich angestiegenen  
Haftpflichtprämien sehr stark unter Druck, weil diese Auf-  
wendungen von vielen freiberuflich tätigen Hebammen kaum  
oder gar nicht mehr verkraftet werden können. Ein „Ausster-  
ben“ des Berufsstandes in naher Zukunft ist absehbar.  
Die persönliche und individuelle Betreuung schwangerer  
Frauen durch eine Hebamme des Vertrauens ist für viele  
Frauen eine große Erleichterung und Hilfe nicht nur während  
der Geburt, sondern auch in der Geburtsvorbereitung und der  
Nachsorge für Mutter und Kind.  
Wir möchten deshalb zu einer finanziellen Entlastung des  
Berufsstandes der freiberuflichen Hebammen beitragen, die  
z. B. durch eine Quersubventionierung bei Haftpflichtversi-  
cherungen erfolgen könnte.  
12.12 Keine Freigabe von Cannabis  
Eine weitere Freigabe von Drogen bzw. suchtgefährdenden  
Substanzen ist nicht nur in der Folge kostenintensiv, sondern  
auch medizinisch schädlich. Ersatzpräparate wie THC stehen  
für Cannabis bereits jetzt zur Verfügung. Es ist zu befürchten,  
dass durch eine Freigabe von Cannabis der Drogenmiss-  
brauch und die damit verbundenen gesellschaftlichen Proble-  
me zunehmen.  
Die AfD lehnt deshalb die Freigabe von Cannabis ab.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Unser Gesundheitssystem ist in Gefahr 63  
K A P I T E L 1 3  
Schluss mit der  
Technologiefeindlichkeit:  
Energie und Klima  
13.1 Klimawandel  
Das Spurengas Kohlenstoffdioxid (CO 2) ist kein Schadstoff,  
sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für alles Leben.  
Die Aussagen des Weltklimarats (IPCC), dass Klimaände-  
rungen vorwiegend menschengemacht seien, sind wissen-  
schaftlich nicht gesichert. Sie basieren allein auf Rechenmo-  
dellen, die weder das vergangene noch das aktuelle Klima  
korrekt beschreiben können. Schon vor der Industrialisie-  
rung gab es Warm- und Kaltperioden, die sich nicht durch  
die zugehörige CO 2-Konzentration der Luft erklären lassen.  
Mit dem Beitritt zum Pariser Abkommen und dem von der  
Bundesregierung erlassenen Klimaschutzplan 2050 hat  
Deutschland sich verpflichtet, für die sogenannte „Dekarbo-  
nisierung“ weitgehende Eingriffe in unsere Wirtschaft und  
Gesellschaft vorzunehmen.  
Wir wollen das Projekt der Dekarbonisierung über die  
„Große Transformation“ beenden und den Klimaschutzplan  
2050 der Bundesregierung aufheben.  
Das Pariser Klimaabkommen vom 12.12.2015 ist zu kün-  
digen. Deutschland soll aus allen staatlichen und privaten  
„Klimaschutz“-Organisationen austreten und ihnen jede  
Unterstützung entziehen.  
13.2 Energiepolitik  
Deutschland hat Strompreise, die mit jedem Zubau weite-  
rer Wind- und Sonnenstromanlagen und dem Netzausbau  
zwangsläufig weiter steigen. Der mit staatlicher Planwirt-  
schaft erzeugte Ökostrom hatte im Jahr 2015 einen Markt-  
wert von 3,3 Milliarden Euro. Zusammen mit den EEG-Sub-  
ventionen kostete dieser Ökostrom die Verbraucher 27,5  
Milliarden Euro (Quelle: BMWi). Diese Subventionen fließen  
zu den Profiteuren der Energiewende und belasten jeden  
Vierpersonenhaushalt bis 2025 mit jeweils 25.000 Euro. Da-  
mit findet eine Umverteilung von unten nach oben statt. Die  
volkswirtschaftlichen Mehrkosten der geplanten Energie-  
wende allein im Strombereich werden bis 2050 zusammen  
mehrere Billionen Euro betragen.  
Die naturgesetzlich, technisch und wirtschaftlich beding-  
ten und daher vorhersehbaren Probleme der Energiewende  
wie weiter steigende Preise, gefährdete Netzstabilität, zuneh-  
mendes Risiko für Stromausfälle und fehlende Großspeicher,  
bleiben ungelöst.  
Die ständige Verschärfung von Verordnungen und Ge-  
setzen im Wärmesektor, wie die Energieeinspar-Verord-  
nung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz  
(EEWärmeG) zur Dämmung und Heizung, führt zu stark  
steigenden Bau- und Rückbaukosten und entsprechend ho-  
hen Mieten, die die unteren Einkommensgruppen besonders  
hart treffen.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Schluss mit der Technologiefeindlichkeit: Energie und Klima 65  
Das Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2050 die  
CO2-Emissionen um 80 bis 95 Prozent zu senken. Die Sek-  
toren Mobilität und Wärme sollen durch Umstellung auf  
Ökostrom ebenfalls emissionsfrei werden. Dies erfordert  
einen Ausbau der Windenergieanlagen in einem Ausmaß  
und mit einer Geschwindigkeit, die Wirtschaft und Bürger  
überfordern.  
Die bestehenden Kernkraftwerke wollen wir deshalb nicht  
vor Ende ihrer Nutzungsdauer außer Betrieb nehmen.  
Auch auf die Nutzung moderner Gas- und Kohlekraftwer-  
ke wird Deutschland auf absehbare Zeit nicht verzichten  
können.  
Im Einzelnen fordern wir:  
Das EEG ist ersatzlos zu streichen.  
Solange das EEG noch nicht abgeschafft ist:  
• sollen keine EE-Anlagen in Wäldern und Schutz-  
gebieten errichtet werden  
• sollen keine Vorrangflächen für Windenergieanlagen  
ohne Zustimmung der betroffenen Bürger ausge-  
wiesen werden  
• soll der Mindestabstand von Windenergieanlagen  
zur Wohnbebauung um das 10-fache der Gesamt-  
höhe betragen  
Die Laufzeit sicherer Kernkraftwerke muss sich nach  
der technischen Nutzungsdauer richten.  
Die verwertbaren Kernkraftwerk-Reststoffe müssen  
für das Recycling rückholbar gelagert werden.  
Zur Erhaltung der kerntechnischen Kompetenz ist  
eine umfangreiche Beteiligung an internationalen  
Forschungsprojekten sicherzustellen.  
Die EnEV und das EEWärmeG sind abzuschaffen.  
Die Elektromobilität muss sich wie jede Technik auf  
marktwirtschaftlicher Basis entwickeln.  
13.3 Land der Tüftler und Denker:  
Technologie fördern  
Als rohstoffarmes Land kann uns nur eine technologische  
Spitzenposition langfristig den Wohlstand erhalten. Leider  
sinkt das Ausbildungsniveau der nachrückenden Genera-  
tionen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik,  
Naturwissenschaft und Technik). Eine allgemeine Techno-  
logiefeindlichkeit wird durch die MINT-fernen Bedenken-  
träger allgegenwärtig geäußert. Um das Verständnis und  
die Entscheidungsfähigkeit für naturwissenschaftliche und  
technische Zusammenhänge sowie Prozesse zu verbessern,  
muss die inhaltliche Entwertung der MINT-Fächer an den  
Schulen gestoppt werden.  
Im Einzelnen fordern wir:  
Zur Sicherung der wirtschaftlichen Basis müssen auf  
allen Ebenen in Schulen, Bildungs- und Forschungs-  
einrichtungen die MINT-Fächer stärker gefördert  
werden. Dies erfordert neben finanziellen Mitteln auch  
eine anhaltende Kampagne für die Bedeutung und die  
Perspektiven solcher Ausbildungsgänge.  
Ein gesellschaftliches Klima für eine offene, unbelas-  
tete Diskussion neuer Technologien und Entwicklun-  
gen zu fördern. Dabei sind neben der berechtigten  
Erörterung von Risiken bei neuen Technologien auch  
die Chancen stärker in den Fokus zu rücken. Das gilt  
insbesondere beim Erlass von gesetzlichen Regelungen  
zu Technologien.  
66 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Schluss mit der Technologiefeindlichkeit: Energie und Klima  
Schlüsseltechnologien, die für Deutschland relevant  
sind, müssen identifiziert werden und durch substanzi-  
elle Förderungsmodelle vorrangig entwickelt werden.  
Um naturwissenschaftlichen und technischen Kompe-  
tenzverlust zu stoppen und international den An-  
schluss in weiteren Technologiefeldern nicht zu  
verlieren, muss generell eine ideologiefreie Forschung  
deutlich ausgebaut werden. Dazu sind bestehende För-  
derlinien auszuweiten und Förderprogramme bis zum  
Maßstab von Demonstrationsanlagen neu aufzulegen.  
Hindernisse, die Unternehmensgründungen erschwe-  
ren, sind zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zur  
Förderung von Startups zu beschließen.  
Der Schutz vor Industriespionage ist insbesondere  
durch staatliche Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Si-  
cherheit und der Sicherheit der Datennetze zu verbes-  
sern.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Schluss mit der Technologiefeindlichkeit: Energie und Klima 67  
K A P I T E L 1 4  
Verkehrswege erhalten und  
ausbauen, Wohnungsbau  
verstärken, ländlichen Raum  
entwickeln  
14.1 Verkehr  
Im Schienenverkehr braucht unser Land ein gut ausge-  
bautes und aufeinander abgestimmtes Nah- und Fernver-  
kehrsnetz. Die Eisenbahninfrastruktur muss in der Hand des  
Bundes verbleiben. Die LKW-Maut muss nach tatsächlicher  
Fahrbahnbelastung durch schwere Achslasten erhoben  
werden, dabei ist pro Fahrzeug die Anzahl der Achsen und  
deren Achslast zu erfassen. Jeder Euro der LKW-Maut muss  
zusätzlich in die Infrastruktur fließen.  
Eine ideologisch geleitete Verkehrspolitik, die bestimmte  
Verkehrsmittel bevorzugt oder diskriminiert, z.B. Diesel-  
fahrzeuge, lehnt die AfD ab.  
Deshalb wenden wir uns auch gegen ein flächendecken-  
des Tempolimit und erfolglose Umweltzonen. Umweltzonen  
haben nachweislich nicht zur Reduzierung der Feinstaube-  
mission beigetragen. Sie sind daher abzuschaffen.  
Die Infrastruktur unseres Landes wurde jahrzehntelang  
vernachlässigt und ist in vielen Teilen marode. Die AfD will  
deshalb ein bundesweites „Konjunkturprogramm Infrastruk-  
tur“ (KPI) auflegen. Ziel des KPI ist die Sanierung und der  
Ausbau von Schienen, Straßen, Wasserwegen, Brücken und  
öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kindergärten, Theatern  
und Museen.  
Im Einzelnen fordern wir:  
Erhalt der Substanz und Beseitigung von Engpässen  
im Straßen- und Schienennetz,  
ein Konjunkturprogramm Infrastruktur,  
keine Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) bei Pro-  
jekten der öffentlichen Infrastruktur,  
Erstellung eines Verkehrskonzepts für den Güterfern-  
verkehr unter Berücksichtigung moderner Logistik-  
konzepte,  
Einbeziehung aller Verkehrsträger in einen neuen Bun-  
desverkehrsplan,  
keine PKW-Maut sowie Novellierung der LKW-Maut,  
Abschaffung der Umweltzonen,  
kein flächendeckendes Tempolimit auf Autobahnen,  
ein nationales Flughafenkonzept.  
14.2 Wohnungsbau  
Wohnraum ist in den deutschen Großstädten knapp und  
teuer. Die Neubautätigkeit kann unter den vorliegenden  
Rahmenbedingungen nicht mithalten.  
Planwirtschaftliche Eingriffe wie die „Mietpreisbremse“  
verschleppen das eigentliche Problem, anstatt es zu lösen.  
Langfristig verkehrt sich der gewünschte Effekt der Miet-  
preisbremse ins Gegenteil, weil sie private Investitionen in  
den Wohnungsbau weniger rentabel macht und so auch den  
dringend benötigten Neubau von Wohnungen ausbremst.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Verkehrswege erhalten und ausbauen, Wohnungsbau verstärken, ländlichen Raum entwickeln 69  
Wirksamer und nachhaltiger sind Maßnahmen, die den  
Wohnungsbestand deutlich erhöhen. Hierzu gehören: Die  
Ausweisung neuer und die Optimierung bestehender Bauge-  
biete, die Beschleunigung der Baurechtschaffung und eine  
Kostenverringerung durch die Beseitigung unnötiger Vor-  
schriften etwa zur Wärmedämmung und Bürokratie.  
Zur Eigentumsförderung sind Grundstücke von der  
öffentlichen Hand zur Verfügung zu stellen und genossen-  
schaftliches Wohnen zu fördern. Mieter, deren Einkommen  
nicht für die Miete reicht, sind weiterhin durch Wohngeld zu  
unterstützen.  
Mieter und Eigentümer von Wohnraum sollen durch die  
Senkung der Grund- sowie Grunderwerbsteuer entlastet  
werden.  
Im Einzelnen fordern wir:  
Der Wohnungsbau muss durch geeignete Rahmen-  
bedingungen verstärkt werden  
Es muss mehr Bauland zur Verfügung gestellt werden  
Baustandards müssen vereinfacht und Bürokratie  
abgebaut werden  
Staatliche Vorgaben sind zu entschlacken  
Grund- sowie Grunderwerbsteuer sollen gesenkt  
werden  
14.3 Den ländlichen Raum stärken  
Wir unterstützen die Stärkung der ländlichen Infrastruktur.  
Die dort lebenden Menschen haben einen Anspruch auf ange-  
messene Infrastruktur, auch wenn die Besiedlungsdichte gering  
ist.  
Damit wird zusätzlich der anhaltende Wanderungsdruck aus  
den ländlichen Gebieten auf die Ballungszentren gemildert.  
Hierzu sollen die Anbindung an das schnelle Datennetz und  
die Anbindung an das überörtliche Straßen- und Schienennetz  
verbessert werden.  
70 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Verkehrswege erhalten und ausbauen, Wohnungsbau verstärken, ländlichen Raum entwickeln  
K A P I T E L 1 5  
Umwelt-, Natur- und Tier-  
schutz, Verbraucherschutz  
und Landwirtschaft  
15.1 Wasserversorgung gehört in die öffentliche  
Hand  
Die AfD befürwortet die kleinteilige Wasserversorgung  
durch Kommunen und Zweckverbände. Das Eigentum an  
den Wasserressourcen, den Förderanlagen, der Wasserauf-  
bereitung und am Verteilnetz muss in öffentlicher Hand und  
damit in den Händen der Bürger verbleiben.  
Eine EU-weite Liberalisierung und Kommerzialisierung  
des Wassermarkts lehnt die AfD entschieden ab.  
Eine generelle Privatisierung des Wassers oder der Wass-  
erwerke, die durch Richtlinien der EU angeregt werden, darf  
es nicht geben. Brunnen privater Grundstückseigentümer,  
die hieraus ihr Trinkwasser gewinnen, sind hiervon ausge-  
nommen.  
15.2 Ausbau der Windenergie stoppen  
Die Windenergie ist ein energiepolitischer Irrweg, ökono-  
misch absurd und ökologisch kontraproduktiv.  
Wir lehnen den weiteren Ausbau der Windenergie ab,  
denn er bringt mehr Schaden als Nutzen.  
Windenergieanlagen sind nur noch ausnahmsweise an  
Standorten zuzulassen, an denen keine Beeinträchtigungen  
für Menschen, Tiere oder das Landschaftsbild zu erwarten  
sind. Anerkannte Studien zeigen seit Jahren die verheerende  
Wirkung von Windkraftanlagen auf geschützte Vögel und  
Fledermäuse. Gravierend sind auch die gesundheitlichen  
Schadwirkungen auf den Menschen durch Schattenschlag  
und Lärmemission. Die flächendeckende Zerstörung unserer  
Landschaften ist die Folge von Windparks wie von zusätzli-  
chen Stromtrassen. Bei der Standortwahl sind die Menschen  
vor Ort durch Bürgerentscheide zu beteiligen.  
15.3 Lärmschutz verbessern  
Lärm verursacht Stress und macht krank. Lärm ist das  
durch weite Teile der Bevölkerung am stärksten wahrgenom-  
mene Umweltproblem. Die bisherigen Anstrengungen zur  
Lärmvorsorge und insbesondere zur Lärmsanierung reichen  
nicht aus.  
Die AfD setzt sich deshalb für ein zielgerichtetes Investiti-  
onsprogramm für den Lärmschutz ein.  
15.4 Verbraucherschutz  
Der Schutz der Verbraucher ist für die AfD einer der  
zentralen Politikbereiche. Er ist eine Querschnittsaufgabe  
und umfasst eine verbraucherfreundliche Wirtschaftspolitik  
genauso wie Teile der Sozial-, Rechts-, Umwelt- und Ge-  
sundheitspolitik. Da die Verbraucherschutzpolitik heute in  
hohem Maß EU-gesteuert ist, will die AfD die Zuständigkeit  
für Verbraucherschutz nach Deutschland zurückholen.  
Wir setzen uns deshalb für eine Renationalisierung des  
Verbraucherschutzes ein.  
72 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Umwelt-, Natur- und Tierschutz, Verbraucherschutz und Landwirtschaft  
Die AfD setzt sich für vermehrte Produktprüfungen durch  
Stärkung der Gewerbeaufsicht ein und fordert eine transpa-  
rente Kennzeichnung von Lebensmitteln mit verbraucher-  
freundlichen, genauen Angaben zu Herkunft, Inhaltsstoffen  
und Qualität. Wir wollen die Verbraucherorganisationen  
durch ausreichendes Stiftungskapital stärken, um ihre Unab-  
hängigkeit zu erhalten.  
Die offenen Grenzen des Binnenmarkts haben zu einer  
starken Zunahme unsicherer und gefährlicher Produkte  
geführt. Hersteller und Importeure können sich die Unbe-  
denklichkeit ihrer Produkte weitgehend selbst bescheinigen.  
Dieser Entwicklung muss durch eine bessere personelle und  
materielle Ausstattung der Gewerbeaufsicht und Produkt-  
prüfung, vor allem bei Lebensmitteln, Kinderspielzeugen  
und Elektrogeräten, begegnet werden.  
15.5 Tierschutz: Tierquälerisches Schlachten  
verbieten  
Die AfD setzt sich für eine mitfühlende und würdevolle  
Behandlung aller Tiere ein. Dies bezieht sich auf die Hal-  
tung, den Transport und die Schlachtung. Tierschutzgesetze  
müssen gleichermaßen für alle gelten.  
Den Handel, die Bewerbung und die Einfuhr von Fleisch  
aus tierquälerischer Schlachtung (Schächten) lehnt die AfD  
ab.  
Wir fordern eine ersatzlose Streichung des § 4a Abs. 2 Nr.  
2 TierSchG. Länder wie Schweden, Niederlande, Schweiz,  
Polen, Norwegen, Island, Liechtenstein und Dänemark sind  
für uns in dieser Hinsicht Vorbild.  
15.6 Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft  
Die AfD steht zur Förderung von landwirtschaftlichen Fa-  
milienbetrieben und Genossenschaften. Die Globalisierung  
bewerten wir im Bereich der Landwirtschaft kritisch. Bü-  
rokratie und Überregulierung durch EU, Bund und Länder  
wollen wir abbauen. Wir wenden uns gegen die negativen  
Auswirkungen eines weltweiten Preisdumpings zulasten  
von Umwelt, Mensch und Tier. Unsere landwirtschaftlichen  
Familienbetriebe müssen wieder in die Lage versetzt werden,  
von ihrem Einkommen den sozialen Standard ihrer Familien  
zu sichern und Investitionen für den Weiterbestand ihres  
Hofs zu tätigen.  
15.6.1 Regionalisierung und Direktvermarktung  
Wir wollen die regionale Lebensmittelerzeugung und Di-  
rektvermarktung durch bäuerliche Betriebe stärken. Hinder-  
liche Vorschriften sind zu beseitigen.  
Regionale Erzeugungs- und Vermarktungsstrukturen  
sparen Ressourcen, garantieren lokale Arbeitsplätze und ma-  
chen das Land attraktiv. Wir fordern auch in diesem Bereich  
eine Rückführung der Gesetzgebungskompetenzen von der  
EU auf die Länderebene.  
Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Umwelt-, Natur- und Tierschutz, Verbraucherschutz und Landwirtschaft 73  
15.6.2 Alte Kultursorten erhalten  
Alte Kultursorten gehören zum kollektiven Eigentum aller  
Menschen. Dennoch müssen hohe Gebühren für die Anmel-  
dung uralter Sorten gezahlt werden, wenn diese vermarktet  
werden sollen. Diese Klausel im Saatgutverkehrsgesetz  
schützt große Konzerne vor der Konkurrenz durch Klein-  
betriebe. Durch die Erlaubnis, alte Kultursorten lizenzfrei  
vermehren zu können, wird die Sortenvielfalt beim Endver-  
braucher breiter werden.  
Die AfD fordert die Aufhebung aller Handelsbeschrän-  
kungen für alte Nutzpflanzensorten.  
15.6.3 Rahmenbedingungen für Kleingärten und  
Kleintierhaltungen verbessern  
Wer Lebensmittel selbst erzeugt, weiß um ihren Wert.  
Nutzgartenbesitzer und Kleintierhalter gewinnen frische Le-  
bensmittel, erhalten die genetische Vielfalt und leisten einen  
Beitrag für die Krisenvorsorge.  
Um weiterhin breiten Bevölkerungsschichten diesen Zu-  
gang zu ermöglichen, will die AfD die Rechtssicherheit von  
Kleingärten und Kleintierhaltungen stärken und Regularien  
abbauen.  
15.6.4 Für eine gentechnikfreie deutsche  
Landwirtschaft  
Die AfD setzt sich für gentechnikfrei erzeugte Lebensmittel  
aus der deutschen Landwirtschaft ein. Der streng kontrol-  
lierte Einsatz der Gentechnik in Forschung und Wissen-  
schaft bleibt erlaubt.  
74 Wahlprogramm Bundestagswahl 2017 | Umwelt-, Natur- und Tierschutz, Verbraucherschutz und Landwirtschaft

für  
V.i.S.d.P.:  
Alternative für Deutschland (AfD),  
vertreten durch den Vorstand,  
dieser vertreten durch die Bundessprecher  
Dr. Frauke Petry und Prof. Dr. Jörg Meuthen  
Schillstraße 9, 10785 Berlin  
Deutschland  
Kontaktdaten  
Telefon: 030 2205696-0  
Telefax: 030 2205696-29  
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damit die Spende korrekt zugeordnet werden kann.  
Echt alternativ.  
Für Deutschland.  
www.afd.de/wahlprogramm

# Wahlprogramm in 90 Sek.! | AfD Brandenburg

[https://www.youtube.com/watch?v=k9gUkOcxaCM](https://www.youtube.com/watch?v=k9gUkOcxaCM)

Das Video präsentiert das Wahlprogramm der AfD Brandenburg in einer kurzen Zusammenfassung. Es werden zentrale Themen wie Sicherheit, Bildung, Pflege und Infrastruktur angesprochen, die die Partei in der bevorstehenden Wahl priorisieren möchte.

## Stichpunkte:

- Fokus auf Heimat, Kultur und Identität.
- Erhöhung der Polizeipräsenz und bessere Ausstattung.
- Kostenlose Meisterausbildung und Verbesserung der beruflichen Bildung.
- Ausbau des Bus- und Bahnverkehrs sowie flächendeckendes Internet.
- Abschaffung der Kita-Gebühren und Unterstützung eines differenzierten Schulsystems.

**Quelle:** AfD TV

**Einstelldatum:** 2019-08-13

# Wahlprogramme der Parteien: Schulden, Schulden, Schulden  -  TE Wecker am 18 12 2024

[https://www.youtube.com/watch?v=BArXb2ni988](https://www.youtube.com/watch?v=BArXb2ni988)

In diesem Video werden die vorläufigen Wahlprogramme der Parteien Union, SPD, Grüne und AFD vorgestellt, die sich auf Themen wie Schulden, Bürokratieabbau und erneuerbare Energien konzentrieren. Olaf Scholz wird kritisiert, da er eine Politik der Schuldenaufnahme propagiert, während die AFD einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung ablehnt und stattdessen auf Kohle und Kernenergie setzt.

## Stichpunkte:

- Union, SPD und Grüne stellen ihre Wahlprogramme vor.
- FDP plant Unternehmenssteuersenkungen und Bürokratieabbau.
- Olaf Scholz wird für seine Schuldenpolitik kritisiert.
- AFD lehnt den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung ab.
- Erneuerbare Energien und CO2-Reduktion sind zentrale Themen.

**Quelle:** Tichys Einblick

**Einstelldatum:** 2024-12-18

# Eine starke Kandidatenliste für das soziale Berlin

[https://www.youtube.com/watch?v=Djg8xB9CSNU](https://www.youtube.com/watch?v=Djg8xB9CSNU)

In diesem Video wird das Wahlprogramm der Partei Die Linke für die bevorstehenden Wahlen vorgestellt. Der Redner erläutert die Kriterien und den Prozess zur Erstellung der Landesliste, die eine diverse und kompetente Fraktion für die nächste Legislaturperiode gewährleisten soll.

## Stichpunkte:

- Vorstellung des Wahlprogramms der Partei Die Linke.
- Erklärung des Auswahlprozesses für die Landesliste.
- Betonung der Notwendigkeit einer vielfältigen und kompetenten Fraktion.
- Diskussion über die Bedeutung von Erfahrung und neuen Impulsen in der Politik.
- Aufruf zur Unterstützung der vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten.

**Quelle:** DieLinke

**Einstelldatum:** 2011-04-12

# Brandenburg Landtagswahl: Alle Wahlprogramme einfach erklärt (AfD, BSW & Co.)

[https://www.youtube.com/watch?v=ODpOy0LHzu0](https://www.youtube.com/watch?v=ODpOy0LHzu0)

In diesem Video werden die Wahlprogramme von 14 Parteien zur Landtagswahl in Brandenburg vorgestellt. Der Fokus liegt auf den zentralen Forderungen und Zielen der Parteien, darunter die Grünen, die AfD, die SPD und viele andere, sowie deren Ansätze zu Themen wie Klimaschutz, Migration und Bildung.

## Stichpunkte:

- Vorstellung der Wahlprogramme von 14 Parteien in Brandenburg.
- Fokus auf zentrale Themen wie Klimaschutz, Migration und Bildung.
- Erklärung der politischen Positionen und Forderungen der Parteien.
- Einblick in die politischen Strategien und Ziele für die Landtagswahl.
- Verlinkung zu den vollständigen Wahlprogrammen in der Videobeschreibung.

**Quelle:** Marvin Neumann

**Einstelldatum:** 2024-08-18

# Thüringen Landtagswahl: Alle Wahlprogramme einfach erklärt (BSW, AfD & Co.)

[https://www.youtube.com/watch?v=XbyRJsagqUY](https://www.youtube.com/watch?v=XbyRJsagqUY)

In diesem Video werden die Wahlprogramme der 15 Parteien, die an der Thüringer Landtagswahl 2024 teilnehmen, kompakt und verständlich vorgestellt. Der Fokus liegt auf den zentralen Themen und Positionen der Parteien, um den Zuschauern einen Überblick über die politischen Angebote zu geben.

## Stichpunkte:

- Vorstellung der Wahlprogramme von 15 Parteien in Thüringen.
- Erklärung der zentralen Themen wie Bildung, Migration und Gesundheit.
- Kritik an der aktuellen Bundesregierung durch verschiedene Parteien.
- Forderungen nach mehr Demokratie und Integration in der Migrationspolitik.
- Ausbau von Verkehrsinfrastruktur und Verbesserung des Nahverkehrs.

**Quelle:** Marvin Neumann

**Einstelldatum:** 2024-07-28

# Sachsen Landtagswahl: Alle Wahlprogramme einfach erklärt (AfD, BSW & Co.)

[https://www.youtube.com/watch?v=p885-A0H500](https://www.youtube.com/watch?v=p885-A0H500)

In diesem Video werden die Wahlprogramme der 19 Parteien, die zur Landtagswahl in Sachsen antreten, kurz und prägnant vorgestellt. Der Fokus liegt auf den zentralen Themen und Forderungen der einzelnen Parteien, um den Zuschauern einen Überblick über die politischen Positionen zu geben.

## Stichpunkte:

- Vorstellung der Wahlprogramme von 19 Parteien in Sachsen.
- Kurze Einordnung der zentralen Themen und Forderungen jeder Partei.
- Erwähnung von spezifischen politischen Positionen, z.B. zur Bildung und Migration.
- Hinweis auf die Möglichkeit, detaillierte Wahlprogramme in der Infobox zu finden.
- Ziel des Videos ist es, Wähler über die politischen Optionen zu informieren.

**Quelle:** Marvin Neumann

**Einstelldatum:** 2024-07-21

# Wahlprogramm: Das wollen CDU/CSU für dich! | Bundestagswahl 2025

[https://www.youtube.com/watch?v=aI8XUq0VeRU](https://www.youtube.com/watch?v=aI8XUq0VeRU)

Das Video analysiert das Wahlprogramm von CDU und CSU für die Bundestagswahl 2025. Es werden zentrale Themen wie Steuersenkungen, Bildung, Klimaschutz und Migration behandelt, wobei die Union einen klaren Politikwechsel im Vergleich zur Ampelregierung anstrebt.

## Stichpunkte:

- CDU und CSU streben einen Politikwechsel mit Fokus auf Steuersenkungen an.
- Bildung soll durch bundesweit vergleichbare Standards und Digitalisierung verbessert werden.
- Die Union bekennt sich zu den Pariser Klimazielen und plant Maßnahmen zur Klimaneutralität bis 2045.
- Migration wird durch einen faktischen Aufnahmestopp und strengere Kontrollen neu geregelt.
- Die Außenpolitik soll die Unterstützung der Ukraine und eine enge Zusammenarbeit mit der NATO betonen.

**Quelle:** DIE DA OBEN!

**Einstelldatum:** 2025-01-30